DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Führung & StrategieNachhaltigkeit

Immer mehr Verbraucher legen Wert auf nachhaltige und ökologische Waren

Nachhaltigkeit in der Produktion und ökologisch korrekte Produkte entwickeln sich mehr und mehr zu Verkaufsargumenten und Wettbewerbsfaktoren. 94 Prozent der deutschen Verbraucher ist Umweltschutz wichtig oder eher wichtig.

Immer mehr Verbraucher legen Wert auf nachhaltige und ökologische Waren
Gummersbach, 14.01.2013 (kb) - Nachhaltigkeit in der Produktion und ökologisch korrekte Produkte entwickeln sich mehr und mehr zu Verkaufsargumenten und Wettbewerbsfaktoren – sowohl bei Investitionsgütern als auch bei Produkten des täglichen Gebrauchs: 94 Prozent der deutschen Verbraucher ist Umweltschutz wichtig oder eher wichtig und 84 Prozent sind der Überzeugung, dass sie im Allgemeinen einen persönlichen Beitrag zum Umweltschutz leisten können. Dies sind Ergebnisse einer Studie zum aktuellen Verbraucherverhalten, die die Managementberatung Kienbaum gemeinsam mit dem Center of Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen erstellt hat und zu der 125 zufällig ausgewählte Personen befragt wurden. „Die öffentliche Diskussion über Arbeitsbedingungen in der dritten Welt kann eine Marke nachhaltiger beschädigen, als den Verantwortlichen lieb sein mag. Dies zeigt das Beispiel der Brandkatastrophe in einer Näherei in Bangladesch: Unzählige betroffene Reaktionen von Endverbrauchern auf die dort zu beklagenden Todesfälle belegen, dass Nachhaltigkeit für das Konsumverhalten immer wichtiger wird. Konsumenten wollen sich offenbar ökologisch verhalten, auch wenn die Realität immer wieder scheinbar das Gegenteil lehrt“, sagt Martin Neuhold, Director bei Kienbaum.

Käufer haben große Wissenslücken beim Thema nachhaltiger Konsum
Die Verbraucher fordern einerseits mehr Transparenz. Gleichzeitig herrscht vielerorts Unwissenheit über grundlegende thematische Zusammenhänge: So spielt für mehr als 80 Prozent der Autokäufer der Verbrauch eine mindestens „eher wichtige“ Rolle. Doch nur 55 Prozent gaben an, dass auch geringe CO2-Werte ein wichtiges Kriterium für die Kaufentscheidung sind, so die Kienbaum-Studie. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass rund ein Viertel der Autokäufer noch immer nicht weiß, dass Verbrauch und Emissionen eines Kraftfahrzeugs in einem direkten Zusammenhang stehen.

„Ein anderer Interpretationsansatz für diese Ergebnisse ist, dass im Zweifel der ökonomische Nutzen der Verbrauchseinsparung wichtiger ist als das eher abstrakte Ziel einer Emissionsreduzierung“, sagt Neuhold. Dies trifft der Studie zufolge jedoch nur auf vergleichsweise große Investitionen wie den Kauf eines Fahrzeugs zu. Bei überschaubareren Beträgen wie dem Kauf eines Kleidungsstücks gab ein überwiegender Anteil der Befragten seine prinzipielle Bereitschaft zu erkennen, für die Erfüllung der ökologischen Ansprüche einen Mehrpreis zu akzeptieren.

Effizienzklassen könnten als Leitfunktion für Verbraucher dienen
Um die bestehenden Unsicherheiten auszuräumen, sind der Studie zufolge Effizienzklassen ein gangbarer Weg, um dem Verbraucher Hinweise auf die ökologischen Auswirkungen eines Produktes zu geben. Denn das Wissen um Effizienzklassen beeinflusst immerhin schon 65 Prozent der Befragten in ihren Kaufentscheidungen.

