DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Digitaltrends & NewsIndustrie

Industrie ist Impulsgeber für Dienstleistungswachstum

Die Industrie hat als Abnehmer einen wesentlichen Einfluss auf das Wachstum des Dienstleistungssektors, dessen Anteil an der Wertschöpfung auf 68,4 Prozent im Jahr 2012 gestiegen ist. Besonders hoch ist die Verflechtung mit der Industrie beim Handel, bei Werbung, Marktforschung, Forschung und Entwicklung sowie bei Ingenieurbüros.

Container und Verladekräne im Hafen von Hamburg.

Der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft ist ohne Industrie kaum möglich
Berlin, 21.08.2013 (diw) - Die Industrie ist ein wichtiger Abnehmer von Dienstleistungen und hat damit einen wesentlichen Einfluss auf das Wachstum des Dienstleistungssektors. Dies ist ein Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). „Das Wachstum im Dienstleistungssektor wird maßgeblich von der Industrie getrieben“, sagt DIW-Experte Alexander Eickelpasch. So hat die Nachfrage nach industriellen Gütern im Jahr 2009 indirekt eine Dienstleistungsproduktion von 365 Milliarden Euro angestoßen. Das entspricht einer Wertschöpfung von 205 Milliarden Euro und einer Beschäftigung von rund 3,8 Millionen Personen. Umgekehrt sind die Impulse, die von den Dienstleistungen auf die Industrie ausgehen, geringer. Diese Zusammenhänge sollten in der wirtschaftspolitischen Debatte stärker berücksichtigt werden, so Eickelpasch: „Der Aufstieg der Dienstleistungen geht nicht mit einem Niedergang der Industrie einher. Vielmehr spielt für den Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft in den modernen Volkswirtschaften der industrielle Sektor eine wichtige Rolle. Wenn man den Einfluss der Industrie auf den Dienstleistungsbereich nicht berücksichtigt, unterschätzt man die Industrie und überschätzt den Dienstleistungssektor“.

Industrielle Vorleistungen spielen eine wesentliche Rolle
Wandeln sich die hoch entwickelten Volkswirtschaften zu reinen Dienstleistungsgesellschaften? Wird die Industrie künftig bedeutungslos? Ein Blick in die Statistik legt nahe, diese Fragen zu bejahen: Der Anteil des Dienstleistungssektors an der Wertschöpfung stieg von 48,3 Prozent Anfang der 70er Jahre auf 68,4 Prozent im Jahr 2012. Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes ist auf ein Niveau von etwas mehr als ein Fünftel zurückgegangen. Berücksichtigt man die Bezugs- und Absatzverflechtungen zwischen Industrie und Dienstleistungssektor, ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Von den Dienstleistungen, die als Vorleistung in die inländische Produktion eingehen, wird ein knappes Viertel vom Verarbeitenden Gewerbe nachgefragt - von den unternehmensnahen Diensten erwartungsgemäß deutlich mehr als von den konsumnahen. Besonders hoch ist die Verflechtung mit der Industrie beim Handel sowie bei den freiberuflichen, technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen wie Werbung und Marktforschung, Forschung und Entwicklung sowie Ingenieurbüros. Dagegen ist die Informations- und Kommunikationsbranche aufgrund ihres Querschnittscharakters relativ gering mit der Industrie verflochten. Vorleistungsverflechtungen bestehen auch in die umgekehrte Richtung von der Industrie zum Dienstleistungssektor, allerdings in einem weit geringeren Maß.

