DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Führung & StrategieFamilienunternehmen

Studie zu Managementstrukturen in Familienunternehmen - Die Mischung macht's

Eine bundesweite Studie des Wittener Instituts für Familienunternehmen kommt zu dem Ergebnis, dass jedes dritte langlebige Familienunternehmen in Deutschland gemeinsam von Eigentümern und familienexternen Managern geführt wird.

Studie zu Managementstrukturen in Familienunternehmen - Die Mischung macht's
Witten/Herdecke, 12.07.2010 (wifu) - Das Thema Fremdmanagement ist für viele Familienunternehmer ein "heißes Eisen", wird die Beschäftigung von familienexternen Führungskräften an der Unternehmensspitze doch vielfach als Verlust der unternehmerischen Unabhängigkeit der Familie gesehen. Allerdings stellt die Fremdgeschäftsführung eine durchaus praktikable Möglichkeit dar, um beispielsweise der weit verbreiteten Nachfolgeproblematik in Familienunternehmen entgegenzuwirken. Erscheint eine Geschäftsführung ausschließlich durch Nicht-Familienmitglieder undenkbar, kann eine Kombination aus Inhaber- und Fremdgeschäftsführung eine sinnvolle Alternative darstellen. Hier trägt die Familie nach wie vor aktiv zur Steuerung und Kontrolle des Unternehmens bei, muss aber dennoch nicht auf externes Management-Know-How verzichten.

Eine soeben erschienene Studie des WIFU zeigt, dass viele Familienunternehmen bereits auf diese Form der Unternehmensführung zurückgreifen: Nur rund die Hälfte der insgesamt 475 untersuchten Familienunternehmen ist rein inhabergeführt. Dagegen hat jedes dritte Unternehmen eine Mischgeschäftsführung etabliert. Bei jedem sechsten Familienunternehmen werden ausschließlich externe Manager eingesetzt. Obwohl die Inhaberführung damit der nach wie vor am weitesten verbreitete Management-Typus ist, hat den Studienergebnissen zufolge fast jedes zweite Familienunternehmen bereits Fremdmanager in der Geschäftsführung institutionalisiert. Dabei nimmt die reine Inhaberführung mit zunehmender Unternehmensgröße stetig ab, während die Bedeutung des Einsatzes familienfremder Manager wächst.

Angesichts dieser Ergebnisse ist es für Prof. Arist von Schlippe umso erstaunlicher, dass die Mischgeschäftsführung in der Wissenschaft bislang weitgehend unbeachtet geblieben ist. "Die vorliegende Studie hat sich auf wissenschaftliches Neuland begeben und bietet erste Einblicke in eine komplexe, aber praktisch ganz offensichtlich hochrelevante Fragestellung der Führung in Familienunternehmen."

In der White-Paper-Reihe des Wittener Instituts für Familienunternehmen (WIFU) werden in unregelmäßigen Abständen wissenschaftliche Arbeiten aus der Forschung zu Familienunternehmen veröffentlicht. Sie präsentieren neue Ideen, die zukünftige Forschung anregen sollen oder diskutieren die Bezüge etablierter Theorien und Wissensbestände zu aktuellen praktischen Fragestellungen. Die Studie "Das Management in deutschen Mehr-Generationen-Familienunternehmen" ist aktuell im Rahmen der Publikationsreihe erschienen. Sie zielt darauf ab, einen empirischen Überblick über die Managementformen in deutschen Mehr-Generationen-Familienunternehmen (MGFU) zu gewinnen. Bei den untersuchten Unternehmen handelt es sich um Firmen, bei denen die Eigentümerfamilie einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfte ausübt und die seit mindestens 100 Jahren als Familienunternehmen bestehen. "Um Vergleichbarkeit zu gewährleisten, beschränkt sich die Studie auf deutsche Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes mit einem jährlichen Mindestumsatz von 25 Mio. Euro", erläutert Sven Cravotta, Doktorand am WIFU, den Aufbau der Studie.

Download Working Paper 6 [PDF, 47 Seiten - 2 MB]
Managementstrukturen in älteren deutschen Familienunternehmen
http://www.wifu.eu/kos/WNetz?art=File.download&id=2325

Im Forum zu Familienunternehmen

21 Kommentare

Gehaltsverhandlung Familienunternehmen 2,2 Milliarden Umsatz

WiWi Gast

Danke für die zahlreichen Kommentare. Zu dem Lounge Gast der mir 100k emfpohlen hat: Deine Argumentation bezüglich Marketing und Maschinenbau verstehe ich nicht. Das Marketing wäre, genauso wie die s ...

18 Kommentare

Einstieg Family Office

WiWi Gast

Ich habe nicht behauptet, dass man im Family Office nicht rausfliegen kann. Es gibt bei so einem kleinen Team aber nicht die typischen Dynamiken wie bei anderen Arbeitgebern in der freien Wirtschaft. ...

