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ArbeitszeugnisFormulierungen

Arbeitszeugnis Formulierungen

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Thorsten,

gerne werde ich Deiner Bitte entgegen kommen und Dir meine Eindrücke schildern.

Nach mehrmaligem Durchlesen ergibt sich für mich ein sehr wohlwollender Gesamteindruck. Dennoch existieren gravierende Mängel: Das Zeugnis selbst wurde meines Erachtens von unkundiger Hand unter ausschließlicher Zuhilfenahme eines Buches der Zeugnisliteratur geschrieben. Indizien sind hier über einen sehr ungewöhnlichen und charmanten Formulierungsstil hinaus vor allem aber in stilistischen Mängeln hinterlegt, die in falscher Komponentenanordnung, Wiederholungen und den Ansätzen von Widersprüchen münden. Das so genannte „Innere Gefüge“ des Zeugnisses ist schwach ausgeprägt, da die einzelnen Komponenten nicht zweifelsfrei miteinander harmonieren. Der Schreibstil ist insgesamt wenig fließend, dem Zeugnis mangelt es gewissermaßen an der geforderten „schlichten Eleganz“. Es wirkt daher auf mich - insbesondere durch seine behelfsmäßige Aneinanderreihung von Formulierungen – auch nicht sehr authentisch und persönlich. Dies wird dem Autor beim Verfassen jedoch sicherlich nicht bewusst gewesen sein und für einen kundigen Personaler in Gänze schnell ersichtlich.

Sehr interessant – aber für eine Analyse hier nicht maßgeblich – wäre natürlich der gesamte Zeugnistext gewesen, da ich angesichts des semiprofessionellen Zeugnisstils Zweifel hege, dass sich die Anforderungen der beschriebenen Aufgaben mit den vorgenommenen Bewertungen und Persönlichkeitsumschreibungen sinnstiftend decken. Stil und gewählte Formulierungen lassen mich bereits eingangs zu dem Schluss kommen, dass es sich bei vorliegender Schrift wahrscheinlich um ein Zeugnis der öffentlichen Hand handelt. Wenngleich eine Zuordnung schwer fällt, würde ich den Aussteller aufgrund einiger markanter Details auf die Bundeswehr eingrenzen. Aber das nur als Vermutung am Rande, was sagt das Zeugnis im Einzelnen aus?

Die ersten beiden Sätze entstammen überwiegend dem Bereich der Arbeitsmotivation. Der Eingangssatz beginnt dabei durchaus ungewöhnlich mit einer Persönlichkeitsbeschreibung. Die verwendeten Signalwörter des gesamten Konstrukts lassen dabei Raum für Noten von „gut“ bis „gut – sehr gut“. In einem professionellen Zeugnis würde man die offene Aussage
„Herr XXX ist ein ruhiger ausgeglichener Mitarbeiter“ nur sehr unwahrscheinlich vorfinden. Gleiches gilt für den folgenden Satz, der sehr unglücklich konstruiert wurde, da man hier hinein interpretieren könnte, dass die Sorgfalt gerade einmal den Anforderungen entsprach – das ist jedoch sicherlich nicht gemeint gewesen. Die letzten beiden Sätze in diesem Abschnitt befassen sich mit dem Fachwissen, den beruflichen Kenntnissen und Fähigkeiten. Die Intention des Autors wird hier in einer „guten“ Note liegen, die jedoch leicht abgeschwächt wirkt.

Der nächste Absatz beginnt mit Aussagen, die das Kind beim Namen nennt, „stets über unseren Erwartungen“ lässt sich aufgrund des Kontextes mit „gut“ deuten. Dem nächsten Satz, der vor allem Aussagen zur Belastbarkeit und Ausdauer trifft, eine eindeutige Note zuzuordnen, fällt nicht ganz leicht, da hier (wie an anderen Stellen auch) Beurteilungselemente („voll belastbar“ = gut ) auf rudimentäres Zeugnisdeutsch treffen. Wahrscheinlich sollte hier tatsächlich ein „sehr gut“ vergeben werden. Der Absatz schließt mit der Hervorhebung einiger Merkmale bei der Arbeitsweise ab. Insgesamt fallen in diesem Teil des Zeugnisses gleich zwei Wiederholungen auf, die schnell aufzeigen, dass der Autor keine aufeinander abgestimmten Formulierungen vorgenommen hat und somit keine homogenes Bild aufzubauen vermag. Gerade dies jedoch mindert die Aussagekraft eines Zeugnisses. So stehen „absolut zuverlässig“ und „zuverlässig“ im nächsten Satz notentechnisch nicht im Einklang, zumal eine Wiederholung redundant ist. Auch wiederholt sich der Begriff der „Sorgfalt“ aus dem ersten Absatz. Dabei entstammen weder „nötige Sorgfalt“ noch „Akribie und Genauigkeit“ einem Fundus, der ein wohl formuliertes Zeugnis ergibt.

Der dritte Absatz verschlüsselt „gute“ bis „sehr gute“ Noten zur Arbeitsweise und zum Arbeitsergebnis. Die unbeabsichtigte Einschränkung durch „im Rahmen seiner Befugnisse“ sowie die unkonventionelle Verwendung der Wörtchen „stets“ und „immer“ im gesamten Zeugnistext unterstreichen übrigens die fehlende Kompetenz des Autors. Angedacht war hier sicherlich, aufzuzeigen, dass der Mitarbeiter keine ungesunde Selbstständigkeit an den Tag legte. Wäre dies der Fall, würde ein professioneller Zeugnisschreiber allerdings mithilfe perfiderer Techniken und Verschlüsselungen eine Aussage hinterlegen (z.B. durch ständige Wiederholung der hohen Selbstständigkeit aber mit Widersprüchen im Arbeitsergebnis oder auch z.B. durch die Formulierung „Er arbeitete sehr nach eigener Planung“ = jedoch nicht nach der des Arbeitgebers), weswegen die Einschränkung hier obsolet und als Sicherheitsdenken des Arbeitgebers, sich bloß nicht aus Versehen falsch auszudrücken, auszulegen ist.

Gerade dieser Absatz wirft für mich die Frage auf, ob die Position des Mitarbeiters und die Aufgaben derart hoch und verantwortungsvoll waren, dass die „sehr gute[n] Ergebnisse ... wesentlich (!!!) zum Erfolg beitrugen“ oder ob es sich hierbei nicht eher um eine Standardformulierung eines Buches handelt, die vielleicht doch nicht so passend ist... Da dem gesamten Zeugnis übrigens eine zusammenfassende Leistungsbeurteilung fehlt, muss das Arbeitsergebnis diese Lücke füllen.

Der vorletzte Absatz mit Formulierungen zum Sozialverhalten enthält Elemente, die eine „gute“ Note nahe legen. Das Wort „anerkannt“ wird jedoch zumeist bei befriedigenden Noten verwendet und ist daher fehl am Platze. Der Schlussabsatz ist klassisch, ihm ist nichts hinzuzufügen.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass der Autor ein Zeugnis im Notenspektrum von „gut“ bis „sehr gut“ erstellen wollte, aufgrund der fahrigen Vorgehensweise lässt sich jedoch nur ein positiver Gesamteindruck aufwärts der Note „gut“ mit Gewissheit verzeichnen.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Danke Wizard,
für die schnelle und super Beurteilung.

Gruß Thorsten

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Benny

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo könnt ihr mir sagen ob das ein gutes Dienstzeugnis ist

Herr .... verfügte über der erforderliche Fachwissen und setzte es erfolgreichein. Er führte alle Aufgaben mit Umsicht, Wissen und Engagement aus und arbeitete im Allgemeinen sorgfältig und genau. Sein Verhalten zu Vorgesetzten und Kollegen war vorbildlich. Ihm übertragene Aufgaben hat Herr .... zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt.

Wir wünschen ihm für seinen weiteren beruflichen und privaten Lebensweg alles gute und viel Glück.

MfG
Benny

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Benny,

habe Deine Anfrage gerade gesehen. Bin leider gerade dabei, mich auf den Weg nach Berlin zu machen. Werde Dir aber Mittwoch gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen. Es ist also ein Dienstzeugnis (der Bundeswehr?), schon mal ein wertvoller Hinweis... Welchen Zeitraum soll das Zeugnis denn abdecken?

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Benny,

heute wie versprochen meine Antwort. Leider hast Du bisher nicht geantwortet, so gehe ich einmal mal davon aus, dass es sich um ein Dienstzeugnis der Bundeswehr für den Zeitraum des Grundwehrdienstes, also 9 Monate, handelt. Die Betrachtung dieses Zeitraumes wäre für die Beurteilung der Länge des Bewertungsteils maßgeblich. Sie ist für eine inhaltliche Aussage jedoch ohne Relevanz.

Zunächst einmal ist festzustellen, dass die Bewertung recht knapp gehalten ist und nicht alle Elemente enthält, die in ein wohl geordnetes und inhaltlich vollständiges Arbeits- oder auch Dienstzeugnis gehören. Das Zeugnis ist sehr widersprüchlich, doch angesichts des Verfassers, der Kürze des Textes sowie der falschen Reihung der (Zeugnis-)Komponenten ist hier nicht von Absicht auszugehen. Doch wie entsteht dieser Eindruck?

Der Schwerpunkt der Bewertungen liegt hier sicherlich in den getroffenen Aussagen zum Sozialverhalten („Sein Verhalten zu Vorgesetzten und Kollegen war vorbildlich“) sowie der zusammenfassenden Leistungsbeurteilung („...zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt.“) Die Zuordnung der Noten erlaubt mehrere Möglichkeiten. Aus dem Kontext heraus sollten Dir sicherlich „sehr gute“ Noten attestiert werden. Fehlt der zusammenfassenden Leistungsbeurteilung das „stets (!) zu unserer vollsten Zufriedenheit“, so bedeutet dies normalerweise ein „gut – sehr gut“. Ähnlich ist dies auf das Sozialverhalten anzuwenden, die Meinungen der Personaler driften hier auseinander. So gibt es Befürworter, die sagen, ein Vorbild lässt sich nicht steigern, weswegen es mit „sehr gut“ zu lesen sei, andere vertreten die Meinung, dass „vorbildlich“ durchaus mittels eines „stets vorbildlich“ zu steigern sei oder erst durch andere Attribute wie „war allseits beliebt und geschätzt“ zu einer sehr guten Note werden. Eine genaue Festlegung fällt hier nicht ganz leicht, da die Kürze und der unprofessionelle Stil wenig Spielraum zur Interpretation lassen.

Die anderen Zeugniselemente decken sich formal nicht mit den vergebenen Noten. Der Einstieg mit „Herr ... verfügte über das erforderliche (=aber auch nicht mehr) Fachwissen und setzte es erfolgreich (wie erfolgreich?) ein“ ist in der hoch normierten Zeugnissprache eine tendenziell unterdurchschnittliche Note. Der nächste Satz beschreibt Deine Arbeitsweise, die Einschränkung „im Allgemeinen“ ist in einem gängigen Arbeitszeugnis ähnlich wie Formulierungen der Kategorie „im Großen und Ganzen“ der sichere Zeugnistod, da hiermit unterdurchschnittliche bzw. mangelhafte Leistungen verschlüsselt werden. Das Wort „genau“ ist hier ebenfalls anzustreichen, als Personaler bleibt man jedoch schon an der Formulierung „im Allgemeinen“ hängen. Die Dankes-Bedauerns-Formel mit Zukunftswünschen beschränkt sich auf letztere und „Glück“ brauchen normalerweise nur Arbeitnehmer, die am Arbeitsmarkt keine Chance haben.

Zusammenfassend ist dieses Zeugnis aus meiner Sicht ohne nennenswerten Nutzen, da sich die Noten zu sehr widersprechen. Dem Dienstzeugnis eines Grundwehrdienstleistenden würde ich – in Abhängigkeit zur ausgeübten Tätigkeit – jedoch auch nur einen mäßigen Wert zuschreiben, da die militärischen Tätigkeiten für ein Fortkommen im Zivilberuf in den meisten Fällen nicht entscheidend sind. Der Nutzen dieses Zeugnisses liegt aus Sicht des Personalers vielmehr in dem ersten Eindruck den es vermittelt. Ähnlich wie im Falle des Schulabsolventen, dessen erster Kontakt mit der Arbeitswelt festgehalten, sprich ein erster Gesamteindruck dargelegt wird.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Ist da ein gutes Zeugniss??
Sein Einsatz für die Belange unseres Hauses ging oft über die Pflichten eines Auszubildenden hinaus.
Herr xxxx hat die Sachbearbeiter der Ausbildungsabteilungen tatkräftig unterstützt.
Nach bestandener Prüfung ist das Arbeitsverhältnis beendet. zwecks Urlaubsvertretung konnten wir Herrn xxx noch 3 Wochen in unserer Verwaltung weiter beschäftigen. Darüber hinaus können wir Herrn xxx leider keine Stelle anbieten, was wir sehr bedauern.

Ist da gut oder muß ich mir Gedanken machen???

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo,

Danke für die ausfürliche Info also ein offizier der keine ahnung hat hat dieses zeugnis erstellt so wie ich das verstanden habe und das zeugnis ist nicht zu gebrauchen weil es sich permanent wiederspricht oder habe ich das falsch verstanden?

MfG
Benyamin S

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Benny,

Deiner Aussage „ein Offizier, der keine Ahnung hat, hat dieses Zeugnis erstellt“ mag ich mich nicht anschließen, denn: gemäß der „Richtlinien, Bearbeitungshinweise und Beispiele für das Dienstzeugnis für Soldaten“ in der Zentralen Dienstvorschrift 20/6, Anlage 12/1 Nr. 221, ist unter I. „Richtlinien und Bearbeitungshinweise“ im Abschnitt „b) Zuständigkeit und Inhalt“ festgelegt, dass der nächste Disziplinarvorgesetzte das Dienstzeugnis erstellt. Kurz und knapp: der Chef. Oftmals beschränkt sich diese Erstellung aber nur auf die Unterschriftsleistung, das Schriftstück selbst wird dabei häufig durch Personalverwalter, Schreibkräfte oder Teileinheitsführer erstellt. Diese wiederum sind in der Regel nicht geschult, zumindest von Seiten der Bundeswehr erfolgt keine Unterweisung. So hat Dein Chef mit Sicherheit unterschrieben, aber hat er das Zeugnis auch erstellt?

Warum hat das Zeugnis aus meiner Sicht einen geringen Wert in Bezug auf seine Aussagekraft? Um Dir den Sachverhalt in der gebotenen Kürze zu veranschaulichen, lass uns doch einfach mal den Blickwinkel des Betrachters wechseln. Stelle Dir einfach mal die Situation vor, Du, als Angehöriger des Personalwesens eines Unternehmens, erhältst dieses Zeugnis und bist in der Zeugnissprache und im Zeugniswesen allgemein kundig. Als solcher verfügst Du über die Kenntnis, was ein gutes Zeugnis in Gänze ausmacht. Auch sind Dir die gängigen Formulierungen und Verschlüsselungen der Zeugnissprache bekannt, denn Du weißt, dass man mitunter „zwischen den Zeilen“ lesen muss.

Nun wird Dir ein Zeugnis eines jungen Mannes vorgelegt, den Du nicht kennst - von dem Du Dir aber anhand des Zeugnisses einen ersten Gesamteindruck bilden sollst. Beim Durchlesen des sehr kurzen Textes, der sich formal in der Zeugnissprache bewegt, stellst Du fest, dass die verschlüsselt vergebenen Noten in den ersten beiden Sätzen durchschnittlich bis unterdurchschnittlich sind. Die zusammenfassende Leistungsbeurteilung, die all das voran gesagte zusammenfasst, ist eine 1-2. Wie kann das sein? Dies macht doch keinen Sinn und stellt einen Widerspruch dar. Es ist unlogisch! Jetzt folgt die Frage nach dem „Warum?“– ist dies Absicht seitens des Arbeitgebers oder nur dessen Unwissenheit? Das Zeugnis ist zu kurz, um eine definitive Aussage zu treffen.

Der Regelfall: bewusste negative Aussagen werden entweder anhand des Kontextes eindeutig (vgl. Diana vom 18.7. mit „Gerne bestätigen wir Ehrlichkeit, Fleiß und Pünktlichkeit“) oder aber von pfiffiger Seite meist zwei Mal in einem Zeugnis versteckt hinterlegt. Im letzteren Fall signalisiert man so, dass es sich um eine bewusste Nachricht handelt und kein Versehen ist. In diesem Zusammenhang sind sicherlich auch die Unterschriften eines (zivilen) Zeugnisses interessant, denn ist das Zeugnis vom Personalleiter unterschrieben oder mitunterschrieben, so kann man tendenziell davon ausgehen, dass es in Kenntnis der Zeugnistechnik und der Zeugnissprache ausgestellt wurde. Aber das nur nebenbei für den interessierten Leser.

Dieses Zeugnis ist, wie gesagt, jedoch zu kurz, um einen bewussten Bruch oder eine durchgängige Botschaft herauszulesen. Welche Fakten liegen vor: die Dienstzeugnisse der Bundeswehr haben sich in den letzten Jahren inhaltlich verbessert (vgl. das ältere von Ingo vom 30.6. mit Thorstens Zeugnis vom 21.7.), von einer Angleichung an gängige zivile Zeugnisse kann jedoch hier keine Rede sein. Daher liegt es nahe, dass Formulierungen wie „im Allgemeinen“ nicht absichtlich benutzt wurden. Auch erfolgt die Bewertung des Sozialverhaltens vor der zusammenfassenden Leistungsbeurteilung, diese Reihung ist unüblich und spricht ebenfalls für fehlende Kenntnis seitens des Verfassers. Für mich spiegelt sich in diesem Dienstzeugnis die weit verbreitete Gefahr wider, die ich auch schon in den Analysen am 5. und 18.7. dargelegt habe: ein großer Irrglaube - vor allem in der Bundeswehr – ist es, dass Zeugnisse als sehr gut zu bewerten sind, sobald in der zusammenfassenden Leistungsbeurteilung irgendetwas mit „vollster Zufriedenheit“ enthalten ist. Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisberges. Gerade auch Dianas Zeugnis vom 17.7. zeigt auf, wie perfide ein Arbeitgeber vorgehen kann und in der Lage ist, Mitarbeiter mit beruhigenden Aussagen wie „gutes Fachwissen“ etc. zu ködern bzw. „zu betäuben“. Entscheidend ist jedoch immer der Gesamteindruck, den ein Zeugnis vermittelt und dieser setzt sich aus vielen Komponenten zusammen! Was also soll ich mit Deinem Zeugnis anfangen???

antworten
Scooby

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hi Wizard!

Also ich muss echt mal sagen, das das extrem bemerkenswert ist, das du dir hier so eine mühe gibst und dein wissen zur verfügung stellst.. einfach unglaublich... echt...

Ich würde mich sehr freun, wenn du die Zeit finden würdest dir auch mal mein Zeignis anzugucken und viell. ein paar anmerkungen machen könntest, was nicht so gut ist. Ziel sollte eine Benotung von 2 - 1 sein...

hintergrund ist ein ba studium, wobei man ja praktikant ist, aber sehr viel länger im unternehmen arbeitet als normale praktikanten..

hier das zeugnis:

nach firmen vorstellung und vor tätigkeitsauflistung kommt

"Tätig war Herr X in den Abteilungen 1, 2 und 3, in denen er sowohl eigene Projekte durchführte, als auch stets tatkräftig und selbstständig unsere Mitarbeiter unterstützte."

Danach:

Herr X bewies eine sehr gute Auffassungsgabe und arbeitete sich innerhalb kürzester Zeit in die Zusammenhänge der gestellten Aufgabengebiete ein. Dabei identifizierte er sich absolut mit seinen Aufgaben und zeigte stets eine ausgezeichnete Leistungsbereitschaft und Einsatzfreude auch über die übliche Arbeitszeit hinaus.

Die ihm übertragenen Aufgaben führte er nach Umfang und Qualität stets zu unserer vollen Zufriedenheit aus, wobei er sich jederzeit durch sehr große Sorgfalt und Genauigkeit sowie durch ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein auszeichnete.

Sein durch das Studium erworbene umfangreiche Fachwissen konnte er sehr erfolgreich in der Praxis umsetzen und unterstütze damit auch von sich aus unsere Auszubildenden bei ihren Projekten. An internen Schulungsangeboten im Umfeld von SAP R/3 nahm er freiwillig teil und nutzte sie mit großem Erfolg.

Wir haben Herrn X als stets hilfsbereit, freundlich und aufmerksam kennen gelernt. Durch sein aufgeschlossenes Wesen war er jederzeit zur Kooperation bereit und ist er in der Lage, sehr gut im Team zu arbeiten.

Im täglichen Umgang mit Kunden und Geschäftspartnern konnte er durch seine überaus zuvorkommende, kompetente und stets kundenorientierte Art überzeugen. Sein verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war jederzeit offen, höflich und einwandfrei.

Herr X verlässt uns mit Beendigung des Studiums wie vorgesehen. Wir danken ihm für die gute Zusammenarbeit und wünschen ihm für den weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Ist das in sich stimmig? oder zuviel des "guten" da die Praxisphasen auch benotet wurden (immer mit 1,7 also gut) sollte es nicht zu weit von der Benotung abweichen...

Grüße, Der Olli

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Lounge Gast vom 31. Juli 2005,

zunächst einmal bitte ich um Nachsicht, erst so spät antworten zu können, aber mein Rechner hatte einen technischen Defekt, den ich erst beheben lassen musste. Doch nun wollen wir uns mal gleich ans Werk machen:

Auszubildenden ist gemäß § 8 des Bundesbildungsgesetztes bei Beendigung oder Abbruch der Berufsausbildung unaufgefordert ein Zeugnis auszustellen, welches Angaben über Art, Dauer und Ziel der Ausbildung sowie über die erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse enthalten muss. Ein vollständiges qualifiziertes Auszubildendenzeugnis sollte folgende Inhalte im Bewertungsteil bieten:

Ausbildungsbereitschaft („Wollen“)
Ausbildungsbefähigung („Können“)
Berufliche Fertigkeiten und Kenntnisse
Lern- und Arbeitsweise
Arbeitserfolg
ggf. Herausragende Erfolge
Zusammenfassende Leistungsbeurteilung
Sozialverhalten
Beendigungsformel mit Dankes-/Bedauernsformel und Zukunftswünschen

Wenn es sich bei dem vorliegenden Schriftstück also um den gesamten Bewertungsteil des Zeugnisses handelt, so ist er äußerst knapp und unvollständig! Der erste Satz bewertet die Ausbildungsbereitschaft, während der zweite Satz mit „tatkräftig unterstützt“ ebenfalls eine Aussage aus dem Bereich der Motivation anbietet. Essentielle Aussagen wie die zusammenfassende Leistungsbeurteilung oder dem Sozialverhalten fehlen völlig. Dem Anspruch des Auszubildenden, dass das Bestehen der Abschlussprüfung erwähnt wird, wurde zwar Genüge getan. Dabei wird im Allgemeinen jedoch auch offen oder indirekt die Abschlussnote angegeben, zum Beispiel: „Herr X beendete seine Berufsausbildung vorzeitig mit der Note „Sehr gut“ / mit sehr gutem Erfolg.“ Dieses bleibt bei Dir unersichtlich oder würde auf einen sehr mäßigen Abschluss schließen lassen.

