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home / aktuelles / mi: wiwi-service / nobelpreistraeger 29.07.2010

Nobelpreisträger für Wirtschaft 1997      

Der Nobelpreis für Wirtschaft ging 1997 an Robert C. Merton und Myron S. Scholes für eine neue Methode zur Bestimmung des Wertes von Derivaten.

Nobelpreisträger Wirtschaft 1997
 
         

Nobelpreisträger für Wirtschaft 1997
Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hat den von der Schwedischen Reichsbank in Erinnerung an Alfred Nobel gestifteten Nobelpreis für Wirtschaft des Jahres 1997 verliehen an
  • Robert C. Merton, Harvard University, Cambridge, USA
  • Myron S. Scholes, Stanford University, Stanford, USA
    für ihre neue Methode zur Bestimmung des Wertes von Derivaten.
Die Bewertung von Derivaten
In Zusammenarbeit mit dem verstorbenen Fischer Black haben Robert C. Merton und Myron S. Scholes einen bahnbrechenden Ansatz zur Bewertung von Aktienoptionen entwickelt. Ihre Methodologie hat ökonomischen Bewertungen in vielen Bereichen den Weg geebnet. Ferner hat sie die Entwicklung neuer Typen von Finanzinstrumenten und ein effizienteres Risikomanagement in der Gesellschaft ermöglicht.

In einer modernen Marktwirtschaft ist es entscheidend, dass Firmen und Haushalte in der Lage sind, ein angemessenes Risikoniveau für ihre Transaktionen zu wählen. Auf den Finanzmärkten werden Risiken auf Händler umverteilt, die willens und fähig sind sie einzugehen. Märkte für Optionen und andere sogenannte Derivate sind insofern wichtig, als Händler, die zukünftige Einkünfte oder Zahlungen antizipieren, Profite über einem bestimmten Niveau sicherstellen oder sich gegen Verluste über einem bestimmten Niveau absichern können. (Optionen erlauben es, sich gegen einseitige Risiken abzusichern - sie beinhalten das Recht, aber nicht die Verpflichtung, ein bestimmtes Wertpapier zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.) Ein effizientes Risikomanagement setzt jedoch voraus, dass solche Instrumente korrekt bewertet werden. Unter den bedeutenden Beiträgen zur Wirtschaftswissenschaft der letzten 25 Jahre nimmt Mertons und Scholes Methode zur Bestimmung des Wertes von Derivaten daher eine besondere Stellung ein.

Merton und Scholes entwickelten ihre Methode in enger Zusammenarbeit mit Fischer Black, der 1995 als Mit-Fünfziger verstarb. Seit der Veröffentlichung ihrer Arbeit im Jahre 1973 ist ihr Ansatz unter dem Namen Black-Scholes-Formel bekannt geworden. Heutzutage benutzen Tausende von Händlern und Investoren diese Formel täglich, um Aktienoptionen auf Märkten in der ganzen Welt zu bewerten. Robert Merton entwickelte eine vielfältig anwendbare Methode zur Ableitung der Formel; ferner verallgemeinerte er sie in diversen Richtungen.
Black, Merton und Scholes legten so die Grundlagen für das rasche Wachstum der Märkte für Derivate in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten. Aufgrund ihrer allgemeinen Anwendbarkeit hat die Methode neue Forschungsbereiche erschlossen - sowohl innerhalb als auch außerhalb der Finanzökonomie. Ähnliche Methoden können zur Bewertung von Versicherungsverträgen und Bürgschaften oder der Flexibilität physischer Investitionsprojekte angewandt werden.

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