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Deutschland ein Niedriglohnland?

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WiWi Gast

Deutschland ein Niedriglohnland?

Hallo zusammen,

habe vor drei Jahren meinen Bachelor in Wirtschaftsinformatik abgeschlossen und arbeite seitdem als IT-Berater bei Acc. Während meines Studiums habe ich ein Auslandssemester in den USA gemacht. Zu vielen die ich damals kennen gelernt habe besteht weiterhin Kontakt. Wenn man dann mal über das Gehalt spricht, werde ich allerdings immer schnell verlegen. Wenn ich mir die Statistik so angucke, verdiene ich für DE nicht schlecht. Komme mittlerweile auf ca 55k?. Netto hat sich natürlich kaum was verändert seit ich mit ca 45k? eingestiegen bin.

Einer meiner US-Freunde ist ebenfalls bei Acc. Der ist genau so lange dort wie ich und ist auf der selben Karrierestufe. Er macht 100k$. Wenn man die Netto Zahlen vergleicht, wird es noch schlimmer. Bevor jemand mit KV oder sowas kommt. Die gibt es vom AG - wie es eigentlich bei alles "besseren" Jobs ist. Und man muss auch mal festhalten, dass wir in Deutschland in ein Rentensystem einzahlen von dem ich/wir (Jahrgang 91) nie auch nur 1 Cent wieder sehen werden.

Nächster Punkt könnte natürlich Lebensunterhaltskosten sein. Das trifft vielleicht auf SF,NY und LA zu aber in den meisten anderen Gebieten der USA ist das deutlich humaner. Houston oder Atlanta z.B bieten die selben Arbeitsmarktchancen sind aber im vergleich sehr günstig.

Dann hab ich mir mal auf glassdoor ein paar Zahlen angeguckt. Sobald wir und Richtung Manager bewegen (noch 2-3 Jahre) wird die Spanne immer größer.

Es kann doch nicht sein das wenn ich Manager bin mir immer noch nichts leisten kann, weil Netto einfach überhaupt nicht mehr rauskommt. Und er Cash macht ohne Ende.

Man muss das mal vergleichen. Ich brauch dann immer noch 2 komplette Netto Jahresgehälter um mir ein normales Auto zu kaufen. In der selben Zeit kann er sich nen Lambo kaufen. Das selbe bei Häusern. Ich müsste nen Kredit über Jahre aufnehmen und er müsste (in Atlanta) mal 1 vielleicht 2 Jahre ein bisschen aufs Geld achten.

Ich weiß klingt wie eifersüchtiges heulen auf hohem Niveau aber das liegt nur daran das es genau das ist.

Wie sind eure Erfahrungen? Seit ihr evtl aus wirtschaftlichen Gründen in ein anderes Land ausgewandert, überlegt es zu tun oder habt zumindest schonmal drüber nachgedacht?

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Wechselkurseffekt? Ist schon was anderes bei 1,6 oder 1,1 zu vergleichen.

Rente und KV geschenkt.

Hat er auch Anspruch auf 30 Tage Urlaub?
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?
War sein Studium auch umsonst?
Wie hoch sind deine Grundsteuern bzw. die in der Miete umgelegt sind? (sehr hoch in USA)

2 Nettojahresgehälter für n Auto? Sorry, aber ein A6 ist was anderes als ein GMC Pickup ...

Und Haus? Ein Haus hier ist etwas anders gebaut als in Atlanta.

Daher => schwer zu vergleichen.

Die Bruttogehälter hier sind nicht schlecht (zumal du die AGA auf dein Brutto drauf rechnen musst). Die Steuern/Abgaben sind einfach verflucht hoch. Von jedem verdienten Euro bleibt einfach zu wenig hängen.

Das hat aber viel mit den Lasten des real existierenden Sozialismus, dem Nachholbedarf nachdem alles in Schutt und Asche war, einer komischen Solidarität mit Griechenland, und ein Einwanderungspolitik (wer möglichst wenig zum BIP beisteuert und möglichst viel kostet darf rein) und einer gigantischen Umverteilung zu tun. Das alles leisten sich die Amis nicht.

Der Unterschicht geht es in Deutschland so gut wie nirgendwo sonst auf der Welt. Den Preis zahlt der Fleißigen.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Siehe Immobilienthread. Deutschland ist eben stark dran am Sozialismus.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Bevor man das Rentensystem schlecht redet, sollte man sich erstmal informieren, wie es funktioniert. Natürlich bekommst du nicht das Geld, das du jetzt einzahlst...

