DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Arbeitsvertrag & -rechtMZ

Zusage am Telefon verbindlich?

Autor
Beitrag
WiWi Gast

Zusage am Telefon verbindlich?

Hi,

habe eine Zusage für eine Stelle per Telefon bekommen. Dabei wurden auch alle Rahmenbedingungen wie Gehalt, Urlaub, Arbeitszeiterfassung etc. besprochen.

Am Ende des Telefonats sagte die Personalerin, dass meine mündliche Zusage nun "in gewisser Weise" verbindlich sei "auch wenn es mit einem Beweis schwierig wäre, außer man hätte Zeugen". Ist doch totaler Schwachsinn oder? Und unseriös obendrein! Solange es nichts Schriftliches gibt, kann ich die doch nach Belieben in die Wüste schicken oder?

Oder was wäre wenn die Personalerin ein paar Zeugen hätte, die beim Telefonat zugehört haben?

Habe nämlich noch andere, bessere Eisen im Feuer, wo ich zeitnah noch Bescheid bekomme.

antworten
WiWi Gast

Re: Zusage am Telefon verbindlich?

In Deutschland herrscht Formfreiheit für fast alle Verträge. Arbeitsverträge können mündlich geschlossen werden.

Lounge Gast schrieb:

Hi,

habe eine Zusage für eine Stelle per Telefon bekommen. Dabei
wurden auch alle Rahmenbedingungen wie Gehalt, Urlaub,
Arbeitszeiterfassung etc. besprochen.

Am Ende des Telefonats sagte die Personalerin, dass meine
mündliche Zusage nun "in gewisser Weise"
verbindlich sei "auch wenn es mit einem Beweis schwierig
wäre, außer man hätte Zeugen". Ist doch totaler
Schwachsinn oder? Und unseriös obendrein! Solange es nichts
Schriftliches gibt, kann ich die doch nach Belieben in die
Wüste schicken oder?

Oder was wäre wenn die Personalerin ein paar Zeugen hätte,
die beim Telefonat zugehört haben?

Habe nämlich noch andere, bessere Eisen im Feuer, wo ich
zeitnah noch Bescheid bekomme.

antworten
WiWi Gast

Re: Zusage am Telefon verbindlich?

Ist überhaupt kein Schwachsinn, sondern korrekt. Deine Zusage ist verbindlich.
Eine ganz andere Frage ist, was dann daraus wird. Je nachdem wie wichtig der Firma das ganze ist können Sie dich in Regress nehmen. Wenn Sie den Besetzungsprozess neu starten müssen zum Beispiel. Wenn sie nachweisen können, dass ihnen ein konkreter Schaden entstanden ist (bspw. Headhunterkosten), können sie sich das bei dir holen.

Und noch etwas zur Beweisbarkeit: "Aussage gegen Aussage" zählt nicht, da entscheidet der Richter, wem er in diesem Fall glaubt. Und das dürfte ziemlich klar sein, immerhin hat die Firma kein Interesse irgendeinem Bewerber etwas anzuhängen.

antworten
WiWi Gast

Re: Zusage am Telefon verbindlich?

Blabla muss sich um einen ziemlichen prekären Job handeln, wenn man schon bei der Zusage so hadert

antworten
WiWi Gast

Re: Zusage am Telefon verbindlich?

Leute, Leute, ihr seht vor lauter Wald die Bäume nicht mehr ;)

Falls der TE wieder abspringen möchte, kann er das folgendermaßen machen:

Ruf deinen Ansprechpartner an und erkläre ihm, dass du die Stelle doch nicht mehr antreten möchtest und warum, entschuldige dich dafür. In 90% der Fälle wird das ohne Folgen bleiben.

Falls sie dir dann aber doch mit rechtlichen Konsequenzen drohen sollten, dann sag ihnen einfach, dass du den Vertrag dann eben doch unterschreibst aber am ersten Arbeitstag gleich wieder kündigen wirst. In der Probezeit kannst du nämlich ohne Angabe von Gründen mit einer zweiwöchigen Frist kündigen.

