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Arbeitsleben & HR-NewsPersonalzusatzkosten

Personalzusatzkosten haben 2004 neues Rekordniveau erreicht

In Westdeutschland schlugen die Personalzusatzkosten je Vollzeitarbeitnehmer durchschnittlich mit 22.720 Euro zu Buche, im Osten mit 13.800 Euro.

Die Inschrift Record auf Stein.

Personalzusatzkosten haben 2004 neues Rekordniveau erreicht
Köln, 24.05.2005 (iwd) - Wenn über die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands diskutiert wird, wird oft die Bürde verkannt, die die hohen Personalzusatzkosten dem heimischen Standort auferlegen – zumal der Kostenblock neben den Sozialversicherungsbeiträgen aus vielen weiteren Bausteinen besteht. Ob diese zuletzt insgesamt schwerer oder leichter wurden, ist allerdings eine Frage der Perspektive. Im Jahr 2004 kletterten die durchschnittlichen Personalzusatzkosten je Mitarbeiter im Produzierenden Gewerbe um 1,7 Prozent auf 22.720 Euro. Da jedoch das Entgelt für geleistete Arbeit um 2,3 Prozent stieg, ging die Zusatzkostenquote – die Personalzusatzkosten bezogen auf das Direktentgelt – binnen Jahresfrist von 78,2 auf 77,7 Prozent zurück.

Einer der Hauptgründe hierfür war der gesunkene Krankenstand. Dieser sorgte dafür, dass die Unternehmen 2004 je 100 Euro Direktentgelt im Mittel nur noch 3,60 Euro für die Lohnfortzahlung aufbringen mussten – nach 3,80 Euro im Jahr zuvor. In gleichem Maße reduzierten sich die sonstigen Personalzusatzkosten – vor allem wegen der verringerten Zahl von Entlassungen und den damit verbundenen Abfindungen. Etwas schwerer wog zuletzt nur die betriebliche Altersversorgung.

In Ostdeutschland erhöhten sich die Zusatzkosten 2004 um 2,1 Prozent auf 13.800 Euro je Beschäftigten. Die Zusatzkostenquote verringerte sich dennoch – um 0,3 Punkte auf 66,6 Prozent. Damit blieb aber auch das West-Ost-Gefälle erhalten: Der Abstand zwischen den Quoten beträgt nach wie vor mehr als 11 Prozentpunkte. Je Mitarbeiter fielen in der ostdeutschen Industrie 2004 fast 40 Prozent weniger Personalzusatzkosten an als in den alten Ländern, während der Osten beim Direktentgelt nur um knapp 30 Prozent günstiger war.

Auch für dieses Jahr dürfen die Betriebe auf eine kleine Entlastung hoffen. So werden zum 1. Juli das Krankengeld und der Zahnersatz aus der gemeinsamen Finanzierung von Arbeitgebern und -nehmern herausgenommen. Im Jahresschnitt senkt dies die Zusatzkostenquote aber nur um 0,3 Prozentpunkte.

Personalzusatzkosten in der deutschen Wirtschaft
in: IW-Trends 2/2005

Personalzusatzkosten
Dazu zählen alle Entgeltbestandteile, die nicht direkt von der geleisteten Arbeit abhängen: zum einen das Gehalt, das an Urlaubs- und Feiertagen sowie bei Krankheit weitergezahlt wird, und Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld. Zum anderen sind das die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber, die betriebliche Altersversorgung und z.B. Entlassungsentschädigungen. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln schreibt die vom Statistischen Bundesamt alle vier Jahre erhobenen Personalzusatzkosten jährlich fort.

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