Zusammenfassend kann man die Frage „Ist dies gut oder muss ich mir Gedanken machen?“ insofern beantworten, dass dieses Zeugnis der dringenden Neuverfassung durch den Arbeitgeber bedarf. Ein gutes Zeugnis ist es in vorliegender Art leider nicht. Vergleiche Deinen Text hinsichtlich der Ausführlichkeit und den Inhalten mal mit dem von Scooby (Olli).

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Jetzt war ich nicht mal eingeloggt... Egal.
@Olli: An einer Antwort arbeite ich

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

hallo Leute,
ich hoffe ihr könnt mir weiter helfen!

nach meiner Beurteilung klingt das so 3 bis 4

Nach langem reden darf ich mir jetzt ein neues Arbeitzeugnis erstellen und ihr vorlegen und da wollte ich auch noch fragen was sollte so in einem Arbeitzeugnis drin stehen.

Oder was könnte ich den an diesem Arbeitzeugnis verbessern??????

Hier ist der Text:
Frau....., geb.... war am ..... bis.... in unserem Unternehmen als Verkäuferin/ kassier.. beschäftig.

Frau... hatte sich schnell in das Aufgabengebiet eingearbeitet. Sie war eine gewissenhafte und fleißige Mitarbeiterin, die ihre Aufgaben mit Interesse zu unserer vollen Zufriedenheit ausführte.

Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeiter war immer einwandfrei und korrekt. Im Umgang mit der Kundschaft war sie freundlich und zuvorkommend. erlichekeit, Fleiß und Pünktlichkeit können uneingeschränkt bestätigt werden.

das Beschäftigungsverhältnis endet fristgerecht zum ...... (das wahr ein befriesteten vertrag gewesen).
Wir wünschen Frau..... für die weitere berufliche und private Zukunft alles Gute.

das wahr es schon...ich hoffe ihr könnt mir auch helfen.

yasi

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo wizard,

ich finde es super, dass Du Dein überragendes Wissen in dieser Thematik so uneigennützig hier zur Verfügung stellst.

Es wäre schön, wenn Du auch mein Zeugnis beurteilen könntest.

Das Zeugnis schätze ich insgesamt mit Note zwei bis drei ein und würde das gern auf zwei ändern lassen (mein Entwurf steht weiter unten).
Ob ein sehr gutes Zeugnis bei einer derart kurzen Beschäftigung gut wäre, ist nämlich die andere Frage (wäre wohl eher kontraproduktiv). Das heißt natürlich, wenn ich das Zeugnis überhaupt korrigiert bekomme.
Ich würde etwa schreiben "Vielen Dank für das gute Zeugnis. Da es kleinere inhaltliche und orthographische Ungenauigkeiten enthält, hätte ich es gern wie unten angeführt geändert". Hätten Sie vielleicht einen besseren Formulierungsvorschlag hierfür? Ob es gut ankommt, direkt eine "wohlwollendere Formulierung" zu fordern, weiß ich nicht (Rechtsanspruch hat man ja auf eine "wohlwollende").
Ich weiß nicht, ob das im Zeugnis erwähnt werden sollte, aber vor dem Arbeitsvertrag arbeitete ich dort schon 2 Wochen im Rahmen einer Trainingsmaßnahme. Der Vertrag war eigentlich auf 6 Monate befristet, endete aufgrund der katastrophalen Auftragslage aber schon früher durch Kündigung.

Originalzeugnis:

Herr XXX trat am 01.11.2004 in unser Unternehmen ein und war bis zum 28.02.2005 als
Netzwerk-Techniker beschäftigt.

Zu seinen Aufgaben gehörte in der PC-Fertigung die Durchführung folgender Tätigkeiten:

  • Herstellung von PCs
  • Fehlerbehebung bei Windows-Servern und Workstations

Herr XXX verfügt über umfassende und vielseitige Fachkenntnisse, die er jederzeit sicher und
zielgerichtet in der Praxis einsetzte.

Dank seiner sehr schnellen Auffassungsgabe überblickte Herr XXX auch schwierige Situationen sofort
und erkannte dabei das Wesentliche. Besonders hervorzuheben ist sein ausgeprägtes analytisches Denken,
das Herr XXX auch in schwierigen Lagen zu einem eigenständigen, abgewogenen und zutreffenden
Urteil befähigte.

Herr XXX traf bezüglich seines Leistungswillen und seiner Bereitschaft, auch zusätzliche
Verantwortung zu übernehmen, unsere Erwartungen. Auch starkem Arbeitsanfall war er jederzeit
gewachsen.

Jederzeit ging Herr XXX planvoll, systematisch und ergebnisorientiert vor. Auch für schwierige
Problemstellungen fand und realisierte Herr XXX brauchbare Lösungen, und er kam stets zu zufrieden
stellenden Arbeitsergebnissen.

Wir waren mit den Leistungen stets voll zufrieden.

Herr XXX war wegen seines freundlichen, höflichen und hilfsbereiten Auftretens ein geschätzter
Ansprechpartner.

Das Arbeitsverhältnis mit Herr XXX endet aus betriebsbedingten Gründen.Wir danken ihm für seine
Mitarbeit und wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute und weiterhin Erfolg.

mein Entwurf:

Herr XXX trat am 01.11.2004 in unser Unternehmen ein und war bis zum 28.02.2005 als Netzwerk-Techniker beschäftigt.

Zu seinen Aufgaben gehörten folgende Tätigkeiten:

  • Herstellung von PCs
  • Fehlerbehebung bei Windows-Servern und Workstations
  • Netzwerk-Migration in Windows Server 2003-Domänen
  • Kundenbetreuung direkt und am Telefon

Herr XXX verfügt über umfassende und vielseitige Fachkenntnisse und Fertigkeiten, die er jederzeit sicher und zielgerichtet in der Praxis einsetzte. (Note 2)

Dank seiner sehr schnellen Auffassungsgabe überblickte Herr XXX auch schwierige Situationen, erkannte dabei sofort das Wesentliche und fand schnell sehr gute Lösungen (zeigte schnell gute Lösungen auf, die er stets effektiv umsetzte). Besonders hervorzuheben ist sein ausgeprägtes analytisches Denken, das Herr XXX auch in schwierigen Lagen zu einem eigenständigen, abgewogenen und zutreffenden Urteil befähigte.

Herr XXX traf bezüglich seines Leistungswillens und seiner Bereitschaft, auch zusätzliche Verantwortung zu übernehmen, voll unsere Erwartungen. Auch starkem Arbeitsanfall war er jederzeit gewachsen. (Note 2)
(Er zeigte hohe Einsatzbereitschaft, auch über die übliche Arbeitszeit hinaus.)

Jederzeit ging Herr XXX planvoll, systematisch und ergebnisorientiert vor. Auch für schwierige Problemstellungen fand und realisierte Herr XXX immer geeignete Lösungen und er kam stets zu optimalen Arbeitsergebnissen.

Wir waren mit den Leistungen stets voll zufrieden. (Note 2)

Herr XXX war wegen seinem frischen, verbindlichen und kooperativen Auftreten stets ein allseits geschätzter Ansprechpartner. (Note 2 statt 3)

Das Arbeitsverhältnis mit Herr XXX endet aus betriebsbedingten Gründen.

Wir danken ihm für seine Mitarbeit und wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute und weiterhin Erfolg. (Note 2 ?)

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Nochmal ich (oben ohne Name).

Eine allgemeine Frage noch: Da man ja Anspruch auf ein wohlwollendes Zeugnis hat, heißt das, es dürfen nur Formulierungen vorkommen, die Note 2 oder 1 entsprechen? Und alles was schlechter ist, ist im Prinzip rechtswidrig?

Vielen Dank

rob

antworten
Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Olli,

gerne werde ich Dir ein Feedback geben. Deinem Vergleich des Studenten der Berufsakademie mit einem Praktikanten kann ich mich nicht so recht anschließen, da die meisten Firmen (zumindest in Baden-Württemberg) mit BA-Studenten einen Ausbildungsvertrag (!) abschließen. Wenngleich die Einsatzphasen in den Abteilungen im Gegensatz zu den Berufsschülern auch kürzer sind, so sehe ich dennoch eher eine Affinität zum „normalen“ Auszubildenden. Dies bezieht sich allerdings nicht auf die wahrgenommenen Aufgaben. Doch was sagt Dein Zeugnis über Dich aus?

Vorliegendes Schriftstück ist sehr wohlwollend wie auch in einem sehr dynamischen und aktiven Stil verfasst worden. Die Ausführlichkeit und die detaillierten Bewertungen geben dem Zeugnis eine persönliche und glaubhafte Note. Die gängige Zeugnissprache wird verwendet, das Zeugnis muss sich daher mit einem strengen Maßstab messen lassen können. Welche Eckpunkte lassen sich im Einzelnen herauslesen?

Sehr richtig ist die Einschätzung, dass erste Bewertungen schon im Absatz vor der Aufgabenbeschreibung getroffen werden. Hier wird Dir eine hohe, aus dem Kontext heraus und unter Berücksichtigung des Gesamteindrucks als „gut“ einzustufende Selbstständigkeit bescheinigt. Der eigentliche Bewertungsteil beginnt mit der Bewertung der Arbeitsbefähigung („Können“), die Schlüsselqualifikation der „sehr guten“ Auffassungsgabe ergänzt sich dabei sinnstiftend mit der schnellen Einarbeitungszeit und dem Denken in Zusammenhängen. Dies steht meiner Einschätzung nach sehr schön im Einklang mit den Anforderungen an einen BA-Studenten. Zur Info: So sollte man bei der Zuordnung von Noten immer darauf achten, ob die bewerteten Attribute auch zum Berufsbild passen! Ein gern zitiertes Beispiel im Rahmen der Ausweichtechnik: Ein Künstler oder Werbegraphiker, dem ein besonders sparsamer Umgang mit Betriebsmitteln bescheinigt wird, aber nichts oder wenig über die Kreativität gesagt wird - dabei wird Unwichtiges oder Selbstverständliches gegenüber den wirklich wichtigen Aussagen hervorgehoben. Dies ist hier aber ganz sicher nicht der Fall!

Der zweite Satz bewertet die Ausbildungsbereitschaft wie auch die Belastbarkeit und Ausdauer, die „sehr gute“ Note spiegelt sich hier bereits deutlich in Begrifflichkeiten wie „identifiziert er sich absolut“ und „stets eine ausgezeichnete ... Einsatzfreude“ wider. Auch ist der Wortgebrauch „identifiziert“ eine wertvolle Wahl, gerade bei Ausbildungsberufen wird stattdessen oftmals nur von „Interesse“ gesprochen, eine Aussage, die sehr profan klingt. Dem folgend wird die zusammenfassende Leistungsbeurteilung getroffen, „stets zur vollen Zufriedenheit“ bedeutet die Note „gut“. Leicht irritierend wirkt die Formulierung „nach Umfang und Qualität“, sie klingt in Kombination mit dem anknüpfenden Begriff der „Genauigkeit“ nach Eingrenzung a la „nach Umfang und Qualität schon, aber nicht nach Geschwindigkeit“, es fällt mir aber schwer, hier eine Absicht zu unterstellen. Nach dem Komma werden nun Aussagen zur Arbeitsweise bzw. zum Arbeitsstil getroffen. Obgleich der Begriff der „Auszeichnung“ ins Auge sticht, stehen „sehr große Sorgfalt und Genauigkeit“ und das „hohe Maß an Verantwortungsbewusstsein“ eher für eine „gute“ Note. Dies wird durch die satzbauliche Verknüpfung mit der zusammenfassenden Leistungsbeurteilung noch untermauert.

Der nächste Absatz beginnt mit dem Fachwissen, nach sorgfältiger Überlegung würde ich eine Note „gut – sehr gut“ setzen, da die gute Note („umfangreiches Fachwissen“) durch das „sehr erfolgreich in der Praxis umsetzen“ deutlich aufgewertet wird. Auch die Unterstützung der Auszubildenden setzt einen zusätzlich noch anhebenden Akzent. Der Absatz endet mit der beruflichen Weiterbildung, für ein Ausbildungszeugnis ist dies eher ungewöhnlich, aber sehr wohlwollend. Die „gute“ Note liegt hier im „großen Erfolg“ begründet.

Das Zeugnis setzt einen sichtbaren Schwerpunkt im Sozialverhalten. Das Lob ist sehr ausgeprägt und detailliert formuliert. Es dominieren aufgewertete „gute“ Noten. Sprachlich anzulasten sind „war jederzeit zur Kooperation bereit“ und „ist in der Lage“, auch hätte das Wörtchen „überaus (zuvorkommend)“ entfallen können, da es leicht überspannt wirkt. Aufgrund der verwendeten Textbausteine würde ich einen sehr eloquenten Mitarbeiter vermuten.

Das Zeugnis endet mit Nennung des Beendigungsgrundes, dieser wirft die Frage auf, ob hier nicht ein Gefälligkeitszeugnis ausgestellt wurde. Da ich jedoch weiß, dass viele Firmen BA-Studenten tatsächlich nur noch ausbilden und nicht mehr übernehmen und im Zeugnis „lediglich“ gute Noten überwiegen, negiere ich diesen Verdacht. Der Ausspruch des Bedauerns oder die Bitte um Wiederbewerbung wären hier aber sehr wertvoll gewesen. Ansonsten wird noch einmal die zusammenfassende Leistungsbeurteilung durch die „gute Zusammenarbeit“ hinterlegt.

Zusammenfassend entspricht das Zeugnis Deinem Benotungswunsch von 2 – 1 und ist meines Erachtens in sich stimmig. Angesichts der Einzelnoten hätte die zusammenfassende Leistungsbeurteilung auch durchaus mit „gut bis sehr gut“ ausfallen können.

Die freiwillige und interne Vergabe von Noten für die Praxisphasen ist nicht maßgeblich für die Erteilung eines Zeugnisses, da sich der Gesamteindruck aus weit mehr Komponenten zusammensetzt. Außerdem würde es mich wundern, wenn diese internen Benotungen in Deinem Arbeitszeugnis oder Diplomzeugnis der Berufsakademie aufgenommen werden würden.

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo ich bin es noche in mal......

Hallo wizard,

könntest du den auch mein Arbeitzeugnis beurteilen.

nach meiner Beurteilung klingt es zwischen 3 und 4

Hier ist der Text:
Frau....., geb.... war am ..... bis.... in unserem Unternehmen als Verkäuferin/ kassier.. beschäftig.

Frau... hatte sich schnell in das Aufgabengebiet eingearbeitet. Sie war eine gewissenhafte und fleißige Mitarbeiterin, die ihre Aufgaben mit Interesse zu unserer vollen Zufriedenheit ausführte.

Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeiter war immer einwandfrei und korrekt. Im Umgang mit der Kundschaft war sie freundlich und zuvorkommend. erlichekeit, Fleiß und Pünktlichkeit können uneingeschränkt bestätigt werden.

das Beschäftigungsverhältnis endet fristgerecht zum ...... (das wahr ein befriesteten vertrag gewesen).
Wir wünschen Frau..... für die weitere berufliche und private Zukunft alles Gute.

das wahr es schon...ich hoffe ihr könnt mir auch helfen.

yasi

antworten
Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Yasi,

auch ich muss meinem Beruf und meinen privaten Verpflichtungen nachkommen, doch wenn sich die Gelegenheit bietet, arbeite ich gerne an euren Bitten – und dann natürlich gemäß der Reihenfolge, wie sie ins Forum gestellt werden.

Ich denke, ich beginne mal mit einer Analyse des Zeugnisentwurfs, der sehr schnell aufzeigt, was an diesem Zeugnis verbesserungswürdig ist. Deine Befristung ist für die Betrachtung des Zeugnisses sehr bedeutungsvoll, so gehe ich demzufolge davon aus, dass es sich um ein Beschäftigungsverhältnis mit einer Dauer von unter zwei Jahren handelt. Dies ist maßgeblich für die Bemessung der Zeugnislänge, die aber trotz aller Umstände als zu kurz einzuordnen ist. Das ist der erste Punkt.

Weiter geht es: Der Einstieg mit „war beschäftigt“ ist keine Aktivformulierung (vgl. „war tätig“ etc.) dies ist ein erster wichtiger Hinweis auf die Mitarbeiterin an sich und im Gesamtgefüge des Zeugnisses als erste leichte Abwertung zu sehen.

Besonders gravierend aber in diesem Zeugnis ist das Fehlen jeglicher Aufgabennennungen, die jetzt hätten folgen müssen. Aus der Nennung „Verkäuferin / Kassiererin“ können wir erahnen, dass wahrscheinlich auch Tätigkeiten geleistet wurden, die über den Kassiervorgang hinausgingen. Spontan fällt mir hier das Verkaufsgespräch inklusive Beraten der Kunden oder die Warenpflege, sprich das Auffüllen von Regalen, ein. Gab es da denn gar nichts? So liest sich der Satz „Frau ... hatte sich schnell in das Aufgabengebiet eingearbeitet“ fast schon belustigend a la: „Frau ... konnte schnell die Zahlen von 1 bis 9 auf der Tastatur der Kasse zuordnen.“ Hier müsste in einem Absatz oder mittels Strichaufzählung eine Übersicht der wahrgenommenen Aufgaben erfolgen!

Der nächste Satz gibt Auskunft über die Arbeitsweise. Trotz gewissenhaftem und fleißigem Arbeiten ergibt sich nur ein mäßiger und durchschnittlicher Erfolg („zu unserer vollen Zufriedenheit“). Der Begriff des „Interesse[s]“ an der Tätigkeit ist in Verbindung mit dem mäßigen Erfolg mit äußerster Vorsicht zu genießen, da diese Selbstverständlichkeit eigentlich nur Auszubildenden bescheinigt wird. Dieser Satz sollte im Rahmen einer Korrektur entfallen.

Der nächste Absatz nimmt zum Sozialverhalten Stellung. Die Satzkonstruktion mit „immer einwandfrei und korrekt“ lese ich als „befriedigend“, bei der Aufzählung hätten der Höflichkeit halber die Kunden an erste Stelle gehört. Der Absatz schließt mit „Ehrlichkeit, Fleiß und Pünktlichkeit können uneingeschränkt bestätigt werden.“ Diese ist eine sehr distanziert klingende Schreibweise, nach sorgfältigem Abwägen bin ich jedoch gestern Abend zu dem Entschluss gekommen, dass der Arbeitgeber hier nur vermitteln möchte, dass zumindest in den Basistugenden - besonders im Umgang mit dem Gelde - nichts Negatives bei der Mitarbeiterin zu vermuten ist.

Zum Schlussabsatz: Formal spiegelt sich in dem Passus „endet fristgerecht zum“ bereits eine Befristung wider, dies ist für einen Personaler somit auch ohne erklärende Worte ersichtlich. Dem Schlusssatz fehlt jegliches Bedauern, für die Arbeit wird nicht gedankt, von Erfolg gar nicht erst gesprochen. Darüber hinaus spricht die Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach Befristung in Verbindung mit den schlechten Noten eine deutliche Sprache. Insgesamt unterstreicht der Absatz damit wirkungsvoll den unterdurchschnittlichen Gesamteindruck des Zeugnisses, notentechnisch lässt sich zusammenfassend maximal ein „ausreichend“ festhalten.

Dein Arbeitszeugnis einer Verkäuferin sollte mindestens folgende Elemente enthalten:

  • Überschrift „Arbeitszeugnis“
  • Einleitung „Frau ... geboren am ... stand vom ... bis ... in unseren Diensten und war während dieser Zeit als ... tätig.“
  • Beschreibung der zuletzt ausgeübten Tätigkeit „Zu ihren Aufgaben gehörte dabei im Wesentlichen...“

Bewertungsteil:

  • Arbeitsbereitschaft (Wollen) „Frau ... war eine engagierte...“
  • Arbeitsbefähigung (Können) „Auch bei hohem Arbeitsaufkommen war Frau....“
  • Fachkenntnisse „Sie verfügt über fundierte Fachkenntnisse, die sie...“
  • Arbeitsweise / Arbeitsstil „Frau ... ist eine zuverlässige...“
  • Arbeitserfolg „Sie lieferte eine gute Arbeitsqualität...“
  • Zusammenfassende Leistungsbeurteilung „Die ihr übertragen Aufgaben erledigte sie stets zu unserer vollen Zufriedenheit...“

Sozialverhalten:

  • Verhalten gegenüber Internen: „Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern...“
  • Verhalten gegenüber Externen: „ Kunden gegenüber trat sie stets...“
  • Sonstiges Verhalten / Ergänzungen: „Frau ... war in jeder Hinsicht vertrauenswürdig...“

Schlussabsatz

  • Beendigungsformel „Frau ... verlässt unser Unternehmen...“
  • Dankes- / Bedauernsformel „Wir danken ihr für die guten Leistungen...“
  • Zukunfts- / Erfolgswünsche „ Wir wünschen ihr für die Zukunft...“
  • Unterschrift und Ausstellungsdatum

Wichtiger Hinweis: Dies soll nur als Tipp dienen, welche Inhalte in Dein wohlgeordnetes und qualifiziertes Arbeitszeugnis einfließen sollten. Sich ein Zeugnis selbst zu schreiben, ist aber mit einer Vielzahl von Risiken verbunden, da die Anzahl der Fehlerquellen nun einmal schier unendlich ist und es ebenso schnell als selbstgeschriebene Referenz entlarvt werden kann! Ich empfehle Dir, dieses nur mit Hilfe eines Kundigen vorzunehmen. Das Zeugnis unterliegt auch nach Überarbeitung einer generellen Gefahr, da das Arbeitsverhältnis nun mal mit Ablauf der Befristung endete. Somit werden gute Noten ohne zwingende Gründe schnell unglaubwürdig wirken!

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo rob,

Deine zweite Anfrage finde ich derart interessant, abwechslungsreich und wichtig, dass ich mit deren Beantwortung beginnen möchte. Wie darf man das mit der Wohlwollenspflicht verstehen?

Zum Hintergrund: Wer ein Zeugnis ausstellt, muss sich bewusst sein, dass er ein Dokument mit Langzeitwirkung erstellt und in gewissem Maße über das Grundrecht der freien Wahl des Arbeitsplatzes (Artikel 12 des Grundgesetztes) und somit über die berufliche und soziale Mobilität eines Menschen mitentscheidet!

Vor der Wohlwollenspflicht ist die Wahrheitspflicht zu beachten: Künftige Arbeitgeber und auch der Arbeitnehmer selbst sollen aus einem Zeugnis einen korrekten Eindruck von den Aufgaben des Arbeitnehmers, von der arbeitgeberseitigen Beurteilung sowie von weiteren Umständen des Arbeitsverhältnisses gewinnen können. Der Grundsatz der hier angesprochenen Wahrheitspflicht dient der Informationsfunktion von Zeugnissen. Diese bedeutet jedoch trotz der Wahrheitspflicht keine Pflicht zu schonungsloser und vernichtender Offenheit, denn es geht um Beurteilung, nicht um Verurteilung!

