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ArbeitszeugnisA-Zeugnis

Arbeitszeugnis – versteckte Formulierungen

Es gibt eine Menge von Formulierungen und Redewendungen, die in Arbeitszeugnissen immer wieder vorkommen. Offensichtlich ist der wohlwollende Klang, dennoch verbergen sich dahinter verschiedene Beurteilungen, die in Schulnoten übersetzbar sind. Diese Zeugnissprache ist für viele nicht einfach entschlüsselbar. Die Wahrheits- und Wohlwollenspflicht hat dazu geführt, dass eine geheime Zeugnissprache entstanden ist. Im Teil 2 zeigt der WiWi-Treff, hinter welchen Arbeitszeugnis-Formulierungen sich welche Noten verstecken.

Arbeitszeugnis mit Checkliste und Lupe

Das Arbeitszeugnis entziffern
Zu Schulzeiten bekommt jeder ein Zeugnis, das aufzeigt, welche Noten in welchem Fach erzielt wurden. Die Einteilung von Schulnote 1 - 6 ist einfach und nachvollziehbar. Spätestens mit dem ersten Praktikanten- oder Ausbildungszeugnis ändert sich die Verständlichkeit. Die Benotung wird in Sätze umformuliert und oft unverständlich für den Arbeitnehmer. Nur wer über den Tellerrand schaut und die Textformulierungen genauer betrachtet, entdeckt hinter wohlklingelnden Aussagen schlechte Noten.

Note 1 = „Er/Sie arbeitete stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“
Weitere Formulierungen für eine sehr gute Beurteilung:

Note 2 = „Er/Sie arbeitete stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ oder „Er/Sie arbeitetet zu unserer vollsten Zufriedenheit
Weitere Formulierungen für eine gute Beurteilung:

Hinweis: Wird „stets“ nicht im Kontext verwendet, dann wird das durch die gesteigerte Form von „vollen“ in „vollsten“ ersetzt. Beide Formulierungen entsprechen der Schulnote zwei.

Note 3 = „Er/Sie arbeitete zu unserer vollen Zufriedenheit“ oder „Er/Sie arbeitete stets zu unserer Zufriedenheit“
Weitere Formulierungen für eine befriedigende Beurteilung:

Hinweis: Wird „stets“ im Kontext ohne ein Attribut verwendet, dann ist dies hier gleichzusetzen mit einer konstanten zufriedenstellenden Leistung – „stets“ gleich „befriedigend“.

Note 4 = „Er/Sie arbeitete zu unserer Zufriedenheit“
Weitere Formulierungen für eine ausreichende Beurteilung:

Note 5 = „Er/Sie war bemüht“
Weitere Formulierungen für eine mangelhafte Beurteilung:

Note 6 = „Er/Sie entsprach meistens den Anforderungen“
Weitere Formulierungen für eine ungenügende Beurteilung:

Befriedigend ist durchschnittlicher Maßstab
Wichtige Entscheidung des Bundesarbeitsgerichtes, Urteil vom 18.11.2014: Die Zeugnisnote „befriedigend“ stellt als Schulnote eine drei dar und gilt damit als durchschnittlicher Maßstab. Wer eine bessere Note im Arbeitszeugnis einklagen will, muss nach diesem Urteil beweisen können, warum er eine bessere Beurteilung verdient hat.

Abschiedsformulierungen und Danksagungen sind nicht verpflichtend
Nach dem BAG-Urteil vom 11.12.2012 ist der Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet in der Schlussformulierung des Arbeitszeugnisses dem Arbeitnehmer für die geleisteten Dienste zu danken. Das beinhaltet auch Formulierungen über das Bedauern des Ausscheidens und Glückwünsche für die Zukunft.

Welche Werte werden heute noch Arbeitszeugnis zugesprochen?
Das Arbeitszeugnis ist für Arbeitnehmer enorm wichtig, wenn sie sich bei zukünftigen Arbeitgebern bewerben. Es symbolisiert die Fähigkeiten und Leistungen der vorrangegangenen Beschäftigung. Aus diesem Grund kommt es auch häufiger vor, dass Arbeitnehmer ihre Zeugnisse selbstschreiben oder von Profis schreiben lassen.Grund dafür ist, dass Arbeitgeber vorab einen Rechtsstreit vermeiden möchten und bereit sind ihren Arbeitnehmern gute bis sehr gute Zeugnisse zu geben. Das führt dazu, dass viele Personaler heutzutage Arbeitszeugnisse nur noch überfliegen – getreu dem Motto: überall steht das Gleiche. Wichtig ist es nach wie vor ein gutes Arbeitszeugnis in den Händen zu halten. Haben Arbeitnehmer ein Mitspracherecht, ist noch mehr von Bedeutung die Aussagekraft. Je individueller eine Beurteilung ist, desto mehr hebt sich ein Arbeitszeugnis von den anderen ab. Auch sollte das Arbeitszeugnis die Anforderungen der beruflichen Aufgaben in der Realität entsprechen. Was ist wirklich relevant für den Job?

  1. Seite 1: Arbeitszeugnis – versteckte Formulierungen
  2. Seite 2: Arbeitszeugnis - Musterbeispiel Consulting

Im Forum zu A-Zeugnis

2 Kommentare

Angst vor schlechtem Zeugnis bei Wechsel

WiWi Gast

1. begründen musst du gar nix... du KANNST nen Grund angeben, aber es kann auch sowas sein, dass du dich einfach nicht wohlfühlst, etc. je nachdem ob du für den Job irgendwohin gezogen bist bzw. wo hi ...

6 Kommentare

Arbeitszeugnis - i. V. vs. i. A.

WiWi Gast

Ganz einfach die normale Vorgehensweise, abhängig von der eigenen zivilrechtlichen Vertretungsmacht. Du dürftest ja auch nichts zeichnen für Firma xyz in eigenem Namen...

9 Kommentare

Erstes Arbeitszeugnis, nur "gut"?

WiWi Gast

Hier der TE: Mit meinen Kollegen bin ich sehr gut zurechtgekommen. Das gehört also da noch rein, richtig? "Hast du das Gefühl nur deine Arbeit durchgebolzt zu haben" ja. Ich war halt nur "Werkstuden ...

13 Kommentare

Arbeitszeugnis Gut ode Schlecht?

WiWi Gast

Ich sehe das als 3. Zeigt, dass du recht lange gebraucht hast dich einzuarbeiten und dann trotzdem hin und wieder noch Anleitungen bekommen hast. Zusätzlich zeigt noch die Passage, dass du unter ...

9 Kommentare

Bewertung Arbeitszeugnis

WiWi Gast

Richtig ;) Auf das highQ Programm mache ich mir keine großen Hoffnungen. Wollte nur sicher gehen, dass es eine gute Bewertung ist. Ein Kollege hatte eine deutlich bessere Bewertung weshalb ich gez ...

4 Kommentare

Bewertung Arbeitszeugnis (Praktikum 6 Monate)

WiWi Gast

2+ Für ne 1(-) fehlt "stets zu unserer vollsten Zufriedenheit". Glückwunsch!

11 Kommentare

Arbeitszeugnis bewerten Note

WiWi Gast

War das ne Klitsche? Habe die Vermutung, dass derjenige der das geschrieben hat, keine Ahnung hatte, was er da tut. Der Text passt nicht zu der Stellungnahme dich in Zukunft beschäftigen zu woll ...

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