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Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Guten Abend

Ich würde mal eure Meinung bezüglich diesem Thema hören.
In der heutigen Zeit wird ja unglaublich viel Wert darauf gelegt, wer man ist, wo man arbeitet, wieviel man verdient, wen man kennt, wieviel man besitzt etc. und mir kommt es so vor als ob das echt der Mittelpunkt des Lebens für die kommende Generation darstellt und das hatte auch einen großen Einfluss auf meine gleichaltrigen Freunde & Verwandten.
Ich bin 21 Jahre alt und studiere Winfo und arbeite auch nebenbei.
Das heisst es ist nicht so, dass ich den ganzen Tag auf der faulen Haut liege und das böse System kritisere aber ich finde es trotzdem komisch wieviel Wert diesem ganzen Zeug wie Karriere, Gehalt, Status und Konsoum gegeben wird.
Wenn ihr wüsstet ihr wärt in 10 Minuten tot, wieviele würden ihre Seele noch weiterhin so an diese Lebenskultur verkaufen?
Es ist ja mittlerweile normal geworden.
Wenn jemand kommt und nur eine Ausbildung abgeschlossen hat und dann bei seinem Betrieb bei 1.8k Netto einsteigt wird er oft als einer angesehen der versagt hat oder nicht der hellste ist / nichts gerissen hat.
Wenn man überlegt wieviel 1800€ sind im Vergleich dazu wie Menschen noch vor 500 Jahren gelebt haben besonders, wenn man das Privileg geniessen darf zu Hause zu wohnen.
Irgendwie kommt es mir so vor, wie als wäre die Menschheit erkrankt nur sie wisse es nicht.
Es ist ein bisschen schwer den Punkt rüber zu bringen mit nur einem Thread könnte noch viel mehr darüber sagen auch bzgl. religiösen Aspekten aber wollte das mal los werden.

Wie ist eure Meinung?

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Ich kann dir nur vollkommen zustimmen. Dazu kurz (m)eine persönliche Geschichte: Ich hab BWL in Mannheim studiert. Nach dem Bachelor hatte ich erstmal genug, fand die Bubble einfach ätzend. Ihre Ansichten genügten mir nicht, zu beengte Sicht, ich wollte andere Perspektiven einnehmen. Konnte nicht akzeptieren, dass es das sein soll. Hab mir dann ne dreijährige Pause zugestanden und, no joke, einen B. A. Soziale Arbeit gemacht. Das war die inspirierendste Zeit meines bisherigen Lebens. Klar hatte ich ne Menge Kommiliton*innen, die ideologisch verblendet und naiv auf die Welt blickten, aber ich lernte auch wirklich interessante Persönlichkeiten kennen. Alternative, andere Lebenswege, Wert- und Moralvorstellungen, Altruismus. Einige Ältere, die echt was zu erzählen hatten. Das war ne 180°-Wende, das kannte ich von BWLler*innen so gar nicht. Hab mein Praxissemester dann in einem Jugendzentrum im Brennpunkt gemacht. Eine Welt, der ich zuvor nie begegnet war. Kids, die null Perspektive hatten. Die es "geschafft" haben, wenn sie die Schule und eine Ausbildung abschließen. Bin nun staatlich anerkannter Sozialarbeiter und aktuell im BWL-Master. Verfolge wieder mein eigentliches Ziel, UB, aber ich bereue es absolut nicht, mir die Auszeit genommen zu haben. Hat meinen Horizont erweitert. Hab viel für mich mitnehmen können. Auch hinsichtlich meiner eigenen Einstellung zu "hast du was, bist du wer". Traurig ist, wie viele BWLler*innen sich über meinen Ausflug in die Sozialarbeit lustig machen. Oder ihn einfach überhaupt nicht nachvollziehen können. Oder meinen: "Na, gut, dass du von dem Irrweg wieder abgekommen bist." Für die sind Sozialarbeiter*innen die Opfer, die es eben im Leben zu nichts bringen werden. Keine Karriere, kleines Geld. "Haben nichts, sind niemand." Ich weiß, dass der Job für mich nichts wäre. Das wusste ich von Anfang an. Aber ich bewundere die, die ihn ausüben, und begegne ihnen mit dem Respekt, den sie verdienen. Vielleicht haben die einiges im Leben auch besser verstanden als die anderen. Just my two cents.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Ist es nicht genau andersrum?

Hatte von UB/IB Leuten gehört, dass die Bewerberzahlen immer weiter sinken, weil „keiner“ mehr Bock auf sich knechten lassen hat...

Zumindest subjektiv herrscht in meinem Umfeld auch eher die Einstellung „bloß nix gründen - Unternehmer beuten nur aus und sind böse“, „UB sorgen dafür, dass Leute entlassen werden“, „IB sitzen nur in Luxusrestaurants den ganzen Tag und verzocken Steuergelder“

Die meisten wollen bloß nicht mehr als 35h und so wenig Verantwortung wie möglich.

Hängt aber auch wohl vom Umfeld ab; Mannheim BWL ist natürlich Eine andere Welt als MINT oder Schulfreunde mit Ausbildung.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

YOLO ... da ist mein Motto!

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Ich denke nicht, dass es etwas neues ist, auch früher schon war Status, Ansehen, Netzwerk wichtig. Heute ist es vielleicht präsenter durch mehr Nachrichten und Austausch Online. Dies begünstigt aber auch die Zunahme von Nachhaltigkeitsdenken und Umweltbewusstsein, ich sehe da auch einen Anstieg in den letzten Jahren.

Du wirst immer Leute haben, denen der Schein wichtig zu sein viel bedeutet. In bestimmten Unternehmen und Branchen replizieren sich solche Persönlichkeiten, wenn sie es von den Chefs vorgelebt bekommen. Ich arbeite in der Finanzbranche und sehe solche Charaktere täglich, die nur im Büro rumsitzen, um "Karriere" zu machen und den Chef zu beeindrucken, dafür aber kein Privatleben haben. Aus meinem familiären Umfeld weiß ich aber, dass es genauso viele Leute gibt, die sich engagieren, ihr Ding machen und denen der Schein herzlich egal ist.

Insofern, soll jeder nach seiner Facon glücklich werden.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Lieber TE, ich weiß nicht wo du herkommst, aber in meinem Umfeld (FFM/Rhein-Main Gebiet) ist es so, dass Leute mit einer Ausbildung (zB handwerklich oder medizinisch) ein viel besseres Standing haben als jemand der WiWi ist und in einer Bank oder Beratung arbeitet.

Ich arbeite zB in einer Bank und rede ungern darüber, weil ich damit meinem Gesprächspartner idR sehr schlecht ankomme. Fast schon so eine Art "Job-Shaming".
Meine Freundin ist nach einem Politikstudium Full-Time Yoga-Lehrerin geworden, macht ihr Ding und hat damit eine viel höhere Anerkennung als ich. Vom Elektriker, der Pflegerin etc fange ich gar nicht erst an.

Also heutzutage darfst du wirklich niemandem erzählen, dass du BWL oä studierst.

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analyst

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Ich würde aus dieser Analyse erstmal das „heutig“ streichen.
Gehalt, Besitz, wkw, also sozio-ökonomischer Status ist kein „heutiges“ Begehr, das war historisch schon immer so und ist tief im Menschsein verwurzelt. Gesellschaften sind so aufgebaut und bedienen innere Sehnsüchte vieler Menschen.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 09.09.2020:

Ist es nicht genau andersrum?

Hatte von UB/IB Leuten gehört, dass die Bewerberzahlen immer weiter sinken, weil „keiner“ mehr Bock auf sich knechten lassen hat...

Zumindest subjektiv herrscht in meinem Umfeld auch eher die Einstellung „bloß nix gründen - Unternehmer beuten nur aus und sind böse“, „UB sorgen dafür, dass Leute entlassen werden“, „IB sitzen nur in Luxusrestaurants den ganzen Tag und verzocken Steuergelder“

Die meisten wollen bloß nicht mehr als 35h und so wenig Verantwortung wie möglich.

Hängt aber auch wohl vom Umfeld ab; Mannheim BWL ist natürlich Eine andere Welt als MINT oder Schulfreunde mit Ausbildung.

Hängt wohl wirklich von der Bubble ab. Ich denke, dass die Schere immer weiter auseinandergeht. Einerseits liegt ein zumindest oberflächlich linkes Denken im Trend, andererseits partizipieren wir eben alle am Kapitalismus, auf all seinen Ebenen, die einen mehr, die anderen weniger. Finde auch, dass sich die Fronten verhärten. An der FH haben viele über BWLler*innen ebenso schlecht gedacht, the other way around.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Das Problem ist doch dass in Teilen gerade viele Punkte der Weltanschauung hier auseinanderfallen. Was ich damit meine - die meisten möchten einen gewissen Lebensstil genießen, auf der anderen Seite happert es dann aber entweder an der entsprechenden Leistungsbereitschaft, oder auch im Hinblick auf die Themen Umweltschutz / Nachhaltigkeit die Bereitschaft den eigenen Lebensstil einzuschränken. 2 Beispiele dazu die ich in meinem Umfeld immer wieder beobachte (müssen nicht zwingen allgemeingültig sein)

  1. ehemalige Mitschüler von mir, mit Anfang 30ig noch im Master, jobben parallel als Werktstudenten /Hiwi`s, Wenn man sich dann mal in der Heimat trifft bekommt man mitgeteilt, dass das Leben ja ungerecht ist und alles so schlecht und ich es ja besser getroffen hätte, dass sie auch gerne Fernreisen machen würden, oder in einem schönen Haus wohnen wollen und auch mal ein größeres, moderneres Auto wollen. Was sie ausblenden, ich hab mein Studium in der Regelzeit durchgezogen mit sehr guten Noten und zwei Berufsexamina gemacht, sie haben dafür mehr gefeiert Partyauslandssemester... Ich verdiene jetzt gut und meine Frau und ich nutzen das Gehalt entsprechend.

  2. Gerade wenn ich mir Kinder von Kollegen und Freunden anschaue ist es häufig so, dass die Kinder sich entsprechend für den Umweltschutz engagieren (was richtig und auch wichtig ist), gleichzeitig aber selber einen Lebensstil pflegen der auf extremer Ressourcenverschwendung basiert (neueste Handys, Shoppingtouren für Klamotten, Fernreisen...), Einschränkungen am eigenen Lebensstil will man nicht hinnehmen, sondern einfach Klimaabgaben / Kompensationen verpflichtend einführen, damit es teurer wird. Was aber ausgeblendet wird, ist der Punkt, dass so etwas für Gutverdiener eigentlich egal ist (wenn ein Flug 50€ / 100€ mehr kostet fliegt man trotzdem in den Urlaub), weniger Einkommensstarke Gruppen können sich sowas aber nicht leisten, was erheblichen Sozialen Sprengstoff birgt.

Meiner Meinung nach ist das Ganze Thema um "Weltanschauungen" in vielen Bereichen gerade ein Hype, der auch stark durch soziale Netzwerke etc. befeuert wird - inwiefern bestimmte Themen wirklich nachhaltig präsent bleiben ist offen, was mich stört ist eher die Scheinheiligkeit vieler nach dem Motto "Wasser predigen - Wein saufen"

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Dieses typische "haste was, biste wer" Verhalten spiegelt sich in einem Wiwi Forum natürlich extrem wider. Ich finde nicht, dass die ganze Welt so tickt, sondern eben diese selbsterklärte "high performer Nische".

Meiner Erfahrung nach sind das aber meistens die Leute, die nur für den Job leben und bei denen privat tote Hose ist. Keine Freunde, keine Hobbies aber Hauptsache ne dicke Karre, mit der man zu Arbeit fahren kann.

Mir tun diese Leute einfach nur leid. Die Welt hat so viel zu bieten. Ich persönlich denke, dass das richtige Leben außerhalb des Büros stattfindet.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

analyst schrieb am 09.09.2020:

Ich würde aus dieser Analyse erstmal das „heutig“ streichen.
Gehalt, Besitz, wkw, also sozio-ökonomischer Status ist kein „heutiges“ Begehr, das war historisch schon immer so und ist tief im Menschsein verwurzelt. Gesellschaften sind so aufgebaut und bedienen innere Sehnsüchte vieler Menschen.

+1
Seit den 68ern hat sich wohl keine Generation so sehr GEGEN Konsum und hohes Arbeitspensum gestellt, wie die Generation Z.

Im Vergleich zu den 90ern ist der Karrieredruck heute gar nichts. Was aber dazu kommt (und die Generation Y kalt erwischt hatte) ist, dass durch die verbesserte Soziale Durchlässigkeit in Form von z.B. hohe Studentenzahlen zwar die Vielfalt der Möglichkeiten extrem gestiegen ist, damit aber auch jeder den Druck spürt diese nutzen zu müssen. Früher wurde man Dachdecker, weil schon der Vater Dachdecker war. Heute weiß das Dachdecker-Kind, dass es "nur" ein 1er-Abi braucht um an die beste Uni zu kommen.

Aber das brauchen wir dem TE eigentlich auch gar nicht zu erklären, schließlich "weiß" die Generation Z, dass es nie zuvor jemals eine Generation gab, die es so schwer hatte wie sie.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Natürlich hast du hier einen hohen Anteil an Leuten die einen Fokus materielle Dinge haben, auf der anderen Seite ist es recht nüchtern betrachtet auch so, dass viele Dinge die viele Menschen als erstrebenswert erachten, z.B. ein eigenes Haus / Wohnung, schöne Urlaube, den Luxus nicht auf jeden Euro schauen zu müssen einfach ein gewisses Einkommen verlangen. Ich sag nicht, dass man mit einem hohen Einkommen zwingend ein schönes Leben hat, da gehören wie du sagst auch Freunde... dazu, aber die Möglichkeiten sich sein Leben angenehm zu gestalten sind mit einem hohen Einkommen besser / vielfältiger. Dass das Einkommen aber halt auch mit der Leistungsbereitschaft korrelieren sollte vergessen viele.

Abgesehen davon sind halt auch die Ansprüche mittlerweile stark gestiegen, übelegt mal wie hoch der Anteil in unserer Elterngeneration war, für die Fernreisen üblich waren, heutzutage normal.

WiWi Gast schrieb am 09.09.2020:

Dieses typische "haste was, biste wer" Verhalten spiegelt sich in einem Wiwi Forum natürlich extrem wider. Ich finde nicht, dass die ganze Welt so tickt, sondern eben diese selbsterklärte "high performer Nische".

Meiner Erfahrung nach sind das aber meistens die Leute, die nur für den Job leben und bei denen privat tote Hose ist. Keine Freunde, keine Hobbies aber Hauptsache ne dicke Karre, mit der man zu Arbeit fahren kann.

Mir tun diese Leute einfach nur leid. Die Welt hat so viel zu bieten. Ich persönlich denke, dass das richtige Leben außerhalb des Büros stattfindet.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 09.09.2020:

Das Problem ist doch dass in Teilen gerade viele Punkte der Weltanschauung hier auseinanderfallen. Was ich damit meine - die meisten möchten einen gewissen Lebensstil genießen, auf der anderen Seite happert es dann aber entweder an der entsprechenden Leistungsbereitschaft, oder auch im Hinblick auf die Themen Umweltschutz / Nachhaltigkeit die Bereitschaft den eigenen Lebensstil einzuschränken. 2 Beispiele dazu die ich in meinem Umfeld immer wieder beobachte (müssen nicht zwingen allgemeingültig sein)

  1. ehemalige Mitschüler von mir, mit Anfang 30ig noch im Master, jobben parallel als Werktstudenten /Hiwi`s, Wenn man sich dann mal in der Heimat trifft bekommt man mitgeteilt, dass das Leben ja ungerecht ist und alles so schlecht und ich es ja besser getroffen hätte, dass sie auch gerne Fernreisen machen würden, oder in einem schönen Haus wohnen wollen und auch mal ein größeres, moderneres Auto wollen. Was sie ausblenden, ich hab mein Studium in der Regelzeit durchgezogen mit sehr guten Noten und zwei Berufsexamina gemacht, sie haben dafür mehr gefeiert Partyauslandssemester... Ich verdiene jetzt gut und meine Frau und ich nutzen das Gehalt entsprechend.

  2. Gerade wenn ich mir Kinder von Kollegen und Freunden anschaue ist es häufig so, dass die Kinder sich entsprechend für den Umweltschutz engagieren (was richtig und auch wichtig ist), gleichzeitig aber selber einen Lebensstil pflegen der auf extremer Ressourcenverschwendung basiert (neueste Handys, Shoppingtouren für Klamotten, Fernreisen...), Einschränkungen am eigenen Lebensstil will man nicht hinnehmen, sondern einfach Klimaabgaben / Kompensationen verpflichtend einführen, damit es teurer wird. Was aber ausgeblendet wird, ist der Punkt, dass so etwas für Gutverdiener eigentlich egal ist (wenn ein Flug 50€ / 100€ mehr kostet fliegt man trotzdem in den Urlaub), weniger Einkommensstarke Gruppen können sich sowas aber nicht leisten, was erheblichen Sozialen Sprengstoff birgt.

Meiner Meinung nach ist das Ganze Thema um "Weltanschauungen" in vielen Bereichen gerade ein Hype, der auch stark durch soziale Netzwerke etc. befeuert wird - inwiefern bestimmte Themen wirklich nachhaltig präsent bleiben ist offen, was mich stört ist eher die Scheinheiligkeit vieler nach dem Motto "Wasser predigen - Wein saufen"

Hier der TE, perfekt erklärt und auf den Punkt gebracht.
Verantwortung tragen ist wirklich ein Fremdwort geworden (ich weiß nicht ob es schon immer so war)
Wenn etwas schief läuft, dann ist jeder Mensch auf der Erde schuld ausser man selbst ist echt schrecklich das anzusehen

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Viele Menschen wollen halt ein simples, ungestresstes Leben ohne große Verantwortung. Inzwischen ist sowas in Deutschland und den wohlhabenderen Ländern Europas locker möglich dank Sozialstaat und gefördertem Wohnen. Den Traum vom Eigenheim, für den man früher richtig geschuftet hat, haben die meisten sowieso über Board geworfen.

Der Nachteil ist dann natürlich, dass die Produktivität darunter leiden wird, wenn immer mehr auch fähige Menschen sich auschecken. Die Wirtschaft baut ab, der Sozialstaat auch und irgendwann dreht sich das ganze wieder.

In Ländern wie den USA ist es zeigt sich wiederum das Umgekehrte, dort musst du schuften und Kohle nach Hause bringen, sonst bist du weg vom Fenster. Das steigert Produktivität und BIP, hat aber auch seine Schattenseiten.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Im Gegenteil ich finde, der Reiz an materiellem Wohlstand nimmt immer stärker ab. Ich sehe in meinem Umfeld viel Fokus auf WLB, gerade bei den jüngeren. Bei mir ist das auch nicht anders. Das liegt aber auch daran, dass bestimmte Dinge als Angestellter nicht mehr aus eigener Kraft erreichbar sind (z.B. eigenes Haus). Es fühlt sich nicht so an, als würde es sich lohnen.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob das gut oder schlecht ist. Einerseits haben viele schon früh verstanden, dass die Hamsterrad- Karriere nicht wirklich glücklich macht und es auch ökologisch verrückt ist immer mehr zu konsumieren. Auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob wir so langfristig unseren Lebensstandart halten können.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Ich bin eher der 35-Stundenwoche-Typ. Für mich ist es wichtig, dass ich mir mit meinem Gehalt die grundlegenden Dinge, wie eine Mietwohnung, ein Fahrrad oder die kaputte Waschmaschine ersetzen kann, ohne den Dispo nutzen zu müssen. Urlaub machen wir fast immer in Deutschland oder den umliegenden Ländern. Dinge werden nur nachgekauft, wenn die alten Dinge kaputt sind, dann hat man auch nicht viel in der Wohnung rumliegen.

In meinem Umfeld strebt kaum einer nach einem höheren Verdienst. Zwischen vielen Jobs in meinem Umfeld gibt es auch wenig Einkommensunterschiede. Die Krankenschwester im meinem Freundeskreis hat 2400€ netto, ich habe mit einem Master in BWL 2600€ netto. Nur die medizinischen und tiermedizinischen Fachangestellten verdienen schlecht mit 1500€ netto.

Es lohnt sich einfach nicht noch mehr zu arbeiten, weil der einzige Unterschied dann das Haus ist, was man sich kaufen kann. Selbst für das verschuldet man sich bei den aktuellen Preisen aber so hoch, dass das gar keine Option ist. Deshalb wollen mein Mann und ich nach der nächsten Gehaltserhöhung unsere Arbeitsstunden auf 30/Woche reduzieren, um Zeit miteinander und mit dem Kind zu verbringen.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Würde auch einigen VP zustimmen - gefühlt geht der Trend eher gegen Karriere, etc.

