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Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

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WiWi Gast

Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Egal welche Branche oder welcher Beruf, egal ob Tarifvertrag mit 35h/Woche oder sehr viel mehr. Egal ob 8 € die Stunde oder 100 €...

Jeder schiebt Überstunden! Warum ist es so? Ich verstehe das einfach nicht.

Ok, wenn jemand freiwillig sich um Überstunden reist weil er dadurch mehr Einkommen erzielen will, dann soll es ihm gegönnt sein. Aber warum wird von jedem auf Teufel komm raus erwartet, dass er Überstunden macht? Warum stellen die Betriebe nicht einfach noch mehr Leute ein?

Ok, wenn wir uns mal wieder in einer Krise befinden und dann plötzlich der Aufschwung kommt und die Bücher voll mit Aufträgen sind, dann kann man vlt. so schnell nicht reagieren und neue Leute einstellen. Aber das ist doch nur in seltenen Fällen zutreffend. Meistens wird gerade bei den Akademikern die Stelle auf mehr als 50 Stunden ausgelegt und das ganz offen. Will man das nicht hinnehmen, dann wird man direkt als Faul abgestempelt und kommt im besten Falle auf ein Abstellgleis oder fliegt raus. Und wehe man äußert mal den Wunsch nach Teilzeit. Gibt es solche Stellen überhaupt wenn man nicht gerade Krank oder Schwanger ist?

Bestes Beispiel Aldi. Mit 65000 Euro Einstiegsgehalt locken Sie die Leute. Gleichzeitig wird vorausgesetzt das man 60h + pro Woche arbeitet. Aber gerade dort gebe es doch nichts einfacheres als einfach mal jedem Bereichsleiter nur die hälfte an Läden zu zu ordnen und damit auch eine 35 Stunden Woche zulassen. Mit 32500 Euro Einstieg wären die Leute doch auch schon glücklich. Und kosten tut es doch auch nicht mehr.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Ist wie in der Investitionsrechnung. Wenn der Student die Aufgabe bekommt den Output an Gütern zu berechnen bzw. einen Output erzielen muss, ist die aller-aller-allererste Schraube an die er dreht die Intensität der Maschinenproduktion. Es kommt halt viel häufiger die Frage "Kann man die Maschinen nicht einfach bei 100% Intensität fahren für das Mehr an Output?" anstatt ob man neue Maschinen beschaffen soll. Ist ja auch sehr unelegant, unflexible Verpflichtungen einzugehen indem man neue Maschinen kauft, man weiß ja nicht wie die neue sein wird und dann steckt man mit Investitionen fest.

Dasselbe passiert wohl bei der Personalbesetzungen. Leute haben das BWLer Wissen bzgl. des flexiblen, frei versetzbaren Arbeiters und der Globalisierung komplett aufgesaugt und so leben die Unternehmen. Dann werden auch die konservativen politischen Parteien als Populisten verschrien, weil was gibt es geileres als Globalisierung

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Bei dem Beispiel mit Aldi bräuchte man dann ja auch doppelt so viele Firmenfahrzeuge, doppelt so viele Schulungen, die Personalabteilung hätte doppelt so viel zu tun etc.

Es ist aber auch nicht überall so, dass man viele Überstunden macht. Ich mache z. B. nur sehr wenige. Manchmal zweifle ich aber auch an den Angaben der Leute. Vielleicht zählen manche auch die Pausen, Fahrzeiten etc. in die Arbeitszeit mit rein. Wenn man nur die tatsächliche Arbeitszeit reinrechnet, sind 50h schon sehr grenzwertig. Wie manche auf 60h kommen wollen, ist mir ein Rätsel.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Grundsätzlich:

  • Überstunden fallen evtl. nicht immer, sondern im bestimmten Phasen an (kurz vor Projektabschluss, saisonales Geschäft...). In anderen Phasen gibt es dafür wieder zeitlichen Ausgleich
  • 2 Angestellte mit 60% Arbeitslast kosten den Arbeitgeber nun mal mehr als 1 Angestellter mit 120% (Infrastruktur [PC, Mobiltelefon, Softwarelizenz, Büro, Kantine, Parkplatz...], Schulungen, Lohnnebenkosten/Versicherungen, Administration...)
  • Du unterstellst auch, dass es beliebig viele Akademiker für alle Jobs gibt. Fakt ist aber, dass für bestimmte Aufgaben nicht genug qualifiziertes Personal (mit dann geringer Arbeitslast) verfügbar ist. Vielleicht funktioniert das bei deinem Aldibeispiel, bei angestellten Ärzten gibt es mit hoher Arbeitslast schon nicht genügend. Bei entsprechend verminderter Arbeitslast wäre der Bedarf nochmal deutlich höher
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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Die Aussagen im Ausgangspost sind einfach komplett falsch. Es wird nicht von jedem Mitarbeiter erwartet, dass er Überstunden macht.
Ich bin mir sogar sehr sicher, dass das nur auf eine kleine Minderheit der in Deutschland Beschäftigten zutrifft.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

WiWi Gast schrieb am 04.10.2017:

Die Aussagen im Ausgangspost sind einfach komplett falsch. Es wird nicht von jedem Mitarbeiter erwartet, dass er Überstunden macht.
Ich bin mir sogar sehr sicher, dass das nur auf eine kleine Minderheit der in Deutschland Beschäftigten zutrifft.

Es ist meine persönliche Meinung. Komplett falsch ist die aus meiner Sicht eben nicht. Egal wo ich bisher gearbeitet habe, war diese Erwartung da. Entweder Überstunden am Wochenende oder täglich 8-10 Stunden im Büro. Wer nicht springt, bekommt den Stempel.

Außerdem, mal die Überstunden bei Seite. Wenn die Leute nicht gerade zu den Glücklichen zählen und im IG Metal TV stecken, dann haben die so gut wie immer eine 40 Stunden Woche. Einen Vertrag mit 35h bekommen die erst gar nicht. Ich denke, dass das schon zu viel Ist wenn man denn ein Privatleben haben will. 35 Stunden ist gerade so die Grenze. Wobei man eben nie nur 35 Stunden da ist. Und jetzt könnt Ihr mich Steinigen dafür.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

MAch eine Ausbildung, wenn du 8h arbeiten willst pro Tag, aber heul dann nicht mit 60 rum wo das Geld ist.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

WiWi Gast schrieb am 04.10.2017:

MAch eine Ausbildung, wenn du 8h arbeiten willst pro Tag, aber heul dann nicht mit 60 rum wo das Geld ist.

Ich habe genau gewusst, dass so etwas kommt. Du bist der beste Beleg für meine These oben. Diese Gesellschaft ist einfach sehr beschränkt.

Selbst bei 15 euro die Stunde und einer 35 Stunden Woche muss keiner mit 60 heulen und dem Geld hinterher weinen. Vorausgesetzt du Schmeißt das Geld dein ganzes Leben lang nicht zum Fenster raus.

Aber leider denken die meisten so wie du, dass der einzige Sinn des Lebens darin besteht, so viel Materie wie nur möglich an die eigene Person zu binden.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Ich rieche einen Kommunisten

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

WiWi Gast schrieb am 04.10.2017:

Ich rieche einen Kommunisten

Nein ich bin kein Kommunist. Ich bin auch nicht für das Bedienungslose Grundeinkommen oder ähnliches... Ich wünsche mir nur eine Gesellschaft, in der sich jeder um den eigenen Scheiß kümmert. Und in der ich, wenn ich das denn will auch nur 30-35 Stunden oder in Teilzeit arbeiten kann und das zu 100% akzeptiert wird. Als Akademiker sehe ich diese Möglichkeit heute aber erst gar nicht. Selbst minimale Vorstöße wie Home Office werden meist komplett zerschossen.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

So sieht nicht "die" Arbeitswelt aus. Meist beschränkt sich das auf die typischen Akademikerberufe. Ich finde, dass 40 Std. Pro Woche das Maximum sind, um ein erfülltes Privatleben führen zu können. Ab 50 std. geht eigentlich fast gar nichts mehr (vorher mal kurz heim umziehen und dann zurück in die stadt schon gar nicht). Keiner meiner Freunde will sich erst um 20.00 Uhr verabreden. Die treffen sich alle so um 18.00 und um 20.00 geht's heim. Mein Privatleben ist ausgestorben in der Zeit wo ich regelmäßig erst um 19.00 oder 20.00 Uhr aus dem Büro konnte. Die Tage an denen es erst um 22.00 Uhr heim geht kann man sogar voll abschreiben. Da geht's nur noch ins Bett.

Für BWLer ist ein 40 Std. Job bei 80k plus eine absolute Rarität. Meist sind es entweder alte Hasen, die seit 20 Jahren im Unternehmen sind und sowas genießen oder Leute, die in Firmen arbeiten, die ein extrem ausgeprägtes sozialbewusstsein haben. Diese Firmen sind aber extrem selten.

Während des Wahlkampfes war in einer Talkshow mal einer, der sich beschwert hat wie unsozial das Land geworden ist, weil er 40 Std. die Woche arbeiten muss und keine Zeit für Frau und Kind hat. Ich dachte mir nur, so Probleme will ich auch haben.

So traurig es klingt, aber faktisch wird bei uns jemand von oberster stelle rausgemobbt, wenn er es mal wagen sollte regelmäßig um 17.00 zu gehen. Diese Leute bekommen dann zwischen 17.00 und 21.00 rd. 20 e-Mails mit singemäßem Inhalt "warum ist dieses und jenes nicht fertig? Morgen will ich definitiv dieses oder jenes auf dem Tisch haben, sonst führen wir ein Gespräch zusammen mit der personalabteilung" reinster Terror halt. Weil die meisten BWLer wissen, dass die Wiese bei anderen Unternehmen nicht grüner ist, bleiben sie und lassen das mit sich machen. Deswegen sieht es so aus wie es aussieht. Das ist jetzt ein Extremfall. Aber alle meine Freunde denken sich "lieber mach ich heute dieses oder jenes fertig und erspar mir den Stress mit dem Chef an nächsten tag"...ein Teufelskreis...

Komischerweise lassen es Akademiker mit sich machen, während meine azubi Freunde den Mittelfinger ausstrecken würden. Dabei ist der eine Arbeitsplatz nicht sicherer als der andere.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Ok, also:

"Ok, wenn jemand freiwillig sich um Überstunden reist weil er dadurch mehr Einkommen erzielen will, dann soll es ihm gegönnt sein. Aber warum wird von jedem auf Teufel komm raus erwartet, dass er Überstunden macht? "

-> Kunden bezahlen meist einen Haufen Kohle, damit sie die Arbeit geliefert bekommen die sie möchten. In der Verwaltung kann man um 17 Uhr die Stifte vielleicht fallen lassen, in der Regel aber nicht. Sprich: Arbeit muss erledigt werden

"Warum stellen die Betriebe nicht einfach noch mehr Leute ein?"

