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| Nobelpreisträger für Wirtschaft 1994 |
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Der Nobelpreis für Wirtschaft ging 1994 an John C. Harsanyi, John F. Nash und Reinhard Selten für ihre grundlegenden Analysen von Gleichgewichten in der nicht-kooperativen Spieltheorie. |
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Nobelpreisträger für Wirtschaft 1994 Die Königlich
Schwedische Akademie der Wissenschaften hat den von der Schwedischen
Reichsbank in Erinnerung an Alfred Nobel gestifteten Nobelpreis für
Wirtschaft des Jahres 1994 »für ihre grundlegenden Analysen von
Gleichgewichten in der nicht-kooperativen Spieltheorie« gemeinsam
verliehen an:
-
John C. Harsanyi, Universität von Kalifornien, Berkeley, USA
Er
zeigte, wie auf unvollständigen Informationen beruhende Spiele
analysiert werden können. Damit legte er den theoretischen Grundstein
eines lebhaften Forschungsfeldes - der Theorie der Information - die
sich mit strategischen Situationen beschäftigt, in welchen den
verschiedenen Akteuren die Ziele der anderen nicht bekannt sind.
-
John F. Nash, Universität von Princeton, Princeton, USA
Er
führte die Unterscheidung zwischen kooperativen und nicht-kooperativen
Spielen ein. Ein von ihm entwickeltes Gleichgewichtskonzept für
nicht-kooperative Spiele wurde später unter dem Namen
»Nash-Gleichgewicht« bekannt.
-
Reinhard Selten, Rheinische Friedrich-Wilhelmsuniversität,
Bonn, BRD
Er war der erste Wissenschaftler, dem eine Anwendung des
Nash-Gleichgewichts auf dynamisch strategische Interaktionen gelang.
Sein erweitertes Konzept fand Eingang in Seltens Analyse des
Wettbewerbs mit nur wenigen Anbietern.
Spiele zum Verständnisses komplexer ökonomischer Zusammenhänge Die
Spieltheorie hat sich aus der Analyse von Spielen wie Schach oder Poker
entwickelt. Es ist bekannt, dass es bei solchen Spielen notwendig ist,
vorauszudenken und Strategien auf der Basis erwarteter Gegenzüge zu
entwickeln. Da diese Art von strategischer Interaktion auch in der
Wirtschaft stattfindet, hat sich die Spieltheorie in den
Wirtschaftswissenschaften als sehr nützlich erwiesen.
Die
Grundlagen zur Anwendung der Spieltheorie in den Wirtschaftswissenschaften
wurden in einer Studie John von Neumanns und Oskar Morgensterns gelegt,
die den Titel »Theory of Games and Economic Behavior« (1944) trägt. 50
Jahre später ist die Spieltheorie zum beherrschenden Instrument in der
Analyse ökonomischer Probleme geworden. So hat insbesondere die
nicht-kooperative Spieltheorie - d.h. derjenige Zweig der Theorie, der
sich mit Spielen ohne verbindliche Vereinbarungen befasst - die
Wirtschaftswissenschaft entscheidend beeinflusst. Der wichtigste Aspekt
dieser Theorie ist das Konzept des Gleichgewichts, welches zur Vorhersage
der Ergebnisse strategischer Interaktion dient. John F. Nash, Reinhard
Selten und John C. Harsanyi haben äußerst bedeutsame Beiträge zu dieser
Art von Gleichgewichtstheorie geleistet.
Strategische Interaktion Bei
der Spieltheorie handelt es sich um eine mathematische Methode zur Analyse
strategischer Interaktion. Viele klassische Ansätze der
Wirtschaftswissenschaften setzen eine so große Anzahl von Akteuren voraus,
dass niemand die Reaktionen der anderen auf seine eigenen Entscheidungen
berücksichtigen muss. Oft beschreibt diese Annahme die Realität auch in
zutreffender Weise. In anderen Fällen jedoch führt sie in die Irre. Wenn
nur wenige Unternehmen einen Markt dominieren; wenn Länder sich über
handels- oder umweltpolitische Verträge einigen wollen; wenn Arbeitnehmer
und Arbeitgeber über Löhne verhandeln; wenn Regierungen Märkte
deregulieren, Unternehmen privatisieren oder wirtschaftspolitische
Maßnahmen vornehmen wollen - in all diesen Fällen muss jeder Akteur die
Erwartungen und die möglichen Reaktionen anderer Akteure auf seine
Entscheidungen berücksichtigen. Dies wird als strategische Interaktion
bezeichnet.
Schon im 19. Jahrhundert, beginnend mit Auguste Cournet
(1838), haben Wirtschaftswissenschaftler Methoden zur Analyse
strategischer Interaktion entwickelt. Diese konzentrierten sich jedoch auf
spezifische Situationen. So gab es lange Zeit keine allgemein gültige
Methode. Heute bietet der spieltheoretischer Ansatz ein allgemein
anwendbares Rüstzeug zur Analyse strategischer Interaktion. |
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