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Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Seit mittlerweile ca. 5 Monaten sitze ich mal mehr oder weniger zuhause und arbeite von hier aus. Seit dem die Beschränkungen mal wieder verschärft wurden, spielt sich das Leben eigentlich fast nur noch in den eigenen vier Wänden ab. Kein Fitnessstudio, kein anderen Aktivitäten, kein Urlaub. Im Prinzip ziemlich wenig was Spaß macht. Aus meinem Job ziehe ich wenig Befriedigung. Arbeite in der Industrie, bei den hier im Forum so hoch angesehenen "IGM" Unternehmen. Die Zeiten haben sich allerdings geändert, Gehälter sich schon lange nicht mehr überdurchschnittlich, der Ausblick in die Zukunft ungewiss.

Lange Rede, kurzer Sinn. Im Moment arbeite ich eigentlich nur noch für andere. Bei einen Brutto von 60.000 € p.A. bleiben mir gerade mal ca. 35k übrig. Das "Arbeitgeberbrutto" liegt bei ca. 71k im Jahr. Im Prinzip sind das nur verstecke Kosten die mir von meinem Brutto vorher abgezogen werden. Ich arbeite zur Hälfte des Jahres für den Staat und meinen Versicherungen, die ihr Geld leider nicht so wert sind. Von den Kröten die noch übrig bleiben, geht ca. nochmal ein Drittel für die Miete drauf.

Ich hab das Gefühl nur noch für andere arbeiten zu gehen. Es nervt. Eigentumserwerb ist bei den Preisen für mich nicht mehr drinne. Hinterfragt ihr das ganze auch so? Ich finde gerade im Lockdown, wo man viel Zeit hat, hinterfragt man doch so einiges?

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

"Kein Fitnessstudio, kein anderen Aktivitäten"

Warum trainierst du nicht zuhause und nutzt die restliche Zeit für weitere Hobbys? Dann denkst du auch nicht über Tatsachen nach und deprimierst dich selbst.

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ExBerater

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Eine Gegendarstellung:
Seit Beginn von Corona war ich jeden Tag mindestens ein mal in einem Restaurant oder Cafe (Ausnahme die kurze echte Lockdown Zeit).
Jetzt im harten Lockdown hole ich mir jeden Tag einen Cappuccino vom Lieblingscafe.
Sport mache ich mehr als vorher.
Freunde treffe ich wie vorher.
Zwischendurch war ich auch im Kino.

Verstehe also nicht, was deine Lebenskrise mit Corona zu tun hat

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Zu hause trainieren und ins gym gehen ist absolut nicht vergleichbar. Es ist einfach nicht dasselbe.

Ich fühle den TE zu 100% in diesem Standpunkt.

Zu den anderen Punkten: Schau nach vorn, überleg dir wo du hin willst und was du tun musst um dahin zu kommen!

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Fernuni

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 27.11.2020:

"Kein Fitnessstudio, kein anderen Aktivitäten"

Warum trainierst du nicht zuhause und nutzt die restliche Zeit für weitere Hobbys? Dann denkst du auch nicht über Tatsachen nach und deprimierst dich selbst.

Soll er ruhig, vielleicht kann er nebenbei sich selbstständig machen. Und irgendwann läuft es... Oder auch nicht

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 27.11.2020:

Seit mittlerweile ca. 5 Monaten sitze ich mal mehr oder weniger zuhause und arbeite von hier aus. Seit dem die Beschränkungen mal wieder verschärft wurden, spielt sich das Leben eigentlich fast nur noch in den eigenen vier Wänden ab. Kein Fitnessstudio, kein anderen Aktivitäten, kein Urlaub. Im Prinzip ziemlich wenig was Spaß macht. Aus meinem Job ziehe ich wenig Befriedigung. Arbeite in der Industrie, bei den hier im Forum so hoch angesehenen "IGM" Unternehmen. Die Zeiten haben sich allerdings geändert, Gehälter sich schon lange nicht mehr überdurchschnittlich, der Ausblick in die Zukunft ungewiss.

Lange Rede, kurzer Sinn. Im Moment arbeite ich eigentlich nur noch für andere. Bei einen Brutto von 60.000 € p.A. bleiben mir gerade mal ca. 35k übrig. Das "Arbeitgeberbrutto" liegt bei ca. 71k im Jahr. Im Prinzip sind das nur verstecke Kosten die mir von meinem Brutto vorher abgezogen werden. Ich arbeite zur Hälfte des Jahres für den Staat und meinen Versicherungen, die ihr Geld leider nicht so wert sind. Von den Kröten die noch übrig bleiben, geht ca. nochmal ein Drittel für die Miete drauf.

Ich hab das Gefühl nur noch für andere arbeiten zu gehen. Es nervt. Eigentumserwerb ist bei den Preisen für mich nicht mehr drinne. Hinterfragt ihr das ganze auch so? Ich finde gerade im Lockdown, wo man viel Zeit hat, hinterfragt man doch so einiges?

S C H W E I Z

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Bei der aktuellen Politik ist es nicht schwer Dinge zu hinterfragen.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 27.11.2020:

Ich hab das Gefühl nur noch für andere arbeiten zu gehen. Es nervt. Eigentumserwerb ist bei den Preisen für mich nicht mehr drinne. Hinterfragt ihr das ganze auch so? Ich finde gerade im Lockdown, wo man viel Zeit hat, hinterfragt man doch so einiges?

Jep, ich bekomme ein ähnlich Gehalt und denk mir schon lange das ich damit mir kaum was leisten kann und die Rente ist auch mehr als unsicher. Mein Ziel ist auszuwandern da ich in Dtl keine rosige Zukunft für mich sehe.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 27.11.2020:

"Kein Fitnessstudio, kein anderen Aktivitäten"

Warum trainierst du nicht zuhause und nutzt die restliche Zeit für weitere Hobbys? Dann denkst du auch nicht über Tatsachen nach und deprimierst dich selbst.

Nicht der TE aber ich kann ihn verstehen. Ich gehe seit über 15 Jahren ins Fitness-Studio und mache nun notgedrungen zuhause Übungen. Das ist halt leider kein Ersatz für ein richtiges Training und für eine Hantelbank, Squatrack etc. fehlt mir der Platz in der Bude. Dazu ist es auch schön im Gym unter Leute zu kommen.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Guter Thread. Ein Freund von mir hat mir letztens erst ähnliches berichtet. Seitdem der Lockdown ist hinterfragt er seine ganze berufliche Situation und kam zum Entschluss er will sich fortbilden und doch nochmal in andere Richtungen schnuppern.

Ich habe generell den Eindruck, dass der Lockdown und Corona als eine Art Brandbeschleuniger wirkt für Dinge, die sich sowieso angebahnt hätten: Wechsel des Berufs, Trennung vom Partner, Ändern der eigenen Hobbies. Mal einfach auch hinterfragen, was ist mir wirklich wichtig und was will ich vom Leben. Von dem her finde ich die Zeit aktuell gar nicht mal so schlecht, weil man mal lernt mit sich selbst klarzukommen.

Ich persönlich bin jetzt bald mit meinem Bachelor durch und überlege momentan auch immer mehr was dann sein soll. Vor Corona hätt ich gesagt, einfach gleich den Master und weiter mit dem chilligen Studentenleben. Aber durch den Lockdown wird mir bewusst, dass ich von meiner Jugend irgendwie noch mehr will und mehr Abenteuer, Erfahrung, Weitsicht, Exkurs, etc. Irgendwie finde ich mich damit schwer ab, dass es das jetzt schon gewesen ist mit dieser jugendlichen Freiheit. Deswegen will ich nochmal ein paar Facette auskosten aktuell...

Reisen ist momentan schwierig. Vielleicht mache ich was gemeinnütziges jetzt erstmal nach dem Bachelor. Oder ein freiwilliges soziales Jahr. Oder gehe zum Bund für ein paar Monate. Einfach mal Erfahrungen sammeln, die man sonst nie gekriegt hätte... Das hab ich jedenfalls aus den letzten 9 Monaten gelernt und dafür bin ich irgendwie sehr dankbar. Ich bin gespannt, wohin es mich verschlägt. Jedoch sag ich dem gemütlichen Studentenleben jetzt dann erstmal ade auf absehbare Zeit. :-)
Es ist jedenfalls dein Leben und du lebst nur einmal und nicht für andere, also mach worauf du Bock hast. Man braucht auch vor nichts Angst haben, das schlimmste was passieren kann ist eine negative Erfahrung und selbst da lacht man in ein paar Monaten oder Jahren bereits drüber.

Und generell an alle Mitleser: scheißt mal etwas auf euren CV. Den könnt ihr euch höchstens auf den Grabstein rackern irgendwann, aber das bringt dann auch nichts mehr.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Das sind doch gute Ansätze um sich mit Frugalismus und Investments zu beschäftigen.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Du hast knapp 3000€ netto im Monat und einen scheinbar sicheren Job, damit geht es dir derzeit besser als 80% der Deutschen. Das sollte dir immer bewusst sein. Und gerade letzt lebe ich doch tausend mal lieber in Deutschland mit unseren zig Versicherungen als in den USA, wo ich von heute auf morgen meinen Job verlieren und mit Pech auch noch auf der Straße landen kann.

Bezüglich Eigenheim mach dir mal keinen Kopf. Wir leben in sehr turbulenten Zeiten. Kein Mensch weiß was bald mit der Wirtschaft passiert. Die Mieten in Großstädten fangen schon an zu sinken, es heißt Blase hier und Blase dort, Euro vor dem Aus, hunderttausende Menschen und der Staat sind verschuldet und der Jobmarkt ändert sich völlig durch Homeoffice und Automobilkrise. Das Letzte was ich jetzt tun würde, ist mir (womöglich am All-Time-High) eine Immobilie ans Bein zu binden.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Was lehrt uns das? Die meisten betäuben sich mit Feiern gehen und sonstiges und wenn sie mal zuhause sitzen müssen, können sie weder sich selbst sinnvoll beschäftigen noch sich ertragen.

Klar ist zuhause trainnieren nicht wie im Gym. Zuhause arbeiten ist auch nicht wie im Büro. Tut man trotzdem. Deshalb ist "ich mache nix zuhause, es hat kein Gymfeeling" nur eine faule Ausrede. Wo ein Wille, da auch ein Weg. Nur, Menschen sind verdammt bequem und wenn man da erstmal drinnen ist... Corona verdeutlicht nur, wie undiszipliniert und bequem viele sind und wie wenig sie in Wirklichkeit mit sich selbst klar kommen. Ich will damit nicht sagen, dass es anderen anders ergeht. Ne. Jedem geht's so, jeder hat Probleme sich selbst zu ertragen und diszipliniert zu sein. Manche können damit besser um und finden Lösungen und andere stellen sofort ihr ganzes Leben in Frage und malen den Teufel an die Wand.

Du lebst, um eines Tages zu sterben. Gratulation zu dieser fundamentalen Erkenntnis.
Entweder man lebt um seine eigenen Ziele zu erreichen oder man lebt, um Kinder zu bekommen und sie groß zu ziehen. Bei beidem steht man irgendwann da und hats erreicht und dann ist alles so leer und blöd wie vorher. C'est la vie. Deshalb sollte man nicht stehen bleiben, sondern sich den Gegebenheiten anpassen und das beste draus machen. Für sich selbst.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

ExBerater schrieb am 27.11.2020:

Jetzt im harten Lockdown hole ich mir jeden Tag einen Cappuccino vom Lieblingscafe.

