DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
ExistenzgründungGründerinnen

Frauen machen sich seltener selbstständig als Männer

Unternehmensgründungen sind nach wie vor eine männliche Domäne. 2014 lag die Quote der 18- bis 64-jährigen Männer, die in den letzten dreieinhalb Jahren gegründet haben oder aktuell planen, ein Unternehmen zu gründen, in Deutschland bei 6,5 Prozent. Die Gründungsquote der Frauen betrug lediglich vier Prozent. Dies zeigen neue Ergebnisse aus dem „Global Entrepreneurship Monitor“, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag veröffentlichte.

Frauen machen sich seltener selbstständig als Männer
Nürnberg, 30.04.2015 (iab) - Unternehmensgründungen sind nach wie vor eine männliche Domäne. 2014 lag die Quote der 18- bis 64-jährigen Männer, die in den letzten dreieinhalb Jahren gegründet haben oder aktuell planen, ein Unternehmen zu gründen, in Deutschland bei 6,5 Prozent. Die Gründungsquote der Frauen betrug lediglich vier Prozent. Dies zeigen neue Ergebnisse aus dem „Global Entrepreneurship Monitor“, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag veröffentlichte.

Auch die Motive für Selbstständigkeit bei Männern und Frauen unterscheiden sich. Ergebnisse des Monitors aus den Jahren 2009 bis 2014 zeigen, dass sich 60 Prozent der Männer, aber nur 50 Prozent der Frauen selbstständig machen, weil sie eine Gelegenheit nutzen möchten und damit Ziele wie Unabhängigkeit, Selbstverwirklichung und ein hohes Einkommen verfolgen. Frauen machen sich dagegen häufiger selbstständig als Männer, weil sie keine geeignete Stelle in abhängiger Beschäftigung finden. Ostdeutsche Gründerinnen nennen diese Aspekt dabei mit 43 Prozent öfter als Gründerinnen in Westdeutschland mit 23 Prozent.

„Für die Entscheidung zur Selbstständigkeit sind Rollenvorbilder sehr wichtig“, erläutern die Arbeitsmarktexperten. So erhöhen beispielsweise unternehmerisch tätige Eltern die Wahrscheinlichkeit, selbst ein Unternehmen zu gründen. Die durchschnittliche Gründungsquote von Personen mit Eltern, die selbstständig sind oder waren, lag im Zeitraum 2009 bis 2014 bei 7,1 Prozent gegenüber 3,5 Prozent bei Personen mit abhängig beschäftigten Eltern. Trotz der Vorbildrolle der selbstständig tätigen Eltern war die durchschnittliche Gründungsquote bei Töchtern niedriger als bei Söhnen: bei Frauen betrug sie 5,6 Prozent, bei Männern 8,6 Prozent.

Auch Vorbilder im Bekanntenkreis erhöhen die Wahrscheinlichkeit, ein Unternehmen zu gründen. 55 Prozent der Gründerinnen und 66 Prozent der Gründer kennen Personen, die sich in jüngster Vergangenheit selbstständig gemacht haben. Die geringere Verbreitung von unternehmerischen Vorbildern bei Frauen könnte bei der Vermittlung von gründungsrelevantem Wissen eine Rolle spielen, so die Autoren. 32 Prozent der Frauen im Vergleich zu 47 Prozent der Männer sind der Meinung, dass sie über die Kenntnisse verfügen, die sie für eine Gründung als nötig erachten.

Die Analyse der Gründungsaktivitäten zeigt auch, dass ostdeutsche Frauen seltener als westdeutsche Frauen unternehmerisch aktiv sind. Dies lasse sich vor allem durch strukturelle Unterschiede erklären. So sind Frauen und Männer, die in einem städtischen Umfeld leben, häufiger selbstständig tätig als Personen, die in ländlichen Gebieten leben. Gründe hierfür seien vor allem die bessere städtische Infrastruktur und die Alters- und Qualifikationsstruktur in städtischen Gebieten. Mit 68 Prozent gibt es diese ländlichen Regionen in Ostdeutschland häufiger als in Westdeutschland, wo nur 30 Prozent der Regionen als ländlich gelten.

Die Studie basiert auf Ergebnissen des Global Entrepreneurship Monitor (GEM).

Download [PDF, 8 Seiten - 904 KB]
http://doku.iab.de/kurzber/2015/kb1015.pdf

Im Forum zu Gründerinnen

3 Kommentare

startup / design thinking / private equity

WiWi Gast

d-fine kenne ich. Hatte auch vor paar Jahre ein Angebot von denen weil ich ganz fit bin. Aber letzendlich will eher mehr mit den kreativen Leuten zusammenarbeit wo viel komminiziert wird und wo es ...

4 Kommentare

Als angestellter Steuerberater eigene Mandate/Kanzlei

WiWi Gast

Vielen Dank für deine Antwort. Dass das theoretisch möglich sei, hilft mir erst einmal schon weiter. @#2 Es geht um die Steuer des Gewerbes, also nicht nur die Est-Erklärung.

