DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
AltersvorsorgeAltersvorsorge

Kinderabhängige Rente - Rettungsanker für das Umlageverfahren

Das Umlageverfahren in der gesetzlichen Rentenversicherung lässt sich durch eine Kombination aus einer beitragsbezogenen und einer an die Zahl der eigenen Kinder gekoppelten Rente demographiefest machen. Ein entsprechendes Modell hat jetzt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) vorgestellt.

Auswege aus der Demographiefalle
Köln, 03.05.2005 (iw) - Die gesetzliche Altersrente steht auftönernen Füßen – denn aufgrund der längeren Lebenserwartung und der niedrigen Geburtenraten müssen immer weniger Erwerbspersonen immer mehr Senioren versorgen. Die Frauen des Geburtsjahrgangs 1940 bekamen durchschnittlich zwei, die 1965 geborenen noch lediglich 1,5 Kinder. Die Eltern des Jahrgangs 1940 sind heute im Ruhestand. Ihr Nachwuchs steht im Berufsleben und zahlt Rentenbeiträge, aus denen Vaters und Mutters Rente ebenso finanziert wird wie die der vergleichsweise wenigen Kinderlosen. Wenn die Eltern des Jahrgangs 1965 im Jahr 2030 in Rente gehen, müssen im Verhältnis ein Viertel weniger Kinder für ihre Renten aufkommen. Weil die Ruhegelder aus den laufenden Einnahmen, also per Umlageverfahren finanziert werden, scheint es bisher nur drei Auswege aus dieser Demographiefalle zu geben: Entweder steigen die Beitragssätze, oder das Rentenniveau sinkt. Oder man entscheidet sich wie die Bundesregierung für eine Kombination aus beidem.

Danach soll das Bruttorentenniveau – die Standardrente vor Steuern und Sozialabgaben bezogen auf das durchschnittliche Bruttogehalt – bis zum Jahr 2030 von aktuell 48 auf 40 Prozent sinken. Der Beitragssatz soll dadurch nur moderat steigen – von derzeit 19,5 auf maximal 22 Prozent.

Als Beitragsbremse fungiert vor allem derso genannte Nachhaltigkeitsfaktor: Verschlechtert sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern, steigen die Renten nicht so stark wie die Einkommen der Erwerbstätigen. Damit können zwar die Rentenbeiträge einigermaßen in Schach gehalten werden. Aber auch Familien mit Kindern müssen die Suppe auslöffeln, die ihnen andere durch Kinderlosigkeit eingebrockt haben. Schließlich sorgen Eltern für den Nachwuchs, der die Rentenbeiträge zahlt, wenn sie selbst in den Ruhestand wechseln. Derzeit werden sie aber für die Kinderarmut anderer mit einem niedrigeren Rentenniveau bestraft. Das trifft zwar auch die Kinderlosen. Diese tragen aber weniger Erziehungskosten und können so leichter Kapital zur ergänzenden Vorsorge ansparen.

  1. Seite 1: Auswege aus der Demographiefalle
  2. Seite 2: Kinderabhängige Rentenansprüche
  3. Seite 3: Kinderrente von 243 Euro je Sprössling

Leser-Kommentare

Autor
Beitrag
WiWi Gast

Kinderabhängige Rente - Rettungsanker für das Umlageverfahren

Liebe Wiwi-Treff Redaktion,

ihr solltet das vorgestellt IW-Modell auch mal lesen, bevor ihr kritiklos den Werbetext des IW übernehmt Dann wäre euch aufgefallen, dass die Rente pro "Sprössling" 486 Euro beträgt, nicht 243 Euro - Pimpertz (der Autor) berechnet nämlich nicht die Rente pro Kind, sondern die Rente pro Rentner pro Kind. Da ein Kind im Allgemeinen 2 Elternteile mit jeweils eigenem Rentenanspruch hat, bekommt jeder 243 Euro, insgesamt also 486 Euro pro Kind. Die Renteneinsparung kommt übrigens auch nicht durch irgendwelche heroischen Refommaßnahmen zustande - vielmehr kürzt Pimpertz (der Autor) die beitragsbezogene Rente im Zeitverlauf um die Entwicklung der durchschnittlichen Kinderzahl. Folge: Selbst ein Rentner mit 2 Kindern erreicht gerade mal noch einen Rentenanspruch von 75% eines heutigen Eckrentners - sehr familienfreundlich ist das bei näherer Betrachtung nicht

antworten
Forendiskussion lesen

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Altersvorsorge

Eine Seniorin mit lila Jacke geht spazieren.