Von welchem "harten Lockdown" redest du bitte? Schon unser "Lockdown light" ist irreführend, ist nämlich kein Lockdown, auch kein leichter. Aber "harter Lockdown" und "ich hol mir jeden Tag einen Cappuccino" in einem Satz... Bro, im Ernst, wirf mal einen Blick über die Bundesgrenzen und hinterfrage, was du als "harten Lockdown" verstehst.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 27.11.2020:

Reisen ist momentan schwierig. Vielleicht mache ich was gemeinnütziges jetzt erstmal nach dem Bachelor. Oder ein freiwilliges soziales Jahr. Oder gehe zum Bund für ein paar Monate. Einfach mal Erfahrungen sammeln, die man sonst nie gekriegt hätte...

Nachdem ich mein ganzes Studium über bereut hatte, es vorher nicht gemacht zu haben, hab ich nach meinem Masterabschluss ein FSJ eingelegt. War ein Jahr lang Rettungssanitäter. Kann es nur weiterempfehlen. Kam übrigens auch später im VG richtig gut an.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Beamtentum! Tut es

Und kümmert euch dann um die Selbstverwirklichung

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Die Aussage „ich arbeite die Hälfte des Jahres für den Staat“ kann ich nicht mehr hören. Zu der „Hälfte“ gehören zum großen Teil Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung, Rentenversicherung und Pflegeversicherung. Würden diese Posten wegfallen, müsste man diese Kosten weiterhin privat tragen wenn man nicht ganz blöd ist.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Du hast knapp 3000€ netto im Monat und einen scheinbar sicheren Job, damit geht es dir derzeit besser als 80% der Deutschen. Das sollte dir immer bewusst sein. Und gerade letzt lebe ich doch tausend mal lieber in Deutschland mit unseren zig Versicherungen als in den USA, wo ich von heute auf morgen meinen Job verlieren und mit Pech auch noch auf der Straße landen kann.

Bezüglich Eigenheim mach dir mal keinen Kopf. Wir leben in sehr turbulenten Zeiten. Kein Mensch weiß was bald mit der Wirtschaft passiert. Die Mieten in Großstädten fangen schon an zu sinken, es heißt Blase hier und Blase dort, Euro vor dem Aus, hunderttausende Menschen und der Staat sind verschuldet und der Jobmarkt ändert sich völlig durch Homeoffice und Automobilkrise. Das Letzte was ich jetzt tun würde, ist mir (womöglich am All-Time-High) eine Immobilie ans Bein zu binden.

Inwiefern helfen dir nun diese ganzen Versicherungen? Insbesondere wenn sich hier noch eine Wirtschaftskrise entwickeln sollte, die so tiefgreifend ist, dass kaum noch jemand Beiträge zahlen kann, weil die Wirtschaft unten ist, dann kannst du auch keine Leistungen mehr von einer Versicherung einfordern. Jedenfalls haben die Amerikaner eine ganz andere Mentalität. Solche Sachen belasten die nicht so sehr wie die ängstlichen und bequemen Deutschen. Die nehmen alles lieber selbst in die Hand und das macht sie eben auch so stark.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Ich beobachte das schon mein ganzes Leben (werde bald 40). Erst sollen in /Schule/Ausbildung/Studium möglichst gute Noten geschrieben werden, um einen tollen und gut bezahlten Job zu bekommen. Ist der tolle Job dann da wird gearbeitet und verdient so viel es geht. Und plötzlich kommt so was wie das, was wir jetzt haben und die Leute wissen plötzlich nichts mit sich anzufangen. Sie lassen sich ihr Leben lang auf Arbeit trimmen, dass da gar nichts anderes mehr ist. Ich wundere mich nur, dass immer erst etwas passieren muss, dass die Leute mal anfangen zu hinterfragen. Warum bekommen die das vorher nicht schon hin? Ich habe sehr viele Interessen und ich denke sehr gerne über alles mögliche nach, daher würde mich zu viel Arbeit nur stören. Man lebt schließlich nur einmal.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Ich denke auch über vieles nach gerade, aber nicht über solche Kinkerlitzchen wie "ich kann nicht ins Fitnessstudio" sondern eher darüber was alles politisch schiefläuft in diesem Land und ob ich wirklich mein weiteres Leben hier verbringen will...

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Was lehrt uns das? Die meisten betäuben sich mit Feiern gehen und sonstiges und wenn sie mal zuhause sitzen müssen, können sie weder sich selbst sinnvoll beschäftigen noch sich ertragen.

+1

Wobei ich diese "Depri-Phase" schon nachvollziehen kann. Ich habe das "Glück" einen Job zu haben, in dem ich seit Corona gefühlt 130% arbeiten muss. Ich merke von diesen ganzen Auflagen ect. wenig. "Zuhause" ist bei mir aber auch ein kleines Haus mit reichlich Garten.
Solange Supermärkte und Baumärkte offen haben: Alles super.
Sport ist wichtig, aber da muss man halt auch flexibel sein. Ich habe mir einen Smarttrainer fürs Rennrad gekauft. Der wartet auf den nächsten "richtigen" Lockdown.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Die Aussage „ich arbeite die Hälfte des Jahres für den Staat“ kann ich nicht mehr hören. Zu der „Hälfte“ gehören zum großen Teil Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung, Rentenversicherung und Pflegeversicherung. Würden diese Posten wegfallen, müsste man diese Kosten weiterhin privat tragen wenn man nicht ganz blöd ist.

Ganz unrecht hat er aber nicht. Gerade Leute, die kompetent sind und seltene und bestimmte Leistung bringen, werden immer nachgefragt auf dem Jobmarkt. Deren Kompetenz ist bereits die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Solche Leute werden zu Abgaben aufgefordert, obwohl sie selbst nie in die Situation kommen, diese Leistungen mal selbst zu beziehen. Also wird schon nur für andere bezahlt.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Inwiefern helfen dir nun diese ganzen Versicherungen? Insbesondere wenn sich hier noch eine Wirtschaftskrise entwickeln sollte, die so tiefgreifend ist, dass kaum noch jemand Beiträge zahlen kann, weil die Wirtschaft unten ist, dann kannst du auch keine Leistungen mehr von einer Versicherung einfordern.

Ich meinte damit die Arbeitslosen- und Sozialversicherungen sowie die Corona-Hilfsgelder. Wer jahrelang knapp die Hälfte seines Einkommens an den Staat abdrückt, darf da auch mal beherzt zugreifen, wenn es ihm schlechter geht. Ich gönne das jedem. Wie viele Amerikaner sorgen denn ausreichend vor? Doch auch nur die, die sowieso genug Geld haben. Total kaputtes Land meiner Meinung nach.

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Ich beobachte das schon mein ganzes Leben (werde bald 40). Erst sollen in /Schule/Ausbildung/Studium möglichst gute Noten geschrieben werden, um einen tollen und gut bezahlten Job zu bekommen. Ist der tolle Job dann da wird gearbeitet und verdient so viel es geht

Spricht ja nichts dagegen, für fast alle schönen Dinge braucht man Geld.

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Und plötzlich kommt so was wie das, was wir jetzt haben und die Leute wissen plötzlich nichts mit sich anzufangen.

Was würdest du denn tun, wenn du nicht mehr arbeiten müsstest? Ich würde feiern gehen, durch die Welt reisen, schick Essen gehen, in Vereinen aktiv sein, usw. All das ist derzeit aber nicht möglich, selbst wenn man es sich leisten könnte. Durch Kurzarbeit und Arbeitlosigkeit haben viele nicht mal das Geld, es sich zuhause einigermaßen schön zu machen, sofern sie ihr Zuhause überhaupt behalten können. Man kann diesen Leuten doch nicht vorwerfen, nichts mit sich anzufangen zu wissen.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

"ich arbeite die Hälfte des Jahres für den Staat“ -

meine 50 Cent dazu: ich würde einfach mal 2-3 Std. pro Tag weniger arbeiten (inoffiziell), um mehr Zeit für andere Dinge zu haben.

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ExBerater

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Das halte ich für eine sehr gefährliche Meinung.
Erstens sind es eben auch viele andere Ausgaben neben der Arbeitslosenversicherung die dir doch sehr wohl zu Gute kommen (Rente, Krankenversicherung), dann kommt hinzu, dass unsere Steuern eben sehr viel finanzieren, die man in anderen Ländern teuer privat direkt bezahlen muss.

Was aber viel kritischer ist, zu glauben nur weil man gut ausgebildet sei, schütze einen das vor Arbeitslosigkeit. Da gibt es leider sehr sehr sehr viele Gegenbeispiele (übrigens auch hier im Forum). Übrigens haben wir als die gut Ausgebildeten doch auch im Besonderen von der nahezu kostenlosenen Bildung profitiert.
Außerdem haben die oft einen gut bezahlten Job, weil am Ende des Tages die ärmeren Leute dank des Sozialstaats sich auch nur ihre Produkte/Services leisten können.
Ein Beispiel: Die einen halten sich für die geilsten weil sie für 150k im Jahr bei Amazon irgendwelche Algorithmen entwickeln. Aber diese Jobs gebe es gar nicht, wenn all die 60 Mio Normalverdiener in Deutschland kein Geld hätten, um irgendwas bei Amazon zu bestellen

Die Gesellschaft und das Wirtschaftsystem ist ein irrsinnig komplexes System. Man sollte da nicht kurzfristig und vereinfacht denken.

Last but not least: Das ist eben die SOZIALE Marktwirtschaft. Wenn man keinen sozialen Ausgleich hätte, würde es irgendwann zu Bürgerkriegs-ähnlichen Zuständen kommen. Übrigens stehen die USA kurz davor aus meiner Sicht. Ein Land was alles soziale direkt für Sozialismus oder Kommunismus hält.

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Die Aussage „ich arbeite die Hälfte des Jahres für den Staat“ kann ich nicht mehr hören. Zu der „Hälfte“ gehören zum großen Teil Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung, Rentenversicherung und Pflegeversicherung. Würden diese Posten wegfallen, müsste man diese Kosten weiterhin privat tragen wenn man nicht ganz blöd ist.

Ganz unrecht hat er aber nicht. Gerade Leute, die kompetent sind und seltene und bestimmte Leistung bringen, werden immer nachgefragt auf dem Jobmarkt. Deren Kompetenz ist bereits die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Solche Leute werden zu Abgaben aufgefordert, obwohl sie selbst nie in die Situation kommen, diese Leistungen mal selbst zu beziehen. Also wird schon nur für andere bezahlt.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Ganz unrecht hat er aber nicht. Gerade Leute, die kompetent sind und seltene und bestimmte Leistung bringen, werden immer nachgefragt auf dem Jobmarkt. Deren Kompetenz ist bereits die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit.

Das haben Maschinenbauer bis vor ein paar Jahren auch gedacht. Und ich als (noch) gut verdienender ITler mache mir auch Sorgen. Outsourcing nach Indien, stagnierende Gehälter, immer mehr Ausbeuter-Dienstleister, teils von den Konzernen selbst gegründet, die mit ihrem Lohndumping durchkommen - das alles sind nicht gerade Zeichen von steigender Nachfrage. In der Verwandtschaft habe ich auch einen Ingenieur, der nur ein paar wenige Jahre in der falschen Nische als Führungskraft unterwegs war. Er fand danach zu seinem Schrecken nichts Vernünftiges mehr, da man ihm Entwicklung nicht mehr zutraute aber auch als Führungskraft nicht für erfahren genug hielt. Er musste sich beim Jahresgehalt um fast 50% verschlechtern.

