DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Branchentrends & NewsAutoindustrie

Elektromobilität: China baut Vorsprung aus, Millionenabsatz erreicht

Laut dem McKinsey Electric Vehicle Index wurden im Jahr 2017 über 600.000 E-Autos in China verkauft. Der weltweite Markt für Elektroautos überspringt erstmals die Millionengrenze. Deutschland ist mit 58.000 verkaufen Elektroautos nach Norwegen der zweitwichtigste Absatzmarkt in Europa.

McKinsey-Studie Elektromobilität 2018: Electric Vehicle Index

Elektromobilität: China baut Vorsprung aus, Millionenabsatz erreicht
Düsseldorf, 11.03.2018 (mck) - China baut den Vorsprung in der Elektromobilität aus: Mit über 600.000 verkauften Elektroautos (plus 72%) wurde 2017 weltweit fast jedes zweite E-Auto im Reich der Mitte zugelassen. Global übersprangen die Neuzulassungen mit 1,2 Millionen Fahrzeugen erstmals die wichtige Millionengrenze. Die Nachfrage in Europa mit 306.000 Neuzulassungen (+39%) und den USA mit 200.000 neuen E-Autos (+27%) entwickelt sich hingegen langsamer.

Deutschland holt mit 58.000 neuen E-Autos auf – die Zahl der Zulassungen hat sich gegenüber 2016 verdoppelt. Damit ist Deutschland nach Norwegen nun der zweitgrößte Markt in Europa. Auch in der Produktion von Elektrofahrzeugen liegt China deutlich vorne mit 41 Prozent Weltmarktanteil. Es folgen Japan mit 19 Prozent und Deutschland mit 18 Prozent. Dies sind die zentralen Kennzahlen des aktuellen McKinsey Electric Vehicle Index (EVI), in dem die Unternehmensberatung regelmäßig die Entwicklung der E-Mobilität in den 15 wichtigsten Ländern misst.

Entwicklung der E-Mobilität mit großen regionalen Unterschieden
In allen großen Ländern dominieren bislang einheimische Unternehmen: In China stammen die fünf meistverkauften E-Autos allesamt von chinesischen Anbietern, in Deutschland stellen deutsche Marken vier der Top 5, ebenso wie die amerikanischen Hersteller in den USA.

„Die Entwicklung verläuft im Moment regional sehr unterschiedlich – man kann nicht von einem weltweit einheitlichen E-Auto-Markt sprechen“, erläutert Nicolai Müller, Seniorpartner von McKinsey. „Viele Faktoren unterscheiden sich von Land zu Land – teilweise von Stadt zu Stadt: von der Höhe der Kaufprämien über weitere Vorteile wie freies Parken bis hin zur Ladeinfrastruktur und den Regeln für Autos mit Verbrennungsmotor.“

Grafik Elektromobilität McKinsey Electric Vehicle Index 2018

Für China zeigt der EVI eine große Dynamik gleichermaßen bei Nachfrage und Anbietern. Im Land mit den meisten produzierten E-Autos und E-Komponenten wird auch die Nachfrage massiv gefördert: Durchschnittlich rund 40 Prozent des Kaufpreises eines E-Autos werden subventioniert; in Deutschland sind es knapp 20 Prozent. Im Marktranking liegt China auf Platz 2 hinter Norwegen – auch wegen des weltweit einmaligen Angebots an knapp 100 verschiedenen E-Modellen, unter denen chinesische Kunden wählen können.

Berater Müller: „Dazu gehören viele kleinere Fahrzeuge und Marken für die urbane Mobilität, die außerhalb Chinas praktisch unbekannt sind.“

In Europa ist jedes zweite E-Auto ein Plugin-Hybrid; ein deutlich höherer Anteil als in Asien. Europäische Kunden schätzen die Kombination aus Verbrenner und E-Motor.

„Wir werden in den kommenden Jahren eine Modelloffensive sehen“, sagt Müller. „Die E-Automärkte werden sich weltweit weiter dynamisch entwickeln. Regionale Besonderheiten wie Kaufprämien, Infrastruktur und Regulierung werden die Märkte jedoch in Zukunft stärker auseinanderdriften lassen.“

Für 2018 und 2019 sind weltweit fast 250 neue E-Modelle angekündigt. Bis 2020 wird Deutschland dann mit rund 1,3 Mio. jährlich produzierten E-Fahrzeugen zu China aufschließen.