Was ich so mitbekomme (zugegeben, IGM Unternehmen in einer Region, welche stark durch große IGMler/alle anderen geprägt oder ggf. auch gespalten ist):

  • Aussagen, die (gerade zum Berufseinstieg) Leistungsbereitschaft eher vermissen lassen: Termine ab 16 Uhr wenn ich abwesend eingetragen habe, sowas fange ich gar nicht erst an."
  • Keiner würde freiwillig 40h machen wollen (Für 14% mehr Geld?)
  • Für Karriereambitionen wird man tlw. schräg angeschaut
  • Sehr frühes (frühe 20er) meckern über "die da oben"
  • Totaler Freizeitfokus (nicht schlimm, aber eben extrem): Am besten 28h statt 35h, Freitags um 12 Feierabend, etc.

Und auch sonst sind viele in meinem Umfeld eher weniger bemüht. Die meisten haben ihren Job nach dem Studium und sind zufrieden, einige wenige sind in UB oder großen Konzernen gelandet und warten gierig auf die nächste Beförderung/Auslandsrotation, etc.

Viele erben ein Haus (eher ländlich), sehen also auch gar keinen Drang, dahingehend was zu machen.

Tatsächlich habe ich beim Öffnen des Threads auch eher gedacht, dass es in diese Richtung geht..

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Produktivität kommt nicht von Anstrengung, sondern von Technologie. Außerdem wird gerne vergessen, dass hierzulande ein deutlich höheres Arbeitstempo erwartet wird als in Ländern mit nominell längeren Arbeitszeiten. Das gleicht sich also aus.

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Viele Menschen wollen halt ein simples, ungestresstes Leben ohne große Verantwortung. Inzwischen ist sowas in Deutschland und den wohlhabenderen Ländern Europas locker möglich dank Sozialstaat und gefördertem Wohnen. Den Traum vom Eigenheim, für den man früher richtig geschuftet hat, haben die meisten sowieso über Board geworfen.

Der Nachteil ist dann natürlich, dass die Produktivität darunter leiden wird, wenn immer mehr auch fähige Menschen sich auschecken. Die Wirtschaft baut ab, der Sozialstaat auch und irgendwann dreht sich das ganze wieder.

In Ländern wie den USA ist es zeigt sich wiederum das Umgekehrte, dort musst du schuften und Kohle nach Hause bringen, sonst bist du weg vom Fenster. Das steigert Produktivität und BIP, hat aber auch seine Schattenseiten.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Ist ein anderes Thema, aber ich finde, die Forderung nach bedingungslosem Grundeinkommen spiegelt das ganz gut wider. Die Leute wollen sich ein gutes Leben finanzieren können, mehr Geld zur Verfügung haben, ohne dafür umso härter (oder überhaupt) arbeiten oder gar Karriere machen zu müssen. Ziemlich unambitioniert, typisch linke Inhalte. Mal abgesehen davon, dass ich das BGE für absolut falsch halte, volkswirtschaftlich katastrophal, zeigt das ganz gut, wo die Gesellschaft steht.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Würde auch einigen VP zustimmen - gefühlt geht der Trend eher gegen Karriere, etc.

Was ich so mitbekomme (zugegeben, IGM Unternehmen in einer Region, welche stark durch große IGMler/alle anderen geprägt oder ggf. auch gespalten ist):

  • Aussagen, die (gerade zum Berufseinstieg) Leistungsbereitschaft eher vermissen lassen: Termine ab 16 Uhr wenn ich abwesend eingetragen habe, sowas fange ich gar nicht erst an."
  • Keiner würde freiwillig 40h machen wollen (Für 14% mehr Geld?)
  • Für Karriereambitionen wird man tlw. schräg angeschaut
  • Sehr frühes (frühe 20er) meckern über "die da oben"
  • Totaler Freizeitfokus (nicht schlimm, aber eben extrem): Am besten 28h statt 35h, Freitags um 12 Feierabend, etc.

Und auch sonst sind viele in meinem Umfeld eher weniger bemüht. Die meisten haben ihren Job nach dem Studium und sind zufrieden, einige wenige sind in UB oder großen Konzernen gelandet und warten gierig auf die nächste Beförderung/Auslandsrotation, etc.

Viele erben ein Haus (eher ländlich), sehen also auch gar keinen Drang, dahingehend was zu machen.

Tatsächlich habe ich beim Öffnen des Threads auch eher gedacht, dass es in diese Richtung geht..

Für was auch? Immobilien sind sowie kaum noch bezahlbar... Lieber in Miete und dafür das Leben genießen.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Auch ich sehe die "Problematik" ähnlich wie einige Vorposter. Westliche Industrienationen, insbesondere Deutschland, haben ihren Wohlstand auf unterschiedlichen Ebenen gesteigert. Selbst als Teil der unteren Mittelschicht/ Unterschicht führt man in Deutschland (noch!) - diverse Stigmata voerst außen vor - ein gutes Leben. Kinder und Jugendliche haben im im Grundsatz den selben Zugang zu Bildung und nach Maslow sind selbst die Individualbedürfnisse zum großen Teil abgesichert. Das führt konsequent im nächsten Schritt zum Streben nach Selbstverwirklichung.

Natürlich ist das Ganze aber nicht einseitig positiv. Ja, Armut ist relativ und die Schere zwischen "Arm und Reich" klafft wieder auf. Das bezieht sich auf Vermögen, nicht auf Einkommen. Im Nettoeinkommen hat Deutschland weiterhin eine unterdurchschnittliche Ungleichheit = Gleichheit. Strukturelle bzw. sozioökonomische Probleme bleiben aber bestehen. Der Bildungszugang kann nicht immer genutzt werden und die o.e. Stigmata sowie Materialismus bleiben in einer Welt, die durch soziale Medien geprägt sind und in denen Influencer davon sprechen, "dass man mit ein bisschen Sparen ja auch eine Birkin Bag haben könne", weiterhin existent. Von rassistischen Ressentiments möchte ich nicht anfangen. Nach wie vor hat man letzten Endes aber in Deutschland ein sehr gutes Leben mit enorm hoher sozialer Absicherung. Am Ende bleibt ein Faktor, der die Lebensqualität hier auch für die Mittelschicht wieder nachhaltig einschränken kann: Der Preis des Wohnens. Sei es Eigentum oder Miete, diese Preise haben sich in vielen Regionen stärker als die Einkommen entwickelt, was zu einer Empfindung der Geldentwertung führt.

Fernab dieses Exkures ist aber die "Work hard, play hard"- Mentalität wirklich nur so stark in der Business Bubble vorzufinden. Insbesondere die Geradlinigkeit der Boomer und der Generation X sind in den Generationen Y & Z wieder verloren gegangen. Was nicht bedeutet, dass wenig in Bildung investiert wird. Im Gegenteil fließt sehr viel Zeit und Geld in die Bildung. Allerdings ist der Expected Return rein monetär betrachtet nicht hoch gewichtet. Ich habe so beispielweise zweimal studiert. Bachelor/Master in WiWi und Bachelor/Master in Psychologie. Meine 1. Universität ist im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich sehr angesehen und entsprechend interessant war auch die Peergroup. Sehr viele ambitionierte Menschen. Die Definition des eigenen Seins erfolgte häufig über Geld und beruflichen Status. IB/UB waren das Ziel, Dibelius & Samwer die Vorbilder. Natürlich gab es Ausnahmen, aber am Ende wollten alle das "große Geld verdienen". Gerade in meiner Generation (Y) ist dieser Materialismus in keinem anderen Umfeld so stark ausgebildet und man kann erkennen, dass durch den akademischen Zwang auch die Einkommen nicht so stark voneinander abweichen. Wie oben bereits geschrieben, ist (leider) mit Ausnahme einiger Berufe keine sehr große Kluft zu sehen. Unterschiede sind jedoch erkennbar, insbesondere zwischen den meisten Akademikern und Ausbildungsberufen. Ein guter(!) BWler kann mit etwas Ambition und Flexibilität auch ohne 50 Stunden Woche seine 70-80k mitnehmen. Ein Zerspannungsmechaniker oder ein Industriekaufmann wird sich über 40k-50k freuen. Netto ist der Unterschied jedoch nicht so eklatant, als dass er ungesund wäre. Ja, auch die Krankenschwester kriegt ihre 2-3k netto genau wie der Bandarbeiter, aber der Arbeitsaufwand dafür wird das ganze Leben ein anderer sein, als beim Bwler. Bezieht man weitere akademisierte Berufe ein wie den Polizist im gD, den Lehrer oder den Naturwissenschaftler, pendelt sich alles doch in einem gesunden Schnitt ein. Wer entsprechend sehr hohe Gehälter (>100k) möchte, der muss entsprechend viel (Zeit) investieren.

Letzten Endes sind sehr hohe Gehälter aber eben nicht notwendig, um ein gutes Leben zu führen, weshalb entsprechende Berufe nicht so hoch gewichtet werden. Status und Prestige wird sich heute zwar nach wie vor über Abschlüsse geholt, daneben spielt aber auch die ethische Komponente eine große Rolle. Sich für die Umwelt zu engagieren oder vegetarisch zu leben ist immer eine gute Sache. In meinen Augen wird dies aber häufig aus egoistischen Gründen gemacht. Sei es wegen des besseren Gewissens oder der Anerkennung. Es ist en voque. Was aber in der Endkonsequenz egal ist, da das Ergebnis das Gleiche bleibt. Schwierig wird es natürlich immer dann, wenn die Fadenscheinigkeit kommt. Ich denke da immer an den Klimagipfel, zu dem ein Großteil der (prominenten) Teilnehmer mit ihren Privatjets reisten. Es bleibt bei einer gewissen Ironie und fadem Beigeschmack.

Eine Leistungsgesellschaft sind wir trotzdem, es haben sich nur die Schwerpunkte der Leistung weg von der reinen (körperlichen) Arbeit mit dem Ziel eines monetären Outputs zur Sicherung eines Lebensstandards auf eine Arbeit zur Selbstverwirklichung gelegt. Dies geht natürlich auch nur auf dem Rücken dieser alten Leistungsgesellschaft, denn wir zehren von der Qualität, die vor 30-40 Jahren aufgebaut worden ist. Wie oben bereits beschrieben: Das Beispiel mit der Yoga-Lehrerin zeichnet am Ende nur das Bild einer neuen Art von Lebensleistung.

Das waren einfach mal meine Gedanken dazu, sorry für die Exkurse.. :-D

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Ist ein anderes Thema, aber ich finde, die Forderung nach bedingungslosem Grundeinkommen spiegelt das ganz gut wider. Die Leute wollen sich ein gutes Leben finanzieren können, mehr Geld zur Verfügung haben, ohne dafür umso härter (oder überhaupt) arbeiten oder gar Karriere machen zu müssen. Ziemlich unambitioniert, typisch linke Inhalte. Mal abgesehen davon, dass ich das BGE für absolut falsch halte, volkswirtschaftlich katastrophal, zeigt das ganz gut, wo die Gesellschaft steht.

Du hast dich noch nie ernsthaft mit dem BGE und den Leuten die das fordern auseinander gesetzt, oder?

Es gibt da zwei Gruppen:

  1. Diejenigen die mit ihrem aktuellen Job unglücklich sind, aber nicht etwa sich das Faulenzen wünschen, sondern in dem BGE die Möglichkeit sehen, dann den Job zu machen, häufig auch Selbstständigkeit, der sie wirklich erfüllt, den sie sich aber aktuell aus finanziellen Gründen und Gefahren nicht zu trauen, oder können, weil eigene Kinder etc... die fananziert werden müssen.

  2. Diejenigen die faktisch einfach in Zukunft keinen Job mehr haben werden, weil es für sie auf dem Arbeitsmarkt keine passenden Jobs mehr gibt. Die sitzen dann so oder so zu Hause, aber wenn sie finanziell am Existensminimum hängen, und der Anteil dieser Leute zu groß wird, wird das irgendwann zwangsläufig zu sozialen Unruhen führen. Außerdem, was glaubst du wie sich Menschen fühlen, die Minderqualifiziert sind und arbeiten wollen, aber einfach nichts mehr finden und dann auch noch kaum Geld zum Leben haben? Quasi Doppeltverlierer.

Denk mal über beide Gruppen nach.

antworten
WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Es ist eher so, dass viele bereits in einem gut situierten Haus aufwachsen, sprich nie finanzielle Sorgen hatten und vielleicht später noch was erben. Dadurch ist man in der angenehmen Situation, sich auswählen zu können, wie man sein Leben gestaltet. Dann lässt man halt sich schön Zeit für das Studium, fliegt um die Welt und nimmt halt nur die angenehmen Jobs an z.B Dax30 Sachbearbeiter Position. Durch Corona wird das noch stärker befeuert.

Man kann es den Leuten echt nicht übel nehmen, sich so zu entscheiden, wenn Führungspositionen kaum Vorteile bringen und Selbstständigkeit hier in Deutschland mit vielen Risiken und Bürokratie verbunden ist.

antworten
WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Das Thema ist doch, Verzicht auf Karriere ist ja in Ordnung, kann ja jeder frei entschieden, nur erwartet immer noch ein großer Teil ein komfortables Leben und ein recht hohes Einkommen, möchte, das geht aber halt nicht zusammen.

Klar definiert ein komfortables Leben jeder anders, aber der kleineste gemeinsame Nenner hier ist doch immer zumindest sorgenfrei zu leben.

antworten
WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Es ist eher so, dass viele bereits in einem gut situierten Haus aufwachsen, sprich nie finanzielle Sorgen hatten und vielleicht später noch was erben. Dadurch ist man in der angenehmen Situation, sich auswählen zu können, wie man sein Leben gestaltet. Dann lässt man halt sich schön Zeit für das Studium, fliegt um die Welt und nimmt halt nur die angenehmen Jobs an z.B Dax30 Sachbearbeiter Position. Durch Corona wird das noch stärker befeuert.

Man kann es den Leuten echt nicht übel nehmen, sich so zu entscheiden, wenn Führungspositionen kaum Vorteile bringen und Selbstständigkeit hier in Deutschland mit vielen Risiken und Bürokratie verbunden ist.

Die Herkunft ist definitiv ein Thema. Gibt hier ja einiges an Diskussion zu Vermögen vs. Einkommen, etc.

Bei uns ist die große Gründer (und Hausbau)-Generation entweder die unserer Großeltern oder Eltern, dadurch sind viele eben eher entspannt eingestellt. Schaut man sich Länder an, bei denen die aktuelle Generation der unserer direkten Vorfahren vom Mindset entspricht (ergo sind dabei, sich etwas aufzubauen), wie z.B. Polen, kann man sich schon vorstellen, dass solche Entwicklungen langfristig negativ für den Standort sind.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Also ich achte mehr auf WLB weil der nächste Karriereschritt einfach "nichts bringt".

Alles über dem "normalen" Standard ist unerreichbar.
Häuser unbezahlbar
Coole Autos kostet schnell mal 1k im Monat mehr als der Golf
Lange Urlaube? Keine Zeit
etc.

Ob ich da jetzt 12k im Jahr mehr bekomme oder nicht ändert absolut gar nichts.
Der Unterschied zwischen 70k als Sachbearbeiter und 90k als Teamleiter ist nicht mehr als ein paar Jahre alter Golf oder ein neuer 3er BMW, dann hat man die Differenz im Netto schon ausgegeben.

Bei Immobilien braucht man gar nicht anfangen, das ist für meine Generation (bin 29) gelaufen wenn man nichts erbt. Zumindest in Bayern.

Lange Rede kurzer Sinn:
Durch die niedrigen Erhöhungen und dazu hohen Abgabenlast lohnt es sich einfach nicht da massiv Zeit zu investieren.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Ist ein anderes Thema, aber ich finde, die Forderung nach bedingungslosem Grundeinkommen spiegelt das ganz gut wider. Die Leute wollen sich ein gutes Leben finanzieren können, mehr Geld zur Verfügung haben, ohne dafür umso härter (oder überhaupt) arbeiten oder gar Karriere machen zu müssen. Ziemlich unambitioniert, typisch linke Inhalte. Mal abgesehen davon, dass ich das BGE für absolut falsch halte, volkswirtschaftlich katastrophal, zeigt das ganz gut, wo die Gesellschaft steht.

Du hast dich noch nie ernsthaft mit dem BGE und den Leuten die das fordern auseinander gesetzt, oder?

Es gibt da zwei Gruppen:

  1. Diejenigen die mit ihrem aktuellen Job unglücklich sind, aber nicht etwa sich das Faulenzen wünschen, sondern in dem BGE die Möglichkeit sehen, dann den Job zu machen, häufig auch Selbstständigkeit, der sie wirklich erfüllt, den sie sich aber aktuell aus finanziellen Gründen und Gefahren nicht zu trauen, oder können, weil eigene Kinder etc... die fananziert werden müssen.

  2. Diejenigen die faktisch einfach in Zukunft keinen Job mehr haben werden, weil es für sie auf dem Arbeitsmarkt keine passenden Jobs mehr gibt. Die sitzen dann so oder so zu Hause, aber wenn sie finanziell am Existensminimum hängen, und der Anteil dieser Leute zu groß wird, wird das irgendwann zwangsläufig zu sozialen Unruhen führen. Außerdem, was glaubst du wie sich Menschen fühlen, die Minderqualifiziert sind und arbeiten wollen, aber einfach nichts mehr finden und dann auch noch kaum Geld zum Leben haben? Quasi Doppeltverlierer.

Denk mal über beide Gruppen nach.

Doch, hab mich damit tatsächlich schon intensiver befasst.

Für Gruppe 1 bringe ich gewissermaßen Verständnis auf, z. T. sogar großes. Aber unter 100, die es in Angriff nehmen, sind max. zehn, bei denen es langfristig zu etwas führt, die vorher schon einen guten Businessplan hatten und sich jetzt, ob der finanziellen Absicherung, trauen, ihn umzusetzen. Die Anderen führen utopische Ideen aus, kündigen spontan, um ihr Ziel der Schauspielkarriere o. ä. zu verfolgen, und liegen dem Staat langfristig bloß auf der Tasche.
Außerdem gäbe es dann zwar noch viel mehr erfolglose freie Künstler und Selbstständige, die chronisch kurz vor der Insolvenz stehen, dafür aber deutlich weniger 'kleine' Angestellte.

Und Zweitere halten den Laden nun mal am Laufen.
Zumal es Jobs gibt, die ohne den finanziellen Anreiz nicht oder kaum mehr erledigt werden würden. Und wer nun sagt, na gut, dann soll die eben keiner mehr machen, soll sich ja auch keiner zu irgendetwas gezwungen fühlen, dann ist das ja alles lieb und nett und freigeistig, aber geht eben an der Realität, dass in einer funktionierenden Betriebs- und Volkswirtschaft, öffentlichen Verwaltung etc. gewisse Jobs erledigt werden müssen, vorbei.

Für Gruppe 2 gibt's auch jetzt schon Sozialleistungen, die können wir meinetwegen gern ausbauen. Ich bin Fan des Sozialstaats, versteh mich nicht falsch, ich störe mich nur am "bedingungslos" in BGE, weil das m. E. viele schwerwiegend negative Effekte hätte.

Und du hast Gruppe 3 vergessen, diejenigen, die sich sagen, geil, dann geh ich erstmal in Teilzeit oder kündige gar ganz, weil es sich auch ohne Zuverdienste gut leben lässt. Ergo, sehr viel niedrigere Steuereinnahmen. Dann werden die Dummen, die trotzdem weiter in Vollzeit anspruchsvollen, gut bezahlten Jobs nachgehen, umso stärker besteuert werden müssen, um das BGE der anderen zu finanzieren. Macht das irgendjemand mit? Ganz sicher nicht. Die Leute werden en masse auswandern.

Ich bleibe dabei, trotz aller 'soften' Vorteile, höherer Zufriedenheit etc. pp.: unrealistisches und wahnwitziges Konzept, nicht praktikabel. Da sollte eher an anderen Schrauben gedreht werden.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Absolut.
Das wird sich auf den Standort Deutschland sehr negativ auswirken, wenn sich Leistung als Angestellter nicht mehr auszahlt.

Entweder man erbt und kann sich ein Haus leisten.
Oder eben erbt nicht. Mehr Gas geben bei der Arbeit reicht bei den hohen Steuern trotzdem nicht für das Haus. Warum sich also den Stress machen .

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Lange Rede kurzer Sinn:
Durch die niedrigen Erhöhungen und dazu hohen Abgabenlast lohnt es sich einfach nicht da massiv Zeit zu investieren.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Auch ich sehe die "Problematik" ähnlich wie einige Vorposter. Westliche Industrienationen, insbesondere Deutschland, haben ihren Wohlstand auf unterschiedlichen Ebenen gesteigert. Selbst als Teil der unteren Mittelschicht/ Unterschicht führt man in Deutschland (noch!) - diverse Stigmata voerst außen vor - ein gutes Leben. Kinder und Jugendliche haben im im Grundsatz den selben Zugang zu Bildung und nach Maslow sind selbst die Individualbedürfnisse zum großen Teil abgesichert. Das führt konsequent im nächsten Schritt zum Streben nach Selbstverwirklichung.