Ich wäre daher in der heutigen Zeit extrem vorsichtig damit, einen Job als so sicher zu bezeichnen, dass man keine staatliche Versicherung nötig hat.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Du hast zwei Optionen:

Option 1.: Du arbeitest einfach nicht mehr und schaust ob dir das Leben besser gefällt.

Option 2.: Du fängst an die Dinge einfach etwas anders zu sehen. Du schuldest dem Staat sehr viel. Er finanzierte deinen Kindergarten, deine Schulbildung, wohl auch deine akademische Ausbildung und zwar ohne, dass du bis zum 24/25/26 Lebensjahr eine Gegenleistung zu erbringen hattest. Überlege dir mal ob du dir das Bildungssystem auf einem Niveau deutscher Gymnasien und Universitäten bspw. in den US so hättest leisten können. Auch lebst du in einem Staat, in dem Recht und Gesetz herrscht und in welchem es sehr wenig Korruption gibt. Polizei, Gerichte usw. wollen eben finanziert werden aber wenn diese Ihren Job machen, dann stiftet es auch dir einen Mehrwert. Auch sind die Versicherungsleistungen in Deutschland durch die Bank weg gut. Aber das erkennt man wohl erst, wenn man sich mal die Systeme anderer Länder anschaut. Schau dir mal die USA an. Du musst für jeden Arzttermin zahlen, jede OP kann dich an den Rand der Existenz bringen und es kann sein, dass es Behandlungsmethoden für Krebs etc. gibt, die du dir aber nicht leisten kannst und wenn du dich entscheidest eine Versicherung abzuschließen wird dir auffallen, dass eine Versicherung, welche die gleichen Sachen abdeckt, wie die gesetzliche Krankenversicherungen in Deutschland es tun, teils extreme Premiums gezahlt werden müssen. Das gleiche gilt für Pflegeversicherungen etc..

Die einzigen Posten bei denen du wohl keine direkte Gegenleistung zu erwarten hast sind

  1. Großprojekte die extrem Schieflaufen und das Geld verloren geht und
  2. manche Sozialausgaben des Staates.

Kannst dir ja mal die Frage stellen, wie du abstimmen würdest, wenn es eine Volksabstimmung zur Abschaffung jeglicher sozialer Leistungen gibt (dann fällt dir aber wohl auch auf, dass du wohl kein Milliardär bist und auch von Kindergeld, Bafin, Erasmusgeld usw. profitiert hast). Kommt mir so vor als würden viele Leute denken, dass Steuergelder immer nur für Hartz IV ausgegeben wird.....

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Ganz unrecht hat er aber nicht. Gerade Leute, die kompetent sind und seltene und bestimmte Leistung bringen, werden immer nachgefragt auf dem Jobmarkt. Deren Kompetenz ist bereits die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Solche Leute werden zu Abgaben aufgefordert, obwohl sie selbst nie in die Situation kommen, diese Leistungen mal selbst zu beziehen. Also wird schon nur für andere bezahlt.

Die AV ist auf 82,80€ begrenzt. Ist jetzt also kein Betrag, der dich viel reicher machen würde. Außerdem weiß selbst der größte Experte nie, ob sein Fachgebiet auch in 10 Jahren noch gefragt sein wird

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Die Aussage „ich arbeite die Hälfte des Jahres für den Staat“ kann ich nicht mehr hören. Zu der „Hälfte“ gehören zum großen Teil Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung, Rentenversicherung und Pflegeversicherung. Würden diese Posten wegfallen, müsste man diese Kosten weiterhin privat tragen wenn man nicht ganz blöd ist.

Ganz unrecht hat er aber nicht. Gerade Leute, die kompetent sind und seltene und bestimmte Leistung bringen, werden immer nachgefragt auf dem Jobmarkt. Deren Kompetenz ist bereits die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Solche Leute werden zu Abgaben aufgefordert, obwohl sie selbst nie in die Situation kommen, diese Leistungen mal selbst zu beziehen. Also wird schon nur für andere bezahlt.

Das Arbeitsleben ist lang und nicht vorhersehbar. Die Fachkräfte von heute sind die Arbeitslosen von morgen und andersherum.
Ich kann mich noch gut an eine Zeit erinnern, als es gar nicht so einfach war als Handwerker Fuß zu fassen.

Grundsätzlich stimmt es aber natürlich dass unser System nur funktionieren kann, wenn durch das Umlagensystem ein Überschuss generiert wird und die Beiträge von gut verdienen Singles und Pärchen sind ein wichtiger Bestandteil davon. Das kann man auch ruhig mal anerkennen!

Dennoch ist das System in der Regel keine Einbahnstraße, zumindest von der Geburt bis zum Abschluss profitiert erstmal jeder davon und nach der Familiengründung viele auch. Natürlich ist es nicht perfekt aber so furchtbar wie es dargestellt wird ist unser System auch nicht.

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WiWi Gast

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WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

"ich arbeite die Hälfte des Jahres für den Staat“ -

meine 50 Cent dazu: ich würde einfach mal 2-3 Std. pro Tag weniger arbeiten (inoffiziell), um mehr Zeit für andere Dinge zu haben.

Ist eine Möglichkeit, für viele würde das aber bedeuten den Traum von den eigenen 4 Wänden endgültig zu begraben.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Trainigsanlagen unter freiem Himmel sind nicht gesperrt. In die meisten EU-Länder gibt es keine Einreisebeschränkungen. Wer da Risiko eingehen will kann sich doch Problemlos Amsterdam, Breslau etc. anschauen. Oder mit Fahrrad einmal durch Deutschland fahren.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

"ich arbeite die Hälfte des Jahres für den Staat“ -

meine 50 Cent dazu: ich würde einfach mal 2-3 Std. pro Tag weniger arbeiten (inoffiziell), um mehr Zeit für andere Dinge zu haben.

Ist eine Möglichkeit, für viele würde das aber bedeuten den Traum von den eigenen 4 Wänden endgültig zu begraben.

Er schreibt doch inoffiziell. Viele, gerade jüngere, arbeiten sehr hart ohne irgendwas zu ernten. Da muss man teilweise leider schon sagen: Selbst Schuld, wenn man sich so ausbeuten lässt.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Ganz unrecht hat er aber nicht. Gerade Leute, die kompetent sind und seltene und bestimmte Leistung bringen, werden immer nachgefragt auf dem Jobmarkt. Deren Kompetenz ist bereits die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit.

Das haben Maschinenbauer bis vor ein paar Jahren auch gedacht. Und ich als (noch) gut verdienender ITler mache mir auch Sorgen. Outsourcing nach Indien, stagnierende Gehälter, immer mehr Ausbeuter-Dienstleister, teils von den Konzernen selbst gegründet, die mit ihrem Lohndumping durchkommen - das alles sind nicht gerade Zeichen von steigender Nachfrage. In der Verwandtschaft habe ich auch einen Ingenieur, der nur ein paar wenige Jahre in der falschen Nische als Führungskraft unterwegs war. Er fand danach zu seinem Schrecken nichts Vernünftiges mehr, da man ihm Entwicklung nicht mehr zutraute aber auch als Führungskraft nicht für erfahren genug hielt. Er musste sich beim Jahresgehalt um fast 50% verschlechtern.

Ich wäre daher in der heutigen Zeit extrem vorsichtig damit, einen Job als so sicher zu bezeichnen, dass man keine staatliche Versicherung nötig hat.

Liegt eben hauptsächlich daran, dass die Kunden alles möglichst billig haben wollen. Von zwei Anbietern wählen sie eben den billigeren. Will ein Anbieter also billiger sein als der Wettbewerb, muss er die Dinge machen, über die du die gerade beschwerst, damit die Kosten/Preissuntergrenze möglichst tief gehalten werden kann. Denn wer zu hohe Kosten hat, hat es schwer billiger als die Konkurrenz zu sein. Dafür bekommst du aber auch nirgends so günstig und so gute Sachen zu kaufen wie in Deutschland. Ihr lebt so gut und beschwert euch immer noch.

Ich rede nicht von Titeln, sondern von Fähigkeiten. Würden sich die Deutschen nicht so sehr auf das beschränken, was sie laut ihren Zeugnissen sind, könnten sie ihr Berufsleben viel flexibler gestalten. Bekommen die in anderen Ländern doch auch hin.

Merkwürdig finde ich auch das Anspruchsdenken wie man an deinem Kommentar und dem einiger anderer hier sehen kann. Ihr macht ja so als müsste es so sein, dass ihr immer genug Geld habt und noch mehr, nur um sich jederzeit dem Konsum oder sonstigen materiellen Wünschen hinzugeben. Dass ihr euch mal weniger leisten könnt, nur weil mal euer Gehalt eingebrochen ist, scheint euch ja regelrecht in Panik zu versetzen. Ich kann von sehr sehr wenig Geld hervorragend leben. Alles darüber hinaus ist gar nicht nötig, sondern nur Luxus. Wichtig ist mir was anderes.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Du hast zwei Optionen:

Option 1.: Du arbeitest einfach nicht mehr und schaust ob dir das Leben besser gefällt.

Option 2.: Du fängst an die Dinge einfach etwas anders zu sehen. Du schuldest dem Staat sehr viel. Er finanzierte deinen Kindergarten, deine Schulbildung, wohl auch deine akademische Ausbildung und zwar ohne, dass du bis zum 24/25/26 Lebensjahr eine Gegenleistung zu erbringen hattest. Überlege dir mal ob du dir das Bildungssystem auf einem Niveau deutscher Gymnasien und Universitäten bspw. in den US so hättest leisten können. Auch lebst du in einem Staat, in dem Recht und Gesetz herrscht und in welchem es sehr wenig Korruption gibt. Polizei, Gerichte usw. wollen eben finanziert werden aber wenn diese Ihren Job machen, dann stiftet es auch dir einen Mehrwert. Auch sind die Versicherungsleistungen in Deutschland durch die Bank weg gut. Aber das erkennt man wohl erst, wenn man sich mal die Systeme anderer Länder anschaut. Schau dir mal die USA an. Du musst für jeden Arzttermin zahlen, jede OP kann dich an den Rand der Existenz bringen und es kann sein, dass es Behandlungsmethoden für Krebs etc. gibt, die du dir aber nicht leisten kannst und wenn du dich entscheidest eine Versicherung abzuschließen wird dir auffallen, dass eine Versicherung, welche die gleichen Sachen abdeckt, wie die gesetzliche Krankenversicherungen in Deutschland es tun, teils extreme Premiums gezahlt werden müssen. Das gleiche gilt für Pflegeversicherungen etc..

Die einzigen Posten bei denen du wohl keine direkte Gegenleistung zu erwarten hast sind

  1. Großprojekte die extrem Schieflaufen und das Geld verloren geht und
  2. manche Sozialausgaben des Staates.

Kannst dir ja mal die Frage stellen, wie du abstimmen würdest, wenn es eine Volksabstimmung zur Abschaffung jeglicher sozialer Leistungen gibt (dann fällt dir aber wohl auch auf, dass du wohl kein Milliardär bist und auch von Kindergeld, Bafin, Erasmusgeld usw. profitiert hast). Kommt mir so vor als würden viele Leute denken, dass Steuergelder immer nur für Hartz IV ausgegeben wird.....

