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Audit, Independence und ETF´s

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Wxpx

Audit, Independence und ETF´s

Hallo liebe Community,

ich arbeite seit ein paar Monaten im Audit FS bei einer Big4 und frage mich derzeit, ob ich mit meinen ETF Investments gegen die unterzeichnete Unabhängigkeitserklärung des Mandaten verstoße. Ich investiere in ein paar ETF´s, wovon einer zu 0,2% an dem zu prüfenden Unternehmen investiert ist. Reicht dies schon aus, damit die Unabhängigkeitserklärung nicht mehr gültig ist, da man ja keine finanziellen Interessen am zu prüfenden UN haben darf?

Wenn dies so ist, wie macht ihr das im Audit mit euren ETF´s? Gerade wenn man bei den Big4 arbeitet ist es recht schwer NICHT in ein deutsches UN zu investieren, welches in irgendeinem Dax, MDAX etc zu finden ist und man es zugleich irgendwann einmal prüfen wird bzw. gerade prüft.
Meldet ihr dies dann direkt dem Independence-Team?

Bin gespannt auf eure Antworten!
VG

antworten
know-it-all

Audit, Independence und ETF´s

Wxpx schrieb am 10.02.2020:

Meldet ihr dies dann direkt dem Independence-Team?

Bin gespannt auf eure Antworten!

Warum fragst du das Independence Team nicht einfach, ob ein passives Aktieninvestments in ETF aus Independence-Sicht problematisch ist, ob es relevante Grenzen gibt, die zu beachten sind?
Du bist ja sicher nicht der einzige Big4-ler, der in ETFs investieren möchte oder investiert ist. Allein mit _dem_ ETF-Basisinvestment MSCI World kaufst du Anteile an ~1.600 Unternehmen, darunter knapp 60 mit einer DE* ISIN, also wohl alle DAX und viele MDAX-Firmen.

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Ceterum censeo

Audit, Independence und ETF´s

Dies sollte im vorliegenden Sachverhalt keine Gefährdung der Unabhängigkeit darstellen. Im Schrifttum ist grundsätzlich von einem wesentlichen finanziellen Interesse des Abschlussprüfers erst ab einem Anteilsbesitz von unmittelbar oder mittelbar-durchgerechnet 20% der Anteile auszugehen. Diese Grenze halte ich persönlich für etwas zu hoch gegriffen, da die Unabhängigkeit idR bereits früher gefährdet sein wird.
Weiterhin sind Anteile, die mittelbar über Wertpapier-Investmentfonds & Co. (z. B. dein ETF) gehalten werden, in diese Betrachtung nicht einzubeziehen (ADS zu § 319 HGB).

Der Vollständigkeit halber weise ich jedoch auf den strafbewehrten Insiderhandel hin. Du solltest also keine nicht-öffentlichen Erkenntnisse aus deiner Prüfungstätigkeit deinen Investitionsentscheidungen zugrunde legen.
Liebe Grüße

antworten
Wxpx

Audit, Independence und ETF´s

Ceterum censeo schrieb am 11.02.2020:

Dies sollte im vorliegenden Sachverhalt keine Gefährdung der Unabhängigkeit darstellen. Im Schrifttum ist grundsätzlich von einem wesentlichen finanziellen Interesse des Abschlussprüfers erst ab einem Anteilsbesitz von unmittelbar oder mittelbar-durchgerechnet 20% der Anteile auszugehen. Diese Grenze halte ich persönlich für etwas zu hoch gegriffen, da die Unabhängigkeit idR bereits früher gefährdet sein wird.
Weiterhin sind Anteile, die mittelbar über Wertpapier-Investmentfonds & Co. (z. B. dein ETF) gehalten werden, in diese Betrachtung nicht einzubeziehen (ADS zu § 319 HGB).

Vielen Dank für die gute Antwort! Jetzt bin ich etwas beruhigter :P
LG

Der Vollständigkeit halber weise ich jedoch auf den strafbewehrten Insiderhandel hin. Du solltest also keine nicht-öffentlichen Erkenntnisse aus deiner Prüfungstätigkeit deinen Investitionsentscheidungen zugrunde legen.
Liebe Grüße

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