DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Digitaltrends & NewsDigitalwirtschaft

Internetwirtschaft in Deutschland ist 75 Milliarden Euro schwer

In Deutschland trug die Internetwirtschaft 2010 bereits mit 75 Milliarden Euro zur Gesamtwirtschaftsleistung bei – das entspricht 3 Prozent des BIP. Damit besitzt das Internet eine höhere Wirtschaftskraft als die Branchen Bergbau oder Hotel und Gastronomie.

Internetwirtschaft in Deutschland ist 75 Milliarden Euro schwer
München, 26.03.2012 (bcg) - Das Internet wird immer mehr zum Wachstumsmotor: In Deutschland trug die Internetwirtschaft 2010 bereits mit 75 Milliarden Euro zur Gesamtwirtschaftsleistung bei – das entspricht 3 Prozent des BIP. Damit besitzt das Internet eine höhere Wirtschaftskraft als die Branchen Bergbau oder Hotel und Gastronomie. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie The $4.2 Trillion Opportunity: The Internet Economy in the G-20 der Boston Consulting Group (BCG), die Teil der Serie "The Connected World" ist. Sie prognostiziert ein durchschnittliches jährliches Wachstum der deutschen Internetwirtschaft von 8 Prozent; demnach wird sie bis 2016 auf 118 Milliarden Euro bzw. 4 Prozent des BIP anwachsen. Diese Steigerung ist vergleichbar mit der in anderen entwickelten Ländern. So wächst die Internetwirtschaft jährlich in Großbritannien um knapp 11 Prozent, in Japan um 6,3 Prozent, in den USA um 6,5 Prozent und in Frankreich um rund 6 Prozent.

Social Media und mobile Anwendungen verstärken  Wachstumstrend
In den G-20-Ländern wird das Internet im Jahr 2016 voraussichtlich 4,2 Billionen Dollar zur Gesamtwirtschaft beitragen – und damit fast doppelt so viel wie im Jahr 2010. "Die treibende Kraft hinter dieser Entwicklung ist die enorme Zunahme an Internetnutzern von derzeit 1,9 Milliarden auf 3 Milliarden im Jahr 2016", erklärt Dr. David Dean, Senior Partner bei BCG und Mitautor der Studie. "Damit wird in vier Jahren fast die Hälfte der Weltbevölkerung online sein. Die Ausbreitung sozialer Netzwerke und die Popularität mobiler Geräte in den aufstrebenden Märkten spielen dabei eine ganz entscheidende Rolle." Diese Entwicklung werde das Wirtschaftsleben in den nächsten Jahren grundlegend verändern.

Das Internet wächst in den einzelnen Märkten jedoch unterschiedlich schnell:
Während die Wachstumsraten in den Industrieländern bei 8,1 Prozent liegen, fallen sie in den Schwellenländern mit 17,8 Prozent deutlich höher aus. In Argentinien und Indien sind beispielsweise jährliche Steigerungsraten von 24,3 bzw. 23 Prozent zu erwarten.

"Die Internetwirtschaft bietet uneingeschränkte Wachstumschancen, die so in kaum einem anderen Bereich möglich scheinen", so Dean. "Politiker sprechen oft von BIP-Wachstumsraten von rund 10 Prozent pro Jahr in den aufstrebenden Märkten und übersehen dabei ähnlich hohe Raten in ihren eigenen Märkten."

Fast ein Viertel des deutschen Einzelhandelsumsatzes ist vom Internet beeinflusst
Im Jahr 2010 wurden in Deutschland etwa 7 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes online erwirtschaftet. Dieser Anteil wird bis zum Jahr 2016 voraussichtlich auf 11,7 Prozent steigen. Zudem beläuft sich der Wert von Waren, die online recherchiert und danach offline gekauft wurden (ROPO), auf zusätzliche 66 Milliarden Euro bzw. 16 Prozent aller Einkäufe. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit auf dem zweiten Platz. Der Anteil von Online- bzw. ROPO-Umsätzen beträgt in Großbritannien 13,5 bzw. 11,5 Prozent, in Südkorea 6,6 bzw. 13,0 Prozent und in den USA 5 bzw. 9,6 Prozent.

