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Große Einkommensunterschiede zwischen Akademikerinnen und Akademikern

Frauen mit akademischem Abschluss verdienen weniger als ihre männlichen Kollegen. Dies gilt für Beschäftigte aller Abschlussarten. Im Durchschnitt beträgt die Gehaltslücke ("Gender Pay Gap") 21,5 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage des Internetportals lohnspiegel.de.

Eine Frau sitzt in einem Lokal an einem aufgeklappten Applecomputer.

Große Einkommensunterschiede zwischen Akademikerinnen und Akademikern
Düsseldorf, 04.04.2012 (hbs) - Frauen mit akademischem Abschluss verdienen weniger als ihre männlichen Kollegen. Dies gilt für Beschäftigte aller Abschlussarten - vom Bachelor an der Fachhochschule über den Master an der Universität bis hin zur Promotion. Im Durchschnitt beträgt die Gehaltslücke ("Gender Pay Gap") 21,5 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage des Internetportals www.lohnspiegel.de, das vom WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird. Rund 10.200 Beschäftigte mit akademischem Abschluss haben sich daran beteiligt.

Akademischer Abschluss
Die Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern variiert je nach akademischem Abschluss:

Frauen mit Promotion erhalten auf Basis einer 40-Stunden-Woche ohne Sonderzahlungen ein Bruttomonatsgehalt von durchschnittlich 4.679 Euro. Männer mit Doktortitel verdienen im Schnitt 5.342 Euro, also 663 Euro mehr.

Noch größer ist der Abstand bei Beschäftigten mit einem Diplomabschluss einer Universität: Hier verdienen Frauen im Schnitt 3.534 Euro, Männer hingegen 4.590 Euro, also 1.056 Euro mehr.

Frauen mit einem Master-Abschluss einer Universität verdienen durchschnittlich 3.827 Euro. Mit dem gleichen Abschluss bekommen Männer 4.530 Euro, also 703 Euro mehr.

Absolventinnen mit einem Bachelor-Abschluss einer Fachhochschule verdienen im Schnitt 3.023 Euro, das sind 618 Euro weniger als männliche Bachelor-Absolventen mit durchschnittlich 3.641 Euro.


 

Lebensalter
Je älter die Beschäftigten mit akademischem Abschluss, umso größer wird der Gender Pay Gap:

Akademikerinnen im Alter zwischen 25 und 30 Jahren verdienen 15,2 Prozent weniger als Männer dieser Altersgruppe.

Im Alter zwischen 36 und 40 Jahren steigt die Gehaltslücke auf 18,4 Prozent.

In der Altersgruppe von 46 - 50 Jahre erreicht der Gender Pay Gap 25,3 Prozent.

Bei Beschäftigten, die älter als 50 Jahre sind, liegt die Gehaltslücke mit 25,1 Prozent gleichfalls am oberen Ende.


Berufe
Die Einkommensunterschiede fallen je nach Beruf ebenfalls unterschiedlich aus:

Ein relativ geringer Gender Pay Gap besteht bei den Informatiker/innen: Frauen verdienen hier im Schnitt 4.265 Euro, das sind 158 Euro oder 4 Prozent weniger als die Männer mit 4.423 Euro

Deutlich größer ist die Gehaltslücke mit rund 14 Prozent bei Diplomkaufleuten: Frauen verdienen 4.149 Euro, das sind 691 Euro weniger als das Gehalt der Männer mit 4.840 Euro.

Ähnlich groß ist der Gehaltsabstand mit rund 15 Prozent bei Soziologen/innen und Sozialwissenschaftler/innen: Hier verdienen die Frauen im Schnitt 3.246 Euro, das sind 565 Euro weniger als das Gehalt der Männer von 3.811 Euro.

Besonders groß ist der Gender Pay Gap mit 24 Prozent bei den Physiker/innen. Frauen erhalten im Schnitt 4.134 Euro, Männer dagegen 5.466 Euro.

Leser-Kommentare

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WiWi Gast

Große Einkommensunterschiede zwischen Akademikerinnen und Akademikern

In der Regel spricht man ja gerne von der magischen 23.

Zu diesem Artikel möchte ich auf diesen Link (http://www.rwi-essen.de/forschung-und-beratung/fdz-ruhr/unstatistik-des-monats/) verweisen.

Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema führte mich vor einem Jahr zu einer weitaus geringeren GPG um die 8 %. Sicherlich immer noch eine inakzeptable Lücke, welche sich jedoch immer noch zu 50 % durch Unterschiede in der Verhandlungsbasis und dem Verhandlungsgeschick erklären lassen. Alle anderen Lohnunterschiede würden schließlich gegen das AGG verstoßen.

Fazit: Äpfel nicht mit Birnen vergleichen

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