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| Studie: Erfolgsrezepte für den Mittelstand |
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Ernst & Young: Unternehmen, die überdurchschnittlich wachsen, fördern die Mitarbeiter, um ihre Innovationskraft zu stärken und wirtschaftliche Erfolge zu sichern. |

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Studie: Erfolgsrezepte für den Mittelstand
Stuttgart, 07.05.2008 (ots) - Unternehmen, die überdurchschnittlich wachsen, fördern die
Mitarbeiter, um ihre Innovationskraft zu stärken und wirtschaftliche Erfolge zu
sichern. Denn nur über neuartige Produkte gelingt es den Wachstumsunternehmen im
Mittelstand, sich auf internationalen Märkten zu behaupten und sich dem
Preisdruck von Billiganbietern zu entziehen. Bei ihrem wirtschaftlichen Handeln
lassen sich die Unternehmer schließlich auch von unternehmensethischen
Vorstellungen leiten. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie »Zukunft gestalten
- verantwortlich handeln - Siegerstrategien im deutschen Mittelstand 2008«, die
Ernst & Young zusammen mit dem F.A.Z.-Institut für Management-, Markt- und
Medieninformationen vorlegt hat.
Darin werden die Erfolgsrezepte von rund 100 mittelständischen Unternehmen
analysiert, die in den vergangenen Jahren sehr stark wuchsen und sich damit als
Finalisten für den Wettbewerb »Entrepreneur des Jahres 2007« qualifizierten. In
die Untersuchung flossen Kennzahlen ebenso wie die Erfahrungen und
Einschätzungen der Unternehmer ein. Dabei repräsentieren die analysierten
Gesellschaften alle wichtigen Branchen. 77 Prozent von ihnen erwirtschaften
einen Umsatz von mindestens 25 Millionen Euro pro Jahr, mehr als die Hälfte von
ihnen steigerte ihre Erlöse in den vergangenen Jahren um mehr als 25 Prozent, in
jedem Dritten legte wiederum die Zahl der Mitarbeiter um mindestens 25 Prozent
zu. »Die Studie belegt sechs wichtige
Siegerstrategien, durch die sich mittelständische Unternehmen auf
internationalen Märkten abheben und auch unter wachsendem Wettbewerbsdruck
nachhaltig wachsen«, berichtet Wolfgang Glauner, Autor der Studie bei Ernst
& Young. »Wir empfehlen diese zur Nachahmung und wollen in nachvollziehbaren
Fallstudien Unternehmern Denkanstöße vermitteln.«
- Erfolgsrezept 1: Neues sichert Wachstum und Zukunft
Innovationen gelten Wachstumsunternehmern als wichtigster Schritt zum Erfolg.
Mehr als ein Drittel von ihnen will dadurch bestehende Märkte tiefer
durchdringen, etwa jeder Zehnte weitere Kunden anziehen. Neue Produkte bieten
Wettbewerbsvorteile, binden Kunden, aber auch Mitarbeiter. Daher investiert etwa
jeder dritte Befragte mindestens zehn Prozent des Umsatzes in die Forschung,
fünf Prozent sogar mehr als 20 Prozent: Dieser Aufwand lässt sich mit den
Ausgaben von Hochtechnologie-Konzernen vergleichen und zahlt sich aus: 28
Prozent der Unternehmen liefert Angebote, die neuartig sind. Etwa jedes vierte
Unternehmen meldet mindestens ein Patent oder ein Gebrauchsmuster pro Jahr an.
Und 43 Prozent erwirtschaften 40 Prozent der Einnahmen durch Neuheiten.
Erfolgsfaktor 2: Bildung stärkt die Innovationskraft Wenigstens ein Fünftel ihrer Arbeitszeit widmen erfolgreiche Mittelständler
ihren Mitarbeitern. Den meisten von ihnen - 67 Prozent - ist bewusst, dass diese
entscheidend zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen. Daher investieren sie auch
in ihre Angestellten: Um Fachwissen auf dem Laufenden zu halten und zu
verbessern, setzen 97 Prozent der Befragten auf Weiterbildung. Fast jeder Dritte
stellt dafür den Angestellten mindestens zwölf Arbeitstage zur Verfügung. Vier
von fünf Unternehmen lassen nicht nur Fachwissen schulen, sondern auch
Persönlichkeit und Organisationstechniken. Der Einsatz für die Bildung fördert
das Wachstum: Fünf Prozent der Unternehmer konnte die Belegschaft im letzten
Geschäftsjahr verdoppeln, etwa jeder Dritte wenigstens um ein Viertel steigern.
