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Fast jeder zweite Beschäftigte geht krank zur Arbeit

Allem guten Willen zum Trotz gilt, wer krank zur Arbeit geht, schadet der Firma. Das ist eines der Ergebnisse des neuen Gesundheitsmonitor 2009 der Bertelsmann Stiftung.

Das Bild zeigt verschiedene Tablettenpackungen mit runden, länglichen und durchsichtigen Tabletten.

Fast jeder zweite Beschäftigte geht krank zur Arbeit
Gütersloh, 24.09.2009 (bst) - 42 Prozent der abhängig und selbstständig Beschäftigten gibt an, in den vergangenen zwölf Monaten zweimal oder öfter krank zur Arbeit gegangen zu sein. Experten reden in diesem Zusammenhang von Präsentismus. Zwei Drittel der Befragten tun dies vor allem aus Pflichtgefühl und weil sonst Arbeit liegen bleibt. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung.

Alleinstehende sind besonders vom Präsentismus betroffen. Singles (78 Prozent) berichteten deutlich häufiger, krank zur Arbeit zu gehen, als Paare und Familien (69 Prozent). Ein Grund könnte die unter­schiedliche Neigung zu Krankheitsverleugnung sein. Die Annahme, dass es vor allem Selbstständige sind, die besonders oft krank arbeiten, kann allerdings nicht bestätigt werden. Das Gegenteil ist der Fall. Der Anteil an Selbstständigen (52 Prozent) ist deutlich kleiner als der Anteil der abhängig Be­schäftigten (74 Prozent).

Ein "gesunder" Umgang mit Krankheit bei der Arbeit ist Führungssache. 65 Prozent der Befragten be­richteten in diesem Zusammenhang über positive Erfahrungen und dass sie auf Hilfe und Unterstüt­zung bei Kollegen sowie auf Verständnis bei Vorgesetzten hoffen konnten. Als weiterer Beweis dafür kann gelten, dass die Wahrscheinlichkeit eines vernünftigen Umgangs mit Krankheiten am Arbeits­platz mit erhöhter Arbeitsfreude und gutem Betriebsklima zunimmt.

" Der unerwartet niedrige Anteil der Selbstständigen, die im Vergleich zu den abhängig Beschäftigten auch krank zur Arbeit gehen, unterstreicht vermutlich die Kostenrelevanz von Präsentismus", kom­mentiert Dr. Stefan Empter, Senior Director der Bertelsmann Stiftung, die Untersuchungsergebnisse. "Studien zeigen, dass Kosten von Präsentismus deutlich über denen liegen, die infolge von Krank­meldungen anfallen. Die engagierte Führungskraft ist der Schlüssel, wenn es um Prävention von Präsentismus geht."

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