8 Kommentare

Audit Familienunternehmen - BIG4

WiWi Gast

Es juckt später keine Sau, in was für einem Unternehmen du dein Audit Praktikum gemacht hast. Audit ist Audit. Einzig eine Differenzierung zwischen FS und Corporate macht Sinn, da sich da der Prüfungs ...

19 Kommentare

Top nicht börsennotierte Familienunternehmen (Industrie)

WiWi Gast

Komplette Rüstungsindustrie! H&K, EADS, KMW, RM genauso - allerdings schon sehr selektiv bei den Akademikern. Bin als Industriekaufmann in dem Bereich angestellt. Kein Fortbildung, kein Studium ...

12 Kommentare

Berufsstart im Unternehmen der Eltern

WiWi Gast

Besser wäre es erst woander zu arbeiten und dann in den elterlichen Betrieb einzusteigen. Davon profitieren dann alle. Du, weil du nicht betriebsblind bist, deine Eltern weil du dank deiner Berufserfa ...

2 Kommentare

Frage zu eigentümergeführten Unternehmen

WiWi Gast

Also erstens: Was hat die Frage in diesem Foren-Bereich verloren? Zweitens: Jedes Unternehmen hat einen Eigentümer. Manche mehrere. Eine GmbH kann auch nur einen Eigentümer habe. Du meinst wohl ein E ...

3 Kommentare

Frage

WiWi Gast

Hm, schwierig die Frage nach dem Zeitrahmen. Fällt mir so spontan auch nix ein.

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Familienunternehmen

Das Gebäude der MANN+HUMMEL Gruppe in Ludwigsburg beim Karrieretag 2018 für Familienunternehmen.

21. Karrieretag Familienunternehmen 2018

Die Recruitingmesse Karrieretag Familienunternehmen findet diesjährig am 29. Juni 2018 bei der MANN+HUMMEL Gruppe in Ludwigsburg statt. Insbesondere Studierende, Absolventen und Young Professionals der Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften sind angesprochen. Auf dem 21. Karrieretag Familienunternehmen sind Inhaber und Top-Entscheider Deutschlands führender Familienunternehmen vertreten. Die Bewerbungsfrist endet am 14. Mai 2018.

Logo des Familienunternehmens Schüco im Eingangsbereich der Firma.

20. Karrieretag Familienunternehmen 2017

Die Recruitingmesse Karrieretag Familienunternehmen findet diesjährig am 10. November 2017 bei der Schüco International KG in Bielefeld statt. Insbesondere Studierende, Absolventen und Young Professionals der Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften sind angesprochen. Auf dem 20. Karrieretag Familienunternehmen sind Inhabern und Top-Entscheidern Deutschlands führender Familienunternehmen vertreten. Die Bewerbungsfrist endet am 25. September 2017.

Der neue Bürkert Campus in Criesbach/Ingelfingen der Bürkert-Gruppe beim Karrieretag 2017 für Familienunternehmen.

19. Karrieretag Familienunternehmen 2017

Die Recruitingmesse Karrieretag Familienunternehmen findet diesjährig am 30. Juni 2017 bei der Christian Bürkert GmbH & Co. KG in Ingelfingen statt. Insbesondere Studierende, Absolventen und Young Professionals der Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften sind angesprochen. Auf dem 19. Karrieretag Familienunternehmen sind wieder Inhaber und Top-Entscheider Deutschlands führender Familienunternehmen vertreten. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Mai 2017.

Weiteres zum Thema Führung & Strategie

Managerinnen-Barometer 2018: Erfolge mit Frauenquote

Die Frauenquote für Aufsichtsräte wirkt. Der Frauenanteil ist auf 30 Prozent gestiegen. Dennoch sind Frauen in Spitzengremien großer Unternehmen noch immer deutlich in der Minderheit. Die Vorstände sind weiterhin eine Männerdomäne. Besonderen Aufholbedarf haben Banken und Versicherungen. Das ergibt das aktuelle Managerinnen-Barometer 2018 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Business: Bain-Studie zu Managementtechniken in Deutschland und weltweit.

Deutsche Führungskräfte schätzen bewährte Managementtechniken

Die aktuellen Managementtechniken sind meist langfristige Wachstumsstrategien. In Deutschland sind Benchmarking, strategische Planung und Change Management die meistgenutzten Managementinstrumente. Neue innovative Werkzeuge wie Agile Management und Advanced Analytics werden von deutschen Managern seltener als in anderen Ländern eingesetzt. Weltweit rücken Kundenmanagement und Kundenzufriedenheitsanalysen in den Fokus. Eine wachsende Komplexität und abnehmende Kundenloyalität sind die weltweit größen Herausforderungen.

Ein schwarzer Kompass mit einem weißen Zifferblatt und grünen Richtungsanzeigern.