Erfolgsfaktor 3: Kundenwünsche bringen voran Weniger ist mehr, wenn es um Kunden geht: 34 Prozent der Unternehmer bedienen
nur bis zu 250 Käufer, mehr als zwei Drittel erwirtschaften nur mit rund 20
Prozent ihrer Kunden den Großteil ihrer Einnahmen. Was eigentlich ein Risiko von
Abhängigkeit birgt, nutzen die Betriebe als Chance zur Spezialisierung und für
maßgeschneiderte Angebote. Mehr als die Hälfte der Befragten beziehen zudem ihre
Kunden in die Entwicklung von Produkten ein; drei Viertel schulen die
Kundenorientierung ihrer Mitarbeiter. Dank innovativer Angebote und
Spezialisierung gelingt es den Unternehmen, neue Märkte zu erobern und Preise
unabhängig zu gestalten: Knapp ein Viertel erzielen 60 bis 100 Prozent ihres
Umsatzes mit Neukunden. Jedes Zweite kann sich hohe Preise leisten, nur jedes
Zehnte gruppiert sich ins mittlere und niedrige Preissegment ein.
Erfolgsfaktor 4: Gesellschaftliches Engagement motiviert Wachstumsunternehmer denken nicht nur an den Profit, sie fühlen sich in hohem
Maße der Gesellschaft verpflichtet - und begründen auch damit einen Teil ihres
Erfolgs. 96 Prozent von ihnen setzen sich aktiv für Hilfsprojekte oder für den
Umweltschutz ein. Das dient nicht nur der Imagepflege, in erster Linie stehen
ethische Vorstellungen im Mittelpunkt: Wenigstens einen Teil der Gewinne an die
Gesellschaft zurückzugeben und so die Zukunft mitzugestalten, das empfinden 81
Prozent der Unternehmer als persönliche Motivation. Etwa jeder Zweite will durch
gesellschaftliches Engagement Mitarbeiter gewinnen. Besonders oft fördern die
Befragten Bildungseinrichtungen, karitative Organisationen oder
Naturschutzprojekte. Jeder Zweite spendet Geld, immerhin etwa jeder Fünfte
stellt für derartige Projekte auch Mitarbeiter frei.
Erfolgsfaktor 5: Partnerschaften helfen beim Wachstum Gemeinsamkeit macht stark - gerade auf globalen Märkten: Im Schnitt erzielen
die analysierten Firmen rund ein Drittel ihrer Umsätze im Ausland. Um auf eigene
Stärken zu fokussieren, suchen die Unternehmer für die Expansion nach Partnern.
Jeder Dritte prüft dazu Joint Ventures, 29 Prozent schauen nach Firmen aus, an
denen sie sich beteiligen können. Kooperativ zeigen sich die Unternehmer auch in
Sachen Innovation: Außer den Ideen von Mitarbeitern oder Kunden beziehen sie
auch jene von Lieferanten ein. Daher arbeiten bei 40 Prozent der Unternehmen
Ingenieure von Zulieferern in der Entwicklungsabteilung mit.
Erfolgsfaktor 6: Vorausschauen sichert die Zukunft 20 Prozent ihrer Arbeitszeit widmen die Befragten der Strategie. Dabei ist es
ihnen wichtig, frühzeitig Risiken zu erkennen. Um auf Entwicklungen schnell zu
reagieren, prüfen 40 Prozent der Befragten regelmäßig den Wettbewerb auf
Übernahmechancen oder Partnerschaften. Auch der Innovationsprozess unterliegt
steter Kontrolle durch fach- und funktionsübergreifende Teams. Geldfragen werden
indes auf eher traditionelle Weise gelöst: An erster Stelle finanzieren die
Befragten das Wachstum aus dem Gewinn, daneben achten sie auf ihre Kosten: 60
Prozent schauen etwa auf den Aufwand für Material.
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