In diesem Zusammenhang warnt Kienbaum-Berater Martin Neuhold auch vor einer latenten Gefahr: „Negativbeispiele scheinen den Kunden gegenwärtiger zu sein als besonders positive Positionierungen.“ Um die damit verbundenen Wettbewerbsnachteile zu umgehen, reicht die Vermeidung von negativen Schlagzeilen jedoch nicht aus. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass Informationen immer leichter zugänglich werden, empfiehlt Neuhold, dass Unternehmen möglichst offensiv mit dem Thema Transparenz umgehen sollten.

Auch das Paradigma, wonach Nachhaltigkeit vor allem Geld kostet, gelte es zu überwinden. „Nachhaltigkeit erhöht vielmehr langfristig den Profit“, sagt Martin Neuhold.

Stefan Falckenberg, Mitglied der Geschäftsleitung bei Kienbaum, ergänzt: „Zudem ergeben sich für ökologisch und nachhaltig agierende Marktteilnehmer zahlreiche Chancen, da neue Geschäftsmodelle entstehen.“ Als Beispiele nennt Falckenberg Geschäftsmodelle rund um den Einkauf und die Verbrauchsoptimierung von Energie oder die Elektrifizierung der Mobilität. Auch Servicemodelle rund um die dezentrale Energieversorgung zählen zu den Beispielen.

 

Im Forum zu Nachhaltigkeit

6 Kommentare

Master Vertiefung: Gute Noten oder "gute" Vertiefung?!

WiWi Gast

Hallo Leute, studiere aktuell im Master Wirt.Ing.-Mb an einer großen TU und muss mich so langsam entscheiden bzgl. Vertiefungen. In der engeren Auswahl im Wiwi-Bereich stehen Nachhaltigkeit; Int. Man ...

5 Kommentare

Wiwi Kassel vs. Nachhaltiges Management TU Berlin

WiWi Gast

Hey, also ich möchte etwas im Bereich BWL/Wiwi studieren aber weiß nicht wo ich genau studieren soll. Sollte schon in einen Bereich gehen wo ich Energiewirtschaft oder ähnliches als Schwerpunkt wähl ...

4 Kommentare

deutsche Markt-/Technologieführer Green Economy?

WiWi Gast

Wer kann mir sagen, was die deutschen Markt- und Technologieführer im Bereich Cleantec, Umweltdienstleitungen, Herstellung umweltschohnender Produkte sind. Solar-Branche können wir an dieser Stelle er ...

3 Kommentare

Bachelorarbeit zu Green Investors & Corporate Finance

WiWi Gast

Hallo Community, ich habe seit ein paar wochen das Thema meiner Bachelorarbeit und suche derzeit intensiv nach passender Literatur. Mein Problem ist, dass ich garnicht so richtig weiß wie ich mich mi ...

1 Kommentare

Auswirkungen akt. Umweltentwicklungen auf d. Strat. Man

mimi_m

Hallöchen :) Ich bin neu hier und dachte mir ich nutze die gelegenheit einmal um euch um eure Hilfe zu bitten. Ich schreibe gerade eine Seminararbeit in der es, wie im Betreff schon erkenntlich, dar ...

17 Kommentare

IB - Die dunkle Seite?

WiWi Gast

Auszug aus Quora, eine Antwort von dem ex-vp von Morgan Stanley: "The most frustrating thing about being an investment banker is that you know you’re smart, you know you’re at the prime of your life, ...

3 Kommentare

Soziale Kompetenz/Soft Skills IB

WiWi Gast

Hallo Ich befinde mich momentan im letzten Drittel meines Bachelorstudiums der BWL. Da ich demnächst mein erstes Praktikum habe, mache ich mir schon ein paar Gedanken. Ich war bisher nie die extrov ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Nachhaltigkeit

Club-of-Rome Zukunftsforschung Wachstum

Club of Rome: Weniger Wirtschaftswachstum für soziale Gerechtigkeit, Beschäftigung und Klimaschutz

Gegen soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel haben die zwei Zukunftsforscher Jorgen Randers und Graeme Maxton einen Maßnahmenkatalog zusammengestellt. Die Mitglieder des Club of Rome präsentieren in ihrem neuen Buch „Ein Prozent ist genug“, dass auch mit minimalem Wachstum ein Umbau der sozialen Sicherungssysteme möglich ist. 13 Empfehlungen zeigen auf, wie kurz- und langfristige Ziele Vorteile für die Menschheit bringen.