Moderne Managementtechniken sichern Unternehmenserfolg

Die aktuellen Managementtechniken sind meist langfristige Wachstumsstrategien. In Deutschland sind Kundenmanagement, Outsourcing und Benchmarking die meistgenutzten Managementinstrumente. Neue Werkzeuge wie Big-Data-Analyse oder die digitale Transformation werden von deutschen Managern seltener als in anderen Ländern eingesetzt. Eine wachsende Komplexität, Cyber-Attacken und die abnehmende Kundenloyalität sind weltweit große Herausforderungen.

Frau, Boss, Chefin, Führungskraft, Managerinnen,

Führungskräfte-Monitor 2017: Mehr Managerinnen jedoch mit Gehaltsnachteil

Der Frauenanteil unter den Führungskräften ist in den Jahren von 1995 bis 2015 um rund zehn Prozentpunkte auf etwa 30 Prozent gestiegen. Aktuell nimmt der Frauenanteil bei den Führungskräften allerdings nur noch langsam zu. Der Gehaltsnachteil von Managerinnen beträgt durchschnittlich 23 Prozent, so der „Führungskräfte-Monitor 2017“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

KMU-Personalarbeit-Studien  kleine-und-mittlere Unternehmen

KOFA.de – Portal zur Personalarbeit in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)

Das Portal KOFA.de hilft kleinen und mittleren Unternehmen dabei, ihre Personalarbeit zu verbessern. Ziel des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) ist es, zentraler Ansprechpartner zur Personalarbeit und Fachkräftesicherung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu sein. KOFA bietet Hilfe bei der Auswahl, Planung und Umsetzung von Maßnahmen in der Personalarbeit.

Cover vom Lehrbuch "Allgemeine Managementlehre".

Literatur-Tipp: Lehrbuch »Allgemeine Managementlehre«

Der Klassiker zur Managementlehre präsentiert neben bewährtem Management-Wissen aktuelle Trends. So widmet sich ein neues Kapitel dem Management von Industrie 4.0. Die komplett überarbeitete, aktualisierte und erweiterte Neuauflage 2016 überrascht zudem mit einem Kapitel zum Sinn als Motivationsfaktor in der modernen Personalführung. »Allgemeine Managementlehre« ist ein didaktisch perfektes, modernes Management-Lehrbuch.

Beliebtes zum Thema Karriere

Karriere zum DAX-CEO: Eine junger Manager im Anzug läuft eine lange Treppe hoch.

Fast jeder zweite DAX-Chef ist Wirtschaftswissenschaftler

Die Wirtschaftswissenschaftler dominieren das Topmanagement der DAX-Unternehmen. 56 Prozent der Vorstände in MDAX-Unternehmen und 47 Prozent der Vorstände im DAX und SDAX sind Wirtschaftswissenschaftler. Von den CEOs der TecDAX-Unternehmen hat dagegen lediglich jeder dritte Wirtschaftswissenschaften studiert. Jeder fünfte Vorstandschef, der erstmals ein Unternehmen führte, war zuvor Finanzvorstand. Die CEOs waren vorher am häufigsten Unternehmensberater, wie die Lebensläufe von 170 DAX-Vorständen laut dem "Headhunter" Korn Ferry zeigen.

Das Bild zeigt passend zur Manpower-Studie "Karriereziele" einen Kompass und das Wort "Karriere"

Karriereziele 2018: Jeder Zweite wünscht sich mehr Gehalt

Aktuell machen die Deutschen ihren Job vorwiegend wegen des Geldes. Mehr Gehalt ist entsprechend der zentrale Karrierewunsch von jedem Zweiten für 2018. Wie wichtig es ist, Kenntnisse rund um die Digitalisierung aufzubauen, haben nur wenige Arbeitnehmer erkannt. 18 Prozent der Deutschen sind karrieremüde und möchten weniger arbeiten. Zu diesen Ergebnissen kommt die Manpower-Studie „Karriereziele 2018“.

Managerinnen-Barometer 2018: Erfolge mit Frauenquote

Die Frauenquote für Aufsichtsräte wirkt. Der Frauenanteil ist auf 30 Prozent gestiegen. Dennoch sind Frauen in Spitzengremien großer Unternehmen noch immer deutlich in der Minderheit. Die Vorstände sind weiterhin eine Männerdomäne. Besonderen Aufholbedarf haben Banken und Versicherungen. Das ergibt das aktuelle Managerinnen-Barometer 2018 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Business: Bain-Studie zu Managementtechniken in Deutschland und weltweit.

Deutsche Führungskräfte schätzen bewährte Managementtechniken

Die aktuellen Managementtechniken sind meist langfristige Wachstumsstrategien. In Deutschland sind Benchmarking, strategische Planung und Change Management die meistgenutzten Managementinstrumente. Neue innovative Werkzeuge wie Agile Management und Advanced Analytics werden von deutschen Managern seltener als in anderen Ländern eingesetzt. Weltweit rücken Kundenmanagement und Kundenzufriedenheitsanalysen in den Fokus. Eine wachsende Komplexität und abnehmende Kundenloyalität sind die weltweit größen Herausforderungen.