 

Zur Methodik des Electric Vehicle Index
Der von McKinsey entwickelte Electric Vehicle Index untersucht seit 2010 auf Länderebene, wo die für die Elektromobilität 15 wichtigsten Nationen jeweils stehen. Die untersuchten Länder sind: Belgien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Südkorea und USA. Der Index untersucht dabei die zwei wichtigen Dimensionen bei der Entwicklung der E-Mobilität, die Markt- und die Industrieseite.

Auf Marktseite wird zum einen analysiert, wie groß der Marktanteil von E-Fahrzeugen am Gesamtmarkt ist. Zum anderen werden Anreize wie Subventionen, die vorhandene Infrastruktur sowie das verfügbare Angebot von E-Fahrzeugen bewertet. Der Industrie-EVI untersucht, wie erfolgreich die jeweilige Automobilindustrie des Landes beim Thema E-Mobilität ist. Hierzu werden Faktoren wie der aktuelle und zukünftige Anteil an der weltweiten Produktion von Elektrofahrzeugen sowie wichtiger Komponenten wie E-Motoren und Batterien herangezogen.

Im Forum zu Autoindustrie

7 Kommentare

Wing welcher Schwerpunkt wäre das?

DeliYurek

WiWi Gast schrieb am 12.04.2019: Alles klar :) Mein Ziel wäre eher normale IGM Bude, Automobil wäre nicht so mein Fall. ;) Denkst du es ist machbar mit einem FH Abschluss a ...

34 Kommentare

DAX 30/ IGM "einfach"

WiWi Gast

Doch, bei den Big4 steigt man nur dann ein, wenn man keine bessere Optionen hat. Bei den Dax30 gibt es mehr Kohle bei DEUTLICH weniger Arbeitszeit und bei T1-3 gibt es DEUTLICH mehr Kohle bei DEUTLI ...

2 Kommentare

Duales Studium so unbeliebt?

WiWi Gast

Naja wie viele Stellen wird es schon geben. Bin dualer Student bei den Big4, bei uns waren es im Jahrgang 2017 30 duale Studenten bei uns im Bereich. Dieses Jahr ist auch schon seit Januar voll besetz ...

24 Kommentare

Bosch vs. Porsche vs. Daimler

WiWi Gast

Erstes Praktikum habe ich nach dem 2.Semester für 3Monate bei einem T2-Zulieferer bei mir in der Heimat gemacht. Zweites Praktikum nach dem 4.Semester für 6Monate bei Porsche (ging 3 Monate in die Vo ...

9 Kommentare

Dresscode Vorstellungsgespräch Automobilindustrie im Bereich Finanzen

WiWi Gast

Außer bei einer Bank würde ich niemals eine Krawatte anziehen. Und hey, bisher hatte ich nur ein Vorstellungsgespräch, bei dem ich keine Zusage bekommen hatte. Von daher bitte keine Krawatte anziehen. ...

9 Kommentare

Roland Berger vs. BCG vs. Bain im Bereich Automotive

WiWi Gast

kenne einen vor exakt der selben Situation vor einem Jahr (LinkedIn wird dir helfen). Er ist zu Berger gegangen und dort jetzt super glücklich. Finde Bain auch am sympathischsten. Während meines P ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Autoindustrie

DATEV Umsatzzahlen der Jahre 2014-2018

DATEV überspringt erstmals Umsatzmilliarde

Durch die Digitalisierung betriebswirtschaftlicher Prozesse hat die DATEV eG im Geschäftsjahr 2018 erstmals einen Umsatz von über einer Milliarde Euro erreicht. Damit stieg der Umsatz beim genossenschaftlichen Unternehmen von 978 Millionen Euro im Vorjahr auf 1,034 Milliarden Euro. Dies entspricht dem stärksten absoluten Wachstum der DATEV eG der vergangenen zehn Jahre.