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Naja, nach dem Studium hat der Amerikaner auch einen A**** voller Schulden. Daher muss er die Knete auch schneller verdienen.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Guter Beitrag!

Ein Aspekt der fast immer bei Diskussionen (Griechenland, Wiedervereinigung, Arm & Reich, ...) meist übersehen wird, ist der soziale Frieden. Wenn die Schere zu weit aufgeht, steigen Neid und Kriminalität und die Gefahr kriegerischer Auseinandersetzungen.

Ich finde starke und erfolgreiche Länder oder Menschen müssen alleine schon aus Solidarität helfen (wollen). Der Aspekt des sozialen Friedens macht die Hilfe und Umverteilung aber auch ökonomisch ratsam.

Was nützt die tolle Karriere, das Haus und die glückliche Familie, wenn man dann bei einem Überfall ums Leben kommt. Vergleich mal die Kriminalitätsrate in Deutschland (Europa) und USA. Die ist mehr als 5x so hoch und in Brasilien, Russland und Mexiko ist das noch viel schlimmer.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Der Wechselkurs ist doch völlig egal, da man in Deutschland in ? bezahlt und in den USA in $. Da bietet sich eben der Vergleich der Lebensunterhaltskosten an.

30 Tage Urlaub ist natürlich ein Argument. Wobei man dazu sagen muss die hat auch nicht jeder in Deutschland. Und wenn man jetzt mal das eben erwähnte Accenture oder den Beruf des Beraters im speziellen nimmt, weiß ich nicht ob man dort wirklich 30 Urlaub nehmen könnte. Auf der später angesprochenen Manager ebene denke ich noch unwahrscheinlicher. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall kann ich nichts zu sagen wird wohl auch sehr individuell sein.

Studium ist sicher ein Argument. Man muss natürlich bedenken das wir hier oft den Eindruck haben dort würde mal immer einen 6stelligen Betrag an Schulden aufnehmen. Das ist sicher bei den Top Unis der Fall oder wenn man sehr viele Jahre beispielsweise Medizin o.ä. studiert. Es gibt aber auch viele gute staatliche Unis die immer noch viel kosten aber im Vergleich doch deutlich billiger sind. Grundsteuern kann ich auch nichts zu sagen, ist ja auch meines Wissens alles von Staat zu Staat verschieden.

Dann der Punkt das Autos und Häuser billiger sind. Klar sind sie billiger aber die Qualität ist natürlich eine andere. Auf der anderen Seite würde ich lieber das amerikanische "Häusersystem" haben. Denn was nutzt mir ein Haus das 1000 Jahre hält wenn die Technik sich andauert verbessert. Oder es verändern sich die Lebensverhältnisse. Erst ist man alleine, dann mit Frau, dann kommen Kinder, dann ziehen die aus und am Ende stirbt die Frau oder man selber. Und zum Thema Autos. Ist doch mittlerweile überall das selbe es wird gespart an jeder Ecke. Für mich ist eins der wichtigsten Kriterien die Sicherheit und da gibt es bei jedem Hersteller gute und schlechte. Mal abgesehen davon das man einen Audi auch in den USA kaufen kann und wenn wundert deutlich billiger (im Vergleich zu den hier angeführten US sowie DE Gehältern) als in Deutschland.

Ob ich mal an Auswandern gedacht habe? Sobald sich ein Arbeitgeberwechsel vereinbaren lässt (bin noch nicht so lange in meinem Unternehmen) werde ich mich im Ausland bewerben. Allerdings nicht unbedingt USA, es ist quasi unmöglich bzw. sehr schwer eine Arbeitserlaubnis zu bekommen.

Lounge Gast schrieb:

Wechselkurseffekt? Ist schon was anderes bei 1,6 oder 1,1 zu
vergleichen.

Rente und KV geschenkt.

Hat er auch Anspruch auf 30 Tage Urlaub?
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?
War sein Studium auch umsonst?
Wie hoch sind deine Grundsteuern bzw. die in der Miete
umgelegt sind? (sehr hoch in USA)

2 Nettojahresgehälter für n Auto? Sorry, aber ein A6 ist was
anderes als ein GMC Pickup ...

Und Haus? Ein Haus hier ist etwas anders gebaut als in Atlanta.

Daher => schwer zu vergleichen.