Die Verbraucher sind die großen Gewinner der Internetwirtschaft. Die BCG-Studie unterstreicht, wie unersetzlich das Internet im Alltag geworden ist: Auf die Frage, wie viel man ihnen bezahlen müsste, damit sie auf einen Internetzugang verzichten würden, antworteten deutsche Befragte im Durchschnitt mit "2.622 Euro pro Jahr". Interessant ist auch, worauf Verbraucher zugunsten des Internets Verzicht leisten würden: 55 Prozent der deutschen Verbraucher wären eher bereit, auf Kaffee als auf ihren Internetanschluss zu verzichten; wenn sie vor die Wahl gestellt würden, gäben sogar 70 Prozent der deutschen Konsumenten den Genuss von Schokolade bzw. 77 Prozent der Befragten den Konsum von Alkohol auf.

Kleine und mittelgroße Firmen, die das Netz nutzen, wachsen stärker und schaffen mehr Stellen
Die Studie umfasst auch die Ergebnisse einer Umfrage unter 5.600 kleinen und mittleren Unternehmen weltweit – darunter rund 450 Firmen in Deutschland. Deutsche Unternehmen, die das Internet stark für Marketing, Vertrieb und den Austausch mit Kunden und Lieferanten nutzen, konnten ihre Umsätze um 17,7 Prozent innerhalb der letzten drei Jahre steigern; im Gegensatz dazu stagnierte das Wachstum bei denjenigen Unternehmen, die das Internet nicht für ihr Geschäft einsetzten. 93 Prozent der Firmen mit besonders hohen Web-Aktivitäten schufen in den vergangenen drei Jahren auch neue Stellen; von den Unternehmen, die weniger im Internet präsent sind, waren es nur 77 Prozent. Im Betrachtungszeitraum erzielten kleine und mittlere Unternehmen mit hoher Internetnutzung in Deutschland generell einen größeren Umsatzzuwachs als in den anderen untersuchten Industrieländern; gleichzeitig lag ihr Umsatzzuwachs jedoch unter dem von Unternehmen aus Brasilien (20 Prozent), Indien (19 Prozent) und China (25 Prozent).

BCG-Partner David Dean betont: "Wir beobachten weltweit, dass kleine und mittelgroße Firmen, die das Internet breit einsetzen, schneller wachsen und mehr Arbeitsplätze schaffen als diejenigen, die das nicht tun. Das Fördern der Internetnutzung in Unternehmen kann Ländern helfen, ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihre Wachstumsaussichten zu verbessern."

Download der BCG-Studie [PDF, 57 Seiten - 3,3 MB]
The $4.2 Trillion Opportunity: The Internet Economy in the G-20

 

Im Forum zu Digitalwirtschaft

1 Kommentare

IFRS Archiv?

WiWi Gast

Hallo zusammen, Ich beschäftige mich gerade mit einer Fallstudie im Bereich der Internationalen Rechnungslegung. Ich habe den aktuellen IFRS vor mir. Leider brauche ich eine Version der Standards a ...

2 Kommentare

Buchhaltungsfrage

WiWi Gast

(Verwaltungs-)Aufwand an ...

3 Kommentare

Excel Skills Bücher

WiWi Gast

Nach Excel Skills zu fragen ist ja die eine Sache. Aber dann auch noch nach Büchern zu fragen ist wirklich sehr oldschool. In welchem Zeitalter lebst du? Schon mal was von google gehört?

1 Kommentare

Mann?Whitney U test

WiWi Gast

Hallo zusammen, ich würde gerne mittels G Power die Sample Size für ein Experiment errechnen. Das Experiment läuft folgendermaßen ab: Die Teilnehmer sehen 6 Mal eines aus zwei bzw. drei zuälligen Bi ...

2 Kommentare

Frage Hinzurechnungsbesteuerung

WiWi Gast

Zuerst einmal ist ja fraglich, warum die ausländische Steuer abgezogen werden sollte, wenn du die viel günstigere Steueranrechnung beantragen kannst. Dann rechnet man bei der Berechnung der Steuerbel ...

