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Niedrigzinsen bedrohen die Zahlungsfähigkeit von Rentenfonds und Versicherern

Die anhaltend niedrigen Zinsen bergen für Rentenfonds und Versicherer erhebliche längerfristige Risiken. Der “OECD Unternehmens- und Finanzausblick” fürchtet, dass Renten- und Lebensversicherer die Renditeversprechen aus Zeiten mit hohen Zinsen nur dann gewährleisten können, wenn sie auf ertragsstarke Anlagen ausweichen. Damit verbunden seien höhere Risiken bis hin zur Insolvenz einzelner Unternehmen.

OECD Unternehmens-und-Finanzausblick 2015

Niedrigzinsen bedrohen die Zahlungsfähigkeit von Rentenfonds und Versicherern
Paris/Berlin, 29.06.2015 (oecd) - Die anhaltend niedrigen Zinsen bergen für Rentenfonds und Versicherer erhebliche längerfristige Risiken. Der “OECD Unternehmens- und Finanzausblick”, die erste Ausgabe in einer neuen Publikationsreihe der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, fürchtet, dass Renten- und Lebensversicherer die Renditeversprechen aus Zeiten mit hohen Zinsen nur dann gewährleisten können, wenn sie auf ertragsstarke Anlagen ausweichen. Damit verbunden seien höhere Risiken bis hin zur Insolvenz einzelner Unternehmen.

“Um die Herausforderungen zu meistern, vor der wir als alternde Gesellschaften stehen, müssen wir unsere Mittel weltweit in die produktivsten Investitionen stecken, dürfen aber keine überhöhten Risiken eingehen”, sagte OECD Generalsekretär Angel Gurría bei der Vorstellung des Berichts in Paris. “Vor allem müssen wir die Fähigkeit unseres Finanzsystems stärken, Schocks abzufedern und die Finanzblasen und Crashs vergangener Jahrzehnte zu vermeiden.”

Der Bericht sieht auch eine Gefahr darin, dass Unternehmen ihren Aktionären Auszahlungen durch Dividenden und Aktienrückkäufe zukommen lassen, um kurzfristig die Rendite zu steigern. Das führe dazu, dass das Kapital nicht reinvestiert werde. Dieser Trend sei schädlich für innovationsfördernde Investitionen und für das Produktivitätswachstum. Auch die größere Hebelung und die risikoreichere Investition in hochverzinsliche und komplexe Finanzprodukte sieht der Bericht mit Sorge. Bis 2019 werden Rentenfonds in der OECD um gut ein Viertel wachsen – von 28,4 Billionen US-Dollar im Jahr 2014 auf 35,8 Billionen US-Dollar. Das Kapital von Versicherungsgesellschaften wird im gleichen Zeitraum von 28,2 Billionen US-Dollar auf 37,7 Billionen steigen (33%), und Investitionsfonds werden um ganze 38 Prozent zulegen, von 33,4 Billionen US-Dollar auf 46,1 Billionen.

Rentenfonds und Versicherer könnten Probleme bekommen, da auslaufende Hochzinsanleihen in ihren Portfolios bei Wiederanlage nur durch Papiere mit niedrigerem Zins ersetzt werden können. Niedrigere Zinseinnahmen wiederum führen zu niedrigeren Ausschüttungen der Rentenfonds, die in der Regel mindestens 40 Prozent ihres Kapitals in festverzinslichen Wertpapieren halten. Bleiben die Zinsen so niedrig wie heute könnten sich einige Versicherer gezwungen sehen, die Garantieversprechen bei neuen Verträgen weiter herabzusetzen und in riskantere Anlagen zu gehen. Solche Strategien bergen große Risiken. Der Bericht ruft Regulierer und Politiker dazu auf, wachsam zu bleiben und einer überzogenen Jagd nach Renditen notfalls den Riegel vorzuschieben.

Der “OECD Unternehmens- und Finanzausblick” analysiert auch den Aufstieg von “Schattenbanken” und den Einfluss von Finanzsektor-Reformen seit der Krise. Er kommt zu dem Schluss, dass die Risiken der Branche noch immer nicht genügend eingepreist seien und dass noch einiges passieren müsse, damit das System in Zukunft besser für Schocks gerüstet sei.  So sei es wichtig, eine starke Kapitalbasis von Banken sicherzustellen und wesentliche Firmen der Branche zu entflechten, indem etwa Investitionsbankengeschäfte von traditionelleren Einlagengeschäften getrennt würden. Daneben seien politische Maßnahmen gefragt, um bedenklich hohe Verschuldungsgrade zu beschränken.

Andere Kapitel des Bericht beschäftigen sich mit Banken- und Kapitalmarktfinanzierungen kleiner und mittelständischer Unternehmen; mit multinationalen Unternehmen in einer sich verändernden globalen Geschäftswelt; mit marktgestützter Finanzierung  von Unternehmensinvestitionen und schließlich mit wettbewerbsfördernden politischen Reformen für Investitionen und Wachstum.
 

OECD Unternehmens- und Finanzausblick 2015

 




Zum OECD Business and Finance Outlook 2015
http://www.keepeek.com/oecd-business-and-finance-outlook-2015

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