Die Bruttogehälter hier sind nicht schlecht (zumal du die AGA
auf dein Brutto drauf rechnen musst). Die Steuern/Abgaben
sind einfach verflucht hoch. Von jedem verdienten Euro bleibt
einfach zu wenig hängen.

Das hat aber viel mit den Lasten des real existierenden
Sozialismus, dem Nachholbedarf nachdem alles in Schutt und
Asche war, einer komischen Solidarität mit Griechenland, und
ein Einwanderungspolitik (wer möglichst wenig zum BIP
beisteuert und möglichst viel kostet darf rein) und einer
gigantischen Umverteilung zu tun. Das alles leisten sich die
Amis nicht.

Der Unterschicht geht es in Deutschland so gut wie nirgendwo
sonst auf der Welt. Den Preis zahlt der Fleißigen.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

In den USA herrscht ein komplett anderer Lebensstil. Ich war mal in Atlanta und es ist absolut was anderes als europaeische Grossstaedte. Ein grosses, langweiliges, gefaehrliches Kaff.

Grossstaedte, in denen es wirklich Kultur, oeffentliches Leben und Sicherheit nach unseren Massstaeben gibt sind vielleicht NYC, San Francisco, Boston und 1-2 andere. Wohlgemerkt sind dort die Lebenshaltungskosten um ein Vielfaches hoeher als in Atlanta und auch hoeher als in Muenchen, Amsterdam, Paris.

Polemisch ausgedrueckt: Wer Bock hat auf ein Haus aus Pappkarton und einen Pickup und wem es nichts ausmacht, dass die Innenstadt nach Einbruch der Dunkelheit wie ausgestorben ist, der wird in den USA gluecklicher. Wer aehnlich leben will wie in Europa, muss sich in NYC und co. aber doppelt so sehr den Hintern aufreissen wie hier.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Du bist Jahrgang 91 und hast vor 3 Jahren deinen Bachelor abgeschlossen?

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

das ist ja der Ansatz der sozialen Marktwirtschaft. Man macht den sozialen Teil nicht weil man ein Menschenfreund ist, sondern weil man überzeugt ist, dass es nachhaltig das beste für alle beteiligte ist.

Das Problem ist allerdings, die Balance zu finden. In manchen Aspekten klappt das hier hervorragend, in anderen wäre der alte Marx stolz auf uns.

Ich persönlich kann gut mit erhöhten Abgaben leben, wenn ich dafür einen Gegenwert (direkt/indirekt) bekomme: Schöne Landschaft, sichere Straßen, gute Infrastruktur, soziales Netz, etc.

Allerdings kann ich nicht mit überbordender Umverteilung leben die damit begründet wird, ich sei ein dummer Kapitalist der andere ausbeutet und jeder hat ein Anrecht auf einen Stück vom Kuchen qua Geburt.

Die Soziale Marktwirtschaft - von der Idee her - bringt das eigentlich in einen sehr guten Einklang.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Da hast du natürlich recht. Glaube aber auch nicht das er das meinte. Das Problem der staatlichen rente ist das man weniger rausbekommt als man eingezahlt hat. Weil es eben weniger Kinder geboren werden und auch keiner mehr was verdient. Man kann wohl nur hoffen noch irgendwas zu bekommen. Oder das es irgendwann abgeschafft wird. Man muss sich mal ausmalen wie viel Geld man mit 67 zur Verfügung hätte wenn man das Geld statt in die staatliche Rente in nen ETF stecken könnte.

Lounge Gast schrieb:

Bevor man das Rentensystem schlecht redet, sollte man sich
erstmal informieren, wie es funktioniert. Natürlich bekommst
du nicht das Geld, das du jetzt einzahlst...

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Herr Lucke?? sind sie es?

Das hat aber viel mit den Lasten des real existierenden
Sozialismus, dem Nachholbedarf nachdem alles in Schutt und
Asche war, einer komischen Solidarität mit Griechenland, und
ein Einwanderungspolitik (wer möglichst wenig zum BIP
beisteuert und möglichst viel kostet darf rein) und einer
gigantischen Umverteilung zu tun. Das alles leisten sich die
Amis nicht.

Der Unterschicht geht es in Deutschland so gut wie nirgendwo
sonst auf der Welt. Den Preis zahlt der Fleißigen.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Falsch. Gerade wenn Leistungsträger angezogen werden bleibt genug übrig, um sich um die Schwachen und um Themen wie z.B. die Umwelt zu kümmern.