Nun zum Wohlwollen: Der Arbeitgeber ist aufgrund seiner Fürsorgepflicht gehalten, das Zeugnis mit „verständigem Wohlwollen“ auszustellen, um dem Arbeitgeber dem Grundrecht auf freie Wahl des Berufes und des Arbeitsplatzes das weitere Fortkommen auf dem Arbeitsmarkt nicht unnötig oder dauerhaft zu erschweren. Das „verständige Wohlwollen“ äußert sich dabei in der Konzentration auf den Gesamteindruck (im Rechtsdeutsch auch „Gesamtwürdigung“). So sollen atypische Fehlhandlungen, kleinere Schwächen und kurze Zeiten labiler Leistung, aber auch nur ausnahmsweise erzielte Erfolge, insbesondere wenn der Sachverhalt lange zurückliegt, nicht im Zeugnis verewigt werden. Diese Ausprägung des Wohlwollens ist auch im Arbeitgeberinteresse, da ein verständiger Arbeitgeber nur an einem typischen Gesamtbild interessiert ist! Ein beliebter Streitpunkt vor Gericht, vor allem bei weniger guten Beurteilungen, ist immer wieder die Frage, was für den Beurteilten charakteristisch war und damit in ein Zeugnis gehört und was nicht. Kann man keine Einigung erzielen und der Sachverhalt geht vor Gericht, so befindet sich die Firma oft in einer schlechteren Position, da die Beweislast bei ihr liegt. Sie muss den Richtern konkret beweisen, wie es zu der Beurteilung kam und nicht der Beurteilte.

Ein Arbeitnehmer hat jedoch, wenn er ein qualifiziertes Zeugnis verlangt, keinen Anspruch auf das Verschweigen wesentlicher negativer Tatbestände oder auf das Auslassen einer Zeugniskomponente! In Reaktion auf das verständige Wohlwollen haben sich daher im Laufe der Jahre verschiedene Codierungstechniken entwickelt, welche die Funktion haben, durch taktischen Sprachgebrauch bzw. durch gezielt initiierte Mehrfachinterpretierbarkeit die Informationsfunktion des Zeugnisses zu wahren. (In gewisser Weise wird das System damit untergraben, so verstoßen diese Techniken zum Teil gegen das in der Gewerbeordnung gesetzte Verbot von Geheimmerkmalen und Kryptoformulierungen.) Wahrheits- und Wollenwollenspflicht geraten oft in ein Spannungsverhältnis und einen Zielkonflikt, welche beim Formulieren des Zeugnisses eine Gratwanderung nötig machen. Nach rechtlicher Auffassung muss ein Zeugnis jedoch in erster Linie wahr und erst in zweiter Linie wohlwollend sein. Das verständige Wohlwollen findet seine Grenze beim Interesse an einer zuverlässigen Bewerbungsgrundlage. Kein Arbeitnehmer hat einen Anspruch darauf, besser beurteilt zu werden, als es den Tatsachen entspricht. Gravierende Vorfälle und charakteristische Fehlverhaltensweisen sind also in angemessen wohlwollender Formulierung im Zeugnis zu vermerken. Ein Verbot negativer Aussagen und damit erkennbarer Kritik besteht nicht.

Brevitatis causa: Arbeitgeber können trotz der Wohlwollenspflicht Formulierungen nutzen, die nicht der Note 2 oder 1 entsprechen - auch eine Note 4 kann wohlwollend formuliert werden. Es liegt keine Rechtswidrigkeit vor.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Danke @ wizard; so ähnlich hatte ich das vermutet. Somit kann man nicht davon ausgehen, wenn man ein Zeugnis, das der Note 3 entspricht, erhält, dieses rechtswidrig ist. Vorraussetzung ist, dass das Gericht die Formulierungen als wohlwollend beurteilt (und natürlich der Wahrheit entsprechend).

An meinem Zeugnis arbeitest Du wohl?

Vielen Dank schon einmal im Voraus!

rob

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo,
um das noch einmal herauszustellen:
an dem Zeugnis sollten möglichst wenige Änderungen vorgenommen werden (minimalinvasiv), damit ich es auch unterzeichnet bekomme - es sollte aber immerhin so viel sein, das es orthografisch richtig und schlüssig ist und mir bei Bewerbungen keine Chancen verbaut. Note 2 wäre eigentlich mein Wunsch (wie oben erwähnt). Darüberhinaus sind folgende Fehler offensichtlich:

  • bei "zu seinen Aufgaben in der PC-Fertigung gehörte...-die Herstellung von PCs" - unnötige Doppelformulierung
    (jemand meinte mir gegenüber, dass es "zu seinen Aufgaben gehörten" heißen muss; ich bin aber der Meinung, "gehörte" ist korrekt)
  • bei "wir danken ihm" ist zwischen "wir" und "danken" ein Leerzeichen zuviel (darauf müsste man sicher gesondert hinweisen, da es sonst auf einem geänderten Zeugnisentwurf nicht bemerkt wird und als Fehler bleibt).

Schon einmal Vielen Dank für Deine Analyse!

rob

antworten
Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo rob,

zunächst einmal ist festzustellen, dass alle Formulierungen in Deinem Zeugnis unzweifelhaft als wohlwollend einzustufen sind. Dies ist unabhängig von dem verständlichen Wunsch nach besseren Noten zu betrachten. Richtig ist darüber hinaus, dass Du einen Anspruch auf ein fehlerfreies Zeugnis hast.

Die von Dir bereits vorgenommene Beleuchtung der Rahmenbedingungen mit einer Anstellungsdauer von vier Monaten lässt hinsichtlich der Aussagekraft Deines Zeugnisses in der Tat wenig Spielraum. Zeugnisse reflektieren immer einen Gesamteindruck, der Schwerpunkt liegt hier – unabhängig der Realien und Faktoren, die zur Beendigung des Arbeitverhältnisses führten – in der kurzen Verweildauer im Unternehmen. Die Fokussierung auf einzelne Formulierungen erachte ich daher zunächst auch einmal als Nebenkriegsschauplatz, da es gilt, einen plausiblen Gesamteindruck aufzubauen.

So fällt beispielsweise schnell ins Auge, dass der Arbeitgeber kein Bedauern darüber ausspricht, den Mitarbeiter vorzeitig zu verlieren, das Zeugnis ist in dieser Hinsicht generell sehr schmucklos. Um dem Zeugnis mehr Authentizität zu verleihen, müsste neben den guten Noten ein durchweg stimmiger Gesamteindruck aufgebaut werden. Elemente einer Überarbeitung könnten sowohl eingangs die erfolgte Übernahme nach der Trainingsmaßnahme (Botschaft quasi „übernommen, weil gut“) als auch schlussendlich der Ausspruch einer aufrichtigen Wiederbewerbungsbitte sein, vergleiche dazu:

„Leider musste das Arbeitsverhältnis mit diesem guten Mitarbeiter aus konjunkturellen Gründen fristgemäß betriebsbedingt gekündigt werden. Bedauerlichweise können wir ihm auch keine Weiterbeschäftigung auf einer anderen Stelle anbieten. Wir danken ihm für die gute Zusammenarbeit und würden es begrüßen, wenn er sich bei erneutem Personalbedarf wieder bei uns bewerben würde. Für seinen weiteren Lebensweg wünschen wir ihm persönlich und beruflich alles Gute [und viel Erfolg].“ (hier schon wegen der Anstellungsdauer von vier Monaten von Erfolg zu sprechen, kann mit Risiken behaftet sein.)

Nun zum Zeugnisinhalt. Die von Dir vorgenommenen, zum Teil sehr unkonventionellen Korrekturen, führen nicht immer zwangsläufig zu einer besseren Note. Zum Teil baust Du Dir kleine Widersprüche ein, wie: „stets zu optimalen Arbeitsergebnissen (sehr gut)“, aber dem folgt zusammenfassend nur ein „stets voll zufrieden (gut)“ – wie denn das? Bei den Tätigkeiten verwundert mich zunächst der Begriff „Herstellung von PCs“, sicherlich ist hier vielmehr die Montage von PCs inkl. der Installation der Software gemäß den unterschiedlichen Kundenanforderungen gemeint. Die Verschiebung des Wortes „sofort“ durch Einfügung eines Kommas beispielsweise entwertet den Satz „Dank seiner sehr schnellen Auffassungsgabe überblickte Herr XXX auch schwierige Situationen“ im Sinne von „auch, aber nicht immer“. Weiterführend hast Du das Wesentliche erkannt, aber sollte es nicht heißen „das Wesentliche und Wichtige“? Die von Dir vorgeschlagene Ergänzung des Satzes mittels „und fand schnell sehr gute Lösungen / zeigte schnell gute Lösungen auf, die er stets effektiv umsetzte“ würde eine Redundanz bilden, da das Arbeitergebnis, welches Du damit abbildest, zu einem späteren Zeitpunkt genannt wird: „...fand und realisierte Herr XXX immer geeignete Lösungen und er kam stets zu optimalen Arbeitsergebnissen.“ Der nächste Satz wiederholt formal mit den „schwierigen Lagen“ den Umstand der „schwierigen Situationen“.

Das Ganze lässt sich fortsetzen und zeigt so die schier unendlichen Fehlerquellen auf, die bei einem persönlichen Versuch entstehen können. Du solltest Dir gründlich überlegen, inwiefern Du nicht ein ganz neues Zeugnis haben möchtest, das ein harmonischeres Gefüge hat. Der Austausch einzelner Wörter wird vielleicht ein besseres, aber nicht ein gutes Zeugnis zum Resultat haben. Dafür müssten mache Sätze komplett umgestaltet werden, z.B. „traf voll unsere Erwartungen“ ist aufgrund der verwendeten Erwartungsformel als auch des fehlenden Wörtchens „stets“ immer noch als durchschnittlich zu beurteilen. Die Bewertung des Sozialverhaltens wäre dringend anzuheben und ebenso stehen Grundsatzfragen betreffs Selbstständigkeit oder Zuverlässigkeit offen im Raume.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hi Wizard,

ich danke Dir für Deine wiederum sehr gute Analyse.
Das Zeugnis erhielt ich letzten Freitag per Mail mit der Formulierung "Ich bedaure sehr die unendlich lange Wartezeit, hoffe aber dafür bei den Ausführungen die Erwartungen erfüllt zu haben. ..mfg.." (ohne Anrede). Ob das viel Spielraum für eine Überarbeitung lässt, sei erst einmal dahingestellt.

Meine Befürchtungen, wenn ich ein neues Zeugnis verlange, gehen dahin, dass, wenn ich überhaupt eins bekomme, es erstens wahrscheinlich wieder sehr lang dauert und es zweitens vielleicht gar noch unbrauchbarer ist. Die Firma ist übrigens ein 3-Mann-Betrieb (mit Chef; Arbeit erfolgte also meist allein/selbständig und nicht im Team) und bei Ausspruch der Kündigung wurde ausdrücklich gesagt, dass diese bei geänderter Lage ja auch wieder zurückgenommen werden kann. Ich habe in der Zeit über 120 Überstunden gemacht und bin pro Woche 600km gependelt. Eine Wiederanstellung halte ich nach meiner Einschätzung für ausgeschlossen. Nichtsdestotrotz wäre Dein Vorschlag mit Wiederbewerbungsbitte (bis auf den Satz mit "Weiterbeschäftigung auf einer anderen Stelle") genau passend (deckt sich ja mit der mündlichen Aussage).
Das Dumme ist auch, dass ich das Zeugnis ja bei Bewerbungen verwenden möchte. Bisher habe ich halt keins mitschicken können. Jetzt könnte ich ja sagen, dass ich es seit 6 Tagen habe, aber wegen Rechtschreibfehlern noch überarbeiten lassen möchte (kommt sicher nicht gut an). Ist natürlich jetzt die Frage, ob Bewerbungen mit dem jetzigen Zeugnis besser sind als ohne.

Das mit der "Herstellung von PCs" hast Du schon richtig interpretiert. Ich hatte es nur soweit geändert, da "Herstellung von PCs in der PC-Fertigung" m.E. eine unnötige Rudundanz darstellt. Besser wäre natürlich "Montage von PCs inkl. kundenspezifischer SW-Installation" oder "Fertigung individueller PCs inkl. auftragsspezifischer SW-Installation". Nur hatte ich, als ich den Entwurf verfasste, auch noch die Absicht, so nah wie möglich am Original zu bleiben. Offensichtlich hat das wohl aber keinen Sinn.

Nun bin ich irgendwie ratlos bezüglich des weiteren Vorgehens. Soll ich selbst ein Zeugnis entwerfen und vorlegen? Bei meinen Kenntnissen diesbezüglich sicher nicht besonders günstig. Nur ein neues zu verlangen, halte ich für wenig sinnvoll (s.o.).
Ich wage es kaum zu fragen: Würdest Du eventuell einen Zeugnisentwurf für mich erstellen? Das wäre für mich eine große Hilfe. Eventuell wäre vielleicht Kontakt per Mail günstiger.

Vielen vielen Dank!!!

rob

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Moderator Jörg

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Rob,

bitte entschuldige, dass ich mich hier einmische aber ich verfolge die exzellenten Analysen von Wizard auch mit großem Interesse. Das ist schon eine ungeheure Hilfsbereitschaft! Die Bitte nach einem Zeugnisentwurf geht, trotz wirklich sehr höflicher Form, meiner Ansicht nach zu weit.

@Wizard - Du musst das natürlich selber wissen aber hab da wirklich keine Hemmungen, das abzulehnen, wenn dir das zu weit geht. Ansonsten bin ich nach wie vor sehr begeistert von deinen Analysen und dieser aussergewöhnlichen Hilfsbereitschaft!

Herzliche Grüße

Jörg

[%sig%]

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Jörg,

wie Du richtig bemerkst, habe ich das schon recht vorsichtig formuliert. Ich kann auch selbst einen Entwurf erstellen und hier beurteilen lassen, aber womöglich zieht sich das dann unnötig in die Länge (bin in der Hinsicht nun mal kein Experte). Zumal das Forum ja nicht nur für mich da ist.
Wenn es mir möglich ist, helfe ich auch anderen mit meinem Wissen gern - aber das deckt dann eher andere Themenbereiche ab (siehe Foren wie mcseboard, motor-talk, audi4ever).
Wenn wizard für einen kompletten Zeugnisentwurf eine Gegenleistung wünscht, liesse sich auch hierüber reden (aber dann sicher per Mail).

Viele Grüße
rob

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Morgenz,

mal als kleine Anmerkung, unser Personalchef hat von der ganzen Geheimsprache keinerelei Ahnung, manchmal drückt er mir eine Bewerbungsmappe für einen Beruf in meiner Abteilung in die Hand, nichts großes, ich habe nur zehn Leute unter mir, und meint, toll, den/die müssen wir unbedingt nehmen, dann lese ich diese Bewerbungen und alle meine Alarmsirenen heulen laut auf.

Natürlich schreibt er auch Zeugnisse, für Leute die aus unserem Konzern ausscheiden, das kann Luschen befördern und Cracks ins Ausseits befördern... :-((

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Ich arbeitete bei meinem Mann im Geschäft mit ,und brauche jetzt
ein Zeugnis mit Erklärung,das ich gearbeitet habe.Wie schreiben
wir das am besten.Vielen Dank

antworten
Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo zusammen,

für mich stellt die Forumsarbeit eine gleichermaßen interessante wie zeitintensive Zusatzarbeit dar, die ich jedoch gern betreibe. Ich finde es nämlich mitunter sehr erschreckend, was für Zeugnisse den Mitarbeitern mit auf den Weg gegeben werden. Man schaue sich nur einmal das vernichtende Schriftstück für Diana vom 17.07.2005 an. So kann es meiner Sicht doch nicht schaden, einmal ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und einige Zusammenhänge und Wechselbeziehungen aufzuzeigen, die im Rahmen einer Zeugnisanalyse zu beachten sind. Eine persönliche Betrachtung erweist sich eventuell trotz der sehr umfangreichen Literatur zu diesem Thema schnell als noch schwieriger, als man zunächst vermutet hatte.

An Gegenleistungen bin ich wirklich nicht interessiert. Ich leiste hier Forumsarbeit und führe keine verbindliche Rechtsberatung durch. Meine Arbeit wird jedoch von einem Faktor sehr stark reglementiert – und das ist die mir nur begrenzt zur Verfügung stehende Zeit, die ich hier dennoch gern investieren möchte. Ein qualifiziertes, wohl geordnetes, stimmiges und in sich schlüssiges Zeugnis zu verfassen, kostet auch mich trotz meines täglichen Umgangs mit der Materie gelegentlich immer noch einige Zeit, da es eine sehr exakte Kenntnis des jeweiligen Berufes und seiner Anforderungen voraussetzt und ich mich naturgemäß nicht in allen Arbeitsgebieten auskennen kann. Ganz zu schweigen davon, dass ich die Personen im Forum nicht kenne und objektiv betrachtet weder deren Leistung noch deren Plätze im Betrieb einschätzen kann etc. Da möchte ich mich dann in ggf. laufende Differenzen oder gar Zerwürfnisse nicht einmischen...

In vorliegendem Fall von Rob ist eine Neuauflage des Zeugnisses grundsätzlich mit nur wenigen Schwierigkeiten behaftet, da die Vorgaben des Arbeitgebers gut verwertbar und die Berufsanforderungen relativ leicht erklärbar sind. Im direkten Vergleich dazu ist dies bei Yasi nicht der Fall. Ihr Zeugnis ist aus meiner Sicht von geringem Nährwert, ich müsste ganz von vorn beginnen. Hier muss ich dann leider trotz ihrer deutlich erkennbaren Bitte um Hilfe eine Absage erteilen und kann ihr nur generelle Tipps geben oder auf Wunsch Kontakte zu Dienstleistenden dieses Ressorts zur Verfügung stellen.

Grundsätzlich steht es Dir frei, Rob, mich in deiner Angelegenheit anzumailen. Diese Arbeit kannst Du Dir aber ersparen, falls Du vorab keine Einigung mit Deinem ehemaligen Arbeitgeber erzielst und dessen Einverständnis erhältst, ein gutes Zeugnis mit besagter Wiederbewerbungsbitte ausgestellt zu bekommen.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Wizard,

vielen Dank fuer deine tolle Hilfe hier. Ich habe ein Zeugnis nach fast 1,5 Jahren als HiWi bekommen. Mein Prof machte mir nach vorherigem Gespraech klar, dass er mir die Note "sehr gut" geben wolle. Jetzt sind mir doch einige Ungereimtheiten in meinem Zeugnis aufgefallen, die ich in erster Linie auf Unerfahrenheit im Ausstellen von Zeugnissen zurueck fuehre.

-----------------------------------

Herr war vom... bis ... (neutrale Taetigkeitsbeschreibung)

...

(1) Die Algorithmen entwickelte Herr *** weitestgehend selbstständig.

(2) Herr *** arbeitete zu unserer vollsten Zufriedenheit. Er war sehr engagiert und brachte viele konstruktive Ideen ein.

(3) Sein Verhalten gegenueber Vorgesetzten sowie Kolleginnen und Kollegen war stets einwandfrei.

(4) Herr *** verlaesst unser Insitut auf eigenen Wunsch. Wir danken Herrn *** fuer die wertvolle Mitarbeit und wuenschen ihm fuer das Studium und den weitern Lebensweg alles gut.

-----------------------------------------------------------

Ich habe zu den von mir nummerierten Satzen jeweils eine Frage:

(1) Da ich die Steuerungsalgorithmen fuer physikalische Experimente entwickelt habe, habe ich natuerlich nicht komplett selbstaendig die Algorithmen entwickeln koennen. Das haengt einfach mit dem Taetigkeitsfeld zusammen, dass man das im Team mit einem Physiker macht. Jetzt weiss das aber der Zeugnisleser nicht und koennte doch denken, dass ich unselbstaendig und evtl. sogar faul war, oder?

(2) Mir wurde ein "sehr gut" zugesagt, dieser Abschnitt ist aber doch eher ein "gut", oder? Ist der Satz mit den "kontruktiven Ideen" gut so, oder eher unueblich/ungeschickt?

(3) Ich weiss, dass "stets einwandfrei" in diesem Zusammenhang "sehr gut" bedeutet. Ist es ein Problem, dass explizit Kolleginnen erwaehnt werden, oder einfach heute ueblich? Mein Prof ist unbedarft und ich moechte nicht, dass der mir ausversehen einen totalen Mist hinschreibt.

(4) Der Schlusssatz: Das auf eigenen Wunsch ist glaube ich gut so. Ist es schlecht, dass sie mir "nur" fuer das Studium und meinen weiteren Lebensweg alles Gute wuenschen? Die Endung mit dem Erfolg (mit/ohne weiterhin etc.) fehlt bei mir ganz. Ein Problem? Deshalb kein "sehr gut"?

Vielen Dank fuer die Hilfe! Und, wenn ich mir noch eine Bemerkung erauben darf: Wieso um Gottes Willen macht man nicht ein Zeugnis mit ganz normalen Zeugnisnoten, sagen wir zu ca. 8 verschiedenen Gebieten von Motivation, Selbstaendigkeit bis Gesamturteil? Dann koennte man sich diesen ganzen Krampf sparen.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo, ich habe das Glück mir mein Arbeitszeugnis selbst zu schreiben. Nur frage ich mich wie dolle man sich ins rechte Licht stellen kann, ohne dass es unglaubwürdig wird. Ich weiß, dass ich einiges kann und auch geleistet habe, aber wenn ich durchweg bei den Formulierungen mir ein "gut" gönne. Ist das zuviel? Sollte da nicht auch mal ein Ausrutscher drin sein? Ich will mich nicht besser machen als ich bin, weil a) das sicherlich auffallen würde (evtl. beim Lesen und auch hinterher beim Arbeiten) und b) ich ein ehrlich Kerlchen bin. Ist Ehrlichkeit hier am falschen Platz?

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Bevor ich es vergesse, erstmal ein Hallo an die Leute hier... und ich würd mich über ein wenig Hilfe freuen :)

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Und ein drittes mal bevor ich mich hier wieder verabschiede. Es wäre nett, wenn mir irgendjemand per Mail helfen könnte. Hab mein Mail-Adresse jetzt angegeben. Aber wenn sich nichts tut, werde ich hier bestimmt nochmal reinschauen.

Vielen Dank

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

wenn du einfach ans ende der diskussion postest, ist leider nicht nachvollziehbar, auf welchen beitrag du dich beziehst.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Sorry, der zweite, dritte und vierte Beitrag vom 16.08.05

Grüße André

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

hi,

im arbeits-/praktikumszeugnis ist zurückhaltung überhaupt nicht angebracht. du solltest unbedingt durchgehend gute, am besten auch einige sehr gute bewertungen verwenden ... denn ein zufriedener vorgesetzter spart i.d.R. nicht mit Lob.

wenn ich das richtig sehe, ist deine frage gerade mal etwa ne stunde alt. wohl ein bisschen früh, um ungehalten zu werden.

nix für ungut.

Julian

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Ich bin doch gar nicht ungehalten. Noch bin ich ja hier. Die Seite ist bei mir ja noch offen, aber mir sind Mails ab gleich einfach lieber. Ich werde mal bei Zeiten meinen Entwurf hier posten...und wenn jemand freundlich ist, kann er ja einen Komentar abgeben. Ist es schlimm wenn ein Zeugnis über eine DINA4-Seite lang ist? Weil die habe ich gerade überschritten (wenn auch nur knapp)...

André

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

falls das zeugnis nur ganz knapp über eine seite ist, besser kürzen.

grundsätzlich kann es eine seite überschreiten, wenn die aufenthaltsdauer im unternehmen einen längeren zeitraum umfasst und die tätigkeit entsprechend anspruchsvoll war.

