DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
AuslandsstudiumAuslandsstudium

Doppelt so viele deutsche Studierende gehen ins Ausland

Bericht „Internationalisierung des Studiums“ von BMBF, DSW und HIS vorgelegt. Deutsche Hochschulen gehören zu den beliebtesten der Welt. Die Zahl deutscher Studierender im Ausland hat sich zwischen 2000 und 2008 auf 102.800 verdoppelt.

Doppelt so viele deutsche Studierende gehen ins Ausland
Berlin, 10.01.2010 (bmbf) - Deutsche Studentinnen und Studenten zieht es immer stärker ins Ausland. Sie sind wesentlich mobiler als ihre Kommilitonen aus vergleichbaren Industrieländern. Zwischen 2000 und 2008 hat sich die Zahl deutscher Studierender im Ausland von 52.200 auf 102.800 nahezu verdoppelt. Nur aus China, Indien und Südkorea gehen noch mehr Studierende ins Ausland. Das geht aus einer Studie hervor, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Hochschul-Informations-System (HIS) und das Deutsche Studentenwerk (DSW) heute vorstellen. Der Bericht „Internationalisierung des Studiums“ basiert auf der 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, einer Befragung von 16.370 Studierenden im Sommer 2009 zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage. Das BMBF fördert die Befragung, die HIS wissenschaftlich durchführt.

Drei Viertel der mobilen Studierenden werden von ihren Eltern unterstützt, mehr als die Hälfte arbeitet vor oder während des Auslandsstudiums, 60 Prozent erhalten ein Stipendium, 30 Prozent Auslands-BAföG. „Unser Auslands-BAföG und die Förderung durch Stipendien haben sich bewährt“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan. „Die Studie liefert uns die empirische Grundlage, um diese Erfolge auch in Zukunft zu sichern.“

Insgesamt haben 15 Prozent der Studentinnen und Studenten einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt hinter sich. Dazu zählt ein Teil des Studiums, ein Praktikum oder ein Sprachkurs. Beliebteste Zielländer für ein temporäres Studium sind Spanien, Frankreich und Großbritannien. Ein Auslandspraktikum wurde am häufigsten in den USA, in Großbritannien und Frankreich absolviert. Studentinnen sind mobiler als Studenten, Studierende an Universitäten mobiler als Studierende an Fachhochschulen.

Das Interesse an einem Auslandsaufenthalt ist dabei bei allen Studierenden ähnlich groß. Während bei Diplom- und Magisterstudierenden bereits 23 Prozent im Ausland waren, sind es bei denen, die ein Staatsexamen anstreben, 18 Prozent und bei den Bachelor- Studierenden sieben Prozent. Allerdings plant ein großer Teil der Bachelor-Studierenden, noch ins Ausland zu gehen. Damit würde sich die Mobilitätsquote zwischen neuen und alten Studiengängen angleichen.

Ob Studierende ins Ausland gehen, hängt stark von der sozialen Herkunft ab. Junge Menschen aus hochschulnahen, einkommensstarken Familien tun dies fast doppelt so häufig wie ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen aus bildungsferneren Haushalten mit geringerem Einkommen. „Die soziale Selektivität des deutschen Hochschulsystems schlägt auch bei der Mobilität durch“, so DSW-Präsident Rolf Dobischat.

Umgekehrt studieren auch immer mehr ausländische Studierende an deutschen Hochschulen. Ihre Zahl stieg von 1997 bis 2008 von 100.033 auf 245.522. Damit belegt Deutschland hinter den USA und Großbritannien weltweit den dritten Platz. „Deutschland hat sich auf dem internationalen Bildungsmarkt als attraktiver Standort weiter etabliert“, sagte Schavan. „Das ist für eine Exportnation besonders wichtig: Auch wer nach dem Studium in sein Heimatland zurückkehrt, behält meistens einen engen Draht nach Deutschland“, so Schavan weiter. „Gleichzeitig müssen wir denjenigen, die sich bei uns qualifiziert haben, die Chance geben, zu bleiben und ihr Wissen bei uns einzubringen.“

Die Gründe für ein Studium in Deutschland sind vielfältig. Sie reichen vom Wunsch nach einer Vertiefung der Sprachkenntnisse und dem Interesse, spezielle Fachkenntnisse zu erwerben hin zu der Erwartung, durch einen Studienaufenthalt in Deutschland die eigenen Berufschancen zu verbessern. Besonders junge Menschen aus Schwellen- und Entwicklungsländern sowie Osteuropa sind an einem Studium in Deutschland interessiert. Die meisten von ihnen stammen aus China, gefolgt von Russland, Polen, Bulgarien und der Türkei.