4 Kommentare

Mehrfaktorielles Experiment

WiWi Gast

Danke für die Anwort 0.) 1 UV wäre bspw. Ranking vorhanden: Ja oder nein; 2. UV wäre das Vorhandensein finanzieller Anreize: Ja oder nein usw. 1.) Ok danke 2.) Die AV ist ja die Wahrscheinlichkeit ...

1 Kommentare

Freeware: Excel-Projekthandbuch

WiWi Gast

Danke

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Digitalwirtschaft

E-Learning: Digitalisierung im Studium

Virtueller Hörsaal: Digitalisierung könnte Studium verbessern

Können digitale Medien und Anwendungen helfen, um das Studium zu verbessern? Dieser Frage gehen 20 Projekte an insgesamt 39 Instituten deutschlandweit auf den Grund. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt diese ausgewählten Projekte für die nächsten drei Jahre mit mehr als zwölf Millionen Euro und fördert damit einen Beitrag zur "Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“.

Weiteres zum Thema Digitaltrends & News

Ein Mann mit Kopftaschenlampe sieht sich den Sternenhimmel an.

Digitalstrategen: Chief Digital Officer (CDO) – das Einhorn unter den Top-Managern

Das Berufsbild des Chief Digital Officer (CDO) ist brandneu. Aktuell haben erst lediglich zwei Prozent der großen Unternehmen die Position eines CDO geschaffen. Der digitale Wandel muss jedoch in der Unternehmensspitze verankert werden. Dies ist Aufgabe des Chief Digital Officers, welcher eine Digitalstrategie erarbeiten und die Digitalisierung von Unternehmen und Geschäftsmodellen vorantreiben und gestalten soll.

Industrie 4.0

Industrie 4.0: Weltweite Rekord-Investitionen bis 2020 von 900 Milliarden US-Dollar pro Jahr

Für die Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette wollen branchenbezogene Unternehmen bis 2020 mehr als 900 Milliarden US-Dollar investieren. Von der Industrie 4.0 versprechen sich die Unternehmen signifikante Vorteile bei Kosten, Effizienz und Gewinn; das zeigt die neue globale Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Industrie 4.0

Industrie 4.0: Viele deutsche Unternehmen ohne Strategie

Neun von zehn deutschen Unternehmen sehen Industrie 4.0 als Chance. Aber nur jedes fünfte Unternehmen hat eine Strategie und Verantwortlichkeiten für die Industrie 4.0 definiert. 44 Prozent können zudem keine Fortschritte beim Thema verzeichnen. Vorreiter investieren im Schnitt 18 Prozent ihres Forschungs- und Entwicklungsbudgets im Bereich Industrie 4.0, wie eine aktuelle McKinsey-Studie zeigt.

Das Netz eines Spielplatzklettergerüstes vor blauem Himmel.

Internet der Dinge: Megatrend mit Milliardenumsätzen eröffnet neue Geschäftsmöglichkeiten

Viele Top-Manager sind damit überfordert, eine Erfolg versprechende Strategie für das Internet der Dinge zu entwickeln. Das Geschäft mit intelligenten, vernetzten Gegenständen bietet Technologieanbietern, Telekommunikationsunternehmen und Endgeräteherstellern bis zum Jahr 2020 Umsatzpotentiale von mehr als 300 Milliarden US-Dollar. Doch um vom Internet der Dinge zu profitieren, müssen Unternehmen investieren, Know-how aufbauen und sich Partnerschaften sichern.

Die fünf Faktoren für den Erfolg des Chief Digital Officers (CDO)

Mit der Digitalisierung ist auch eine neue Chef-Funktion entstanden: Der Chief Digital Officer (CDO). Das Problem: In vielen Fällen entpuppt sich der CDO als zahnloser Tiger, da Unternehmen die falsche Person rekrutieren oder ihn nicht richtig ins Unternehmen einführen. Die Personal-, Talent- und Organisationsberatung Korn Ferry benennt die fünf entscheidenden Faktoren, die einen CDO erfolgreich machen.

Beliebtes zum Thema News

Eine Frau mit blonden, langen Haaren hält ein Handy in der Hand.