Das Ganze aber nur mündlich am Telefon und bloß nicht schriftlich! Sonst könnten sie dir irgendetwas Vorsätzliches anhängen.

Glaub mir, spätestens dann lassen sie dich in Ruhe.

antworten
WiWi Gast

Re: Zusage am Telefon verbindlich?

Das war nicht die ursprüngliche Frage. Bei einem mündlichen Vertrag kann er auch vor Antritt kündigen da dies wohl kaum ausgeschlossen wurde.

Lounge Gast schrieb:

Leute, Leute, ihr seht vor lauter Wald die Bäume nicht mehr ;)

Falls der TE wieder abspringen möchte, kann er das
folgendermaßen machen:

Ruf deinen Ansprechpartner an und erkläre ihm, dass du die
Stelle doch nicht mehr antreten möchtest und warum,
entschuldige dich dafür. In 90% der Fälle wird das ohne
Folgen bleiben.

Falls sie dir dann aber doch mit rechtlichen Konsequenzen
drohen sollten, dann sag ihnen einfach, dass du den Vertrag
dann eben doch unterschreibst aber am ersten Arbeitstag
gleich wieder kündigen wirst. In der Probezeit kannst du
nämlich ohne Angabe von Gründen mit einer zweiwöchigen Frist
kündigen.

Das Ganze aber nur mündlich am Telefon und bloß nicht
schriftlich! Sonst könnten sie dir irgendetwas Vorsätzliches
anhängen.

Glaub mir, spätestens dann lassen sie dich in Ruhe.

antworten
WiWi Gast

Re: Zusage am Telefon verbindlich?

Das Angebot als solches ist gültig. Fraglich ist an dieser Stelle, ob dadurch ein Vertrag zustande gekommen ist, denn dazu müsstest du auch das Angebot angenommen haben. Das mit den Headhunterkosten ist natürlich kompletter Quatsch, denn wenn eine Firma einen Headhunter bezahlt, bevor das Ding in trockenen Tüchern ist, ist sie selbst schuld.

Die Fage ist natülich - und diese kann der TE für sich selbst beantworten- ob es sich um ein vertrauenswürdiges Unternehmen handelt, denn tatsächlich kann die Firma dann einfach kein schriftliches Angebot machen und erklär das mal dem Richter, dass dir der Job versprochen wurde und du ihn jetzt unbedingt machen willst..

An deiner Stelle würde ich nach anderen Angeboten Ausschau halten und wenn ein anderes heißes Eisen glüht, dort zuschlagen! Die Veträge mündl/schrift sind zwar gleichwertig, wenn man aber was sicheres schriftlich hat, ist es um Weiten besser.

antworten
WiWi Gast

Re: Zusage am Telefon verbindlich?

Oha, da sind mal wieder einige Hobby-Juristen unterwegs.

Wenn eine Personalerin schon so "Druck" aufbaut, ist das kein seriöses Unternehmen.

Notfalls antreten und am ersten Tag innerhalb der Probezeit (i.d.R. 2 Wochen) kündigen, dann ist das Unternehmen noch einen halben Monatslohn los.

antworten
WiWi Gast

Re: Zusage am Telefon verbindlich?

Lieber Fragesteller,

ich bin Personaler.
Bitte merken Sie sich eines und damit werden Sie in der heutigen Geschäftswelt sehr gut fahren:

Das gesprochene Wort ist schneller vergessen, als der Film von gestern Abend. Wer etwas werden will, lässt sich alles schriftlich fixieren.

Damit haben Sie Ihre Antwort. Ihnen wird rechtlich gar nichts passieren, wenn Sie sich nicht unbedingt extrem dumm anstellen.

