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| Berufs- und Studienwahl: Interview mit Wolf-M. Catenhusen (MdB) |
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Inwiefern sollten die Anforderungen der Wirtschaft bei
der Ausbildung berücksichtigt werden?
Es gibt eine alte
Lehre, die besagt, dass es kein Anforderungsprofil gibt, dass dem
Studenten, der anfängt zu studieren, garantiert, auch während seines
Studiums unverändert zu bleiben. Die Anforderungsprofile, übrigens auch
der Nachwuchsbedarf, ändern sich in den Köpfen der Unternehmen schneller,
als man denkt.
Studierende müssen aufpassen, neben einer
exzellenten fachlichen Ausbildung auch ein breiteres Profil von
individuellen Leistungen zeigen zu können. Das sind etwa Fremdsprachen
oder Auslandserfahrungen in eigener Aktivität.
Die
Ausbildung steht vielfach nicht in Relation zu der späteren Tätigkeit.
Sind das nicht strukturelle Mängel der akademischen Ausbildung?
Es
ist keine Frage, dass heute die sehr viel praxisorientierteren
Studiengänge der Fachhochschulen sehr attraktiv sind. Im Bereich der
Universitäten wird jedoch eine Frage zu beantworten sein: Wie stark wird
der erste Studienabschnitt, der mit einem Bachelor-Abschluss enden wird,
künftig berufsvorbereitenden Charakter haben?
Ich erwarte von
der Einführung der Bachelor- bzw. Master-Abschlüsse im Bereich der
Wirtschaftswissenschaften eine stärkere Praxisorientierung des ersten
Studienabschnittes. Ich glaube, dass wir nach wie vor dieses
wissenschaftliche Studium brauchen, aber es muss stärker durch Praktika
und Kurse, die spezielle Zusatzqualifikationen wie Fremdsprachen
vermitteln, begleiten werden.
Wie schätzen Sie die Bedeutung von
Computer- und Internetkenntnissen für Wirtschaftsstudenten ein?
Die
Nutzung des Internets und intensiver EDV-Kenntnisse sind in der Wirtschaft
Standard. Jemand, der in einer Führungsposition in einem Unternehmen
steht, braucht diese Kenntnisse. Das Bundesministerium für Bildung und
Forschung fördert daher mit über 50 Millionen Euro pro Jahr die Konzeption
von Studiengängen, die einen starken Anteil internetgestützten Lernens
haben. Wir unterstützen mit Bundesmitteln auch multimediagestützte
Studienkonzepte, in denen es zu einer sinnvollen Mischung zwischen
Präsenzstudium und internetgestütztem Lernen kommt. Ich denke, wenn man
das im Studium selbst praktiziert, ist das der sinnvollste Weg. Eine
sinnvolle Mischung aus klassischem Studium und eigenem Lernen unter
Nutzung von Multimedia ist der spannendste Weg des Lernens.
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