-> Hast du einen wirtschaftlichen Studiengang besucht? Stichwort fallender Gesetz des abnehmenden Grenznutzens. Und sowieso: Es gibt Phasen, in denen es kaum/gar keine Arbeit gibt. Da verbrennt man nur Geld mit mehr Arbeitern. Ist am Ende auch günstiger, wenn weniger die Arbeit erledigen....zumal du in normalen Jobs nicht sagen kannst, stellt mehr Leute ein und gut ist. Bei Jobs wo du 80-100h Stunden arbeitest (Stichwort UB/IB) verstehe ich die Forderung ja, aber nicht bei einem Job wo du vlt 50-60 Stunden arbeitest.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Richtig. Je mehr Geld um so mehr kann man sich kaufne. Umso mehr ich mir kaufen kann, um so glücklicher geht es mir.

"Wenn jeder nur an sich denkt, dann ist an jeden gedacht & jeder ist glücklich"

WiWi Gast schrieb am 04.10.2017:

WiWi Gast schrieb am 04.10.2017:

MAch eine Ausbildung, wenn du 8h arbeiten willst pro Tag, aber heul dann nicht mit 60 rum wo das Geld ist.

Ich habe genau gewusst, dass so etwas kommt. Du bist der beste Beleg für meine These oben. Diese Gesellschaft ist einfach sehr beschränkt.

Selbst bei 15 euro die Stunde und einer 35 Stunden Woche muss keiner mit 60 heulen und dem Geld hinterher weinen. Vorausgesetzt du Schmeißt das Geld dein ganzes Leben lang nicht zum Fenster raus.

Aber leider denken die meisten so wie du, dass der einzige Sinn des Lebens darin besteht, so viel Materie wie nur möglich an die eigene Person zu binden.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Wenn du 35 Stunden arbeiten möchtest, dann tue es!
Wechsel notfalls deinen Arbeitgeber, aber tue es!
Wenn du gut genug bist gehe zu Dax30 und arbeite dann in Teilzeit.

Aber: Bitte jammere nachher nicht, dass dein Arbeitskollege schneller befördert und entwickelt wird!

Wenn du keine 35 Stunden arbeitest, bist du entweder feige oder du bist zu feige (entweder traust du dich nicht, dich gegen deinen Chef durchzusetzen oder du traust dich nicht zu wechseln).

Es gibt nichts Gutes außer man tut es.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

WiWi Gast schrieb am 04.10.2017:

Egal welche Branche oder welcher Beruf, egal ob Tarifvertrag mit 35h/Woche oder sehr viel mehr. Egal ob 8 € die Stunde oder 100 €...

Jeder schiebt Überstunden! Warum ist es so? Ich verstehe das einfach nicht.

Ok, wenn jemand freiwillig sich um Überstunden reist weil er dadurch mehr Einkommen erzielen will, dann soll es ihm gegönnt sein. Aber warum wird von jedem auf Teufel komm raus erwartet, dass er Überstunden macht? Warum stellen die Betriebe nicht einfach noch mehr Leute ein?

Ok, wenn wir uns mal wieder in einer Krise befinden und dann plötzlich der Aufschwung kommt und die Bücher voll mit Aufträgen sind, dann kann man vlt. so schnell nicht reagieren und neue Leute einstellen. Aber das ist doch nur in seltenen Fällen zutreffend. Meistens wird gerade bei den Akademikern die Stelle auf mehr als 50 Stunden ausgelegt und das ganz offen. Will man das nicht hinnehmen, dann wird man direkt als Faul abgestempelt und kommt im besten Falle auf ein Abstellgleis oder fliegt raus. Und wehe man äußert mal den Wunsch nach Teilzeit. Gibt es solche Stellen überhaupt wenn man nicht gerade Krank oder Schwanger ist?

Bestes Beispiel Aldi. Mit 65000 Euro Einstiegsgehalt locken Sie die Leute. Gleichzeitig wird vorausgesetzt das man 60h + pro Woche arbeitet. Aber gerade dort gebe es doch nichts einfacheres als einfach mal jedem Bereichsleiter nur die hälfte an Läden zu zu ordnen und damit auch eine 35 Stunden Woche zulassen. Mit 32500 Euro Einstieg wären die Leute doch auch schon glücklich. Und kosten tut es doch auch nicht mehr.

Was für eine Lösung erwartest du jetzt hier? Ändern wird sich doch eh nichts..

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Eine Lösung erwarte ich hier nicht. Nur eine sachliche Diskussion die mich entweder in meiner Meinung bestätigt oder eben zum Umdenken anregt.

Eine Lösung muss jeder selbst für sich finden.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Sind Stellen mit (gelebtem!) Tarifvertrag denn wirklich so selten?
Ich kann natürlich nur für mein persönliches Umfeld sprechen, aber da arbeitet niemand mehr als 35-45 Stunden die Woche, der das vorher auch so vereinbart hat.
Natürlich, wer zur Unternehmensberatung geht der sollte auch vorher schon wissen, dass da andere Gesetze gelten. Von einem Unternehmensberater der den Kunden einen vierstelligen Tagessatz kostet erwarte ich aber auch, dass er eben nicht wie die eigenen angestellten um 17 Uhr den Stift fallen lässt.

Prinzipiell stimme ich dir zu, es wird an vielen Stellen unnötig lange gearbeitet. Sei es wegen einer ausgeprägten Anwesenheitskultur oder wegen schlechtem Personalmanagement. Insbesondere beim Beispiel Mediziner halte ich die Situation sogar für leichtsinnig.
Aber Überstunden unter den Generalverdacht zu stellen unnötig zu sein halte ich nicht für angemessen. Es gibt einfach Situationen, in denen es sich nicht vernünftig vermeiden lässt. Beispiel wäre hier im Grunde jegliche Art von Projektarbeit mit stark volatilen Belastungsphasen.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Interessante Diskussion, die zum Glück überwiegend sachlich geführt wird. Die Einschätzung des TE, dass man eine 35h-Woche benötige, um ein Privatleben führen zu können, teile ich zwar nicht. Umgekehrt halte ich es aber auch für ausgeschlossen, mit 60h noch ein Privatleben zu führen. Schließlich muss man bei einer 60h-Woche von Montag-Freitag von 9-22 Uhr im Büro hocken...
Ich würde die Grenze eher bei etwa 50h ziehen. Wie gut das Privatleben dann noch ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab (Flexibilität der Arbeitszeit, Pendelei, Familie ...).

Eine andere Frage ist natürlich, ob die vielen Überstunden wirklich sein müssen? Die Antwort nach mehreren Jahren Tax in Großkanzlei und Big4 lautet "jein". Grob geschätzt würde ich mal sagen, dass 60% ohnehin nur Facetime sind (kein Mensch kann mE dauerhaft mehr als 60h die Woche produktiv arbeiten). Weitere 20% sind die Folge schlechter Arbeitsorganisation (typischer Fall: Chef lässt lange vorbereiteten Schriftsatz bis Fristende liegen und verlangt dann abends noch irgendwelche Änderungen). Die letzten 20% sind dann wirklich notwendig...

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

40h Woche mit 80k Gehalt ist sicher keine Rarität. Da muss man kein alter Hase sein.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

WiWi Gast schrieb am 06.10.2017:

40h Woche mit 80k Gehalt ist sicher keine Rarität. Da muss man kein alter Hase sein.

Ich kenne ehrlich gesagt nur wenige Personen. Die sind eigentlich alle mehr oder weniger die Generation meiner Eltern und vlt. noch die "zwischengeneration" d.h. insgesamt die jetzt 40 bis 60 jährigen. Die arbeiten meist seit über 20 oder 30 Jahren bei einem Dax Konzern oder sonstigem erfolgreichen unternehmen und haben dort eine Ausbildung gemacht, die wenigsten haben studiert. Danach immer stetige Gehaltssteigerungen bei mehr oder weniger gleichbleibender Belastung. Die Stundenanzahl ist sogar deutlich unter 40 pro Woche.

Ich weiß ja nicht was du so für Leute kennst, aber ich kann von "meiner" Firma sagen, dass ausnahmslos alle, die mehr als 80k verdienen, deutlich mehr als 40 Std. arbeiten (Wochenenden inkl.). Von meinen studienfreunden (Generation 80er und 90er jahrgänge) hat jeder eine Menge Überstunden zu machen, wenn er so um die 60 bis 70k plus verdient. Ich kenne jetzt natürlich nicht die gesamte Arbeitswelt und meine Freunde reichen auch nicht für eine repräsentative Stichprobe. Aber wenn es wie du sagst keine Rarität ist, dann würde ich häufiger derartige Leute kennenlernen.

Es gibt sicherlich Branchen und Regionen wo das geht, bspw. Chemie, Pharma, Versicherungen usw. Aber über alle Branchen und alle Regionen in Deutschland hinweg ist das m.e. sehr wohl eine Rarität.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Sorry, aber du musst ja nicht zu Aldi gehen. Den Job mit 35h Woche und 32.500 gibt es als Akademiker bestimmt iwo. Wüsste zwar niemanden der für das Geld arbeiten gehen will aber den Job gibt es sicher.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

so viele überstunden? 80k unrealistisch? such dir doch einfach ein tarifgebundeses unternehmen ( igm oder igbce) da haste deine 35/37/40 stunden und bekommst schon zum anfang 50-60k und hast nach 5 jahren deine 70-80k..??

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Naja wie gesagt, mit BWL sollte das im Laufe des Berufslebens schon zu machen sein.
Ich habe nirgends behauptet, dass junge Berufsneulinge das erreichen. Aber eine Rarität heißt für mich, dass es nur 1% erreicht und das halte ich für Unsinn.

Ich arbeite im Asset Management und da verdient jeder mit 30 schon seine 80k bei einer 40-45h Woche, Arbeit am Wochenende gibts nicht.

WiWi Gast schrieb am 06.10.2017:

WiWi Gast schrieb am 06.10.2017:

Ich kenne ehrlich gesagt nur wenige Personen. Die sind eigentlich alle mehr oder weniger die Generation meiner Eltern und vlt. noch die "zwischengeneration" d.h. insgesamt die jetzt 40 bis 60 jährigen. Die arbeiten meist seit über 20 oder 30 Jahren bei einem Dax Konzern oder sonstigem erfolgreichen unternehmen und haben dort eine Ausbildung gemacht, die wenigsten haben studiert. Danach immer stetige Gehaltssteigerungen bei mehr oder weniger gleichbleibender Belastung. Die Stundenanzahl ist sogar deutlich unter 40 pro Woche.

Ich weiß ja nicht was du so für Leute kennst, aber ich kann von "meiner" Firma sagen, dass ausnahmslos alle, die mehr als 80k verdienen, deutlich mehr als 40 Std. arbeiten (Wochenenden inkl.). Von meinen studienfreunden (Generation 80er und 90er jahrgänge) hat jeder eine Menge Überstunden zu machen, wenn er so um die 60 bis 70k plus verdient. Ich kenne jetzt natürlich nicht die gesamte Arbeitswelt und meine Freunde reichen auch nicht für eine repräsentative Stichprobe. Aber wenn es wie du sagst keine Rarität ist, dann würde ich häufiger derartige Leute kennenlernen.