Ihr Personaler

antworten

Artikel zu MZ

Vergütung von Reisezeiten bei Auslandsentsendung

Geschäftsreisen: Wartebereich am Flughafen - Das Warten zählt laut Urteil des Bundesarbeitsgerichts zur Arbeitszeit

Entsendet der Arbeitgeber den Arbeitnehmer vorübergehend zur Arbeit ins Ausland, sind die für Hinreise und Rückreise erforderlichen Zeiten wie Arbeitszeit zu vergüten. So lautet das aktuelle Urteil 5 AZR 553/17 des Bundesarbeitsgerichts vom 17. Oktober 2018.

Kostenloser Muster-Aufhebungsvertrag der IHK

Der Schriftzug Recht zum Thema Muster-Aufhebungsvertrag.

Ein Aufhebungsvertrag löst einen Arbeitsvertrag auf und beendet das Arbeitsverhältnissen. Im Gegensatz zu einer Kündigung wird das Arbeitsverhältnis von beiden Seiten, also Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichzeitig beendet. Durch Aufhebungsverträge wird der Kündigungsschutz im Arbeitsrecht umgangen. Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main bietet als Microsoft Word Vorlage zum kostenlosen Download einen Muster-Aufhebungsvertrag an.

Der Arbeitsvertrag

Ein Kugelschreiber liegt auf einem Holzuntergrund.

Der Arbeitsvertrag regelt die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien. Die schriftliche Ausarbeitung des Arbeitsvertrags hilft Missverständnisse auszuschließen und beugt späteren Streitigkeiten vor.

Probezeit – Tipps für den erfolgreichen Start

Der erste Arbeitstag rückt näher und Fragen kommen auf: Werde ich mich integrieren können? Welche Anforderungen kommen auf mich zu? In der Probezeit müssen sich Arbeitnehmer behaupten, aber auch herausfinden, ob die Position im Unternehmen das Richtige ist. Der WiWi-Treff befasst sich im Teil 2 mit interessanten Tipps für den erfolgreichen Start in die Probezeit.

Probezeit – arbeitsrechtliche Grundlagen

Werde ich mit den neuen Aufgaben zurechtkommen? Kann ich mich in das Team integrieren? Vor dem ersten Arbeitstag ist die Aufregung groß – denn nun heißt es, ab ins kalte Wasser und sich behaupten. Die Probezeit ist ideal, sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer, im Unternehmen seinen Platz zu finden oder nicht. Der WiWi-Treff befasst sich im Teil 1 mit relevanten arbeitsrechtlichen Grundlagen und Pflichten die das Thema Probezeit umfassen.

Weiterbildung: Rückzahlung von Weiterbildungskosten bei Kündigung des Arbeitsverhältnisses

Eine weiße Tür mit der Aufschrift Schulungsraum.

Die Vereinbarung von Rückzahlungskosten in Verträgen unterliegen einer Angemessenheitskontrolle. Beim vorzeitigem Beenden einer Ausbildung wollen somit viele Arbeitgeber die Ausgaben zurückerstattet bekommen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat dennoch entschieden, dass diese Rückzahlungsklauseln an sehr strenge Voraussetzungen geknüpft sind und somit oft als unwirksam gelten.

Arbeitsrecht: Rechte der Schwerbehindertenvertretung bei Besetzung von Führungsstellen

Ein Fahrstuhl mit einem Symbol für einen Personen- und einen Behindertentransport.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat entschieden: Bei der Besetzung einer Führungsposition muss die Schwerbehindertenvertretung nicht immer am Besetzungsverfahren beteiligt werden. Es sei denn, dass die Führungsanforderungen auch schwerbehindertenspezifische Aufgaben – wie die Gestaltung von behinderungsgerechten Arbeitsplätzen - beinhaltet.

Arbeitsvertrag: Textform ersetzt Schriftform – SMS und E-Mail werden rechtskräftig

Eine Hand hält ein Smartphone.