Natürlich ist das Ganze aber nicht einseitig positiv. Ja, Armut ist relativ und die Schere zwischen "Arm und Reich" klafft wieder auf. Das bezieht sich auf Vermögen, nicht auf Einkommen. Im Nettoeinkommen hat Deutschland weiterhin eine unterdurchschnittliche Ungleichheit = Gleichheit. Strukturelle bzw. sozioökonomische Probleme bleiben aber bestehen. Der Bildungszugang kann nicht immer genutzt werden und die o.e. Stigmata sowie Materialismus bleiben in einer Welt, die durch soziale Medien geprägt sind und in denen Influencer davon sprechen, "dass man mit ein bisschen Sparen ja auch eine Birkin Bag haben könne", weiterhin existent. Von rassistischen Ressentiments möchte ich nicht anfangen. Nach wie vor hat man letzten Endes aber in Deutschland ein sehr gutes Leben mit enorm hoher sozialer Absicherung. Am Ende bleibt ein Faktor, der die Lebensqualität hier auch für die Mittelschicht wieder nachhaltig einschränken kann: Der Preis des Wohnens. Sei es Eigentum oder Miete, diese Preise haben sich in vielen Regionen stärker als die Einkommen entwickelt, was zu einer Empfindung der Geldentwertung führt.

Fernab dieses Exkures ist aber die "Work hard, play hard"- Mentalität wirklich nur so stark in der Business Bubble vorzufinden. Insbesondere die Geradlinigkeit der Boomer und der Generation X sind in den Generationen Y & Z wieder verloren gegangen. Was nicht bedeutet, dass wenig in Bildung investiert wird. Im Gegenteil fließt sehr viel Zeit und Geld in die Bildung. Allerdings ist der Expected Return rein monetär betrachtet nicht hoch gewichtet. Ich habe so beispielweise zweimal studiert. Bachelor/Master in WiWi und Bachelor/Master in Psychologie. Meine 1. Universität ist im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich sehr angesehen und entsprechend interessant war auch die Peergroup. Sehr viele ambitionierte Menschen. Die Definition des eigenen Seins erfolgte häufig über Geld und beruflichen Status. IB/UB waren das Ziel, Dibelius & Samwer die Vorbilder. Natürlich gab es Ausnahmen, aber am Ende wollten alle das "große Geld verdienen". Gerade in meiner Generation (Y) ist dieser Materialismus in keinem anderen Umfeld so stark ausgebildet und man kann erkennen, dass durch den akademischen Zwang auch die Einkommen nicht so stark voneinander abweichen. Wie oben bereits geschrieben, ist (leider) mit Ausnahme einiger Berufe keine sehr große Kluft zu sehen. Unterschiede sind jedoch erkennbar, insbesondere zwischen den meisten Akademikern und Ausbildungsberufen. Ein guter(!) BWler kann mit etwas Ambition und Flexibilität auch ohne 50 Stunden Woche seine 70-80k mitnehmen. Ein Zerspannungsmechaniker oder ein Industriekaufmann wird sich über 40k-50k freuen. Netto ist der Unterschied jedoch nicht so eklatant, als dass er ungesund wäre. Ja, auch die Krankenschwester kriegt ihre 2-3k netto genau wie der Bandarbeiter, aber der Arbeitsaufwand dafür wird das ganze Leben ein anderer sein, als beim Bwler. Bezieht man weitere akademisierte Berufe ein wie den Polizist im gD, den Lehrer oder den Naturwissenschaftler, pendelt sich alles doch in einem gesunden Schnitt ein. Wer entsprechend sehr hohe Gehälter (>100k) möchte, der muss entsprechend viel (Zeit) investieren.

Letzten Endes sind sehr hohe Gehälter aber eben nicht notwendig, um ein gutes Leben zu führen, weshalb entsprechende Berufe nicht so hoch gewichtet werden. Status und Prestige wird sich heute zwar nach wie vor über Abschlüsse geholt, daneben spielt aber auch die ethische Komponente eine große Rolle. Sich für die Umwelt zu engagieren oder vegetarisch zu leben ist immer eine gute Sache. In meinen Augen wird dies aber häufig aus egoistischen Gründen gemacht. Sei es wegen des besseren Gewissens oder der Anerkennung. Es ist en voque. Was aber in der Endkonsequenz egal ist, da das Ergebnis das Gleiche bleibt. Schwierig wird es natürlich immer dann, wenn die Fadenscheinigkeit kommt. Ich denke da immer an den Klimagipfel, zu dem ein Großteil der (prominenten) Teilnehmer mit ihren Privatjets reisten. Es bleibt bei einer gewissen Ironie und fadem Beigeschmack.

Eine Leistungsgesellschaft sind wir trotzdem, es haben sich nur die Schwerpunkte der Leistung weg von der reinen (körperlichen) Arbeit mit dem Ziel eines monetären Outputs zur Sicherung eines Lebensstandards auf eine Arbeit zur Selbstverwirklichung gelegt. Dies geht natürlich auch nur auf dem Rücken dieser alten Leistungsgesellschaft, denn wir zehren von der Qualität, die vor 30-40 Jahren aufgebaut worden ist. Wie oben bereits beschrieben: Das Beispiel mit der Yoga-Lehrerin zeichnet am Ende nur das Bild einer neuen Art von Lebensleistung.

Das waren einfach mal meine Gedanken dazu, sorry für die Exkurse.. :-D

Sehr guter Beitrag.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Performance im Job lohnt sich doch nur noch bei strukturierten Karrierewegen wie z.B. im IB/UB.
Bei uns im Konzern wird zunehmend gekürzt, Stellen umgruppiert, maximale Frauenförderung inzwischen etc. Ansonsten soll man bitte immer schön immer in Vorleistung gehen und maximal mobil sein.

Ohne Förderer weit oben lohnt sich der Aufwand einfach nicht und gleicht einer Lotterie mit geringen Gewinnchancen.
Dann lieber bei 35h chillen und sich ein zweites Standbein aufbauen..

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Ist ein anderes Thema, aber ich finde, die Forderung nach bedingungslosem Grundeinkommen spiegelt das ganz gut wider. Die Leute wollen sich ein gutes Leben finanzieren können, mehr Geld zur Verfügung haben, ohne dafür umso härter (oder überhaupt) arbeiten oder gar Karriere machen zu müssen. Ziemlich unambitioniert, typisch linke Inhalte. Mal abgesehen davon, dass ich das BGE für absolut falsch halte, volkswirtschaftlich katastrophal, zeigt das ganz gut, wo die Gesellschaft steht.

Du hast dich noch nie ernsthaft mit dem BGE und den Leuten die das fordern auseinander gesetzt, oder?

Es gibt da zwei Gruppen:

  1. Diejenigen die mit ihrem aktuellen Job unglücklich sind, aber nicht etwa sich das Faulenzen wünschen, sondern in dem BGE die Möglichkeit sehen, dann den Job zu machen, häufig auch Selbstständigkeit, der sie wirklich erfüllt, den sie sich aber aktuell aus finanziellen Gründen und Gefahren nicht zu trauen, oder können, weil eigene Kinder etc... die fananziert werden müssen.

  2. Diejenigen die faktisch einfach in Zukunft keinen Job mehr haben werden, weil es für sie auf dem Arbeitsmarkt keine passenden Jobs mehr gibt. Die sitzen dann so oder so zu Hause, aber wenn sie finanziell am Existensminimum hängen, und der Anteil dieser Leute zu groß wird, wird das irgendwann zwangsläufig zu sozialen Unruhen führen. Außerdem, was glaubst du wie sich Menschen fühlen, die Minderqualifiziert sind und arbeiten wollen, aber einfach nichts mehr finden und dann auch noch kaum Geld zum Leben haben? Quasi Doppeltverlierer.

Denk mal über beide Gruppen nach.

Doch, hab mich damit tatsächlich schon intensiver befasst.

Für Gruppe 1 bringe ich gewissermaßen Verständnis auf, z. T. sogar großes. Aber unter 100, die es in Angriff nehmen, sind max. zehn, bei denen es langfristig zu etwas führt, die vorher schon einen guten Businessplan hatten und sich jetzt, ob der finanziellen Absicherung, trauen, ihn umzusetzen. Die Anderen führen utopische Ideen aus, kündigen spontan, um ihr Ziel der Schauspielkarriere o. ä. zu verfolgen, und liegen dem Staat langfristig bloß auf der Tasche.
Außerdem gäbe es dann zwar noch viel mehr erfolglose freie Künstler und Selbstständige, die chronisch kurz vor der Insolvenz stehen, dafür aber deutlich weniger 'kleine' Angestellte.

Und Zweitere halten den Laden nun mal am Laufen.
Zumal es Jobs gibt, die ohne den finanziellen Anreiz nicht oder kaum mehr erledigt werden würden. Und wer nun sagt, na gut, dann soll die eben keiner mehr machen, soll sich ja auch keiner zu irgendetwas gezwungen fühlen, dann ist das ja alles lieb und nett und freigeistig, aber geht eben an der Realität, dass in einer funktionierenden Betriebs- und Volkswirtschaft, öffentlichen Verwaltung etc. gewisse Jobs erledigt werden müssen, vorbei.

Für Gruppe 2 gibt's auch jetzt schon Sozialleistungen, die können wir meinetwegen gern ausbauen. Ich bin Fan des Sozialstaats, versteh mich nicht falsch, ich störe mich nur am "bedingungslos" in BGE, weil das m. E. viele schwerwiegend negative Effekte hätte.

Und du hast Gruppe 3 vergessen, diejenigen, die sich sagen, geil, dann geh ich erstmal in Teilzeit oder kündige gar ganz, weil es sich auch ohne Zuverdienste gut leben lässt. Ergo, sehr viel niedrigere Steuereinnahmen. Dann werden die Dummen, die trotzdem weiter in Vollzeit anspruchsvollen, gut bezahlten Jobs nachgehen, umso stärker besteuert werden müssen, um das BGE der anderen zu finanzieren. Macht das irgendjemand mit? Ganz sicher nicht. Die Leute werden en masse auswandern.

Ich bleibe dabei, trotz aller 'soften' Vorteile, höherer Zufriedenheit etc. pp.: unrealistisches und wahnwitziges Konzept, nicht praktikabel. Da sollte eher an anderen Schrauben gedreht werden.

Und zu Gruppe 3: Auch wenn es natürlich besser ankommt, die beiden anderen Gruppen zum Aushängeschild der 'Bewegung' zu machen, behaupte ich, dass dahinter v. a. Gruppe 3 steht, diejenigen, die weniger arbeiten oder spaßigere Tätigkeiten ausüben und trotzdem mindestens gleichbleibend verdienen wollen, und diejenigen, die zwar weiter ihrer Arbeit nachgehen würden, aber lieber noch mehr Geld zur Verfügung hätten. Mehr Geld ohne Gegenleistung, da bin ich doch dafür, das hätt ich gern. Ist eben das Mindset der Generation Y.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Schaut euch mal die langfristige Entwicklung an. So niedrig wie heute war der effektive Steuersatz noch nie. Generell waren die Löhne auch nie so hoch wie heute. Was sich relativiert hat, ist der Abstand von Studierten zum Rest. Wozu soll man sich zehn Jahre extra ausbilden lassen, wenn der Mindestlohn für Unausgebildete schon so hoch ist? Ganz zu schweigen vom Bandarbeiter in den (staatlich zunehmend gestützten) industriellen Großkonzernen. In meiner Branche verlangen Steuerfachwirte jetzt schon Gehälter, die eigentlich Steuerberater kriegen.

Insgesamt ist es doch aber eher erfreulich, dass es uns so gut geht, dass wir jetzt damit anfangen können, weniger zu arbeiten. Ist übrigens auch bei technischen Entwicklungen so: erst wird Richtung Leistung optimiert, wenn die Leistung dann hoch genug ist, bemüht man sich, die Geräte bei gleicher Leistung immer kleiner zu machen.

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Absolut.
Das wird sich auf den Standort Deutschland sehr negativ auswirken, wenn sich Leistung als Angestellter nicht mehr auszahlt.

Entweder man erbt und kann sich ein Haus leisten.
Oder eben erbt nicht. Mehr Gas geben bei der Arbeit reicht bei den hohen Steuern trotzdem nicht für das Haus. Warum sich also den Stress machen .

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Lange Rede kurzer Sinn:
Durch die niedrigen Erhöhungen und dazu hohen Abgabenlast lohnt es sich einfach nicht da massiv Zeit zu investieren.

antworten
WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Tu das Gegenteil von dem, was alle anderen für richtig halten.

Damit bin ich immer gut gefahren.

Niki Lauda

    1. Februar 1949 † 20. Mai 2019
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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Schaut euch mal die langfristige Entwicklung an. So niedrig wie heute war der effektive Steuersatz noch nie. Generell waren die Löhne auch nie so hoch wie heute. Was sich relativiert hat, ist der Abstand von Studierten zum Rest. Wozu soll man sich zehn Jahre extra ausbilden lassen, wenn der Mindestlohn für Unausgebildete schon so hoch ist? Ganz zu schweigen vom Bandarbeiter in den (staatlich zunehmend gestützten) industriellen Großkonzernen. In meiner Branche verlangen Steuerfachwirte jetzt schon Gehälter, die eigentlich Steuerberater kriegen.

Insgesamt ist es doch aber eher erfreulich, dass es uns so gut geht, dass wir jetzt damit anfangen können, weniger zu arbeiten. Ist übrigens auch bei technischen Entwicklungen so: erst wird Richtung Leistung optimiert, wenn die Leistung dann hoch genug ist, bemüht man sich, die Geräte bei gleicher Leistung immer kleiner zu machen.

Nicht die Steuern sondern die ganzen (Sozial)Abgaben werden immer mehr zum Problem. Und die nächste Erhöhung beim Zusatzbeitrag der Krankenkassen ist schon angekündigt.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Doch, hab mich damit tatsächlich schon intensiver befasst.

Für Gruppe 1 bringe ich gewissermaßen Verständnis auf, z. T. sogar großes. Aber unter 100, die es in Angriff nehmen, sind max. zehn, bei denen es langfristig zu etwas führt, die vorher schon einen guten Businessplan hatten und sich jetzt, ob der finanziellen Absicherung, trauen, ihn umzusetzen. Die Anderen führen utopische Ideen aus, kündigen spontan, um ihr Ziel der Schauspielkarriere o. ä. zu verfolgen, und liegen dem Staat langfristig bloß auf der Tasche.
Außerdem gäbe es dann zwar noch viel mehr erfolglose freie Künstler und Selbstständige, die chronisch kurz vor der Insolvenz stehen, dafür aber deutlich weniger 'kleine' Angestellte.

Und Zweitere halten den Laden nun mal am Laufen.
Zumal es Jobs gibt, die ohne den finanziellen Anreiz nicht oder kaum mehr erledigt werden würden. Und wer nun sagt, na gut, dann soll die eben keiner mehr machen, soll sich ja auch keiner zu irgendetwas gezwungen fühlen, dann ist das ja alles lieb und nett und freigeistig, aber geht eben an der Realität, dass in einer funktionierenden Betriebs- und Volkswirtschaft, öffentlichen Verwaltung etc. gewisse Jobs erledigt werden müssen, vorbei.

Für Gruppe 2 gibt's auch jetzt schon Sozialleistungen, die können wir meinetwegen gern ausbauen. Ich bin Fan des Sozialstaats, versteh mich nicht falsch, ich störe mich nur am "bedingungslos" in BGE, weil das m. E. viele schwerwiegend negative Effekte hätte.

Und du hast Gruppe 3 vergessen, diejenigen, die sich sagen, geil, dann geh ich erstmal in Teilzeit oder kündige gar ganz, weil es sich auch ohne Zuverdienste gut leben lässt. Ergo, sehr viel niedrigere Steuereinnahmen. Dann werden die Dummen, die trotzdem weiter in Vollzeit anspruchsvollen, gut bezahlten Jobs nachgehen, umso stärker besteuert werden müssen, um das BGE der anderen zu finanzieren. Macht das irgendjemand mit? Ganz sicher nicht. Die Leute werden en masse auswandern.

Ich bleibe dabei, trotz aller 'soften' Vorteile, höherer Zufriedenheit etc. pp.: unrealistisches und wahnwitziges Konzept, nicht praktikabel. Da sollte eher an anderen Schrauben gedreht werden.

Meines Wissens gibt es eine Reihe von Volkswirten, die sich mit der Finanzierungsfrage schon ausgiebig beschäftigt haben, und der Meinung sind, dass das auch langfristig, unter Berücksichtigung der ganzen Gesellschaftlichen Konsequenzen aus soetwas, finanzierbar wäre. Keine Ahnung ob das wirklich stimmt. Ich bin kein VWLler, aber da vertrau ich jetzt einfach mal auf die Expertenmeinung.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Hi,

das ist schon mal eine sehr reflektierte Einstellung für 21. Ich selbst habe BSc / MSc WING studiert und muss sagen, dass ich die Karriere im Schweinesystem ziemlich kritisch sehe.

Auch wenn es hier vielleicht nicht viele hören wollen, aber:
Unsere auf stetiges Wachstum ausgelegte Ökonomie muss früher oder später in den ökologische und sozialen Kollaps führen. Auch wenn man sich manch einen grünen Kapitalismus herbei fantasieren - es kann und wird nicht funktionieren.

Begründung:
Durch permanenten Konkurrenzdruck wird sowohl die Produktivität permanent gesteigert als auch die Exploration in neue Märkte. Da wir mittlerweile globalisiert sind, sind im Prinzip keine neuen Märkte mehr da. Und die Produktivität kann man sich am besten in den Automobilindustrie anschauen. Wurden 1950 noch 10.577.426 KFZ produziert sind es 2017 schon fast 10x so viele, nämlich 97.302.534.

Der ständige Innovations- und Produktivitätszwang führt dazu, dass die Grenzkosten immer mehr fallen, dass also die Herstellung immer komplexerer Waren immer billiger wird. D.h. aufgrund steigender Produktivität müssen die Unternehmen immer mehr Produkte verkaufen, da deren "innerer Wert" tendenziell fällt - sie also über Skalteneffekte, neue Technologieeinsatt usw. immer billiger werden. Wir MÜSSEN also immer mehr verkaufen, bei gesättigten Märkten wird somit der Preiskampf und Konkurrenzdruck immer größer. Das führt zu einer immer stärkeren Pauperisierung und Prekarisierung der Bevölkerung, bis hin zur absoluten systemseitigen (!) Überflüssigkeit.

Die Coronakrise - die sich bei uns erst nach dem Auslaufen des Kurzarbeitergeldes und der Insolvenzverschleppung bemerkbar machen wird - wird mEn als Katalysator für rechtsradikale Kräfte fungieren und diese wahrscheinlich noch verstärken. Man vergleiche nur die Wahlergebnisse der NSDAP mit der ökonomischen Entwicklung in ehemaligen Weimarer Republik.

Darüber hinaus werden weder die CO2-Emmssionen noch die sonstige Umweltzerstörung im großen Stile reduziert werden können. In 5 Jahren sagt der Chef der WHO, werden wir wohl regelmäßg über 1,5°C das Klima aufheizen. Ich tippe darauf, dass wir bis 2100 bei 3° bis 6° herauskommen, was zu einem Kollaps der Volkswirtschaften führen würde. Wrsl werden wir das schon wesentlich eher (wohl 2040 bis 2060 rum) erreicht haben. Grund: Die signifikant ansteigenden Extremwetterereignisse werden derart große volkswirtschaftliche Schäden anrichten, dass die Staaten immer mehr mit sich selbst beschäftigt sein werden. Protektionismus wird noch mehr zunehmen. Außerdem werden wir mit massiven Missernten zu kämpfen haben und natürlich mit dem schlichten Fakt, dass auch stark bevölkerte Küstenregionen in Europa (Holland, London, Hamburg...) derartig oft unter Wasser gesetzt werden, dass eine stabile Infrastruktur nicht mehr möglich ist.

Die Weltgemeinschaft wird zerfallen, das Ende der Zivilisation wie wir sie kennen, stünde bevor.

Einzige Möglichkeit: Exit! Raus aus dem Ausbeutungs- und Weltvernichtungssystem. Es muss eine Gemeinwohlökonomie errichtet werden. Kein Mensch braucht Privat Jets, Yachten, Einen Privat-Pool oder zwei PKW in der Garage. Wir müssen nicht jeden Tag Fleisch essen oder jährlich nach Thailand, Mallorca oder Bali fliegen.

Das mal als Kernbotschaft ;-)

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Ob der Steuersatz früher niedriger war und die Gehälter ebenso spielt für mich aber absolut keine Rolle.

Für mich ist es in der aktuellen Situation einfach so das alles was über die Basics hinaus geht so teuer bezahlt werden muss (Immobilie/"besseres" Auto etc) das sich der Aufwand auf keinen Fall lohnt.

5 Jahre Überstunden schieben und 110% geben damit man dann 15k Brutto im Jahr mehr hat?
Das sind bei der Progression keine 600 Euro im Monat.
Da kann ich mir in München dann 60 statt 40qm leisten... Ja wow dafür lohnt es sich ja wirklich. /s

Wir sind jetzt ganz verwegen und holen uns für die hypotetische kleine Familie einen Touran, da sind wir direkt gute 40k los. Glückwunsch, die nächsten 6 Jahre ist die Gehaltserhöhung schon verplant.
Aber dafür hast ja nur 50h die Woche gemacht und darfst es weiter machen.