Julian

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Naja, ich habe als Student im Praxissemester angefangen und dann hier noch weitere (knapp) 4 Jahre gearbeitet. Kenne und arbeite in dem Büro seit 1999 (mit kurzer Pause)

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Das ist mein Versuch, der mich wohl so ungefähr wiederspiegeln würde. Laut einem Buch habe ich die fachlichen Kompetenzen meist mit gut, einmal mit befriedigend bewertet. Soziale Kompetenzen teilweise gut, teilweise sehr gut. Was haltet ihr davon?

Arbeitszeugnis

Herr Dipl. Ing. XXX, geboren am 09.07.1973 in XXXX, war zunächst während seines Praktikums vom 01.07.1999 bis 01.12.1999 als Studentische Hilfskraft und infolgedessen vom 01.01.01 bis zum 30.09.05 bei uns im Rahmen eines 4 mal verlängerten befristeten Arbeitsverhältnisses als Diplom Ingenieur Technischer Umweltschutz (FH) in der Abteilung Wasserbau tätig. Das Ingenieurbüro XXXX ist ein selbständiges Kleinunternehmen in den Bereichen Umwelt, Wasserwirtschaft, sowie Raumplanung.

Zunächst wurden Herrn XXX folgende Aufgaben übertragen:

 Bestandserhebungen im Rahmen Landschaftspflegerischer Begleitpläne
 Gewässerstrukturgütekartierungen sowie das Beproben eines Gewässers
 Zeichnerische Darstellungen (AutoCad) von Gewässer-Querprofilen

Durch seine Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer zeigte Herr XXX Interesse für vegetationstechnische Erhebungen erfaßte Zusammenhänge und zeichnete sich stets durch eine gute Lern- und Arbeitsmotivation aus. Durch seine gute Auffassungsgabe und seines Einsatzes hat er sich in kurzer Zeit gute theoretische und praktische Kenntnisse angeeignet und wurde von dem Abteilungsleiter wegen seiner zuverlässigen Lern- und Arbeitsweise und seiner entlastenden Mitarbeit geschätzt.

Nach Beendigung seines Studiums und Umstrukturierungen unseres Unternehmens übertrugen wir Herrn XXX folgende Schwerpunkte:

 Zeichnerische Darstellung (AutoCad) von Gewässerlageplänen, Querprofilen, Detailzeichnungen etc.
 Erstellen von Ausschreibungen (Positionstexten) mit Hilfe von alpha&AVA
 Zeichnerische Massenermittlungen

Herr XXX bereitete im Zuge seiner Zeichnungsarbeiten Fließgewässerverläufe vor, die, nach hydraulischer Berechnung, weiter von ihm konstruiert und ausgearbeitet wurden. Durch das Schreiben von kleinen AutoCad-Scripten konnte Herr XXX, obwohl er in diesem Programm sehr vertraut ist, wiederholende Arbeiten, wie der Massenermittlung noch weiter beschleunigen.
Durch seine Vorkenntnisse, sowie seine allgemeinen schnellen Internetrecherchen konnte er Positionstexte des Garten- und Landschaftsbaus optimieren.
Herrn XXXX zeichnet sich daher stets durch einen konzentrierten und effizienten Arbeitsstil aus.

Indem Herr XXX die Geschäftsführung darauf hinwies, wirkte er maßgeblich dadrauf ein gewisse Ausgaben im Betrieb zu reduzieren z.B. durch die Ermittlung von Preisen bei Modernisierungen bzw. kümmerte er sich auch selbständig um die Aktualisierung des von ihm vorgeschlagenen Least-Cost-Routers.

Herr XXX hatte stets eine gute Leistungsmotivation. Er hat wiederholt auch Aufgaben übernommen, die nicht in seinen unmittelbaren Arbeitsbereich fielen, wobei er sich auf neue Situationen erfolgreich eingestellt hat. Er war ein zuverläßiger und leistungsfähiger Mitarbeiter, der seine Aufgaben folgerichtig, zügig und stets gut erledigte, wobei Herr XXXX ein beachtliches Arbeitspensum, in Zeiten von Belastungsspitzen absolvierte.

Wir waren während der gesamten Beschäftigungszeit mit seinen Leistungen voll zufrieden. Er ist ein überzeugter Teamworker und fügte sich stets vorbildlich in die wechselnden Projektteams ein und ist mit den Mitarbeitern aller Hierarchieebenen jederzeit gut zurechtgekommen. Er gehörte stets zu unseren guten Mitarbeitern, da auch sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen stets vorbildlich war. Auch sein Verhalten gegenüber Auftraggebern war gut.

Leider müssen wir das Arbeitsverhältnis mit Herrn Beyer aufgrund einer Einschränkung des Betriebes unter Beachtung der Sozialauswahl beenden. Bedauerlicherweise können wir ihm auch keine Weiterbeschäftigung auf einer anderen Stelle anbieten. Wir würden es begrüßen, wenn er sich bei erneutem Personalbedarf wieder bei uns bewerben würde.

Wir danken ihm für die produktive Zusammenarbeit und bedauern sein Ausscheiden sehr.

Wir wünschen ihm für die Zukunft beruflich und persönlich alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

antworten
Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo,

die vergangenen Tage musste ich mich leider sehr intensiv um das Zeugnis eines Leitenden Angestellten kümmern, die viel gerühmte Antwort auf meine Frage, bis wann es denn benötigt werde, lautete erwartungsgemäß „ja, eigentlich wäre es gut, wenn Sie es schon gestern fertig hätten.“ Heute möchte ich mich aber endlich wieder den vielen Postings zuwenden, die in den letzten Tagen eingetrudelt sind.

  1. Lounge Gast vom 11.08.2005

Ich finde es beachtlich, dass es sich der Personalchef eines Konzerns leisten kann, sich ganz und gar nicht in der Zeugnissprache auszukennen, um ehrlich zu sein, verwundert mich diese Einschätzung sogar sehr. Grundsätzlich sollte seitens der Abteilung die fachliche Qualifikation geprüft werden („Schaut mal, ob der das drauf hat, was wir suchen“), das Personalwesen prüft dabei die allgemeine Voraussetzungen. In ähnlicher Zusammensetzung – natürlich in Abhängigkeit der zu besetzenden Stelle - führt man dann ja auch ein Vorstellungsgespräch durch. Handelt es sich bei dem zu besetzenden Posten um Ingenieursstellen und die lieben Personaler sind „nur“ betriebswirtschaftlich bewandert, kommt es in den Abteilungen durchaus mal zu ungläubigem Staunen, was sich diese seltsame Gattung Mensch von ihrem „ gläsernen Elfenbeinturm“ aus bei der ein oder anderen Bewerbung mal wieder gedacht haben mag.

Welche Auswirkungen die Zeugnisse Deines Chefs auf dem Markt haben, lässt sich aber nur schwer abschätzen, schließlich stellt ein Arbeitzeugnis nur EINEN Baustein in einer Bewerbung dar und ich bin der festen Überzeugung, dass ein guter Personaler professionelle von unprofessionellen Zeugnissen sehr wohl zu unterscheiden weiß. Die Sache an sich erinnert mich an eine kleine Anekdote: Ein guter Freund von mir hat eine Ausbildung zum Gärtner im Garten- und Landschaftsbau absolviert. Der Meister führte einen kleinen Betrieb und war sicherlich auch nicht nur ansatzweise mit dem modernen Zeugniswesen vertraut. Daher schrieb er meinem Freund zum Ende seiner Lehrzeit auch nur ein paar kurze Zeilen, angereichert mit so liebenswerten Aussagen wie, dass er „jederzeit willig gewesen sei“. Seinen Werdegang hat er ihm trotzdem nicht verbaut...

  1. Lounge Gast vom 14.08.2005

Hier zunächst die generellen Fragen: Wozu wird das Zeugnis denn benötigt? Um was für eine Art von Geschäft handelt es sich und welche Tätigkeiten wurden ausgeübt?

  1. Erster Lounge Gast vom 16.08.2005

zu (1): Dies wird zum einen davon abhängen, wo Du Dich bewirbst und zum anderen wird sich dies aus Deinem gesamten Zeugnistext erschließen müssen. Der Satz selbst offenbart ja schon, dass es sich um Arbeiten der Forschung und Entwicklung handelt und bezieht sich mit der Selbstständigkeit nur auf die Entwicklung der Algorithmen. Er enthält keine Aussage zur allgemeinen Selbstständigkeit, daher sehe ich keine zwingende generelle Entwertung. Die Rahmenbedingungen setzt grundsätzlich der gesamte Zeugnistext: Enthält beispielsweise Deine Aufgabenbeschreibung, dass Du in einem Forscherteam an der Entwicklung komplexer Steuerungsalgorithmen zur Durchführung physikalischer Experimente beteiligt warst, so sehe ich dann aus dem Zusammenhang erst recht keine Abwertung.

zu (2): Der Abschnitt besteht aus zwei unterschiedlichen Elementen. „Herr *** arbeitete zu unserer vollsten Zufriedenheit“ bildet die zusammenfassende Leistungsbeurteilung, aufgrund des fehlenden Wörtchen „stets“ ist die Note „gut bis sehr gut“. Der Satz „Er war sehr engagiert und brachte viele konstruktive Ideen ein“ entstammt der so genannten Arbeitsbefähigung. Diese umfasst grundsätzlich die Beschreibung der geistigen, psychischen und körperlichen Fähigkeiten des Arbeitnehmers. Dabei werden erwähnt:

  1. Auffassungsgabe und Intelligenz, logisch-analytisches und konzeptionelles Denkvermögen, Urteilsvermögen, Kreativität
  2. Belastbarkeit, Ausdauer, Beharrlichkeit und Stressresistenz
  3. Ausbildung, Berufserfahrung, Fachwissen und seine Anwendung sowie sein Nutzen
  4. Weiterbildungsaktivitäten

Nun muss man sich fragen, was aufgrund Deiner Tätigkeit zu den Anforderungen gehört. Hier ist sicherlich die geistige Fähigkeit im Vordergrund der Betrachtung. Intelligenz und Auffassungsgabe kann man als Schlüsselqualifikationen bezeichnen, da sie in den Stand versetzen, vielfältige Aufgaben zu übernehmen. Bei einigen Mitarbeitern aus dem Bereich der Werbung wie auch bei Forschern und Konstrukteuren stellt Kreativität eine wichtige Qualifikation dar, die erwähnt werden sollte. Aber auch Begrifflichkeiten wie Denkvermögen, analytische Fähigkeiten, Flexibilität, innovatives Denken, Weitblick, Konzentrationsvermögen, Begabung oder auch der Umgang mit komplexen und diffizilen Sachverhalten etc. können meiner Einschätzung nach hier eingebracht werden. Was ist gefordert?! Grundsätzlich passt die Einbringung von Ideen zur Tätigkeit. Die Note selbst liest sich für mich mit „gut“ - eine richtige Einschätzung ergäbe sich aber erst aus dem gesamten Zeugnistext, da die Analyse isolierter Einzelsätze leicht zu einer Fehlinterpretation führt.

zu (3): In neuerer Zeit wird, sicherlich als Ausfluss der deutschen Gesetzgebung, in Zeugnissen vermehrt die feminine Sprachform miterwähnt, die explizite Unterscheidung findet prozentual gesehen aber immer noch relativ selten statt. Die Nutzung dieser Variante stellt kein Problem dar. Die Literatur befasst sich eher mit der Frage, inwiefern die Auslassung der weiblichen Sprachform ein Problem darstellen könnte. Angesichts der geringen Verbreitung kann man zurzeit jedoch nicht sagen, dass das Fehlen der weiblichen Sprachform eine bewusste Auslassung sei, die einen weniger guten Umgang mit der weiblichen Belegschaft signalisieren soll. Zeugnisaussteller sollten jedoch beachten, dass insbesondere Formulierungen wie „Sein Auftreten gegenüber Mitarbeiter(n/innen), Kursleiter(n/innen), Teilnehmer(n/innen) und Vorgesetzten war sicher, stets korrekt und aufgeschlossen“ wenig lesefreundlich sind.

Zu (4): Die Formulierung „auf eigenen Wunsch“ erfolgt grob in 75 Prozent der Zeugnisse und steht für eine arbeitnehmerseitige Kündigung. Ihr ist nicht Negatives anzudichten. Die Formel wird jedoch zum Teil auch bei arbeitgeberseitigen Kündigungen oder Aufhebungsverträgen genutzt. Zweifel am Kündigungswunsch des Mitarbeiters entstehen später vor allem dann, wenn der Lebenslauf des Arbeitnehmers nach dem Arbeitverhältnis eine Lücke ohne Beschäftigungsverhältnis aufweist oder die nächste Stelle bei einem anderen Arbeitgeber einen beruflichen Abstieg bedeutet. Denn dann kommt die Frage auf: Wieso hat er denn dann auf eigenen Wunsch gekündigt? Die Wertschätzung im Schlussabsatz wird durch den Dank und die „wertvolle Mitarbeit“ zwar deutlich, für ein sehr gutes Zeugnis wäre die Aufnahme der Formulierung „und weiterhin viel Erfolg“ sicherlich eine wertvolle Wahl.

Zur Schlussbemerkung: Eine kluge Frage. Vielleicht nur ein paar Gedankenanstöße dazu: Aus Anforderungssicht sind die Berufe zu unterschiedlich, um sie so alle unter einen Hut zu bringen. Aus Arbeitgebersicht natürlich einige Rechtsstreitigkeiten vermeiden, wenn die Beurteilung – insbesondere bei schlechten Arbeitnehmern – undurchsichtig bleibt. Seine Komplexität hat das System erst durch die unzähligen Gerichtsverfahren durch alle Instanzen durch erhalten. Zunächst ging es vielleicht um Grundlegendes wie die Inhalte eines Zeugnis oder die Grundsätze des Wohlwollens und der Wahrheit, später stritt man sich dann immer mehr um die Details, vor allen hinsichtlich der Noten. Einigkeit in den Aussagen herrscht jedoch interessanterweise trotzdem noch lange nicht. Die Auffassung der einzelnen Instanzen ist sehr unterschiedlich. Aber auch beim Leser und vermeintlichen Profi sind deutliche Abstriche zu machen: Untersuchungen zur Zeugnisanalyse haben gezeigt, dass bei einem vorgegebenen Zeugnis nahezu jede Zeugnisaussage von den verschiedenen Analytikern als unklar, positiv oder neutral oder als negativ beurteilt wird. Das Gesamturteil reicht beim gleichen Zeugnis von Gut bis Mangelhaft. Daher muss man Zeugnisse immer mit Vorsicht genießen. Als letzten Punkt – man könnte hier sicherlich lange referieren – möchte ich noch zu bedenken geben, dass mittlerweile ein ganzer Berufszweig von diesem Wust profitiert.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo,

ich habe heute auch endlich mein Arbeitszeugnis erhalten. Wenn ich mir die vorhergehenden Zeugnisse so anschaue ist die Beurteilung durchschnittlich, aber es fehlt einiges. Ich muss aber gleich dazu sagen das die Personen, mit denen ich gearbeitet habe, mit dem Inhalt garnichts zu tun haben. Wurden nicht gefragt.

Das Zeugnis ist auf dem Briefkopf der Geschäftsleitung gedruckt.

Anfangs angaben zur Person. Name, Geburtsdatum, Anschrift, begann am 01.03.2000 seine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker Fachrichtung Metall- und Schiffbautechnik in unserem Unternehmen

Nach erfolgreichem Abschluß wurde Herr X ab 01.02.03 als Konstruktionsmechaniker in unserer Produktion übernommen.

Zu seinen Aufgabenbereich gehörten folgende Tätigkeiten:

-
-
-
-
-
< 2. Zeiliger Absatz>
Herr xx verfügt über Berufserfahrung und handwerkliches Geschick. Er hat die ihm übertragenen Arbeiten zügig, fach- und sachgerecht zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt. Er war im zugewiesenen Arbeitsbereich stets ein kompetenter und zuverlässiger Mitarbeiter, der den gestellen Anforderungen gerecht wurde.
< 2. zeiliger Absatz>
Aus betrieblichen Gründen endete das Arbeitsverhältnis am 30.04.05.

Wir danken Herrn XX für seine geleisteten Dienste in unserem Unternehmen und wünschen ihm für seinen weiteren Lebensweg beruflich und persönlich viel Erfolg und alles Gute.

Stempel der Firma + Unterschrift der Prokuristin

Mir fehlt auf jeden Fall angaben zum Verhalten. Auch die ausgeführten Arbeiten sind nicht vollständig. Überhaupt ist dies auch nur das Zwischenzeugnis, welches ich anfangs des Jahres angefordert habe, nur in anderer Zeitform.

Was meint ihr?

Gruß Rene

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo André,

Deine E-Mail hat mich natürlich erreicht, aber Anfragen über das Forum weisen als Absender lounge@wiwi-treff.de aus, demgemäß fällt es mir schwer, Dir eine Antwort zuzusenden. Deine E-Mail-Adresse ist darüber hinaus auch nicht im Forum zu erkennen, da Du „lediglich“ als Lounge Gast verzeichnet bist.

Eine kleine Bemerkung im Sinne der Courtoisie erlaube ich mir dennoch: Ich habe sehr wohl gesehen, dass Du einen Zeugnisentwurf ins Forum gestellt hast, Dein lebendiges Interesse findet dabei meine volle Anerkennung und ich habe auch volles Verständnis dafür, dass es Dir scheinbar eilt. Ich bitte dennoch um Geduld, denn zum einen möchte ich die Postings gemäß Eingang abarbeiten und zum anderen bin ich voll berufstätig. Ich antworte mit meinem Mitarbeiterstab wirklich gerne – aber das geht ausschließlich dann, wenn wir uns die Zeit dafür nehmen können!

Doch genug der Worte, dann wollen wir mal Deine Anfragen abarbeiten:

Zur 1. Anfrage vom 16. August 2005:
Das mit dem Glück, sich sein Arbeitszeugnis selbst schreiben zu dürfen, ist so eine Sache, da die Fehlermöglichkeiten beim Eigenentwurf nun mal unglaublich hoch sind. Dabei geht es vor allem um ein stimmiges Gesamtgefüge. Würde der Entwurf seitens Deiner Firma von kundiger Hand überarbeitet werden – was ich angesichts der Größe der Firma mal als gering wahrscheinlich einstufe – dann wäre der Start mittels Eigenentwurf mitunter eine gute Sache.

Grob skizziert: Ein Zeugnis hat der Wahrheit zu entsprechen, dies bezieht sich inhaltlich somit sowohl auf die wahrgenommenen Aufgaben als auch auf den Bewertungsteil. Dabei ist für die Probabilität zunächst einmal unerheblich, ob Du mangelhafte oder sehr gute Noten aufweist. Bei guten oder sehr guten Zeugnissen gibt es aber gewisse Indizien, die darauf hindeuten können, dass sich der Arbeitnehmer das ach so gute Zeugnis selbst erstellt hat – die Aussagekraft des Zeugnisses sinkt damit aus meiner Sicht ungemein. Zeugnisse unterliegen aber auch der Wohlwollenspflicht. Der Arbeitgeber ist gehalten, das Zeugnis mit „verständigem Wohlwollen“ auszustellen, dies äußert sich dabei in der Konzentration auf den Gesamteindruck. So sollen atypische Fehlhandlungen, kleine Schwächen und kurze Zeiten labiler Leistung ebenso wie nur ausnahmsweise erzielte Erfolge – insbesondere, wenn diese Sachverhalten lange zurückliegen – nicht im Zeugnis verewigt werden. Ergo sollte im guten Zeugnis kein „Ausrutscher drin sein“, da dieser dann als wesentlich und damit charakteristisch für den Arbeitnehmer anzusehen wäre!

Zur 2. Anfrage vom 16. August 2005 / 8. Posting des Tages:
Grundsätzlich kann ein Zeugnis auch über eine Seite gehen, dies hängt über die von Julian erwähnte Position und Verweildauer im Unternehmen auch mit dem zu erzeugenden Gesamteindruck zusammen. Ich stimme Julians Rat in jeder Hinsicht zu, da es meist etwas komisch aussieht, wenn beispielsweise auf der zweiten Seite nur noch der Beendigungsgrund mit Dankes-Bedauerns-Formel und Zukunftswünschen nebst Unterschriften steht. In diesem Fall rate ich Dir, die Schriftgröße auf 11,5 zu setzen oder die Freizeilen auf 8 zu verkleinern oder die Absatzgestaltung zu überdenken. Außerdem sollte bei der räumlichen Gestaltung Deines Zeugnisses das Briefpapier des Arbeitgebers berücksichtig werden hinsichtlich Briefkopf, Logo, Fußnoten etc.

Zur 3. Anfrage vom 16. August 2005 / Dein Zeugnisentwurf
Dem Zeugnis sieht man den Eigenentwurf durchaus an, aber dies ist ja keine Schande. Ich werde Dir im Folgenden ein paar Eckpunkte aufzeigen, die ich mal mindestens für verbesserungswürdig erachte.

Das Verwenden eines öffentlich-rechtlichen Titels ist in korrekter, ausgeschriebener Form vorzunehmen, und zwar so, wie er in der Diplom-Urkunde erscheint, z.B. „Diplom-Ingenieur“. Grundsätzlich würde ich Dir raten, Dir zwei Zeugnisse ausstellen zu lassen: Eines, welches den Zeitraum der studentischen Hilfskraft abdeckt und ein zweites über Deine jetzige Tätigkeit. Die Tätigkeitsbezeichnung scheint sehr ungewöhnlich, vielleicht ist hier „als Ingenieur für Technischen Umweltschutz“ gemeint? Da Du im Folgenden das Ingenieurbüro als selbstständiges Kleinunternehmen bezeichnest (nebenbei: Vor „sowie“ kein Komma!), bringt mich die Formulierung „in der Abteilung“ angesichts der zu vermutenden Größe ein wenig zum Schmunzeln.

Auf die Inhalte Deines Studentenzeit möchte ich nicht eingehen, weise aber mit Nachdruck darauf hin, dass die verwendeten Textbausteine eigentlich nur zur Bewertung von Auszubildenden herangezogen werden und hier gänzlich unpassend sind. Bei einem akademischen Abschluss beispielsweise von „Interesse“ oder „guter Lern- und Arbeitsmotivation“ zu sprechen, halte ich schlicht für unangemessen. Es entbehrt beim Lesen aber nicht einem gewissen Charme. Die Formulierung „wurde übertragen“ ist übrigens sehr passiv, da könnte man dann auch gleich von „musste erledigen“ sprechen.

Die Erwähnung der Umstrukturierungen im Einleitungssatz vor den Aufgaben verstehe ich nicht – was soll mir damit mitgeteilt werden? Ich vermag Deine Aufgaben im Einzelnen nicht zu bewerten, die Erwähnung von „allgemeinen schnellen Internetrecherchen“, Herr Diplom-Ingenieur, würde ich jedoch unter den Tisch fallen lassen. Wenn der Text nach der Strichaufzählung die Aufgaben im Allgemeinen besser beschreibt, so würde ich die Anordnung umdrehen. Die Formulierung „obwohl er in diesem Programm sehr vertraut ist“ klingt unterschwellig nach einem Widerspruch oder dem bewussten Fingerzeig, dass genau das Gegenteil der Fall sein könnte. Wenn hier Deine besonderen Erfolge genannt werden sollen, so solltest Du sie von den Aufgaben durch einen eigenen Absatz deutlich sichtlich trennen und Dir eine neue Formulierung überlegen. Auch rate ich dringend davon ab, bereits im Part der Aufgabenbeschreibung mit Beurteilungselementen („Herr XXXX zeichnet sich daher stets durch einen konzentrierten und effizienten Arbeitsstil aus.“) zu arbeiten, da so der eigentliche Bewertungsteil nach einhelliger Auffassung entwertet wird, zudem ist die Gegenwartsform falsch. Auch ist das Wörtchen „daher (=sonst eigentlich nicht)“ an dieser Stelle von eher fadenscheinigem Nutzen.