Arme Gesellschaften (und darauf steuert Deutschland aufgrund des Sozialismus zu) verrohen extrem und gefährden den sozialen Frieden deutlich stärker.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Dann würde ich aber lieber mal an die Erbschaftssteuer gehen und nicht so stark die Gehälter umverteilen. Ansporn zu arbeiten und auch schon in der Schule/Uni mehr zu leisten, sind doch hohe Gehälter nach dem Studium. Was nützt mir aber mein hohes Gehalt, wenn ich dann mehr als 40% davon gleich wieder abgeben darf.

Erbschaften dagegen sind einfach nur extrem unfair. Jedes Jahr werden Milliarden vererbt, auf die der Fiskus nicht zugreift und das betrifft nicht nur Familienunternehmen sondern auch in großem Umfang, Grundbesitz, Kunst,...

Das Verhältnis gehört umgedreht!

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Ich bin nicht der TE. Aber 2009 Abi gemacht und 2012 den Bachelor, so what?

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Ja, Deutschland ist ein Ausbeuterland. Wenn du dir die Taschen füllen willst, geh in Länder, die nicht in der EU/Euro-Umverteilungsmaschinerie drinnen sind, also Schweiz, Norwegen, oder falls weiter weg eben USA etc.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Bin ist nach dem Studium das selbe aufgefallen und ich bin mittlerweile in die Staaten ausgewandert. Habe quasi das beste aus beiden Welten. Ohne Schulden aus Deutschland raus. Und lebe jetzt in Texas. Habe ein riesen Haus mit noch größerem Garten inkl. Pool. Sowohl ich als auch meine Frau haben jeder einen Neuwagen (wer kann sich schon in Deutschland einen Neuwagen leisten) und unsere drei Kinder gehen auf sehr gute Schulen. Wir legen sowohl für uns als auch für die Uni der Kinder einen guten Batzen Geld auf Seite. Schulden haben wir keine und sind erst Anfang 30. Meine Frau hat lange gar nicht gearbeitet und jetzt 2 mal in der Woche einen halben Tag und bei uns passt es finanziell sehr gut. Ich bin übrigens Programmieren im Bereich Hadoop. Klar 30 Tage Urlaub hab ich nicht und 40h/Woche auch nicht aber dafür kann ich meine Freizeit einfach mehr geniesen

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Dir ist aber schon klar, dass gerade in den USA ca. 70% der Absolventen irgendwo zwischen Arbeitslosigkeit, riesigen Schulden und Hilfsjobs pendeln? Natürlich kann man nur die 30% vergleichen, die es geschafft haben. Vergleicht man aber 100% fährt man in Deutschland deutlich besser, aber da ist man ja auch grade auf dem Weg, das zu beenden, mit dem neuen Studium für alle.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Wieder so eine Neiddiskussion.

Ein 24jähriger, der in Deutschland 55k kassiert, beschwert sich, dass in den USA Leute mit vergleichbarem Job noch mehr bekommen und nimmt direkt das Wort "Niedriglohnland" in den Mund. Dass selbst der Großteil in Deutschland niemals das gleiche Geld bekommen wird wie der TE mit 24 Jahren bereits wird genauso ausgeblendet wie die Tatsache, dass das Lohnniveau in den allermeisten Ländern deutlich unter dem in Deutschland ist. Geh mal in Richtung Osten, da verdienen die Menschen in Jobs mit deutlich mehr Verantwortung ein Bruchteil dessen, was du bekommst.

Irgendwie empfinde ich Schadenfreude, wenn ich sowas lese. Selbst sehr erfolgreiche Menschen sind nicht glücklich, weil sie immer einen sozialen Vergleich nach oben suchen und sich dann ausgenutzt und unterbezahlt finden.
Der eine ist unglücklich, weil er mit seinem Gehalt kein Innenstadt-EFH in FFM bezahlen kann, der andere, weil sein US-Kollege deutlich mehr verdient.

Dieses Forum führt mir derzeit jeden Tag vor Augen, wie wichtig eine gesunde und realistische Einstellung zu Arbeit und Leben doch ist. Danke hierfür.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

"Habe ein riesen Haus mit noch größerem Garten ..." und eine blühende Fantasie.

Aber geile Geschichte! :-)

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Ein blühender Garten in Texas?

Fehlt dir dafür aktuell nicht das Wasser?

