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Bei Vermögenspreisblasen wenig Spielraum für Geldpolitik

Ein massiver Kurssturz wie jüngst an der Börse von Shanghai wirft die Frage auf, ob ein rechtzeitiges Gegensteuern durch Zentralbanken dem Entstehen von Vermögenspreisblasen an den Märkten entgegenwirken kann.

Bei Vermögenspreisblasen wenig Spielraum für Geldpolitik
Mannheim, 06.03.2007 (zew) - Ein massiver Kurssturz wie jüngst an der Börse von Shanghai wirft die Frage auf, ob ein rechtzeitiges Gegensteuern durch Zentralbanken dem Entstehen von Vermögenspreisblasen an den Märkten entgegenwirken kann. Einer Befragung von rund 270 Finanzmarktexperten durch das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, im Februar 2007 zufolge hat ein solches Unterfangen wenig Aussicht auf Erfolg.



Nach Ansicht einer Mehrheit von 68 Prozent der befragten Experten ist es wenig aussichtsreich, wenn die Zentralbank bereits beim Entstehen einer Vermögenspreisblase mit leicht steigenden Zinsen gegensteuert. So sieht ein Teil der Befragten das Problem darin, dass Blasen durch irrationalen Überschwang der Investoren begründet sind und dass daher die Wirksamkeit geldpolitischer Maßnahmen gering ist. Ein anderer Teil der Befragten ist der Ansicht, dass Zentralbanken ungerechtfertigte Preissteigerungen nicht besser identifizieren können als alle anderen Marktteilnehmer und daher gar nicht im Voraus handeln können. Ein weiterer Teil der Befragten denkt, dass sich selbst ein geringer Zinsanstieg von ein oder zwei Prozentpunkten auf Inflation und Konjunktur negativ auswirken würde, während gleichzeitig massive Aktienkurssteigerungen dadurch kaum beeinträchtigt würden. Lediglich rund 32 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass eine richtige Diagnose von Blasen oder eine geldpolitische Prävention möglich sind.

Eine andere Strategie für die Zentralbank ist es abzuwarten, bis die Vermögenspreisblase platzt. Sie könnte dann durch ein stärkeres Senken der Zinsen versuchen, die Konsequenzen des Aufbrechens der Blase zu mildern. Über die Richtigkeit dieser Strategie sind sich die Experten nicht einig. Knapp die Hälfte der Befragten würde ein solches Verhalten befürworten, die andere Hälfte sieht hingegen die Gefahr, dass das die Investoren zu unvorsichtigem und risikofreudigem Verhalten im Vorfeld verleiten könnte.

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