Ich wage zu bezweifeln, dass sich ein Unternehmen die Blöße geben würde mit dem Passus „Indem Herr XXX die Geschäftsführung darauf hinwies...“ Dies ist ein typisches Beispiel, wie ich es schon gesehen habe, welches den Arbeitnehmer entlarvt, sich das Zeugnis selbst geschrieben zu haben. Zeugnisse sollen eine objektive Sicht auf den Arbeitnehmer seitens des Arbeitgebers bieten und keinen Altar der Selbstbeweihräucherung bauen! Als Beschreibung des besonderen Erfolges muss somit eine Formulierung gefunden werden, die gleichermaßen konkret (nicht „gewisse Aufgaben“ = meist also eher unwichtige), schlicht und elegant ist.

Nun kommt der eigentliche Bewertungsteil, der Einstieg erfolgt richtigerweise mit der Arbeitsbereitschaft, die Note ist in der Literatur einschlägig mit „gut“ hinterlegt. Der nächste Satz ist ein Hybrid aus zu vielen Elementen, bzw. kommen einige Aspekte zu kurz. Ich würde hier sorgsam nach Arbeitsbefähigung (hier nur in Form der Belastbarkeit/Ausdauer angesprochen), Fachwissen (gar nicht erwähnt), Arbeitsweise/-stil („folgerichtig“ und „zuverlässig“) und Arbeitserfolg („zügig und stets gut erledigte“) trennen und mir zudem einmal Gedanken machen, ob ich bei einem diplomierten Ingenieur zum Beispiel unbedingt das „folgerichtige Arbeiten“ hervorheben muss oder es nicht andere, wesentlichere Anforderungen gibt, die nennenswert wären.

Die zusammenfassende Leistungsbeurteilung sollte nicht unmittelbar zu Beginn des Absatzes Sozialverhalten stehen, besser einzeln oder am Ende der Leistungsbeurteilung, die Note wäre „gut“. Das Sozialverhalten weist zudem eine ungünstige Reihung auf, so erfolgt der Einstieg mit den Sozialkompetenzen, die Note wäre „sehr gut“ hinterlegt. Da ich nach wie vor der Überzeugung bin, dass es sich um sehr kleines Unternehmen handelt, bin ich mir nicht sicher, inwiefern die ständig wechselnden Projektteams den Wesenskern des gemeinsamen Miteinanders darstellen und das Unternehmen nicht vielmehr eine flache Hierarchie aufweist. Das Sozialverhalten gegenüber Internen wird hier mit „sehr gut“ verschlüsselt, die Begründung „er gehörte stets zu unseren guten Mitarbeitern, da...“ wirkt aber unbeholfen. Das Sozialverhalten gegenüber Externen beinhaltet zwar das Wort „gut“, bedeutet jedoch die Note drei! Obwohl die Reihung Vorgesetzten-Kollegen-Kunde erst mal ohne Wertung ist, könnte sie in diesem Fall angesichts der Note und der Position im Absatz aber Fragen aufwerfen.

Der Schlussabsatz korreliert nicht mit meinen Erwartungen angesichts der im Eingangsteil erwähnten Befristung und erzeugt das Bild einer arbeitgeberseitigen Kündigung vor Auslauf der Befristung. Ist dem so oder kann Dir kein erneut befristetes oder gar unbefristetes Arbeitsverhältnis angeboten werden? Dann ist Deine Formulierung mit Sicherheit nicht die richtige Wahl. Nebenbei bemerkt ist ein Arbeitsverhältnis nicht unbegrenzt mit erneuter Befristung verlängerbar, aber das ist ein anderes Thema.

Die Schlusssätze kann man in einem Absatz unterbringen. Zusammenfassend rate ich Dir eingehend, ein Zeugnis mithilfe von fachkundigern Dienstleistenden zu erstellen.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Vielen Dank für Deine ausführliche Darstellung. Ich mußte schlucken, bei dem was Du das alles schreibst. Und ich dachte wirklich mein Zeugnis wäre grob ok. Was soll man da eigentlich noch machen? Die Leute in meiner Firma haben keine Ahnung wie sie ein Zeugnis schreiben sollen, welche "Noten" versteckt sind und ähnliches. Auch wenn wir eine Einstellung suchen, schauen wir überhaupt nicht auf irgendwelche Floskeln, sondern was die Person gemacht hat, ob das Photo sympatisch rüberkommt, wie sein letztes Zeugnis (mit richtigen Noten wie z.B. beim Diplom) war.

Wie gesagt, ich danke Dir für Deinen mir auferlegten Dämpfer, Du schreibst ja selber wie unrepräsentativ ein solches Zeugnis sein kann. Nur was soll ich machen?
Du rätst mir zu fachkundigen Diensleistern.
Kannst Du mir evtl. einen guten empfehlen? Ich habe einige im Internet gefunden...mit unterschiedlichen Angeboten und Preisen. Sind diese denn auch gut? Oder machen die nur Geld mit der Angst der Menschen vor Arbeitslosigkeit?

Ich nehme an Du darfst hier keine Werbung machen - von daher mal meine Mail-Adresse: -beyer-andre@web.de

Und ich danke nochmal für Deine zusätzlichen Arbeit während Deines Vollzeitjobs.
Bisher hab ich angenommen, dass Du ein (sehr guter) WiWi-Student bist, der für seine Klausuren übt ;-)

André

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Rene, bin an einer Antwort dran, muss jetzt aber leider kurzfristig verreisen - Du erhältst Montag eine Antwort!

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo,

vielleicht könnt ihr mir auch helfen? Habe ein Anerkennungspraktikum gemacht und mich mit meiner Vorgesetzten so heftig gestritten, dass ich gekündigt habe. Nun hat sie auf meine Anfrage ein Arbeitszeugnis geschickt. Ich zitiere:

"Nach Abschluß einer vierwöchigen Informations- und Einführungsphase hat Frau W. zunächst unter Anleitung und so dann größtenteils selbstständig die oben angegebenen Aufgaben wahrgenommen. Dabei hat sie ihr umfangreiches Fachwissen sicher und zielgerichtet angewendet. Die Ergebnisse ihrer Arbeit dokumentieren Einsatzwillen und Ausdauer.

Kolleginnen und Kollegen haben Frau W. als stets ansprechbare und höfliche Mitarbeiterin kennen und schätzen gelernt. Das Verhältnis zu Vorgesetzten war geprägt durch Veertrauen und Loyalität. Frau Weiße hat die an sie gestellten Anforderungen stets zur vollen Zufriedenheit erfüllt.

Das Praktikantenverhältnis ist zum 16.11.2004 im beiderseitigen Einvernehmen beendet worden.

Im Namen der Behörde wünsche ich Frau W. für die Zukunft alles Gute und erfolg."

:-)

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Wizard,

ich habe heute einen Entwurf meines Ausbildungszeugnisses vom Ausbilder erhalten und bin etwas unzufrieden.
Es wäre schön wenn du es auch analysieren könntest.

Ausbildungszeugnis:

Herr XXX XXX geboren am XXX in XXX hat vom XXX bis zum XXX den Beruf des Fachinformatikers Fachrichtung Anwendungsentwicklung in unserem Hause erlernt.

Im Rahmen seiner Ausbildung wurden ihm folgende Aufgabenschwerpunkte vermittelt.

Erstellung von Prozessbildern zum Einsatz beim Kunden (Html, ASP, ASP.Net)
Kundenbetreuung in unserem Support über Hotline und Email (Visual Intercept)
Programmierung für Kundenprojekt und beim Standardprodukt XXX mit folgenden Sprachen und Tools VB6, C#, Source Safe
Unterstützung bei der Dokumentationserstellung bei verschiedenen Projekten (Office)

Herr XXX zeigte reges Interesse an seiner Ausbildung und an den Aufgaben sowie Tätigkeiten seines Berufs.
Dank seiner raschen Auffassungsgabe und großen Fleißes konnte er sich gute bis sehr gute berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten aneignen.

Er erledigte die ihm gestellten Aufgaben sorgfältig, zuverlässig und verantwortungsbewusst. Sowohl in der praktischen Tätigkeit und in der Theorie besitzt er überdurchschnittliche Kenntnisse und Fertigkeiten.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war jederzeit einwandfrei.

Die Ausbildung fand endete mit bestehen der Abschlussprüfung vor der IHK-XXX am XXX.
Herr XXX ist nach seiner Prüfung den Bereich Kundensupport übernommen worden.

Wir wünschen Hr. XXX in unserem Hause weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Vielen Dank im Vorraus
dj

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Rene,

heute endlich wieder Luft... natürlich helfe ich Dir gerne beim Entschlüsseln. Schon eingangs gleich ein Lob dafür, dass Du die Beschäftigungsdaten zur Verfügung gestellt hast, dies ist für die Gesamtbetrachtung wichtig.

Als Konstruktionsmechaniker gehörst Du zu den gewerblichen Arbeitnehmern, aufgrund der abweichenden Anforderungen an die gewerblichen Berufe im Vergleich zu denen der Angestellten verwenden viele Arbeitnehmer auch meist andere Textbausteine, der grundlegende Aufbau und der Inhalt eines Zeugnisses unterscheidet sich jedoch nicht.

Die eingangs beschriebenen Sachen sind okay, der Einstieg mit Nennung der Anschrift ist allerdings unüblich. Die Aufnahme der Anschrift in das Zeugnis darf im Übrigen nur mit dem Einverständnis des Arbeitnehmers erfolgen. Hintergrund: Die Angabe der Anschrift ist für den Arbeitnehmer möglicherweise schädlich, wenn auf viele Wohnungswechsel oder auf „schlechte Adressen“ geschlossen werden kann. Aus Arbeitgebersicht, wie ein Autor anführt, soll mit der Angabe der Adresse die Zeugnisfälschung erschwert werden, doch dies ist eine sehr schlechte Begründung, daher kann man getrost darauf verzichten.

Die Übernahme in die Produktion mit „wurde übernommen“ klingt passiv und sollte in ein aktiveres „haben wir übernommen“ geändert werden. Im Aufgabenteil sollen alle tatsächlich wahrgenommenen wesentlichen Aufgaben, die im Rahmen Deiner weiteren beruflichen Entwicklung Bedeutung erlangen könnten, aufgenommen werden. Nun gut, in Deinem Fall hat man schlichtweg das Zwischenzeugnis übernommen, daher solltest Du noch mal nachhaken!

Der Bewertungsteil: Der erste Satz geht auf das Wissen („verfügt über Berufserfahrung“) und auf die Fertigkeiten („handwerkliches Geschick“) ein. Bei einem Berufseinsteiger mit dem Begriff der „Berufserfahrung“ zu arbeiten, halte ich für fragwürdig, eine Bewertung ist hier meist schwierig. Da das handwerkliche Geschick wertungsfrei genannt ist (z.B. „hohes handwerkliches Geschick“) sehe ich den Satz aufgrund des jungen Alters mit „befriedigend“. Der zweite Satz mit „zügig, fach- und sachgerecht“ geht auf die Arbeitsweise ein, der Abschluss erfolgt mit der zusammenfassenden Leistungsbeurteilung. „Zu unserer vollen Zufriedenheit“ steht dabei - wie der ganze Satz - für ein „befriedigend“. Die Zuverlässigkeit im letzten Satz ist ein Element, welches üblicherweise ebenfalls zur Beschreibung der Arbeitsweise herangezogen wird. Der Passus, „der den gestellten Anforderungen gerecht wurde“ ist ein sehr knappe Form, um das Arbeitsergebnis zu umschreiben. Die Formulierung selbst ist zum einen passiv, zum anderen lässt sie sich durch ein „mehr aber auch nicht“ ergänzen. Jemand, der in einem Arbeitszeugnis nicht einmal „stets“ den (gerade einmal) gestellten Anforderungen gerecht wird, zeigt unterdurchschnittliche Ergebnisse.

Zeugnisse gewerblicher Arbeitnehmer sind meist kürzer als die der Tarifangestellten, einige Bücher der Fachliteratur unterbreiten zudem Zeugnisentwürfe, in denen nicht alle Elemente zweifelsfrei enthalten sind. Deinem Zeugnis fehlen beispielsweise Aussagen zur Arbeitsbereitschaft (Motivation etc.) und zur Arbeitsbefähigung (z.B. Ausdauer und Belastbarkeit, wäre z.B. bei Schichtdienst sicherlich eine zu erwartende Aussage). Die Arbeitsweise wird hier hingegen mit sehr vielen Worten umschrieben, wenn ich mir Deinen Beruf vor Augen führe, vermisse ich jedoch z.B. Aussagen zur Selbstständigkeit und zur Sorgfalt (angesichts Montage, Schweißarbeiten etc.). Bewertungen zum Sozialverhalten gehören aber immer mit in ein Zeugnis, das Fehlen hast Du richtigerweise festgestellt. Es bildet in Deinem Zeugnis eine auffällige Leerstelle, die natürlich jede Menge Fragen aufwirft!

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo André,

selbst wenn ich Werbung machen wollte, könnte ich es nicht, da ich mit keinen der entsprechenden Dienstleistenden Erfahrung habe. Mein Schreibtisch ist selbst voll mit Zeugniswünschen von Vorgesetzten, Kollegen, Freunden und Bekannten und ich nutze das Netz zumeist nur, um Einzelfragen zu recherchieren. Die Frage, ob die Anbieter gut sind, lässt sich damit schwerlich beantworten. Unterschiede lassen sich aber durchaus anhand der ausgewiesenen Referenzen ausmachen, da lohnt ein genaues Hingucken. Mit Sicherheit beschert die Angst vor der Arbeitslosigkeit den ein oder anderen Zusatzauftrag, inwiefern ein Zeugnis lohnt, muss jeder für sich entscheiden.

Der Frage nach der Bedeutung von Zeugnissen für die Personalvorauswahl sind einige Unternehmensbefragungen auf den Grund gegangen. Je qualifizierter die zu besetzende Stelle war (Arbeiter – Tarifangestellte - Leitende) desto größer war die Bedeutung, die dem Zeugnis beigemessen wurde. Im Vordergrund steht dabei natürlich der Informationswert des Zeugnisses und das deckt sich mit Deinen Ausführungen, nachzuschauen, „was die Person gemacht hat.“ Ungewollt negative Zeugnisse durch unkundige Hand müssen nicht gleich in Arbeitslosigkeit münden, aber ob sich der Personalbereich in großen Unternehmen immer die Zeit nehmen kann, eine sorgfältige und abwägende Analyse jedes einzelnen Zeugnisses vorzunehmen, wenn es genügend andere gute Bewerber gibt, lasse ich mal offen im Raume stehen.

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Lounge Gast vom 21.08.2005 / Frau Weiße,

Dein Zeugnis beschäftigt mich nun doch schon die ganzen letzten Tage, da es ein sehr spannendes Schriftstück ist. Aufgrund der Tatsache, dass Du nach einem Streit gekündigt hast, möchte ich mich hinsichtlich einer Analyse erst dann festlegen, wenn ich den gesamten Zeugnistext vorliegen habe, alles andere würde in Spekulation münden. Meine Bitte daher lautet, diesen doch komplett von der Einleitung bis hin zur Unterschrift darzustellen.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Wizard,
ich bin gestern bei einem Anwalt gewesen und bis auf einige Korrekturen, war sie mit meinem Entwurf, den ich bereits mit Deiner Hilfe korrigiert hatte, zufrieden. Ich denke, dass ich eh jedem hier empfehlen kann, dass wenn er in einer Rechtsschutzversicherung ist einen Anwalt aufzusuchen, der einen in einem persönlichem(!) Gespräch nochmal verbal unterstützt und auf Fragen gezielt eingehen kann.
Deine Hilfe hier Wizard war mir sehr von Nutzen, aber im Grunde fehlte der persönliche Kontakt zu einem fachwissenden Menschen. So habe ich es zumindest gesehen.
Abschließend muß man wirklich sagen, dass ein Zeugnis zwar einen Einblick zu einer Person gibt, aber im Grunde das Gesamtbild einer Bewerbung stimmig sein muß. Dazu gehört eben nicht nur das Zeugnis. Was nutzt einem das beste Zeugnis, wenn schon alleine das (persönlich verfasste) Anschreiben nicht inhaltlich oder wenn man zwischen den Zeilen lesen kann (was ich jedem guten Personalchef zutraue) persönlich zum Zeugnis passt. Das Bewerbungsphoto Schrott ist, oder der Lebenslauf einen wirren Werdegang aufweist.
Jeder möchte sich bei einer Bewerbung auf´s Beste präsentieren, aber, aber man kann - und sollte nicht - versuchen mehr aus sich rauszuholen als man ist.
In diesem Sinne werde ich einfach sehen, was auf mich zukommt und mich mit Nachdruck gegen Ungerechtigkeiten oder Pauschalisierungen gegen meine Person wehren.
Wer mich nicht will, der hat schon. Ich glaub das ist einfach so.

Grüße und nochmals danke für alles

André

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Wizard,
ich habe dir so eben eine private Nachricht geschickt. Vielen Dank

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Wizard & alle anderen.
Ich bitte euch dringend um eure Hilfe (...)

Bitte übersetzt mir doch folgende Sätze.

  • Frau X erledigt die ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit.
  • Sie arbeitet sehr selbständig und gewissenhaft.
  • Qualitätsunterlagen und Arbeitspapiere werden von ihr stets sauber und ordentlich geführt.
  • Sie ist eine sehr zuverlässige und loyale Mitarbeiterin und zeigt große Eigeninitiative.
  • Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen ist stets einwandfrei.

Bitte wer kann mir helfen. Es wäre wirklich super dringen, weil ich dieses Zeugnis bis Montag abgeben muss.

Wäre echt super wenn ihr mir helfen könntet.

BUSSI ***

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MSOYO

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallöchen, ich habe gestern mein Arbeitszeugnis bekommen und würde jetzt dann doch mal gerne wissen woran ich bin. hoffentlich könnt ihr mir weiterhelfen. Es ist ein Ausbildungszeugnis.

die wichtigsten Sätze:

....durch sein großes Interesse und seinen überdurchschnittlichen Einsatz konnte Herr XXX bereits im 2.ten Ausbildungsjahr selbstständig als........... eingesetzt werden. Außerdem konnte er ohne lange Einlernzeiten in sämtlichen Abteilungen unserer Brauerei Maschinen und Anlagen eigenverantwortlich bedienen.

Herr XXX fügte sich gut in unsere Betriebsgemeinschaft ein und war bei unseren Mitarbeitern und seinen Vorgesetzten durch sein freundliches und höfliches Wesen sehr beliebt.......

Wäre eine super Hilfe wenn ihr mir das mal in Klartext schreiben könntet.
Vielen Dank

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Wizard,

ich war letzte Woche im Urlaub und konnte das Forum jetzt erst wieder verfolgen. Vielen Dank für deine Ausführliche Antwort. Hat mir erstmal sehr gut weiter geholfen.

Gruß Rene

P.S. gibts eigentlich eine Möglichkeit dich für deine Mühen zu Entschädigen?

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo,
ich habe heute mein Arbeitszeugnis bekommen. Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen, denn bei ein paar Sätzen blick ich nicht durch.

  1. Er war bereit, sich über seine Arbeitszeit hinaus über notwendige Themen vielfältig zu informieren.

  2. Aufgrund seines freundlichen Wesens und seiner kollegialen Haltung war Herr...... ein beliebter und geschätzter Mitarbeiter.

  3. In Alltagssituationen reagierte er flexibel und handelte überlegt und mit Ruhe.

vielen Danke!

J.N.

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Wizard,

ich habe folgendes Arbeitszeugnis erhalten. Vielleicht kannst du da was zu sagen?

Danke und MfG

Dirk

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Herr Dirk ..., geboren am ..., war vom 1.11.2001 bis zum 31.3.2005 als Anwendungsentwickler in unserem Unternehmen tätig.

Wir sind Hersteller und Vertreiber eines umfangreichen Krankenhaus-Informations-Systems, das für Rechenanlagen der IBM Modellreihe eServer iSeries sowie Windows 2000/XP konzipiert ist.

Im Rahmen seines vielseitigen Tätigkeitsfeldes führte er eigenverantwortlich und erfolgreich unter anderem folgende Aufgaben durch:

- Mitarbeit bei der Konzeption und Entwicklung folgender neuer, objektorientiert Anwendungen
    o Formular- und Anwendungsdesigner
- Datenbankdesign und Organisation für die von ihm betreute Anwendung
- Entwicklung der EJBs für die Anwendung mittels des IBM Entwicklungstools WSAD in der Programmiersprache Java
- Entwicklung grafischer Oberflächen für die Anwendungen mittels der SWING Technologie
- Installation sowie in- und externe Schulung der von ihm entwickelten Funktionen

Herr ... besitzt die Gabe, sich sehr schnell in neue Technologien und Entwicklungswerkzeuge einzuarbeiten, dieses Wissen in die tägliche Arbeit umzusetzen und es auch an Kollegen und Kunden weiter zu geben.

Herr ... verfügt über ein fundiertes Fachwissen und umfangreiche Erfahrungen, die sich nicht nur auf die zur Verfügung stehenden Systeme und Entwicklungswerkzeuge beziehen, sondern auch darüber hinaus gehen und setzt diese stets sicher und zielgerichtet in der Praxis ein. Durch seine schnelle Auffassungsgabe überblickt Herr ... auch schwierige Situationen und Abläufe, kann diese analysieren, flexibel und schnell auf die sich ergebenden Veränderungen reagieren, konstruktiv und strategisch denken und Konzepte und Strategien erarbeiten und in die Realität umsetzen.

Herr ... überzeugt durch seine hohe Leistungsbereitschaft und identifiziert sich stets voll mit seinen Aufgaben. Er setzte sich, ohne zu zögern auch über die geregelte Arbeitszeit hinaus, erfolgreich für unser Unternehmen ein.

Die ihm übertragenen Aufgaben wurden, auch unter schwierigen Arbeitsbedingungen, mit Fleiß, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt.

Sein verlässlicher, kooperativer und kreativer Arbeitsstil sowie seine Integrität und Beliebtheit haben stets zu einer angenehmen Zusammenarbeit zwischen der Geschäftsleitung, den Kollegen und externen Geschäftspartnern beigetragen. Dabei wurde sein freundliches, immer hilfsbereites Wesen nicht nur von Vorgesetzten und Kollegen, sondern auch von den Kunden geschätzt und machte ihn zu einem außerordentlich wertvollen Mitarbeiter.

Aufgrund einer Firmenfusion wechselte Herr ... zum 1. April 2005 zu unserer Konzernmutter der ... nach .... Wir danken ihm für seine bisherigen wertvollen Dienste und wünschen ihm für die Zukunft weiterhin Erfolg und persönlich alles Gute.

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Guten Abend liebe Forumsnutzer!