Exporte der Industrie sind ein wichtiger Impulsgeber
Die Industrieproduktion induziert wegen der beschriebenen Verflechtungen in erheblichem Umfang Produktion, Wertschöpfung und Beschäftigung in den Dienstleistungsbereichen. Nahezu ein Viertel der Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor - rund 3,8 Millionen - basierte 2009 auf der industriellen Nachfrage. Eine herausragende Bedeutung hat dabei die Exportindustrie: Allein 2,7 Millionen Arbeitsplätze und damit 70 Prozent der so angestoßenen Beschäftigung im Dienstleistungssektor gehen auf den Export zurück. Vor allem die dynamisch wachsenden unternehmensnahen Dienstleistungen profitieren: 22,5 Prozent der dort Beschäftigten verdanken ihren Arbeitsplatz der Industrie, in einigen Teilbereichen ist dieser Anteil noch deutlich höher, wie bei den freiberuflichen, technischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen oder im Handel.

Download Artikel im DIW-Wochenbericht 34/2013 [PDF, 9 Seiten - 176 KB]
http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.426139.de/13-34-3.pdf

Im Forum zu Industrie

4 Kommentare

Mit WP-Titel in die Industrie

WiWi Gast

Der Titel verfällt bei nicht regelmäßiger Prüfungstätigkeit.

5 Kommentare

Goethe WiWi vs LMU BWL für Industrie

WiWi Gast

Beides Top 5 Unis die grundsätzlich alle Türen öffnen, für Industrie ist "Target" sowieso weniger entscheidend. Aber grundsätzlich: für Finance hat die Goethe die Nase vorn, für sonstiges B ...

6 Kommentare

Wer hat Erfahrungen mit Industrie -> Beratung -> Industrie?

WiWi Gast

Wortdefinition, in diesem Zusammenhang sind m.E. Industrie, Branche, Sektor als Synonyme zu verstehen. Banking ist eine "Industry Practice". In einigen kleineren Häusern auch grob unter &quo ...

11 Kommentare

Duales Studium in der Industrie. Chance im IB / UB ?

WiWi Gast

Wieso wird IB mit dualem ausgeschlossen aber UB ist drin? Die letzten Jahre waren die Beiträge hier genau andersherum.

5 Kommentare

Relevanz der Industrie für Berufseinstieg (Bachelor Bwl)

WiWi Gast

Naja, die <5 Milliarden Bilanzsumme ist ja sehr weitläufig. Da ist von 100 Mio bis 4,98999961 Milliarden alles dabei. Da musst du schon etwas genauer werden. Weil wenn du später zu den BIG 4 willst ...

21 Kommentare

Industrie vs. Big4/LowTier

WiWi Gast

Berufseinstieg bei den Big 4 ist derzeit mit ca. 25 Jahren. Tendenz eher noch früher... Nach 5 Jahren bist du Manager, das is bei ca. 90 % aller so, die nicht davor gekündigt haben. Früher wurde man i ...

20 Kommentare

Tarif Obst- und Gemüseverarbeitende Industrie

WiWi Gast

Lounge Gast schrieb: Und bei dem ganzen Stress im IB kann man sich dann eh bald die Radischen von unten ansehen. ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Industrie

Weiteres zum Thema Digitaltrends & News

Ein Mann mit Kopftaschenlampe sieht sich den Sternenhimmel an.

Digitalstrategen: Chief Digital Officer (CDO) – das Einhorn unter den Top-Managern

Das Berufsbild des Chief Digital Officer (CDO) ist brandneu. Aktuell haben erst lediglich zwei Prozent der großen Unternehmen die Position eines CDO geschaffen. Der digitale Wandel muss jedoch in der Unternehmensspitze verankert werden. Dies ist Aufgabe des Chief Digital Officers, welcher eine Digitalstrategie erarbeiten und die Digitalisierung von Unternehmen und Geschäftsmodellen vorantreiben und gestalten soll.

E-Learning: Digitalisierung im Studium

Virtueller Hörsaal: Digitalisierung könnte Studium verbessern

Können digitale Medien und Anwendungen helfen, um das Studium zu verbessern? Dieser Frage gehen 20 Projekte an insgesamt 39 Instituten deutschlandweit auf den Grund. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt diese ausgewählten Projekte für die nächsten drei Jahre mit mehr als zwölf Millionen Euro und fördert damit einen Beitrag zur "Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“.

