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Arbeitsvertrag & -rechtAV

Bewerber haben nur selten Einfluss auf ihre Arbeitsverträge

Stellenbewerber können nur sehr selten Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung ihrer Arbeitsverträge nehmen. Das ist das Ergebnis einer neuen Befragung, die das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung unter mehr als 1000 Personalverantwortlichen angestellt hat.

Papier und Stifte liegen auf einem Schreibtisch.

Bewerber haben nur selten Einfluss auf ihre Arbeitsverträge
Bonn, 25.07.2007 (idw) - Stellenbewerber können nur sehr selten Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung ihrer Arbeitsverträge nehmen. Das ist das Ergebnis einer neuen Befragung, die das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung unter mehr als 1000 Personalverantwortlichen angestellt hat. »In der Regel sind Bewerberinnen und Bewerber gezwungen, die ihnen im Vertrag vorgelegten Arbeitsbedingungen zu akzeptieren«, sagt Prof. Dr. Heide Pfarr, Arbeitsrechtlerin und Wissenschaftliche Direktorin des WSI. »Die These, dass sich im Einstellungsgespräch zwei gleichwertige Verhandlungspartner gegenübersitzen, ist damit widerlegt.« Vorschläge, arbeitsrechtliche Schutzvorschriften wie den Kündigungsschutz zu Gunsten »freiwilliger Vereinbarungen« zu schwächen, gingen offensichtlich von unrealistischen Voraussetzungen aus. »Die meisten Beschäftigten dürften wenig Chancen haben, sich frei zu entscheiden«, sagt Professorin Pfarr.

Die Wissenschaftlerinnen des WSI ließen Anfang 2007 gut 1000 Personalverantwortliche aller Wirtschaftszweige und Betriebsgrößen interviewen. Die Personaler wurden gefragt, ob sie mit zukünftigen Arbeitnehmern über deren Arbeitsverträge verhandeln - und, falls ja, ob die Verträge im Zuge solcher Verhandlungen geändert würden. Ergebnis: In lediglich 25 Prozent aller befragten Betriebe, die in den vergangenen drei Jahren Nicht-Akademiker eingestellt hatten, wurden Arbeitsverträge immer, meistens oder in etwa der Hälfte der Fälle geändert. Bei weiteren 12 Prozent der Betriebe gab es nur selten Änderungen. Eine deutliche Mehrheit von 60 Prozent der Personaler gab an, Arbeitsverträge würden bei der Einstellung nie geändert.

Fachhochschul- oder Hochschulabsolventen konnten in 43 Prozent der Betriebe erfolgreich über ihre Anstellungsbedingungen verhandeln. So hoch war der Anteil der Personalverantwortlichen, die angaben, bei Akademikern die Arbeitsverträge immer, meistens oder in etwa der Hälfte der Fälle zu ändern. Diese höher Qualifizierten machen jedoch lediglich gut 14 Prozent der abhängig Erwerbstätigen aus. Kleinbetriebe mit 1 bis 19 Beschäftigten verhandeln häufiger über Vertragsinhalte als Große. 96 Prozent aller Betriebe mit mindestens 200 Beschäftigten verhandeln bei der Einstellung von Nicht-Akademikern nie beziehungsweise ändern so gut wie nie Arbeitsverträge. Auch Akademiker haben in 73 Prozent der befragten Großbetriebe kaum eine Chance, dass auf ihre Vorstellungen eingegangen wird. Die meisten Beschäftigten in Deutschland arbeiten in mittleren und großen Betrieben.  

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12 Kommentare

Niedriges Gehalt gekoppelt mit Firmenwagen

PFP

Wenn man viel fährt, ist die Tankkarte viel Wert. Bei 25k privaten Kilometer im Jahr und schwerem Fuß spart das gut Geld.

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Vereinbarte Gespräche führen obwohl bereits Angebot erhalten?

WiWi Gast

Ich würde auch mich entscheiden und die anderen nicht machen. Am Ende weißt du nicht wie du dich zu entscheiden hast und verbockst beide Stellen

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Befristet oder Unbefristet?!

WiWi Gast

Würde ich frühestens nach Ende der Probezeit ansprechen. Noch können sie Dich kurzfristig entlassen, nach den sechs Monaten ist das rechtlich an ganz andere Auflagen geknüpft. Sollte es ein Versehen s ...

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Wie lange auf Vertrag warten?

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Und hast du ihn mittlerweile?

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