Es gibt sicherlich Branchen und Regionen wo das geht, bspw. Chemie, Pharma, Versicherungen usw. Aber über alle Branchen und alle Regionen in Deutschland hinweg ist das m.e. sehr wohl eine Rarität.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

WiWi Gast schrieb am 06.10.2017:

so viele überstunden? 80k unrealistisch? such dir doch einfach ein tarifgebundeses unternehmen ( igm oder igbce) da haste deine 35/37/40 stunden und bekommst schon zum anfang 50-60k und hast nach 5 jahren deine 70-80k..??

Das ist leider Wunschdenken. Bei sämtlichen Unternehmen, die ich kenne hat man ab einer gewissen gehaltssphäre rein gar nichts von den Tarifen bzw. den generellen Rahmenbedingungen, die bspw. in der Produktion vorhanden sind. Ein Freund von mir arbeitet im Finance bei BMW. Er ist auch nur noch am fluchen, dass er ständig dazu genötigt wird Überstunden zu machen. Überall wo zeitkritisch irgendwelche ergebnisse geliefert werden müssen, muss man überstunden schieben, wenn man 80k verdienen will. Ausnahmen kenne ich nur bei leuten, die in irgendeiner grundsatzabteilung sitzen und die ergebnisse (fast) egal sind. Insbesondere bei BWLer Tätigkeiten kann man sich nicht daran orientieren was irgendein Tarifvertrag für die Branche festlegt.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Versuche mittlerweile schon seit Jahren einen vernünftigen Exit aus der Beratung zu finden und die Realität sieht meist so aus:

Projektleiterstellen mit All-In Vertrag und 70-80.000 Jahresgehalt, dafür regelmäßige Reisetätigkeit und 50h Woche (nicht selten ein Schleudersitz mit Burn-Out Garantie).

35-40h Woche, dafür fängt schon bei 60.000€ die Schnappatmung an. Mir wurde auch schon gesagt das ich dafür schlicht zu überqualifiziert bin und man möchte Duale-Studenten/Absolventen ohne große Ambitionen, die sich mit wenig Gehalt und Work-Life Balance zufrieden geben (meist diejenigen, die nach 10 Jahren wütend protestieren weil ihr Job durch Automatisiert/Stellenabbau weggefallen ist obwohl diese fleißig und gewissenhaft um 16 Uhr den Stift haben fallen lassen). Seit die Immobilienpreise anzogen haben kommt man mit so einem Gehalt eh auf keinen grünen Zweig mehr, gerade als Alleinverdiener.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Zugegebenermaßen folgt ein sinnloser Beitrag meinerseits, aber:

JA! Zustimmung! Vor allem letzter Absatz! Danke!

WiWi Gast schrieb am 07.10.2017:

Versuche mittlerweile schon seit Jahren einen vernünftigen Exit aus der Beratung zu finden und die Realität sieht meist so aus:

Projektleiterstellen mit All-In Vertrag und 70-80.000 Jahresgehalt, dafür regelmäßige Reisetätigkeit und 50h Woche (nicht selten ein Schleudersitz mit Burn-Out Garantie).

35-40h Woche, dafür fängt schon bei 60.000€ die Schnappatmung an. Mir wurde auch schon gesagt das ich dafür schlicht zu überqualifiziert bin und man möchte Duale-Studenten/Absolventen ohne große Ambitionen, die sich mit wenig Gehalt und Work-Life Balance zufrieden geben (meist diejenigen, die nach 10 Jahren wütend protestieren weil ihr Job durch Automatisiert/Stellenabbau weggefallen ist obwohl diese fleißig und gewissenhaft um 16 Uhr den Stift haben fallen lassen). Seit die Immobilienpreise anzogen haben kommt man mit so einem Gehalt eh auf keinen grünen Zweig mehr, gerade als Alleinverdiener.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Aus aktuellem Anlass:

http://www.bild.de/news/ausland/ueberstunden/japanerin-stirbt-nach-vielen-ueberstunden-53456562.bild.html

Noch ein paar Jahre und so Fälle sind bei uns auch Standard. Die Entwicklung geht ja eindeutig in die Richtung.
"Wir" sind in Deutschland momentan auf der "Stufe" wo eine brutal hohe Anzahl an Akademikern freiwillig auf Privatleben verzichtet und das damit rechtfertigt, dass sie es selbst so wollen, da ihnen das Arbeiten angeblich wichtiger sei als eine Beziehung oder generell wichtiger als Privatleben. Paare bekommen keine kinder mehr, weil die karriere sowohl bei Männern als auch bei frauen bis min. 40 die uneingeschränkte priorität hat. Die nächste Stufe ist dann der Verzicht auf die eigene Gesundheit und komplette Aufopferung. Na dann gute Nacht.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

In Deutschland gibt es das Arbeitsschutzgesetz, habe ich zu mindestens auch in BWL Rechtsvorlesungen an der privaten Hochschule gelernt. Leider ist es so, dass "High-Performer" denken, dass sie nur mit 60 Stunden facetime es im Beruf weit schaffen. Ich persönlich habe diese Erfahrung jedoch nicht gemacht, dass ich nur mit solchen Stunden vorwärts in der Karriere komme.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Ich würde behaupten es liegt daran das man früher gerne auf Karriere verzichten und sich trotzdem sein freistehendes Haus im Stuttgarter Speckgürtel, ein Auto, Urlaub, eine Hausfrau, Kinder und 100/200.000€ auf der Bank bis zum Rentenalter mit einem soliden Konzernjob leisten konnte. Eben das was früher ein erstrebenswertes Leben ausgemacht hat und heute als totaler Luxus gilt.

Heute sind die Ansprüche an den Konsum natürlich etwas höher als damals, dennoch fängt es schon bei den eigenen 4 Wänden an. 80qm in Stuttgarter Stadtbahnnähe sind für den gemeinen Facharbeiter schon absoluter Luxus. Für 100qm Neubau im Stadtkreis müssen schon über 100.000 verdient werden. Da muss die Frau schnell wieder in den Job, ansonsten unbezahlbar und auf das 3. Kind verzichtet man gerne, da 5 Zimmerwohnungen sowieso total außerhalb des Budgets liegen...

Die Herausforderungen die sich heute an die U35er Generation stellen sind komplett andere als Damals, angefangen bei der Jobsicherheit über den Abbau von Eigenheimzulagen und Fördermitteln bis zu massiven direkten und indirekten Steuererhöhungen in den letzten 20 Jahren. Die Mittelschicht bricht weg und mit 925 Dienst nach Vorschrift wird man zu den Verlierern gehören, in 10 Jahren noch mehr als heute. Heute gilt es das maximale an Arbeitsleistung zu bringen um zu den Gewinnern zu gehören oder sich gleich in die soziale Hängematte zu legen und Kinder zu machen, weil Vermögensbildung und finanzielle Unabhängikeit in sehr weite Ferne gerückt ist...

WiWi Gast schrieb am 07.10.2017:

Aus aktuellem Anlass:

http://www.bild.de/news/ausland/ueberstunden/japanerin-stirbt-nach-vielen-ueberstunden-53456562.bild.html

Noch ein paar Jahre und so Fälle sind bei uns auch Standard. Die Entwicklung geht ja eindeutig in die Richtung.
"Wir" sind in Deutschland momentan auf der "Stufe" wo eine brutal hohe Anzahl an Akademikern freiwillig auf Privatleben verzichtet und das damit rechtfertigt, dass sie es selbst so wollen, da ihnen das Arbeiten angeblich wichtiger sei als eine Beziehung oder generell wichtiger als Privatleben. Paare bekommen keine kinder mehr, weil die karriere sowohl bei Männern als auch bei frauen bis min. 40 die uneingeschränkte priorität hat. Die nächste Stufe ist dann der Verzicht auf die eigene Gesundheit und komplette Aufopferung. Na dann gute Nacht.

antworten
WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

WiWi Gast schrieb am 07.10.2017:

Die Herausforderungen die sich heute an die U35er Generation stellen sind komplett andere als Damals, angefangen bei der Jobsicherheit über den Abbau von Eigenheimzulagen und Fördermitteln bis zu massiven direkten und indirekten Steuererhöhungen in den letzten 20 Jahren. Die Mittelschicht bricht weg und mit 925 Dienst nach Vorschrift wird man zu den Verlierern gehören, in 10 Jahren noch mehr als heute. Heute gilt es das maximale an Arbeitsleistung zu bringen um zu den Gewinnern zu gehören oder sich gleich in die soziale Hängematte zu legen und Kinder zu machen, weil Vermögensbildung und finanzielle Unabhängikeit in sehr weite Ferne gerückt ist...

Das ist genau die Einstellung, die ich meine. Aus deinem Post spricht die pure Angst über den sozialen Abstieg trotz guter Ausbildung usw. Der Ansatz ist dennoch total falsch. Wir mutieren zu einer Gesellschaft von Angst getriebener Individualisten bzw. Egoisten. "Das maximale an Arbeitsleistung zu bringen" sorgt sicherlich nicht dafür, dass man zu irgendwelchen Gewinnern zählt. Die meisten, die ich kenne, die das tun haben außer ein ordentliches Gehalt rein gar nichts gewonnen. Sie haben meist weder eine feste Beziehung, wohnen alleine in einer 3 Zimmer Wohnung, fahren ein teures Auto und haben gar keine Kinder. Die karrierefrauen wollen es sich und anderen regelmäßig "beweisen" wie tüchtig und intelligent sie sind und dass sie mindestens genau so hart arbeiten können wie männer. Die Karrieremänner wollen alle "Vermögen aufbauen" und gesellschaftliche Anerkennung für Ihre leistung.

Ich frag mich für wen? Sich ein Haus leisten zu können wird diesen Leuten nichts bringen, da man für sich alleine kein 200qm Haus benötigt. Dass das ganze in eine Sackgasse führt merkt man dann, wenn man diese Leute in ihren 40ern antrifft. Bei mir in der Firma sind sie allesamt irgendwie ziemlich verbittert. Sie haben gemerkt, dass der Privatzug längst abgefahren ist und stürzen sich noch mehr in die Arbeit. Und das schlimmste ist, sie wollen dass man selbst mitzieht.