+1

Manche verstehen leider nicht, wie gut wir es hier haben. Mir fällt jetzt kein Land ein, in dem das System besser ist (außer vielleicht die Schweiz oder Luxemburg)

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Ich beobachte das schon mein ganzes Leben (werde bald 40). Erst sollen in /Schule/Ausbildung/Studium möglichst gute Noten geschrieben werden, um einen tollen und gut bezahlten Job zu bekommen. Ist der tolle Job dann da wird gearbeitet und verdient so viel es geht

Spricht ja nichts dagegen, für fast alle schönen Dinge braucht man Geld.

Nur für die richtig schönen Dinge braucht man fast kein oder gar kein Geld.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Inwiefern helfen dir nun diese ganzen Versicherungen? Insbesondere wenn sich hier noch eine Wirtschaftskrise entwickeln sollte, die so tiefgreifend ist, dass kaum noch jemand Beiträge zahlen kann, weil die Wirtschaft unten ist, dann kannst du auch keine Leistungen mehr von einer Versicherung einfordern.

Ich meinte damit die Arbeitslosen- und Sozialversicherungen sowie die Corona-Hilfsgelder. Wer jahrelang knapp die Hälfte seines Einkommens an den Staat abdrückt, darf da auch mal beherzt zugreifen, wenn es ihm schlechter geht. Ich gönne das jedem. Wie viele Amerikaner sorgen denn ausreichend vor? Doch auch nur die, die sowieso genug Geld haben. Total kaputtes Land meiner Meinung nach.

Ich beobachte das schon mein ganzes Leben (werde bald 40). Erst sollen in /Schule/Ausbildung/Studium möglichst gute Noten geschrieben werden, um einen tollen und gut bezahlten Job zu bekommen. Ist der tolle Job dann da wird gearbeitet und verdient so viel es geht

Spricht ja nichts dagegen, für fast alle schönen Dinge braucht man Geld.

Und plötzlich kommt so was wie das, was wir jetzt haben und die Leute wissen plötzlich nichts mit sich anzufangen.

Was würdest du denn tun, wenn du nicht mehr arbeiten müsstest? Ich würde feiern gehen, durch die Welt reisen, schick Essen gehen, in Vereinen aktiv sein, usw. All das ist derzeit aber nicht möglich, selbst wenn man es sich leisten könnte. Durch Kurzarbeit und Arbeitlosigkeit haben viele nicht mal das Geld, es sich zuhause einigermaßen schön zu machen, sofern sie ihr Zuhause überhaupt behalten können. Man kann diesen Leuten doch nicht vorwerfen, nichts mit sich anzufangen zu wissen.

Ich habe mehrere Jahre am Existensminimum gelebt und kann dir sagen, dass all das, bis auf das feiern gehen, wenn auch nicht ganz so oft, sehr gut damit geht. Die meisten sind nur so getrimmt auf bestimmte Dinge, die ihnen ihr Leben lang eingetrichtert wurden, dass sie immer glauben, dass es nur damit geht. Es geht auch anders, wenn man denn will.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

ExBerater schrieb am 28.11.2020:

Das halte ich für eine sehr gefährliche Meinung.
Erstens sind es eben auch viele andere Ausgaben neben der Arbeitslosenversicherung die dir doch sehr wohl zu Gute kommen (Rente, Krankenversicherung), dann kommt hinzu, dass unsere Steuern eben sehr viel finanzieren, die man in anderen Ländern teuer privat direkt bezahlen muss.

Was aber viel kritischer ist, zu glauben nur weil man gut ausgebildet sei, schütze einen das vor Arbeitslosigkeit. Da gibt es leider sehr sehr sehr viele Gegenbeispiele (übrigens auch hier im Forum). Übrigens haben wir als die gut Ausgebildeten doch auch im Besonderen von der nahezu kostenlosenen Bildung profitiert.
Außerdem haben die oft einen gut bezahlten Job, weil am Ende des Tages die ärmeren Leute dank des Sozialstaats sich auch nur ihre Produkte/Services leisten können.
Ein Beispiel: Die einen halten sich für die geilsten weil sie für 150k im Jahr bei Amazon irgendwelche Algorithmen entwickeln. Aber diese Jobs gebe es gar nicht, wenn all die 60 Mio Normalverdiener in Deutschland kein Geld hätten, um irgendwas bei Amazon zu bestellen

Die Gesellschaft und das Wirtschaftsystem ist ein irrsinnig komplexes System. Man sollte da nicht kurzfristig und vereinfacht denken.

Last but not least: Das ist eben die SOZIALE Marktwirtschaft. Wenn man keinen sozialen Ausgleich hätte, würde es irgendwann zu Bürgerkriegs-ähnlichen Zuständen kommen. Übrigens stehen die USA kurz davor aus meiner Sicht. Ein Land was alles soziale direkt für Sozialismus oder Kommunismus hält.

Die Steuern finanzieren auch sehr viel, was man eigentlich gar nicht braucht oder nichts taugt. Gibt ja genug Beispiele für Steuerverschwendung.

LOL du schreibst was von der Komplexität der Wirtschaft, man solle nicht vereinfacht und kurzfristig denken, und da kommst du mit so einem Beispiel? Wenn also all die 60 Mio Normalverdiener kein Geld hätten, um bei Amazon zu kaufen, dann hätten sie

  • a) auch kein Geld um sonst wo zu kaufen und
  • b) würde die Bezeichnung Normalverdiener nicht mehr passen, da sie kein Geld mehr haben.

Was sollte das überhaupt für eine Argumentation sein? Völlig unlogisch. Die Leute gehen nicht arbeiten, damit sie einfach nur Geld rumliegen haben, sondern damit sie Geld haben, um es gegen Sachen einzutauschen. Erst dadurch entsteht Wohlstand. Und die, die die Algorithmen entwickeln tragen damit ganz offensichtlich zum Wohlstand bei, denn würde es den Leuten keinen Mehrwert liefern, würden sie es ja nicht nutzen. Also sei lieber mal froh darüber, sonst hätten wir Lebenszustände wie vor 3000 Jahren.

Du glaubst, dass die USA kurz vor einem Bürgerkrieg steht? Sind deine Informationen dazu etwa die selektiven Berichterstattungen unserer Medien? Die haben ja ganze Arbeit geleistet. Ich kann dir nur mal empfehlen in die USA zu gehen für einige Zeit und auch mal dein "Wissen" darüber zu hinterfragen.

Für einen sozialen Ausgleich braucht es aber nicht zwingend eine ausgeprägte staatliche Sozialpolitik. Das beweisen die Amerikaner sogar am besten. Um das zu verstehen, muss man eben wissen, wie die wirklich sind und was da wirklich passiert und wie soziales Handeln dort wirklich stattfindet bzw. mal informieren, welche Argumente sie gegen eine staatliche Sozialpolitik haben.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Du hast zwei Optionen:

Option 1.: Du arbeitest einfach nicht mehr und schaust ob dir das Leben besser gefällt.

Option 2.: Du fängst an die Dinge einfach etwas anders zu sehen. Du schuldest dem Staat sehr viel. Er finanzierte deinen Kindergarten, deine Schulbildung, wohl auch deine akademische Ausbildung und zwar ohne, dass du bis zum 24/25/26 Lebensjahr eine Gegenleistung zu erbringen hattest. Überlege dir mal ob du dir das Bildungssystem auf einem Niveau deutscher Gymnasien und Universitäten bspw. in den US so hättest leisten können. Auch lebst du in einem Staat, in dem Recht und Gesetz herrscht und in welchem es sehr wenig Korruption gibt. Polizei, Gerichte usw. wollen eben finanziert werden aber wenn diese Ihren Job machen, dann stiftet es auch dir einen Mehrwert. Auch sind die Versicherungsleistungen in Deutschland durch die Bank weg gut. Aber das erkennt man wohl erst, wenn man sich mal die Systeme anderer Länder anschaut. Schau dir mal die USA an. Du musst für jeden Arzttermin zahlen, jede OP kann dich an den Rand der Existenz bringen und es kann sein, dass es Behandlungsmethoden für Krebs etc. gibt, die du dir aber nicht leisten kannst und wenn du dich entscheidest eine Versicherung abzuschließen wird dir auffallen, dass eine Versicherung, welche die gleichen Sachen abdeckt, wie die gesetzliche Krankenversicherungen in Deutschland es tun, teils extreme Premiums gezahlt werden müssen. Das gleiche gilt für Pflegeversicherungen etc..

Die einzigen Posten bei denen du wohl keine direkte Gegenleistung zu erwarten hast sind

  1. Großprojekte die extrem Schieflaufen und das Geld verloren geht und
  2. manche Sozialausgaben des Staates.

Kannst dir ja mal die Frage stellen, wie du abstimmen würdest, wenn es eine Volksabstimmung zur Abschaffung jeglicher sozialer Leistungen gibt (dann fällt dir aber wohl auch auf, dass du wohl kein Milliardär bist und auch von Kindergeld, Bafin, Erasmusgeld usw. profitiert hast). Kommt mir so vor als würden viele Leute denken, dass Steuergelder immer nur für Hartz IV ausgegeben wird.....

Mich überzeugt das nicht. Ist mir neu, dass deutsche Schulen und Unis so gute Qualität anbieten würden. Deutsche Schüler haben im PISA Test mal wieder weit unter den Ansprüchen abgeschnitten und in den wichtigen internationalen Rankings tauchen deutsche staatliche Unis irgendwann nach 100 auf. Die besten Plätze sind überwiegend mit amerikanischen Unis belegt und der ein oder anderen aus UK, Frankreich, China. So gut können unsere Unis also nicht sein. Und bedenke ich, was ich selbst da erlebt habe, wundert es mich auch nicht. Im übrigen sind diese enormen Studiengebühren in den USA, von denen jeder hier meint, wie gut das wir das nicht haben, auch nur Ausnahmen an den Super-Unis. Als In-State-Student zahlst du sehr wenig für ein durchaus solides Studium.

Was du in den USA für einen Artzbesuch oder eine Operation bezahlst ist abhängig von deinem Versicherungsstatus. Und entgegen der Darstellungen in den Medien bekommen sogar Leute ohne KV eine Behandlung. Und nimm doch nicht an, dass dir die deutsche KV alles bezahlt. Warum gehen denn so viele Leute beispielsweise in die Schweiz weil deutsche Ärtze jemanden bereits abgeschrieben haben. Oder was sollen die Leute bei uns sagen, die in den Notlagentarif fallen mit stark eingeschränktem Leistungsumfang? Hier ist nicht alles so abgesichert wie du meinst.