Ihre wichtigsten Finanzierungsquellen sind die eigene Erwerbstätigkeit, die Unterstützung der Eltern und Stipendien. Ausländische, ledige Studierende im Erststudium haben im Durchschnitt 725 Euro pro Monat zur Verfügung, bei den deutschen Kommilitonen und Kommilitoninnen sind es 812 Euro. Als größte Schwierigkeit nennen ausländische Studierende an erster Stelle die Orientierung im deutschen Studiensystem, gefolgt von der Studienfinanzierung und mangelndem Kontakt zu ihren deutschen Kommilitonen. „Hier sind alle gefragt, Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, aber auch die deutschen Studierenden selbst“, kommentierte DSW-Präsident Dobischat die Ergebnisse.

Das Studentenwerks-Wohnheim ist für ausländische Studierende die mit Abstand beliebteste Wohnform; 41 Prozent leben im Wohnheim. „Das zeigt, wie wichtig die soziale Infrastruktur der Studentenwerke gerade für die 181.000 Bildungsausländer ist“, betonte Dobischat.

Im Forum zu Auslandsstudium

6 Kommentare

Trainee Platz in Top Programm trotz Auslandsstudium?

WiWi Gast

Hallo zusammen. Ich habe mich auf die klassischen Trainee Programme beworben die extrem beliebt sind (Bosch, BMW, Daimler, Audi, Siemens etc.) und von Bosch und BMW bereits Absagen erhalten. Ich habe ...

3 Kommentare

Österreich <-> Niederlanden

WiWi Gast

Hey! Ich habe folgende Frage: Wieso dauert ein Tourismusmanagementstudium in den Niederlanden 4 und in Österreich 3 Jahre??? Vielen lieben Dank für eure Antworten!!

3 Kommentare

Auslandsaufenthalt

WiWi Gast

Hallo, ich habe meine kaufmännische Ausbildung zum Bankkaufmann bestanden und werde unbefristet übernommen. Desweiteren habe ich einen erweiterten Realschulabschluss mit einem Notendurchschnitt von 1 ...

2 Kommentare

Master-wann?

WiWi Gast

Was ist besser? Erst den Berufseinstieg schaffen, dann 2 Jahre Berufserfahrung sammeln, ab ins Ausland und Master machen oder direkt den Master im Ausland machen, dafür aber schon 30 sein bei Beruf ...

1 Kommentare

GRE als deutscher?

WiWi Gast

Hallo zusammen, hat jemand hier Erfahrungen mit dem GRE? Wie schwer ist der Verbal-Teil als Deutscher? Ich tu mich mit dem GMAT-Format extrem schwer (Logik und Mathe waren noch nie meine Stärke ...

1 Kommentare

Erfahrungen

WiWi Gast

Hi leute, An meiner uni wird die Monash University in Australien angeboten. Ich studiere WiWi im 3. semester und überlege ein auslandsjahr dorthin zu machen. Hat jemand erfahrungen dort sammeln könne ...

17 Kommentare

Uni für Auslandsstudium USA - Was könnt ihr empfehlen?

WiWi Gast

Hi Leute, ich suche eine geeignete Uni für ein Auslandsstudium. Leider bietet meine Uni in meinem Fachbereich (wiwi) keine Partneruni in den USA an. Ich könnte mich über einen anderen Fachbereich ein ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Auslandsstudium

Auslandsmobilität von Studierenden und Wissenschaftlern steigt

Im Jahr 2015 waren fast 140.000 deutsche Studierende für ein Studium im Ausland eingeschrieben. Zu den beliebtesten Gastländern zählen Österreich, die Niederlande, Großbritannien und die Schweiz. Beliebte Zielländer für kurzzeitige Auslandssemester sind Großbritannien, die USA, Frankreich und Spanien. Derzeit verbringen mehr als ein Drittel aller Studierenden einen Teil ihres Studiums im Ausland. An deutschen Hochschulen sind 2017 zum ersten Mal mehr als 355.000 ausländische Studierende eingeschrieben.

