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3,4 Millionen Jobs von Digitalisierung bedroht

Jedes vierte deutsche Unternehmen sieht seine Existenz durch die Digitalisierung gefährdet und 60 Prozent sehen sich bei der Digitalisierung als Nachzügler. 85 Prozent der Unternehmen erwarten von der Bundesregierung eine klare Digitalstrategie und dass die Digitalisierung zum Top-Thema gemacht wird. So lauten die Ergebnisse einer Studie vom Digitalverband Bitkom. "Die Digitalisierung wartet nicht auf Deutschland.", warnt Bitkom-Präsident Berg.

Ein Kompass symbolisiert die Digitalstrategien von Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung.

34 Millionen Jobs in Deutschland von Digitalisierung bedroht
Berlin, 02.02.2018 (bitkom) – Die deutsche Wirtschaft boomt und sorgt für Beschäftigungsrekorde. Nach der Studie "Digitalisierung der Wirtschaft" vom Digitalverband Bitkom sehen jedoch 25 Prozent der Unternehmen ab 20 Mitarbeitern ihre Existenz durch die Digitalisierung bedroht.

Trotz der empfundenen Bedrohung meint aber mit 86 Prozent die große Mehrheit der Unternehmen, dass die Digitalisierung grundsätzlich eher Chance als Risiko darstellt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage zum Stand der Digitalisierung der deutschen Wirtschaft unter 505 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Diese Unternehmen stellen hochgerechnet 3,4 Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.

Die Digitalisierung gefährdet Unternehmen und erfordert eine Digitalstrategie.

Bitkom-Präsident Achim Berg fordert: „Bei einem schlichten Weiter-so unter einer neuen Großen Koalition darf es nicht bleiben. Wir brauchen eine echte Vision und einen Plan für das digitale Deutschland. Europa und die Welt beneiden uns um jahrelanges Rekordwachstum. Dennoch: Ich warne vor politischem Übermut. Wir sind Weltmeister im analogen Geschäft. Das Business von morgen aber ist ausschließlich digital. Die aktuellen Auftragsberge sind so hoch, dass sie uns den Blick auf dieses digitale Geschäft von morgen verstellen. Genau jetzt, im konjunkturellen Hoch, müssen die Unternehmen jene Kapazitäten frei machen, die sie zur Entwicklung der digitalen, datengetriebenen Geschäftsmodelle der Zukunft brauchen, quer durch alle Branchen. Die digitalen Jobs gehen dorthin, wo jene Leute sind, die sie gut machen. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Leute in Deutschland sind. Dann haben wir digitale Arbeit im Überfluss."

Digitalpolitik und Digitalstrategie für Deutschland gefordert
Eine übergroße Mehrheit von 85 Prozent der Unternehmen in Deutschland fordert, dass Digitalisierung ein Top-Thema für die Politik werden muss. Zugleich befürchtet jedes Zweite (53 Prozent), dass der Politik immer noch das Verständnis für die Digitalisierung fehlt. Dies ist besonders dort kritisch, wo die Politik ganz unmittelbar und operativ in der Verantwortung ist: bei der umfassenden Digitalisierung von Ämtern und Behörden.

Die Digitalisierung erfordert eine Digitalpolitik und Digitalstrategie.

Digitalstrategie deutscher Unternehmen
Die Unternehmen sehen aber auch, dass sie selbst etwas tun müssen. So haben sich zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) eine Digitalstrategie gegeben.

„Digitalisierung ist in zu vielen Unternehmen noch nicht organisatorisch verankert“, sagte Berg.

Aktuell hat nur jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) eine organisatorische Einheit, die sich speziell mit der Digitalisierung beschäftigt. Und nur in jedem zehnten Unternehmen (10 Prozent) gibt es einen Chief Digital Officer (CDO) oder eine vergleichbare Position wie einen Leiter Digitalisierung.

Digitalisierung der Angebote
Was die Angebote der Unternehmen angeht, hat die Digitalisierung dagegen bereits deutlichere Spuren hinterlassen.

Das entspricht in etwa den Werten aus dem Vorjahr (64 beziehungsweise 41 Prozent). Stark gestiegen ist von 16 auf 31 Prozent vor allem die Zahl jener Unternehmen, die im Zuge der Digitalisierung bestimmte Produkte und Dienstleistungen vom Markt nehmen.

„Hier müssten wir Werte nahe Hundert Prozent erreichen. Nahezu alle Unternehmen sind gefordert, neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen. So wird Digitalisierung gestaltet, nicht nur verwaltet“, sagt Berg.
 