Und solche Sachen wie Kindergeld und einige andere Sozialleistungen würde ich komplett streichen. Du sagst, man würde von den Kindergeldeinnahmen profitieren, übersiehst aber, dass du es ja erst mal durch die Steuerabgaben finanzierst. Du bekommst, was du gegeben hast. Sinnloses Rumschieben. Eigentlich ein Selbstbetrug. Und du wirst noch weiterhin Steuern dafür bezahlen, wenn dein Kind schon zu alt ist, um dafür noch welches zu bekommen. Aufs Leben betrachtet wirst du also mehr abgeben als du dadurch wieder einnimmst. Ich z.B. werde nie Kinder haben, soll aber Abgaben für anderer Leute Kinder machen. Würden solche Sachen wie Kindergeld wegfallen, denken die Leute, sie hätten einen Verlust, verstehen aber nicht, dass sie das ja auch nicht mehr steuerlich finanzieren müssen, also bleibt mehr netto vom Gehalt übrig.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Ich habe ähnliche Gedanken wie der TE. Bisher hat es mich nicht so sehr gestört, ein halbes Jahr für den Staat zu arbeiten, denn man bekommt ja immer noch richtig viel dafür im globalen Vergleich. Allerdings sehe ich für Europa drei sehr negative Trends:

  1. die alten Industrien geraten immer mehr ins Hintertreffen und wir scheinen nicht mal im Stande zu sein, bei Zukunftstechnologien mitzureden, geschweige denn zu gestalten
  2. Explodierende Sozialausgaben, die alle andere Budgetposten (inkl. Infrastruktur und Forschung) bei weitem übersteigen. Die jetzige Krise reißt hier ein noch größeres Loch hinein und ich befürchte, dass wir in ein paar Jahren überhaupt nicht mehr so viel besser dastehen werden als der Durchschnittsamerikaner, da sehr viele nur noch sehr wenig bekommen werden
  3. Dominanz der Alten - "italienische Verhältnisse". Die Politik richtet sich zum größten Teil nur noch nach den Bedürfnissen der Altersgrupe 55+ (der sie auch selber mehrheitlich angehört). In Zukunft wird es noch mehr darum gehen, deren Arbeitsverhältnisse (Quasi-Unkündbarkeit) und Renten zu sichern, natürlich auf Kosten der Jüngeren. Letztere werden dadurch zusehend verarmen, nicht mehr investieren und keine Kinder haben - ein Kontinent stirbt aus.

Das sind so die Sorgen, die ich mir angefangen habe zu machen, da ich echt nicht weiß, wie es hier weitergehen soll. Sicher, ein paar Jahre hangeln wir uns noch durch, aber ich habe noch gute 35 Jahre Berufsleben vor mir und befürchte, dass die wenigen verbliebenen Beitragszahler demnächst noch stärker zur Kasse gebeten werden wegen "Solidarität" und so... selber werden wir uns aber nichts mehr aufbauen können.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Die Lösung ist die Selbstständigkeit.

Das Problem ist nur, dass man sich damit gegen eine soziale Norm stellt und man gegen den Strom schwimmt. Der Mainstream und die meisten aus diesem Forum erzählen dir dann was von selbst und ständig und versuchen dich auf Linie zu halten.

Wenn man für die Ziele anderer Unternehmer arbeitet wird es schwer dabei die eigenen Ziele zu verwirklichen. Ich hab noch keinen Unternehner getroffen dessen Ziel es ist seine Mitarbeiter reich zu machen. Wenn das Thema zur Sprache kommt, geht es meist darum welche Rollen demnächst neu besetzt werden sollen.

Einfach mal die Peergroup ändern und eine skalierbare Dienstleistung/Produkt anbieten. Nur so kann man aus dem Hamsterrad, bzw. dem Tauch von Zeit gegen Geld ausbrechen und entspannt auf Bali abhängen, während der Rest in Deutschland im Lockdown versauert.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Du hast zwei Optionen:

Option 1.: Du arbeitest einfach nicht mehr und schaust ob dir das Leben besser gefällt.

Option 2.: Du fängst an die Dinge einfach etwas anders zu sehen. Du schuldest dem Staat sehr viel. Er finanzierte deinen Kindergarten, deine Schulbildung, wohl auch deine akademische Ausbildung und zwar ohne, dass du bis zum 24/25/26 Lebensjahr eine Gegenleistung zu erbringen hattest. Überlege dir mal ob du dir das Bildungssystem auf einem Niveau deutscher Gymnasien und Universitäten bspw. in den US so hättest leisten können. Auch lebst du in einem Staat, in dem Recht und Gesetz herrscht und in welchem es sehr wenig Korruption gibt. Polizei, Gerichte usw. wollen eben finanziert werden aber wenn diese Ihren Job machen, dann stiftet es auch dir einen Mehrwert. Auch sind die Versicherungsleistungen in Deutschland durch die Bank weg gut. Aber das erkennt man wohl erst, wenn man sich mal die Systeme anderer Länder anschaut. Schau dir mal die USA an. Du musst für jeden Arzttermin zahlen, jede OP kann dich an den Rand der Existenz bringen und es kann sein, dass es Behandlungsmethoden für Krebs etc. gibt, die du dir aber nicht leisten kannst und wenn du dich entscheidest eine Versicherung abzuschließen wird dir auffallen, dass eine Versicherung, welche die gleichen Sachen abdeckt, wie die gesetzliche Krankenversicherungen in Deutschland es tun, teils extreme Premiums gezahlt werden müssen. Das gleiche gilt für Pflegeversicherungen etc..

Die einzigen Posten bei denen du wohl keine direkte Gegenleistung zu erwarten hast sind

  1. Großprojekte die extrem Schieflaufen und das Geld verloren geht und
  2. manche Sozialausgaben des Staates.

Kannst dir ja mal die Frage stellen, wie du abstimmen würdest, wenn es eine Volksabstimmung zur Abschaffung jeglicher sozialer Leistungen gibt (dann fällt dir aber wohl auch auf, dass du wohl kein Milliardär bist und auch von Kindergeld, Bafin, Erasmusgeld usw. profitiert hast). Kommt mir so vor als würden viele Leute denken, dass Steuergelder immer nur für Hartz IV ausgegeben wird.....

Mich überzeugt das nicht. Ist mir neu, dass deutsche Schulen und Unis so gute Qualität anbieten würden. Deutsche Schüler haben im PISA Test mal wieder weit unter den Ansprüchen abgeschnitten und in den wichtigen internationalen Rankings tauchen deutsche staatliche Unis irgendwann nach 100 auf. Die besten Plätze sind überwiegend mit amerikanischen Unis belegt und der ein oder anderen aus UK, Frankreich, China. So gut können unsere Unis also nicht sein. Und bedenke ich, was ich selbst da erlebt habe, wundert es mich auch nicht. Im übrigen sind diese enormen Studiengebühren in den USA, von denen jeder hier meint, wie gut das wir das nicht haben, auch nur Ausnahmen an den Super-Unis. Als In-State-Student zahlst du sehr wenig für ein durchaus solides Studium.

Was du in den USA für einen Artzbesuch oder eine Operation bezahlst ist abhängig von deinem Versicherungsstatus. Und entgegen der Darstellungen in den Medien bekommen sogar Leute ohne KV eine Behandlung. Und nimm doch nicht an, dass dir die deutsche KV alles bezahlt. Warum gehen denn so viele Leute beispielsweise in die Schweiz weil deutsche Ärtze jemanden bereits abgeschrieben haben. Oder was sollen die Leute bei uns sagen, die in den Notlagentarif fallen mit stark eingeschränktem Leistungsumfang? Hier ist nicht alles so abgesichert wie du meinst.

Und solche Sachen wie Kindergeld und einige andere Sozialleistungen würde ich komplett streichen. Du sagst, man würde von den Kindergeldeinnahmen profitieren, übersiehst aber, dass du es ja erst mal durch die Steuerabgaben finanzierst. Du bekommst, was du gegeben hast. Sinnloses Rumschieben. Eigentlich ein Selbstbetrug. Und du wirst noch weiterhin Steuern dafür bezahlen, wenn dein Kind schon zu alt ist, um dafür noch welches zu bekommen. Aufs Leben betrachtet wirst du also mehr abgeben als du dadurch wieder einnimmst. Ich z.B. werde nie Kinder haben, soll aber Abgaben für anderer Leute Kinder machen. Würden solche Sachen wie Kindergeld wegfallen, denken die Leute, sie hätten einen Verlust, verstehen aber nicht, dass sie das ja auch nicht mehr steuerlich finanzieren müssen, also bleibt mehr netto vom Gehalt übrig.

Wir schneiden in Pisa zwar hinter den eigenen Ansprüchen ab aber immer noch über dem OECD Schnitt, von schlechten Schulen kann daher auch keine Rede sein. Ja es fehlt uns an Elite Unis, trotzdem ist das Bildungsniveau dort noch sehr hoch. Ich lese übrigens raus das du sowohl von deutschen Schulen als auch Universitäten profitiert hast, im Nachgang die Regeln ändern zu wollen um Geld zu sparen ist hier schon etwas fragwürdig.

Ich halte die KV in den USA auch nicht für so schlecht wie dargestellt aber dennoch schneidet die USA auch im internationalen Vergleich nicht gut ab. Als Vorbild würde ich diese nicht unbedingt sehen. Sehe hier das Problem aber auch nicht, da ihr ja zu den Leistungsträgern gehört, solltet hier ja auch ein entsprechendes Gehalt beziehen und damit die Möglichkeit haben euch privat versichern zu lassen.

Hier hast du leider ein großes Verständnis Problem. Es geht nicht darum das man mit Sozialleistungen seinen Gewinn maximieren möchte, sondern darum "Bedürftige" in der Gemeinschaft zu unterstützen in dem Wissen das man selbst auch unterstützt wird, sollte man in eine Entsprechende Situation kommen. Ich habe mich als Student sehr über das Kindergeld gefreut und es war ein wichtiger Bestandteil meiner Finanzplanung, da zahle ich jetzt gerne mehr um andere genauso zu unterstützen wie ich unterstützt wurde.
Außerdem wären viele überrascht, wenn sie mal überschlagen würden, wie viel sie erhalten und was sie bis jetzt gezahlt haben. Ich glaube den schlechtesten Deal machen nicht wir Akademiker sondern Handwerker, die mit 16 in die Lehre gehen und schnell zu Beitragszahlern werden.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

  1. Dominanz der Alten - "italienische Verhältnisse". Die Politik richtet sich zum größten Teil nur noch nach den Bedürfnissen der Altersgrupe 55+ (der sie auch selber mehrheitlich angehört). In Zukunft wird es noch mehr darum gehen, deren Arbeitsverhältnisse (Quasi-Unkündbarkeit) und Renten zu sichern, natürlich auf Kosten der Jüngeren. Letztere werden dadurch zusehend verarmen, nicht mehr investieren und keine Kinder haben - ein Kontinent stirbt aus.

In 35 Jahren sind die Jungen in der Mehrheit dann dreht sich das wieder für uns schlechtes timing.

Das sind so die Sorgen, die ich mir angefangen habe zu machen, da ich echt nicht weiß, wie es hier weitergehen soll. Sicher, ein paar Jahre hangeln wir uns noch durch, aber ich habe noch gute 35 Jahre Berufsleben vor mir und befürchte, dass die wenigen verbliebenen Beitragszahler demnächst noch stärker zur Kasse gebeten werden wegen "Solidarität" und so... selber werden wir uns aber nichts mehr aufbauen können.

Da ist doch aktuell einiges in Diskussion wie Aufhebung der Bemessungsgrenze, Beamte unter 30 sollen einzahlen ... egal was es wird viel teurer bei schlechterer Leistung.

Dann wird aktuell auch noch über die volle Einkommenssteuer für Wertpapier Gewinne etc nachgedacht.

Dazu wird viel Geld in der EU umverteilet und man schaue sich mal die Belastungen in den anderen Ländern, der Renteneintrittsalters und deren Rentenhöhe an (AT,IT,FR...).

