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BDU-Studie »Personalberatung in Deutschland 2005/2006«

Das Personalkarussell in den Unternehmen dreht sich wieder. Der Umsatz in der Personalberaterbranche stieg 2005 um knapp zehn Prozent. Mitarbeiter mit Vertriebs- und Marketingqualitäten stehen ganz oben auf der Beliebtheitsskala.

Der Blick hoch an einem Riesenrad vor grauem Himmel.

BDU-Studie »Personalberatung in Deutschland 2005/2006«
Bonn, 22.05.2006 (bdu) - Die deutschen Unternehmen stellen seit dem letzten Jahr wieder mehr Mitarbeiter ein und lassen sich bei der Suche und Auswahl verstärkt von Personalberatern unterstützen. In Folge legte der Gesamtumsatz der Personalberatungsbranche im Jahr 2005 im Vergleich zu 2004 um knapp zehn Prozent auf 970 Millionen Euro (2004: 880 Millionen Euro) zu. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala standen 2005 Fach- und Führungskräfte mit Vertriebs- und Marketingqualitäten. Dies sind Ergebnisse der Studie »Personalberatung in Deutschland 2005/2006«, die der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. beim kürzlich auf dem Petersberg bei Bonn stattfindenden 8. Deutschen Personalberatertag vorstellte. »Das Eis ist gebrochen. Die Unternehmen reagieren mit Neueinstellungen auf die verbesserten Absatzchancen«, stellte BDU-Vizepräsident Dr. Joachim Staude fest. Auch für 2006 sind die Personalberater optimistisch. Über 80 Prozent planen für das laufende Jahr Umsatzzuwächse.

Bei knapp einem Drittel aller Suchaufträge wurden 2005 Mitarbeiter für die Bereiche Marketing und Vertrieb gesucht. Bei jeder fünften Stellenbesetzung wurden die Personalberater mit der Suche nach geeigneten Kandidaten für die Gesamtverantwortung oder Leitung der Unternehmen beauftragt. Weiterhin entfielen 13,5 Prozent der Suchaufträge auf Positionen im Bereich Entwicklung/Produktion sowie gut zehn Prozent im Bereich Finanzen, Controlling und Rechnungswesen. Die Nachfrage nach Ingenieuren bewegte sich 2005 weiter auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Hier suchten die Personalberater geeignete Kandidaten verstärkt in Osteuropa. Eine Herausforderung stellte auch die Suche nach Fach- und Führungskräften mit Spezialkenntnissen der internationalen Rechnungslegung dar, da hier die Nachfrage das Angebot übertraf. Hingegen waren Experten für Qualität und Zertifizierung bei den Unternehmen weniger gefragt. Eine signifikant höhere Wechselbereitschaft konnten die Personalberater 2005 bei ihren Kandidaten noch nicht feststellen. Fällt aber dann die Entscheidung zugunsten des Stellenwechsels, spielt die Aussicht auf neue, interessante Herausforderungen eine wichtigere Rolle als die Aussicht auf ein höheres Gehalt.

Die vermehrten Personaleinstellungen in Industrie und Wirtschaft machen sich auch bei der Entwicklung der einzelnen Geschäftsfelder der Personalberater bemerkbar. Die Rückkehr zum Kerngeschäft, der Suche und Auswahl von Fach- und Führungskräften, ist unübersehbar. Lag deren Anteil in den Jahren 2003 bei 79 Prozent und 2004 bei 85 Prozent, so stieg er 2005 wieder auf knapp 91 Prozent. „In den schwierigeren Branchenjahren 2001 bis 2003 mit einem schwachen Arbeitsmarkt hatten viele Personalberatungen zusätzliche Dienstleistungen angeboten. Jetzt, wo die Auftragsbücher mit der Kandidatensuche wieder gut gefüllt sind, konzentriert man die eigenen Beraterkapazitäten auf das Kerngeschäft“, betonte Dr. Wolfgang Lichius, Vorsitzender des BDU-Fachverbandes Personalberatung.

Am stärksten fiel das Wachstum bei den Personalberatern 2005 in den Umsatzklassen 500.000 Euro bis 1 Million Euro mit zwölf Prozent, bis zwei Millionen Euro mit dreizehn Prozent und zwei Millionen bis fünf Millionen Euro mit ebenfalls dreizehn Prozent aus. Das Marktwachstum der Top-20-Personalberatungsfirmen lag bei 7,5 Prozent. Bei der unterschiedlichen Entwicklung der Größensegmente kommt zum Tragen, dass sich einige wenige zusätzliche Suchaufträge bei den kleineren Personalberatungen schneller auswirken als bei den großen Marktteilnehmern. Um geeignete Kandidaten zu finden, greifen die Personalberater bei gut jedem zweiten Klientenauftrag zur Direktansprache als Suchmethode. Gleichzeitig ist der Anteil der kombinierten Suche (Direktsuche, anzeigengestützte Suche, Internetsuche) im Vergleich zum Jahr 2003 von gut 16 Prozent auf 28 Prozent gestiegen.

Folgt man weiterhin den Ergebnissen der Marktstudie, so geht die Personalberatungsbranche von einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2006 aus. 82 Prozent der Marktteilnehmer gehen von einem Umsatzplus aus. Bei den großen Personalberatungsfirmen sind es sogar 98 Prozent. Vor diesem Hintergrund wollen gerade diese Personalberatungen im laufenden Geschäftsjahr auch ihr eigenes Personal aufstocken. 85 Prozent beabsichtigen zusätzliche Berater und 62 Prozent weitere Researcher einzustellen. Weitere Kennzahlen: Rund 1.800 Personalberatungsfirmen boten ihre Dienstleistungen an und beschäftigten rund 4.000 Berater. Darüber hinaus waren rund 2.000 Researcher und 2.750 Assistenz- und Verwaltungskräfte angestellt. Die Zahl der Suchaufträge stieg von 41.500 im Jahr 2004 auf 49.600 im Jahr 2005. Auf die Top 20 der Personalberatungsbranche entfielen mit 380 Millionen Euro knapp 40 Prozent Marktanteil. Bei den Beratungsfirmen mit einem Umsatz zwischen 500.000 Euro und fünf Millionen Euro betrug der Anteil knapp 36 Prozent (2004: 33 Prozent), bei den kleineren rund 25 Prozent (2004: 27 Prozent).

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