E-Book Energie Umwelt

E-Book: Energie und Umwelt

Die Versorgung mit Energie ist für Wirtschaft wie Privathaushalte lebensnotwendig. Dabei gilt es, verschiedene Interessen gegeneinander abzuwägen, Umweltschutz und Kosten zu berücksichtigen. Das Heft bietet Grundlagen zu den Bereichen Energie sowie Umwelt- und Klimaschutz und verdeutlicht die verschiedenen Problemlagen im Zeichen der aktuellen Energiewende.

Nachhaltigkeit Pusteblume

"Grüne" Unternehmen sind für junge Talente attraktiver

Eine überzeugende Nachhaltigkeitsstrategie spielt eine immer wichtigere Rolle bei der Rekrutierung und Bindung von Mitarbeitern – und das weltweit. Gerade der hart umkämpfte Nachwuchs stellt in dieser Hinsicht hohe Ansprüche an Arbeitgeber und möchte sich im Betrieb entsprechend engagieren. Dies hat eine weltweite Umfrage der internationalen Managementberatung Bain & Company ergeben.

Wasserprivatisierung Deutschland EU

Unterschriften-Rekord: Über eine Million EU-Bürger gegen Wasserprivatisierung

Bislang ist die Wasserversorgung in Deutschland überwiegend in öffentlicher Hand. Eine neue EU-Richtlinie setzt viele Kommunen unter Druck, ihre Wasserversorgung zu privatisieren. Die Folgen für Qualität und Preis sind ungewiss. Die Europäische Bürgerinitiative „Wasser ist ein Menschenrecht“ hat mit einer Million gesammelten Unterschriften dagegen Geschichte geschrieben.

Weiteres zum Thema Führung & Strategie

New-York, Freiheitsstatur,

CEO Challenge 2017: Die Sorgen der Chefs

Die unsichere politische Lage rund um den Globus ist aus Sicht deutscher Unternehmen derzeit die größte Herausforderung. Das geht aus einer gemeinsamen Umfrage von IW Consult und The Conference Board hervor. Sorgen vor einer globalen Rezession sind bei hiesigen Managern dagegen weniger verbreitet als in anderen Ländern.

KMU-Personalarbeit-Studien  kleine-und-mittlere Unternehmen

KOFA.de – Portal zur Personalarbeit in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)

Das Portal KOFA.de hilft kleinen und mittleren Unternehmen dabei, ihre Personalarbeit zu verbessern. Ziel des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) ist es, zentraler Ansprechpartner zur Personalarbeit und Fachkräftesicherung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu sein. KOFA bietet Hilfe bei der Auswahl, Planung und Umsetzung von Maßnahmen in der Personalarbeit.

Ein Buch mit goldenen Seiten.

Literatur-Tipp: Lehrbuch »Allgemeine Managementlehre«

Der Klassiker zur Managementlehre präsentiert neben bewährtem Management-Wissen aktuelle Trends. So widmet sich ein neues Kapitel dem Management von Industrie 4.0. Die komplett überarbeitete, aktualisierte und erweiterte Neuauflage 2016 überrascht zudem mit einem Kapitel zum Sinn als Motivationsfaktor in der modernen Personalführung. »Allgemeine Managementlehre« ist ein didaktisch perfektes, modernes Management-Lehrbuch.

Aufnahmen unter Wasser.