Ich war zwar noch nie in Thailand aber das Rentner Visum ab 50 Jahren in Kombination mit Abfindung und Verkauf meiner Immobilien in 11 Jahren hört sich immer attraktiver an.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Du hast zwei Optionen:

Option 1.: Du arbeitest einfach nicht mehr und schaust ob dir das Leben besser gefällt.

Option 2.: Du fängst an die Dinge einfach etwas anders zu sehen. Du schuldest dem Staat sehr viel. Er finanzierte deinen Kindergarten, deine Schulbildung, wohl auch deine akademische Ausbildung und zwar ohne, dass du bis zum 24/25/26 Lebensjahr eine Gegenleistung zu erbringen hattest. Überlege dir mal ob du dir das Bildungssystem auf einem Niveau deutscher Gymnasien und Universitäten bspw. in den US so hättest leisten können. Auch lebst du in einem Staat, in dem Recht und Gesetz herrscht und in welchem es sehr wenig Korruption gibt. Polizei, Gerichte usw. wollen eben finanziert werden aber wenn diese Ihren Job machen, dann stiftet es auch dir einen Mehrwert. Auch sind die Versicherungsleistungen in Deutschland durch die Bank weg gut. Aber das erkennt man wohl erst, wenn man sich mal die Systeme anderer Länder anschaut. Schau dir mal die USA an. Du musst für jeden Arzttermin zahlen, jede OP kann dich an den Rand der Existenz bringen und es kann sein, dass es Behandlungsmethoden für Krebs etc. gibt, die du dir aber nicht leisten kannst und wenn du dich entscheidest eine Versicherung abzuschließen wird dir auffallen, dass eine Versicherung, welche die gleichen Sachen abdeckt, wie die gesetzliche Krankenversicherungen in Deutschland es tun, teils extreme Premiums gezahlt werden müssen. Das gleiche gilt für Pflegeversicherungen etc..

Die einzigen Posten bei denen du wohl keine direkte Gegenleistung zu erwarten hast sind

  1. Großprojekte die extrem Schieflaufen und das Geld verloren geht und
  2. manche Sozialausgaben des Staates.

Kannst dir ja mal die Frage stellen, wie du abstimmen würdest, wenn es eine Volksabstimmung zur Abschaffung jeglicher sozialer Leistungen gibt (dann fällt dir aber wohl auch auf, dass du wohl kein Milliardär bist und auch von Kindergeld, Bafin, Erasmusgeld usw. profitiert hast). Kommt mir so vor als würden viele Leute denken, dass Steuergelder immer nur für Hartz IV ausgegeben wird.....

Mich überzeugt das nicht. Ist mir neu, dass deutsche Schulen und Unis so gute Qualität anbieten würden. Deutsche Schüler haben im PISA Test mal wieder weit unter den Ansprüchen abgeschnitten und in den wichtigen internationalen Rankings tauchen deutsche staatliche Unis irgendwann nach 100 auf. Die besten Plätze sind überwiegend mit amerikanischen Unis belegt und der ein oder anderen aus UK, Frankreich, China. So gut können unsere Unis also nicht sein. Und bedenke ich, was ich selbst da erlebt habe, wundert es mich auch nicht. Im übrigen sind diese enormen Studiengebühren in den USA, von denen jeder hier meint, wie gut das wir das nicht haben, auch nur Ausnahmen an den Super-Unis. Als In-State-Student zahlst du sehr wenig für ein durchaus solides Studium.

Was du in den USA für einen Artzbesuch oder eine Operation bezahlst ist abhängig von deinem Versicherungsstatus. Und entgegen der Darstellungen in den Medien bekommen sogar Leute ohne KV eine Behandlung. Und nimm doch nicht an, dass dir die deutsche KV alles bezahlt. Warum gehen denn so viele Leute beispielsweise in die Schweiz weil deutsche Ärtze jemanden bereits abgeschrieben haben. Oder was sollen die Leute bei uns sagen, die in den Notlagentarif fallen mit stark eingeschränktem Leistungsumfang? Hier ist nicht alles so abgesichert wie du meinst.

Und solche Sachen wie Kindergeld und einige andere Sozialleistungen würde ich komplett streichen. Du sagst, man würde von den Kindergeldeinnahmen profitieren, übersiehst aber, dass du es ja erst mal durch die Steuerabgaben finanzierst. Du bekommst, was du gegeben hast. Sinnloses Rumschieben. Eigentlich ein Selbstbetrug. Und du wirst noch weiterhin Steuern dafür bezahlen, wenn dein Kind schon zu alt ist, um dafür noch welches zu bekommen. Aufs Leben betrachtet wirst du also mehr abgeben als du dadurch wieder einnimmst. Ich z.B. werde nie Kinder haben, soll aber Abgaben für anderer Leute Kinder machen. Würden solche Sachen wie Kindergeld wegfallen, denken die Leute, sie hätten einen Verlust, verstehen aber nicht, dass sie das ja auch nicht mehr steuerlich finanzieren müssen, also bleibt mehr netto vom Gehalt übrig.

Pisa-Score bedeutet nichts. Polen schneidet besser ab, aber irgendwie will halb Polen in Deutschland leben und nicht andersrum. Wir haben ein super Schulsystem, das Ausbildungssystem ist einzigartig und wir haben sehr gute Unis (klar, kein Harvard oder Cambridge, dafür sind auch "normale" Unis sehr gut während man in anderen Ländern die nicht Top-Unis komplett streichen kann). Außerdem kostet in den USA auch jedes 0815-Studium enorme Summen, deswegen auch die Studienschulden in Höhe von fast 2 Billionen $.

Deutschland hat eins der besten Gesundheitssysteme, wo man keine 10.000 $ für den Krankenwagen zahlen muss. Die paar Ausnahmen, die sich in der Schweiz behandeln, sind irrelevant.

Ob man bzgl. Kinder am Ende mehr eingezahlt als bekommen hat, ist nicht ganz klar. Aber auch wenn man keine Kinder hat - die sind nun mal die Zukunft eines Landes die unsere Renten finanzieren werden. Also geben und nehmen

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D-CH-F

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Man muss einfach wissen was man will im Leben und dann seine Prios setzen. Will ich in einer teuren Metropole leben, einen 08/15 Sachbearbeiterjob machen? dann muss ich mich damit abfinden, dass bestimmte Dinge wie Eigenheim oder ein Lebenstandard der sich deutlich vom Durchschnitt abhebt nicht möglich sind. Ausser Erbe. Wenn man das will, muss man etwas tun, was der Durchschnitt eben nicht tut. Da wäre eine Selbstständigkeit, Investments oder auch die D-CH-F Kombination. Da viele für den Berufsstart oder eine Karriereoption auch innerhalb Deutschlands quer durchs Land ziehen, warum nicht ein paar km südlich der deuschen Grenze es probieren und in einer harten Währung bezahlt zu werden? dazu noch ein Top Rentensystem, wovon man in vielen Ländern nur träumen kann. Zumal man die CH Rente sogar zum Kauf eines Eigenheims nutzen kann. Warum nicht wenige km westlich der deutschen Grenze wohnen? wo sich jeder der in der Schweiz arbeitet ein Haus leisten kann? das Leben kann so einfach sein. Die Abgabenbelastung ist für Arbeitnehmer meist ebenfalls niedriger als in Deutschland. Steuerberater gibt es kaum, da das System so einfach ist. Eine Steuererklärung in Frankreich ist ein Kinderspiel, selbst wenn man seinen Lohn aus der CH bezieht.

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ExBerater

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Ich glaube da bist du sehr stark geprägt, durch die irreführenden Darstellungen in den Medien und in Teilen der Öffentlichkeit - um nicht zu sagen in sozialen Medien.

Die Wahrheit ist eine ganz andere.

Deutschland ist ein mal mehr stärker als die allermeisten Länder durch eine gewaltige Krise gekommen. Deutschland steht in sehr vielen Industrien sehr stark da. Chemie, Maschinen, Autos etc werden auch in 50 Jahren noch benötigt.

Entgegen dem Glauben hier im Forum besteht die Welt nicht aus Facebook, Amazon, Apple, Google und Tesla. Ein Irrtum der Öffentlichkeit ist das Starren auf völlig irrelevante Börsenkurse. All die Hunderte von deutschen Weltmarktführer sind nicht mal börsennotiert. DA liegt die Stärke Deutschlands. Wohingegen die allermeisten medial gefeierten Technologie Unicorns nie Geld verdient haben und es wohl auch nie werden.

Deutschland war nie stark in B2C, und an die Stelle von ehemaligen B2C Anbietern treten heute vermehrt die genannten Digitalkonzerne. Das hat aber nur sehr wenig Auswirkungen auf die Bereiche in denen Deutschland stark ist.

Aber nehmen wir mal ein so gern zitiertes Beispiel für den Untergang der deutschen Industrie: Elektroautos.
Nun hat Tesla mehr als 15 Jahre Vorsprung in der reinen Entwicklung und Herstellung von Elektroautos, und hat damit Milliarden an Verlusten eingefahren. Dennoch vergöttern die Leute Musk, und all die Börsen-Lemminge investieren weiter in die völlig überbewerte Aktie.

Kaum bringt VW das erste Elektroauto raus, übernimmt es in Europa die Nr 1 der Verkaufscharts. Schon steht der ID4 vor der Tür, der im gleichen Segment sogar vor Tesla's Model Y kommen wird.
Wer wird noch einen Tesla kaufen, wenn es in 2 Jahren Dutzende von tollen Modellen der deutschen OEMs gibt?

Als jemand der viele Länder kennt und in einigen gelebt hat, kann ich völler Überzeugung sagen: Es gibt kein Land in dem ich lieber Leben würde als Deutschland

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Ich habe ähnliche Gedanken wie der TE. Bisher hat es mich nicht so sehr gestört, ein halbes Jahr für den Staat zu arbeiten, denn man bekommt ja immer noch richtig viel dafür im globalen Vergleich. Allerdings sehe ich für Europa drei sehr negative Trends:

  1. die alten Industrien geraten immer mehr ins Hintertreffen und wir scheinen nicht mal im Stande zu sein, bei Zukunftstechnologien mitzureden, geschweige denn zu gestalten
  2. Explodierende Sozialausgaben, die alle andere Budgetposten (inkl. Infrastruktur und Forschung) bei weitem übersteigen. Die jetzige Krise reißt hier ein noch größeres Loch hinein und ich befürchte, dass wir in ein paar Jahren überhaupt nicht mehr so viel besser dastehen werden als der Durchschnittsamerikaner, da sehr viele nur noch sehr wenig bekommen werden
  3. Dominanz der Alten - "italienische Verhältnisse". Die Politik richtet sich zum größten Teil nur noch nach den Bedürfnissen der Altersgrupe 55+ (der sie auch selber mehrheitlich angehört). In Zukunft wird es noch mehr darum gehen, deren Arbeitsverhältnisse (Quasi-Unkündbarkeit) und Renten zu sichern, natürlich auf Kosten der Jüngeren. Letztere werden dadurch zusehend verarmen, nicht mehr investieren und keine Kinder haben - ein Kontinent stirbt aus.

Das sind so die Sorgen, die ich mir angefangen habe zu machen, da ich echt nicht weiß, wie es hier weitergehen soll. Sicher, ein paar Jahre hangeln wir uns noch durch, aber ich habe noch gute 35 Jahre Berufsleben vor mir und befürchte, dass die wenigen verbliebenen Beitragszahler demnächst noch stärker zur Kasse gebeten werden wegen "Solidarität" und so... selber werden wir uns aber nichts mehr aufbauen können.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 29.11.2020:

Die Lösung ist die Selbstständigkeit.