Wenn ich diese Leute sehe, dann bekomme ich es mit der Angst zu tun. Da denke ich mir nur "bitte Gott, lass mich nicht so enden"

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Ich finde die Frage ist durchaus berechtig. Der Begriff Kommunismus ist ja schon gefallen. Im Grundel liegen die Gründe im Kapitalismus. Wenn man den technische Fortschritt sich anschaut müssten wir eigentlich weniger Arbeiten als vor 100 Jahren. Allerdings konnte Damals auch ein Mann die ganze Familie mit mehreren Kinder ernähren (OK gut die Lebensqualität und der Konsum waren anders - aber Konsum wird ja auch vom Kapitalismus gesteuert.). Also theoretisch könnte man sagen wir sind so produktiv, dass keiner mehr als 20h die Woche arbeiten müsste.
ABER die Gesetze der Wirtschaft funktionieren nach der profit Maximierung und 20h wäre höchst innefizient - da man mit 40 oder mehr eben mehr Kohle machen kann.
Außerdem sind da noch die Karrieristen oder das Betriebsklima. Arbeite selber in einem Laden wo eig. 38 h die Regel sein sollte. Ist sie auch. Aber wenn man da etwas vorwärts kommen will wird auch gern gesehen, dass man deutlich mehr mehr mehr arbeitet. In diesem Fall ist es der sozial Druck. Das ist meine Meinung zu den Überstunden.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

WiWi Gast schrieb am 08.10.2017:

Ich finde die Frage ist durchaus berechtig. Der Begriff Kommunismus ist ja schon gefallen. Im Grundel liegen die Gründe im Kapitalismus. Wenn man den technische Fortschritt sich anschaut müssten wir eigentlich weniger Arbeiten als vor 100 Jahren. Allerdings konnte Damals auch ein Mann die ganze Familie mit mehreren Kinder ernähren (OK gut die Lebensqualität und der Konsum waren anders - aber Konsum wird ja auch vom Kapitalismus gesteuert.). Also theoretisch könnte man sagen wir sind so produktiv, dass keiner mehr als 20h die Woche arbeiten müsste.
ABER die Gesetze der Wirtschaft funktionieren nach der profit Maximierung und 20h wäre höchst innefizient - da man mit 40 oder mehr eben mehr Kohle machen kann.
Außerdem sind da noch die Karrieristen oder das Betriebsklima. Arbeite selber in einem Laden wo eig. 38 h die Regel sein sollte. Ist sie auch. Aber wenn man da etwas vorwärts kommen will wird auch gern gesehen, dass man deutlich mehr mehr mehr arbeitet. In diesem Fall ist es der sozial Druck. Das ist meine Meinung zu den Überstunden.

Das sehe ich nicht so wie du. Die Ursache dafür, dass es so läuft ist nicht "der Kapitalismus". Das ist viel zu pauschal. Das ist so als würde man behaupten für den islamistischen Terror sei der Islam die Ursache. Das ist viel zu verkürzt. Außerdem ist der "Kapitalismus" m.e. die einzige Form, die mit einer freiheitlich demokratischen Grundordnung in Einklang zu bringen ist. Aber das ist eine andere Diskussion.

Das was du am Ende geschrieben hast, bzw. was deine konkrete Situation ist, wäre für viele (ich inkl.) schon das höchste des erstrebenswerten. D.h. man arbeitet 35 oder 40 Std., macht zwar keine Karriere, aber es wird uneingeschränkt akzeptiert, dass man nach 40 Std. regelmäßig nach hause will. Wer Karriere machen will, der kann gerne mehr Engagement an den Tag legen.

Heute ist es aber vielfach so, dass man zu massiven Überstunden genötigt wird, ob man will oder nicht. Man könnte meinen, dass mein Chef eine Flatrate von Montag bis Freitag gebucht hätte und allein er entscheidet, ob ich am Mittwoch um 18.00 ins Kino "darf" oder nicht. Diese Bevormundung als erwachsener Mensch... es reicht ja schon zwischen 8 uhr und von mir aus 19.00 fremdbestimmt zu sein. Ich würde aber gerne bereits jetzt festlegen, dass ich am Montag und Mittwoch um 19.00 Uhr im Fitnesstudio sein will, Dienstag um 20.00 Uhr im Kino sein will, Donnerstag Freunde um 18.00 treffen will und Freitag um 17.00 einkaufen gehe. In der Realität ist bei mir regelmäßig alles nicht möglich, obwohl mein gewünschter Ablauf bereits 45 std. Plus die Woche beinhaltet.

Das kotzt mich an. Diese "zwischen Montag und Freitag gehört dein Arsch mir" Einstellung. Viele Kollegen haben bereits gekündigt, haben in ihrem neuen Job aber mehrheitlich wieder das gleiche Phänomen angetroffen. Dann wieder Kündigung. Innerhalb von 5 Jahren nach der Uni teilweise bereits 4 unterschiedliche Arbeitgeber, weil alle Chefs meinen, Freizeit wäre ein Relikt aus der Vergangenheit nur weil sie selbst kein Bock auf Freizeit haben. Diese Einstellung können Sie gerne haben, aber sie sollen diese Einstellung gefälligst nicht mir aufdrücken.

Viele sagen dann "kündige doch einfach". Da fängt aber m.e. das eigentliche Problem an. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass es beim neuen Arbeitgeber ebenso abläuft liegt bei gefühlt 90 Prozent, wenn ich mir so meine ex Kollegen ansehe.

Was tun?

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WIWIJoe

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Geh in einen Konzern mit starker Gewerkschaft, deine Führungskraft wird den Teufel tun dich regelmäßig zu Mehrarbeit zu nötigen, sonst ist sein Arsch als erster Weg. Und das wissen die Herren und Damen. Das schützt dich allerdings nicht vor der Gruppenzwang Überstunden zu kloppen, aber da kommt es dann auf dein Selbstbewusstsein an.

WiWi Gast schrieb am 08.10.2017:

WiWi Gast schrieb am 08.10.2017:

Ich finde die Frage ist durchaus berechtig. Der Begriff Kommunismus ist ja schon gefallen. Im Grundel liegen die Gründe im Kapitalismus. Wenn man den technische Fortschritt sich anschaut müssten wir eigentlich weniger Arbeiten als vor 100 Jahren. Allerdings konnte Damals auch ein Mann die ganze Familie mit mehreren Kinder ernähren (OK gut die Lebensqualität und der Konsum waren anders - aber Konsum wird ja auch vom Kapitalismus gesteuert.). Also theoretisch könnte man sagen wir sind so produktiv, dass keiner mehr als 20h die Woche arbeiten müsste.
ABER die Gesetze der Wirtschaft funktionieren nach der profit Maximierung und 20h wäre höchst innefizient - da man mit 40 oder mehr eben mehr Kohle machen kann.
Außerdem sind da noch die Karrieristen oder das Betriebsklima. Arbeite selber in einem Laden wo eig. 38 h die Regel sein sollte. Ist sie auch. Aber wenn man da etwas vorwärts kommen will wird auch gern gesehen, dass man deutlich mehr mehr mehr arbeitet. In diesem Fall ist es der sozial Druck. Das ist meine Meinung zu den Überstunden.

Das sehe ich nicht so wie du. Die Ursache dafür, dass es so läuft ist nicht "der Kapitalismus". Das ist viel zu pauschal. Das ist so als würde man behaupten für den islamistischen Terror sei der Islam die Ursache. Das ist viel zu verkürzt. Außerdem ist der "Kapitalismus" m.e. die einzige Form, die mit einer freiheitlich demokratischen Grundordnung in Einklang zu bringen ist. Aber das ist eine andere Diskussion.

Das was du am Ende geschrieben hast, bzw. was deine konkrete Situation ist, wäre für viele (ich inkl.) schon das höchste des erstrebenswerten. D.h. man arbeitet 35 oder 40 Std., macht zwar keine Karriere, aber es wird uneingeschränkt akzeptiert, dass man nach 40 Std. regelmäßig nach hause will. Wer Karriere machen will, der kann gerne mehr Engagement an den Tag legen.

Heute ist es aber vielfach so, dass man zu massiven Überstunden genötigt wird, ob man will oder nicht. Man könnte meinen, dass mein Chef eine Flatrate von Montag bis Freitag gebucht hätte und allein er entscheidet, ob ich am Mittwoch um 18.00 ins Kino "darf" oder nicht. Diese Bevormundung als erwachsener Mensch... es reicht ja schon zwischen 8 uhr und von mir aus 19.00 fremdbestimmt zu sein. Ich würde aber gerne bereits jetzt festlegen, dass ich am Montag und Mittwoch um 19.00 Uhr im Fitnesstudio sein will, Dienstag um 20.00 Uhr im Kino sein will, Donnerstag Freunde um 18.00 treffen will und Freitag um 17.00 einkaufen gehe. In der Realität ist bei mir regelmäßig alles nicht möglich, obwohl mein gewünschter Ablauf bereits 45 std. Plus die Woche beinhaltet.

Das kotzt mich an. Diese "zwischen Montag und Freitag gehört dein Arsch mir" Einstellung. Viele Kollegen haben bereits gekündigt, haben in ihrem neuen Job aber mehrheitlich wieder das gleiche Phänomen angetroffen. Dann wieder Kündigung. Innerhalb von 5 Jahren nach der Uni teilweise bereits 4 unterschiedliche Arbeitgeber, weil alle Chefs meinen, Freizeit wäre ein Relikt aus der Vergangenheit nur weil sie selbst kein Bock auf Freizeit haben. Diese Einstellung können Sie gerne haben, aber sie sollen diese Einstellung gefälligst nicht mir aufdrücken.

Viele sagen dann "kündige doch einfach". Da fängt aber m.e. das eigentliche Problem an. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass es beim neuen Arbeitgeber ebenso abläuft liegt bei gefühlt 90 Prozent, wenn ich mir so meine ex Kollegen ansehe.

Was tun?

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

35 stunden sind die Grenze. Was ist eigentlich los bei dir? Früher wurde gearbeitet bis man umgefallen ist. Arbeit wird von Jahrzehnt zu Jahrzehnt weniger. Aber jetzt zu behaupten dass mehr als 35 stunden "nicht geht" ist einfach nur Quatsch. Ich arbeite gerne die 50 Stunden die Woche weil mein Job mir spaß macht. Mein Sozialleben habe ich am Wochenende oder in meinen insgesamt 50 Urlaubstagen (inklusive Überstundenausgleich). Wer meint hier in Deutschland zu viel zu arbeiten ist einfach nur verrückt.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

WiWi Gast schrieb am 09.10.2017:

35 stunden sind die Grenze. Was ist eigentlich los bei dir? Früher wurde gearbeitet bis man umgefallen ist. Arbeit wird von Jahrzehnt zu Jahrzehnt weniger. Aber jetzt zu behaupten dass mehr als 35 stunden "nicht geht" ist einfach nur Quatsch. Ich arbeite gerne die 50 Stunden die Woche weil mein Job mir spaß macht. Mein Sozialleben habe ich am Wochenende oder in meinen insgesamt 50 Urlaubstagen (inklusive Überstundenausgleich). Wer meint hier in Deutschland zu viel zu arbeiten ist einfach nur verrückt.

  1. Ich behaupte nicht das mehr als 35 Stunden nicht geht. Das geht sehr wohl. So wie 70 oder gar 80 Stunden. Je nach dem wie die einzelnen Arbeitstätigkeiten aussehen auch mehr.

