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ArbeitszeugnisSchlechtes AZ

Schlechtes Arbeitszeugnis

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Ronnman

Schlechtes Arbeitszeugnis

Hallo zusammen,

kann mir bitte jemand mein mir ausgestelltes Zeugnis "übersetzen", da ich mir sicher bin, dass dieses mies ist. Hier die Auszüge:

...
Herr xxx zeigte reges Interessean seiner Arbeit. Er arbeitete sehr genau und erledigte seine ihm übertragenen Aufgaben pflichtbewusst und ordnungsgemäß.
Wir bestätigen Herrn xxx, dass er mit Fleiß, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit an seine Aufgaben herangegangen ist und Neuem gegenüber stets aufgeschlossen war.
Herr xxx ist während seiner Zeit bei uns mit seinen Vorgesetzten gut zurechtgekommen und war gegenüber seinen Arbeitskollegen immer freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit.
Das Arbeitsverhältnis endete durch eine Arbeitgeberkündigung am...

Da ich mich wieder neu bewerben möchte, wäre mir eine Bewertung echt hilfreich. Ich würde dieses Zeugnis ansonsten wieder zurückgeben und neu schreiben lassen.

Vielen Dank.

[%sig%]

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WiWi Gast

Re: Schlechtes Arbeitszeugnis

Um Gottes Willen, das Zeugnis ist die Hölle :-(

"...zeigte reges Interesse" => war faul

"Ehrlichkeit und Pünktlichkeit" => wenn explizit erwähnt, deutet das eher auf das Gegenteil hin...

Zu deinem Vorgesetzten warst Du wohl laut Zeugnis nicht gerade "freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit".

Ich würde echt dafür sorgen, dass Du ein neues Zeugnis bekommst, gegebenenfalls per Anwalt.

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WiWi Gast

Re: Schlechtes Arbeitszeugnis

Also ich bin kein Spezialist in diesen Dingen. Aber wirklich gut hört sich das Zeugnis nicht an. Eher so als hättest du vieles versucht, aber nur so halbwegs geschafft. Kann man sich denn nicht in das Zeugnis schreiben lassen, warum der AG die Kündigung ausgesprochen hat? Weil so kann man auf doofe Ideen kommen, warum du gegangen wurdest. ;-)

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WiWi Gast

Re: Schlechtes Arbeitszeugnis

Wow... das ist nun mal wirklich schlecht. Der Super-GAU ist "Arbeitnehmerkündigung" - das kann m.E. unter keinen Umständen da drin bleiben.

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WiWi Gast

Re: Schlechtes Arbeitszeugnis

Normalerweise hat ein Arbeitszeugnis im ersten Teil darzustellen, mit welchen Tätigkeiten der Arbeitnehmer/Praktikant dort beschäftigt war. Das ist eigentlich der ausführlichere Teil des Zeugnisses, erst dann kommt eine Leistungseinschätzung bzw. Bewertung. Wenn der zweite Teil nicht gut ist, kann man wenigstens noch nachweisen was man gemacht hat. Du müsstest doch aber auch gemerkt haben im Verlauf deiner Arbeit, wie (un)zufrieden man mit deinen Leistungen war. Und wenn du wirklich so schlecht warst, wird der Anwalt wenig nützen.

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DAX Einkäufer

Re: Schlechtes Arbeitszeugnis

Ich bin kein Freund von aufgebauschten 110%-Super-Mega-Top-Zeugnissen, und jeder Mensch darf seine Macken haben. Aber dieses Zeugnis ist wirklich nicht überragend. Du solltest Dir ein paar Gründe zurechtlegen, warum es bei dieser Firma einfach nicht funktioniert hat. Wenn Du daraus wirklich etwas gelernt zu haben scheinst und ansonsten einen guten Eindruck hinterlässt, wird man Dir das wahrscheinlich verzeihen. Eine umfassende und selbstkritische Bewertung Deiner Arbeit durch Dich selbst ist allerdings Voraussetzung.

DAX Einkäufer

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WiWi Gast

Re: Schlechtes Arbeitszeugnis

habe auch eine frage.bei mir steht drin:aufgrund ihrer hilfsbereiten art u fachlicher kompetenz wurde ich von vorgesetzten, kollegen und paatienten sehr geschaetzt, und sie moechten sich bei mir noch einmal fuer die gute zusammenarbeit bedanken und wuenschen alles gut.is das gut oder mies?

