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Börsensteuer/Abschaffung Abgeltungssteuer

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WiWi Gast

Börsensteuer/Abschaffung Abgeltungssteuer

Im Jahr 2021 kommt die Börsensteuer mit 0.2% auf Käufe und Verkäufe. Zusätzlich ist ja sogar im Gespräch die Abgeltungssteuer abzuschaffen. Somit würde Gewinne nicht mehr mit 25% versteuert werden sondern mit dem persönlichen Steuersatz (wahrscheinlich 42%). Welche Möglichkeiten bieten sich dann noch für Vermögensaufbau? Gibt es Möglichkeiten dies zu umgehen?

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know-it-all

Börsensteuer/Abschaffung Abgeltungssteuer

Alles ziemlich spekulativ, v.a. die Abschaffung der Abgeltungssteuer wurde meines Wissens bisher nur von Parteien aus dem Mitte-Links Spektrum ins Spiel gebracht, die allein derzeit wohl keine Mehrheit haben.
Und selbst wenn - mit einer Investition in thesaurierende Fonds/ETFs, verlagerst du einen Großteil der Besteuerung nach hinten auf den Zeitpunkt der Veräußerung. Die jährliche Besteuerung durch die Vorabpauschale fällt derzeit kaum ins Gewicht.
Die Haltedauer können beim Buy & Hold Investor schnell 3 bis 4 Jahrzehnte sein und bis dahin wird sich die Besteuerung ohnehin noch einige Male ändern.
Insofern wäre eine höhere Besteuerung von Kapitalerträgen (die ja noch gar nicht entschieden ist) kein Grund damit keinen Vermögensaufbau zu betreiben.

Und zur Börsensteuer. Das ist natürlich nicht ganz so schön, denn die Kosten schmälern entsprechend die Rendite.
Man muss aber auch sagen, dass das die Trader natürlich deutlich stärker trifft, als diejenigen, die zum Vermögensaufbau ausschließlich "langweiliges" Buy & Hold betreiben.
Hier fallen dann halt in Summe über die Jahre hinweg 0,2% der gesamten Einstiegskosten als einmalige Kosten an. Davon geht die Wellt nun wirklich nicht unter, finde ich.

Solange keine dieser Maßnahmen "in Kraft" ist, braucht man auch nicht über Möglichkeiten zur Umgehung/Gestaltung/Optimierung nachzudenken oder zu spekulieren.

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WiWi Gast

Börsensteuer/Abschaffung Abgeltungssteuer

Es ist noch nichts beschlossen.

Vor 25 Jahren waren 1% Gebühren beim An- und Verkauf von Aktien üblich, zzgl. 1% Vermögensteuer p.a..

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WiWi Gast

Börsensteuer/Abschaffung Abgeltungssteuer

know-it-all schrieb am 31.08.2020:

Alles ziemlich spekulativ, v.a. die Abschaffung der Abgeltungssteuer wurde meines Wissens bisher nur von Parteien aus dem Mitte-Links Spektrum ins Spiel gebracht, die allein derzeit wohl keine Mehrheit haben.
Und selbst wenn - mit einer Investition in thesaurierende Fonds/ETFs, verlagerst du einen Großteil der Besteuerung nach hinten auf den Zeitpunkt der Veräußerung. Die jährliche Besteuerung durch die Vorabpauschale fällt derzeit kaum ins Gewicht.
Die Haltedauer können beim Buy & Hold Investor schnell 3 bis 4 Jahrzehnte sein und bis dahin wird sich die Besteuerung ohnehin noch einige Male ändern.
Insofern wäre eine höhere Besteuerung von Kapitalerträgen (die ja noch gar nicht entschieden ist) kein Grund damit keinen Vermögensaufbau zu betreiben.

Und zur Börsensteuer. Das ist natürlich nicht ganz so schön, denn die Kosten schmälern entsprechend die Rendite.
Man muss aber auch sagen, dass das die Trader natürlich deutlich stärker trifft, als diejenigen, die zum Vermögensaufbau ausschließlich "langweiliges" Buy & Hold betreiben.
Hier fallen dann halt in Summe über die Jahre hinweg 0,2% der gesamten Einstiegskosten als einmalige Kosten an. Davon geht die Wellt nun wirklich nicht unter, finde ich.

Solange keine dieser Maßnahmen "in Kraft" ist, braucht man auch nicht über Möglichkeiten zur Umgehung/Gestaltung/Optimierung nachzudenken oder zu spekulieren.

Da hast du natürlich recht. Tatsächlich ist aber im Koalitionsvertrag auch mit der CDU geschrieben, dass zumindest für Zinserträge die Abgeltungssteuer abgeschafft wird. Man kann nur hoffen, dass der Druck gegen die Abschaffung überwiegt.