Gender Pension Gap: Frauen liegen bei den Renten weit zurück

Nicht nur bei den Löhnen liegen Frauen nach wie vor zurück, auch in puncto Altersversorgung sind Frauen deutlich schlechter aufgestellt. Das liegt insbesondere an den geringeren Arbeitsentgelten von Frauen. Hinzu kommt, dass Frauen öfter ihre Erwerbtätigkeit für den Familienzuwachs unterbrechen. Das Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hat dafür geschlechtsspezifische Unterschiede bei der gesetzlichen Rente analysiert und den sogenannten Gender Pension Gap ermittelt.

Ein spanischer Stier aus Metall steht für Konjunktur und den Ifo-Geschäftsklimaindex.

Private Altersvorsorge: Rentenlücke mit Aktien schließen

„Altersvorsorge in Deutschland – Ohne Aktien geht es nicht“: Das ist das Ergebnis der Studie „Lebensstandard im Alter sichern – Rentenlücke mit Aktien schließen“. Die Studie zeigt langfristige Renditevorteile von Aktien für die private Altersvorsorge und zeigt an Länder-Beispielen, wie ihre Systeme der Altersvorsorge mithilfe von Aktien erfolgsversprechend sind.

Das Wort ALTERSVORSORGE auf einer Kreidetafel geschrieben.

Altersvorsorge: 700.000 Selbständige sorgen nicht ausreichend für das Alter vor

Gut jeder zweite Selbständige in Deutschland zahlt nicht regelmäßig in eine gesetzliche Rentenversicherung oder ein berufsständisches Versorgungswerke ein. Viele sorgen jedoch privat für das Alter vor. So hat mehr als die Hälfte dieser Selbständigen eine Kapitallebensversicherung oder eine private Rentenversicherung. Oft ist zudem Immobilienvermögen und Anlagevermögen vorhanden. Dennoch sorgen insgesamt etwa 700.000 Selbständige nicht ausreichend für das Alter vor.

Weiteres zum Thema Altersvorsorge

Beliebtes zum Thema Gehalt

Titelblatt StepStone Gehaltsreport 2017

StepStone Gehaltsreport 2017: Was Fach- und Führungskräfte mit Wirtschaftsstudium verdienen

In Deutschland verdienen Fachkräfte und Führungskräfte durchschnittlich 57.100 Euro. Akademiker verdienen im Schnitt 37 Prozent mehr. Mit einem Wirtschaftsstudium beträgt das Brutto-Jahresgehalt inklusive variablem Anteil in "BWL, VWL und Wirtschaftswissenschaften" im Schnitt 65.404 Euro, in Wirtschaftsinformatik 68.133 Euro und in Wirtschaftsingenieurwesen sogar 70.288 Euro.

Titelblatt StepStone Gehaltsreport 2017

Absolventen-Gehaltsreport 2017: Wirtschaftsingenieure mit 48.200 Euro die Spitzenverdiener

Die Wirtschaftsingenieure verdienen unter den Absolventen der Wirtschaftswissenschaften mit durchschnittlich 48.238 Euro am meisten. Auch bei den Einstiegsgehältern aller Studiengänge liegen die Wirtschaftsingenieure hinter den Medizinern auf Rang zwei im StepStone Gehaltsreport für Absolventen 2017. Wirtschaftsinformatiker erhalten 45.449 Euro, Absolventen der BWL, VWL und Wirtschaftswissenschaften steigen mit 42.265 Euro ein.

Ein aufgeschlagener Atlas, alte Bücher und eine Tasse.

Gehaltsatlas 2016: Berufseinsteiger mit BWL-Abschluss verdienen durchschnittlich 43.788 Euro

Akademische Berufseinsteiger mit einem Abschluss in Betriebswirtschaftslehre verdienen aktuell rund 43.800 Euro im Jahr. Das ist knapp unter dem deutschen Durchschnittsgehalt junger Akademiker mit 45.397 Euro im Jahr. Am besten verdienen BWL-Absolventen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. In welchen Städten akademischen Berufseinsteigern am meisten gezahlt wird, zeigt der diesjährige Gehaltsatlas 2016 von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) und Gehalt.de.

OECD-Datenbank zu Wohnkosten in Deutschland

Die Deutschen geben rund 20 Prozent ihres Einkommens für die Miete oder Hypotheken aus. Damit liegen die Wohnkosten in Deutschland im OECD-Schnitt. Schwerer belastet sind einkommensschwache Haushalte, die rund 27 Prozent ihres Einkommens für Mieten aufwenden müssen. Die interaktive OECD-Datenbank zu Wohnkosten veranschaulicht im Ländervergleich die Unterschiede in Eigentum vs. Miete, Wohnverhältnisse, Wohngeld und sozialer Wohnungsbau.

Feedback +/-

Feedback