Arbeitswelt: Führungskräfte mit steigender Komplexität und Informationsflut konfrontiert

Die Komplexität der Arbeitswelt hat für Führungskräfte in den vergangen Jahren stark zugenommen. Vor allem die Globalisierung und die vernetzten Wertschöpfungsketten mit der Digitalisierung machen das Arbeitsleben immer komplexer. Führungskräfte sehen sich dadurch mit einer permanent steigenden Flut von Informationen und Aufgaben konfrontiert, wie die aktuelle Analyse von Sopra Steria Consulting zum Reduktionspotenzial von Komplexität zeigt.

Ein Werbeplakat mit einer jungen Frau und der Schrift "Meine Karriereleiter bau ich lieber selbst".

Managerinnen-Barometer 2016: Frauenanteile in Spitzengremien großer Unternehmen steigen kaum

Die Frauenanteile in Vorständen und Aufsichtsräten der 200 umsatzstärksten Unternehmen lagen Ende des Jahres 2015 bei gut sechs Prozent. Nur wenige Unternehmen gehen mit gutem Beispiel voran und erfüllen bereits die geplante gesetzliche Frauenquote von 30-Prozent. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin hat über 500 Unternehmen und Geldhäuser auf ihre Frauenquote in Spitzenpositionen hin untersucht.

Beliebtes zum Thema Karriere

Ein schwarzer Kompass mit einem weißen Zifferblatt und grünen Richtungsanzeigern.

Moderne Managementtechniken sichern Unternehmenserfolg

Die aktuellen Managementtechniken sind meist langfristige Wachstumsstrategien. In Deutschland sind Kundenmanagement, Outsourcing und Benchmarking die meistgenutzten Managementinstrumente. Neue Werkzeuge wie Big-Data-Analyse oder die digitale Transformation werden von deutschen Managern seltener als in anderen Ländern eingesetzt. Eine wachsende Komplexität, Cyber-Attacken und die abnehmende Kundenloyalität sind weltweit große Herausforderungen.

Frau, Boss, Chefin, Führungskraft, Managerinnen,

Führungskräfte-Monitor 2017: Mehr Managerinnen jedoch mit Gehaltsnachteil

Der Frauenanteil unter den Führungskräften ist in den Jahren von 1995 bis 2015 um rund zehn Prozentpunkte auf etwa 30 Prozent gestiegen. Aktuell nimmt der Frauenanteil bei den Führungskräften allerdings nur noch langsam zu. Der Gehaltsnachteil von Managerinnen beträgt durchschnittlich 23 Prozent, so der „Führungskräfte-Monitor 2017“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

New-York, Freiheitsstatur,

CEO Challenge 2017: Die Sorgen der Chefs

Die unsichere politische Lage rund um den Globus ist aus Sicht deutscher Unternehmen derzeit die größte Herausforderung. Das geht aus einer gemeinsamen Umfrage von IW Consult und The Conference Board hervor. Sorgen vor einer globalen Rezession sind bei hiesigen Managern dagegen weniger verbreitet als in anderen Ländern.

Eltern mit zwei Kindern auf den Schultern am Strand. Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Mehr Müttern und Vätern gelingt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die Voraussetzungen für erwerbstätige Mütter haben sich in Deutschland verbessert. Aus der OECD-Studie „Dare to Share“ zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf geht hervor: 70 Prozent der Mütter sind erwerbstätig, davon arbeiteten mit 39 Prozent überdurchschnittlich viele Mütter in Deutschland in Teilzeit. Die hohe Teilzeitquote bei Müttern zeigt jedoch, dass eine wirklich ausgeglichene Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit innerhalb von Familien noch nicht die Regel ist.

Markus Thomas Münter

Professor des Jahres 2016: Volkswirt Markus Thomas Münter siegt in Wirtschaftswissenschaften

Prof. Dr. Markus Thomas Münter von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes gewinnt im Rennen um den Titel "Professor des Jahres 2016" in den Wirtschaftswissenschaften. Auf den 2. Platz wurde Prof. Dr. Marcus Labbé von der Hochschule Augsburg gewählt. Platz drei belegt die Professorin für Allgemeine Betriebswirtschafslehre Michaela Hönig von der Hochschule Frankfurt.

Feedback +/-

Feedback