Alternativ:
Ein altes Auto fahren und mit 35h/40h die Woche auskommen, der Gehaltsunterschied wird ja dardurch bereits aufgefressen.

Warum sollte man sich also rein hängen wenn es nur einen minimalen Benefit hat?

Dazu kommt Vetternwirtschaft, Beförderungen für die Quote, Entlassungen, Kurzarbeit ect.

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Schaut euch mal die langfristige Entwicklung an. So niedrig wie heute war der effektive Steuersatz noch nie. Generell waren die Löhne auch nie so hoch wie heute. Was sich relativiert hat, ist der Abstand von Studierten zum Rest. Wozu soll man sich zehn Jahre extra ausbilden lassen, wenn der Mindestlohn für Unausgebildete schon so hoch ist? Ganz zu schweigen vom Bandarbeiter in den (staatlich zunehmend gestützten) industriellen Großkonzernen. In meiner Branche verlangen Steuerfachwirte jetzt schon Gehälter, die eigentlich Steuerberater kriegen.

Insgesamt ist es doch aber eher erfreulich, dass es uns so gut geht, dass wir jetzt damit anfangen können, weniger zu arbeiten. Ist übrigens auch bei technischen Entwicklungen so: erst wird Richtung Leistung optimiert, wenn die Leistung dann hoch genug ist, bemüht man sich, die Geräte bei gleicher Leistung immer kleiner zu machen.

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Absolut.
Das wird sich auf den Standort Deutschland sehr negativ auswirken, wenn sich Leistung als Angestellter nicht mehr auszahlt.

Entweder man erbt und kann sich ein Haus leisten.
Oder eben erbt nicht. Mehr Gas geben bei der Arbeit reicht bei den hohen Steuern trotzdem nicht für das Haus. Warum sich also den Stress machen .

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Lange Rede kurzer Sinn:
Durch die niedrigen Erhöhungen und dazu hohen Abgabenlast lohnt es sich einfach nicht da massiv Zeit zu investieren.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Zum Beispiel ne Airline kaufen und Steuergelder kassieren?

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Tu das Gegenteil von dem, was alle anderen für richtig halten.

Damit bin ich immer gut gefahren.

Niki Lauda

    1. Februar 1949 † 20. Mai 2019
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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Ist ein anderes Thema, aber ich finde, die Forderung nach bedingungslosem Grundeinkommen spiegelt das ganz gut wider. Die Leute wollen sich ein gutes Leben finanzieren können, mehr Geld zur Verfügung haben, ohne dafür umso härter (oder überhaupt) arbeiten oder gar Karriere machen zu müssen. Ziemlich unambitioniert, typisch linke Inhalte. Mal abgesehen davon, dass ich das BGE für absolut falsch halte, volkswirtschaftlich katastrophal, zeigt das ganz gut, wo die Gesellschaft steht.

Du hast dich noch nie ernsthaft mit dem BGE und den Leuten die das fordern auseinander gesetzt, oder?

Es gibt da zwei Gruppen:

  1. Diejenigen die mit ihrem aktuellen Job unglücklich sind, aber nicht etwa sich das Faulenzen wünschen, sondern in dem BGE die Möglichkeit sehen, dann den Job zu machen, häufig auch Selbstständigkeit, der sie wirklich erfüllt, den sie sich aber aktuell aus finanziellen Gründen und Gefahren nicht zu trauen, oder können, weil eigene Kinder etc... die fananziert werden müssen.

  2. Diejenigen die faktisch einfach in Zukunft keinen Job mehr haben werden, weil es für sie auf dem Arbeitsmarkt keine passenden Jobs mehr gibt. Die sitzen dann so oder so zu Hause, aber wenn sie finanziell am Existensminimum hängen, und der Anteil dieser Leute zu groß wird, wird das irgendwann zwangsläufig zu sozialen Unruhen führen. Außerdem, was glaubst du wie sich Menschen fühlen, die Minderqualifiziert sind und arbeiten wollen, aber einfach nichts mehr finden und dann auch noch kaum Geld zum Leben haben? Quasi Doppeltverlierer.

Denk mal über beide Gruppen nach.

Doch, hab mich damit tatsächlich schon intensiver befasst.

Für Gruppe 1 bringe ich gewissermaßen Verständnis auf, z. T. sogar großes. Aber unter 100, die es in Angriff nehmen, sind max. zehn, bei denen es langfristig zu etwas führt, die vorher schon einen guten Businessplan hatten und sich jetzt, ob der finanziellen Absicherung, trauen, ihn umzusetzen. Die Anderen führen utopische Ideen aus, kündigen spontan, um ihr Ziel der Schauspielkarriere o. ä. zu verfolgen, und liegen dem Staat langfristig bloß auf der Tasche.
Außerdem gäbe es dann zwar noch viel mehr erfolglose freie Künstler und Selbstständige, die chronisch kurz vor der Insolvenz stehen, dafür aber deutlich weniger 'kleine' Angestellte.

Und Zweitere halten den Laden nun mal am Laufen.
Zumal es Jobs gibt, die ohne den finanziellen Anreiz nicht oder kaum mehr erledigt werden würden. Und wer nun sagt, na gut, dann soll die eben keiner mehr machen, soll sich ja auch keiner zu irgendetwas gezwungen fühlen, dann ist das ja alles lieb und nett und freigeistig, aber geht eben an der Realität, dass in einer funktionierenden Betriebs- und Volkswirtschaft, öffentlichen Verwaltung etc. gewisse Jobs erledigt werden müssen, vorbei.

Für Gruppe 2 gibt's auch jetzt schon Sozialleistungen, die können wir meinetwegen gern ausbauen. Ich bin Fan des Sozialstaats, versteh mich nicht falsch, ich störe mich nur am "bedingungslos" in BGE, weil das m. E. viele schwerwiegend negative Effekte hätte.

Und du hast Gruppe 3 vergessen, diejenigen, die sich sagen, geil, dann geh ich erstmal in Teilzeit oder kündige gar ganz, weil es sich auch ohne Zuverdienste gut leben lässt. Ergo, sehr viel niedrigere Steuereinnahmen. Dann werden die Dummen, die trotzdem weiter in Vollzeit anspruchsvollen, gut bezahlten Jobs nachgehen, umso stärker besteuert werden müssen, um das BGE der anderen zu finanzieren. Macht das irgendjemand mit? Ganz sicher nicht. Die Leute werden en masse auswandern.

Ich bleibe dabei, trotz aller 'soften' Vorteile, höherer Zufriedenheit etc. pp.: unrealistisches und wahnwitziges Konzept, nicht praktikabel. Da sollte eher an anderen Schrauben gedreht werden.

Und zu Gruppe 3: Auch wenn es natürlich besser ankommt, die beiden anderen Gruppen zum Aushängeschild der 'Bewegung' zu machen, behaupte ich, dass dahinter v. a. Gruppe 3 steht, diejenigen, die weniger arbeiten oder spaßigere Tätigkeiten ausüben und trotzdem mindestens gleichbleibend verdienen wollen, und diejenigen, die zwar weiter ihrer Arbeit nachgehen würden, aber lieber noch mehr Geld zur Verfügung hätten. Mehr Geld ohne Gegenleistung, da bin ich doch dafür, das hätt ich gern. Ist eben das Mindset der Generation Y.

In der Menschheitsgeschichte gab es bereits mehrere Gesellschaften, die Dinge ähnlich dem BGE umgesetzt hatten. Allen gemeinsam ist, dass diese Gesellschaften in dem Zeitraum in dem diese Konzepte existierten Gesellschaftlich, Wissenschaftlich, etc... aufgeblüht sind. Keine davon ging wegen mangelnder Arbeitsmoral und Geldmangel zu Grunde, sondern weil sie von anderen erobert wurden oder an Seuche dahin rafften. Wer sich dafür interessiert, einfach mal etwas recherschieren.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

In der Menschheitsgeschichte gab es bereits mehrere Gesellschaften, die Dinge ähnlich dem BGE umgesetzt hatten. Allen gemeinsam ist, dass diese Gesellschaften in dem Zeitraum in dem diese Konzepte existierten Gesellschaftlich, Wissenschaftlich, etc... aufgeblüht sind. Keine davon ging wegen mangelnder Arbeitsmoral und Geldmangel zu Grunde, sondern weil sie von anderen erobert wurden oder an Seuche dahin rafften. Wer sich dafür interessiert, einfach mal etwas recherschieren.

Belege bitte. Du meinst nicht zufällig die UDSSR? ;-)

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Meines Wissens gibt es eine Reihe von Volkswirten, die sich mit der Finanzierungsfrage schon ausgiebig beschäftigt haben, und der Meinung sind, dass das auch langfristig, unter Berücksichtigung der ganzen Gesellschaftlichen Konsequenzen aus soetwas, finanzierbar wäre. Keine Ahnung ob das wirklich stimmt. Ich bin kein VWLler, aber da vertrau ich jetzt einfach mal auf die Expertenmeinung.

Wie bei den meisten Themen wird es auch eine Reihe von Experten geben, die anderer Meinung sind. Finnland hatte doch zuletzt einen Test gemacht und entschieden es nicht mehr weiter zu führen.

Ich bin da ehrlich gesagt auch etwas skeptisch, was das betrifft. Für Deutschland wird ja oft eine Summe zwischen 1000-1200 Euro als BGE genannt. Wenn man jetzt überlegt, dass jeder das bekommt (auch Kinder) Hat man bei einer 4-Köpfigen Familie schon 4 - 4,8k Netto monatlich. Wieso sollte da auch nur ein Elternteil noch arbeiten geht? Vorallem weil Arbeit dann ja noch höher besteuert werden müsste.
Finde man sollte eher das Sozial System vereinfachen und da vielleicht etwas Bürokratie rausnehmen. Wieso sollte man z.B. nachweisen, dass man sich ständig bewirbt? Als würde es so viel Leute geben, die freiwillig Hartz IV beziehen wollen.
Zudem sollte das Bafög System vereinfacht werden. Quasi Bafög für jeden.

Noch ein Punkt zum BGE: Wie könnte man verhindern, dass z.B. jemand im grenznahen Ausland eine günstige Wohnung anmietet, um einen Wohnsitz in Deutschland zu haben und somit das BGE abzukassieren?

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Das Problem ist auch da gilt der Juristenspruch "Drei Juristen - vier Meinungen" - ich kann jedes Modell durch die Wahl geeigneter Parameter entsprechend beeinflussen und den gewünschten Output erzeugen - nur haben Modelle gemeinhin wenig mit der Realität zu tun.

Das ist wie mit dem Kapitalismus und Kommunismus, rein vom Modell kommend ist der Kommunismus (in der reinen Lehrform) dem Kapitalismus defintiv überlegen, in der Praxis haben wir gelernt, dass der Kommunismus nicht funktioniert. Ähnlich wird sich das BGE verhalten , alle staatlichen Experimente hierzu waren ja nicht sonderlich erfolgreich.

Meines Wissens gibt es eine Reihe von Volkswirten, die sich mit der Finanzierungsfrage schon ausgiebig beschäftigt haben, und der Meinung sind, dass das auch langfristig, unter Berücksichtigung der ganzen Gesellschaftlichen Konsequenzen aus soetwas, finanzierbar wäre. Keine Ahnung ob das wirklich stimmt. Ich bin kein VWLler, aber da vertrau ich jetzt einfach mal auf die Expertenmeinung.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Ich weiß nicht wo du solche Infos her hast, aber die DDR, UDSSR, Nordkorea, Kuba sind/waren ja alles sehr erfolgreiche Länder und die die nicht mehr existieren wurden alle erobert - wer kennt ihn nicht den Deutschen Einigungskrieg 1990 (Achtung Ironie!!) durch den die höchst erfolgreiche DDR untergegangen ist.

In der Menschheitsgeschichte gab es bereits mehrere Gesellschaften, die Dinge ähnlich dem BGE umgesetzt hatten. Allen gemeinsam ist, dass diese Gesellschaften in dem Zeitraum in dem diese Konzepte existierten Gesellschaftlich, Wissenschaftlich, etc... aufgeblüht sind. Keine davon ging wegen mangelnder Arbeitsmoral und Geldmangel zu Grunde, sondern weil sie von anderen erobert wurden oder an Seuche dahin rafften. Wer sich dafür interessiert, einfach mal etwas recherschieren.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Ist ein anderes Thema, aber ich finde, die Forderung nach bedingungslosem Grundeinkommen spiegelt das ganz gut wider. Die Leute wollen sich ein gutes Leben finanzieren können, mehr Geld zur Verfügung haben, ohne dafür umso härter (oder überhaupt) arbeiten oder gar Karriere machen zu müssen. Ziemlich unambitioniert, typisch linke Inhalte. Mal abgesehen davon, dass ich das BGE für absolut falsch halte, volkswirtschaftlich katastrophal, zeigt das ganz gut, wo die Gesellschaft steht.

BGE muss keine linke Träumerei sein - das hängt von der Ausgestaltung des Konzeptes ab. Ich denke, dass es unfair ist, dass jemand, der nie Geld gespart hat, Anspruch auf Hartz 4 hat, wenn er seinen Job verliert - egal wie unfähig er sich dabei angestellt hat. Wer hingegen Ersparnisse hat und bewusst ein Jahr frei nimmt, um sich z.B. fortzubilden, der hat keinen Anspruch auf diese staatliche Unterstützung. Würde er aber sein Geld verfeieren, den Chef beschimpfen und seinen Job verlieren...

...plötzlich hat er wieder einen Hartz4-Anspruch.

Wer wenig verdient und immer mit einem Bein in der Arbeitslosigkeit steht, wäre im aktuellen System blöd, wenn er etwas von seinem Verdienst spart, da ihm das bei Arbeitslosigkeit seinen Hartz4-Anspruch gefährdet.

Das System schafft falsche Anreize, weil finanzielle Bedürftigkeit zur Bedingung der finanziellen Unterstützung gemacht wird. Der Sparer sollte von seinem Ersparten profitieren können, der vorausschauende sollte seine berufliche "Auszeit" konstruktiv nutzen dürfen. Hartz4 ist ein "BGE für Unselbständige", ich möchte lieber ein "BGE für alle".

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Lies mal bitte meinen Beitrag nochmal. Du hast da wohl was missverstanden. Klar gibt es einen abnehmenden Grenzertrag. Das war schon immer so. Du solltest aber nicht die Augen davor verschließen, was du dir so ganz selbstverständlich mit deiner Durchschnittskarriere leisten kannst, was in vorherigen Gesellschaften schon als großer Wohlstand galt. Es waren und werden nie alle reich sein. Sorgen hat man übrigens unabhängig von Einkommen und Vermögen immer, weil das einfach in unserer menschlichen Natur liegt. Das kann man nur durch die eigene Einstellung beeinflussen.

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Ob der Steuersatz früher niedriger war und die Gehälter ebenso spielt für mich aber absolut keine Rolle.

Für mich ist es in der aktuellen Situation einfach so das alles was über die Basics hinaus geht so teuer bezahlt werden muss (Immobilie/"besseres" Auto etc) das sich der Aufwand auf keinen Fall lohnt.

5 Jahre Überstunden schieben und 110% geben damit man dann 15k Brutto im Jahr mehr hat?
Das sind bei der Progression keine 600 Euro im Monat.
Da kann ich mir in München dann 60 statt 40qm leisten... Ja wow dafür lohnt es sich ja wirklich. /s

Wir sind jetzt ganz verwegen und holen uns für die hypotetische kleine Familie einen Touran, da sind wir direkt gute 40k los. Glückwunsch, die nächsten 6 Jahre ist die Gehaltserhöhung schon verplant.
Aber dafür hast ja nur 50h die Woche gemacht und darfst es weiter machen.

Alternativ:
Ein altes Auto fahren und mit 35h/40h die Woche auskommen, der Gehaltsunterschied wird ja dardurch bereits aufgefressen.

Warum sollte man sich also rein hängen wenn es nur einen minimalen Benefit hat?

Dazu kommt Vetternwirtschaft, Beförderungen für die Quote, Entlassungen, Kurzarbeit ect.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Ich habs schon richtig verstanden....
Ich behaupte auch keinesfalls dass es schlecht wäre, ich vertrete nur die These das sich die Karriereambitionen nicht auszahlen.
Das dieser Wohlstand füher (bzw. eig. ja heute auch noch) keinesfalls selbstverständlich ist, ist mir durchaus klar.

Nur in der aktuellen Situation (zumindest meiner) lohnt sich ein mehr an Leistung eben nicht mehr.

Das sieht natürlich ganz anders aus wenn man von 24k brutto im Jahr auf 36k hoch kommt, da hat man natürlich mehr Lebensqualität.

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Lies mal bitte meinen Beitrag nochmal. Du hast da wohl was missverstanden. Klar gibt es einen abnehmenden Grenzertrag. Das war schon immer so. Du solltest aber nicht die Augen davor verschließen, was du dir so ganz selbstverständlich mit deiner Durchschnittskarriere leisten kannst, was in vorherigen Gesellschaften schon als großer Wohlstand galt. Es waren und werden nie alle reich sein. Sorgen hat man übrigens unabhängig von Einkommen und Vermögen immer, weil das einfach in unserer menschlichen Natur liegt. Das kann man nur durch die eigene Einstellung beeinflussen.

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Ob der Steuersatz früher niedriger war und die Gehälter ebenso spielt für mich aber absolut keine Rolle.

Für mich ist es in der aktuellen Situation einfach so das alles was über die Basics hinaus geht so teuer bezahlt werden muss (Immobilie/"besseres" Auto etc) das sich der Aufwand auf keinen Fall lohnt.

5 Jahre Überstunden schieben und 110% geben damit man dann 15k Brutto im Jahr mehr hat?
Das sind bei der Progression keine 600 Euro im Monat.
Da kann ich mir in München dann 60 statt 40qm leisten... Ja wow dafür lohnt es sich ja wirklich. /s

Wir sind jetzt ganz verwegen und holen uns für die hypotetische kleine Familie einen Touran, da sind wir direkt gute 40k los. Glückwunsch, die nächsten 6 Jahre ist die Gehaltserhöhung schon verplant.
Aber dafür hast ja nur 50h die Woche gemacht und darfst es weiter machen.

Alternativ:
Ein altes Auto fahren und mit 35h/40h die Woche auskommen, der Gehaltsunterschied wird ja dardurch bereits aufgefressen.

Warum sollte man sich also rein hängen wenn es nur einen minimalen Benefit hat?

Dazu kommt Vetternwirtschaft, Beförderungen für die Quote, Entlassungen, Kurzarbeit ect.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

In der Menschheitsgeschichte gab es bereits mehrere Gesellschaften, die Dinge ähnlich dem BGE umgesetzt hatten. Allen gemeinsam ist, dass diese Gesellschaften in dem Zeitraum in dem diese Konzepte existierten Gesellschaftlich, Wissenschaftlich, etc... aufgeblüht sind. Keine davon ging wegen mangelnder Arbeitsmoral und Geldmangel zu Grunde, sondern weil sie von anderen erobert wurden oder an Seuche dahin rafften. Wer sich dafür interessiert, einfach mal etwas recherschieren.

Belege bitte. Du meinst nicht zufällig die UDSSR? ;-)

Nein, deutlich ältere Gesellschaften aus der Antike.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Hi,

das ist schon mal eine sehr reflektierte Einstellung für 21. Ich selbst habe BSc / MSc WING studiert und muss sagen, dass ich die Karriere im Schweinesystem ziemlich kritisch sehe.

Auch wenn es hier vielleicht nicht viele hören wollen, aber:
Unsere auf stetiges Wachstum ausgelegte Ökonomie muss früher oder später in den ökologische und sozialen Kollaps führen. Auch wenn man sich manch einen grünen Kapitalismus herbei fantasieren - es kann und wird nicht funktionieren.

Begründung:
Durch permanenten Konkurrenzdruck wird sowohl die Produktivität permanent gesteigert als auch die Exploration in neue Märkte. Da wir mittlerweile globalisiert sind, sind im Prinzip keine neuen Märkte mehr da. Und die Produktivität kann man sich am besten in den Automobilindustrie anschauen. Wurden 1950 noch 10.577.426 KFZ produziert sind es 2017 schon fast 10x so viele, nämlich 97.302.534.

Der ständige Innovations- und Produktivitätszwang führt dazu, dass die Grenzkosten immer mehr fallen, dass also die Herstellung immer komplexerer Waren immer billiger wird. D.h. aufgrund steigender Produktivität müssen die Unternehmen immer mehr Produkte verkaufen, da deren "innerer Wert" tendenziell fällt - sie also über Skalteneffekte, neue Technologieeinsatt usw. immer billiger werden. Wir MÜSSEN also immer mehr verkaufen, bei gesättigten Märkten wird somit der Preiskampf und Konkurrenzdruck immer größer. Das führt zu einer immer stärkeren Pauperisierung und Prekarisierung der Bevölkerung, bis hin zur absoluten systemseitigen (!) Überflüssigkeit.

Die Coronakrise - die sich bei uns erst nach dem Auslaufen des Kurzarbeitergeldes und der Insolvenzverschleppung bemerkbar machen wird - wird mEn als Katalysator für rechtsradikale Kräfte fungieren und diese wahrscheinlich noch verstärken. Man vergleiche nur die Wahlergebnisse der NSDAP mit der ökonomischen Entwicklung in ehemaligen Weimarer Republik.