Das Problem ist nur, dass man sich damit gegen eine soziale Norm stellt und man gegen den Strom schwimmt. Der Mainstream und die meisten aus diesem Forum erzählen dir dann was von selbst und ständig und versuchen dich auf Linie zu halten.

Wenn man für die Ziele anderer Unternehmer arbeitet wird es schwer dabei die eigenen Ziele zu verwirklichen. Ich hab noch keinen Unternehner getroffen dessen Ziel es ist seine Mitarbeiter reich zu machen. Wenn das Thema zur Sprache kommt, geht es meist darum welche Rollen demnächst neu besetzt werden sollen.

Einfach mal die Peergroup ändern und eine skalierbare Dienstleistung/Produkt anbieten. Nur so kann man aus dem Hamsterrad, bzw. dem Tauch von Zeit gegen Geld ausbrechen und entspannt auf Bali abhängen, während der Rest in Deutschland im Lockdown versauert.

Du hörst dich an, als hättest du eine Business-Seite bei Instagram. Da schwärmen auch alle von der Selbstständigkeit und dass man einfach "skalierbare" Produkte kreieren soll. Der Fakt ist aber, dass die allermeisten Selbstständigen einfach ein schlechtes Leben haben. Jeder schaut nur auf die Top 5%, die dadurch Reich geworden sind (von denen die meiten btw. von Haus aus gut aufgestellt sind und entsprechend kaum ein Risiko eingehen, wenn sie mal fünf bis sechsstellige Summe am Anfang in ihr Unternehmen buttern müssen).
Auf die tausenden gescheiterten guckt niemand. Wenn man sich eine Durchschnittliche Person rausgreift, dann sind Akademiker wohl die bestbezahlte und am Sorgenfreisten Gruppe in Deutschland.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

Sehr gute Bemerkungen zur wirtschaftlichen Entwicklung, da musste ich meine Meinung tatsächlich korrigieren. Jetzt würde mich noch interessieren, wie du die Punkte 2 (explodierende Sozialausgaben) und 3 (Dominanz der Alten) siehst, eventuell gibt es hier auch optimistischere Sichtweisen als meine eigene.

ExBerater schrieb am 29.11.2020:

Ich glaube da bist du sehr stark geprägt, durch die irreführenden Darstellungen in den Medien und in Teilen der Öffentlichkeit - um nicht zu sagen in sozialen Medien.

Die Wahrheit ist eine ganz andere.

Deutschland ist ein mal mehr stärker als die allermeisten Länder durch eine gewaltige Krise gekommen. Deutschland steht in sehr vielen Industrien sehr stark da. Chemie, Maschinen, Autos etc werden auch in 50 Jahren noch benötigt.

Entgegen dem Glauben hier im Forum besteht die Welt nicht aus Facebook, Amazon, Apple, Google und Tesla. Ein Irrtum der Öffentlichkeit ist das Starren auf völlig irrelevante Börsenkurse. All die Hunderte von deutschen Weltmarktführer sind nicht mal börsennotiert. DA liegt die Stärke Deutschlands. Wohingegen die allermeisten medial gefeierten Technologie Unicorns nie Geld verdient haben und es wohl auch nie werden.

Deutschland war nie stark in B2C, und an die Stelle von ehemaligen B2C Anbietern treten heute vermehrt die genannten Digitalkonzerne. Das hat aber nur sehr wenig Auswirkungen auf die Bereiche in denen Deutschland stark ist.

Aber nehmen wir mal ein so gern zitiertes Beispiel für den Untergang der deutschen Industrie: Elektroautos.
Nun hat Tesla mehr als 15 Jahre Vorsprung in der reinen Entwicklung und Herstellung von Elektroautos, und hat damit Milliarden an Verlusten eingefahren. Dennoch vergöttern die Leute Musk, und all die Börsen-Lemminge investieren weiter in die völlig überbewerte Aktie.

Kaum bringt VW das erste Elektroauto raus, übernimmt es in Europa die Nr 1 der Verkaufscharts. Schon steht der ID4 vor der Tür, der im gleichen Segment sogar vor Tesla's Model Y kommen wird.
Wer wird noch einen Tesla kaufen, wenn es in 2 Jahren Dutzende von tollen Modellen der deutschen OEMs gibt?

Als jemand der viele Länder kennt und in einigen gelebt hat, kann ich völler Überzeugung sagen: Es gibt kein Land in dem ich lieber Leben würde als Deutschland

WiWi Gast schrieb am 28.11.2020:

Ich habe ähnliche Gedanken wie der TE. Bisher hat es mich nicht so sehr gestört, ein halbes Jahr für den Staat zu arbeiten, denn man bekommt ja immer noch richtig viel dafür im globalen Vergleich. Allerdings sehe ich für Europa drei sehr negative Trends:

  1. die alten Industrien geraten immer mehr ins Hintertreffen und wir scheinen nicht mal im Stande zu sein, bei Zukunftstechnologien mitzureden, geschweige denn zu gestalten
  2. Explodierende Sozialausgaben, die alle andere Budgetposten (inkl. Infrastruktur und Forschung) bei weitem übersteigen. Die jetzige Krise reißt hier ein noch größeres Loch hinein und ich befürchte, dass wir in ein paar Jahren überhaupt nicht mehr so viel besser dastehen werden als der Durchschnittsamerikaner, da sehr viele nur noch sehr wenig bekommen werden
  3. Dominanz der Alten - "italienische Verhältnisse". Die Politik richtet sich zum größten Teil nur noch nach den Bedürfnissen der Altersgrupe 55+ (der sie auch selber mehrheitlich angehört). In Zukunft wird es noch mehr darum gehen, deren Arbeitsverhältnisse (Quasi-Unkündbarkeit) und Renten zu sichern, natürlich auf Kosten der Jüngeren. Letztere werden dadurch zusehend verarmen, nicht mehr investieren und keine Kinder haben - ein Kontinent stirbt aus.

Das sind so die Sorgen, die ich mir angefangen habe zu machen, da ich echt nicht weiß, wie es hier weitergehen soll. Sicher, ein paar Jahre hangeln wir uns noch durch, aber ich habe noch gute 35 Jahre Berufsleben vor mir und befürchte, dass die wenigen verbliebenen Beitragszahler demnächst noch stärker zur Kasse gebeten werden wegen "Solidarität" und so... selber werden wir uns aber nichts mehr aufbauen können.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 29.11.2020:

Du hast zwei Optionen:

Option 1.: Du arbeitest einfach nicht mehr und schaust ob dir das Leben besser gefällt.

Option 2.: Du fängst an die Dinge einfach etwas anders zu sehen. Du schuldest dem Staat sehr viel. Er finanzierte deinen Kindergarten, deine Schulbildung, wohl auch deine akademische Ausbildung und zwar ohne, dass du bis zum 24/25/26 Lebensjahr eine Gegenleistung zu erbringen hattest. Überlege dir mal ob du dir das Bildungssystem auf einem Niveau deutscher Gymnasien und Universitäten bspw. in den US so hättest leisten können. Auch lebst du in einem Staat, in dem Recht und Gesetz herrscht und in welchem es sehr wenig Korruption gibt. Polizei, Gerichte usw. wollen eben finanziert werden aber wenn diese Ihren Job machen, dann stiftet es auch dir einen Mehrwert. Auch sind die Versicherungsleistungen in Deutschland durch die Bank weg gut. Aber das erkennt man wohl erst, wenn man sich mal die Systeme anderer Länder anschaut. Schau dir mal die USA an. Du musst für jeden Arzttermin zahlen, jede OP kann dich an den Rand der Existenz bringen und es kann sein, dass es Behandlungsmethoden für Krebs etc. gibt, die du dir aber nicht leisten kannst und wenn du dich entscheidest eine Versicherung abzuschließen wird dir auffallen, dass eine Versicherung, welche die gleichen Sachen abdeckt, wie die gesetzliche Krankenversicherungen in Deutschland es tun, teils extreme Premiums gezahlt werden müssen. Das gleiche gilt für Pflegeversicherungen etc..

Die einzigen Posten bei denen du wohl keine direkte Gegenleistung zu erwarten hast sind

  1. Großprojekte die extrem Schieflaufen und das Geld verloren geht und
  2. manche Sozialausgaben des Staates.

Kannst dir ja mal die Frage stellen, wie du abstimmen würdest, wenn es eine Volksabstimmung zur Abschaffung jeglicher sozialer Leistungen gibt (dann fällt dir aber wohl auch auf, dass du wohl kein Milliardär bist und auch von Kindergeld, Bafin, Erasmusgeld usw. profitiert hast). Kommt mir so vor als würden viele Leute denken, dass Steuergelder immer nur für Hartz IV ausgegeben wird.....

Mich überzeugt das nicht. Ist mir neu, dass deutsche Schulen und Unis so gute Qualität anbieten würden. Deutsche Schüler haben im PISA Test mal wieder weit unter den Ansprüchen abgeschnitten und in den wichtigen internationalen Rankings tauchen deutsche staatliche Unis irgendwann nach 100 auf. Die besten Plätze sind überwiegend mit amerikanischen Unis belegt und der ein oder anderen aus UK, Frankreich, China. So gut können unsere Unis also nicht sein. Und bedenke ich, was ich selbst da erlebt habe, wundert es mich auch nicht. Im übrigen sind diese enormen Studiengebühren in den USA, von denen jeder hier meint, wie gut das wir das nicht haben, auch nur Ausnahmen an den Super-Unis. Als In-State-Student zahlst du sehr wenig für ein durchaus solides Studium.

Was du in den USA für einen Artzbesuch oder eine Operation bezahlst ist abhängig von deinem Versicherungsstatus. Und entgegen der Darstellungen in den Medien bekommen sogar Leute ohne KV eine Behandlung. Und nimm doch nicht an, dass dir die deutsche KV alles bezahlt. Warum gehen denn so viele Leute beispielsweise in die Schweiz weil deutsche Ärtze jemanden bereits abgeschrieben haben. Oder was sollen die Leute bei uns sagen, die in den Notlagentarif fallen mit stark eingeschränktem Leistungsumfang? Hier ist nicht alles so abgesichert wie du meinst.

Und solche Sachen wie Kindergeld und einige andere Sozialleistungen würde ich komplett streichen. Du sagst, man würde von den Kindergeldeinnahmen profitieren, übersiehst aber, dass du es ja erst mal durch die Steuerabgaben finanzierst. Du bekommst, was du gegeben hast. Sinnloses Rumschieben. Eigentlich ein Selbstbetrug. Und du wirst noch weiterhin Steuern dafür bezahlen, wenn dein Kind schon zu alt ist, um dafür noch welches zu bekommen. Aufs Leben betrachtet wirst du also mehr abgeben als du dadurch wieder einnimmst. Ich z.B. werde nie Kinder haben, soll aber Abgaben für anderer Leute Kinder machen. Würden solche Sachen wie Kindergeld wegfallen, denken die Leute, sie hätten einen Verlust, verstehen aber nicht, dass sie das ja auch nicht mehr steuerlich finanzieren müssen, also bleibt mehr netto vom Gehalt übrig.