Zentrale digitale Technologien
Zwar sehen die meisten Unternehmen die große Bedeutung digitaler Technologien für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Zugleich gibt aber nur ein Bruchteil der Unternehmen an, diese Technologien im Unternehmen einzusetzen beziehungsweise den Einsatz zu planen oder wenigstens zu diskutieren. Als besonders relevant erkannt werden

Kaum zum Einsatz kommen derzeit die

Etwas stärker verbreitet sind

„Das Bewusstsein für die Relevanz neuer digitaler Technologien ist da, aber es wird nicht in die eigene Geschäftstätigkeit übersetzt“, sagte Berg.

Der Bitkom-Präsident sieht Deutschland bei der Erforschung vieler dieser Zukunftstechnologien weltweit in der Spitzengruppe. Diese gute Ausgangsbasis müsse man jetzt nutzen. Aus Sicht von Berg lautet die Aufgabe, aus dem Industriestandort Deutschland einen Digitalstandort Deutschland zu machen. Mit Blick auf die schwierige Regierungsbildung fordert Berg eine Konzentration auf das Wesentliche – und das ist für ihn Digitalisierung. Dabei verweist Berg auf den finanziellen Spielraum von 40 Milliarden Euro, der bei den Sondierungsgesprächen für die anstehende Legislaturperiode identifiziert wurde.

„Wenn diese Gelder jetzt in einer neuen Konstellation zur Disposition stehen, müssen sie auf ganz zentrale Maßnahmen konzentriert werden: Bildung, Digitalisierung von Verwaltung und Infrastrukturen, und massive Förderung von Zukunftstechnologien wie der Künstlichen Intelligenz“, forderte Berg. „Die Digitalisierung braucht Weichenstellungen und sie braucht Tempo. Es darf nicht länger der Langsamste das Tempo vorgeben, wir müssen runter von der Bremse.“ In der nächsten Regierung sollte es aus Bitkom-Sicht deshalb einen starken Digital-Staatminister im Bundeskanzleramt geben, der über die nötigen Rechte und Ressourcen verfügt. Berg: „Jedes Gesetz sollte überprüft werden, ob es die digitale Innovationsfähigkeit in Deutschland behindert – und dann im Bedarfsfall geändert wird.“
 

Download Bitkom-Studie zur Digitalisierung [PDF, 15 Seiten - 496 KB]
Bitkom-Studie 2017: Digitalisierung der Wirtschaft in Deutschland

 

Hinweis zur Methodik:
Grundlage der Angaben in der Studie "Digitalisierung der Wirtschaft" ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 505 Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.

Im Forum zu Digitalisierung

2 Kommentare

Master im Bereich Digitalisierung?

WiWi Gast

Mehr als TUM-BWL kann ich dir da leider nicht nennen - Die TUM war halt als Erste der großen Unis mit so einem Programm auf dem Markt. Die LMU hat jetzt auch ein Management of Media / Digital was au ...

4 Kommentare

Steuerberater/Bilanzbuchhalter von Digitalisierung gefährdet ?

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Was ich mich bei diesen Themen immer frage: Wer beantwortet mir als Betriebsprüfer eigentlich meine Anfragen? Der PC? Wer wehrt sich gegen eine Hinzuschätzung? Die KI? Diskutiere ich mit Watson meine ...

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Welcher Bereich überlebt?

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 26.07.2018: Natürlich werden in Fachjournalen auch „Studien“ veröffentlicht. Ein seriöser Wissenschaftler veröffentlicht Artikel. Sobald „Studie“ draufsteht (ein sehr werbewi ...

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Finance Transformation

WiWi Gast

Danke, immerhin eine Person haha WiWi Gast schrieb am 26.07.2018: ...

6 Kommentare

Weiterbildung im Bereich Digitalisierung

WiWi Gast

Bachelor 4 Jahre (Note 2,7) Master 2 Jahre (Note 1,9) incl. 6 Monate Praktikum (Note 3) im IT-Vertrieb WiWi Gast schrieb am 23.07.2018: ...

13 Kommentare

Weiterbildung Digitalisierung

WiWi Gast

Als ob irgendjemand juckt ob ihr etwas studiert habt was in diese Richtung geht. Das Wissen was dort gelehrt wird, ist teilweise selbst schon 10 Jahre alt und wird von 70 Jährigen Profs vorgetragen. ...

2 Kommentare

Zweifel am BWL-Studium im Master aufgrund Digitalisierung

WiWi Gast

Also wenn dann ja wohl Info Bachelor und nicht Winfo. Wozu willst du jetzt noch Bachelor-Bwl Module? Und grundsätzlich finde ich die Angst unbegründet. Das ist nur die Wahnvorstellung der Informatik ...

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