  2. Wenn du es hin bekommst, ein Sozialleben nur am Wochenende zu haben, dann bin ich froh für dich. Und solange das Sozialleben nur daraus besteht, am WE zu feiern und die größeren Aktivitäten dann während des Urlaubs zu unternehmen, dann glaube ich dir auch dass du ein erfülltes Sozialleben hast, auch wenn ein etwas Beschränktes.
    Was allerdings nicht geht ist z.Bsp.:

    • öfter als 1 mal pro Woche Sport wenn überhaupt
    • jeden Tag für die Kinder da zu sein
    • alle anderen Aktivitäten die etwas mehr Zeit brauchen
  3. Klar haben die Menschen früher viel mehr gearbeitet, machen die meisten auch heute noch. Aber früher haben die Menschen auch in Höhlen gewohnt und wurden um 30 Jahre alt im Durchschnitt, müssen wir das heute dann auch noch?

  4. Und auch du setzt weniger Präsenzzeit gleich mit weniger Arbeitsleistung und damit mit Faulheit. Was einfach falsch ist. Dies ist eine sehr beschränkte aber leider allgemein weit verbreitete Sichtweise!

  5. Wenn ein Mensch nur 35 stunden oder gar nur 20 Stunden präsent ist, dann heißt das nicht das dieser weniger arbeitet als der 50-70 Wochenstunden Mensch, der den job in den Mittelpunkt seines Lebens gestellt hat. Bei so viel Präsenzzeit hat man auch viel Zeit um eine zu rauchen, einen Kaffe zu trinken, und andere unnötigen Pausen für klatsch und tratsch usw. Und jetzt erzähl mir bitte nicht das du bei 10 Stunden am Tag konzentriert bei 100 % deiner geistigen und physischen Leistungsfähigkeit arbeiten kannst.

Bei <35h pro Woche hat man dann eben Zeit für andere Dinge. Mit täglich Sport und genug Schlaf, ist man dann viel konzentrierter bei der Arbeit und braucht keine 20 Tassen Kaffee am Tag. Das Burnoutrisiko ist dann auch nicht so hoch.

Täglich 1-2 Stunden mit den Kindern, bedeutet eine viel geringere Wahrscheinlichkeit dass diese im Leben abstürzen.
Außerdem hat man auch Zeit die Eltern zuhause zu pflegen und und und...

Kannst du das alles mit 50 Stunden auch?

Außerdem dort wo einer 60-70 stunden im Büro sitzt, könnten auch zwei Menschen beschäftigt werden. Was eine geringere Arbeitslosigkeit und größere Mittelschicht bedeuten würde.

So viele Dinge könnte ich dir noch aufzählen die insgesamt sehr positiv für die Gesellschaft wären wenn man auf eine Work-Life Balance stärker achten würde.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Es gibt auch Menschen die nicht so belastbar sind. Manche haben auch gewisse Krankheiten mit denen man gut leben kan, aber etwas weniger Arbeit der Gesundheit gut tut.
Nun, wo können die arbeiten?

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Nein, so stärkt man nicht die Mittelschicht sondern treibt die Schere weiter auseinander. Wenn jeder 35k verdient sind nämlich alle gleich arm. Das klingt nach sehr weit linkem Gedankengut hier.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

WiWi Gast schrieb am 09.10.2017:

35 stunden sind die Grenze. Was ist eigentlich los bei dir? Früher wurde gearbeitet bis man umgefallen ist. Arbeit wird von Jahrzehnt zu Jahrzehnt weniger. Aber jetzt zu behaupten dass mehr als 35 stunden "nicht geht" ist einfach nur Quatsch. Ich arbeite gerne die 50 Stunden die Woche weil mein Job mir spaß macht. Mein Sozialleben habe ich am Wochenende oder in meinen insgesamt 50 Urlaubstagen (inklusive Überstundenausgleich). Wer meint hier in Deutschland zu viel zu arbeiten ist einfach nur verrückt.

Wie bereits jemand geschrieben hat geht das natürlich, mehr als 35 std. zu arbeiten. Ich finde 35 std. sind auch recht wenig. Aber wenn es dann an die 50 std. geht, dann wird es nix mit einem normalen leben. Dass du damit klarkommst ist ja i.o. aber die meisten, die ich kenne finden es schöner abends mit der freundin im bett zu liegen als am schreibtisch im büro. Aber jedem das seine.

Kaum einer wird hier im forum strikt gegen Überstunden sein. Aber häufig sieht es so aus, dass viele Arbeitgeber 50 std. als absolute! Mindestleistung ansehen. Sobald der Chef merkt, dass man zwei Tage hintereinander um 17.00 geht, dann gibt es ein persönliches Gespräch. Da wird man dann aggressiv angesprochen, dass man als angestellter die Pflicht bzw. die verantwortung habe sich beim Chef zu melden, wenn Leerlauf vorhanden ist. Das muss man sich mal vorstellen. Das ist doch krank, zumal in der Woche wo solche Gespräche kommen dennoch 45 std. Plus auf dem Konto stehen. Ohne!!! Ausgleich in Geld oder Freizeit.

Früher war es üblich, dass Geschäftsführer, Abteilungsleiter usw. Überstunden machten. Normale Angestellte haben Überstunden nur im wirklich vorhandenen Notfall machen müssen und das max. wenige std. im monat. Das ist definitiv anders heute.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

WIWIJoe schrieb am 08.10.2017:

Geh in einen Konzern mit starker Gewerkschaft, deine Führungskraft wird den Teufel tun dich regelmäßig zu Mehrarbeit zu nötigen, sonst ist sein Arsch als erster Weg. Und das wissen die Herren und Damen. Das schützt dich allerdings nicht vor der Gruppenzwang Überstunden zu kloppen, aber da kommt es dann auf dein Selbstbewusstsein an.

Ganz so einfach ist das leider nicht. Es ist ja nicht so, dass man sich das alles einfach aussuchen könnte, selbst mit einem sehr guten Profil muss man Glück haben. Hier im Forum wird häufig in dem sinne argumentiert "wenn rewe dein lieblingsmüsli nicht hat dann geh doch einfach bei edeka einkaufen". So läuft das leider bei der jobauswahl nicht.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Hier kommt ehrlich jemand mit der Arbeitswelt von vor 100 Jahren? Das war noch zu Kaisers Zeiten, weißt du wie arm die Mehrheit damals war? Leute Leute Leute...
Das "angenehme" Arbeiten wurde zwischen den 50er und 80er Jahren hart erkämpft.
Seitdem gibt es allerdings die Globalisierung: Zusammenbruch der Sowjetunion und Verfügbarkeit Osteuropas für Produktion, am meisten allerdings die Öffnung Chinas die unwahrscheinliches Produktionspotenzial freigelegt hat. Das hat zu einer riesigen Verlagerung von Kapazitäten geführt wodurch der Arbeitnehmersektor lange gelitten hat.

Wenn ihr etwas verändern wollt, dann müsst ihr dafür kämpfen, nicht anders sind die Gewerkschaften damals entstanden. Da wollten die Unternehmer auch nicht mehr als einen Brotkrumen abgeben, es gibt keinen anderen Weg! Solange es Nachschub an willigen und billigen Leuten gibt wird das ausgenutzt. Gleichzeitig werden solche Betriebe zunehmend von Generation Y gemieden. Ich kenne einige Unternehmen die eine derartige Fluktuation haben, das die das nichtmehr packen werden!

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Mein Beispiel: früher IT Beratung jetzt in IG Metall Betrieb im Süden. Im Tarif beschäftigt mit Vertrauensarbeitszeit. Vertrag mit 40 Stunden, normal sind eher 45 Stunden und zu Projektzeiten auch manchmal 12 Stunden Arbeitszeit + Arbeit am Wochenende. Lust habe ich darauf auch nicht, aber wer kontrollierts? Der Betriebsrat- pustekuchen... Chef ansprechen - was soll es bringen (schon getan, er erwartet das). BR oder HR informieren-wie soll dann das Verhältnis zum Chef werden ? Also leider ist die Realität nicht immer deckungsgleich mit dem was offiziell erlaubt bzw. auf dem Papier steht. Es kommt schon sehr auf den Chef an, ob er sich an die Vorgaben und Fürsorgepflichten hält. Mit zunehmenden Alter weiß ich die Freizeit auch immer mehr zu schätzen und kann den Ersteller sehr gut verstehen.

Viel Arbeit und Geld ist nicht alles, wie ich selbst mal dachte.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

WiWi Gast schrieb am 09.10.2017:

Mein Beispiel: früher IT Beratung jetzt in IG Metall Betrieb im Süden. Im Tarif beschäftigt mit Vertrauensarbeitszeit. Vertrag mit 40 Stunden, normal sind eher 45 Stunden und zu Projektzeiten auch manchmal 12 Stunden Arbeitszeit + Arbeit am Wochenende. Lust habe ich darauf auch nicht, aber wer kontrollierts? Der Betriebsrat- pustekuchen... Chef ansprechen - was soll es bringen (schon getan, er erwartet das). BR oder HR informieren-wie soll dann das Verhältnis zum Chef werden ? Also leider ist die Realität nicht immer deckungsgleich mit dem was offiziell erlaubt bzw. auf dem Papier steht. Es kommt schon sehr auf den Chef an, ob er sich an die Vorgaben und Fürsorgepflichten hält. Mit zunehmenden Alter weiß ich die Freizeit auch immer mehr zu schätzen und kann den Ersteller sehr gut verstehen.

Viel Arbeit und Geld ist nicht alles, wie ich selbst mal dachte.

Deine Erfahrung spiegelt (leider) komplett die Situation wider, wie ich sie von ausschließlich allen!!! Leuten kenne, die bei uns (Beratung) weggingen, um im "gelobten land" DAX30, IG Metall Betrieb, tarifgebundene Branche (eigentlich überall) eine geregelte 40 Std. Woche bei 70k plus zu bekommen. Keiner hat es bekommen. Von allen wird erwartet, dass der ex. Berater jetzt in der Industrie bis Ultimo sitzt. Begründung lautet sinngemäß immer: "in ihrer position und mit ihrem gehalt können sie nicht erwarten, dass sie wie die sekretärin um 16.30 oder 17.00 gehen können." Der einzige Vorteil ist regelmäßig der Wegfall der reisetätigkeiten gewesen, that's it. Einige wollen sogar zurück in die Beratung, weil die Tätigkeiten abwechslungsreicher sind. Der Wunsch bzw. die Hoffnung auf ein geregeltes arbeits- und Privatleben haben sie bereits begraben.