In Zeiten der Digitalisierung ändert sich auch die Kommunikation im Büro. Viele wünschen sich die Forderung nach einer Gehaltserhöhung oder einem Freizeitausgleich per SMS an den Arbeitgeber zu schicken – ist das möglich? Tatsächlich ist dieser Tatbestand seit dem 01. Oktober 2016 rechtskräftig. Durch das Inkrafttreten der Änderungen im deutschen Vertragsrecht ist es ab sofort möglich, Ansprüche auch per Textform gelten zu machen. Dabei muss aber der Unterschied zwischen der „Textform“ und der altbekannten „Schriftform“ beachtet werden. Und reicht die Textform auch bei einer Kündigung aus?

Probezeit: Vorausgegangenes Praktikum zählt nicht zur Probezeit einer Berufsausbildung

Gebäude des Bundesarbeitsgerichtes

Viele beginnen vor einer Berufsausbildung ein Praktikum im Unternehmen. Kann so ein vorangegangenes Praktikum als Probezeit im Anschluss angerechnet werden? Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat dazu entschieden: Ein vorausgegangenes Praktikum gilt nicht als Probezeit in einer anschließenden Berufsausbildung.

Anspruch auf Weihnachtsgeld bei gekündigtem Arbeitsverhältnis

In der Regel steht in vielen Arbeits- und Tarifverträgen geschrieben, dass nur ein Anspruch auf Weihnachtsgeld besteht, wenn sich das Arbeitsverhältnis bei der Auszahlung oder zu einem Stichtag in einem unkündbaren Zustand befindet. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat entschieden, dass ein Weihnachtsgeldanspruch maßgeblich von der Höhe und wofür abhängt.

Firmenwagen: Kein Anspruch auf private Dienstwagennutzung bei längerer Arbeitsunfähigkeit

Der vordere Innenraum eines Audis.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat entschieden: Ist ein Arbeitnehmer dauerhaft erkrankt, darf der Arbeitgeber ihm den Firmenwagen entziehen. Die private Nutzung von Dienstwagen gilt als geldwerter Vorteil und an erbrachter Arbeitsleistung gekoppelt.

Arbeitsvertrag: Bonuszahlungen bei Investmentbank sind nicht immer verpflichtend

Investmentbanking, Investment Banking, Investment Bank, Investmentbank, IB, M&A,

Haben Investmentbanker das Recht Bonuszahlungen einzustreichen, auch wenn sich das Unternehmen in einer wirtschaftlichen Krise befindet? Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat entschieden: Ob eine Bonuszahlung erfolgt, hängt von den individuellen Zielvereinbarungen im Arbeitsvertrag fest.

Personalakte: Arbeitnehmer darf Personalakte trotz Beendigung des Arbeitsverhältnisses einsehen

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat entschieden: Nach der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses besteht seitens des Arbeitnehmers weiterhin das Recht zur Einsicht in die Personalakte.

Arbeitsvertrag: Abgrenzung von Arbeitsverhältnis und Werkvertrag

Gesetz und Recht - Das  Paragrafenzeichen einer Schreibmaschine ist angeschlagen.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat sich mit der Gestaltung eines Dienstvertrages im Vergleich zum Werkvertrag befasst. Die Abgrenzung von Dienstvertrag und Werkvertrag entscheidet über Steuer- und Sozialabgaben und die Einstufung als Selbständiger oder Arbeitnehmer. Maßgeblich ist hierfür die Tätigkeit.

Bonusanspruch: Gerichtliche Leistungsbestimmung und Festsetzung der Bonushöhe

Das Wort BONUS - für Gehaltsbonus - auf einer Kreidetafel geschrieben.

Entscheidet der Arbeitgeber die Bonuszahlungen nach billigem Ermessen auszusetzen, kann der Arbeitnehmer seinen Bonusanspruch gerichtlich geltend machen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) kann die Höhe des Bonus auf Grundlage des Vertrages beider Parteien festsetzen.

Antworten auf Zusage am Telefon verbindlich?

Als WiWi Gast oder Login

Forenfunktionen

Kommentare 9 Beiträge

Diskussionen zu MZ

Weitere Themen aus Arbeitsvertrag & -recht