Weiteres zum Thema Branchentrends & News

IW-Verbandsumfrage 2018: Wirtschaftsverbände optimistisch

Die Wirtschaftsverbände sehen die deutsche Wirtschaft zum Jahreswechsel größtenteils in bester Verfassung. Das zeigt die neue Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft, für die das IW 48 Branchenverbände zu ihrer aktuellen Lage und zu ihren Erwartungen für 2018 befragt hat. Allerdings werden fehlende Fachkräfte immer häufiger zum Problem.

IW-Verbandsumfrage 2017: Geringes Wachstum erwartet

Bereits im dritten Jahr in Folge blickt die deutsche Wirtschaft lediglich vorsichtig optimistisch in das neue Jahr. Erwartet wird trotz Trump-Wahl, Brexit und Terror ein weiterhin leichtes Wachstum: Zwar geht die Mehrheit der 48 befragten Wirtschaftsverbände von einer höheren Produktion aus, doch nur drei Verbände erwarten eine deutliche Steigerung. Auch die Beschäftigung dürfte sich nur geringfügig verändern. Die Digitalisierung ist der häufigste Grund zu investieren.

IW-Verbandsumfrage 2016: Verhaltener Optimismus

Die deutsche Wirtschaft blickt erneut verhalten optimistisch ins neue Jahr. Sie rechnet trotz moderater Stimmung bei der Produktion mit einem Anstieg. Auch die Investitionen dürften sich unterm Strich positiv entwickeln. Mehr Beschäftigung ist dagegen nicht zu erwarten. Das zeigt eine Befragung von 46 Wirtschaftsverbänden des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Ein Stadtblick über Köln mit dem Kölner Dom.

IW-Verbandsumfrage 2015: Erwartungen sind leicht positiv

Die deutsche Wirtschaft blickt nur verhalten optimistisch ins Jahr 2015. Sie erwartet bei Produktion und Umsatz lediglich noch einen leichten Anstieg. Die Beschäftigung wird aller Voraussicht nach in etwa stabil bleiben. Auch die Investitionen dürften sich unterm Strich positiv entwickeln. Das zeigt eine Befragung der Branchenverbände.

Vier Industriebehälter mit blauer Farbe vor einem Abendhimmel.

DIHK-Industriereport 2014 - Industriekonjunktur springt wieder an

"Industrie: Zuversicht steigt, Risiken bleiben" lautet der Titel des aktuellen Branchenreports, den der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) jetzt veröffentlicht hat. Die Auswertung beruht auf mehr als 7.800 Antworten von Industriebetrieben, darunter etwa 5.400 Exportunternehmen.

IW-Verbandsumfrage 2014: Wirtschaft optimistisch

Die deutschen Wirtschaftsverbände sehen dem neuen Jahr überwiegend zuversichtlich entgegen. Für ihre Mitgliedsunternehmen erwarten die meisten bessere Geschäfte und etwas mehr Investitionen als 2013. Von einer positiveren Stimmung in ihren Unternehmen als im Vergleich zum Jahreswechsel im Vorjahr berichten 26 der 48 Verbände.

Ein Glas Sekt vor schwarzem Hintergrund.

IW-Verbandsumfrage 2013: Zuversicht überwiegt

Die deutsche Wirtschaft ist durch die anhaltende Euro- und Staatsschuldenkrise zum Jahreswechsel 2012/2013 nicht gerade in Sektlaune. Dennoch erwarten laut der Verbandsumfrage des IW Köln viele Verbände, dass sich die Geschäfte ihrer Mitgliedsunternehmen im neuen Jahr eher positiv entwickeln.

Beliebtes zum Thema News

BDU-Studie Consultingbranche 2019: Ein Unternhemensberater liest eine Wirtschaftszeitung.

Consultingbranche 2019: Beratertalente bleiben umkämpft

In der Consultingbranche ist der Branchenumsatz 2018 um 7,3 Prozent auf 33,8 Milliarden Euro gestiegen. Auch für 2019 sind die deutschen Unternehmensberater lautet der Branchenstudie „Facts & Figures zum Beratermarkt“ des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) zuversichtlich. Die Jobaussichten für Beratertalente sind erneut entsprechend gut. 90 Prozent der großen und Dreiviertel der mittelgroßen Beratungen planen, in 2019 zusätzliche Juniorberater und Seniorberater einzustellen.