Darüber hinaus werden weder die CO2-Emmssionen noch die sonstige Umweltzerstörung im großen Stile reduziert werden können. In 5 Jahren sagt der Chef der WHO, werden wir wohl regelmäßg über 1,5°C das Klima aufheizen. Ich tippe darauf, dass wir bis 2100 bei 3° bis 6° herauskommen, was zu einem Kollaps der Volkswirtschaften führen würde. Wrsl werden wir das schon wesentlich eher (wohl 2040 bis 2060 rum) erreicht haben. Grund: Die signifikant ansteigenden Extremwetterereignisse werden derart große volkswirtschaftliche Schäden anrichten, dass die Staaten immer mehr mit sich selbst beschäftigt sein werden. Protektionismus wird noch mehr zunehmen. Außerdem werden wir mit massiven Missernten zu kämpfen haben und natürlich mit dem schlichten Fakt, dass auch stark bevölkerte Küstenregionen in Europa (Holland, London, Hamburg...) derartig oft unter Wasser gesetzt werden, dass eine stabile Infrastruktur nicht mehr möglich ist.

Die Weltgemeinschaft wird zerfallen, das Ende der Zivilisation wie wir sie kennen, stünde bevor.

Einzige Möglichkeit: Exit! Raus aus dem Ausbeutungs- und Weltvernichtungssystem. Es muss eine Gemeinwohlökonomie errichtet werden. Kein Mensch braucht Privat Jets, Yachten, Einen Privat-Pool oder zwei PKW in der Garage. Wir müssen nicht jeden Tag Fleisch essen oder jährlich nach Thailand, Mallorca oder Bali fliegen.

Das mal als Kernbotschaft ;-)

Es tut mir leid, dass manche Menschen schon mit so jungen Jahren gestorben sind und als Z*mbies weiterleben. Was ich hier im Thread gesehen habe, macht mir mittlerweile Angst...

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Ich weiß nicht wo du solche Infos her hast, aber die DDR, UDSSR, Nordkorea, Kuba sind/waren ja alles sehr erfolgreiche Länder und die die nicht mehr existieren wurden alle erobert - wer kennt ihn nicht den Deutschen Einigungskrieg 1990 (Achtung Ironie!!) durch den die höchst erfolgreiche DDR untergegangen ist.

In der Menschheitsgeschichte gab es bereits mehrere Gesellschaften, die Dinge ähnlich dem BGE umgesetzt hatten. Allen gemeinsam ist, dass diese Gesellschaften in dem Zeitraum in dem diese Konzepte existierten Gesellschaftlich, Wissenschaftlich, etc... aufgeblüht sind. Keine davon ging wegen mangelnder Arbeitsmoral und Geldmangel zu Grunde, sondern weil sie von anderen erobert wurden oder an Seuche dahin rafften. Wer sich dafür interessiert, einfach mal etwas recherschieren.

Ich spreche hier nicht von Kommunistischen Systemen der Neuzeit, sondern von Antiken Gesellschaften, die nichts mit dem heutigen Kommunismus Begriff gemeinsam hatten.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Die Weltgemeinschaft wird zerfallen, das Ende der Zivilisation wie wir sie kennen, stünde bevor.

Und so sprach Johannes: "Es kommt Finsternis über das Reich des Tiers. Die Menschen bekommen Angst, trotzdem lassen sie nicht von ihrem Treiben ab."
"Tod, Trauer, Hunger und Feuer kommen über die Stadt. Sie muss Prunk und Luxus gegen Qual und Trauer eintauschen."

Es ist zwar wieder hip den Weltuntergang zu prophezeien, aber mit solchen Prognosen war das immer schon so eine Sache. Die sind bisher allesamt nicht eingetreten. Aber ja ich weiß heute ist alles anders und es ist ja die Wissenschaft und so, schon klar. Die Leugner und Skeptiker sind natürlich allesamt Ungläubie und es gibt nur die eine wahre Lehre. Aber kein Problem wir können uns bald sicher mit Geld der Sünde entledigen.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Dann gib doch die konkreten Beispiele. Abgesehen davon sonderlich erfolgreich können sie nicht gewesen sein, da sie sonst überlebt hätten - überlegene Systeme setzen sich ja durch.

Ich spreche hier nicht von Kommunistischen Systemen der Neuzeit, sondern von Antiken Gesellschaften, die nichts mit dem heutigen Kommunismus Begriff gemeinsam hatten.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Ich spreche hier nicht von Kommunistischen Systemen der Neuzeit, sondern von Antiken Gesellschaften, die nichts mit dem heutigen Kommunismus Begriff gemeinsam hatten.

Dann nenne doch bitte die Gesellschaften. Den Vergleich will ich echt mal sehen. So ziemlich jede Antike Gesellschaft bestand zu 90% aus Bauern und/oder war stark von Sklaven abhängig.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Meines Wissens gibt es eine Reihe von Volkswirten, die sich mit der Finanzierungsfrage schon ausgiebig beschäftigt haben, und der Meinung sind, dass das auch langfristig, unter Berücksichtigung der ganzen Gesellschaftlichen Konsequenzen aus soetwas, finanzierbar wäre. Keine Ahnung ob das wirklich stimmt. Ich bin kein VWLler, aber da vertrau ich jetzt einfach mal auf die Expertenmeinung.

Wie bei den meisten Themen wird es auch eine Reihe von Experten geben, die anderer Meinung sind. Finnland hatte doch zuletzt einen Test gemacht und entschieden es nicht mehr weiter zu führen.

Ich bin da ehrlich gesagt auch etwas skeptisch, was das betrifft. Für Deutschland wird ja oft eine Summe zwischen 1000-1200 Euro als BGE genannt. Wenn man jetzt überlegt, dass jeder das bekommt (auch Kinder) Hat man bei einer 4-Köpfigen Familie schon 4 - 4,8k Netto monatlich. Wieso sollte da auch nur ein Elternteil noch arbeiten geht? Vorallem weil Arbeit dann ja noch höher besteuert werden müsste.
Finde man sollte eher das Sozial System vereinfachen und da vielleicht etwas Bürokratie rausnehmen. Wieso sollte man z.B. nachweisen, dass man sich ständig bewirbt? Als würde es so viel Leute geben, die freiwillig Hartz IV beziehen wollen.
Zudem sollte das Bafög System vereinfacht werden. Quasi Bafög für jeden.

Noch ein Punkt zum BGE: Wie könnte man verhindern, dass z.B. jemand im grenznahen Ausland eine günstige Wohnung anmietet, um einen Wohnsitz in Deutschland zu haben und somit das BGE abzukassieren?

Ob Kinder im Fall der Fälle ein BGE erhalten sollten, ist ja auch wieder ein sehr kritischer Punkt. M. E. wäre das fatal, denn es gäbe sicherlich Leute, die Kinderkriegen daraufhin zum Geschäftsmodell erklären würden. Das mögen vergleichsweise wenige sein, aber es gäbe sie definitiv. Und jedes Kind, das aus monetären Gründen in diese Welt gesetzt werden würde, wäre eines zu viel. Denn irgendwann stellen die Leute fest, dass Kinder nicht nur Geld einbringen, sondern auch Arbeit machen, und dass sie ihre Kinder nicht so sehr lieben, als dass sie sie auch ohne finanziellen Anreiz hätten haben wollen. Und dass es zur guten Mutter/Vater mehr braucht als die finanziellen Ressourcen. Zum Schutz der (noch ungeborenen) Kinder vor derartigem Missbrauch dürften sie also eigentlich nicht BGE-berechtigt sein.

Zum Sozialsystem: Ich denke, dass man das (weniger Regularien) so pauschal nicht fordern kann. Die Hartz IV-Beziehenden mögen sie als Psychoterror empfinden, trotzdem sind sie notwendig, um den Sozialstaat vor Missbrauch zu schützen (auch hier: natürlich sind längst nicht alle derjenigen, die es in Anspruch nehmen oder in Anspruch nehmen wollen, "Sozialschmarotzer", und viele würden es lieber nicht benötigen müssen, aber es gibt auch genügend, die sich damit einen faulen Lenz machen oder machen würden, wenn sie könnten). Und, so hart das auch klingen mag, ich denke tatsächlich auch, dass die grundsätzliche Stigmatisierung von z. B. Hartz IV bestehen bleiben muss. In dem Sinne, als dass so ein gewisser Druck ausgeübt wird, arbeiten gehen zu wollen. Bei stigmatafreiem BGE und dem Trend zur Selbstverwirklichung bei bester WLB wäre Arbeitslosigkeit, überspitzt formuliert, en vogue oder zumindest gesellschaftlich voll akzeptiert. Schwierig.

Und zu deiner Frage bzgl. Grenzen/Ausländer: den Gedanken spinne ich mal weiter, wie viele Menschen würden wohl plötzlich nach Deutschland einwandern wollen, einzig des BGE wegen? Das wären dann aber keine qualifizierten Fachkräfte, denn für die würde es sich aufgrund der höheren Steuerlast wohl kaum rentieren, sondern eben solche, die hier das BGE abgreifen wollen.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Ist ein anderes Thema, aber ich finde, die Forderung nach bedingungslosem Grundeinkommen spiegelt das ganz gut wider. Die Leute wollen sich ein gutes Leben finanzieren können, mehr Geld zur Verfügung haben, ohne dafür umso härter (oder überhaupt) arbeiten oder gar Karriere machen zu müssen. Ziemlich unambitioniert, typisch linke Inhalte. Mal abgesehen davon, dass ich das BGE für absolut falsch halte, volkswirtschaftlich katastrophal, zeigt das ganz gut, wo die Gesellschaft steht.

BGE muss keine linke Träumerei sein - das hängt von der Ausgestaltung des Konzeptes ab. Ich denke, dass es unfair ist, dass jemand, der nie Geld gespart hat, Anspruch auf Hartz 4 hat, wenn er seinen Job verliert - egal wie unfähig er sich dabei angestellt hat. Wer hingegen Ersparnisse hat und bewusst ein Jahr frei nimmt, um sich z.B. fortzubilden, der hat keinen Anspruch auf diese staatliche Unterstützung. Würde er aber sein Geld verfeieren, den Chef beschimpfen und seinen Job verlieren...

...plötzlich hat er wieder einen Hartz4-Anspruch.

Wer wenig verdient und immer mit einem Bein in der Arbeitslosigkeit steht, wäre im aktuellen System blöd, wenn er etwas von seinem Verdienst spart, da ihm das bei Arbeitslosigkeit seinen Hartz4-Anspruch gefährdet.

Das System schafft falsche Anreize, weil finanzielle Bedürftigkeit zur Bedingung der finanziellen Unterstützung gemacht wird. Der Sparer sollte von seinem Ersparten profitieren können, der vorausschauende sollte seine berufliche "Auszeit" konstruktiv nutzen dürfen. Hartz4 ist ein "BGE für Unselbständige", ich möchte lieber ein "BGE für alle".

Klar, das leuchtet ein. Wärst du also für ein BGE oder wünschst du dir 'lediglich' eine Reform des Sozialstaats, der jeweiligen Bedingungen, dahingehend, dass hier tatsächliche Gleichberechtigung vorherrscht? Zweiteres scheint mir eine absolut legitime Forderung zu sein.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Die Weltgemeinschaft wird zerfallen, das Ende der Zivilisation wie wir sie kennen, stünde bevor.

Und so sprach Johannes: "Es kommt Finsternis über das Reich des Tiers. Die Menschen bekommen Angst, trotzdem lassen sie nicht von ihrem Treiben ab."
"Tod, Trauer, Hunger und Feuer kommen über die Stadt. Sie muss Prunk und Luxus gegen Qual und Trauer eintauschen."

Es ist zwar wieder hip den Weltuntergang zu prophezeien, aber mit solchen Prognosen war das immer schon so eine Sache. Die sind bisher allesamt nicht eingetreten. Aber ja ich weiß heute ist alles anders und es ist ja die Wissenschaft und so, schon klar. Die Leugner und Skeptiker sind natürlich allesamt Ungläubie und es gibt nur die eine wahre Lehre. Aber kein Problem wir können uns bald sicher mit Geld der Sünde entledigen.

"Aber ja ich weiß heute ist alles anders und es ist ja die Wissenschaft und so, schon klar. Die Leugner und Skeptiker sind natürlich allesamt Ungläubige und es gibt nur die eine wahre Lehre." - nur zum Verständnis: leugnest du hier gerade den menschengemachten Klimawandel? Zumal Wissenschaft doch wenig mit Glauben zu tun hat ("Ungläubige"), dafür umso mehr mit fundiertem Wissen oder zumindest entsprechend begründeten Annahmen.

antworten
WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Die Weltgemeinschaft wird zerfallen, das Ende der Zivilisation wie wir sie kennen, stünde bevor.

Und so sprach Johannes: "Es kommt Finsternis über das Reich des Tiers. Die Menschen bekommen Angst, trotzdem lassen sie nicht von ihrem Treiben ab."
"Tod, Trauer, Hunger und Feuer kommen über die Stadt. Sie muss Prunk und Luxus gegen Qual und Trauer eintauschen."

Es ist zwar wieder hip den Weltuntergang zu prophezeien, aber mit solchen Prognosen war das immer schon so eine Sache. Die sind bisher allesamt nicht eingetreten. Aber ja ich weiß heute ist alles anders und es ist ja die Wissenschaft und so, schon klar. Die Leugner und Skeptiker sind natürlich allesamt Ungläubie und es gibt nur die eine wahre Lehre. Aber kein Problem wir können uns bald sicher mit Geld der Sünde entledigen.

Die ökonomischen und ökologischen Fakten sprechen halt eine eindeutige Sprache. Die "fetten" Jahre sind spätestens seit 2000 vorbei.

Alleine schon das globale Verhältnis von Wertschöpfung und BIP ist ein Witz:

85 Billionen Dollar BIP zu 250 Billionen Dollar Schulden!

Und Corona wird es nur verschlimmern. Wie viele Produkte müssten wir - bei fallenden Preisen - denn noch herstellen, damit wir "schuldenfrei" sind? 3 Jahre müsste die Welt nur für die Schuldentilgung arbeiten - ohne Konsum, ohne Investitionen etc... Und die Schulden werden niemals beglichen werden - bis irgendwann das Kartenhaus zusammen klappen muss.

Was heute die VWLer sind waren bei den Inkas und Azteken die Sternseher und Schamanen. Stimmt - deren Kultur ist ja auch nicht untergegangen ;-) Die Römer ja auch nicht - und die Osterinsulaner, die ihren blödsinnigen Ahnenkult in Stein verewigt und aufgrund des Ressourcenverbrauch ebenfalls von der Bildfläche verschwunden sind, ja auch nicht...

Entweder das ökonomische oder das ökologische System WIRD kollabieren. Dass ich mit der Aussage in einem WiWi-Forum auf nicht all zu viel positive Reaktionen stoße, war mir schon klar. Aber ab und zu sollte man es mal provieren ;-)

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Die Weltgemeinschaft wird zerfallen, das Ende der Zivilisation wie wir sie kennen, stünde bevor.

Und so sprach Johannes: "Es kommt Finsternis über das Reich des Tiers. Die Menschen bekommen Angst, trotzdem lassen sie nicht von ihrem Treiben ab."
"Tod, Trauer, Hunger und Feuer kommen über die Stadt. Sie muss Prunk und Luxus gegen Qual und Trauer eintauschen."

Es ist zwar wieder hip den Weltuntergang zu prophezeien, aber mit solchen Prognosen war das immer schon so eine Sache. Die sind bisher allesamt nicht eingetreten. Aber ja ich weiß heute ist alles anders und es ist ja die Wissenschaft und so, schon klar. Die Leugner und Skeptiker sind natürlich allesamt Ungläubie und es gibt nur die eine wahre Lehre. Aber kein Problem wir können uns bald sicher mit Geld der Sünde entledigen.

Die ökonomischen und ökologischen Fakten sprechen halt eine eindeutige Sprache. Die "fetten" Jahre sind spätestens seit 2000 vorbei.

Alleine schon das globale Verhältnis von Wertschöpfung und BIP ist ein Witz:

85 Billionen Dollar BIP zu 250 Billionen Dollar Schulden!

Und Corona wird es nur verschlimmern. Wie viele Produkte müssten wir - bei fallenden Preisen - denn noch herstellen, damit wir "schuldenfrei" sind? 3 Jahre müsste die Welt nur für die Schuldentilgung arbeiten - ohne Konsum, ohne Investitionen etc... Und die Schulden werden niemals beglichen werden - bis irgendwann das Kartenhaus zusammen klappen muss.

Was heute die VWLer sind waren bei den Inkas und Azteken die Sternseher und Schamanen. Stimmt - deren Kultur ist ja auch nicht untergegangen ;-) Die Römer ja auch nicht - und die Osterinsulaner, die ihren blödsinnigen Ahnenkult in Stein verewigt und aufgrund des Ressourcenverbrauch ebenfalls von der Bildfläche verschwunden sind, ja auch nicht...

Entweder das ökonomische oder das ökologische System WIRD kollabieren. Dass ich mit der Aussage in einem WiWi-Forum auf nicht all zu viel positive Reaktionen stoße, war mir schon klar. Aber ab und zu sollte man es mal provieren ;-)

Die Schulden kannst so nicht gegeneinander stellen, da die meisten Glaeubiger woanders Schuldner sind.

Das VWLer Schamanen sind ist auch eine starke Aussage. VWL regieren nicht, das sind gewaehlte Politiker. Die entscheiden was gemacht wird. Viele VWLer haben vor der Euro Einfuehrung gewarnt, viele auch geraten Griechenland aus der Eurozone rauszuschmeissen. Ebenso gibt es viele VWL, die stark dafuer sind Ressourcen und Verbrauch besser zu bepreisen. Und jetzt?

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Ich bin mit Aussagen wie "Leistung lohnt sich nicht" immer vorsichtig. Auch wenn ich verstehe, das die Abgabenlast besonders bei höheren Einkommen viel Geld frisst, ist die Erwartungshaltung der Menschen hier das eigentliche Problem.
Neben einer oft falschen Selbstwahrnehmung, was die eigene Leistungsfähigkeit betrifft, erwarten die Leute bei 110% Leistung oft 300% Output. Dein Beispiel mit dem neuen Touran beschreibt es ganz gut. Ein Neuwagen kostet gerne mal 30-50% mehr als ein Gebrauchtwagen, trotzdem präsentierst du es als absolut unzureichendes Ergebnis.

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Ich habs schon richtig verstanden....
Ich behaupte auch keinesfalls dass es schlecht wäre, ich vertrete nur die These das sich die Karriereambitionen nicht auszahlen.
Das dieser Wohlstand füher (bzw. eig. ja heute auch noch) keinesfalls selbstverständlich ist, ist mir durchaus klar.

Nur in der aktuellen Situation (zumindest meiner) lohnt sich ein mehr an Leistung eben nicht mehr.

Das sieht natürlich ganz anders aus wenn man von 24k brutto im Jahr auf 36k hoch kommt, da hat man natürlich mehr Lebensqualität.

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Lies mal bitte meinen Beitrag nochmal. Du hast da wohl was missverstanden. Klar gibt es einen abnehmenden Grenzertrag. Das war schon immer so. Du solltest aber nicht die Augen davor verschließen, was du dir so ganz selbstverständlich mit deiner Durchschnittskarriere leisten kannst, was in vorherigen Gesellschaften schon als großer Wohlstand galt. Es waren und werden nie alle reich sein. Sorgen hat man übrigens unabhängig von Einkommen und Vermögen immer, weil das einfach in unserer menschlichen Natur liegt. Das kann man nur durch die eigene Einstellung beeinflussen.

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Ob der Steuersatz früher niedriger war und die Gehälter ebenso spielt für mich aber absolut keine Rolle.

Für mich ist es in der aktuellen Situation einfach so das alles was über die Basics hinaus geht so teuer bezahlt werden muss (Immobilie/"besseres" Auto etc) das sich der Aufwand auf keinen Fall lohnt.

5 Jahre Überstunden schieben und 110% geben damit man dann 15k Brutto im Jahr mehr hat?
Das sind bei der Progression keine 600 Euro im Monat.
Da kann ich mir in München dann 60 statt 40qm leisten... Ja wow dafür lohnt es sich ja wirklich. /s

Wir sind jetzt ganz verwegen und holen uns für die hypotetische kleine Familie einen Touran, da sind wir direkt gute 40k los. Glückwunsch, die nächsten 6 Jahre ist die Gehaltserhöhung schon verplant.
Aber dafür hast ja nur 50h die Woche gemacht und darfst es weiter machen.

Alternativ:
Ein altes Auto fahren und mit 35h/40h die Woche auskommen, der Gehaltsunterschied wird ja dardurch bereits aufgefressen.

Warum sollte man sich also rein hängen wenn es nur einen minimalen Benefit hat?