2 Kommentare

Insolvenzrecht in England

WiWi Gast

Was hat denn die Privatinsolvenz (!!) jetzt konkret mit einer GmbH und Limited zu tun? Gesellschaften sind doch nicht nach 6 bzw 1 Jahr schuldenfrei (Insert affensmiley) Gibt genug Gründe die gege ...

18 Kommentare

Keine Lust auf 9-to-5 Jobs, welche Möglichkeiten gibt es?

WiWi Gast

Der größte Teil der aufgezählten Berufe benötigt explizite Fachkenntnisse und auch ein gewisses Eigenkapital. Hinzu kommt, dass die Kunden wohl kaum einem 23jähirgen Steuerberater, Versicherungsag ...

9 Kommentare

Re: Co-Founder gesucht für Startup Idee

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 15.11.2017: hhahahah nice try ...

14 Kommentare

Start-Up Finanzierung / Business Angel

WiWi Gast

Wurstman B? Kenne ich auch. Gute Wurst

7 Kommentare

Wann Job kündigen?

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 01.10.2017: Das ist meiner Meinung nach zu wenig um den Job zu kündigen. Bedenke: Krankenversicherung, Rentenversicherung, weitere Versicherungen für den Betrieb musst du d ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Gründerinnen

Zahlreiche Lastwagen stehen mit dem Führerhaus nach vorne in einer Reihe.

Mittelstand: 620.000 Unternehmensnachfolger bis 2018 gesucht

Den mittelständischen Unternehmen in Deutschland fehlen die Unternehmensnachfolger. Jeder sechste Mittelständler plant bis zum Jahr 2018 die Firma zu übergeben oder zu verkaufen. Das sind etwa 620.000 kleine oder mittlere Unternehmen (KMU) mit vier Millionen Beschäftigten. Für die Unternehmensübergabe mangelt es jedoch an Nachfolgern, die ein mittelständisches Unternehmen weiterführen wollen. Es gibt dreimal so viele übergabebereite Unternehmen wie Übergabegründer, so das Ergebnis des KfW-Mittelstandspanels 2016.

Herausforderung-Unternehmertum Startups Stipendium

Startup-Stipendien für Studierende fördern Gründer-Knowhow

Egal ob gewinnorientiertes Business oder gemeinnütziges Social Startup – mit ihrer Gründungsidee können sich Studierende für das Förderprogramm »Herausforderung Unternehmertum« bewerben. Das Bildungsprogramm für Gründer ist eine Initiative der Heinz Nixdorf Stiftung und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft. Bereits im Studium sollen Startup-Knowhow vermittelt und Ideen ausprobiert werden. Die Gewinner erhalten eine einjährige Förderung und finanzielle Unterstützung von bis zu 15.000 Euro. Bewerbungsschluss ist der 19. August 2016.

Ausblick-Zukunft-Studienwahl

Selbständigkeit lohnt sich doch

Eine Selbständigkeit lohnt sich finanziell für viele, denn selbst Solo-Selbständige verdienen im Schnitt drei Euro mehr pro Stunde als Angestellte. Selbständige mit Beschäftigten verdienen sogar sechs Euro mehr. Die starke Streuung der Einkommen von Selbständigen zeigt, dass eine Selbständigkeit mit hohen Einkommenschancen, aber auch mit hohen Einkommensrisiken behaftet ist.

Eine Schildkröte balanciert eine Seifenblase auf der Nase.

Patent und Gebrauchsmuster – das sind die Unterschiede

Um geistiges Eigentum und technische Neuerungen zu schützen, gibt es Gebrauchsmuster und Patente. Neue Erfindungen können sowohl als Patent als auch als Gebrauchsmuster geschützt werden. Der Inhaber des Patents ist berechtigt, anderen die Nutzung der Erfindung zu erlauben oder zu untersagen. Er kann eine Nachahmung und Nutzung seiner geschützten Erfindung für einen bestimmten Zeitraum verhindern.

Weiteres zum Thema Existenzgründung

Gründungsradar: Spitzenunis für Gründer sind TU und HS München, Uni Lüneburg und HHL Leipzig

Studenten, die eine Zukunft als Gründer oder Gründerin einschlagen wollen, sollten hier studieren: An der Technischen Universität München, Hochschule München, Leuphana Universität Lüneburg und HHL Leipzig Graduate School of Management wird am besten für eine Unternehmensgründung ausgebildet. Das zeigt der aktuelle Gründungsradar des Stifterverbandes zur Gründungskultur an Hochschulen in Deutschland.

Hochschulen: Gründungsneigung bei angewandter und multidisziplinärer Forschung höher

Wissenschaftler an Hochschulen verfügen über innovatives Wissen, was ideale für Unternehmensgründungen ist. Die Befragung von 5.992 Wissenschaftlern an 73 deutschen Hochschulen zeigt, dass Forschungsanreize und die erfolgreiche Vermarktung eigener Forschungsergebnisse, aber auch Rollenvorbilder im kollegialen Umfeld, Netzwerke – hier insbesondere zu externen Partnern – und spezifische Infrastrukturangebote gründungsfördernd wirken.

