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BCG-Studie: Frühzeitig Talentmangel vorbeugen statt blindem Personalabbau

Nur 15 Prozent der europäischen Unternehmen planen ihren Personalbestand mehr als drei Jahre im Voraus. Viele übersehen dabei die Gefahr, schon bald ohne die dringend benötigten Fach- und Führungskräfte dazustehen.

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BCG-Studie: Frühzeitig Talentmangel vorbeugen statt blindem Personalabbau
München, 18.06.2009 (bcg) - Nur 15 Prozent der europäischen Unternehmen planen ihren Personalbestand mehr als drei Jahre im Voraus. Viele übersehen dabei die Gefahr, schon bald ohne die dringend benötigten Fach- und Führungskräfte dazustehen - einerseits aufgrund der sinkenden Geburtenrate, andererseits, weil immer mehr Vertreter der Babyboomer-Generation in Ruhestand gehen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie »Creating People Advantage - How to Tackle the Major HR Challenges During the Crisis and Beyond«, für die The Boston Consulting Group  (BCG) gemeinsam mit der European Association for People Management (EAPM) eine Umfrage unter mehr als 3.300 Personalmanagern in 33 europäischen Ländern sowie über 100 Interviews mit Führungskräften europäischer Großunternehmen, darunter elf DAX-Personalvorständen, durchführte. Bereits seit 2007 untersuchen BCG und EAPM gemeinsam aktuelle und künftige Herausforderungen des Personalwesens.

Nicht einmal 47 Prozent der europäischen Unternehmen planen ihren Personalbestand mehr als ein Jahr im Voraus. Dabei sollten die Unternehmen gerade jetzt ihren Personalbedarf in den einzelnen Qualifikationsgruppen anhand verschiedener Umsatzszenarien simulieren, um krisenbedingte Ad-hoc-Aktionen zu vermeiden und stattdessen ihre Personalmaßnahmen wie Personalabbau, Rekrutierung, Ausbildung und gezielte Qualifizierung systematisch abzuleiten. »In zehn Jahren werden qualifizierte Mitarbeiter eine knappe Ressource für Unternehmen sein«, sagt Rainer Strack, Geschäftsführer im Düsseldorfer BCG-Büro. »Da in vielen Unternehmen große Zukunftssorgen vorherrschen, brauchen HR-Abteilungen gerade jetzt ein strategisches Personalplanungsinstrument als Kompass.«

Den größten Handlungsbedarf sehen die HR-Verantwortlichen in nahezu allen europäischen Ländern beim Talentmanagement - wie auch schon in der von BCG und EAPM vor zwei Jahren durchgeführten vergleichbaren Umfrage. »Dieses Thema ist für Unternehmen sowohl heute als auch in Zukunft lebenswichtig - und das ist ihnen bewusst. Andere Themen hingegen, wie zum Beispiel Mitarbeiterengagement oder Corporate Social Responsibility, werden von ihnen heutzutage häufig als unwichtig wahrgenommen - und krisenbedingt in ihrer Bedeutung eventuell unterschätzt«, sagt Gerold Frick, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e. V. (DGFP), der deutschen Fachorganisation unter dem Dach der EAPM.

Von den 21 Personalthemen, die die Führungskräfte im Rahmen der Studie bewerteten, stellte sich bei sieben Themen der größte Handlungsbedarf heraus: Talentmanagement, Führungskräfteentwicklung, Mitarbeiterengagement, strategische Personalplanung, Messung der Mitarbeiter-Performance, Change-Management und lernende Organisation. Führungskräfteentwicklung und Mitarbeiterengagement werden dabei deutlich wichtiger eingeschätzt als noch im Jahr 2007. Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Situation müssen Führungskräfte beweisen, dass sie auch bei stürmischem Wetter führen und ihre Mitarbeiter motivieren können. 

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2 Kommentare

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