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Arbeitszeitgesetz

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WiWi Gast

Arbeitszeitgesetz

Hallo ich hab ein juristisches Problem, aber hier gibts doch bestimmt genug Experten.

Das Arbeitszeitgesetz erlaubt in Deutschland bloß eine regelmäßige 40h Woche - bei meinem jetzigen Arbeitgeber in Frankfurt bin ich aber min 90h dabei.

Soweit ich weiß ist das aber von der Privatautonomie nicht gedeckt. Jetzt will ich meinen Arbeitgeber auf Schadensersatz verklagen - ich habe in den letzten zwei Jahren 170.000? brutto verdient - ausgeschrieben auf eine Vollzeitstelle..
Meint ihr es ist möglich nochmal 170000?+ obendrauf einzuklagen?

Außerdem dachte ich an Schmerzensgeld, da ich teilweise gezwungen wurde ganze Nächte durchzuarbeiten, um am nächsten Tag ganz normal weiterzumachen. Noch dazu herrschten raue Umgangstöne!

Also, wie kann ich das zu Geld machen? Bin übrigens in einem Premium Rechtsschutz.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeitgesetz

Wird nicht klappen, da in deinem Vertrag steht, dass Überstunden pauschal abgegolten sind. Das heißt im Klartext: Du kannst klagen. Du wirst, wenn du es lückenlos beweisen kannst, vielleicht auch Recht kriegen. Es wird dann aber auf eine Geldstrafe für das Unternehmen und/oder eine persönliche Strafe für deinen Vorgesetzten hinauslaufen. Ein Schadenersatz setzt voraus, dass dir ein Schaden entstanden ist. Da eine Vergütung deiner Überstunden aber vertraglich bereits ausgeschlossen ist, ist dir kein Schaden entstanden.

Jetzt mal ganz abgesehen davon: Denkst du wirklich, dass nicht bereits andere auf die Idee gekommen sind und die großen Banken auf solche Fälle vorbereitet sind? Irgendwie kommt mir das Ganze hier reichlich naiv vor.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeitgesetz

Zur Info: Überstundenabgeltung gilt selbstverständlich nicht grenzenlos. Ein entsprechender Vertrag wäre klar sittenwidrig. Überstunden können nur bis zu 25% der gewöhnlichen Arbeitszeit betragen. Das sind bei 8h entsprechend 2h, sodass man auf 10h kommt. 10h sind aber schon das legale Maximum, das zudem zeitnah ausgeglichen werden muss.

Die allseits bekannte Praxis ist also absolut illegal. Allerdings musst du nachweisen, dass du dazu gezwungen wurdest. Theoretisch hättest du ja auch nach 9h gehen können und bei einer nachfolgenden Kündigung dagegen klagen. Implizite, faktische Zwänge akzeptiert das Recht leider nicht.

Wenn du Rechtsschutz hast, dann geh mal zum Anwalt und frag! Hinterher kannst du ja mal hier berichten. Sei dir aber bewusst, dass du hinterher in der Branche wahrscheinlich keinen Fuß mehr auf den Boden bekommst.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeitgesetz

TE hier: Ich gehe davon aus, dass Überstunden in der Höhe nicht von der Privatautonomie (Arbeitsvertrag) gedeckt sind, da dass Arbeitszeitgesetz damit faktisch ausgesetzt ist. Die Uhrzeiten lassen sich durch Enailverkehr belegen.

Noch habe ich ja nicht gekündigt - ob man wohl zwei mal mahnen und dann fristlos kündigen kann, um zumindest das Fixum vom Vertragsrest einzustreichen?

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeitgesetz

Wie kann man eigentlich selbst aus der Branche kommen und dann so naiv sein zu denken, dass man so einen Rechtsstreit gewinnen könnte :D

Die Bank gewinnt immer. Die sind solche Fälle schon 1000x durchgegangen, die zucken da gar nicht mehr mit der Augenbraue.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeitgesetz

Auch in Deutschland? Dass man in den USA keine Chancen hat ist klar, aber in Deutschland haben Anwälte doch nicht diesen Einfluss.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeitgesetz

Die Frage ist eher, wer geht in die Branche und spinnt sich dann sowas zusammen wie der TE. Was denkst du dir dabei? Es war von Anfang an klar, dass d so viel arbeiten wirst also heul nicht rum. Was für ein Charakter...

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeitgesetz

Du wusstest doch sicherlich auf was du dich einlässt. Wieso jetzt klagen?

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeitgesetz

Fast keine Chance. Gerichte argumentieren damit, dass bei hohen Gehältern jedem klar sein muss, dass bei so einenm Gehalt Überstunden anfallen und auch geduldet werden müssen. Ebenso gibt es kein Schmerzengeld für einen "rauen Umgangston" , der herrscht überall, sondern frühestens bei Beleidungen, Bloßstellungen etc.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeitgesetz

Falsch. Durch den Umzug meiner Firma haben viele Leute mein jetziges Unternehmen geklagt.
Das Ergebnis: Manager, die 170k verdienten, haben ebenfalls Recht auf Überstundenauszahlung bekommen.

Ja. Auf dem Vertrag stand, dass Überstunden abgegolten sind, aber das war rechtswidrig.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeitgesetz

Als erstes werden die Anwälte vorrechnen, dass du keine 90h die Woche gearbeitet hast
1 Woche =148h
-7x Mittagessen a 1h=141
-7x sonstige Pause (zweites Frühstück, o.Ä.) a 0,5h=137,5
-5x Pendeln von und zur Arbeit, täglich min. 0,75h=133,75
-7x schlafen und duschen a min. 6 h = 91,75

die Liste liese sich noch Problemlos um weitere Punkte (Abendessen, Lebensmittel einkaufen, ...) mit einigen Stunden erweitern, wenn du aber einmal so deutlich mit deiner Aussage übertrieben hast, kommt leicht das Argument "der hat nicht bedeutend mehr gearbeitet, sondern lediglich unproduktiver und ihm kommt das dann lange vor"
Denk nochmal über deine wirklich, dauerhaft geleistete Arbeitszeit nach und nicht von Ausnahmewochen.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeitgesetz

ich meinte ab 168, aber die "Rechnung" würde trotzdem so gemacht werden, und man ist leicht unter den 90h.
Ich arbeite in einer Anwaltskanzlei die eine Fokussierung auf Arbeitsrecht besitzt und habe solche Rechnungen schon mehrmals erstellt bzw. gesehen. Langfristig kommt da fast keiner dauerhaft auf über 75h (bei um die 60 bis max. 70 liegen oft UB Tier1 Einsteiger nach gezeigter Rechnung)

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeitgesetz

Warum nicht direkt zum Anwalt, wenn du "Premium Rechtsschutz" hast?

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeitgesetz

wenn du in einem Premium-Rechtsschutz bist, wende dich an den und nicht an das Forum.
Spezialisierte Anwälte haben von der Materie mehr Ahnung und die werden dann wenn überhaupt auch mit dir vor Gericht ziehen und keiner aus irgendeinem Forum

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