Kienbaum-Studie: Briten und Deutsche in der Gehaltsliga ganz oben
Gummersbach, 07.05.2008
(kb) - Britische und deutsche Vorstandschefs (CEO) liegen im Gehältervergleich in
Westeuropa ganz vorne: Die Jahresgesamtbezüge eines britischen Vorstandschefs in
einem Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern betragen 675.000 Euro, sein
Kollege in Deutschland verdient 667.000 Euro. Im Mittelfeld liegen Vorstände und
Geschäftsführer aus Österreich und Irland mit einem Jahresgesamtgehalt in Höhe
von 365.000 Euro beziehungsweise 433.000 Euro. Das untere Ende der Rangfolge
bilden Spanien mit 244.000 Euro und die Niederlande mit 251.000 Euro
Jahresgesamtgehalt. »Die
Gehaltsschere innerhalb Europas geht weiter auseinander. Zum einen ist das in
den deutlich unterschiedlichen kulturellen Rahmenbedingungen begründet, zum
anderen spielen hierbei die verschiedenen Globalisierungs- und Reifegrade der
Volkswirtschaften eine entscheidende Rolle, etwa wie weit die Länder auf dem Weg
hin zur Dienstleistungsgesellschaft vorangeschritten sind beziehungsweise wie
hoch der Grad der Industrialisierung ist«, sagt Christian Näser,
Vergütungsexperte der Managementberatung Kienbaum.
Die Studie »Remuneration in Western Europe 2008« führte
Kienbaum in Zusammenarbeit mit dem European Compensation Network durch. Im
Rahmen der Studie wurden die Vergütungsangaben zu 116.124 Führungspositionen der
ersten fünf Ebenen aus 3.818 Unternehmen ausgewertet. Die Untersuchung umfasst
elf Länder:
- Österreich,
- Belgien,
- Frankreich,
- Deutschland,
- Irland,
- Italien,
- die Niederlande,
- Spanien,
- Schweden,
- die Schweiz und
- Großbritannien.
Eine ähnliche Gehaltsstruktur wie in den großen Unternehmen
zeichnet sich in den Führungsetagen kleiner Firmen mit weniger als 100
Mitarbeitern ab. Wie im Vorjahr belegen deutsche Vorsitzende der
Geschäftsführung in dieser Kategorie den ersten Rang mit einem
Jahresgesamtgehalt in Höhe von 224.000 Euro, gefolgt von den britischen Kollegen
mit 196.000 Euro. Mit 118.000 Euro liegen die Iren wie auch 2007 ganz hinten. »„In Deutschland und Großbritannien sind viele Unternehmen mit europaweitem
Einfluss angesiedelt. Dort ist es besonders wichtig, dass die Betriebe ihren
Leistungsträgern ein wettbewerbsfähiges Vergütungsmodell bieten«, sagt Näser. In
allen Ländern entscheidet die Unternehmensgröße maßgeblich über die Höhe der
Vergütung. Je größer, komplexer und internationaler die Unternehmensstruktur
ist, desto höher fällt das Gehalt aus.
Im Vergleich der Funktionsbereiche gibt es ebenfalls
Vergütungsunterschiede. Im Finanzbereich lassen sich hohe Gehälter am besten in
Großbritannien realisieren. In Unternehmen mit 100 bis 1.000 Mitarbeitern
beträgt das Gehalt eines Director Finance 227.000 Euro, während ein Director
Personnel auf lediglich 155.000 Euro kommt. In Schweden werden die gleichen
Positionen mit 110.000 Euro beziehungsweise 100.000 Euro am niedrigsten
vergütet. Generell verdienen Führungskräfte der ersten Ebene unterhalb der
Geschäftsführung in den Bereichen Finanzen, Vertrieb sowie Forschung und
Entwicklung am besten. In der Produktion werden hingegen geringere Gehälter
gezahlt. Ebenfalls eine entscheidende Rolle spielt der Wirtschaftszweig:
Dienstleistungsunternehmen zahlen in Großbritannien und in Österreich besonders
gut. Dort liegt das Jahresgesamtgehalt in kleinen Firmen bei 281.000 Euro
beziehungsweise 251.000 Euro. Das produzierende Gewerbe ist für Manager
ebenfalls attraktiv. Vertriebsgesellschaften zahlen Führungskräften dagegen
geringere Gehälter.
In europäischen Unternehmen haben variable
Vergütungsbestandteile nach wie vor als Führungs- und Steuerungsinstrument eine
sehr große Bedeutung. In deutschen Unternehmen beziehen nahezu alle
Geschäftsführer Bonifikationen, in Österreich sind es 93 Prozent. In Irland
bieten 79 Prozent der Firmen variable Vergütungspläne an. Belgien belegt den
letzten Platz. Dort werden lediglich 71 Prozent dieser Manager leistungs- und
erfolgsabhängig entlohnt.
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