Seufz, in den vergangenen Tagen hatte ich - filmähnlich - drei Hochzeiten und dazu einen Todesfall in der Familie, nachdem ich dann noch beruflich außer Haus war musste ich mich danach erst mal ein wenig um meinen Schreibtisch kümmern. Es tut mir leid, die eilige Anfrage daher nicht beantwortet zu haben, einen Kommentar werde ich dennoch verfassen. Ich gedenke, bis Mittwoch früh alle eingegangen Anfragen im Forum beantwortet zu haben und hoffe, bereits morgen im Verlaufe des Tages die ersten Postings setzen zu können. Vielen Dank für Euer Verständnis!

antworten
Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo dj,

natürlich schaue ich gerne mal in Dein Zeugnis. Also, was fällt mir dabei auf?

Der einleitende Absatz ist in Ordnung und gibt die gängigen Inhalte wieder, die in ein Ausbildungszeugnis gehören. Die Formulierung „hat erlernt“ ist darüber hinaus eine aktive Formulierung. Das ist gut.

Nun gerät das Ausbildungszeugnis dagegen leicht aus den Fugen, da eine Aufgabenbeschreibung folgt, wie sie gebräuchlich dem Unternehmen länger angehörigen Mitarbeitern bescheinigt wird, aber sicherlich nicht Auszubildenden ausgestellt werden sollte. In Ausbildungszeugnissen genügt es den Anforderungen des § 8 Bundesbildungsgesetz (BBiG) keinesfalls, lediglich die Angabe des erlernten Berufs vorzunehmen oder einen Verweis auf das Berufsbild bzw. die Ausbildungsordnung zu geben. Es ist vielmehr eine konkrete, sachliche und zeitliche Gliederung der Ausbildung unter Angabe der durchlaufenen Abteilungen und der dort erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse sowie der Berufsschulbesuch oder ggf. eine spezielle Firmenunterrichtung zu dokumentieren. Die einzelnen bedeutsamen, sprich erwähnenswerten Projekte oder Aufgaben können dann hier wiedergegeben werden.

Darüber hinaus spricht der Gesetzgeber im besagten § 8 BBiG im Übrigen von „erworbenen“ und nicht von „vermittelten“ Fertigkeiten und Kenntnissen. Die leicht passive Formulierung im zweiten Satz „wurden vermittelt“ ist daher zu monieren.

Nun folgt der Bewertungsteil. Gleich einleitend mein Hinweis, dass die Formulierungen im Falle eines Auszubildenden naturgemäß von denen eines ausgelernten Mitarbeiters divergieren. Der erste Satz bewertet die sogenannte Ausbildungsbereitschaft, der Begriff des „Interesses“ ist in einem Auszubildendenzeugnis im Übrigen nicht abwegig. Die Note ist in dem Wort „rege“ versteckt, welches üblicherweise in sehr guten Benotungen vorkommt. Da eine sehr gute Note jedoch mindestens ein „stets / jederzeit“ erfordert und dieses zudem noch durch andere Begrifflichkeiten verstärkt wird (z.B. „stets großem und regem Interesse“ oder „stets sehr rege und nutzvoll Gebrauch gemacht“) wird die Note höchstwahrscheinlich bei „gut“ liegen. Nun folgt ein Hybrid, der mehrere Elemente vereint. Auf das „Wollen“ folgt das „Können“, sprich die Ausbildungsbefähigung, die mit den Worten „Dank seiner raschen Auffassungsgabe“ hinterlegt ist. Der „große Fleiß“ entstammt der Motivation und ist damit eigentlich der Ausbildungsbereitschaft zuzuordnen. Der Satz endet mit den erworbenen Fertigkeiten und Kenntnissen, die Note selbst ist deutlich ablesbar.

Der nächste Absatz beginnt mit der Lern- und Arbeitsweise. Wenngleich hier ein „stets“ wünschenswert wäre, sehe ich die Note aufgrund der zahlreichen Nennungen wie auch des positiven „Verantwortungsbewusstseins“ bei „gut“. Eigentlich würde jetzt der Arbeitserfolg bewertet werden (z.B. „Die Arbeitsergebnisse waren, auch bei gesteigerten Anforderungen, stets von guter Qualität“), Dein Zeugnis enthält jedoch eine Redundanz, da erneut auf die erworbenen Fertigkeiten und Kenntnisse eingegangen wird. Das sollte vermieden werden.

Der Vollständigkeit halber müsste nun die Zusammenfassende Leistungsbeurteilung folgen, z.B. „Herr dj hat stets zu unserer vollen Zufriedenheit gelernt und gearbeitet (Note 2).“ Oder „Herr dj war nach übereinstimmender Beurteilung in allen Einsatzabteilungen ein sehr guter Auszubildender. Er hat während der gesamten Ausbildungszeit unsere Erwartungen in jeder Hinsicht und in bester Weise erfüllt (Note 1).“

Das Sozialverhalten bildet mit „jederzeit einwandfrei“ eine gute Note, auch sind die Elemente Vorgesetzte - Mitarbeiter in der richtigen Reihenfolge genannt. Da Du Umgang mit Kunden pflegst, werden auch diese richtigerweise mit aufgenommen. Die Nennung dieser Klientel an letzter Stelle ist zwar ungeschickt, hat jedoch keinen Einfluss auf die Note. In Auszubildendenzeugnissen beurteilt man aber auch immer das Verhalten gegenüber den Ausbildern und den Mit-Auszubildenden. Es empfiehlt sich daher, zwei Sätze zum Sozialverhalten zu ersinnen, die nach Verhalten gegenüber Internen und nach Externen unterscheiden und damit alle Gruppen einbeziehen.

Die Fehler in der mir vorliegenden Zeugnisabschrift „Die Ausbildung fand endete...“ und „...nach seiner Prüfung [in] den Bereich Kundensupport“ sind sicherlich nicht im Original enthalten. Inhaltlich ist er der Absatz typisch für einen Ausbildungsabschluss mit Übernahme.

Das Zeugnis schließt mit den Zukunftswünschen, die mit Sicherheit „sehr gut“ gemeint sind. Üblichweise lautet die Reihenfolge der Wünsche jedoch „alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“

Zusammenfassend bedarf das Zeugnis objektiv betrachtet nur leichter Korrekturen im Bewertungsteil. Gravierend sind jedoch die Mängel in der Beschreibung des Ausbildungsverlaufes, da die Aufgabenbeschreibung für einen ausgelernten Mitarbeiter verwendet wurde.

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo André,

Dein Entschluss, einen Anwalt zu konsultieren, war sicherlich eine wertvolle Wahl. Ich stimme Dir zu, dass der persönliche Kontakt zur Besprechung eines Arbeitszeugnisses wünschenswert ist, zumal die Zeit zum Verfassen der Analyse entfällt und ein direktes Nachfragen ohne lange Umwege über das Forum möglich ist. Das kann ich leider nicht bieten, denn wenn ich mich zum Beispiel zur telefonischen Befragung zur Verfügung stellen würde, wird das sicherlich darin enden, dass mein Telefon nur noch selten stillstehen würde - und dafür fehlt mir die Zeit! Ich wünsche Dir, die richtige Anwältin ausgewählt zu haben, denn aus Rechtstreitigkeiten im Konzern kann ich Dir versichern, dass nicht jeder Angehöriger dieser Zunft das nötige (Fach-)Wissen besitzt.

Ach ja, hinsichtlich meines Alters und meines Geburtsdatums liegst Du gänzlich falsch, aber netter Versuch, danke für das Kompliment.

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Zur Info an die Nutzer: Das vollständige Zeugnis des Lounge Gastes vom 21. August 2005 / Frau Weiße wurde mir vollständig per Fax übersandt, die Analyse dazu habe ich heute morgen privat per Mail überstellt. Da ich in dieser Analyse auf weitergehende Informationen Stellung beziehe, die nicht im Forum veröffentlicht wurden, werde ich demgemäß das Schreiben auch nicht in das Forum einstellen und hoffe auf Euer Verständnis.

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Lounge Gast vom 28. August 2005,

leider aus besagten Gründen erst heute meine Antwort. Auf Deinen Wunsch nehme ich nur Stellung zur Bedeutung der genannten Sätze und verweise dabei auf den Bereich, dem sie zuzuordnen sind.

  1. „Frau X erledigt die ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit.“

    • Zwischenzeugnis, da Gegenwartsform
    • Bereich: Zusammenfassende Leistungsbeurteilung
    • Note ist „gut“
  2. „Sie arbeitet sehr selbstständig und gewissenhaft.“

    • Bereich: Bewertung der Arbeitsweise / des Arbeitsstils
    • Note: sicherlich positiv um die Note „gut“, aber nicht exakt „anzusiedeln“ (s. Schlussbemerkung)
  3. „Qualitätsunterlagen und Arbeitspapiere werden von ihr stets sauber und ordentlich geführt.“
    • Bereich: Bewertung der Arbeitsweise / des Arbeitsstils
    • Note: Ein Satz wie dieser sollte nur dann im Arbeitszeugnis stehen, wenn es die Anforderungen des Berufes zwingend erfordern und die Führung von sauberen und ordentlichen Qualitätsunterlagen und Arbeitspapieren wesentlicher Bestandteil der ausgeübten Tätigkeit ist. Dann ist es sicherlich mindestens „gut“ zu werten.

Diese Thematik ist adaptiv zum Begriff der „Ehrlichkeit“ zu sehen, dessen Nennung in Arbeitszeugnissen bei Verkäufern, Lagerleitern und -mitarbeitern, Reinigungskräften etc. gefordert ist.

  1. „Sie ist eine sehr zuverlässige und loyale Mitarbeitern und zeigt große Eigeninitiative.“

    • Hybrid aus vielen Elementen
    • Bereich: Bewertung der Arbeitsbereitschaft und Motivation „große Eigeninitiative“
    • Bereich: Bewertung der Arbeitsweise „sehr zuverlässig“
    • Bereich: Sozialverhalten, ergänzt um ein Attribut der Sozialkompetenz „loyal“
    • Note ist „gut“
  2. „Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen ist stets einwandfrei.“
    • Bereich: Sozialverhalten
    • Note ist „gut“

Generelle Anmerkung: Ohne das genaue Berufsbild und die damit verbundenen Anforderungen zu kennen, ist die Festlegung auf eine Note jedoch immer mit einem gewissen Risiko behaftet. Am Beispiel des Sozialverhaltens: Für jemanden mit Kundenkontakt, als Angehöriger des Personalbereichs, als Führungskraft etc. wäre dieser eine Satz deutlich zu kurz und würde in einer schlechteren Note resultieren. Ebenso bilden die hier aus dem Zusammenhang genommenen Sätze keinen vollständigen und wohl geordneten Bewertungsteil eines qualifizierten Arbeitszeugnisses!

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo MSOYO,

natürlich sind die Sätze des Bewertungsteils maßgeblich für eine Beurteilung der Leistung und der Führung und damit „die wichtigsten Sätze.“ Die Arbeitnehmer unterschätzen aber meines Erachtens sehr deutlich die Möglichkeiten der Arbeitgeber, ein Gesamtbild vom Mitarbeiter an vielen anderen Stellen zu erzeugen. Wie dem auch sei, gerne werfe ich einen Blick auf den zur Verfügung gestellten Ausschnitt. Dem Zeugnis von dj / 22. August 2005 (meine Analyse vom 6. September 2005) ist zu entnehmen, welche Komponenten ein Ausbildungszeugnis enthalten sollte.

Bei Dir erfolgt ebenfalls der Einstieg mit der Bewertung der Ausbildungsbereitschaft, die Noten sind dabei in den Wörtern „großes [Interesse]“ sowie „überdurchschnittlichen [Einsatz] hinterlegt und werden für die Note „gut“ stehen. So ließe sich für eine sehr gute Note beispielsweise das Wort „überdurchschnittlich“ durchaus in „vorbildlich“ wandeln und vorab ein aufwertendes Wörtchen wie „stets“ einbringen. Der Satz schließt mit der Selbstständigkeit, der Begriff entstammt eigentlich der Bewertung der Arbeitsweise / des Arbeitsstils, ist aber sicherlich ein großes Lob. Der zweite Satz lässt sich der Arbeitsbefähigung („Können“) zuordnen und hebt die rasche Auffassungsgabe hervor. Das Spiel mit der Begrifflichkeit „ohne lange Einlernzeit“ ist aber mit Vorsicht zu genießen, besser wäre „nach sehr kurzer Einlernzeit“. Zur Abwertung nutzt man im Zeugnisdeutsch nämlich gerne Begrifft, die negativ besetzt sind, wie beispielsweise „Tadel“, „Klage“ oder „Beanstandung“ und negiert das Ganze dann hübsch verpackt: „Das Benehmen war ohne Tadel.“ Das bedeutet dann genau das Gegenteil: „das Benehmen war sehr wohl zu tadeln.“ Ähnlich sehe ich das mit dem Passus „ohne lange Einlernzeit“. Besser umwandeln, da es ganz sicherlich so nicht beabsichtigt war.

Der zweite Absatz entstammt der Bewertung des Sozialverhaltens, der Einstieg mit „fügte sich gut in unsere Betriebsgemeinschaft ein“ klingt ein wenig wie die erfolgreiche Aufnahme in eine eingeschworene Gemeinschaft, indirekt lese ich dabei eine Übernahme nach der Ausbildung heraus. Grundsätzlich ist wie im Ausbildungszeugnis von dj anzumerken, dass bei Auszubildenden das Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern, Ausbildern und Mit-Auszubildenden (und zwar in dieser Reihenfolge) beurteilt werden sollte. Das ist hier unvollständig, muss aber nicht bedeuten, dass es sich um eine bewusst gesetzte Leerstelle handelt. Notentechnisch bleibt die Konstruktion für mich trotz des Wortes „gut“ im Bereich „befriedigend“. So ist zum einen die Reihenfolge gedreht (Mitarbeiter – Vorgesetzte), eine beliebte Technik zur Abstufung, und zum anderen weisen die Begrifflichkeiten „höflich“, „freundlich“ und „beliebt“ in ihrer Kombination eher auf eine befriedigende Note hin. In der einschlägigen Literatur wird bei ausgelernten Mitarbeitern mit dem Einstieg „fügte sich gut in die Betriebs- / Arbeitsgemeinschaft ein“ sogar auf eine unterdurchschnittliche Note hingewiesen, allerdings wird dann ergänzend durch einen zweiten Satz mit den oben angesprochenen negativen Begriffen gearbeitet oder die Leerstellentechnik angewandt. Ob die durchschnittliche Note die wahre Intention des Verfassers ist lasse ich aber mal dahingestellt.

Bilden „die wichtigsten Sätze“ einzig und allein den Bewertungsteil, so ist das Zeugnis nicht sehr informativ und lässt wichtige Leistungsaussagen gänzlich vermissen.

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Rene,

schön, dass ich Dir helfen konnte. Eine Entschädigung ist nicht der Gedanke meiner Arbeit, ich würde mich aber freuen, wenn mir die Nutzer Kredit in ihrer Geduld einräumen, da ich nicht immer gleich alles beantworten kann. Letzteres war jetzt nicht an Dich gerichtet. Halte mich auf dem Laufenden, sollte sich etwas Neues bei Deinem Zeugnis ergeben!

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Dirk,

sehr gerne verfasse ich Dir eine Antwort auf Deine Bitte. Also, was gibt es festzuhalten?

Nach mehrfachem Lesen des Zeugnisses ergibt sich für mich ein äußerst positiver Gesamteindruck. Das Zeugnis ist wohl geordnet, (fast) vollständig und von kundiger Hand verfasst. Es weist nur kleinere stilistische Mängel auf, die das Gesamtbild jedoch nicht schmälern und schnell besprochen und geändert werden können. Im Einzelnen:

Der Einstieg erfolgt klassisch und ist enthält die Aktivformulierung „war tätig“. Um die Bedeutung Deiner Position („Anwendungsentwickler“) und der folgenden Aufgaben in den richtigen Zusammenhang zu stellen und damit zu verdeutlichen, wird im zweiten Absatz kurz die Branche mit einer Umschreibung der Firma und ihrer Produkte angegeben, das ist sehr gut gelöst worden.

Nun folgt die Aufgabenbeschreibung, der einleitende Satz gibt durch die Signalwörter „vielseitig[en Tätigkeitsfeld]“ und „eigenverantwortlich“ bereits wichtige Hinweise auf die Wertigkeit der Arbeit und den unumstritten hohen Selbstständigkeitsgrad. Leider enthält der Satz auch zwei Fehler, die der Korrektur bedürfen. So schön der Begriff „erfolgreich“ bereits zu Beginn klingen mag, so sehr warne ich vor der Vermischung von Bewertungsteil mit bewertungsfreiem Aufgabenteil! Die Einbringung von Beurteilungselementen im Aufgabenteil entwertet nach einhelliger Auffassung den späteren Bewertungsteil, da muss man strikt trennen – streichen! Der zweite Punkt betrifft den Passus „unter anderem“, das klingt so nach „kümmerte sich auch = aber eigentlich zu wenig“. Die Absicht des Verfassers wird in den Formulierungen „im Wesentlichen“ oder „im Schwerpunkt“ gelegen haben und ist auch gut angedacht. Durch die Schwerpunktbildung kann der Aussteller sich auf diejenigen Aufgaben konzentrieren, die auch formulierungsstark sind. Insbesondere bei Kräften mit anspruchsvollen Aufgaben kann so Unwichtigeres, wie Papierkram unter den Tisch fallen. Denn gemäß der Wahrheitspflicht müssten ja alle wahrgenommenen Aufgaben aufgelistet werden und das kann im Einzelfall mitunter sehr viel werden.

Die Aufgaben selbst mag ich inhaltlich leider nicht zu werten, die Reihung ist jedoch mustergültig in einer Antiklimax verfasst worden. Die Aufgaben werden sehr schön mit anspruchsvollen Verben vorgestellt. Was ich nicht interpretieren kann, ist die Anzahl der Untergliederungen auf der zweiten Ebene („“folgender neuer, objektorientiert[er] Anwendungen:“. Ich gehe davon aus, dass es mindestens zwei Gliederungspunkte sind, die nicht nur aus „Formular- und Anwendungsdesigner“ bestehen. Gewiss ließe es sich auch aus Gründen der Anschaulichkeit vermeiden, zwei Gliederungspunkte, die jeweils mit „Entwicklung“ beginnen, untereinander anzuordnen.

Der Einstieg in den Bewertungsteil erfolgt durch die mittels Absatzbildung deutlich ersichtliche Würdigung einer Eigenschaft, die Dich auszeichnet. Das ist inhaltlich gewissermaßen mit einem besonderen Erfolg zu vergleichen. Sehr gut!

Daran knüpft direkt die Bewertung des Fachwissens an. Die „sehr gute“ Note resultiert für mich jedoch nicht aus „fundiertes Fachwissen“, den „umfangreichen Erfahrungen“ und die „stets sichere und zielgerichtete [Umsetzung] in der Praxis“ sondern in der Paarung mit dem Hinweis, dass diese „auch darüber hinaus gehen.“ Der zweite Satz umschreibt die Arbeitsbefähigung („durch seine schnelle Auffassungsgabe“). Die Darstellung ist sehr detailliert und stichhaltig, dabei ergänzt sie sich hervorragend mit den Anforderungen an einen Entwickler. Durch den sprachlichen Glanz mündet die Bewertung der Arbeitsbefähigung für mich zweifelsfrei in einer „sehr guten“ Note.

Das Zeugnis bekäme sein sprichwörtliches Sahnehäubchen, wenn in einem schlanken Satz noch der Arbeitserfolg bewertet werden würde, z.B.: Herr .... lieferte stets eine weit überdurchschnittliche Arbeitsqualität.“ Dieses Element fehlt. Leider wird die Bewertung des Arbeitserfolgs von manchen Arbeitgebern unbewusst vernachlässigt, da der Text oft annähernd wie die zusammenfassende Leistungsbeurteilung lautet. Diese Bewertung gehört jedoch in ein vollständiges qualifiziertes Arbeitszeugnis. Mittels einer ideenreichen Wortwahl könnte sie sich doch deutlich von dieser abheben. Als sehr angebracht denke ich in Deinem Fall: „Für unsere Kunden entwickelte Herr ... stets optimale Lösungen. Er war unser Spezialist für alle ungewöhnlichen Kundenanforderungen.“

Der nächste Absatz widmet sich dem Bereich der Arbeitsbereitschaft und Motivation. Die Noten sind dabei in den Begriffen „hohe [Leistungsbereitschaft]“ sowie „stets voll“ hinterlegt und stehen für: „gut.“ Der abschließende Satz wertet diese Note aus meiner Sicht sogar noch leicht in ein „gut bis sehr gut“ auf.

Es folgt die zusammenfassende Leistungsbeurteilung. Die Formulierung „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ steht dabei für „sehr gut“. Die gewählte Satzform mit „wurden... erfüllt“ ist jedoch passiv. Der Satz sollte entweder vollkommen umgestellt oder durch ein „hat Herr ... erfüllt“ ersetzt werden. Dieser Text wurde neben den ergänzenden Attributen des Fleißes, der Sorgfalt und der Gewissenhaftigkeit darüber hinaus durch den Nebensatz „auch unter schwierigen Arbeitsbedingungen“ ergänzt. An dieser Stelle wird eine solche Formulierung für gewöhnlich nicht eingefügt. Die (wörtlich zu lesende) „zusammenfassende“ Leistungsbeurteilung beinhaltet bereits das Arbeiten auch unter schwierigen Bedingungen. Zudem wurde Dir dieses ja bereits an der rechten Stelle, namentlich in der Arbeitsbefähigung, („..auch schwierige Situationen...“) bescheinigt. Möchte man - wie es sicherlich intendiert wurde - die sehr gute Note nochmals unterstreichen und sie in einen Bezug zu Deinen beruflichen Anforderungen bringen, so böten sich Formulierungen folgender Richtung an: „Alle Arbeiten seines komplexen und diffizilen Aufgabengebietes erledigte Herr ... mit Fleiß, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit in lobenswerter Weise stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.“

Der Bewertungsteil schließt mit dem Sozialverhalten ab. Der gesamte Absatz spricht für mich unzweifelhaft von der Note „sehr gut“ und ist in einem sprachlich sehr wertschätzenden Stil geschrieben worden. Die Reihenfolge Geschäftsleitung/Vorgesetze und Mitarbeiter ist stimmig. Die Kunden werden in einem separaten Satz erwähnt, dabei fallen Begrifflichkeiten wie „Integrität“, „stets angenehme Zusammenarbeit“ und der „außerordentlich wertvolle Mitarbeiter“ sehr deutlich ins Auge. Besonders gelungen ist auch die Wahl der Adjektive „verlässlich“ und „kreativ“, da sie meines Erachtens in besonderer Weise mit den beruflichen Anforderungen konvergieren.

Der Schlussabsatz entspricht der gängigen Diktion eines firmeninternen Wechsels, lässt keine Fragen offen und unterstreicht mit „wertvollen Diensten“ und den Zukunftswünschen den sehr guten Gesamteindruck. Auch hier empfehle ich die Änderung der Reihenfolge in die übliche Formel „und wünschen ihm für die Zukunft persönlich alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“ Die intendierte Aussage des Verfassers wird dadurch nicht geschmälert. So ist die Passage „persönlich alles Gute“ (ohne „beruflich“) keine Andeutung auf private Probleme, sondern vielmehr eine Formulierungsvariante oder betont herzliche Wünsche – das passt dann auch ins Gesamtbild.

Zusammenfassend ist dieses Zeugnis sehr gelungen und bis auf eine Note durchgängig als „sehr gut“ anzusehen.