Die Großbuchstaben "KI" auf einer Taste stehen für "Künstliche Intelligenz"

Künstliche Intelligenz ist Top-Thema bei Unternehmen

Neun von zehn Managern erwarten grundlegende Veränderungen bei ihren Geschäftsprozessen und Kundeninteraktionen durch Künstliche Intelligenz (KI). Die strategische Bedeutung von Künstlicher Intelligenz zieht daher Anpassung der Unternehmens­strategie nach sich. Effizienz und Kundenzentrierung werden dabei derzeit als größtes Potenzial der KI-Technologien gesehen, so die Ergebnisse von Lünendonk und Lufthansa Industry Solutions in ihrer Sonderanalyse Künstliche Intelligenz.

Zwei Tassen mit einer Englandflagge und einer Uhr, die fünf vor zwölf anzeigt.

EuGH: "Rücktritt" vom BREXIT möglich

Großbritannien kann den Brexit einfach absagen. Zu diesem Schluss kommt der EuGH-Generalanwalt Campos Sánchez-Bordona. Die Mitteilung aus der Union auszutreten, könne Großbritannien einseitig zurückzunehmen, Artikel 50 des EU-Vertrags lasse das zu. Diese Möglichkeit bestehe für Großbritannien jedoch lediglich bis zu dem Zeitpunkt, an welchem das EU-Austrittsabkommen abgeschlossen ist.

Wirtschaftsweisen - Der Sachverständigenrat für Wirtschaft zur wissenschaftlichen Politikberatung.

Wirtschaftsweisen legen Jahresgutachten 2018/19 vor

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat sein Jahresgutachten 2018/19 vorgelegt. Das Jahresgutachten trägt den Titel »Vor wichtigen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen«. Das neue Jahresgutachten hat vier Schwerpunktthemen: Globalisierung und Protektionismus, Europa und der Brexit, Handlungsbedarf beim demografischen Wandel und die Digitalisierung.

Ein Mann mit Kopftaschenlampe sieht sich den Sternenhimmel an.

Digitalstrategen: Chief Digital Officer (CDO) – das Einhorn unter den Top-Managern

Das Berufsbild des Chief Digital Officer (CDO) ist brandneu. Aktuell haben erst lediglich zwei Prozent der großen Unternehmen die Position eines CDO geschaffen. Der digitale Wandel muss jedoch in der Unternehmensspitze verankert werden. Dies ist Aufgabe des Chief Digital Officers, welcher eine Digitalstrategie erarbeiten und die Digitalisierung von Unternehmen und Geschäftsmodellen vorantreiben und gestalten soll.

Der Ausschnitt einer Computertastatur zeigt die Buchstaben CDO für Chief Digital Officer.

Chief Digital Officer: Digitalchefs definieren Rolle selbst

Bis 2025 muss jede Führungskraft ein digitales Verständnis mitbringen. Verantwortlich für die Digitalstrategie und den digitalen Wandel von Unternehmen ist der Chief Digital Officer (CDO). Die Digitalchefs definieren ihre Rolle und ihre Aufgaben dabei meist selbst. Zentrale Aufgaben sind das Trendscouting, das Formulieren einer Digitalstrategie und und die Digitalisierung interner Prozesse. Die wichtigsten Kompetenzen des CDO sind Innovationskraft, Veränderungswillen und die Fähigkeit zur Kollaboration. Das zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Kienbaum zu Profil, Rolle und Kernkompetenzen des CDO.

Cover: Die Unternehmensberatung: Von der strategischen Konzeption zur praktischen Umsetzung

Die Unternehmensberatung

Der Beratungsbranche boomt durch die Digitalisierung. Welche Anforderungen stellt die Digitalisierung an die Beratungsbranche? Was fasziniert so viele Absolventen der Wirtschaftswissenschaften an der Unternehmensberatung? Berater-Flüsterer Dirk Lippold zeigt in der neu erschienen dritten Auflage seines Consulting-Klassikers »Die Unternehmensberatung«, wie sich die Beratung zukünftig verändern wird.