Zu den thesaurierenden ETFs. In Endeffekt kommt es doch auf das gleiche raus, ob ich einmalig meine Gewinne mit 45% versteuere oder das jährlich mache?

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know-it-all

Börsensteuer/Abschaffung Abgeltungssteuer

WiWi Gast schrieb am 31.08.2020:

Da hast du natürlich recht. Tatsächlich ist aber im Koalitionsvertrag auch mit der CDU geschrieben, dass zumindest für Zinserträge die Abgeltungssteuer abgeschafft wird. Man kann nur hoffen, dass der Druck gegen die Abschaffung überwiegt.

Zumindest bei Dividenden gibt es ja immer das durchaus stichhaltige Argument der Doppelbesteuerung, da der ausgeschüttete Gewinn bereits mit Körperschaftssteuer belastet ist. Eine Besteuerung der Ausschüttung mit dem individuellen Steuersatz würde dann zu einer Gesamtbelastung von 60...70% des ursprünglichen Gewinns führen.
Das Argument zieht natürlich weniger bei Veräußerungsgewinnen durch Aktienverkäufe. Wünschenswert wäre es, wenn da eine einheitliche Regelung geschaffen würde, denn Veräußerungsgewinne von Crypto/Bitcoin werden ja auch mit dem individuellen Steuersatz versteuert, aber sind andererseits nach einer Haltedauer von >12 Monaten steuerfrei. Bei Immobilien ist die Haltefrist 10 Jahre oder so...

Wenn es nach mir ginge, würde ich Veräußerungsgewinne mit dem persönlichen Steuersatz belegen. Um den langfristigen Vermögensaufbau zu fördern, sollte die Besteuerung ab einer langen Haltedauer von 10 (?) Jahren jedoch entfallen oder zumindest wesentlich reduziert werden.
Dividenden dürfen gerne auch wie normales Einkommen mit dem individuellen Steuersatz besteuert werden, allerdings sofern die bereits abgeführten Steuern auf Unternehmensebene (pauschal) angerechnet werden können - also ähnlich wie früher bis einschl. 2008 das Halbeinkünfteverfahren.

Zu den thesaurierenden ETFs. In Endeffekt kommt es doch auf das gleiche raus, ob ich einmalig meine Gewinne mit 45% versteuere oder das jährlich mache?

Nein, das ist nicht so. Du kannst das ja mal 2 Zeitreihen ausprobieren und durchrechnen. Examplarisch bspw. mit 10 Jahren Laufzeit und einem Anfangskapital 10.000 EUR.
Im Szenario (1) werden pro Jahr 6% ausgeschüttet, mit 25% versteuert und dann wieder angelegt. Im Szenario (2) werden pro Jahr 6% Gewinn ohne Besteuerung thesauriert und der gesamte Zugewinn erst nach den 10 Jahren einmalig mit 25% besteuert.

Im Szenario (1) hast du über die 10 Jahre Bruttoausschüttungen von insgesamt 7.372 EUR erhalten (1.Jahr 600 EUR, 2.Jahr 627 EUR...10.Jahr 892 EUR). Darauf hast du insgesamt 1.843 EUR Steuern (1.Jahr 150 EUR... 10. Jahr -223 EUR) gezahlt und somit ein Endkapital von 15.529 EUR erreicht.
Im Szenario (2) hast du über die 10 Jahre brutto 7.908 EUR thesauriert (1 Jahr: 600, 2.Jahr: 636... 10.Jahr: 1.013 EUR). Einmalig werden am Ende 1.977 EUR Steuern fällig. Damit verbleibt ein Kapital von 15.931 EUR und damit mehr als in Szenario (1).
Je länger die Laufzeit, desto größer wird der Unterschied. Dieser ergibt sich daraus, dass in Szenario (2) die Zinseszinsen zunächst unversteuert ihrerseits neue Erträge erzielen können. Das ganze ist eben eine Exponentialfunktion und keine lineare. Entsprechend vergrößert sich der Unterschied auch exponential...
Im gewählten Beispiel hättest du bei 30 Jahren Laufzeit in Szenario (2) nach Endbesteuerung ein Kapital von 45.576 EUR erreicht im Vergleich mit 37.453 EUR in (1), der Unterschied beträgt dann also schon gut 8.000 EUR.

Die Betrachtung ist natürlich etwas theoretisch. Nicht berücksichtigt sind jährliche Freibeträge für Kapitaleinkünfte, die jährliche Besteuerung von thesauriedenden Fonds durch die Vorabpauschale, Änderungen der Besteuerung im Zeitverlauf etc. etc. etc.
Aber zumindest in diesem Modell ist die Stundung der Steuer bis zum Ende der Laufzeit vorteilhaft gegenüber eine regelmäßigen Steuerzahlung.

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