Beliebtes zum Thema Berufseinstieg

Segelboote mit dem BMW-Symbol auf offener See mit Wind in den Segeln.

Unternehmensranking 2017: Die Top 100 Arbeitgeber für Wirtschaftswissenschaftler

Doppelsieg für BMW als beliebtester Arbeitgeber bei den Absolventen der Wirtschaftswissenschaften und dem Ingenieurwesen. Gefolgt von Audi, Daimler und Porsche ist die Automobilindustrie erneut die attraktivste Branche. PwC ist die einzige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und McKinsey die einzige Unternehmensberatung unter den Top 10 Arbeitgebern für Wirtschaftswissenschaftler. Die Beratungen gehören insgesamt zu den großen Gewinnern im Ranking. Die Deutsche Bank fällt in der Finanzbranche erstmals hinter EZB und Goldman Sachs von Platz 27 auf 43. Das zeigt die Business Edition des aktuellen trendence Graduate Barometer 2017.

Screenshot: Jobtrends-Studie 2017 von Kienbaum und Staufenbiel.

JobTrends 2017: Gute Jobaussichten für Wirtschaftswissenschaftler

Was Berufseinsteiger im Jahr 2017 wissen müssen, dem ist die JobTrends-Studie von Staufenbiel und Kienbaum nachgegangen. Personaler checken Bewerbungen oft nur in maximal fünf Minuten. In nur sechs Prozent der Fälle googlen Entscheider den Namen der Bewerber. Punkten können Absolventen beim Berufseinstieg eher mit Praxiserfahrung als mit einem guten Studienabschluss. Beim Gehalt können Berufseinsteiger aktuell fünf bis zehn Prozent mehr heraushandeln.

Ein spanischer Stier aus Metall steht für Konjunktur und den Ifo-Geschäftsklimaindex.

Unternehmensranking 2017: Top 25 WP-Gesellschaften und Steuerberatungen

Die Schere zwischen den Big Four und den übrigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Steuerberatungsgesellschaften in Deutschland geht weiter auseinander. PricewaterhouseCoopers (PwC) führt weiterhin die Spitze der Top 25 WP-Gesellschaften und Steuerberatungen an. Im Schnitt sind die 25 nach Inlandsumsatz führenden WP-Gesellschaften und Steuerberatungen um 7,2 Prozent gewachsen. Die Deutschlandumsätze der Big Four stiegen sogar um 11,8 Prozent. Dies sind Ergebnisse aus dem Unternehmensranking 2017 von Lünendonk.

HELP - Eine Bürotasse zeigt ein Männchen hinter einem Aktenberg, das um Hilfe ruf.

Deutschen ist Arbeitsumfeld wichtiger als hohe Bezahlung

Drei Viertel aller Berufstätigen in Deutschland macht ihr aktueller Job Spaß. Ein gutes Betriebsklima und flexible Arbeitszeiten locken Bewerber und Jobwechsler an. Lediglich acht Prozent arbeiten allein für das Gehalt. Das Meistern von Herausforderungen und Produzieren von guten Ergebnissen steht für 26 Prozent im Vordergrund, die Arbeit im Team und die Zeit mit den Kollegen für 15 Prozent. Eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben, motiviert 12 Prozent der Berufstätigen in Deutschland. Das zeigt die Studie „Beruf und Karriere 2017" der CreditPlus Bank AG.

Schild mit der Aufschrift "Exit".

Jeder vierte Arbeitnehmer ist auf dem Absprung

Knapp 70 Prozent der Angestellten ist die Gesundheit wichtiger als Wohlstand. Neben der Vergütung ist Freizeit und Urlaub aktuell der wichtigste Faktor bei der Arbeitgeberwahl. Pluspunkte bei der Arbeitgeber sind Sabbaticals, zusätzliche Urlaubstagen oder weniger Arbeitsstunden für ein geringeres Gehalt. Nur jedem vierten Mitarbeiter werden derzeit flexible Arbeitsbedingungen genehmigt. Jeder zweite Mitarbeiter rechnet durch Teilzeit oder Home Office zudem mit geringeren Karrierechancen. Die Digitalisierung von HR-bezogenen Aufgaben ist noch kaum entwickelt. Das sind Ergebnisse der Mercer „Global Talent Trends Study“ 2017.

Unister Insolvenzverfahren Rip-Deal

Insolvenzverfahren der Unister Holding GmbH vom Amtsgericht Leipzig eröffnet

Nach dem Unfalltod von Mitbegründer Thomas Wagner und Gesellschafter Oliver Schilling hatte die Unister Holding GmbH den Insolvenzantrag gestellt. Laut dem Magazin Spiegel hat der Reiseportal-Anbieter rund 39 Millionen Euro Schulden. Durch den Insolvenzantrag konnte die Handlungsfähigkeit der Unister-Reiseportal gesichert werden, sodass Buchungen über Fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de weiterhin möglich sind. Aktuelle Berichte offenbaren, dass Thomas Wagner vor seinem Tod auf einen „Rip-Deal“ reingefallen ist.

Feedback +/-

Feedback