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Was soll daran bitteschön Fantasie sein? Er ist Anfang 30 und arbeitet viel und lebt in TEXAS nicht NYC oder SF. Da haben 80% der Mittelstandsfamilien ein Haus mit Pool. Ein Pool gilt vielleicht in D als Gimmick für Millionäre, in den USA ist das Standardausstattung. Dafür sind deren Häuser aus Pappkarton. ;)

Lounge Gast schrieb:

"Habe ein riesen Haus mit noch größerem Garten ..."
und eine blühende Fantasie.

Aber geile Geschichte! :-)

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Weißt du welche Leute zufrieden mit dem sind, was sie erreicht haben? Leute die aufgegeben haben. Frag mal den Mr. Universum ob er zufrieden mit seinem Körper ist!

Und ja sicherlich gibt es viele Leute, die weit weniger verdienen aber weißt du was? Diese Leute haben dann einfach die falschen Entscheidungen getroffen. Wenn jemand lieber Geschichte als Jura studiert, muss er damit leben, dass er evtl. mal weniger verdienen wird. Das ist das Problem mit euch linken. Ihr könnt einfach nicht akzeptieren, dass man auch mal für sich selber Verantwortung übernehmen muss.

Ich denke, jeder der in diesem Land geboren wird, hat die selben Chancen, was aus sich zu machen. Oder denkt hier wirklich jemand, dass man um studieren zu gehen mit dem goldenen Löffel im Mund aufgewachsen sein muss? Es muss halt einfach irgendwann klick machen und dann muss man sich den Arsch aufreißen.

Lounge Gast schrieb:

Wieder so eine Neiddiskussion.

Ein 24jähriger, der in Deutschland 55k kassiert, beschwert
sich, dass in den USA Leute mit vergleichbarem Job noch mehr
bekommen und nimmt direkt das Wort
"Niedriglohnland" in den Mund. Dass selbst der
Großteil in Deutschland niemals das gleiche Geld bekommen
wird wie der TE mit 24 Jahren bereits wird genauso
ausgeblendet wie die Tatsache, dass das Lohnniveau in den
allermeisten Ländern deutlich unter dem in Deutschland ist.
Geh mal in Richtung Osten, da verdienen die Menschen in Jobs
mit deutlich mehr Verantwortung ein Bruchteil dessen, was du
bekommst.

Irgendwie empfinde ich Schadenfreude, wenn ich sowas lese.
Selbst sehr erfolgreiche Menschen sind nicht glücklich, weil
sie immer einen sozialen Vergleich nach oben suchen und sich
dann ausgenutzt und unterbezahlt finden.
Der eine ist unglücklich, weil er mit seinem Gehalt kein
Innenstadt-EFH in FFM bezahlen kann, der andere, weil sein
US-Kollege deutlich mehr verdient.

Dieses Forum führt mir derzeit jeden Tag vor Augen, wie
wichtig eine gesunde und realistische Einstellung zu Arbeit
und Leben doch ist. Danke hierfür.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Gut, dass es mal einer erwähnt. Die Situation von Absolventen in den USA ist prekär. Warum man sich hier naiv an den Top-10-Prozent orientiert, verstehe ich auch nicht. Man findet in Deutschland bestimmt auch einen kleinen Prozentsatz von Absolventen, die zu phantastischen Konditionen einsteigen, aber eben nicht die Mehrheit. Dagegen möchte ich kein arbeitssuchender Absolvent in den USA sein: Oft kein Job und 100.000 Euro Schulden aus dem Studium? Nein, danke!

Lounge Gast schrieb:

Dir ist aber schon klar, dass gerade in den USA ca. 70% der
Absolventen irgendwo zwischen Arbeitslosigkeit, riesigen
Schulden und Hilfsjobs pendeln? Natürlich kann man nur die
30% vergleichen, die es geschafft haben. Vergleicht man aber
100% fährt man in Deutschland deutlich besser, aber da ist
man ja auch grade auf dem Weg, das zu beenden, mit dem neuen
Studium für alle.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Es stimmt schon, dass speziell Nettogehälter in Dtl für Hochqualifizierte in den Bereichen Finanzen/IT ziemlich niedrig sind.