Digitalisierung und Innovation in Deutschland

Innovationsindikator 2017: Deutschland schwach bei Digitalisierung

Im internationalen Wettbewerb hat sich Deutschland leicht verbessert, kann jedoch nicht zu den Spitzenreitern Schweiz und Singapur aufschließen. In den Teilbereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Staat belegt das deutsche Innovationssystem die Plätze 7 und 11 sowie zweimal Rang 8. Hoch ist der Nachholbedarf bei der Digitalisierung: Hier liegt Deutschland lediglich auf Platz 17, wie der Innovationsindikator 2017 zeigt.

Das Netz eines Spielplatzklettergerüstes vor blauem Himmel.

Internet der Dinge: Megatrend mit Milliardenumsätzen eröffnet neue Geschäftsmöglichkeiten

Viele Top-Manager sind damit überfordert, eine Erfolg versprechende Strategie für das Internet der Dinge zu entwickeln. Das Geschäft mit intelligenten, vernetzten Gegenständen bietet Technologieanbietern, Telekommunikationsunternehmen und Endgeräteherstellern bis zum Jahr 2020 Umsatzpotentiale von mehr als 300 Milliarden US-Dollar. Doch um vom Internet der Dinge zu profitieren, müssen Unternehmen investieren, Know-how aufbauen und sich Partnerschaften sichern.

Die fünf Faktoren für den Erfolg des Chief Digital Officers (CDO)

Mit der Digitalisierung ist auch eine neue Chef-Funktion entstanden: Der Chief Digital Officer (CDO). Das Problem: In vielen Fällen entpuppt sich der CDO als zahnloser Tiger, da Unternehmen die falsche Person rekrutieren oder ihn nicht richtig ins Unternehmen einführen. Die Personal-, Talent- und Organisationsberatung Korn Ferry benennt die fünf entscheidenden Faktoren, die einen CDO erfolgreich machen.

Digitalökonomie Forschung HWWI

Digitalökonomie: HWWI gründet erstes Institut zur Erforschung der digitalen Ökonomie

Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) hat das erste ökonomische Institut zur Erforschung der Digitalökonomie ins Leben gerufen. Mit dem Institute for Digital Economics and Applied Solutions (IDEAS@HWWI) sollen künftig ökonomische Grundlagen und die Umsetzung von digitalen Regularien untersucht werden. Ziel ist es, das Verständnis für digitale Handlungsstrategien zu schaffen.

Der Blick hoch an einem Hochhaus mit vielen, verspiegelten Fenstern.

Digitalisierung in Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung nimmt zu

Deutsche Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Steuerberatungsgesellschaften blicken auf ein gutes Geschäftsjahr 2015 zurück. Der Umsatzanstieg von 6,4 Prozent übertraf die Erwartungen. Dennoch bleiben die WP-Gesellschaften verhalten optimistisch und erwarten 2016 und 2017 lediglich eine Wachstumssteigerung von 5,1 Prozent. Neue Möglichkeiten des Wachstums und der Differenzierung eröffnet den WP-Gesellschaften die Digitalisierung. Dies sind einige Ergebnisse aus der aktuellen Lünendonk-Studie 2016.

Beliebtes zum Thema News

Eine Frau mit blonden, langen Haaren hält ein Handy in der Hand.

Arbeitswelt 4.0: Digitalisierung im Job belastet Familienleben und Gesundheit

Die Digitalisierung und permanente Erreichbarkeit für E-Mails und Anrufe per Smartphone belastet die Gesundheit und schadet dem Familienleben. Das Risiko an Burnout zu erkranken steigt und knapp ein Viertel der Beschäftigten fühlen sich durch die Arbeit emotional erschöpft. Dies sind Ergebnisse der Studie „Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeit auf die Gesundheit von Beschäftigten“.