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo J.N.,

leider ist es sehr schwierig, die zur Verfügung gestellten und aus ihrem Kontext herausgenommenen Sätze einzeln zu analysieren. Ich würde Dich daher bitten, mir zumindest den gesamten Bewertungsteil zur Verfügung zu stellen.

Der erste Satz entstammt dem Bereich „Wissen und Weiterbildung“. Auffällig sind hier die Worte „er war bereit“ (hat er es auch getan?) in Zusammenhang mit der markanten Einschränkung der „notwendige Themen“. Die netten Worten von „über die Arbeitszeit hinaus“ und „vielfältig zu informieren“ ist da möglicherweise nur Augenwischerei, die eine schlechte Note verbergen soll.

Der zweite Satz, der mit dem Sozialverhalten in Verbindung zu bringen ist, ist besonders schwierig zu bewerten. Hier stellt sich mir die Frage, ob dieser Satz einzig und allein das Sozialverhalten bewertet. „Beliebt und geschätzt“ sind normalerweise Begriffe, die bei guter Benotung verwendet werden. Auffällig ist aber das Fehlen der Bezugsgruppen, namentlich mindestens die Vorgesetzen und Kollegen. Darauf kann man zwar verzichten, wenn zum Beispiel der Passus „allseits gleichermaßen“ eingebaut wird, aber das ist hier nicht der Fall. Die „kollegiale Haltung“ wiederum ist einer befriedigenden Note zuzuordnen.

Der dritte Satz drückt womöglich das Gegenteil aus, denn: In Alltagssituationen (was für eine herrliche Einschränkung) reagiert man üblicherweise routiniert, da ist Flexibilität sicherlich nicht gefragt. Die Nennung des überlegten und ruhigen Handelns kann für passives und zu langsames Arbeiten stehen.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Wizard,

das hört sich ja gut an. Vielen Dank für deine schnelle Antwort und weiter so!

MfG

Dirk

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Wizard!
Ganz erstaunt lese ich hier die genauen Besprechungen der Arbeitszeugnisse.
Ich hoffe, dass ich evtl. eine Antwort bekomme. Im Moment schreibe ich gerade an meinem Arbeitszeugnis. Hier hänge ich an der Tätigkeitsbeschreibung. Ich war von 1999 bis 2004 in einer Firma XYZ als Software-Entwickler beschäftigt. Von 1999 bis 2002 war ich dann im Auftrag der Firma X bei der Firma Y beschäftigt (ebenfalls als Software-Entwickler). Von 2002 bis 2004 dann beratend als Consultant in München bei einer Berufsgenossenschaft. Meine Frage lautet: Wie formuliere ich dies nun am besten Zeugnistechnisch? Und wie soll dies in das Zeugnis hinein? Von diesen beiden Aufträgen habe ich keine eigenen Zeugnisse.

Hier ist der erste Entwurf des Zeugnisses:
ZEUGNIS
Herr Stefan XX, geboren am DD.MM.YYY in XXX, war bei uns vom DATUM bis zum DATUM als Software-Entwicklungsingenieur stets äußerst erfolgreich tätig.
Hauptsächlich unterstützte Herr XX uns bei folgenden Aufgaben:
xx

Herr XX konnte Aufgrund seines Fachwissens wiederholt mit äußerst komplexen und schwierigen Aufgaben betraut werden, die er stets sehr selbständig und stets sehr erfolgreich bearbeitete. Er hat seine Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit ausgeübt und unseren Erwartungen in bester Weise entsprochen. Seine Leistungen haben in jeder Hinsicht stets unsere vollste Anerkennung gefunden.
Herr XX entwickelte sehr viel Eigeninitiative und war jederzeit bereit und fähig, neue Projekte durch konstruktive Vorschläge mit äußerster Klarheit zu unterstützen und bei deren Realisation den entscheidenden Beitrag zu leisten. Er erledigte seine Aufgaben stets mit äußerster Sorgfalt und allergrößter Genauigkeit. Hervorzuheben ist seine uneingeschränkte Loyalität. Er zeigte bei der Aufgabenerledigung außergewöhnlichen Einsatz und stets hervorragende Leistungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht.
Wegen seiner stets verbindlichen, kooperativen und hilfsbereiten Art war Herr XX seinen Vorgesetzten eine besonders wertvolle Stütze und den Kollegen ein allseits beliebter und geschätzter Partner.

Aufgrund der momentan sehr geringen wirtschaftlichen Zukunftsaussichten der XYZ verlässt uns Herr XX auf eigenen Wunsch, was ich als geschäftsführender Gesellschafter vollkommen nachvollziehen kann und mittrage. Herr XX wäre jederzeit wieder bei uns willkommen.
Wir verlieren mit ihm einen außergewöhnlich begabten und zuverlässigen Menschen und Technologen. Wir bedauern dies sehr und wünschen ihm für seine persönliche und berufliche Zukunft stets das Beste.
ZZZ, den 30. Juni 2004

...
Viele Grüße,
Stefan

Ist der Satz mit der uneingeschränkten Loyalität in Ordnung?

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Du kannst mir nicht zufällig sagen, auf welcher Seite ich eine Formulierung wie: "Sie arbeitete auch bei schwierigen Aufgaben gleichbleibend konzentriert und erledigte sie sorgfältig und verantwortungsbewusst". Oder "Am betrieblichen Geschehen hat Frau...... mit Interesse und konstruktiven Beiträgen teilgenommen. Führung und Verhalten im Unternehmen.....stets einwandfrei".

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Wizard

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Stefan,

natürlich wirst auch Du eine Antwort erhalten, aber voraussichtlich erst in der kommenden Woche. Während Du bei den anderen Firma beschäftigt warst, wer hat denn da das Gehalt überwiesen?

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Wizard!

Ich war während der gesamten Zeit nur bei der Firma XYZ angestellt, und hab von dort mein Gehalt bekommen. Zu den anderen Firmen wurde ich nur "ausgeliehen".
Ich stelle mir eine Formulierung wie "Vom 1.1.2001 bis 31.12.2002 war Herr X für uns bei der Firma Z in Auftragsarbeit tätig (?). Hierbei entwickelte er Komponenten für ein Softwaresystem." vor.

Grüße,
Stefan

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Wizard,

vielen, vielen Dank für die genaue Bewertung meines Zeugnisses. Riesen Kompliment an dich!!!
Ich habe mal mein Zeugnis, unter Berücksichtigung deiner Tipps, umgeschrieben und fände es schön wenn du es noch mal kurz kommentieren könntest.

Ausbildungszeugnis:
Herr XXX geboren am 03.09.1983 in XXX hat vom 01.09.2001 bis zum 31.08.2004 den Beruf des Fachinformatikers Fachrichtung Anwendungsentwicklung in unserem Hause erlernt.

[Kurze Firmenbeschreibung]

Die Ausbildung wurde entsprechend den Anforderungen der Ausbildungsverordnung für den Fachinformatiker Anwendungsentwicklung durchgeführt.
Herr XXX durchlief folgende Ausbildungsbereiche:
• Projektbaerbeitung
• Support
• Softwareentwicklung
• Dokumentation

Während der Ausbildungszeit war Herr XXX schwerpunktmäßig in der Abteilung Projektbearbeitung tätig und erlernte dort den Umgang mit verschiedenen
Web-Technologien wie HTML, ASP, ASP.NET. Hier hat er in verschiedenen Projekten im Team mitgearbeitet und eigenständig Kundenspezifische Prozessvisualisierungen, wie z.B. für einen XXX, einen großen XXX Hersteller, eine
XXX und weitere, erstellt.

Einen großen Teil seiner Ausbildung absolvierte Herr XXX in der Abteilung Support. Hier war er direkter Ansprechpartner für unsere Kunden bei Problemen mit dem Produkt XXX. Zu seinen Aufgaben gehörte die Aufnahme, Analyse und Bearbeitung der Probleme, sowie die Lösungsfindung.

In der Abteilung Softwareentwicklung erlernte Herr XXX den Umgang mit den Programmiersprachen Visual Basic 6 und C#. Zu seinen Aufgaben gehörte die Programmierung von kleineren Anwendungen für Kundenprojekte und Erweiterungen für das Standardprodukt XXX.

Ebenso war Herr XXX unterstützend bei der Dokumentationserstellung bei verschiedenen Projekten tätig.

Herr XXX zeigte stets großes Interesse an seiner Ausbildung und an den Aufgaben sowie Tätigkeiten seines Berufs.
Dank seiner raschen Auffassungsgabe und großen Fleißes konnte er sich sehr gute berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten aneignen.
Er erledigte die ihm gestellten Aufgaben stets sorgfältig, zuverlässig und verantwortungsbewusst.

Die Arbeitsergebnisse waren auch bei gesteigerten Anforderungen stets von ausgezeichneter Qualität.

Herr XXX hat stets zu unserer vollsten Zufriedenheit gelernt und gearbeitet.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Ausbildern, Mitarbeitern und Mit-Auszubildenden war stets einwandfrei. Auch sein Verhalten gegenüber unseren Kunden war stets vorbildlich.

Die Ausbildung endete mit Bestehen der Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer XXX-XXX am 14.07.2004. Herr XXX hat Abschlussprüfung mit der Note Gut bestanden und wurde hierfür mit einem Preis ausgezeichnet.

Herr XXX wurde nach seiner Prüfung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.

Wir wünschen Herrn XXX auf seinen weiteren Lebensweg alles Gute und viel Erfolg.

Ort, Datum

XXX XXX GmbH

Dipl. Ing. (FH) XXX XXX
Geschäftsführer

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo ihr,

habe eine Frage zu den Formulierungen beim Sozialverhalten. Das Zeugnist ist insgesamt sehr gut ("stets vollste" etc.), beim Sozialverhalten steht:

"Mit ihrer freundlichen, aufgeschlossenen und verbind.ichen Art hat sich Frau Meyer schnell in das Team eingefunden. Sie wird von Vorgesetzten und Kollegen als engagierte, hilfsbereite und vertrauenswürdige Mitarbeiterin geschätzt."

Was beurteilt ihr das?

Liebe Grüße und vielen Dank...

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo,

habe mit Interesse eure Beiträge verfolgt und möchte euch um einen Gefallen bitten. Ich habe vor einigen Tagen das Zwischenzeugnis für meine Ausbildung erhalten und denke, dass dieses nicht vollständig ist. Ist bei einem Zwischenzeugnis eine Aufzählung der Abteilungen ausreichend oder sollten einzelne Tätigkeitsbereiche benannt werden? Bzw. unterscheidet sich ein Zwischenzeugnis im Umfang wesentlich vom Arbeitszeugnis am Ausbildungsende? Wie gut ist das Zeugnis bzw. was „versteckt“ sich hinter den einzelnen Formulierungen. Mir wurde dieses Zeugnis für meine Bewerbung ausgestellt, da derzeit eine Übernahme im Ausbildungsbetrieb nicht möglich ist. Würde mich über eure Meinung freuen.
Vielen Dank im Voraus und schöne Grüße,
Ina

Zwischenzeugnis:
Frau..., geboren am ..., wohnhaft ..., erhält in unserem Verlag eine dem Berufsbild entsprechende Ausbildung zur Verlagskauffrau.

Frau ... wird durch planmäßige Unterweisung und praktische Beschäftigung mit allen anfallenden kaufmännischen Arbeiten in den Abteilungen Vertrieb, Anzeigen, Finanzbuchhaltung und Technik/Produktion ausgebildet.

Frau ... zeigt während ihrer bisherigen Ausbildungszeit ein gleichbleibendes, sehr reges Interesse an ihrem zukünftigen Beruf. Sie ist fleißig, pünktlich und löst die ihr übertragenen Arbeiten sicher und zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Frau ... ist flexibel, vielseitig einsetzbar und in der Lage, eigene Ideen und Verbesserungsvorschläge in den täglichen Arbeitsablauf einzubringen.
Bei Vorgesetzten und Mitarbeitern unseres Hauses ist Frau ... aufgrund ihrer Hilfsbereitschaft und freundlichen Art sehr beliebt.

Dieses Zwischenzeugnis wird auf Wunsch von Frau ... ausgestellt.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo,

ich habe nach meinem 20wöchigen Pflichtpraktikum in der Firma für ein halbes Jahr als Werkstudent weitergearbeitet. Das Zeugnis darf/soll ich mir nun selber schreiben.
Die Kompetenz sind auf der Vorlage zusätzlich zum ankreuzen aufgeführt. Dabei habe ich folgende Bewertung bekommen (-- erfüllt anforderungen kaum, ++ erfüllt anforderungen überdurchschnittlich)
Arbeitseinsatz ++; Kommunikationsfähigkeit +, Fachkenntnisse +, Teamfähigkeit +, Initiative ++.
Jetzt muss ich das ganze zusätzlich noch in einen passablen Text umbauen. Ich wäre wirklich froh wenn mir jemand meinen ersten Versuch bewerten könnte:

Frau ... arbeitete als Werkstudentin in ....
Nach hervorragenden Leistungen im vorangegangen Praktikum arbeitete sie nach diesem als Werkstudentin in dieser Abteilung weiter.

Frau ... befasste sich mit folgenden Aufgaben

Sie erledigte die ihr gestellten Aufgaben stets gewissenhaft, selbstständig und führte sie nach Umfang und Qualität stets zu unserer vollsten Zufriedenheit aus. Dabei zeichnete sie sich jederzeit durch sehr große Sorgfalt und Genauigkeit, sowie Verantwortungsbewusstsein aus.Sie konnte sowohl mit ihrer äußerst strukturierten Herangehensweise als auch ihrer herausragenden engagierte und effiziente Arbeitsweise überzeugenFrau ... verfügt über ein fundiertes Fachwissen und kann sich sehr schnell in neue Aufgabenfelder einarbeiten. Mit ihren Kollegen und Kolleginnen arbeitete sie sehr gut ( Bewertung 2) im Team zusammen.

Frau ... verlässt unser Unternehmen um ihr Studium zu beenden. Wir wünschen ihr dabei alles Gute und viel Erfolg und bedauern eine sehr gute Mitarbeiterin zu verlieren.

Ich wäre echt super froh wenn ihr mir bald Feedback geben könntet!!!
Vielen Dank!!!

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

www.Arbeitsrecht.org/zeugnis/aufbau

auf dieser seite stehen unangreifbare Formulierungen für das Arbeitszeugnis

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo,
ich hab im Rahmen eines KH Praktikums ebenfalls eine Beurteilung bekommen. Dort heißt es:"... zu unserer vollen Zufriedenheit". Was per Definition befriedigend bedeuten würde.

Ich habe aber schon vor einem Jahr, ebenfalls im gleichen KH, ein Praktikum gemacht und in der Beurteilung hieß es:"...zu unserer vollsten Zufriedenheit". Es fehlt in beiden Beurteilungen das kleine aber feine Wörtchen stets. Bin ich nun mit 1(vollsten) und 2(vollen) beurteilt worden oder mit 2 und 3 oder gar schlechter, weil stets stets fehlt?

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo,
habe soeben mein Arbeitszeungnis von meiner ehemaligen Arbeitgeberin erhalten. Es war zwar nur eine 3monatige Beschäftigung, aber es scheint mir trotz allem recht kurz und ohne richtige Aussage.
Kann mir da jemand weiterhelfen?
Kann ich auf eine Änderung bestehen?

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

"Bei unseren Kunden war Herr Meier wegen seines Fachwissens und seines zuvorkommenden Wesens anerkannt und sehr geschätzt."

Kann mir jemand helfen? Ich habe umfangreiche Recherche betrieben und deute mittlerweile aus dem oben stehen Satz, dass das Fachwissen nur mittelmässig und das Wesen beim Kunden nicht durchgehend zuvorkommend war.

Vielen Dank im Voraus für jede Antwort.

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hi Leute,

das ist ja ein super informatives Forum!!
Leider kann man das eigene Zeugnis nicht aus den verschiedenen, geposteten Zeugnissen heraus deuten, da ja die Tücke im winzigen Detail liegt.
Bin 34 Jahre (alleinerziehende Mutter) und gerade auf Jobsuche wg. Kündigung zum 01.10.05.
Warum die Kündigung lass ich erst mal weg, wäre super, wenn mir jemand bei der Deutung von folgendem helfen würde!!

Frau ..., geb. ..., war in der Zeit vom ... (war genau ein Jahr) in unserem Unternehmen als .... in unserem Unternehmen beschäftigt.
(die Wiederholung steht wirklich so drin)
Ihr Aufgabengebiet umfasste folgende Punkte:
-
-
-
-
...
Frau ... erledigte alle ihr übertragenen Aufgaben mit großem Engagement, mit sehr viel Eigeninitiative und stets zu unserer vollsten Zufriedenheit. Sie verfügt über eine schnelle Auffassungsgabe und überblickt schwierige Zusammenhänge. Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war jederzeit einwandfrei.
Im gegenseitigem Einvernehmen haben wir uns von Frau ... getrennt. (ist glaube ich noch nicht mal grammatikalisch richtig)

Wir danken Frau ... für ihr großes Engagement und wünschen ihr für die Zukunft viel Erfolg und alles Gute.

Ist zwar scheinbar ganz gut, wie ich verschiedenen Erklärungen in diesem Forum entnehmen kann, ich traue der Sache aber trotzdem nicht.
Hoffe die xte Anfrage nervt hier nicht und freue mich über ein Feedback!!
Liebe Grüße
fs

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

hey,
auch ich brauche HILFE !!!
ich habe ein zwischenzeugnis bekommen und hätte dies gerne geprüft. das zeugnis wurde auf unseren wunsch ausgestellt, da ich einen ortswechsel vornehmen werde und hoffentlich bald einen neuen job finde.

zeugnistext:

Herr B. ... ist seit 01.10.1999 in unserer Firma als Elektroniker beschäftigt.
Am 02.07.2004 hat er durch Abendkurse an der .. Schule den Abschluß als Techniker erlangt.

Sein Aufgabengiet umfaßt folgende Tätigkeiten:
......
......
.......

Während seiner Tätigkeit in unserem Hause erfüllte Herr B. seine Aufgaben mit Engagement und persönlichem Einsatz. Er führte alle Aufgaben stets gewissenhaft und zu unseren vollen Zufriedenheit aus.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo,

wie lange hat man Zeit, ein schlechtes Arbeitszeugnis zu beanstanden und auf ein neues Zeugnis zu bestehen?

Vielen Dank im voraus!

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo,
folgende Formulierungen in meinem Arbeitszeugnis kann ich nicht richtig deuten, vielleicht kann mir jemand helfen.
Herr .... hatte eine gute Arbeitsmoral.
Ich lernte Ihn als Mitarbeiter kennen, der sich durch eine konstruktive Haltung auszeichnete, verbunden mit kritischem Sachverstand und guten analytischen Fähigkeiten.
Aufgrund seiner Arbeitsbereitschaft und seiner fachlichen Fähigkeiten sowie seines leistungsorientierten Managements erzielte er gute Erfolge.
Bei unserer anspruchsvollen Kundschaft war er wegen seines zuvorkommenden Wesens anerkannt und geschätzt.
Für seinen weiteren Berufs-und Lebensweg wünsche ich Ihm viel Erfolg und alles Gute.

Vielen Dank im voraus !

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Welche Arten von Arbeitszeugnis gibt es? Wo liegen die Unterschiede? Was muss in den unterschiedlichen Zeugnisse inhaltlich enthalten sein? Was ist Codierung im Zusammenhang mit Arbeitszeungnissen?

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo zusammen, ich hab hier ein Praktikumszeugnis das ich ncith richtig decodieren kann, evtl könnt Ihr mir da weiterhelfen:

....
Die Ihm übertragenen Aufgaben erledigte Herr xxx stets mit größter Sorgfalt und stets zu unserer vollsten Zufriedenheit. Zu seinen Vorgesetzten und Mitarbeitern verhielt er sich stets korrekt und wurde wegen seiner angenehmen Art besonders geschätzt.

...
Wir bedanken uns bei Herrn xxx für die gute Zusammenarbeit und wünschen ihm beruflich weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.

Was meint Ihr dazu ?
Viele Grüße Stephan

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Super Zeugnis. Klare 1.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Was bedeutet eigentlich: "
Durch sein freundliches und aufgeschlossenes Wesen ist Herr ... bei Patienten, Kollegen, nichtärztlichem Personal und Vorgesetzen gleichermaßen beliebt. Seine sorgfältige und verantwortungsbewußte Arbeitsweise trägt ihm unsere volle Wertschätzung ein."
Welcher Note entspricht das?

Wielen Dank für die Übersetzung
Viele Grüsse
Wolfgang

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo zusammen,ich habe hier ein Zwischenzeugnis das ich nicht richtig deuten kann.Vielleicht kann mir jemand helfen.

Herr XXX verstand es, die bei seinem Eintritt vorhandenen Fachkenntnisse mit Fleiss und Interesse wesentlich zu erweitern.
Die ihm übertragenen Arbeiten führt er selbständig und sehr sorgfältig aus. Seine Einsatzbereitschafft und seine zügige Arbeitsweise sind ausserdem besonders hervorzuheben.
Er stellt uns mit seinen Leistungen stets voll zufrieden.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen ist offen und ehrlich. Gegenüber Kunden ist er stets hilfsbereit und zuvorkommend.

Ehrlichkeit, Fleiss und Pünktlichkeit sind bei Herrn XXX selbstverständlich.

Dieses Zwischenzeugnis wird auf eigenen Wunsch von Herr XXX erstellt, da er an einer Weiterbildung teilnimmt. Verbunden damit sind unser Dank für die bisher für unser Unternehmen erbrachten Leistungen und der Wunsch nach einer weiteren vertrauensvollen Zusammenarbeit.

Was meint Ihr dazu?
Vielen Dank im voraus!

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo,

nach dem Wälzen einschlägiger Literatur und zahlreicher Internetrecherchen bin ich auf dieses Forum gestoßen und begeistert von den ausführlichen Antworten. Deshalb möchte ich mich auch mit meinem Zeugnis und der Frage der Auslegung an das Forum wenden.
Ich war 6 Jahre in einem kleineren Softwareunternehmen tätig. Diese Firma wechselte den Namen mehrfach und auch die Bezeichnung meiner Tätigkeit änderte sich, das Aufgabenfeld nicht. Deshalb bin ich u.a. mit dem zweiten Satz nicht einverstanden, der hört sich meiner Meinung so an, als ob ich gewechselt habe.
Fragen zu den einzelnen Passagen habe ich mit Anstrichen = = zwischengesetzt.

"Herr S, geboren am dd.mm.jjjj in Ort, trat am dd.mm.jjjj als Systemberater in die xxx GmbH ein. Wechselte zum dd.mm.jjjj als Projektberater in die yyy AG, der heutigen zzz AG und zum dd.mm.jjjj in die xyz GmbH.

Die xyz GmbH gehört ... -6 Zeilen Firmenprofil-

Herr S war mit folgenden Aufgaben betraut:

  • Projektleitung zur Einführung des eigenentwickelten -Produktes- in verschiedenen Universitäten =nicht nur bei großen Kunden, das wirkt etwas großspurig oder?= mit den Modulen:
    • Modul 1
    • Modul 2
    • Modul 3
  • Fachspezifisches Produktmanagement
  • Betreuung der Entwicklungskooperationen mit Referenzkunden
  • Vertriebsunterstützung in der Pre-Salesphase sowie auf Messen
  • Ausarbeiten von Angeboten =Stilbruch -ung/-en?=
  • Moderieren von Anwenderworkshops
  • Integration des -Produktes- in -Partnerprodukt-
  • Second-Level-Support

Herr S identifizierte sich stets mit seiner Aufgabe =nur Einzahl?= und dem Unternehmen. Aufgrund seines excellenten Fachwissens und seiner ausgeprägten Sozialkompetenz wurde ihm die stellvertretende Leitung des Teams übertragen. =wie wurde die erfüllt?=

Herr S beherrscht das Design von ... sowie SQL für Datenbank-Abfragen und Daten- und Tabellen-Modifikationen unter .... Auch die Anwendung von ... inklusive der fachlichen Betreuung der Anbindung des ... =Anwendung eines Partnerproduktes und fachliche Betreuung des eigenen Produktes in einem Satz?= gehören zu seinem Erfahrungsschatz.