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WiWi Gast

Re: Schlechtes Arbeitszeugnis

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, zudem ist es auch von der Ausdrucksweise und der Formulierung stümperhaft ("herangegangen", "zurechtgekommen").
Der Knaller ist Arbeitgeberkündigung: Wenn die Kündigung personenbedingt sein sollte (schlechte Leistungen, Fehlzeiten,...) läßt man das weg; falls es betriebsbedingt sein sollte (Auftragseinbruch, Wegfall Kunden,...) bedauert man das mit wirtschaftlichen Gründen.

Das Zeugnis sollte wohlwollend formuliert sein, damit einem nicht spätere Chancen verbaut werden. Anspruch auf ein sehr gutes oder gutes Zeugnis hat man dagegen nicht.
Mir scheint, dass in Deinem Fall zwei Sachen zusammen kommen:

1) Arbeitgeber beurteilt Deine Leistungen schlecht/hat Wut o.ä.,
2) der Zeugnisaussteller hat keine Ahnung/keine große Erfahrung vom Aufbau, Inhalt und Formulieren eines Arbeitszeugnis.

Für mich hört sich das nach einem Auswurf 1. Klasse an. Gab es Ärger mit den Vorgesetzten?
Auf jeden Fall nachbessern lassen! Evtl. Rechtsanwalt für Arbeitsrecht (auch bei einer Klage) zu Rate ziehen. Das sieht nach verhärteten Fronten aus!

Ronnman schrieb:

Hallo zusammen,

kann mir bitte jemand mein mir ausgestelltes Zeugnis
"übersetzen", da ich mir sicher bin, dass dieses mies ist.
Hier die Auszüge:

...
Herr xxx zeigte reges Interessean seiner Arbeit. Er arbeitete
sehr genau und erledigte seine ihm übertragenen Aufgaben
pflichtbewusst und ordnungsgemäß.
Wir bestätigen Herrn xxx, dass er mit Fleiß, Ehrlichkeit und
Pünktlichkeit an seine Aufgaben herangegangen ist und Neuem
gegenüber stets aufgeschlossen war.
Herr xxx ist während seiner Zeit bei uns mit seinen
Vorgesetzten gut zurechtgekommen und war gegenüber seinen
Arbeitskollegen immer freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit.
Das Arbeitsverhältnis endete durch eine Arbeitgeberkündigung
am...

Da ich mich wieder neu bewerben möchte, wäre mir eine
Bewertung echt hilfreich. Ich würde dieses Zeugnis ansonsten
wieder zurückgeben und neu schreiben lassen.

Vielen Dank.

Mein Glas ist immer halbvoll nicht halbleer.

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WiWi Gast

Re: Schlechtes Arbeitszeugnis

Wie lange kann ich das zeugniss zurück geben um es neu schreiben zu lassen... ?
Habe es mitte August 2012 bekommen und Arbeite schon seit ende nov 2011 nicht mehr da. Will mich neu bewerben nur das ist nicht gut und hätte gerne ein neues vomArbeitgeber. geht das noch.... ???

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WiWi Gast

Re: Schlechtes Arbeitszeugnis

Bei deinem Schreibstil kann man sich schon ein wenig ausrechnen warum es nicht so gut ist.
Ausserdem sollte hier mal festgehalten werden: Man hat ein Anrecht auf ein wohlwollendes Arbeitszeugnis, nicht auf eins mit Super-Noten. (Das würde den Sinn eines Zeugnisses ja zerstören)

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WiWi Gast

Re: Schlechtes Arbeitszeugnis

schließe mich meinem vorredner an. wenn die eigene arbeit unzureichend war, kann man auch kein bombenzeugnis erwarten.
zudem ist die formulierung des zeugnisses wirklich mehr als stümperhaft und hält sich so gar nicht an die sonst üblichen formulierungen.
aber ob da die frage nach einem neuen erfolg hat, wage ich doch sehr anzuzweifeln...

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WiWi Gast

Re: Schlechtes Arbeitszeugnis

gab es denn streit in unternehmen?

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WiWi Gast

Re: Schlechtes Arbeitszeugnis

Das Arbeitszeugnis entspricht der Note 6. Man bescheinigt dir, dass du "Interesse" gezeigt hast, was übersetzt bedeutet "ohne Erfolg", und der Standardsatz "erledigte seine Aufgaben .....", der für die Gesamtnote benutzt wird, fehlt komplett. Der Rest ist auch total negativ.

Hier wurde gesagt, dass du keinen Anspruch auf ein gutes Zeugnis hast. Das kann man so nicht stehen lassen. Das Zeugnis muss vom Arbeitgeber wohlwollend formuliert sein und der Wahrheit entsprechen. Wenn dein Arbeitgeber dir aber keinen größeren Fehler eindeutig nachweisen kann, dann muss die Zeugnisnote mindestens ein "Gut" sein. Das ist auf dem Rechtsweg einklagbar.

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