Dazu kommt Vetternwirtschaft, Beförderungen für die Quote, Entlassungen, Kurzarbeit ect.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

nur zum Verständnis: leugnest du hier gerade den menschengemachten Klimawandel? Zumal Wissenschaft doch wenig mit Glauben zu tun hat ("Ungläubige"), dafür umso mehr mit fundiertem Wissen oder zumindest entsprechend begründeten Annahmen.

Nein das tue ich nicht, ich glaube nur nicht an den Weltuntergang, der damit angeblich einhergehen soll.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Die Airline ist er kurz vor seinem Tod am Krankenbett (und vor Corona) noch zu guten Preisen - glücklich für seine Erben - losgeworden.

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Zum Beispiel ne Airline kaufen und Steuergelder kassieren?

Tu das Gegenteil von dem, was alle anderen für richtig halten.

Damit bin ich immer gut gefahren.

Niki Lauda

    1. Februar 1949 † 20. Mai 2019
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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Die so-genannte Wohlstandsgesellschaft stirbt derzeit sowieso aus, da der Grundpfeiler des deutschen Wohlstands, die Industrie, nicht mehr kompetitiv ist. Das was in Italien in den 70ern der Fall war, ist jetzt in Deutschland der Fall. Und an Italien sehen wir recht gut, wie wir enden werden.

Das soll keine Apokalypse-Rede sein, sondern das sind recht nüchtern betrachtet schon oft beobachtete ökonomische Entwicklungen, die langsam aber stetig vor sich gehen. Dank Corona nun einfach beschleunigt.

Zyklus-Antizyklus: 50 Jahre hieß es schaffe schaffe Häusle baue, dann hieß es "chill dein Leben und sei nachhaltig", und in den nächsten Jahren heißt es wieder "schaffe schaffe Wohnung kaufe", da der Wohlfahrtsstaat natürlich mit der Wirtschaft gemeinsam abbauen wird.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Die Weltgemeinschaft wird zerfallen, das Ende der Zivilisation wie wir sie kennen, stünde bevor.

Und so sprach Johannes: "Es kommt Finsternis über das Reich des Tiers. Die Menschen bekommen Angst, trotzdem lassen sie nicht von ihrem Treiben ab."
"Tod, Trauer, Hunger und Feuer kommen über die Stadt. Sie muss Prunk und Luxus gegen Qual und Trauer eintauschen."

Es ist zwar wieder hip den Weltuntergang zu prophezeien, aber mit solchen Prognosen war das immer schon so eine Sache. Die sind bisher allesamt nicht eingetreten. Aber ja ich weiß heute ist alles anders und es ist ja die Wissenschaft und so, schon klar. Die Leugner und Skeptiker sind natürlich allesamt Ungläubie und es gibt nur die eine wahre Lehre. Aber kein Problem wir können uns bald sicher mit Geld der Sünde entledigen.

Die ökonomischen und ökologischen Fakten sprechen halt eine eindeutige Sprache. Die "fetten" Jahre sind spätestens seit 2000 vorbei.

Alleine schon das globale Verhältnis von Wertschöpfung und BIP ist ein Witz:

85 Billionen Dollar BIP zu 250 Billionen Dollar Schulden!

Und Corona wird es nur verschlimmern. Wie viele Produkte müssten wir - bei fallenden Preisen - denn noch herstellen, damit wir "schuldenfrei" sind? 3 Jahre müsste die Welt nur für die Schuldentilgung arbeiten - ohne Konsum, ohne Investitionen etc... Und die Schulden werden niemals beglichen werden - bis irgendwann das Kartenhaus zusammen klappen muss.

Sämtliche Schulden sind auch Guthaben in der Gegenposition. Außerdem gibt es aus den letzten Jahrhunderten geschaffene Assets mit einem deutlich größeren Wert als einem Jahres-BIP.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Klar, das leuchtet ein. Wärst du also für ein BGE oder wünschst du dir 'lediglich' eine Reform des Sozialstaats, der jeweiligen Bedingungen, dahingehend, dass hier tatsächliche Gleichberechtigung vorherrscht? Zweiteres scheint mir eine absolut legitime Forderung zu sein.

Mir geht es um das Ziel, nicht das Mittel es zu erreichen. Also ja, eine Reform ist auch okay.
Ob man BGE als linke oder liberale Zielsetzung sieht, hängt davon ab, ob man "bedingungslos" mit "leistungslos" gleichsetzt (das gibt es schon, nämlich Hartz4) oder mit "unabhängig von Vermögen, Leistungsfähigkeit und Motiven des Empfängers".

Aus meiner Sicht legt der Staat aktuell zu viel wert darauf mit dem Zeigefinger streng vor Menschen zu wackeln, die vielleicht gar nicht arbeiten wollen.
Wenn sie nicht wollen, dann werden sie aber nie wirklich zum Nettosteuereinzahler werden, bestenfalls zum Aufstocker. Positive Anreize für Motivierte halten wir für sinnvoller als negative Strafen für Unmotivierte.

Also ja: Meinetwegen auch einfach reformieren.

antworten
WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Ich bin mit Aussagen wie "Leistung lohnt sich nicht" immer vorsichtig. Auch wenn ich verstehe, das die Abgabenlast besonders bei höheren Einkommen viel Geld frisst, ist die Erwartungshaltung der Menschen hier das eigentliche Problem.
Neben einer oft falschen Selbstwahrnehmung, was die eigene Leistungsfähigkeit betrifft, erwarten die Leute bei 110% Leistung oft 300% Output. Dein Beispiel mit dem neuen Touran beschreibt es ganz gut. Ein Neuwagen kostet gerne mal 30-50% mehr als ein Gebrauchtwagen, trotzdem präsentierst du es als absolut unzureichendes Ergebnis.

Leistung lohnt sich nicht richtig(!!)

Ich sage ja dass man sich lieber einen gebrauchten holt, aber wenn ich das mache muss ich in der Arbeit auch nicht vollgas geben.
Dieses "mehr" was man selbst reinstecken muss, steht in keine Verhältnis zu dem was man dafür bekommt.

Siehe Krankenschwester vs Big4
Wer da immer signifikant mehr verdienen will muss eben 4 Tage die Woche Reisen und 50h+ arbeiten.
Klar der Unterschied zwischen der Schwester und dem SM ist riesig, aber da kommt ja auch nicht jeder hin...

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Ihr habt aber schon verstanden dass das BGE extrem schlecht für die untere Schicht ausgeht oder?

Dann gibt es keine anderen Sozialversicherungen mehr.
Da darf dann jeder seine PV, KV etc selbst bezahlen, viel spaß das bei 1k im Monat zu stemmen.

antworten
WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Kurz zum BGE über Probleme, die ich sehe:

  • Thema Schwarzarbeit: Gerade in unteren Einkommensregionen (speziell Gastro, Bau etc.) ist es schon jetzt reizvoller, sein Geld "auf die Hand" zu bekommen. Das BGE würde diese Kombi nicht unerheblich attraktiver machen. Schon jetzt ist die Kombi HartzIV (dank der Benefits Kinder, GEZ-Befreiung, Vergünstigungen für ÖPNV und Freizeiteinrichtungen usw.) und Schwarzarbeit lohnenswerter als eine schlecht bezahlte volle Stelle

  • Thema Integration: Gerade Zuwanderer mit antiquiertem Familienbild verstehen es wenig, dass eine Frau arbeiten oder sich bilden muss. Mit BGE und entsprechendem Aufenthaltstitel fehlt dann schlicht die Motivation, aus der Rolle "Hausfrau und Mutter" auszubrechen.

  • Thema Finanzierung: Es gibt immer noch kein valides Konzept zur Finanzierung. Man behauptet immer, dass die Einsparungen der Bürokratie soviel bringen würde. Mag sein, dass da gespart wird, aber es kompensiert in keiner Weise die explodierenden Kosten.

-Thema Arbeitsplätze und Inflation: Bei vielen Verfechter des BGS herrscht die Vorstellung, dass die Arbeit künftig die Arbeit fast nur noch von Maschinen erledigt wird. Es fallen Berufe weg, ja, es entstehen aber auch neue., Zudem werden manche Berufes schlicht nicht von Maschinen erledigt werden können - Krankenpfleger, Altenpflege, Lehrer etc. -also alles mit sozialer und kreativer Komponente. Es finden sich schon jetzt zu wenige, die beriet sind, in die Pflege zu gehen. Das wird mit BGE noch deutlich schlechter. Ergo werden die Löhne für alle ungeliebten, aber nötigen Tätigkeiten steigen müssen. Das Geld wird so massiv entwertet und die kolportierten 1000 Euro bieten in kurzer Zeit eine deutlich reduzierte Kaufkraft.

Das BGE ist eine Utopie für eine Welt von Menschen, die alle zum gemeinsamen Handeln bereit wären. Da Menschen aber verschieden sind, wird das Modell scheitern.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 11.09.2020:

Kurz zum BGE über Probleme, die ich sehe:

  • Thema Schwarzarbeit: Gerade in unteren Einkommensregionen (speziell Gastro, Bau etc.) ist es schon jetzt reizvoller, sein Geld "auf die Hand" zu bekommen. Das BGE würde diese Kombi nicht unerheblich attraktiver machen. Schon jetzt ist die Kombi HartzIV (dank der Benefits Kinder, GEZ-Befreiung, Vergünstigungen für ÖPNV und Freizeiteinrichtungen usw.) und Schwarzarbeit lohnenswerter als eine schlecht bezahlte volle Stelle

Bei diesem Punkt verstehe ich nicht warum der gegen das BGE sein sollte. Solche Probleme wird es, egal mit welchem Sozialsystem/Model, immer geben.

  • Thema Integration: Gerade Zuwanderer mit antiquiertem Familienbild verstehen es wenig, dass eine Frau arbeiten oder sich bilden muss. Mit BGE und entsprechendem Aufenthaltstitel fehlt dann schlicht die Motivation, aus der Rolle "Hausfrau und Mutter" auszubrechen.

  • Thema Finanzierung: Es gibt immer noch kein valides Konzept zur Finanzierung. Man behauptet immer, dass die Einsparungen der Bürokratie soviel bringen würde. Mag sein, dass da gespart wird, aber es kompensiert in keiner Weise die explodierenden Kosten.

-Thema Arbeitsplätze und Inflation: Bei vielen Verfechter des BGS herrscht die Vorstellung, dass die Arbeit künftig die Arbeit fast nur noch von Maschinen erledigt wird. Es fallen Berufe weg, ja, es entstehen aber auch neue., Zudem werden manche Berufes schlicht nicht von Maschinen erledigt werden können - Krankenpfleger, Altenpflege, Lehrer etc. -also alles mit sozialer und kreativer Komponente. Es finden sich schon jetzt zu wenige, die beriet sind, in die Pflege zu gehen. Das wird mit BGE noch deutlich schlechter. Ergo werden die Löhne für alle ungeliebten, aber nötigen Tätigkeiten steigen müssen. Das Geld wird so massiv entwertet und die kolportierten 1000 Euro bieten in kurzer Zeit eine deutlich reduzierte Kaufkraft.

Es stimmt, es werden vermutlich auch neue Berufe entsehen. Nur werden

  1. Diese eine höhere Qualifizierung vorraussetzen, als die jetzigen Berufe, die dann wegfallen und somit Bildungsferne Schichten immer mehr abhängen und
  2. Vermutlich weniger Arbeitsplätze neu entstehen, als weg fallen werden.

Das BGE ist eine Utopie für eine Welt von Menschen, die alle zum gemeinsamen Handeln bereit wären. Da Menschen aber verschieden sind, wird das Modell scheitern.

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WiWi Gast

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WiWi Gast schrieb am 11.09.2020:

Ihr habt aber schon verstanden dass das BGE extrem schlecht für die untere Schicht ausgeht oder?

Dann gibt es keine anderen Sozialversicherungen mehr.
Da darf dann jeder seine PV, KV etc selbst bezahlen, viel spaß das bei 1k im Monat zu stemmen.

Das käme doch ganz auf's Modell an. Es gibt die Idee, dass das ausgezahlte BGE etwas geringer ausfällt (ca. 1.200€), dafür aber Sozialversicherungsbeiträge bereits abgegangen sind. Oder es fällt höher aus (ca. 1.500€), dafür werden die Beiträge selbstständig beglichen. So oder so soll der Betrag aber ein "menschenwürdiges" Leben ermöglichen (find's übrigens immer wieder witzig, wenn Hartz IV-Sätze als nicht menschenwürdig angeprangert werden, während die meisten Studenten – z. T. ohne jede Unterstützung vom Staat – unterhalb der offiziellen Armutsgrenze leben müssen).

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Mir geht es um das Ziel, nicht das Mittel es zu erreichen. Also ja, eine Reform ist auch okay.
Ob man BGE als linke oder liberale Zielsetzung sieht, hängt davon ab, ob man "bedingungslos" mit "leistungslos" gleichsetzt (das gibt es schon, nämlich Hartz4) oder mit "unabhängig von Vermögen, Leistungsfähigkeit und Motiven des Empfängers".

Aus meiner Sicht legt der Staat aktuell zu viel wert darauf mit dem Zeigefinger streng vor Menschen zu wackeln, die vielleicht gar nicht arbeiten wollen.
Wenn sie nicht wollen, dann werden sie aber nie wirklich zum Nettosteuereinzahler werden, bestenfalls zum Aufstocker. Positive Anreize für Motivierte halten wir für sinnvoller als negative Strafen für Unmotivierte.

Also ja: Meinetwegen auch einfach reformieren.

Ersteres ist ein sehr interessanter Punkt – bzgl. links/liberal. So hatte ich das noch nicht betrachtet.

Bzgl. der positiven Anreize für Motivierte: d. h. höhere (moderate) Grenzen für Zuverdienste/hart Erspartes (in moderater Höhe) nicht als Hinderungsgrund, ALG II beziehen zu dürfen? Finde ich sehr gut.
Geht ja auch in eine ähnliche Richtung wie BAföG für alle: Mein alleinerziehender Vater arbeitet seit eh und je sehr hart und spart für seine drei Kinder, auch, um uns als Halbwaisen abzusichern, falls ihm etwas zustößt. Dank seines Gehalts und seiner Ersparnisse bin ich aber nicht BAföG-berechtigt. Ärgert mich schon ziemlich.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 11.09.2020:

Kurz zum BGE über Probleme, die ich sehe:

  • Thema Schwarzarbeit: Gerade in unteren Einkommensregionen (speziell Gastro, Bau etc.) ist es schon jetzt reizvoller, sein Geld "auf die Hand" zu bekommen. Das BGE würde diese Kombi nicht unerheblich attraktiver machen. Schon jetzt ist die Kombi HartzIV (dank der Benefits Kinder, GEZ-Befreiung, Vergünstigungen für ÖPNV und Freizeiteinrichtungen usw.) und Schwarzarbeit lohnenswerter als eine schlecht bezahlte volle Stelle

Bei diesem Punkt verstehe ich nicht warum der gegen das BGE sein sollte. Solche Probleme wird es, egal mit welchem Sozialsystem/Model, immer geben.

Angenommen, alle Steuersätze würden angehoben, nicht nur der Höchststeuersatz, dann lohnt es sich umso mehr, 'kleine' Arbeiten schwarz zu verrichten. Soll nicht heißen, dass es erst dadurch zum Problem werden würde, es würde sich aber ggf. verschlimmern. Ich glaube nämlich nicht, dass sich diejenigen sagen, so, aus Dankbarkeit für das BGE, das mir die Anderen mit ihrer Arbeit finanzieren, beteilige ich mich nun mit (höheren) Steuerabgaben - nee, der Mensch ist gierig, und es soll sich ja v. a. für ihn selbst lohnen, trotz BGE zu arbeiten.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 11.09.2020:

Angenommen, alle Steuersätze würden angehoben, nicht nur der Höchststeuersatz, dann lohnt es sich umso mehr, 'kleine' Arbeiten schwarz zu verrichten. Soll nicht heißen, dass es erst dadurch zum Problem werden würde, es würde sich aber ggf. verschlimmern. Ich glaube nämlich nicht, dass sich diejenigen sagen, so, aus Dankbarkeit für das BGE, das mir die Anderen mit ihrer Arbeit finanzieren, beteilige ich mich nun mit (höheren) Steuerabgaben - nee, der Mensch ist gierig, und es soll sich ja v. a. für ihn selbst lohnen, trotz BGE zu arbeiten.

Das Einkommensteuersystem ist auch so ein Relikt, das dringend reformiert werden muss.

Macht eine Maschine die Arbeit, kann ich die Aufwendungen absetzen und werde steuerlich begünstigt. Macht ein Mensch hingegen die Arbeit muss ich sein Bruttogehalt so erhöhen, dass er netto ein akzeptables Gehalt bekommt, menschliche Arbeit wird also steuerlich unattraktiver gemacht.

Zugleich jammert die Politik, wenn zur Effizienzsteigerung automatisiert wird und Arbeitsplätze verloren gehen.
Dann stellt doch mal Einkommen bis 100.000 € steuerfrei und erhöht stattdessen Unternehmenssteuern, Umweltsteuern (z.B. CO2) und USt.

...und nebenbei wird Schwarzarbeit irrelevant, weil es eh steuerfrei ist.
Dazu noch ein BGE statt Rente und Arbeitslosengeld und auch das Thema "fehlender Rentenanspruch bei Schwarzarbeit" hat sich erledigt.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Die Maschine entsteht aber auch nicht aus dem Nichts, sondern wird zum Beispiel von einem Dritten an dich verkauft. Und ja, der Dritte will auch, dass du ihm auf den Veräußerungsgewinn entfallenden Steuern mitvergütest. Es kommt also auf das gleiche hinaus.

WiWi Gast schrieb am 11.09.2020:

WiWi Gast schrieb am 11.09.2020:

Angenommen, alle Steuersätze würden angehoben, nicht nur der Höchststeuersatz, dann lohnt es sich umso mehr, 'kleine' Arbeiten schwarz zu verrichten. Soll nicht heißen, dass es erst dadurch zum Problem werden würde, es würde sich aber ggf. verschlimmern. Ich glaube nämlich nicht, dass sich diejenigen sagen, so, aus Dankbarkeit für das BGE, das mir die Anderen mit ihrer Arbeit finanzieren, beteilige ich mich nun mit (höheren) Steuerabgaben - nee, der Mensch ist gierig, und es soll sich ja v. a. für ihn selbst lohnen, trotz BGE zu arbeiten.

Das Einkommensteuersystem ist auch so ein Relikt, das dringend reformiert werden muss.

Macht eine Maschine die Arbeit, kann ich die Aufwendungen absetzen und werde steuerlich begünstigt. Macht ein Mensch hingegen die Arbeit muss ich sein Bruttogehalt so erhöhen, dass er netto ein akzeptables Gehalt bekommt, menschliche Arbeit wird also steuerlich unattraktiver gemacht.

Zugleich jammert die Politik, wenn zur Effizienzsteigerung automatisiert wird und Arbeitsplätze verloren gehen.
Dann stellt doch mal Einkommen bis 100.000 € steuerfrei und erhöht stattdessen Unternehmenssteuern, Umweltsteuern (z.B. CO2) und USt.

...und nebenbei wird Schwarzarbeit irrelevant, weil es eh steuerfrei ist.
Dazu noch ein BGE statt Rente und Arbeitslosengeld und auch das Thema "fehlender Rentenanspruch bei Schwarzarbeit" hat sich erledigt.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 11.09.2020:

Die Maschine entsteht aber auch nicht aus dem Nichts, sondern wird zum Beispiel von einem Dritten an dich verkauft. Und ja, der Dritte will auch, dass du ihm auf den Veräußerungsgewinn entfallenden Steuern mitvergütest. Es kommt also auf das gleiche hinaus.

Es geht mir ja eben gerade nicht darum, wer am Ende wie viel Geld in der Tasche hat. Kein Steuersystem ist eine Geldvermehrungsmaschine. Es geht um spieltheoretische Überlegungen, welches Verhalten in verschiedenen Systemen lohnenswert ist - also andersrum: Welche Anreize schaffen verschiedene Systeme der Besteuerung und Umverteilung.

Wenn aktuell ein Hartz4-Empfänger in eine besonders günstige Gegend zieht, besonders sparsam lebt und es schafft Geld zur Seite zu legen... dann droht er seine Bedürftigkeit und somit seinen Hartz4-Anspruch zu verlieren. Dasselbe gilt auch bei Bafög-Empfängern. Das ist doch destruktiv.

Und wenn ich überlege ein Unternehmen zu gründen, dass personalintensive Dienstleistungen anbietet, dann lass ich es lieber bleiben, denn Personal ist u.a. aufgrund von Steuern und Sozialabgaben sauteuer.

An allen Ecken des Steuersystems sehe ich, dass der Staat den Fleißigen und/oder sparsamen Unterstützungen entzieht und Belastungen auferlegt. Das ist schon irgendwo auch klar und alternativlos, denn wer auch sonst. Wer sich nicht einmal selbst versorgen kann, kann natürlich den Staat nicht finanzieren.

Ich denke dann nur eben: Wenn der Fleißige selbst mal um Unterstützung bittet, dann sollte er sie auch erhalten - und nicht erst, wenn er bis zu seiner Bedürftigkeit im Stich gelassen wurde. Das Steuersystem sollte frühzeitig unterstützenswerte Initiative unterstützen.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Würde auch einigen VP zustimmen - gefühlt geht der Trend eher gegen Karriere, etc.