An alle, die regelmäßig! 40 Std. bei 70k plus haben: lasst euren Job nie wieder los!!!!! : )

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Die Anwesenheit am späten Abend ist zweifellos das "goldene Kalb" der Karriereberufe. Nach mittlerweile fast zehn Jahren im Berufsleben bin ich immer wieder beeindruckt, was sich die Leute so einfallen lassen, um ihre Dauerpräsenz zu inszenieren. Hier eine kleine Auswahl:

  • Wenn man das Büro verlässt, bleiben Licht und PC selbstverständlich an. So erweckt man den Eindruck, man sei nur kurz weg.
  • Morgens kommt man möglichst spät, da es in der Regel niemanden interessiert, ob man um 7 Uhr oder um 10 Uhr anfängt. Der späte Arbeitsbeginn erleichtert es aber, abends lange zu sitzen. Und darauf achten die meisten Chefs sehr genau.
  • Ähnliches gilt für lange Mittagspausen. 1,5 Stunden in irgendeinemRestaurant fördern die Karriere, wenn man die verdaddelte Zeit abends nachsitzt.
  • Man geht nicht vor dem Chef. Viele Kollegen, die normalerweise nicht vor 22 Uhr das Büro verlassen, sieht man während des Urlaubs des Chefs bereits um 17 Uhr auf dem Weg Richtung Tiefgarage ;-).
  • Manche E-Mail Programme können zeitverzögert senden. Der Hauptzweck dieser Funktion dürfte wohl darin bestehen, nächtliche Anwesenheit vorzugaukeln.

Letztlich komplett irre, aber leider die Realität in der Arbeitswelt...

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Ich geh immer vor dem Chef, denn mein Chef ist der Vorstand. Natürlich soll der länger ackern als ich, verdient auch das 10-fache ;)

Ihr habt euch die falschen Branchen ausgesucht. Was die Leute im Asset Management für ihre 40-50 Stunden verdienen, wobei viel Zeit für Geschäftsessen und Meetings draufgeht, würde euch Tränen in die Augen treiben. Da sind 100k p.a. erst der Einstieg.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Vorab: Ich finde diese Diskussion überraschend sachlich. Gut so.

Ich bin selbst ein Ex-UBler, der danach in die Industrie gewechselt ist.

UB hat mich wegen der Work-Work-Balance eigentlich immer angekotzt. 4 Jahre haben dann gereicht. Bin dann mit einem gewissen Gehaltsverzicht bei einem kleinen Mittelständler eingestiegen. Von dem offenen Austausch im Vorstellungsgespräch hat man dann bei meinem Jobstart dort nichts mehr gewusst. Wir haben damals offen darüber gesprochen, dass ich mir eine bessere Work-Life-Balance wünsche. Was denn auch sonst?! Interessant ist UB schon oft und das Gehalt war auch nicht schlecht. Nach 3 Wochen im neuen Job dann der Satz "Sie sind ja schon so etwas wie eine Führungskraft - da kann man 50-60 Stunden pro Woche schon erwarten." Super geil. Ich war dort keine 2 Monate.

Bin nun in einem anderen Unternehmen. Hier ist es insgesamt etwas besser, aber gerade durfte ich auch erfahren, dass eine Kollegin meine Arbeitszeiten in anderer Runde thematisiert hat. Und das geile ist: Ich habe hier 2016 echt regelmäßig Überstunden geschoben. Die letzten Monate waren aber vom Arbeitsaufkommen etwas ruhiger - dann finde ich es auch ok, mal regelhaft zeitig zu gehen.

Ist halt ein Beispiel für die geile Anwesenheitskultur. Und ich glaube, Deutschland ist da ganz schwierig. Ich überlege ernsthaft, der ganzen Corporate World den Rücken zu kehren. Es ist einfach widerlich!

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

WiWi Gast schrieb am 11.10.2017:

Vorab: Ich finde diese Diskussion überraschend sachlich. Gut so.

Ich bin selbst ein Ex-UBler, der danach in die Industrie gewechselt ist.

UB hat mich wegen der Work-Work-Balance eigentlich immer angekotzt. 4 Jahre haben dann gereicht. Bin dann mit einem gewissen Gehaltsverzicht bei einem kleinen Mittelständler eingestiegen. Von dem offenen Austausch im Vorstellungsgespräch hat man dann bei meinem Jobstart dort nichts mehr gewusst. Wir haben damals offen darüber gesprochen, dass ich mir eine bessere Work-Life-Balance wünsche. Was denn auch sonst?! Interessant ist UB schon oft und das Gehalt war auch nicht schlecht. Nach 3 Wochen im neuen Job dann der Satz "Sie sind ja schon so etwas wie eine Führungskraft - da kann man 50-60 Stunden pro Woche schon erwarten." Super geil. Ich war dort keine 2 Monate.

Bin nun in einem anderen Unternehmen. Hier ist es insgesamt etwas besser, aber gerade durfte ich auch erfahren, dass eine Kollegin meine Arbeitszeiten in anderer Runde thematisiert hat. Und das geile ist: Ich habe hier 2016 echt regelmäßig Überstunden geschoben. Die letzten Monate waren aber vom Arbeitsaufkommen etwas ruhiger - dann finde ich es auch ok, mal regelhaft zeitig zu gehen.

Ist halt ein Beispiel für die geile Anwesenheitskultur. Und ich glaube, Deutschland ist da ganz schwierig. Ich überlege ernsthaft, der ganzen Corporate World den Rücken zu kehren. Es ist einfach widerlich!

Das ist eigentlich das schlimmste an der ganzen Sache, die Kollegen die quatschen.
Was geht die das an wie lange jemand anderes im Büro ist. Das wirkt sich doch nur auf den Lohnzettel von demjenigen aus der weniger anwesend ist. Und das wird doch genau erfasst wann jemand geht und kommt.

Ich habe so etwas selbst als unbezahlter Praktikant schon mal erlebt. Wenn ich nach 10 im Büro war, wurde ich dann mit einem freundlichen "na auch schon da" begrüßt. Oder "na heute gehst du aber wieder früh" um 16 Uhr...

Aber es gibt leider immer diese frustrierten Säcke die selbst nicht die Eier haben irgendwas in ihrem Leben zu ändern und dann pingelig genau darauf achten, dass das Leben aller anderer genau so beschissen ist.

Nach dem Motto: Ich hab keine Frau und Kinder oder Freunde weil ich mein Leben im Büro verbracht habe, also muss es jeder andere auch.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Dann macht doch eine Ausbildung oder wandert aus...

#firstworldproblems

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Sorry Leute, aber ihr seid blind und seht die Ursachen eurer Arbeitswelt nicht. Es ist nämlich der Konsum! Jedes dicke Auto, Haus, Handy etc. muss finanziert werden. Auch der Musikunterricht der Kinder, die hochwertigen Schuhe usw.

Auf der Ausgabenseite haben die Menschen mittlerweile einen so großen Batzen und fragen sich, warum sie denn soviel arbeiten müssen. Man kann hier auf Vieles verzichten. Meine Frau und ich waren seit 3 Jahren nicht mehr im Urlaub, fahren Opel (Kleinwagen ohne Schnickschnack), wohnen außerhalb der Ballungszentren (Wohnkosten niedrig) und legen kaum Wert auf Kleidung (tragen über 10 Jahre alte Pullover... außer beim Job!!!!!). Wir sind beide Akademiker (Haushaltsnetto von 4.500 EUR). Ihr habt euch selbst in diese Arbeitswelt gebracht, weil ihr soviel verdienen müsst (Kredite abstottern?!) oder wollt (hohe Konsumansprüche?!). Wahrscheinlich seht ihr Menschen mit weniger Einkommen (kleine Autos, billige Kleidung) herablassend an, eilt aber dann zu Euren Jobs, um eure Konsumparty finanzieren zu können.

Mein Vorschlag: Auf Konsum UND Gehalt verzichten, mehr Zeit für das Leben & Familie. Habt ihr dafür genug Mumm? Meine Frau schlug jüngst vor, ICH sollte halbtags arbeiten. Noch fehlt mir der Mut... wenn ich aber die zeitlichen Freiheiten bedenke?!?!? Teure Hobbies habe ich nicht...

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Deinen Frust kann ich zwar gut nachvollziehen. Allerdings bezweifle ich, dass es sich hierbei um ein typisch deutsches Problem handelt. Meine ausländischen Kollegen fahren gefühlt auch eine Nachtschicht nach der anderen. Selbst die aus den eher "faulen" Südstaaten.

Die Flucht aus dem Irrenhaus plane ich ebenfalls schon seit einiger Zeit. Leider ist das gar nicht so einfach. Wie andere bereits geschrieben haben, landet man meist doch nur in der nächsten Klapsmühle...

WiWi Gast schrieb am 11.10.2017:

Vorab: Ich finde diese Diskussion überraschend sachlich. Gut so.

Ich bin selbst ein Ex-UBler, der danach in die Industrie gewechselt ist.

UB hat mich wegen der Work-Work-Balance eigentlich immer angekotzt. 4 Jahre haben dann gereicht. Bin dann mit einem gewissen Gehaltsverzicht bei einem kleinen Mittelständler eingestiegen. Von dem offenen Austausch im Vorstellungsgespräch hat man dann bei meinem Jobstart dort nichts mehr gewusst. Wir haben damals offen darüber gesprochen, dass ich mir eine bessere Work-Life-Balance wünsche. Was denn auch sonst?! Interessant ist UB schon oft und das Gehalt war auch nicht schlecht. Nach 3 Wochen im neuen Job dann der Satz "Sie sind ja schon so etwas wie eine Führungskraft - da kann man 50-60 Stunden pro Woche schon erwarten." Super geil. Ich war dort keine 2 Monate.

Bin nun in einem anderen Unternehmen. Hier ist es insgesamt etwas besser, aber gerade durfte ich auch erfahren, dass eine Kollegin meine Arbeitszeiten in anderer Runde thematisiert hat. Und das geile ist: Ich habe hier 2016 echt regelmäßig Überstunden geschoben. Die letzten Monate waren aber vom Arbeitsaufkommen etwas ruhiger - dann finde ich es auch ok, mal regelhaft zeitig zu gehen.

Ist halt ein Beispiel für die geile Anwesenheitskultur. Und ich glaube, Deutschland ist da ganz schwierig. Ich überlege ernsthaft, der ganzen Corporate World den Rücken zu kehren. Es ist einfach widerlich!

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Hast Du Dir schonmal Gedanken darüber gemacht, dass Leute nicht gefragt werden, ob sie soviel arbeiten wollen?

Sicher mag es für einige zutreffen, dass ihnen einer abgeht bei den 10+Stundenschichten auf der Arbeit.

Viele andere sind aber nicht 10h da, weil es ihnen gefällt, sondern weil der Chef die Anforderungen stellt. "Ich will auf Halbtags wechseln" -> Ich schätze, dass 50% der (nicht-ÖD-)Arbeitnehmer die Kündigung nahegelegt bekommen, wenn sie diesen Wunsch äußern.

"Konsumverzicht" und "es geht auch mit weniger" -> ja, sicher kann man das T-Shirt bei Primark kaufen und die Nudeln bei Aldi. Dann zahlt die Zeche nur jemand anderes, der dafür dann 10h+ die Regale einräumt. Willst Du dem dann auch vorschlagen, "nur halbtags zu arbeiten"?

