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Wirtschaftsnobelpreis 2008 geht an US-Ökonom Paul Krugman      

Den Wirtschaftsnobelpreis des Jahres 2008 hat die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften an den Handelstheoretiker Paul Krugman vergeben.

Wirtschaftsnobelpreis-2008 Paul Krugman
 

Wirtschaftsnobelpreis 2008 geht an US-Ökonom Paul Krugman
Stockholm, 13.10.2008 (np) - Den Wirtschaftsnobelpreis des Jahres 2008 hat die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften dem Handelstheoretiker Paul Krugman verliehen. Der 55-Jährige US-Amerikaner gilt als Begründer der »Neuen Ökonomischen Geographie«. Er untersucht, warum in einigen Regionen starke wirtschaftliche Aktivitäten herrschen, während sie in anderen Regionen abnehmen. In der Begründung des Nobelpreis-Komitees hieß es: »für seine Analyse von Handelsstrukturen und Standorten ökonomischer Aktivität.«

Außenhandelstheorie und Wirtschaftsgeografie
Die Untersuchung von Handelsstrukturen und Standorten war schon immer ein zentrales Forschungsfeld in der Ökonomie. Welche Auswirkungen haben der Freihandel und die Globalsisierung? Welche Ursachen hat die weltweite Urbanisierung? Die Beantwortung dieser Fragen steht im Zentrum einer von Paul Krugman entwickelten Theorie. Er hat dazu die bis dahin getrennten Forschungsfelder der Außenhandelstheorie und der Wirtschaftsgeografie zusammengeführt.

Der Forschungsansatz von Krugman basiert darauf, dass viel Güter und Leistungen aufgrund von »economies of scale« (Skaleneffekten)in großen Mengen günstiger hergestellt werden können. Gleichzeitig fordern die Konsumenten ein variantenreiches Warenangebot.Als Folge daraus wurden kleine Produktionsmengen für lokale Märkte zunehmenden durch große Produktionsmengen für den Weltmarktersetzt, auf dem Unternehmen mit ähnlichen Produkten untereinander konkurrieren.

Die traditionelle Außenhandelstheorie unterstellt dagegen, dass die Unterschiede von Länder dafür verantwortlich sind, dass manche Länder Agrargüter und andere Industriegüter exportieren. Die neue Außenhandelstheorie von Krugman erklärt, warum der weltweite Handel tatsächlich jedoch von Ländern mit ähnlichen Rahmenbedingungen dominiert wird, die zudem ähnliche Produkte handeln. So exportiert und importiert Schweden beispielsweise Autos. Diese Art des Handels ermöglicht gleichzeitig eine Spezialierung sowie eine Massenfertigung in der Produktion, was zu niedrigeren Preisen bei einer größeren Produktvielfalt führt.

Die Theorie der »economies of scale« und sinkende Transportkosten erklären zusammen auch, warum ein zunehmend größerer Anteil der Weltbevölkerung in Städten lebt und warum ähnliche ökonomische Aktivitäten sich in einer Region konzentrieren. Niedrigere Transportkosten können einen sich selbst verstärkenden Prozess auslösen, durch den eine wachsende Großstadtbevölkerung zu Massenfertigung, höheren Reallöhnen und einem diversifizierten Warenangebot führt. Was wiederum zu einer steigenden Zuwanderungin den Städten führt. Krugmans Theorien haben gezeigt, dass aus diesen Prozessen Regionen mit einem hochtechnologisierten Großstadtkern und einer weniger entwickelten Peripherie entstehen können.

Der Preis geht damit zum neunten Mal nacheinander an einen US-Ökonom. Im Vorjahr wurden die Forscher Leonid Hurwicz, Eric Maskin und Roger Myerson für ihre »Mechanismus-Design-Theorie« ausgezeichnet, einen Zweig der Spieltheorie, der sich mit der Erklärung von Interaktionen zwischen Individuen, Märkten und Organisationen befasst. Der Wirtschaftsnobelpreis ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro dotierte und wird traditionsgemäß am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, durch den schwedischen König in Stockholm überreicht.

Paul Krugman wurde 1953 in New York (USA) geboren. Er habilitierte 1977 am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge und lehrt seit 2000 als Professor für Economics und International Affairs an der Universität von Princeton.

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