Die MS Office Produkte inklusive MS Access, MS Project sowie ... für die Gestaltung von Datenbankberichten und Adope Photoshop für Software-Oberflächenentwürfe setzt er souverän ein.

Herr S arbeitete stets sehr zuverlässig und gewissenhaft. Wir kennen ihn als einen äußerst vertrauenswürdigen =Geheimniskrämer?= Mitarbeiter, der stets bereit war, die volle Verantwortung =wofür?= zu übernehmen. Seine Arbeitsmenge lag immer über unseren
Erwartungen, auch über die normale Arbeitszeit hinaus. Die Qualität seiner Arbeitsergebnisse entsprach auch in schwierigen Fällen unserem hohen Qualitätsstandard. =Quantität vor Qualität, Qualität so verwaschen?=

Zusammenfassend können wir sagen, dass wir mit der Leistung von Herrn S in jeder Hinsicht sehr zufrieden waren. =fehlt hier nicht das obligatorische stets zur voll(st)en?=

Im Kundenkontakt war Herr S jederzeit ein kompetenter und taktvoller Gesprächspartner. =extern vor intern?, ich hoffe, ich war mehr als nur Gesprächspartner= Sein Verhalten und sein Auftreten gegenüber Vorgesetzten waren hervorragend. Auf gute Zusammenarbeit mit seinen Kollegen und Mitarbeitern legte er besonderen Wert und förderte sie aktiv. =was ist das
denn für eine Klausulierung?= Die sehr gute Teamfähigkeit zeigte sich auch durch sein stets kooperatives Auftreten und sein verantwortungsvolles Handeln, verbunden mit absoluter Loyalität gegenüber unserem
Unternehmen. =das steht doch weiter oben schon mal, Geschäftspartner erscheinen gar nicht=

Herr S verlässt unser Unternehmen zum dd.mm.jjjj auf eigenen Wunsch. Wir danken ihm für die sehr gute Zusammenarbeit und bedauern sehr, ihn als Mitarbeiter zu verlieren. Wir wünschen Herrn S auf seinem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg."

Weiterbildung fehlt ganz. Vielleicht bin ich durch die vielen Negativbeispiele auch nur übermäßig achtsam und das Zeugnis ist gar nicht so schlecht, wie ich denke, nur nicht richtig professionell verfasst? Ich bin aus privaten Gründen aus der Firma ausgeschieden und niemandem auf den Schlips getreten, so dass ich eigentlich nicht denke/hoffe, dass jemand
mir eins auswischen will. Unterschrieben ist das Zeugnis vom obersten Geschäftsführer und von meinem Teamleiter.

Über ein paar Hinweise zu diesem Zeugnis wäre ich Ihnen sehr dankbar.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo, wer kann mir mein Zwischenzeugnis durchleuchten bzw. mir sagen ob dieses eine gute Benotung ergibt.
Damit man sich ein genaueres Gesamtbild machen kann habe ich das compl. Zwischenzeugnis eingelesen.
Vielen Dank im vorraus.

Frau XY, geboren am ..... ist in meinem Betrieb seit dem

  1. September 1991 beschäftigt.

Frau XY hat in meinem Betrieb am 1. September 1991 die Ausbildung zur Kauffrau für Organisation begonnen. Diese Ausbildung hat sie mit Erfolg am 16. Juni 1993 beendet.

Seit dem 17. Juni 1993 ist Frau XY als Kauffrau für Organisation in meinem Betrieb beschäftigt.

Zu ihrer momentanen Tätigkeit gehören insbesondere

  • die Vorbereitung zur Angebotserstellung
  • die Annahme von Aufträgen
  • das terminieren von Aufträgen
  • die Materialbestellung mit Materialkontrolle und Reklamationsbearbeitung
  • der Empfang von Kunden und die Bedienung des Telefons
  • den Materialverkauf (Thekenverkauf)
  • die Durchführung von allgemeinen Schreibarbeiten
  • das Erstellen und die Fakturierung von Rechnungen
  • die Aufbereitung der technischen Unterlagen
  • die Erfassung der Arbeitszeit der einzelnen gewerblichen Mitarbeiter
  • das Erstellen von Listen und Formularen

Frau XY verfügt über umfassende und vielseitige Fachkenntnisse. Sie ist in der Lage, auch schwierige Situation zutreffend zu erfassen und schnell richtige Lösungen zu finden.

Sie ergreift von sich aus die Initiative und setzt sich mit überdurchschnittlicher Einsatzbereitschaft für mein Unternehmen ein. Frau XY vertritt mich im kaufmännischen Bereich während meiner Abwesenheit. Sie ist jederzeit auch stärkstem Arbeitsanfall gewachsen. Sie arbeitet stets sehr zuverlässig und genau.
Ihr Arbeiten ist selbstständig und sicher und findet gute Lösungen und hat neue Ideen.

Ihr persönliches Verhalten ist stets vorbildlich. Bei Vorgesetzten, Kunden und Kollegen ist Sie sehr geschätzt. Ihre Leistungen werden zusammenfassend als sehr gut beurteilt und haben meine Erwartungen und Anforderungen stets voll entsprochen.

Ich danke Frau XY für ihre bisherige wertvolle Arbeit in meinem Unternehmen und wünsche ihr weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo zusammen :o)

Ich bin selber Azubi und habe heute mein qualifiziertes Zwischenzeugnis erhalten. Es ist soweit sehr gut nur bei einem Satz hab ich Bedenken das er negativ gemeint ist...

Zitat:"Aufgrund seiner guten Umgangsformen und seiner gewinnenden, freundlichen Art wurde er von unseren Mitarbeitern gerne in deren Aufgabenbereichen ausgebildet!"

Ich könnte mir auch erklären woher dieser Satz, falls er negativ gemeint ist kommen könnte...

Vllt könnt ihr mir ja sagen wie er in etwa gemeint ist!

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

sowas kann man immer nur beurteilen, wenn man das gesamte Zeugnis kennt. Die Aussage kann durchaus so positiv wie sie klingt, gemeint sein. Ist das gesamte Zeugnis gut oder sehr gut, ist so eine Einzelaussage sicher auch positiv gemeint.

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Also okay dann hier mal das ganze. Zitat:
"Herr XXXX hat die ihm gebotene Möglichkeit, sich mit allen Arbeiten und betrieblichen Zusammenhängen vertraut zu machen, stets rege genutzt. Er zeigte bei allen Ausbildungsinhalten eine gute Auffassungsgabe. Alle Fertigkeiten und Kenntnisse seines Berufsbildes beherrscht der Auszubildene gut. Praktische Arbeiten führte er stets in guter Qualität, sorgtfältig und dennoch zügig aus. Die Arbeitsergebnisse waren, auch bei gesteigerten Anforderungen, stets von guter Qualität. Herr XXXX nutzte alle erlernten Fertigkeiten und Kenntnisse mit großem Erfolg. Wir waren mit sseinem gezeiogten Leistungen stets voll zufrieden.

Herr XXXX war wegen seines freundlichen Wesens und seiner Aufgeschlossenheit bei seinen Vorgesetzten, Ausbildern, unseren Mitarbeitern und den anderen Auszubildenden sehr anerkannt und beliebt. Durch sein sehr geflegtes Äußeres und positives Erscheinungsbild trug er stets zu einer überzeugenden Präsentation unseres Hauses bei.

Aufgrund seiner guten Umgangsformen und seiner gewinnenden, freundlichen Art wurde er von unseren Mitarbeitern gerne in deren Aufgabenbereiche ausgebildet.

Wir danken Herrn XXXX für die gute und angenehme Zusammenarbeit während der bisherigen Ausbildungszeit und wünschen ihm auf seinem wweiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute"

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo.. habe eine Kopie meines Zwischenzeugnisses am 07.11. hier reingestellt.. kann mir keiner sagen ob das gut oder sogar sehr gut ist???? Sollte ich bis morgen wissen, kann mir jemand helfen???
Vielen Dank schon im vorraus...

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

hallo lounge gast!

Frau XY, geboren am ..... ist in meinem Betrieb seit dem

  1. September 1991 beschäftigt.

[genauer: branche, evtl. noch einige informationen über den betrieb]

Frau XY hat in meinem Betrieb am 1. September 1991 die
Ausbildung zur Kauffrau für Organisation begonnen. Diese
Ausbildung hat sie mit Erfolg [genauer: mit sehr gutem? hervorragendem?] am 16. Juni 1993 beendet.

Seit dem 17. Juni 1993 ist Frau XY als Kauffrau für
Organisation in meinem Betrieb beschäftigt.

[genauer: in welcher abteilung? hat sich in 12 jahren nichts verändert? gab es evtl. fortbildungen?]

Zu ihrer momentanen [?] Tätigkeit gehören insbesondere

  • die Vorbereitung zur Angebotserstellung
  • die Annahme von Aufträgen
  • das terminieren [Terminieren] von Aufträgen
  • die Materialbestellung mit Materialkontrolle und
    Reklamationsbearbeitung
  • der Empfang von Kunden und die Bedienung des Telefons
  • den [der!] Materialverkauf (Thekenverkauf)
  • die Durchführung [besser: Erledigung] von allgemeinen Schreibarbeiten
  • das Erstellen und die Fakturierung von Rechnungen
  • die Aufbereitung der [welcher?] technischen Unterlagen
  • die Erfassung der Arbeitszeit der einzelnen gewerblichen
    Mitarbeiter
  • das Erstellen von Listen und Formularen [zu allgemein]

[diese liste ist zu lang und zu unspezifisch; es sollten ohnehin nur tätigkeiten aufgeführt werden, die zum berufsbild passen, keine "untergeordneten" tätigkeiten, die eher einer sekretärin zuzuordnen wären, auch wenn es sich de facto so verhält; wichtig: nach relevanz sortieren: das wichtigste, verantwortungsvollste usw. nach oben!]
Frau XY verfügt über umfassende und vielseitige
Fachkenntnisse. Sie ist in der Lage [achtung! in zeugnisgeheimsprache übersetzt: sie kann es, tut es aber nicht; falls es nicht so gemeint ist, nachbessern!], auch schwierige
Situation[en!] zutreffend zu erfassen und schnell richtige
Lösungen zu finden.

Sie ergreift von sich aus die Initiative [wobei?] und setzt sich mit
überdurchschnittlicher Einsatzbereitschaft für mein
Unternehmen ein. Frau XY vertritt mich im kaufmännischen
Bereich während meiner Abwesenheit. [aber wie gut?] Sie ist jederzeit auch
stärkstem Arbeitsanfall gewachsen. Sie arbeitet stets sehr
zuverlässig und genau.
Ihr Arbeiten ist selbstständig und sicher und [sie!] findet gute
Lösungen und hat neue Ideen [genauer].

Ihr persönliches Verhalten ist stets vorbildlich. Bei
Vorgesetzten, Kunden und Kollegen ist Sie [sie] sehr geschätzt. [die übliche reihenfolge ist: vorgesetzte, kollegen, kunden. muss aber nicht unbedingt etwas bedeuten]
Ihre Leistungen werden zusammenfassend als sehr gut beurteilt
und haben meine[n] Erwartungen und Anforderungen stets voll
entsprochen.
[unübliche formulierungen (auch das kann etwas bedeuten), besser das allgemein übliche "stets zu meiner vollsten zufriedenheit" (= sehr gut)]

Ich danke Frau XY für ihre bisherige wertvolle Arbeit in
meinem Unternehmen und wünsche ihr weiterhin viel Erfolg und
persönlich alles Gute.

[insgesamt - auch wegen der allgemeinen einschätzung - ein recht gutes zeugnis, mit den genannten abstrichen. hier sollte evtl. nachgebessert werden.]

waldo

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Leute !

Ihr seit alle sehr ehrfahren in der Analyse von Arbeitszeugnissen.
Vielleicht wären einige bereit mir mal ihre Meinung über folgendes
Zeugnis zu geben. Meine Freundin und ich sind sich nicht sicher, was der Inhalt genau wiederspiegelt. Ich wäre euch sehr dankbar.

....Zu Ihren regulären Aufgaben gehörte die:

  • Grund-und Behandlungspflege
  • die Gestaltung des tägl. Ablaufs nach Beschäftigungsplan
  • die Dokumentation der geleisteten Tätigkeit und Handlungen in unseren Dokumentationszystem
  • das Stellen und Verabreichen der Medikamente
  • Reinigungsarbeiten unter Berücksichtigung der hyg. bestimmungen

Frau X erledigte alle anfallenden Tätigkeiten nach der Einarbeitungszeit zu unserer vollen Zufriedenheit. Sie kam pünktlich zum Dienst und arbeitete sich schnell ein. Ihr Verhalten
gegenüber Vorgesetzten, weiteren Dienstleistern sowie unseren Heimbewohnern war einwandfrei.

Frau X war ebenfals stets bemüht, neues Wissen zu erlangen und war in ihrem ganzenArbeitsverhalten sehr umsichtig und Bewohnerorientiert.

Auf veränderte Situationen konnte sie sich stets gut und rasch einstellen. Ihre Handlungsweise war stets situativ bedacht und fachlich versiert. An Fortbildungen nahm sie stets teil.

Eine Weiterbeschäftigung war leider nicht möglich, die Stelle war von vorne herein befristet.

Wir bedanken uns bei Frau X für die geleistete Tätigkeit und ihr gezeigtes Engagement und wünschen ihr für Ihren weiteren beruflichen und persönlichen Werdegang alles Gute.

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Ich bins nochmal, habe meinen Namen in der Aufregung vergessen mitzuteilen

Danke Steffen

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

hallo lounge-gast!

[wichtig: welche tätigkeit hast du ausgeübt? das muss man eigentlich wissen, um das zeugnis beurteilen zu können. auch wichtig: bei der wiedergabe eines zeugnisses hier sollten keine tippfehler hineingeraten, denn auch die können zu einer verkappten beurteilung gezielt eingesetzt werden.]

....Zu Ihren regulären Aufgaben gehörte die:

  • Grund-und Behandlungspflege [wessen?]
  • die Gestaltung des tägl. Ablaufs [wessen?] nach Beschäftigungsplan
  • die Dokumentation der geleisteten Tätigkeit und Handlungen
    in unseren Dokumentationszystem
  • das Stellen und Verabreichen der Medikamente
  • Reinigungsarbeiten unter Berücksichtigung der hyg.
    bestimmungen

[falls du als pflegekraft gearbeitet hast, sollten die reinigungsarbeiten dringend herausgenommen werden, auch wenn du sie de facto durchgeführt hast.]

Frau X erledigte alle anfallenden Tätigkeiten nach der
Einarbeitungszeit zu unserer vollen Zufriedenheit.

[bestenfalls ein befriedigend, "sehr gut" wäre "stets zu unserer vollsten", der hinweis auf die einarbeitungszeit an dieser stelle ist auffällig. lief es da evtl. nicht so gut?] Sie kam

pünktlich zum Dienst und arbeitete sich schnell ein. [ausführungen zum arbeitsverhalten sehr mager] Ihr
Verhalten
gegenüber Vorgesetzten, weiteren Dienstleistern [was ist damit gemeint?] sowie unseren
Heimbewohnern war einwandfrei. [stets fehlt, die kollegen fehlen. gab es da probleme?]

Frau X war ebenfals [?] stets bemüht [killerphrase! das "hat sich bemüht" muss unbedingt raus!], neues Wissen zu erlangen
und war in ihrem ganzenArbeitsverhalten sehr umsichtig und
Bewohnerorientiert.

Auf veränderte Situationen [ungenau] konnte sie sich stets gut und
rasch einstellen. Ihre Handlungsweise war stets situativ
bedacht und fachlich versiert. [hier geht es jetzt auf einmal wieder um das arbeitsverhalten] An Fortbildungen nahm sie
stets teil.

Eine Weiterbeschäftigung war leider nicht möglich, die Stelle
war von vorne herein befristet. [an dieser stelle sehr unglücklich, das sollte auf jeden fall nach vorn.]

Wir bedanken uns bei Frau X für die geleistete Tätigkeit [schwache bewertung, gut wäre: hervorragende arbeit] und
ihr gezeigtes Engagement und wünschen ihr für Ihren weiteren
beruflichen und persönlichen Werdegang alles Gute.

[insgesamt kein gutes zeugnis, auch aufgrund der uneinheitlichkeit. ich würde es maximal mit ausreichend plus bewerten. falls dieser eindruck entstehen soll, kann man wenig machen. falls hier fehler unterlaufen sind, sollte nachgebessert werden.]

waldo

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WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo waldo !

Vielen Dank, hast mein Verdacht bestätigt.
Stimmt, habe einige Tippfehler drin.
Die Tätigkeit war im Zeugnis beschrieben, reiche mal den ersten
Abschnitt nach, den ich vergessen hatte. Die Einrichtungsbeschreibung lasse ich mal weg, ist zu lang. Ändert das noch etwas ?

...In unserer Einrichtung werden seperate Dienstleistungsbereiche, wie z.B. Wäscherei, Küche, Nähstube, ges. Hausreinigung sowie Hausmeisterei von eigenem Personal durchgeführt.

Frau X war im Haus zur "........" als Heilerziehungspflegerin beschäftigt.

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Hallo Leute,
könnt Ihr mir helfen, denn ich müsste ein Arbeitszeugnis einer Bekannten entschlüsseln.

Text:

Frau...,geboren am ...,war von ... bis ...als Bäckereiverkäuferin in unserem Unternehmen beschäftigt.
Das Aufgabengebiet von Frau... umfasste den Verkauf, d. h. das Präsentieren der Ware, Beraten und Bedienen von Kunden, Backen am Ladenbackofen, Erledigen der täglichen Bestellung, Gestalten der Imbisstheke, Kassieren sowie die Kassenabrechnung, hinzu kommen das Einhalten der Hygienevorschriften und Reinigungspläne.
Frau ... hat die Ihr übertragenen Aufgaben zu unsere vollsten Zufriedenheit erledigt. Gerne bestätigen wir, dass das Verhalten von Frau... vorbildlich war und sie war zu jeder Zeit ehrlich und pünktlich.
Frau... arbeitet selbstständig in verschiedenen Filialen und war jederzeit flexibel einsetzbar.
Wir lernten Frau... als zuvorkommende Mitarbeiterin kennen, die wegen ihrem freundlichen Wesen und ihrer Aufgeschlossenheit bei Vorgesetzten, Kunden und Kollegen beliebt war.
Das Arbeitsverhältnis endete betriebsbedingt zum .....

Bitte gebt doch dazu mal Euer Statement ab.
Ich bin der Meinung das dieses Zeugnis ca. die Schulnote 4 = ausreichend darstellt.
Ich habe ihr geraten dies Zeugnis anzufechten, da sie der Meinung ist, dass das Zeugnis nicht ihren tatsächlichen Leistungen entspricht.
Ich freue mich auf Eure Antworten und bedanke mich im Voraus.

Gruss Benny

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

Ich finde dieses Zeugniss sehr gut. Da steht nicht wiedersprüchliches drin. Allerdings sollte sie es anfechten, wenn sie der Meinung ist, dass es ihren Leistungen nicht entspicht. Das kann nur sie beurteilen

antworten
WiWi Gast

Re: Arbeitszeugnis Formulierungen

bitte achtet darauf, die zeugnisse hier ohne tippfehler wiederzugeben, sonst ist eine einschätzung nicht möglich.

@benny: bitte erläutere mal, wie du zu deiner einschätzung "ausreichend" gelangt bist.

waldo

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Arbeitszeugnis – versteckte Formulierungen

Arbeitszeugnis mit Checkliste und Lupe

Es gibt eine Menge von Formulierungen und Redewendungen, die in Arbeitszeugnissen immer wieder vorkommen. Offensichtlich ist der wohlwollende Klang, dennoch verbergen sich dahinter verschiedene Beurteilungen, die in Schulnoten übersetzbar sind. Diese Zeugnissprache ist für viele nicht einfach entschlüsselbar. Die Wahrheits- und Wohlwollenspflicht hat dazu geführt, dass eine geheime Zeugnissprache entstanden ist. Im Teil 2 zeigt der WiWi-Treff, hinter welchen Arbeitszeugnis-Formulierungen sich welche Noten verstecken.

Arbeitszeugnis: Verschlüsselte Formulierung im Zeugnis

Der Kopf einer Frau mit kurzen Haaren und pinkem Lippenstift hinter einer verregneten Scheibe.

Was Formulierungen im Arbeitszeugnis wirklich bedeuten, ist vielen unklar. Der „geheime“ Code führt immer wieder zu Diskussionen und Klagen rund ums Thema Arbeitszeugnis. Was darf der Arbeitgeber, was nicht? Negative Formulierungen haben im Arbeitszeugnis nichts zu suchen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat die Formulierung „kennengelernt“ bewertet und nicht als negativ eingestuft.

Gesamtnote im Arbeitszeugnis: "befriedigend" als Leistungsbeurteilung im Zeugnis gut genug

Eine Null und eine Drei aus schwarzen Punkten geschrieben.

Jeder hat nach der Beendigung eines Arbeitsverhältnis Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Die Formulierungen drücken in der Regel die Einstufung in ein Schulnotensystem aus. „Zur vollen Zufriedenheit“ ist mit der Note befriedigend gleichzusetzen. Das Bundesarbeitsgericht hat dies bestätigt. Entspricht das der Ansicht des Arbeitnehmers nicht, muss er darlegen, dass die Beurteilung unzutreffend ist.

Arbeitszeugnis: Arbeitgeber zu Dankes-Formulierungen nicht verpflichtet

Viele Arbeitnehmer finden in ihren Arbeitszeugnissen Dankes-Formulierungen und Glückwünsche für die weitere Zukunft. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat allerdings entschieden, dass der Arbeitgeber zu solchen Formulierungen denen persönliche Empfindungen vorrangehen nicht verpflichtet ist.

Arbeitszeugnis – arbeitsrechtliche Grundlagen

Arbeitszeugnis mit Checkliste und Lupe

Das Arbeitszeugnis bescheinigt Arbeitnehmern ihre Leistungen und Fähigkeiten – es zeigt sowohl die fachlichen als auch die sozialen Kompetenzen. Gerade wenn es um die Formulierungen im Arbeitszeugnis geht, kommt es zu Meinungsverschiedenheiten. Im ersten Teil zeigt der WiWi-Treff auf welche arbeitsrechtliche Grundlagen ein Arbeitszeugnis beruht und gibt einen ersten Überblick.

Freeware: Arbeitszeugnis-Generator

Arbeitszeugnis mit Checkliste und Lupe

Der kostenlose Arbeitszeugnis-Generator ermöglicht die Erstellung detaillierter Arbeitszeugnisse nach Schulnoten, die sodann in ein Textverarbeitungsprogramm übernommen werden können.

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