Arbeitswelt 4.0: Digitalisierung im Job belastet Familienleben und Gesundheit

Die Digitalisierung und permanente Erreichbarkeit für E-Mails und Anrufe per Smartphone belastet die Gesundheit und schadet dem Familienleben. Das Risiko an Burnout zu erkranken steigt und knapp ein Viertel der Beschäftigten fühlen sich durch die Arbeit emotional erschöpft. Dies sind Ergebnisse der Studie „Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeit auf die Gesundheit von Beschäftigten“.

Ein Mann mit Kopftaschenlampe sieht sich den Sternenhimmel an.

Digitalstrategen: Chief Digital Officer (CDO) – das Einhorn unter den Top-Managern

Das Berufsbild des Chief Digital Officer (CDO) ist brandneu. Aktuell haben erst lediglich zwei Prozent der großen Unternehmen die Position eines CDO geschaffen. Der digitale Wandel muss jedoch in der Unternehmensspitze verankert werden. Dies ist Aufgabe des Chief Digital Officers, welcher eine Digitalstrategie erarbeiten und die Digitalisierung von Unternehmen und Geschäftsmodellen vorantreiben und gestalten soll.

Industrie 4.0

Industrie 4.0: Weltweite Rekord-Investitionen bis 2020 von 900 Milliarden US-Dollar pro Jahr

Für die Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette wollen branchenbezogene Unternehmen bis 2020 mehr als 900 Milliarden US-Dollar investieren. Von der Industrie 4.0 versprechen sich die Unternehmen signifikante Vorteile bei Kosten, Effizienz und Gewinn; das zeigt die neue globale Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Jahreswirtschaftsbericht 2017 - Bruttoinlandsprodukt wächst um 1,4 Prozent

Nach dem Verzicht auf seine Kanzlerkandidatur stellte Sigmar Gabriel den aktuellen Jahresbericht 2017 vor. Aus dem Bericht mit dem Titel „Für inklusives Wachstum in Deutschland und Europa“ geht hervor, dass das Bundeskabinett eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent erwartet. Grund für den Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 1,7 auf 1,4 Prozent ist die geringere Anzahl von Arbeitstagen.

Drei übereinander gestapelte Pakete von adidas,amazon und outletcity.

Unternehmensranking 2016: Die Top 100 deutschen E-Commerce-Händler

Im Bereich E-Commerce ist Amazon weiterhin der umsatzstärkste Onlinehändler in Deutschland. Mit 7,8 Mrd. Euro Umsatz befindet sich der Internet-Gigant weit vor Otto.de mit 2,3 Mrd. Euro und Zalando.de mit 1 Mrd. Euro Umsatz. Alle Top 100 E-Commerce-Händler erwirtschafteten 2015 zusammen einen Jahrsumsatz von 24,4 Mrd. Euro und eine Umsatzsteigerung von 13 Prozent. Das geht aus der aktuellen EHI-Studie "E-Commerce-Markt Deutschland 2016" hervor.

Ein Mann im grauen Pullover stützt sich auf einer Fensterbank ab und schaut nach draußen.

Beraterhonorare: Tagessätze von Unternehmensberatern gestiegen

Deutsche Unternehmensberater verzeichneten 2015 und 2016 einen Anstieg ihrer Honorare von durchschnittlich 1,3 Prozent. Für 2017 wird von einer ähnlichen Erhöhung der Tagessätze ausgegangen. In der Strategieberatung variiert der Tagessatz für einen Projektleiter der Hierarchiestufe Manager und Senior Manager über alle Größenklassen gesehen von 1.150 bis 2.275 Euro. Vergleichbare Tagessätze in der IT-Beratung liegen zwischen 950 und 1.800 Euro, wie die Studie "Honorare in der Unternehmensberatung 2015/2016" vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) zeigt.

Industrie 4.0

Industrie 4.0: Viele deutsche Unternehmen ohne Strategie

Neun von zehn deutschen Unternehmen sehen Industrie 4.0 als Chance. Aber nur jedes fünfte Unternehmen hat eine Strategie und Verantwortlichkeiten für die Industrie 4.0 definiert. 44 Prozent können zudem keine Fortschritte beim Thema verzeichnen. Vorreiter investieren im Schnitt 18 Prozent ihres Forschungs- und Entwicklungsbudgets im Bereich Industrie 4.0, wie eine aktuelle McKinsey-Studie zeigt.

Feedback +/-

Feedback