Was ich so mitbekomme (zugegeben, IGM Unternehmen in einer Region, welche stark durch große IGMler/alle anderen geprägt oder ggf. auch gespalten ist):

  • Aussagen, die (gerade zum Berufseinstieg) Leistungsbereitschaft eher vermissen lassen: Termine ab 16 Uhr wenn ich abwesend eingetragen habe, sowas fange ich gar nicht erst an."
  • Keiner würde freiwillig 40h machen wollen (Für 14% mehr Geld?)
  • Für Karriereambitionen wird man tlw. schräg angeschaut
  • Sehr frühes (frühe 20er) meckern über "die da oben"
  • Totaler Freizeitfokus (nicht schlimm, aber eben extrem): Am besten 28h statt 35h, Freitags um 12 Feierabend, etc.

Und auch sonst sind viele in meinem Umfeld eher weniger bemüht. Die meisten haben ihren Job nach dem Studium und sind zufrieden, einige wenige sind in UB oder großen Konzernen gelandet und warten gierig auf die nächste Beförderung/Auslandsrotation, etc.

Viele erben ein Haus (eher ländlich), sehen also auch gar keinen Drang, dahingehend was zu machen.

Tatsächlich habe ich beim Öffnen des Threads auch eher gedacht, dass es in diese Richtung geht..

Ich muss sagen, dass ich mit mitterweile Mitte 30 genau in diese Kategorie falle. Meine Freundin ist Lehrerin und ich Ingenieur. Zusammen kommen wir auf gut 6.000 Netto bei ner moderaten Arbeitsbelastung (37h, real eher 25, Freitag ab 12 Feierabend, 36 Tagen Urlaub, Top Gleitzeit). Wir beide sind quasi nicht materialistisch. Unsere Autos sind >16 Jahre alt, wohnen zur Miete. Technik ist mal gerne 5-10 Jahre alt, dann wird was neues angeschafft, was auch mal Geld kosten darf. Urlaub wird Backpacking oder pauschal gemacht oder kostenlos bei Bekannten / Familie.

Hier mal 4 Gegenbeispiele aus meinem Umfeld:

  1. Bruder und Schwägerin: Beide Berufsabschluss, 2 Studienabschlüsse (Ing + Logistik) + Ing.-Promotion. Beide arbeiten real zwischen min 50, eher 55, bis zu 60 Stunden die Woche. Zeit für privates muss quasi gesucht werden. Für Kinder ist keine Zeit. Von der Lebensqualität haben sie fast das gleiche wie wir, da sie im Osten sind und in relativ schlecht zahlenden Branchen sind (Schiff / Logistik). Toll.

  2. Mein ehemaliger Chef (150.000 - 180.000) und mein neuer Chef (120.000 - 150.000) als technischer Standortleiter:
    Reale Arbeitszeit >55 Stunden und den ganzen Tag nur Stress in Sandwichposition. Haben beide n Haus auf dem Land was sie dann in ihrer Freizeit auch noch bewirtschaften dürfen. Toll.

  3. Mein mittlerweile verstorbener Vater (5.500 Netto): Chefingenieur auf Schiffen, war >35 Jahre lang auf hoher See (6 Monate See, 2 zu Hause), hat quasi nichts von der Familie / Freunden / seinem Geld gehabt. Hobbys gab es quasi keine. Toll.

Ich könnte noch deutlich mehr Beispiele nennen, aber sie haben es eigentlich immer gemein, dass sie extrem viel gearbeitet haben, aber im Grunde trotzdem nichts davon haben / hatten. Jeder € den man mehr verdient geht zu 50% an Abgaben drauf. Toll.

Erst am Donnerstag wurde mir n Job angeboten: All-in, 80.000 Jahresgehalt, 38 Stundenwoche (Vertrag), 45-50 (real) + Bereitsschaftsdienste am Wochenende, Umzug ins Niemandsland, keine sozialen Beziehungen usw. Warum sollte ich mir das antun? Für 800€ netto mehr?! Hab dann direkt abgesagt. Danke, kein Interesse.

antworten
WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Arbeite Freiberuflich. Da ich dank besonderer Spezialisierung sehr hohe Studentsätze verlangen kann (besser als die ganzen Berater hier) und gleichzeitig absolut kein Konsummensch bin, habe ich mit wenigen Wochen im Jahr mein komplettes Mindeseinkommen für das Jahr zusammen um auf plus minus Null zu kommen. Noch zwei, drei weitere Arbeitswochen on the top und ich hab nach zwei Monaten Arbeitszeit, den Rest des Jahres mit Luxus (für meine Verhältnisse) zusammen.

Ich persönlich genieße meine Freiheit in dem ich meinen Hobbies nachgehen und gerne auch irgendwas Bildungstechnisches mache, wie Fremdsprachen lernen und so. Wüsste nicht warum ich mir full time, das ganze Jahr, und das jedes Jahr, die Arbeit an tun sollte, wenn ich eh nichts davon habe, weil ich einfach kein echtes Konsumbedürfnis habe. Soll ich mir ständig einen neuen Laptop oder Smartphone kaufen? Ich finde nicht.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 12.09.2020:

Die Maschine entsteht aber auch nicht aus dem Nichts, sondern wird zum Beispiel von einem Dritten an dich verkauft. Und ja, der Dritte will auch, dass du ihm auf den Veräußerungsgewinn entfallenden Steuern mitvergütest. Es kommt also auf das gleiche hinaus.

Es geht mir ja eben gerade nicht darum, wer am Ende wie viel Geld in der Tasche hat. Kein Steuersystem ist eine Geldvermehrungsmaschine. Es geht um spieltheoretische Überlegungen, welches Verhalten in verschiedenen Systemen lohnenswert ist - also andersrum: Welche Anreize schaffen verschiedene Systeme der Besteuerung und Umverteilung.

Wenn aktuell ein Hartz4-Empfänger in eine besonders günstige Gegend zieht, besonders sparsam lebt und es schafft Geld zur Seite zu legen... dann droht er seine Bedürftigkeit und somit seinen Hartz4-Anspruch zu verlieren. Dasselbe gilt auch bei Bafög-Empfängern. Das ist doch destruktiv.

Und wenn ich überlege ein Unternehmen zu gründen, dass personalintensive Dienstleistungen anbietet, dann lass ich es lieber bleiben, denn Personal ist u.a. aufgrund von Steuern und Sozialabgaben sauteuer.

An allen Ecken des Steuersystems sehe ich, dass der Staat den Fleißigen und/oder sparsamen Unterstützungen entzieht und Belastungen auferlegt. Das ist schon irgendwo auch klar und alternativlos, denn wer auch sonst. Wer sich nicht einmal selbst versorgen kann, kann natürlich den Staat nicht finanzieren.

Ich denke dann nur eben: Wenn der Fleißige selbst mal um Unterstützung bittet, dann sollte er sie auch erhalten - und nicht erst, wenn er bis zu seiner Bedürftigkeit im Stich gelassen wurde. Das Steuersystem sollte frühzeitig unterstützenswerte Initiative unterstützen.

Das Problem sind *unsere* Linken, die in jedem, der es wagt, vernünftig mit Geld umzugehen, einen neoliberalen Raubtierkapitalisten sehen, der zu Tode besteuert werden muss. Beispiel gefördertes Wohnen: Bist du bitterarm, hast du ein Anrecht auf eine finanzierbare Wohnung. Dann ist es ein Menschenrecht. Aber wage es ja und verdiene einen Euro mehr, dann musst du schön selbst zurechtkommen, du Bonze. Das Menschenrecht ist verwirkt.

In Skandinavien ist die Sichtweise z.B. eine ganz andere, und dort wird auch deutlich früher mit staatlichen Unterstützungsleistungen angesetzt. Netto hat die Mittelschicht dort trotz höherer Steuern mehr vom Staat.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 12.09.2020:

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020:

Würde auch einigen VP zustimmen - gefühlt geht der Trend eher gegen Karriere, etc.

Was ich so mitbekomme (zugegeben, IGM Unternehmen in einer Region, welche stark durch große IGMler/alle anderen geprägt oder ggf. auch gespalten ist):

  • Aussagen, die (gerade zum Berufseinstieg) Leistungsbereitschaft eher vermissen lassen: Termine ab 16 Uhr wenn ich abwesend eingetragen habe, sowas fange ich gar nicht erst an."
  • Keiner würde freiwillig 40h machen wollen (Für 14% mehr Geld?)
  • Für Karriereambitionen wird man tlw. schräg angeschaut
  • Sehr frühes (frühe 20er) meckern über "die da oben"
  • Totaler Freizeitfokus (nicht schlimm, aber eben extrem): Am besten 28h statt 35h, Freitags um 12 Feierabend, etc.

Und auch sonst sind viele in meinem Umfeld eher weniger bemüht. Die meisten haben ihren Job nach dem Studium und sind zufrieden, einige wenige sind in UB oder großen Konzernen gelandet und warten gierig auf die nächste Beförderung/Auslandsrotation, etc.

Viele erben ein Haus (eher ländlich), sehen also auch gar keinen Drang, dahingehend was zu machen.

Tatsächlich habe ich beim Öffnen des Threads auch eher gedacht, dass es in diese Richtung geht..

Ich muss sagen, dass ich mit mitterweile Mitte 30 genau in diese Kategorie falle. Meine Freundin ist Lehrerin und ich Ingenieur. Zusammen kommen wir auf gut 6.000 Netto bei ner moderaten Arbeitsbelastung (37h, real eher 25, Freitag ab 12 Feierabend, 36 Tagen Urlaub, Top Gleitzeit). Wir beide sind quasi nicht materialistisch. Unsere Autos sind >16 Jahre alt, wohnen zur Miete. Technik ist mal gerne 5-10 Jahre alt, dann wird was neues angeschafft, was auch mal Geld kosten darf. Urlaub wird Backpacking oder pauschal gemacht oder kostenlos bei Bekannten / Familie.

Hier mal 4 Gegenbeispiele aus meinem Umfeld:

  1. Bruder und Schwägerin: Beide Berufsabschluss, 2 Studienabschlüsse (Ing + Logistik) + Ing.-Promotion. Beide arbeiten real zwischen min 50, eher 55, bis zu 60 Stunden die Woche. Zeit für privates muss quasi gesucht werden. Für Kinder ist keine Zeit. Von der Lebensqualität haben sie fast das gleiche wie wir, da sie im Osten sind und in relativ schlecht zahlenden Branchen sind (Schiff / Logistik). Toll.

  2. Mein ehemaliger Chef (150.000 - 180.000) und mein neuer Chef (120.000 - 150.000) als technischer Standortleiter:
    Reale Arbeitszeit >55 Stunden und den ganzen Tag nur Stress in Sandwichposition. Haben beide n Haus auf dem Land was sie dann in ihrer Freizeit auch noch bewirtschaften dürfen. Toll.

  3. Mein mittlerweile verstorbener Vater (5.500 Netto): Chefingenieur auf Schiffen, war >35 Jahre lang auf hoher See (6 Monate See, 2 zu Hause), hat quasi nichts von der Familie / Freunden / seinem Geld gehabt. Hobbys gab es quasi keine. Toll.

Ich könnte noch deutlich mehr Beispiele nennen, aber sie haben es eigentlich immer gemein, dass sie extrem viel gearbeitet haben, aber im Grunde trotzdem nichts davon haben / hatten. Jeder € den man mehr verdient geht zu 50% an Abgaben drauf. Toll.

Erst am Donnerstag wurde mir n Job angeboten: All-in, 80.000 Jahresgehalt, 38 Stundenwoche (Vertrag), 45-50 (real) + Bereitsschaftsdienste am Wochenende, Umzug ins Niemandsland, keine sozialen Beziehungen usw. Warum sollte ich mir das antun? Für 800€ netto mehr?! Hab dann direkt abgesagt. Danke, kein Interesse.

Sind alles treffende Beispiele, danke dir dafür. Das Angebot abzuschlagen ist vermutlich auch richtig - mit 6k Netto lebt ihr natürlich auch schon recht gut.

Wovor ich eben "Angst" habe, ist, dass es so bleibt, also: Am Ende bist du 50, auf der gleichen Position, und der andere ist dann eben nicht mehr bei 80k, sondern (im Extremfall) um 250k, kann dank Betriebsrente eher raus, etc. Ich will nicht sagen, dass Letzteres die Regel ist, aber mir graut es davor, es nicht versucht zu haben (mir geht es offensichtlich auch etwas ums Ego, aber das kommt ggf. im Alter noch. Bin jetzt 2,5 Jahre im Beruf und die erste TL im IGM ist in Aussicht gestellt).

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 11.09.2020:

Ich bin mit Aussagen wie "Leistung lohnt sich nicht" immer vorsichtig. Auch wenn ich verstehe, das die Abgabenlast besonders bei höheren Einkommen viel Geld frisst, ist die Erwartungshaltung der Menschen hier das eigentliche Problem.
Neben einer oft falschen Selbstwahrnehmung, was die eigene Leistungsfähigkeit betrifft, erwarten die Leute bei 110% Leistung oft 300% Output. Dein Beispiel mit dem neuen Touran beschreibt es ganz gut. Ein Neuwagen kostet gerne mal 30-50% mehr als ein Gebrauchtwagen, trotzdem präsentierst du es als absolut unzureichendes Ergebnis.

Leistung lohnt sich nicht richtig(!!)

Ich sage ja dass man sich lieber einen gebrauchten holt, aber wenn ich das mache muss ich in der Arbeit auch nicht vollgas geben.
Dieses "mehr" was man selbst reinstecken muss, steht in keine Verhältnis zu dem was man dafür bekommt.

Siehe Krankenschwester vs Big4
Wer da immer signifikant mehr verdienen will muss eben 4 Tage die Woche Reisen und 50h+ arbeiten.
Klar der Unterschied zwischen der Schwester und dem SM ist riesig, aber da kommt ja auch nicht jeder hin...

Ob die Krankenschwester wirklich der Preis/Leistungssieger ist, würde ich zumindest für diskutabel halten.
Ich habe die Erfahrung gemacht das insbesondere Niedrig Lohn Jobs auch richtige Knochen Jobs sind aber gut, eigentlich will ich diese Diskussion nicht unbedingt auf machen.
Auch ein 50h Job ist in reiner Zeit aber eben auch nur 25% Mehrarbeit als ein 40h Job, das heißt der Output kann auch höchstens 25% höher sein. Das entspricht in dem Unterschied zwischen einem sehr guten Gebrauchtwagen und einem Neuwagen, das Verhältnis passt. Auch Reisen werden entsprechend vergütet.
Das mag jetzt hart klingen aber Arbeitseinsatz allein reicht nicht um reich zu werden und es steht sicher nicht der Grenzsteuersatz zwischen dir und deinen Wünschen.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Ich bin jetzt auch an einem Punkt, wo ich eigentlich mit meiner "Karierre" durch bin. Großer Konzern in sehr sicherer Branche. Bei 38 Std. dieses Jahr ~94.000 €. Das reicht mir mehr als locker und mehr Geld würde es nicht besser machen.
Allein wenn ich sehe, was mein Chef für einen Stress hat für vielleicht knapp 2000€ mehr, denk ich mir: Nein, danke!
Aber letztendlich muss das jeder selber wissen. Gibt sicherlich auch viele, die daran einfach Spaß haben, was natürlich völlig ok ist!

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Mit Lohnarbeit kann man nicht reich werden. Punkt.

Dieser sowohl im linken als auch rechten politischen Spektrum geführte Klassenkampf zwischen Niedriglohn-Arbeitersklave und Hochlohn-Arbeitersklave, der buchstäblich die gesamte Steuerlast trägt, ist so lächerlich und letztlich nur im Interesse der Vermögenseliten, die ihr Vermögen steuerfrei erhöhen ohne auch nur einen Finger dafür krumm machen zu müssen.

antworten
WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 12.09.2020:

Mit Lohnarbeit kann man nicht reich werden. Punkt.

Dieser sowohl im linken als auch rechten politischen Spektrum geführte Klassenkampf zwischen Niedriglohn-Arbeitersklave und Hochlohn-Arbeitersklave, der buchstäblich die gesamte Steuerlast trägt, ist so lächerlich und letztlich nur im Interesse der Vermögenseliten, die ihr Vermögen steuerfrei erhöhen ohne auch nur einen Finger dafür krumm machen zu müssen.

Hier wurden schon 12k netto mehr als irrelevant beschrieben und "bringt nichts".

Wenn man das 40 Jahre lang spart und mit 3% über Inflation anlegen kann, ist man bei 900k. Das ist zumindest genug, dass man einen entspannten Lebensabend haben wird. Das reicht mir persönlich völlig.

antworten
WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Das Problem bei all diesen Überlegungen: Die Vermögens- und Einkommenseliten, sowie tw. auch Unternehmen sind nunmal mobiler als der normale Lohnsklave. Sag zum Konzern, dich werd ich zukünftig höher besteuern...das nächste Werk wird sicher nicht in Deutschland gebaut. Versuche die Reichen höher zu besteuern, ziehen sie halt in ein anderes Land.

antworten
WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 13.09.2020:

Das Problem bei all diesen Überlegungen: Die Vermögens- und Einkommenseliten, sowie tw. auch Unternehmen sind nunmal mobiler als der normale Lohnsklave. Sag zum Konzern, dich werd ich zukünftig höher besteuern...das nächste Werk wird sicher nicht in Deutschland gebaut. Versuche die Reichen höher zu besteuern, ziehen sie halt in ein anderes Land.

Halte ich für ein Gerücht. Natürlich sind die reichen Eliten mobiler und der ein oder andere wandert aus, in Summe wird die Elite aber nicht geschlossen das Land verlassen da hier, im Gegensatz zu Unternehmen, auch emotionale Komponenten wirken.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 13.09.2020:

Das Problem bei all diesen Überlegungen: Die Vermögens- und Einkommenseliten, sowie tw. auch Unternehmen sind nunmal mobiler als der normale Lohnsklave. Sag zum Konzern, dich werd ich zukünftig höher besteuern...das nächste Werk wird sicher nicht in Deutschland gebaut. Versuche die Reichen höher zu besteuern, ziehen sie halt in ein anderes Land.

Nachtrag, eine Quellensteuer auf bspw. Kapitalerträge wäre es zudem egal wo der Begünstigte seinen Sitz hat.

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Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 13.09.2020:

Mit Lohnarbeit kann man nicht reich werden. Punkt.

Dieser sowohl im linken als auch rechten politischen Spektrum geführte Klassenkampf zwischen Niedriglohn-Arbeitersklave und Hochlohn-Arbeitersklave, der buchstäblich die gesamte Steuerlast trägt, ist so lächerlich und letztlich nur im Interesse der Vermögenseliten, die ihr Vermögen steuerfrei erhöhen ohne auch nur einen Finger dafür krumm machen zu müssen.

Hier wurden schon 12k netto mehr als irrelevant beschrieben und "bringt nichts".

Wenn man das 40 Jahre lang spart und mit 3% über Inflation anlegen kann, ist man bei 900k. Das ist zumindest genug, dass man einen entspannten Lebensabend haben wird. Das reicht mir persönlich völlig.

In diesem Beitrag finde ich, ist die Krux begraben.

Du sagst, du verdienst 12k mehr und kannst dir einen "entspannten" Lebensabend geben.
Ich kenne mehrere Fälle von Arbeitstieren, die immer konstant ihre 55 - 60h gearbeitet haben d.h. von 8:00 - 20:00 - 21:00. Zwei davon sind mit 55 verstorben. Deren Gehalt brachte Ihnen genau 0 - gar nichts.

Somit weniger an die Zukunft denken, mehr im Jetzt leben und das Leben genießen mit all seinen Vorzügen.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 12.09.2020:

Beispiel gefördertes Wohnen: Bist du bitterarm, hast du ein Anrecht auf eine finanzierbare Wohnung. Dann ist es ein Menschenrecht. Aber wage es ja und verdiene einen Euro mehr, dann musst du schön selbst zurechtkommen, du Bonze. Das Menschenrecht ist verwirkt.

Guter Punkt. Wenn ich dann die Forderung höre, für Neubauten sollten (mehr) Sozialwohnungen vorgeschrieben werden, fühle ich mich echt verarscht. Statt dankbar zu sein, dass denjenigen überhaupt eine Wohnung bezahlt wird, soll es auch direkt der Neubau sein, am besten noch schön zentral gelegen. Arbeitest du aber hart für dein Geld, kommst du als Mieter der schönen Wohnung X leider pauschal nicht infrage, da du sie dir ja nicht vom Staat finanzieren lässt. Gerade in Städten mit entsprechendem Wohnungsmarkt, wo auch Selbstzahler hart um Wohnungen konkurrieren, einfach nicht fair.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 13.09.2020:

WiWi Gast schrieb am 12.09.2020:

Beispiel gefördertes Wohnen: Bist du bitterarm, hast du ein Anrecht auf eine finanzierbare Wohnung. Dann ist es ein Menschenrecht. Aber wage es ja und verdiene einen Euro mehr, dann musst du schön selbst zurechtkommen, du Bonze. Das Menschenrecht ist verwirkt.