Bin vor ein paar Jahren nach Brasilien ausgewandert und ich muss schon sagen, dass netto in EUR deutlich mehr übrig bleibt als im ähnlichen Job in FFM (+30%). Allerdings gilt das nur, solange man keine Familie/Kinder hat. Gute Schulen sowie anständige Wohnungen in sicheren Gegenden sind teuer und Kindergeld etc. gibts auch null. Schlimm wird es, wenn man den Job verliert und nicht bald was Neues findet: man bekommt 5 Monate lang Arbeitslosengeld in Höhe von vielleicht 400 EUR/Monat umgerechnet, danach heisst es von Abfindung/Ersparnissen leben, Familie um Geld betteln oder Strasse. Von Sicherheit brauchen wir gar nicht erst reden...

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Genau, warum sollte man 2 Leute die den selben Job mit der selben Berufserfahrung machen mit einander vergleichen das ergibt gar keinen Sinn.....

Lounge Gast schrieb:

Dir ist aber schon klar, dass gerade in den USA ca. 70% der
Absolventen irgendwo zwischen Arbeitslosigkeit, riesigen
Schulden und Hilfsjobs pendeln? Natürlich kann man nur die
30% vergleichen, die es geschafft haben. Vergleicht man aber
100% fährt man in Deutschland deutlich besser, aber da ist
man ja auch grade auf dem Weg, das zu beenden, mit dem neuen
Studium für alle.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Die Situation für Informatiker/Ingenieure etc ist in den Staaten genau so wenig prekär wie in Deutschland. Klar für Leute die was sinnloses studieren wie Kunst ist es schwer, in DE allerdings auch. Und hier hat auch nie jemand von den oberen 10% gesprochen. Der TE ist bei Accenture schätzungsweise auf (Senior)Consultant Ebene das kann eigentlich jeder mit dem Hochschulabschluss + IT Interesse schaffen.

Lounge Gast schrieb:

Gut, dass es mal einer erwähnt. Die Situation von Absolventen
in den USA ist prekär. Warum man sich hier naiv an den
Top-10-Prozent orientiert, verstehe ich auch nicht. Man
findet in Deutschland bestimmt auch einen kleinen Prozentsatz
von Absolventen, die zu phantastischen Konditionen
einsteigen, aber eben nicht die Mehrheit. Dagegen möchte ich
kein arbeitssuchender Absolvent in den USA sein: Oft kein Job
und 100.000 Euro Schulden aus dem Studium? Nein, danke!

Lounge Gast schrieb:

Dir ist aber schon klar, dass gerade in den USA ca. 70%
der
Absolventen irgendwo zwischen Arbeitslosigkeit, riesigen
Schulden und Hilfsjobs pendeln? Natürlich kann man nur die
30% vergleichen, die es geschafft haben. Vergleicht man
aber
100% fährt man in Deutschland deutlich besser, aber da ist
man ja auch grade auf dem Weg, das zu beenden, mit dem
neuen
Studium für alle.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Ich stimme dem TE in allen Punkten zu. Habe mein komplettes Studium in den USA gemacht, begriffen, dass Deutschland ein schlechter Deal fuer Hochqualifizierte / Leistungstraeger ist, und arbeite nun in einer Steueroase (think Dubai / Hong Kong / Singapore) bei einer Investment Bank. Wenn ich mein Gehalt mit FFM vergleiche, dann kommt netto mehr als dort brutto heraus. Neiddebatten gibt es hier nicht. Klar, Deutschland bietet mehr soziale Sicherheit, aber davon hat man als Leistungstraeger wenig von. Mein Ziel ist es, in jungen Jahren so viel Vermoegen aufzubauen wie moeglich. Danach kann ich ueberall hinziehen wo ich will.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

"Weißt du welche Leute zufrieden mit dem sind, was sie erreicht haben? Leute die aufgegeben haben. Frag mal den Mr. Universum ob er zufrieden mit seinem Körper ist!"

Das kann man so sehen muss man aber nicht.
Mann kann es auch so sehen, dass man sich ein Ziel gesteckt hat, dieses erreicht hat und dann diesem "weiter, schneller, neuer, besser" entkomment sind und ein ausgeglichenes, zufriedenes Leben führen. Interssanterweise führt diese Ausgeglichenheit und innere Ruhe dann zu weiteren Angeboten und Möglichkeiten, viel eher sogar als bei den verbissenen Ehrgeizlingen.