WiWi Gast schrieb am 12.10.2017:

Sorry Leute, aber ihr seid blind und seht die Ursachen eurer Arbeitswelt nicht. Es ist nämlich der Konsum! Jedes dicke Auto, Haus, Handy etc. muss finanziert werden. Auch der Musikunterricht der Kinder, die hochwertigen Schuhe usw.

Auf der Ausgabenseite haben die Menschen mittlerweile einen so großen Batzen und fragen sich, warum sie denn soviel arbeiten müssen. Man kann hier auf Vieles verzichten. Meine Frau und ich waren seit 3 Jahren nicht mehr im Urlaub, fahren Opel (Kleinwagen ohne Schnickschnack), wohnen außerhalb der Ballungszentren (Wohnkosten niedrig) und legen kaum Wert auf Kleidung (tragen über 10 Jahre alte Pullover... außer beim Job!!!!!). Wir sind beide Akademiker (Haushaltsnetto von 4.500 EUR). Ihr habt euch selbst in diese Arbeitswelt gebracht, weil ihr soviel verdienen müsst (Kredite abstottern?!) oder wollt (hohe Konsumansprüche?!). Wahrscheinlich seht ihr Menschen mit weniger Einkommen (kleine Autos, billige Kleidung) herablassend an, eilt aber dann zu Euren Jobs, um eure Konsumparty finanzieren zu können.

Mein Vorschlag: Auf Konsum UND Gehalt verzichten, mehr Zeit für das Leben & Familie. Habt ihr dafür genug Mumm? Meine Frau schlug jüngst vor, ICH sollte halbtags arbeiten. Noch fehlt mir der Mut... wenn ich aber die zeitlichen Freiheiten bedenke?!?!? Teure Hobbies habe ich nicht...

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Ich finde es wirklich irgendwie angenehm, das hier alles zu lesen. Es geht wohl vielen so.

Ich finde auch den Input bzgl. Verzicht auf Konsum gelungen. Ist aber immer so ne Sache. Wir haben inzwischen Nachwuchs und ja - dadurch wird man irgendwo auch unfrei.

Mal ne Rechnung:

  • Miete warm 1.200 EUR (große 4-Zi-Wohnung im Speckgürtel einer Großstadt; empfinde ich persönlich als Luxus; es ging mir auch in 58m2 als Paar gut, aber ehrlich gesagt würde es mir schwer fallen, wohntechnisch wieder einen Rückschritt zu machen -> Konsumopfer ;)
  • Auto: dafür veranschlage ich 500 EUR im Monat inkl. Wertverlust etc... Ich muss mir das nicht schön rechnen, es ist eben viel Geld, durch unsere Wohnlage im Speckgürtel benötigen wir aber tatsächlich ein Auto, da sonst meine Frau gar nicht zur Arbeit kommen würde
  • Kühlschrank voll, etc.: Ich rechne immer mit 300 EUR im Monat
  • Internet/Handies/GEZ: 40 EUR im Monat
  • Versicherungen: 30 EUR im Monat

So, das sind jetzt mal komplette fixe Kosten von ca. 2100 EUR monatlich. Seitdem der Nachwuchs da ist, ist da nochmal mehr. Neben den Kosten für Windeln etc (Wahnsinn, wie sich das läppert) sind auch immer wieder einige Sonderanschaffungen nötig, die trotz ebay-Kleinanzeigen dann doch auch immer wieder mal ins Budget schlagen.

Für Kleidung geben wir echt nicht so viel aus. Ich bin da auch sehr kleinlich.

Es sind so schnell 3.000 EUR monatlich und man hat eigentlich nix unnötig rausgehauen.

Ich bin recht happy damit, aber möchte eigentlich eben auch aus der Business-Tretmühle aussteigen. Teure Hobbies habe ich zum Glück nicht.

Aber das Leben ist irgendwie teuer.

Auch wir stellen uns manchmal die Frage, ob man nicht ein Haus kaufen sollte, anstatt die Miete monatlich rauszuhauen. Habe gerade gestern mit jemandem gesprochen. Vor 1 Jahren Neubau - "normale" Stadtvilla mit 160 qm Wohnfläche, nicht unterkellert. Grundstück 550m² hat "nur" 70.000 gekostet. Mit dem Hausbau und Garten sind die All-in bei fast einer halben Mio. EUR gelandet. Ist das nicht irgendwie krank?! Ist mir zuviel :)

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Das "Leben" war noch nie billig. Das ist ein dramatischer Irrtum der heutigen Generation.
Die breite Mehrheit der Bevölkerung musste schon immer rechnen.
Wenn ihr zusammen 5.000 netto habt, dann passt das doch wenn ihr 3.000 Ausgaben habt. Wo ist das Problem?

Außerdem ist eine halbe Million Euro gar nichts. Da kriegst in manchen Gegenden eine 90qm Wohnung (!) heutzutage. Da würde ich sofort zuschlagen. Wenn ihr was gespart habt, die Eltern vllt noch was dazugeben, dann habt ihr locker mehr als 20% EK für das Haus.

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WIWIJoe

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Ok, ich will die Aussage etwas stärken: Hab einen BSc mit 2,4 gemacht und den Master mit 2,2. Praktika und Werkstudentenjobs waren so lala. Laut klassischem wiwi-treff Gerede bin ich also low-performer. Ich ging also in eine Beratungsklitsche, mit unterirdischer W/L Balance. Bin dann nach paar Monaten in ein Traineeprogramm eines Konzerns gewechselt. Hier haben wir die Auswahl, ob wir Zeiterfassung oder Vertrauensarbeitszeit wollen. Wir sind 2 von 20, die sich entschieden haben zu stechen. Während die anderen einem den Karrierekiller-Move schlechthin unterstellen, hab ich meinem Chef gesagt, dass ich nach der Beratung sowas nicht mehr mache. Er meinte nur "ok, passt für mich". Und ich glaube hier stressen sich viele mit dem Gedanken "der Chef erwartet das von mir", nicht wenige zu Unrecht. Ich denke wenn man einfach macht, dann ist das nach wenigen Wochen komplett vergessen.
Das Gehalt ist minimal schlechter als in der Beratung, was ich als Preis der besseren Bedingungen gerne in Kauf nehme. Und ich glaube viel mehr Leute könnten dies haben, machen sich aber einfach Sorgen darum, wie was bei wem ankommen könnte.

WiWi Gast schrieb am 09.10.2017:

WIWIJoe schrieb am 08.10.2017:

Geh in einen Konzern mit starker Gewerkschaft, deine Führungskraft wird den Teufel tun dich regelmäßig zu Mehrarbeit zu nötigen, sonst ist sein Arsch als erster Weg. Und das wissen die Herren und Damen. Das schützt dich allerdings nicht vor der Gruppenzwang Überstunden zu kloppen, aber da kommt es dann auf dein Selbstbewusstsein an.

Ganz so einfach ist das leider nicht. Es ist ja nicht so, dass man sich das alles einfach aussuchen könnte, selbst mit einem sehr guten Profil muss man Glück haben. Hier im Forum wird häufig in dem sinne argumentiert "wenn rewe dein lieblingsmüsli nicht hat dann geh doch einfach bei edeka einkaufen". So läuft das leider bei der jobauswahl nicht.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Das sind ja gerade mal 2.250 netto pro Person. Dafür reicht auch eine normale Beufsausbildung!

WiWi Gast schrieb am 12.10.2017:

Hast Du Dir schonmal Gedanken darüber gemacht, dass Leute nicht gefragt werden, ob sie soviel arbeiten wollen?

Sicher mag es für einige zutreffen, dass ihnen einer abgeht bei den 10+Stundenschichten auf der Arbeit.

Viele andere sind aber nicht 10h da, weil es ihnen gefällt, sondern weil der Chef die Anforderungen stellt. "Ich will auf Halbtags wechseln" -> Ich schätze, dass 50% der (nicht-ÖD-)Arbeitnehmer die Kündigung nahegelegt bekommen, wenn sie diesen Wunsch äußern.

"Konsumverzicht" und "es geht auch mit weniger" -> ja, sicher kann man das T-Shirt bei Primark kaufen und die Nudeln bei Aldi. Dann zahlt die Zeche nur jemand anderes, der dafür dann 10h+ die Regale einräumt. Willst Du dem dann auch vorschlagen, "nur halbtags zu arbeiten"?

WiWi Gast schrieb am 12.10.2017:

Sorry Leute, aber ihr seid blind und seht die Ursachen eurer Arbeitswelt nicht. Es ist nämlich der Konsum! Jedes dicke Auto, Haus, Handy etc. muss finanziert werden. Auch der Musikunterricht der Kinder, die hochwertigen Schuhe usw.

Auf der Ausgabenseite haben die Menschen mittlerweile einen so großen Batzen und fragen sich, warum sie denn soviel arbeiten müssen. Man kann hier auf Vieles verzichten. Meine Frau und ich waren seit 3 Jahren nicht mehr im Urlaub, fahren Opel (Kleinwagen ohne Schnickschnack), wohnen außerhalb der Ballungszentren (Wohnkosten niedrig) und legen kaum Wert auf Kleidung (tragen über 10 Jahre alte Pullover... außer beim Job!!!!!). Wir sind beide Akademiker (Haushaltsnetto von 4.500 EUR). Ihr habt euch selbst in diese Arbeitswelt gebracht, weil ihr soviel verdienen müsst (Kredite abstottern?!) oder wollt (hohe Konsumansprüche?!). Wahrscheinlich seht ihr Menschen mit weniger Einkommen (kleine Autos, billige Kleidung) herablassend an, eilt aber dann zu Euren Jobs, um eure Konsumparty finanzieren zu können.

Mein Vorschlag: Auf Konsum UND Gehalt verzichten, mehr Zeit für das Leben & Familie. Habt ihr dafür genug Mumm? Meine Frau schlug jüngst vor, ICH sollte halbtags arbeiten. Noch fehlt mir der Mut... wenn ich aber die zeitlichen Freiheiten bedenke?!?!? Teure Hobbies habe ich nicht...

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Diagnose: Ihr wohnt in einer billigen Gegend! 1.200 für eine grosse 4-Zimmer-Wohnung ist ein Witz. Meine 2-Zimmer-Wohnung kostet schon 1.100, und das nur, weil ich glücklicherweise einen alten Mietvertrag habe. Seit über 10 Jahren keine Mieterhöhung! Ist übrigens keine Luxus-Lage ... Ein Baugrundstück für 130 Euro pro qm bekommt man eigentlich nur in dörflicher Lage. Oder da, wo keiner hin will (Osten).

WiWi Gast schrieb am 12.10.2017:

Ich finde es wirklich irgendwie angenehm, das hier alles zu lesen. Es geht wohl vielen so.

Ich finde auch den Input bzgl. Verzicht auf Konsum gelungen. Ist aber immer so ne Sache. Wir haben inzwischen Nachwuchs und ja - dadurch wird man irgendwo auch unfrei.