Weiteres zum Thema Auslandsstudium

Auslandsmobilität von Studierenden und Wissenschaftlern steigt

Im Jahr 2015 waren fast 140.000 deutsche Studierende für ein Studium im Ausland eingeschrieben. Zu den beliebtesten Gastländern zählen Österreich, die Niederlande, Großbritannien und die Schweiz. Beliebte Zielländer für kurzzeitige Auslandssemester sind Großbritannien, die USA, Frankreich und Spanien. Derzeit verbringen mehr als ein Drittel aller Studierenden einen Teil ihres Studiums im Ausland. An deutschen Hochschulen sind 2017 zum ersten Mal mehr als 355.000 ausländische Studierende eingeschrieben.

Die rote Golden Gate Brücke in San Fransisco.

IEC Study Guide 2016/2017: Kostenloser Studienführer Auslandsstudium

Für ein Auslandssemester oder für ein Studium ins Ausland zu gehen, dabei hilft der aktuelle IEC Study Guide 2016/2017. Im kostenlosen Studienführer für das Auslandsstudium finden Studieninteressierte hilfreiche Tipps zu 120 Universitäten in mehr als 20 Ländern. Fragen zu Themen der Finanzierung, Bewerbung, Notenanerkennung, Hochschulrankings, Studienländern und Partneruniversitäten werden ausführlich beantwortet.

Von einem Gebäude herunter hängende britische Nationalflagge.

Brexit erschwert Studium in England und deutsch-britische Hochschulforschung

Mit verheerende Konsequenzen für Studium und Forschung nach einem eventuellen Brexit rechnen die Hochschulrektoren aus Deutschland und Großbritannien. Die EU erleichtere die Zusammenarbeit unter Forschern, das gemeinsame Nutzen von Ressourcen und der Austausch wichtiger Daten. Davon profitieren ebenso Studenten aus beiden Ländern. Derzeit sind 13.765 degree-seekings Studenten und 4.428 Erasmus-Studierende aus Deutschland in Großbritannien.

Beliebtes zum Thema Studium

ZEW Heinz-König-Young-Scholar-Award 2017: ZEW-Forschungsgruppenleiter Kai Hüschelrath (l.) und Vitali Gretschko (r.) mit Preisträgerin Jiekai Zhang und Preisträger Bernhard Kasberger.

Wiener Ökonom mit Heinz-König-Young-Scholar-Award 2017 geehrt

Gleich zwei Nachwuchsökonomen wurden mit dem Heinz König Young Scholar Award 2017 ausgezeichnet. Jiekai Zhang hat die Auswirkungen von regulierter TV-Werbung untersucht. Bernhard Kasberger von der Universität Wien ist für seine Analyse zur Effizienz von Mobilfunkmärkten nach Frequenzauktionen geehrt worden. Der jährlich vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) verliehene Heinz König Young Scholar Award ist mit 5.000 Euro dotiert und beinhaltet einen Forschungsaufenthalt am ZEW.

Eine Frau oder Studentin ohne Kopf sitzt mit einer kaputten Jeans und einem weißen Pullover auf dem Fußboden.

Studienfinanzierung: Finanzieller Druck für Studierende steigt

Mittlerweile jobben gut zwei Drittel der Studierenden neben dem Studium, wie die 21. Sozialerhebung zeigt. Der größte Ausgabeposten ist mit durchschnittlich 323 Euro im Monat die Miete. In Hochschulstädten wie München, Köln, Frankfurt, Hamburg oder Berlin ist es deutlich mehr. Die Einnahmen der Studierenden betragen im Schnitt 918 Euro im Monat, von denen die Eltern 309 Euro beisteuern. Das zeigt auch den Handlungsbedarf beim BAföG-Höchstsatz von 735 Euro.

Die Gradiation Cap mit einigen Münzen vor der Weltkarte

Studienfinanzierung im Ausland

Ein Auslandsstudium oder Auslandssemester kann teuer werden. Dafür das nötige Kleingeld zu sparen, geht über Nebenjobs oder den elterlichen Zuschuss. Das Ersparte reicht jedoch häufig bei Weitem nicht aus. Dafür gibt es in Deutschland zahlreiche Möglichkeiten, sich das Auslandsstudium finanzieren zu lassen. Auslandsbafög, Bildungskredite, Stipendien, Erasmus & Co – WiWi-TReFF zeigt, welche Unterstützung es gibt.

Feedback +/-

Feedback