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Hohe Erfolgsquote bei Existenzgründungen von Arbeitslosen

Unternehmensgründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus sind viel erfolgreicher als bisher angenommen. Eine neue Studie des DIW Berlin und des IZA Bonn zeigt jetzt, dass vor allem die Motive zur Gründung für den unternehmerischen Erfolg entscheidend sind.

Ein Streichholz wird angezündet.

Hohe Erfolgsquote bei Existenzgründungen von Arbeitslosen
Berlin, 06.05.2010 (diw) - Unternehmensgründungen aus der Arbeitslosigkeit heraus sind viel erfolgreicher als bisher angenommen. Eine neue Studie des DIW Berlin und des IZA Bonn zeigt jetzt, dass vor allem die Motive zur Gründung für den unternehmerischen Erfolg entscheidend sind: Reine Notgründungen sind weniger erfolgreich als andere. Die meisten Gründer aus Arbeitslosigkeit aber treibt mehr als die Not. Das macht sich auch am Arbeitsmarkt bemerkbar: Neue Selbständige geben in vielen Fällen auch anderen Menschen wieder Arbeit.

In der Wirtschaftspolitik wird Existenzgründungen aus Arbeitslosigkeit oft kritisch begegnet - zu Unrecht, wie eine neue Studie des DIW Berlin und des IZA Bonn zeigt. »Es ging uns darum, die Debatte zu versachlichen, die gerade in diesem Bereich oft von Vorurteilen dominiert wird«, sagt Alexander Kritikos. Auf Basis einer telefonischen Befragung von vorher arbeitslosen Existenzgründern wurde in dieser Studie der Zusammenhang zwischen unternehmerischem Erfolg und den Gründen für den Schritt in die Selbständigkeit untersucht. »Nur 12 Prozent der Arbeitslosen machen reine Notgründungen«, erklärt Alexander Kritikos. »Bei den meisten sehen wir eine Mischung aus zwei Motiven.« Natürlich wollten die meisten auch ihre Arbeitslosigkeit beenden - dazu käme aber oft die Entdeckung einer Marktlücke oder der Wunsch, sein eigener Chef sein zu wollen. Die Studie zeigt deutlich, dass derartig gemischt motivierte Selbstständige erfolgreicher sind als reine Notgründer.

Für den DIW-Experten Kritikos sind die Schlussfolgerungen aus diesem Zusammenhang klar: »Die finanzielle Förderung der Existenzgründung muss auf jeden Fall bestehen bleiben, auch wenn ihre Ausgestaltung an mancher Stelle verbessert werden kann.« Zusätzlich solle man aber überlegen, die beratende Förderung besser auf unterschiedliche Gründungsmotive einzustellen: »Bisher konzentrieren sich viele Angebote vor allem auf das wirtschaftliche Überleben«, sagt er. »In Zukunft sollte man aber die unterschiedlichen Motive der Gründer besser berücksichtigen und Wege aufzeigen, wie eine den Marktbedürfnissen entsprechende Unternehmensgröße erfolgreich aufgebaut werden kann.«

Mit Einführung der Hartz-Gesetze war die Zahl der Gründungen aus Arbeitslosigkeit deutlich gestiegen. Mehr als 350.000 Personen wurden 2004, auf dem Höhepunkt der Entwicklung, mit Überbrückungsgeld oder Existenzgründerzuschüssen gefördert, vorher waren es meist unter 100.000 Personen. Nach der letzten Reform der Gründungsförderung im Jahr 2006 ist die Zahl wieder auf 150.000 geförderte Gründungen gesunken, Alexander Kritikos ist sich dennoch sicher: »Die neuen Selbstständigen sind mittlerweile ein eigener Wirtschaftsfaktor.« Denn, so Marco Caliendo vom IZA: »Gut zwei Drittel von ihnen sind auch fünf Jahre nach der Gründung noch im Geschäft, nur zehn Prozent sind wieder arbeitslos.« Außerdem schaffen, so die beiden Autoren, zuvor arbeitslose Existenzgründer nicht nur ihren eigenen Arbeitsplatz, sondern geben in bis zu 40 Prozent der Fälle auch anderen Menschen wieder Arbeit.

Download »Gründungen aus Arbeitslosigkeit« [PDF, 7 Seiten 225 KB]
http://www.diw.de/sixcms/detail.php/356435
 

 

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