Mal ne Rechnung:

  • Miete warm 1.200 EUR (große 4-Zi-Wohnung im Speckgürtel einer Großstadt; empfinde ich persönlich als Luxus; es ging mir auch in 58m2 als Paar gut, aber ehrlich gesagt würde es mir schwer fallen, wohntechnisch wieder einen Rückschritt zu machen -> Konsumopfer ;)
  • Auto: dafür veranschlage ich 500 EUR im Monat inkl. Wertverlust etc... Ich muss mir das nicht schön rechnen, es ist eben viel Geld, durch unsere Wohnlage im Speckgürtel benötigen wir aber tatsächlich ein Auto, da sonst meine Frau gar nicht zur Arbeit kommen würde
  • Kühlschrank voll, etc.: Ich rechne immer mit 300 EUR im Monat
  • Internet/Handies/GEZ: 40 EUR im Monat
  • Versicherungen: 30 EUR im Monat

So, das sind jetzt mal komplette fixe Kosten von ca. 2100 EUR monatlich. Seitdem der Nachwuchs da ist, ist da nochmal mehr. Neben den Kosten für Windeln etc (Wahnsinn, wie sich das läppert) sind auch immer wieder einige Sonderanschaffungen nötig, die trotz ebay-Kleinanzeigen dann doch auch immer wieder mal ins Budget schlagen.

Für Kleidung geben wir echt nicht so viel aus. Ich bin da auch sehr kleinlich.

Es sind so schnell 3.000 EUR monatlich und man hat eigentlich nix unnötig rausgehauen.

Ich bin recht happy damit, aber möchte eigentlich eben auch aus der Business-Tretmühle aussteigen. Teure Hobbies habe ich zum Glück nicht.

Aber das Leben ist irgendwie teuer.

Auch wir stellen uns manchmal die Frage, ob man nicht ein Haus kaufen sollte, anstatt die Miete monatlich rauszuhauen. Habe gerade gestern mit jemandem gesprochen. Vor 1 Jahren Neubau - "normale" Stadtvilla mit 160 qm Wohnfläche, nicht unterkellert. Grundstück 550m² hat "nur" 70.000 gekostet. Mit dem Hausbau und Garten sind die All-in bei fast einer halben Mio. EUR gelandet. Ist das nicht irgendwie krank?! Ist mir zuviel :)

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Es ist schon amüsant hier zu lesen.
Scheinbar besteht Deutschland nur aus einem Heer geknechteter, die in Unterdrückung schuften müssen.
Als jemand, der schon in vielen unterschiedlichen Regionen der Welt das Arbeitsleben sehen konnte (große Teile von Europa, USA, Kanada, Mexiko, Saudi Arabien) wirkt das ganze sehr bizarr. Den Deutschen geht es so gut wie noch nie und wir haben es so gut wie kaum ein anderes Land auf der Erde. Trotzdem sehen sich viele als geknechtet und ihrer Freiheit beraubt. Vielleicht mal für ein paar Jahre auswandern?

Das "ach so teure Leben" von dem hier einige Schreiben: Das Wohnen in einer Großstadt ist Luxus. Ein Wohnung für 1.000 Euro+ ist Luxus. Genauso gut könnte man in billigere Regionen gehen, aber da "will ja keiner hin". Unzumutbar.
Auch vor 50 Jahren und vor 100 Jahren und vor 500 Jahren konnte sich der Durchschnitt kein Haus in der Stadt leisten.

Vielen hier fehlt schlicht und ergreifend Rückrat. In meinem Netzwerk (immerhin 200+ Berufstätige, zu über 90% Akademiker) wird keiner gezwungen 50-60h zu arbeiten. Die Berater die in die Industrie gehen, werden teilweise komisch behandelt, weil sie keinen 35-37h Vertrag wollen sondern auf 40h hochgehen.
In meiner Familie gibt es einen Fall, der wegen Krankheit erst mit 29 seine Ausbildung abgeschlossen hat. In seinem ersten Jahr lief es so ab: Als man in einer stressigen Projektphase Überstunden verlangt hat, hat er bereitwillige mitgezogen. Wichtiges Thema für einen wichtigen Kunden. Als dann beim eher unwichtigen internen Projekt wieder Überstunden verlangt worden sind, hat er klar gesagt, dass er einen 40h Vertrag hat und nicht wegen jedem Unsinn Überstunden macht. Sein Chef war pikiert, hat es aber akzeptiert. Nachteile sind ihm daraus keine entstanden. Nur das sein ganzes Team jetzt weniger Überstunden macht, weil der Rest gemerkt hat, dass man auch mal Nein sagen kann.

Die Meisten hier im Forum beuten sich höchstens selbst aus und sind ihre eigenen Herren, nehmen sich die eigene Freiheit.

Keiner wird dazu gezwungen 60h zu arbeiten, außer von sich selbst. Und seiner Anspruchshaltung: In bester Lage mit viel Platz wohnen, viel Konsum, bei allen beliebt, große Karriere. Und bitte keine Konflikte, dann doch lieber anonym im Forum in der Opferrolle laben.
Bloß nicht selber aktiv werden, es ist ja so bequem die Verantwortung und Schuld Anderen zu geben.

Getreu dem Motto: Wer einen guten Sündenbock hat, hat im Grunde keine Sorgen.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Das ist doch gar nichts. In Düsseldorf, Neubau, 90qm2 Bude mit Stellplatz: 650k EUR. Und das ist gute, aber nicht beste Lage...

WiWi Gast schrieb am 12.10.2017:

Außerdem ist eine halbe Million Euro gar nichts. Da kriegst in manchen Gegenden eine 90qm Wohnung (!) heutzutage. Da würde ich sofort zuschlagen. Wenn ihr was gespart habt, die Eltern vllt noch was dazugeben, dann habt ihr locker mehr als 20% EK für das Haus.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Auf die Vermögensverhältnisse trifft das nicht zu. Die Politiker erzählen den Deutschen immer, dass Deutschland ein reiches Land sei. Das durchschnittliche Privatvermögen eines Haushalts ist in den Südländern wie Griechenland, Italien und Spanien aber um ein vielfaches höher als das in Deutschland. In der Kategorie "Vermögen" stehen die Deutschen in Europa eher am unteren Ende der Skala.

WiWi Gast schrieb am 13.10.2017:

Es ist schon amüsant hier zu lesen.
Den Deutschen geht es so gut wie noch nie und wir haben es so gut wie kaum ein anderes Land auf der Erde.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Mein Opa hat auch noch samstags gearbeitet, so war das "früher".

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

"aber nicht beste Lage" - Stimmt, ist ja auch Düsseldorf ;-)

WiWi Gast schrieb am 13.10.2017:

Das ist doch gar nichts. In Düsseldorf, Neubau, 90qm2 Bude mit Stellplatz: 650k EUR. Und das ist gute, aber nicht beste Lage...

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Der Mann von Welt ("große Teile von Europa, USA, Kanada, Mexiko, Saudi Arabien") hat vollkommen recht. In Deutschland lebt man als Arbeitnehmer auf der Insel der Glückseligen. Hier wird ständig gejammert, der Großteil sind dabei absolute Luxusprobleme.

Niemand muss in Deutschland mehr als 10 Stunden am Tag arbeiten. Das ist illega! Wer das trotzdem macht, z. B. durch Ausstempeln und dann weiter arbeitet ist selber schuld. Gerade in Deutschland kann man einem Chef auch die Meinung offen und direkt sagen. Und wenn es gar nicht anders geht, muss man eben wechseln.

Es gibt hier auch gute Gewerkschaften. Dort kann man beitreten und ist entsprechend geschützt. Das kostet rund 1 % vom Brutto-Gehalt p. a. Die Mitbestimmung wird auch von vielen Firmen gelebt.

Viele Leute haben auch die Bodenhaftung verloren. Beispiele:

  • Die genutzte Wohnfläche pro Einwohner steigt seit Jahren an und liegt derzeit bei rund 45 m²/Person
  • Die Wohnung muss im Stadt-Zentrum liegen, der Speckgürtel zählt schon als abgehängte Provinz
  • Die Urlaubsreisen müssen so exotisch wie möglich ausfallen, damit man die Kollegen in der Kaffeeküche übertrumpfen kann
  • Das Essen/Restaurant muss auch immer exklusiver sein, alles unter 50 € p. P. zählt als Fastfood
  • (...)

Alles Luxusansprüche. Es geht uns heute besser als jeder anderen Generation vorher. Die Arbeitsbedingen werden immer besser, die Umweltbelastungen immer geringer, die Sozialleistungen immer üppiger.

Was wollen die Leute denn noch alles?

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Mir ist das alles egal. Ich werde dermaßen viel erben, sodass ich mich in die Südsee verabschieden kann :)
Bis dahin wird Deutschland sowieso auf dem absteigenden Ast sein.

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

WiWi Gast schrieb am 13.10.2017:

Was wollen die Leute denn noch alles?^

Willkommen im "Raubtierkapitalismus": Es gibt kein Ende der Fahnenstange...

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

Lebenszeit ist die knappe Ressource!!!

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WiWi Gast

Re: Riesen Gehälter und Überstunden, Warum muss die Arbeitswelt so sein?

WiWi Gast schrieb am 13.10.2017:

Das sind ja gerade mal 2.250 netto pro Person. Dafür reicht auch eine normale Beufsausbildung!

Ich glaub, dass du keine Ahnung hast was man mit einer kaufmännischen! Ausbildung i.d.r. so verdient (die Betonung liegt auf kaufmännisch, ist ja ein wiwi forum hier). Wenn, dann sollte man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Bevor jetzt wieder beispiele kommen a la "ein bekannter von mir verdient bei VW am Band 50 k plus, ein BWLer Kumpel nur 40k bei viel mehr arbeit". Wenn, dann den Bandarbeiter (=technischer beruf) mit einem ingenieur bei vw vergleichen (= technischer beruf). soviel zu ausbildung lohnt sich mehr als ein studium. Ich kenne viele persönlich, die eine kaufmännische Ausbildung haben. Deren gehalt deckt sich mit dem Gehalt was wir azubis nach der Ausbildung geschätzt für die nächsten 10 Jahre so in etwa zahlen. Da verdient jeder 3,x bachelor nach 3 jahren ein vielfaches mehr. Sämtliche ehemaligen Klassenkameraden, die eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich gemacht haben verdienen heute (nach über 10 Jahren Berufserfahrung!!!) nicht mal annähernd so viel wie akademiker mit wiwi studium. Was sind das denn für ausbildungsmöglichkeiten aus deiner sicht? Bürokaufmann, industriekaufmann, Kaufmann im Großhandel?

Sicher gibt es auch azubis, die nach der ausbildung im Vertrieb, Einkauf What Ever nach kurzer Zeit 60k plus verdienen. Allerdings sind diese genau so selten wie Leute, die nach einem wiwi Studium binnen 3 Jahren 100k verdienen. Wer im kaufmännischen Bereich halbwegs "sicher" sein will später möglichst viel zu verdienen zieht eine kaufmännische Ausbildung mit Sicherheit keinem kaufmännischen Studium vor.

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