Guter Punkt. Wenn ich dann die Forderung höre, für Neubauten sollten (mehr) Sozialwohnungen vorgeschrieben werden, fühle ich mich echt verarscht. Statt dankbar zu sein, dass denjenigen überhaupt eine Wohnung bezahlt wird, soll es auch direkt der Neubau sein, am besten noch schön zentral gelegen. Arbeitest du aber hart für dein Geld, kommst du als Mieter der schönen Wohnung X leider pauschal nicht infrage, da du sie dir ja nicht vom Staat finanzieren lässt. Gerade in Städten mit entsprechendem Wohnungsmarkt, wo auch Selbstzahler hart um Wohnungen konkurrieren, einfach nicht fair.

Was ihr jammert und euch einen Kopf macht...und das noch um die Ärmsten, der Ärmsten...was kümmert euch das? Weil eure Steuergelder dafür "verpulvert" werden

Macht's euch doch einfach

Arbeitet weniger/ garnicht
Fahrt weniger in den Urlaub
Wohnt nicht zentral
Wohnt nicht in übergroßen Wohnungen, dessen Großteil nicht genutzt wird
Konsumiert weniger
Kleineres Auto

Aber Ego, Selbstzweck, Status und Prestige scheint größer und wichtiger zu sein. Ihr entscheidet doch...immer dieses Rumgejammer über Dritte.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 12.09.2020:

Sind alles treffende Beispiele, danke dir dafür. Das Angebot abzuschlagen ist vermutlich auch richtig - mit 6k Netto lebt ihr natürlich auch schon recht gut.

Wovor ich eben "Angst" habe, ist, dass es so bleibt, also: Am Ende bist du 50, auf der gleichen Position, und der andere ist dann eben nicht mehr bei 80k, sondern (im Extremfall) um 250k, kann dank Betriebsrente eher raus, etc. Ich will nicht sagen, dass Letzteres die Regel ist, aber mir graut es davor, es nicht versucht zu haben (mir geht es offensichtlich auch etwas ums Ego, aber das kommt ggf. im Alter noch. Bin jetzt 2,5 Jahre im Beruf und die erste TL im IGM ist in Aussicht gestellt).

Ich verstehe deine "Angst" nicht. Und dann bist du am Ende und auf der gleichen Position, und dann? Man kann ja auch immer im Unternehmen was anderes machen, wenn man Bock hat. Wenn du dann eben bei 80.000 landest, hast du immer noch >100% mehr als der Median! Eine der Grundregeln fürs Glücklichsein lautet, sich nicht zu vergleichen!

Wie andere Leute schon geschrieben hast: Mit Lohnarbeit kannst du nicht reich werden. Niemals, egal was man tut! Ne dicke Betriebsrente kann man sich auch so aufbauen. Genau das tue ich gerade auch nebenbei - 268 €/Monat = der maximale Freibetrag, das wird ordentlich festverzinst (4%). Hinzukommen die eingesparten SV-Beiträge und der komplette AG-Anteil. In Summe fast nochmal das gleiche on Top. Ansonsten spare ich selber derzeit um die 800 € im Monat. Das wird in näherer Zukunft noch einmal deutlich steigen.

Ich glaube dir geht es wirklich ums Ego - besser sein als die anderen. Kann man machen, muss man aber nicht. Glücklich wird man davon nicht. Man muss sich immer klar machen, das derartig hohe Positionen auch sehr Kosten mit sich bringen. Ob man bereit ist diesen Preis zu bezahlen muss jeder für sich entscheiden. Ich bin es nicht, und mit mir viele andere meiner / unserer Generation auch nicht. Ob das nun "faul" oder sonstwas ist, ist mir ehrlich gesagt herzlich egal. Und wie man so sagt: Das letzte Hemd hat keine Taschen oder anders ausgedrückt: Noch nie lag jemand auf dem Sterbebett und hat gesagt "Verdammt, ich war in meinem Leben wirklich zu wenig im Büro. Ich wünschte ich hätte mehr gearbeitet."

Wenn man ein Unternehmen verlässt, ist die Halbwertszeit der Erinnerung an denjenigen extrem kurz! Man glaubt immer das man "richtig was bewegen würde". Im Einzelfall mag das auch stimmen, aber am Ende ist man trotzdem wie die Zeitung von gestern. Mein ehemaliger Chef, hat quasi sein ganzes Leben in der Fabrik zugebracht. Jetzt, 1 Jahr nachdem er in Pension ist, interessiert es niemanden was er alles gutes gemacht hat oder was er errreicht hat. Niemanden! Er ist jetzt nur noch ein Name auf irgendwelchen Ordnern. Auch bei uns wird es eines Tages so sein.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Ich weiß worauf du hinaus willst - aber was ist die Alternative?

Ich denke gerade jetzt in Corona Zeiten haben doch viele gemerkt, dass es ohne Job doch recht langweilig werden kann.

Arbeit gehört zum Leben, früher musste man eben jagen & sammeln, heute sind wir extremst speziallisiert, was zum Wohlstand für alle führt.
Und wenn man arbeiten MUSS, dann doch nicht nur absitzen sondern das Maximum rausholen, oder?

WiWi Gast schrieb am 09.09.2020:

Guten Abend

Ich würde mal eure Meinung bezüglich diesem Thema hören.
In der heutigen Zeit wird ja unglaublich viel Wert darauf gelegt, wer man ist, wo man arbeitet, wieviel man verdient, wen man kennt, wieviel man besitzt etc. und mir kommt es so vor als ob das echt der Mittelpunkt des Lebens für die kommende Generation darstellt und das hatte auch einen großen Einfluss auf meine gleichaltrigen Freunde & Verwandten.
Ich bin 21 Jahre alt und studiere Winfo und arbeite auch nebenbei.
Das heisst es ist nicht so, dass ich den ganzen Tag auf der faulen Haut liege und das böse System kritisere aber ich finde es trotzdem komisch wieviel Wert diesem ganzen Zeug wie Karriere, Gehalt, Status und Konsoum gegeben wird.
Wenn ihr wüsstet ihr wärt in 10 Minuten tot, wieviele würden ihre Seele noch weiterhin so an diese Lebenskultur verkaufen?
Es ist ja mittlerweile normal geworden.
Wenn jemand kommt und nur eine Ausbildung abgeschlossen hat und dann bei seinem Betrieb bei 1.8k Netto einsteigt wird er oft als einer angesehen der versagt hat oder nicht der hellste ist / nichts gerissen hat.
Wenn man überlegt wieviel 1800€ sind im Vergleich dazu wie Menschen noch vor 500 Jahren gelebt haben besonders, wenn man das Privileg geniessen darf zu Hause zu wohnen.
Irgendwie kommt es mir so vor, wie als wäre die Menschheit erkrankt nur sie wisse es nicht.
Es ist ein bisschen schwer den Punkt rüber zu bringen mit nur einem Thread könnte noch viel mehr darüber sagen auch bzgl. religiösen Aspekten aber wollte das mal los werden.

Wie ist eure Meinung?

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Damit hast Du doch die besten Voraussetzungen, um im sozialen Bereich zu arbeiten. Da gibt es viele Vereine, gGmbHs u.s.w. mit lukrativen Geschäftsführerposten. Arbeiter-Wohlfahrt z. B.

WiWi Gast schrieb am 09.09.2020:

Ich kann dir nur vollkommen zustimmen. Dazu kurz (m)eine persönliche Geschichte: Ich hab BWL in Mannheim studiert. Nach dem Bachelor hatte ich erstmal genug, fand die Bubble einfach ätzend. Ihre Ansichten genügten mir nicht, zu beengte Sicht, ich wollte andere Perspektiven einnehmen. Konnte nicht akzeptieren, dass es das sein soll. Hab mir dann ne dreijährige Pause zugestanden und, no joke, einen B. A. Soziale Arbeit gemacht. Das war die inspirierendste Zeit meines bisherigen Lebens. Klar hatte ich ne Menge Kommiliton*innen, die ideologisch verblendet und naiv auf die Welt blickten, aber ich lernte auch wirklich interessante Persönlichkeiten kennen. Alternative, andere Lebenswege, Wert- und Moralvorstellungen, Altruismus. Einige Ältere, die echt was zu erzählen hatten. Das war ne 180°-Wende, das kannte ich von BWLler*innen so gar nicht. Hab mein Praxissemester dann in einem Jugendzentrum im Brennpunkt gemacht. Eine Welt, der ich zuvor nie begegnet war. Kids, die null Perspektive hatten. Die es "geschafft" haben, wenn sie die Schule und eine Ausbildung abschließen. Bin nun staatlich anerkannter Sozialarbeiter und aktuell im BWL-Master. Verfolge wieder mein eigentliches Ziel, UB, aber ich bereue es absolut nicht, mir die Auszeit genommen zu haben. Hat meinen Horizont erweitert. Hab viel für mich mitnehmen können. Auch hinsichtlich meiner eigenen Einstellung zu "hast du was, bist du wer". Traurig ist, wie viele BWLler*innen sich über meinen Ausflug in die Sozialarbeit lustig machen. Oder ihn einfach überhaupt nicht nachvollziehen können. Oder meinen: "Na, gut, dass du von dem Irrweg wieder abgekommen bist." Für die sind Sozialarbeiter*innen die Opfer, die es eben im Leben zu nichts bringen werden. Keine Karriere, kleines Geld. "Haben nichts, sind niemand." Ich weiß, dass der Job für mich nichts wäre. Das wusste ich von Anfang an. Aber ich bewundere die, die ihn ausüben, und begegne ihnen mit dem Respekt, den sie verdienen. Vielleicht haben die einiges im Leben auch besser verstanden als die anderen. Just my two cents.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Die hochdotierten, nur auf Papier existierenden Funktionärsposten in öffentlichen Organisationen kriegt man aber nur mit Kontakten und Seilschaften.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Es gibt eine Vielzahl von solchen Möglichkeiten im sozialen Bereich.. Für AWO reicht ein SPD Parteibuch, Caritas sollte man katholisch sein u.s.w Man steigt ja nicht gleich als Geschäftsführer ein, sondern deutlich tiefer. Aber mit einem Lehrergehalt kann das dann mmer noch mithalten. Nur die Persektive ist viel besser. Welcher Lehrer verdient am Ende 140k + Dienstwagen?

WiWi Gast schrieb am 13.09.2020:

Die hochdotierten, nur auf Papier existierenden Funktionärsposten in öffentlichen Organisationen kriegt man aber nur mit Kontakten und Seilschaften.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 13.09.2020:

Es gibt eine Vielzahl von solchen Möglichkeiten im sozialen Bereich.. Für AWO reicht ein SPD Parteibuch, Caritas sollte man katholisch sein u.s.w Man steigt ja nicht gleich als Geschäftsführer ein, sondern deutlich tiefer. Aber mit einem Lehrergehalt kann das dann mmer noch mithalten. Nur die Persektive ist viel besser. Welcher Lehrer verdient am Ende 140k + Dienstwagen?

Die hochdotierten, nur auf Papier existierenden Funktionärsposten in öffentlichen Organisationen kriegt man aber nur mit Kontakten und Seilschaften.

Dir ist aber schon aufgefallen, dass die Exzesse bei der AWO nun zu Ende sind und gerade ein juristisches Nachspiel haben? Gerade derjenige, der im sozialen Bereich arbeiten will, sollte hierfür auch wirklich keine Sympathien aufbringen!

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Ich persönlich kann diesem ständigen 50-60h Arbeitsdrang auch kaum nachvollziehen. Selbst wenn es sich finanziell richtig dick lohnt.
Was ich höchstens verstehe ist, wenn man mal 5 Jahre durchpowert, um das Haus schneller abzubezahlen oder so. Aber danach sollte dann auch das Leben wieder im Vordergrund stehen.
Was bringt viel Geld, wenn man es kaum nutzt bzw. erst im Alter "konsumiert", wo man gesundheitlich manchmal schon so angeschlagen ist, dass man auch kaum noch etwas davon hat?

Kenne leider selbst Leute, die 20 Jahre 60h Wochen geschoben und Geld ohne Ende gehortet haben mit dem großen Traum, eher aufhören zu können bzw. es irgendwann mal nutzen zu können. Mit Ende 40 dann Diagnose Krebs und 1 Jahr später war dann leider Feierabend...
Mir tun solche Geschichten echt leid und für mich sind sie Ansporn genug, JETZT zu leben und nicht evtl. in x Jahren.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Ein sehr interessanter Beitrag erstmal.
Ich bin teilweise erschrocken wie manche ihr Leben und ihre Zukunft beschreiben. Ich hoffe wirklich sehr für euch alle, dass ihr das was ihr habt und die Möglichkeiten die ihr habt zu erkennen und glücklich zu sein.

Wie manche schon geschrieben haben solltet ihr euch nicht Gedanken über die Rente machen. Natürlich muss man in gewisser Weise die Zukunft berücksichtigen aber nicht für die Zukunft alleine leben. Lebt im jetzt und genießt das Leben in vollen Zügen. Wenn man Jung ist macht es außerdem deutlich mehr Spaß Geld auszugeben ;)

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 14.09.2020:

Ich persönlich kann diesem ständigen 50-60h Arbeitsdrang auch kaum nachvollziehen. Selbst wenn es sich finanziell richtig dick lohnt.
Was ich höchstens verstehe ist, wenn man mal 5 Jahre durchpowert, um das Haus schneller abzubezahlen oder so. Aber danach sollte dann auch das Leben wieder im Vordergrund stehen.

Was in den 5 Jahren zu vielleicht 50k mehr Abzahlung beim Haus führt.
Wäre es mir persönlich nicht wert dafür 5 Jahre lang 12 Stunden am Tag zu arbeiten.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Kommt auf die Lebensplanung an, was ist wenn eine Familie geplant ist, dann sind 50k weniger Kredit mit entsprechend mehr Luft und einem höheren Einkommen ganz gut.... pauschal schwer zu sagen.

Was in den 5 Jahren zu vielleicht 50k mehr Abzahlung beim Haus führt.
Wäre es mir persönlich nicht wert dafür 5 Jahre lang 12 Stunden am Tag zu arbeiten.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Da schließt sich aber der Kreis, 12h Tage+ Pendeln also 8-21 Uhr aus dem Haus lässt sich aber nicht bzw sehr schlecht mit einer Familie vereinbaren.

WiWi Gast schrieb am 14.09.2020:

Kommt auf die Lebensplanung an, was ist wenn eine Familie geplant ist, dann sind 50k weniger Kredit mit entsprechend mehr Luft und einem höheren Einkommen ganz gut.... pauschal schwer zu sagen.

Was in den 5 Jahren zu vielleicht 50k mehr Abzahlung beim Haus führt.
Wäre es mir persönlich nicht wert dafür 5 Jahre lang 12 Stunden am Tag zu arbeiten.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

Hier haben wir doch schon wieder überzogene Beispiele. Auch das ist das Exremum. Vor der Generation X wurde dauerhaft über 50 Stunden in der Woche gearbeitet, bei viel prekäreren Umständen. Das Gleiche gilt noch heute für die meisten Industrienationen. Trotzdem stirbt dort nicht der Durchschnitt mit 55 Jahren am Herzinfarkt oder 45 an Krebs. Hier liegt doch schon wieder der Hund begraben. Unsere Generation ist tatsächlich zT einseitig verwöhnt. Ich kenne nämlich auf der anderen Seite auch wieder die Beispiele, wo der "im hier und jetzt lebende" Kollege mit Mitte 30 krank und der entspannt lebende Yogalehrer auf einmal arbeitsunfähig wird oder die Mitarbeiterin im öD wegen hohen Blutdrucks einen Schlaganfall bekam. Alle machten dadurch einen sozialen Abstieg mit, da sie wenig vorgesorgt hatten. Sei es mit BU oder einfach mit nem kleinen Depot. Diese Angstmacherei und dieses "leb lieber im hier und jetzt" ist am Ende genauso vermessen wie die andere Seite, die sich mit viel Arbeit und Errungenschaften im monetären Kontext brüstet und das als das Optimum hinstellt. Die Leute mit 30 Stundenwoche (und ja keine Stunde mehr!!!!) sind für mich genauso Extrem wie die IBler mit 100 Stundenwoche. Bei beiden Typen ist es nämlich auch eine Art Selbstselektion. Der IBler ist am Ende unzufrieden über seine mangelnde Freizeit und der mit der vielen Freizeit merkt ab einem gewissen Punkt, dass das Gehalt dann doch nicht reicht oder sucht sich dann wieder etwas, in das er Zeit und Nerven investiert. Die alten IGM Legenden mit 120k bei 35 Stunden jetzt mal außen vor.. ;-)

Wie in so vielen Bereichen ist doch ein Mittelmaß nicht verkehrt. Letzten Endes stimmt nämlich (leider) ein Grundprinzip nach wie vor: Geld macht vieles einfacher und das gilt insbesondere im Alter! Um sich die eine oder andere Sorge eventuell vom Hals zu schaffen, kann ein überdurchschnittlicher Verdienst von Nöten sein. Diesen bekommt man aber schon - je nach Bereich - bereits durch "gute" i.S.v. überdurchschnittlicher Arbeitsleistung (dazu zähle ich auch Netzwerk). Denn bereits durch eine gute Arbeit wird man immer die Mehrheit "schlagen", da der Durchschnitt nicht gut sondern normal arbeitet. Der Aufwand dafür ist am Ende jedoch gering (wir sprechen hier nicht von IB/UB oder DAX Abteilungsleitung!), insbesondere, wenn einem sein Job zumindest etwas Spaß macht. Man muss nicht dauerhaft 60 Stunden+ dafür arbeiten. Häufig ist es schon die Effizienz und allgemein die Motivation, die einiges verändert. Und selbst wenn es Leute gibt, die so viel Arbeiten, sind auch einige darunter, die das gerne machen. Manche mögen ihren Job einfach so sehr wie andere ihre Hobbies. Ich verbringe(!!) auch zum Teil 60 Stunden die Woche auf der Arbeit und habe im Schnitt eher eine 50 Stunden Woche (Zeit, die ich auf der Arbeit verbringe, Arbeitszeit also eher so 45 Stunden). Mal sind die Zeiten stressiger, mal nicht. Am Ende macht mir mein Job aber Spaß. 3 mal die Woche Sport kriege ich trotz Kindern ebenso hin wie eine gesunde Ernährung. Wenn man etwas auf sich achtet, kriegt man - genetische Prädisposition mal außen vor - auch bei 50 Stunden die Woche keinen Herzinfarkt mit 55. Allerdings bekommt man insbesondere im WiWi Bereich mit geringem Mehraufwand schon genügend Rendite, um sich ein gutes Leben zu ermöglichen.

Damit einhergehend spricht nichts dagegen, sich ein finanzielles Polster zu schaffen. "Zu Tode sparen" sollte man sich natürlich nicht, damit man auch in den "besten Jahren" einiges mitnimmt. Auf der anderen Seite braucht es gerade im jungen Alter aber auch nicht jeden Cent, um sein Leben zu genießen. Wer am Ende also bereit ist, etwas mehr zu investieren (und sei es nun mal der Verzicht auf die eine oder andere Kaffeepause am Tag oder halt eine Stunde länger), der wird dafür in 9 von 10 Fällen auch belohnt, ohne sich psychisch oder physisch kaputtzumachen.

WiWi Gast schrieb am 14.09.2020:

Ich persönlich kann diesem ständigen 50-60h Arbeitsdrang auch kaum nachvollziehen. Selbst wenn es sich finanziell richtig dick lohnt.
Was ich höchstens verstehe ist, wenn man mal 5 Jahre durchpowert, um das Haus schneller abzubezahlen oder so. Aber danach sollte dann auch das Leben wieder im Vordergrund stehen.
Was bringt viel Geld, wenn man es kaum nutzt bzw. erst im Alter "konsumiert", wo man gesundheitlich manchmal schon so angeschlagen ist, dass man auch kaum noch etwas davon hat?

Kenne leider selbst Leute, die 20 Jahre 60h Wochen geschoben und Geld ohne Ende gehortet haben mit dem großen Traum, eher aufhören zu können bzw. es irgendwann mal nutzen zu können. Mit Ende 40 dann Diagnose Krebs und 1 Jahr später war dann leider Feierabend...
Mir tun solche Geschichten echt leid und für mich sind sie Ansporn genug, JETZT zu leben und nicht evtl. in x Jahren.

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WiWi Gast

Kritik bezüglich der heutigen Weltanschauung

WiWi Gast schrieb am 13.09.2020:
Ich kenne mehrere Fälle von Arbeitstieren, die immer konstant ihre 55 - 60h gearbeitet haben d.h. von 8:00 - 20:00 - 21:00. Zwei davon sind mit 55 verstorben. Deren Gehalt brachte Ihnen genau 0 - gar nichts.

Die Erben haben sich bestimmt gefreut ...

Somit weniger an die Zukunft denken, mehr im Jetzt leben und das Leben genießen mit all seinen Vorzügen.

In the long run, we are all dead.

John Maynard Keynes

    1. Juni 1883 † 21. April 1946
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