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EinkommensentwicklungMindestlohn

Mindestlohn nutzt Arbeitnehmern und Unternehmern

Ein gesetzlicher Mindestlohn schützt nach Ansicht des Gelsenkirchener Instituts Arbeit unt Technik (IAT) nicht nur Arbeitnehmer vor Lohn- und Sozialdumping, sondern belohnt auch ehrliche Unternehmer.

Mindestlohn Arbeitnehmern Unternehmern
Mindestlohn nutzt Arbeitnehmern und Unternehmern
Gelsenkirchen, 13.02.2006 (iat) - Ein gesetzlicher Mindestlohn schützt nicht nur Arbeitnehmer vor Lohn- und Sozialdumping, auch ehrliche Unternehmer werden belohnt: Negative Beschäftigungseffekte bei der Einführung können vermieden werden, wenn die Lohngrenze nicht zu hoch angesetzt wird und den Betrieben ausreichend Vorbereitungszeit gelassen wird. Das zeigen aktuelle Untersuchungen des Instituts Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen).

Deutschland ist eines der wenigen EU-Mitgliedsländer ohne einen gesetzlichen Mindestlohn. Neun der 15 alten EU-Mitgliedsländer und neun der zehn neuen EU-Mitgliedsländer haben einen gesetzlichen Mindestlohn. Der gesetzliche Mindestlohn in Frankreich liegt nach Umsetzung der Arbeitszeitverkürzung inzwischen bei knapp über 8 Euro und in Großbritannien seit Oktober 2006 bei umgerechnet 7,86 Euro. Der niedrigste tarifliche Stundenlohn in Ostdeutschland lag Ende 2003 bei 2,74 Euro, und auch in westdeutschen Tarifverträgen finden sich zahlreiche Lohngruppen mit Stundenlöhnen unter 6 Euro. Obwohl Großbritannien ein Land mit hohen Anteilen von Niedriglöhnen und einer starken Einkommensdifferenzierung ist, hat es die Labour-Regierung geschafft, dieses höchst kontroverse Instrument so einzuführen, dass es im Prinzip heute nicht mehr umstritten ist. Die Lohnsumme wurde durch den nationalen Mindestlohn um ungefähr 0,5 Prozent gesteigert - ohne spürbare Effekte auf die Beschäftigung.

Bei der Einführung eines Mindestlohns in Deutschland plädiert das IAT für eine Mischstrategie: In Branchen, in denen es gelingt, bundesweite Tarifverträge abzuschließen, könnte eine Ausweitung des Entsendegesetzes Wirkung entfalten. Dies wird jedoch nur wenige Branchen betreffen. Die Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen ist wünschenswert, aber nicht wahrscheinlich. Notwendig ist daher als Basis für alle Brancheninitiativen ein gesetzlicher Mindestlohn. Zur Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland schlägt das IAT eine Reihe von Eckpunkten vor: Aus Sicht des IAT sollte sich die deutsche Diskussion statt auf das »Ob« endlich auf das »Wie« einer Einführung gesetzlicher Mindestlöhne konzentrieren. Hierfür spricht nicht nur der beachtliche und steigende Anteil von Niedriglöhnen in Deutschland, sondern auch, dass der Staat nicht auf Dauer Niedrig(st)löhne ohne jede Untergrenze subventionieren kann. Diese Problematik besteht heute bereits beim Arbeitslosengeld II, das zu einem nicht unerheblichen Teil ergänzend zu niedrigen Erwerbseinkommen gewährt wird. Auch eine Einführung von Kombilöhnen müsste durch die Einführung gesetzlicher Mindestlöhne flankiert werden, um den Subventionsaufwand zu begrenzen. Ohne Mindestlohn würden Kombilöhne Anreize zu Lohnsenkungen bieten, die wiederum vom Staat ausgeglichen werden müssen.

Im Forum zu Mindestlohn

14 Kommentare

Gehalt unter Mindestlohn???

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 23.09.2020: Vielleicht definierst du den Begriff "Ausbildung" etwas zu eng mit Berufsschule, starrem System und Abschlussprüfung? Ich gebe dir mal ein paar Beispiele, die ...

11 Kommentare

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WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 23.08.2019: Genau, Frag' nach. Ich habe vor ein paar Jahren auch mal bei KPMG für ein Praktikum angeheuert und der erste Vertrag den sie mir geschickt hatten sah ähnlich ...

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WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 15.04.2019: Mindestlohn gilt nur, wenn die Ausbildung bzw. das Studium nicht im Vordergrund des Praktikums steht... ...

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WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 06.02.2019: Bin in UK. Praktikagehalt eines Berufseinsteigers ist nicht selbstverständlich. ihr lass euch zuviel von der UB/IB Effekt blenden. Die Summer Analysts bei IB ...

5 Kommentare

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WiWi Gast

Wenn du im Urlaubssemester bist, dann bist du weder immatrikuliert noch ordentlicher Student. Deine Logik geht also nicht auf. Wegen den paar Kröten so einen Aufstand zu machen und den AG zu ver ...

7 Kommentare

Ist das legal?

WiWi Gast

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165 Kommentare

Re: Mindestlohn für Akademiker! Jetzt fordern und unterstützen!

WiWi Gast

So pauschal kann man das bzgl. "Staat" auch nicht sagen. Wegen einem Master bekommt man nicht automatisch mehr. Vielmehr kann man sich auf höher bewertete Stellen bewerben. Da sind die Anforderungen h ...

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