Pisa-Score bedeutet nichts. Polen schneidet besser ab, aber irgendwie will halb Polen in Deutschland leben und nicht andersrum. Wir haben ein super Schulsystem, das Ausbildungssystem ist einzigartig und wir haben sehr gute Unis (klar, kein Harvard oder Cambridge, dafür sind auch "normale" Unis sehr gut während man in anderen Ländern die nicht Top-Unis komplett streichen kann). Außerdem kostet in den USA auch jedes 0815-Studium enorme Summen, deswegen auch die Studienschulden in Höhe von fast 2 Billionen $.

Deutschland hat eins der besten Gesundheitssysteme, wo man keine 10.000 $ für den Krankenwagen zahlen muss. Die paar Ausnahmen, die sich in der Schweiz behandeln, sind irrelevant.

Ob man bzgl. Kinder am Ende mehr eingezahlt als bekommen hat, ist nicht ganz klar. Aber auch wenn man keine Kinder hat - die sind nun mal die Zukunft eines Landes die unsere Renten finanzieren werden. Also geben und nehmen

Wir haben das schlechteste Schulsystem in Europa. Die Duale Ausbildung wird von der eigenen Politik demoliert und schlechtgeredet. Auch die Unis haben nachgelassen. Wir brauchen wieder ein Leistungsprinzip, d.h. wer viel Leistung bringt, soll etwas davon haben.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

ExBerater schrieb am 29.11.2020:

Ich glaube da bist du sehr stark geprägt, durch die irreführenden Darstellungen in den Medien und in Teilen der Öffentlichkeit - um nicht zu sagen in sozialen Medien.

Die Wahrheit ist eine ganz andere.

Deutschland ist ein mal mehr stärker als die allermeisten Länder durch eine gewaltige Krise gekommen. Deutschland steht in sehr vielen Industrien sehr stark da. Chemie, Maschinen, Autos etc werden auch in 50 Jahren noch benötigt.

Entgegen dem Glauben hier im Forum besteht die Welt nicht aus Facebook, Amazon, Apple, Google und Tesla. Ein Irrtum der Öffentlichkeit ist das Starren auf völlig irrelevante Börsenkurse. All die Hunderte von deutschen Weltmarktführer sind nicht mal börsennotiert. DA liegt die Stärke Deutschlands. Wohingegen die allermeisten medial gefeierten Technologie Unicorns nie Geld verdient haben und es wohl auch nie werden.

Deutschland war nie stark in B2C, und an die Stelle von ehemaligen B2C Anbietern treten heute vermehrt die genannten Digitalkonzerne. Das hat aber nur sehr wenig Auswirkungen auf die Bereiche in denen Deutschland stark ist.

Aber nehmen wir mal ein so gern zitiertes Beispiel für den Untergang der deutschen Industrie: Elektroautos.
Nun hat Tesla mehr als 15 Jahre Vorsprung in der reinen Entwicklung und Herstellung von Elektroautos, und hat damit Milliarden an Verlusten eingefahren. Dennoch vergöttern die Leute Musk, und all die Börsen-Lemminge investieren weiter in die völlig überbewerte Aktie.

Kaum bringt VW das erste Elektroauto raus, übernimmt es in Europa die Nr 1 der Verkaufscharts. Schon steht der ID4 vor der Tür, der im gleichen Segment sogar vor Tesla's Model Y kommen wird.
Wer wird noch einen Tesla kaufen, wenn es in 2 Jahren Dutzende von tollen Modellen der deutschen OEMs gibt?

Als jemand der viele Länder kennt und in einigen gelebt hat, kann ich völler Überzeugung sagen: Es gibt kein Land in dem ich lieber Leben würde als Deutschland

Deutschland ist definitiv kein schlechtes Land im internationalen (europäischen) Vergleich, aber du trägst offensichtlich eine rosarote Brille und bist selbst vollkommen von der öffentlichen Meinung geblendet.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 29.11.2020:

  1. Dominanz der Alten - "italienische Verhältnisse". Die Politik richtet sich zum größten Teil nur noch nach den Bedürfnissen der Altersgrupe 55+ (der sie auch selber mehrheitlich angehört). In Zukunft wird es noch mehr darum gehen, deren Arbeitsverhältnisse (Quasi-Unkündbarkeit) und Renten zu sichern, natürlich auf Kosten der Jüngeren. Letztere werden dadurch zusehend verarmen, nicht mehr investieren und keine Kinder haben - ein Kontinent stirbt aus.

In 35 Jahren sind die Jungen in der Mehrheit dann dreht sich das wieder für uns schlechtes timing

Das bringt es auf den Punkt.

Das sind so die Sorgen, die ich mir angefangen habe zu machen, da ich echt nicht weiß, wie es hier weitergehen soll. Sicher, ein paar Jahre hangeln wir uns noch durch, aber ich habe noch gute 35 Jahre Berufsleben vor mir und befürchte, dass die wenigen verbliebenen Beitragszahler demnächst noch stärker zur Kasse gebeten werden wegen "Solidarität" und so... selber werden wir uns aber nichts mehr aufbauen können.

Da ist doch aktuell einiges in Diskussion wie Aufhebung der Bemessungsgrenze, Beamte unter 30 sollen einzahlen ... egal was es wird viel teurer bei schlechterer Leistung.

Dann wird aktuell auch noch über die volle Einkommenssteuer für Wertpapier Gewinne etc nachgedacht.

Dazu wird viel Geld in der EU umverteilet und man schaue sich mal die Belastungen in den anderen Ländern, der Renteneintrittsalters und deren Rentenhöhe an (AT,IT,FR...).

Ich war zwar noch nie in Thailand aber das Rentner Visum ab 50 Jahren in Kombination mit Abfindung und Verkauf meiner Immobilien in 11 Jahren hört sich immer attraktiver an.

Mein Onkel ist mit 60 Jahren nach Thailand gezogen und genießt dort das Leben als 'reicher' Europäer. Wenn du keine Kinder und Enkel hast: go for it.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 29.11.2020:

Die Lösung ist die Selbstständigkeit.

Das Problem ist nur, dass man sich damit gegen eine soziale Norm stellt und man gegen den Strom schwimmt. Der Mainstream und die meisten aus diesem Forum erzählen dir dann was von selbst und ständig und versuchen dich auf Linie zu halten.

Wenn man für die Ziele anderer Unternehmer arbeitet wird es schwer dabei die eigenen Ziele zu verwirklichen. Ich hab noch keinen Unternehner getroffen dessen Ziel es ist seine Mitarbeiter reich zu machen. Wenn das Thema zur Sprache kommt, geht es meist darum welche Rollen demnächst neu besetzt werden sollen.

Einfach mal die Peergroup ändern und eine skalierbare Dienstleistung/Produkt anbieten. Nur so kann man aus dem Hamsterrad, bzw. dem Tauch von Zeit gegen Geld ausbrechen und entspannt auf Bali abhängen, während der Rest in Deutschland im Lockdown versauert.

Du hörst dich an, als hättest du eine Business-Seite bei Instagram. Da schwärmen auch alle von der Selbstständigkeit und dass man einfach "skalierbare" Produkte kreieren soll. Der Fakt ist aber, dass die allermeisten Selbstständigen einfach ein schlechtes Leben haben. Jeder schaut nur auf die Top 5%, die dadurch Reich geworden sind (von denen die meiten btw. von Haus aus gut aufgestellt sind und entsprechend kaum ein Risiko eingehen, wenn sie mal fünf bis sechsstellige Summe am Anfang in ihr Unternehmen buttern müssen).
Auf die tausenden gescheiterten guckt niemand. Wenn man sich eine Durchschnittliche Person rausgreift, dann sind Akademiker wohl die bestbezahlte und am Sorgenfreisten Gruppe in Deutschland.

Wie kommst du auf so etwas? Also ich bin Selbständig und kenne auch viele andere, die es sind. Ich kenne keinen, dem es schlecht ginge, denn sonst würden sie es ja nicht mehr machen. Wenn du dich daran orientierst, was die Top 5% der Unternehmer verdienen und denkst, dass das bei dir auch so sein muss, dann ist es kein Wunder, wenn da Unzufriedenheit aufkommt. Aber das bist du ja dann selbst schuld. Ich kann auch als Selbständiger mit moderatem Einkommen sehr zufrieden sein.

Und auf die gescheiterten guckt niemand? Natürlich guckt man auch auf die, nur solltest du verstehen, dass es eben keine Garantie auf Erfolg gibt, auch nicht für die, die schon von Haus auf gut gestellt sind. Daher ist es ja eine beachtenswerte Leistung, dass es manche eben schaffen. Als Angestellte versagen auch viele. Soll das nun heißen, dass wir auch das sein lassen sollen?

Wenn du vorher schon sagst, es funktioniert nicht, dann wird es auch nicht funktionieren. Das ist dann eben der Grund, warum du keinen Erfolg haben wirst.

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WiWi Gast

Der Lockdown bringt mich zum Nachdenken

WiWi Gast schrieb am 29.11.2020:

Die Lösung ist die Selbstständigkeit.

Das Problem ist nur, dass man sich damit gegen eine soziale Norm stellt und man gegen den Strom schwimmt. Der Mainstream und die meisten aus diesem Forum erzählen dir dann was von selbst und ständig und versuchen dich auf Linie zu halten.

Wenn man für die Ziele anderer Unternehmer arbeitet wird es schwer dabei die eigenen Ziele zu verwirklichen. Ich hab noch keinen Unternehmer getroffen dessen Ziel es ist seine Mitarbeiter reich zu machen. Wenn das Thema zur Sprache kommt, geht es meist darum welche Rollen demnächst neu besetzt werden sollen.

Einfach mal die Peergroup ändern und eine skalierbare Dienstleistung/Produkt anbieten. Nur so kann man aus dem Hamsterrad, bzw. dem Tauch von Zeit gegen Geld ausbrechen und entspannt auf Bali abhängen, während der Rest in Deutschland im Lockdown versauert.

Du hörst dich an, als hättest du eine Business-Seite bei Instagram. Da schwärmen auch alle von der Selbstständigkeit und dass man einfach "skalierbare" Produkte kreieren soll. Der Fakt ist aber, dass die allermeisten Selbstständigen einfach ein schlechtes Leben haben. Jeder schaut nur auf die Top 5%, die dadurch Reich geworden sind (von denen die meisten btw. von Haus aus gut aufgestellt sind und entsprechend kaum ein Risiko eingehen, wenn sie mal fünf bis sechsstellige Summe am Anfang in ihr Unternehmen buttern müssen).
Auf die tausenden gescheiterten guckt niemand. Wenn man sich eine Durchschnittliche Person rausgreift, dann sind Akademiker wohl die bestbezahlte und am Sorgenfreisten Gruppe in Deutschland.

Ja, wenn man in Deutschland als Selbstständiger Zeit gegen Geld tauscht kommt man kaum auf einen grünen Zweig. Wenn du jedoch im Ausland bist und remote arbeitest, hast du mit 1-3 Tagen Arbeit deinen Lebensunterhalt für einen Monat bereits gedeckt. Da hast du dann mehr als genug Zeit und Energie übrig um dir was gescheites aufzubauen. Geld von der Family brauchst du dafür nicht.

Btw. das ganze Thema Steuern hat sich dann auch erledigt. Ist immer witzig wenn ich Leute aus Hong Kong oder Dubai treffe, die in ihrem Leben noch nie Steuern bezahlt haben :P

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