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| Herbstgutachten 2009 der führenden Wirtschaftsinstitute |
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Im Herbst 2009 scheint der Tiefpunkt der schwersten weltwirtschaftlichen Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg überschritten. Vieles deutet auf eine konjunkturelle Erholung hin. Die Lage an den Weltfinanzmärkten hat sich erheblich entspannt, die Stimmungsindikatoren weisen wieder nach oben. |
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Herbstgutachten 2009 der führenden Wirtschaftsinstitute Berlin,
28.10.2009 (ifo) - Im Herbst 2009 scheint der Tiefpunkt der schwersten
weltwirtschaftlichen Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg überschritten.
Vieles deutet auf eine konjunkturelle Erholung hin. Die Lage an den
Weltfinanzmärkten hat sich erheblich entspannt, die Stimmungsindikatoren
weisen wieder nach oben, die Auftragseingänge haben zugenommen, und die
Produktion ist verbreitet gestiegen. DerWelthandel, der bis in das
Frühjahr hinein rückläufig gewesen war, nahm im Sommer wieder deutlich zu.
In einer Reihe von Schwellenländern, vor allem im asiatischen Raum,war die
gesamtwirtschaftliche Produktion bereits im zweiten Quartal wieder
deutlich aufwärts gerichtet. Maßgeblich für den Umschwung war die
Stabilisierung an den Finanzmärkten, zu der es im Frühjahr als Folge
massiver Interventionen der Notenbanken sowie der Ankündigung staatlicher
Stützungsprogramme und Garantien für den Finanzsektor kam. Die
Risikoneigung der Investoren hat sich inzwischen wieder stark erhöht.
Indiz dafür ist der Anstieg der Kurse an den internationalen
Aktienmärkten, aber auch der Rückgang der Risikoaufschläge auf
Unternehmensanleihen und auf Staatsanleihen von Schwellenländern. In der
Realwirtschaft machen sich außerdem zunehmend die anregenden Wirkungen der
staatlichen Konjunkturprogramme bemerkbar.
Allerdings zeigt die
Erfahrung früherer wirtschaftlicher Schwächephasen, dass Rezessionen, die
mit Banken- und Immobilienkrisen einhergingen, zumeist nur langsam
überwunden wurden. Daher rechnen die Institute damit, dass die
konjunkturelle Dynamik im kommenden Jahr weltweit mäßig bleibt. Denn die
Probleme im internationalen Finanzsystem sind noch nicht überwunden. Zudem
kehren sich die günstigen Einflüsse der Energiepreisentwicklung auf Konsum
und Unternehmensgewinne in den Industrieländern bei dem der Prognose
zugrundeliegenden Ölpreis von 75 Dollar je barrel im Jahr 2010 um. Ferner
werden die finanzpolitischen Anregungen im Verlauf des kommenden Jahres
nachlassen. Schließlich hat sich in vielen Ländern die Beschäftigung noch
nicht an die deutlich verringerte Produktion angepasst. Dort wird die
Arbeitslosigkeit selbst bei einer spürbaren Expansion der Produktion wohl
noch geraume Zeit steigen, was die Zunahme der verfügbaren Einkommen und
der Binnennachfrage dämpfen dürfte.
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