Die Untersuchung basiert auf einer Befragung von knapp
29.000 Schülerinnen und Schülern an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen.
Befragt wurde der Abschlussjahrgang 2007/08 ein halbes Jahr vor Erwerb der
Fachhochschulreife bzw. des Abiturs. Vorgängerbefragungen liegen für die
Abschlussjahrgänge 2004/05 und 2005/06 vor.
Nur rund ein Viertel der Befragten fühlt sich sehr gut bzw. gut
über die infrage kommenden Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten informiert.
Dagegen stuft jede/r Dritte den eigenen Informationsstand über nachschulische
Bildungsalternativen als "(eher) unzureichend" ein. Dabei gilt: Je früher die
Informationssuche beginnt, umso besser fühlen sich die Befragten über die zur
Verfügung stehenden Alternativen informiert. Diese Befunde sind im
Jahrgangsvergleich überaus stabil.
Nur sieben Prozent
der knapp 29.000 Befragten haben ein halbes Jahr vor dem Schulabschluss keine
besonderen Schwierigkeiten bei der Studien- und Berufswahl (s. Abb.). Den
anderen bereitet, wie bereits in den Vorjahren, vor allem die unvorhersehbare
Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt Probleme. Zwei von fünf Befragten fühlen sich
zudem von der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Alternativen überfordert. Ein
Fünftel hat Schwierigkeiten abzuschätzen, welche Qualifikationen und Kompetenzen
künftig wichtig sein werden. Probleme ergeben sich jedoch nicht nur aus solchen
"äußeren" Faktoren: Mehr als ein Viertel der Studienberechtigten ist sich zum
Ende der Schulzeit darüber hinaus nicht über die eigenen Fähigkeiten und
Interessen im Klaren.
Das Internet ist die Informationsquelle für die
Studien- und Berufswahl. Fast ausnahmslos haben die Befragten zur
Informationsbeschaffung darauf zurückgegriffen, und vier von fünf Befragten
stufen die auf diesem Weg erhaltenen Informationen zudem als in hohem Maße
hilfreich ein. Daneben spielen Informationsmaterialien wie Flyer, Broschüren
usw. eine wichtige Rolle - auch wenn ihr Beitrag zur Entscheidungsfindung
kritischer beurteilt wird. Da die Mehrheit der Befragten plant, die erworbene
Studienoption nach Schulabschluss einzulösen und ein Studium aufzunehmen, werden
hochschulbezogene Informationsquellen häufig in den Entscheidungsprozess
einbezogen. Zwei von drei Studienberechtigten haben zum Befragungszeitpunkt
bereits Hochschulinformationstage besucht, aber nur ein Drittel der Nutzerinnen
und Nutzer ist mit den dort erhaltenen Informationen (sehr) zufrieden.
Unabhängig von der nachschulischen Bildungsabsicht hat ein Drittel der Befragten
Hochschulrankings konsultiert; allerdings leisten die auf diesem Wege erhaltenen
Informationen nur für ein Zehntel der Nutzerinnen und Nutzer einen wichtigen
Beitrag für die persönliche Studien- oder
Ausbildungsentscheidung.
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Informationsverhalten und
Entscheidungsfindung bei der Studien- und Berufswahl
http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-201001.pdf