Ein Mann mit Kopftaschenlampe sieht sich den Sternenhimmel an.

Digitalstrategen: Chief Digital Officer (CDO) – das Einhorn unter den Top-Managern

Das Berufsbild des Chief Digital Officer (CDO) ist brandneu. Aktuell haben erst lediglich zwei Prozent der großen Unternehmen die Position eines CDO geschaffen. Der digitale Wandel muss jedoch in der Unternehmensspitze verankert werden. Dies ist Aufgabe des Chief Digital Officers, welcher eine Digitalstrategie erarbeiten und die Digitalisierung von Unternehmen und Geschäftsmodellen vorantreiben und gestalten soll.

Industrie 4.0

Industrie 4.0: Weltweite Rekord-Investitionen bis 2020 von 900 Milliarden US-Dollar pro Jahr

Für die Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette wollen branchenbezogene Unternehmen bis 2020 mehr als 900 Milliarden US-Dollar investieren. Von der Industrie 4.0 versprechen sich die Unternehmen signifikante Vorteile bei Kosten, Effizienz und Gewinn; das zeigt die neue globale Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Jahreswirtschaftsbericht 2017 - Bruttoinlandsprodukt wächst um 1,4 Prozent

Nach dem Verzicht auf seine Kanzlerkandidatur stellte Sigmar Gabriel den aktuellen Jahresbericht 2017 vor. Aus dem Bericht mit dem Titel „Für inklusives Wachstum in Deutschland und Europa“ geht hervor, dass das Bundeskabinett eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent erwartet. Grund für den Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 1,7 auf 1,4 Prozent ist die geringere Anzahl von Arbeitstagen.

Drei übereinander gestapelte Pakete von adidas,amazon und outletcity.

Unternehmensranking 2016: Die Top 100 deutschen E-Commerce-Händler

Im Bereich E-Commerce ist Amazon weiterhin der umsatzstärkste Onlinehändler in Deutschland. Mit 7,8 Mrd. Euro Umsatz befindet sich der Internet-Gigant weit vor Otto.de mit 2,3 Mrd. Euro und Zalando.de mit 1 Mrd. Euro Umsatz. Alle Top 100 E-Commerce-Händler erwirtschafteten 2015 zusammen einen Jahrsumsatz von 24,4 Mrd. Euro und eine Umsatzsteigerung von 13 Prozent. Das geht aus der aktuellen EHI-Studie "E-Commerce-Markt Deutschland 2016" hervor.

Ein Mann im grauen Pullover stützt sich auf einer Fensterbank ab und schaut nach draußen.

Beraterhonorare: Tagessätze von Unternehmensberatern gestiegen

Deutsche Unternehmensberater verzeichneten 2015 und 2016 einen Anstieg ihrer Honorare von durchschnittlich 1,3 Prozent. Für 2017 wird von einer ähnlichen Erhöhung der Tagessätze ausgegangen. In der Strategieberatung variiert der Tagessatz für einen Projektleiter der Hierarchiestufe Manager und Senior Manager über alle Größenklassen gesehen von 1.150 bis 2.275 Euro. Vergleichbare Tagessätze in der IT-Beratung liegen zwischen 950 und 1.800 Euro, wie die Studie "Honorare in der Unternehmensberatung 2015/2016" vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) zeigt.

Industrie 4.0

Industrie 4.0: Viele deutsche Unternehmen ohne Strategie

Neun von zehn deutschen Unternehmen sehen Industrie 4.0 als Chance. Aber nur jedes fünfte Unternehmen hat eine Strategie und Verantwortlichkeiten für die Industrie 4.0 definiert. 44 Prozent können zudem keine Fortschritte beim Thema verzeichnen. Vorreiter investieren im Schnitt 18 Prozent ihres Forschungs- und Entwicklungsbudgets im Bereich Industrie 4.0, wie eine aktuelle McKinsey-Studie zeigt.

Feedback +/-

Feedback