Wenn Mr. Universum ein Problem mit seinem Körper hat, dann ist das schade für ihn. Es muss sich aus seiner Sicht dann nicht das Spiegelbild ändern, sondern der Blick in den Spiegel.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Nein das Problem mit euch rechten ist, dass ihr glaubt, alle hätten dieselben Voraussetzungen (auch im gleichen Land) wie ihr selbst. Auch könnt ihr euch nicht vorstellen, dass Menschen sich für mehr als nur ein gewisses Thema interessieren. Es können nicht alle BWL und Maschinenbau studieren. Ich weiß bei euch rechten wäre das ein Idealvorstellung alle Menschen wie eine Zinarmee aufzustellen aber gut, dass die Menschen so verschieden sind und nicht darauf reinfallen - meistens zumindest.

Weißt du welche Leute zufrieden mit dem sind, was sie
erreicht haben? Leute die aufgegeben haben. Frag mal den Mr.
Universum ob er zufrieden mit seinem Körper ist!

Und ja sicherlich gibt es viele Leute, die weit weniger
verdienen aber weißt du was? Diese Leute haben dann einfach
die falschen Entscheidungen getroffen. Wenn jemand lieber
Geschichte als Jura studiert, muss er damit leben, dass er
evtl. mal weniger verdienen wird. Das ist das Problem mit
euch linken. Ihr könnt einfach nicht akzeptieren, dass man
auch mal für sich selber Verantwortung übernehmen muss.

Ich denke, jeder der in diesem Land geboren wird, hat die
selben Chancen, was aus sich zu machen. Oder denkt hier
wirklich jemand, dass man um studieren zu gehen mit dem
goldenen Löffel im Mund aufgewachsen sein muss? Es muss halt
einfach irgendwann klick machen und dann muss man sich den
Arsch aufreißen.

Lounge Gast schrieb:

Wieder so eine Neiddiskussion.

Ein 24jähriger, der in Deutschland 55k kassiert, beschwert
sich, dass in den USA Leute mit vergleichbarem Job noch
mehr
bekommen und nimmt direkt das Wort
"Niedriglohnland" in den Mund. Dass selbst der
Großteil in Deutschland niemals das gleiche Geld bekommen
wird wie der TE mit 24 Jahren bereits wird genauso
ausgeblendet wie die Tatsache, dass das Lohnniveau in den
allermeisten Ländern deutlich unter dem in Deutschland
ist.
Geh mal in Richtung Osten, da verdienen die Menschen in
Jobs
mit deutlich mehr Verantwortung ein Bruchteil dessen,
was du
bekommst.

Irgendwie empfinde ich Schadenfreude, wenn ich sowas lese.
Selbst sehr erfolgreiche Menschen sind nicht glücklich,
weil
sie immer einen sozialen Vergleich nach oben suchen und
sich
dann ausgenutzt und unterbezahlt finden.
Der eine ist unglücklich, weil er mit seinem Gehalt kein
Innenstadt-EFH in FFM bezahlen kann, der andere, weil sein
US-Kollege deutlich mehr verdient.

Dieses Forum führt mir derzeit jeden Tag vor Augen, wie
wichtig eine gesunde und realistische Einstellung zu
Arbeit
und Leben doch ist. Danke hierfür.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Ja, ist Deutschland und so langsam scheinen die Leute das auch endlich zu checken.
Dabei sollte man sich aber nicht an den Brutto-, sondern den Nettolöhnen orientieren. Meine ausländischen Kommilitonen wollten immer alle nach Deutschland und dachten, das sei das gelobte Land. Dann habe ich denen aber mal erzählt, wie viel einem hier vom Brutto-Lohn bleibt und wie viel man an Miete zahlt, wenn man in einer Großstadt einen Job bekommen hat. Danach wollte plötzlich keiner mehr nach Deutschland.

Ich habe auch mal eine Studie gelesen, dass Deustchland im europäischen Vergleich das Land ist, in dem am meisten Lohndumping betrieben wird und in dem die Arbeitswelt zunehmend von Beschäftigungen in prekären Verhältnissen geprägt ist, sprich Zeitarbeit oder Vollzeitjobs, die nicht zum Leben reichen und den Arbeitnehmer zum Aufstocken zwingen. Muss mal schauen, ob ich den Link dazu noch finde.
Und das ist eben das Problem: Obwohl man Vollzeit hart arbeitet, reicht es kaum zum Leben für viele...an z.B. Familiengründung kann man da gar nicht denken.

Und bitte nicht immer mit dem Argument "Jaaaa, wenn man Geschichte statt xy, dann darf man sich nicht beschweren" kommen. Schaut in eurem Elfenbeinturm mal aus dem Fenster, dann seht ihr, dass es in einem Land nicht nur Akademiker gibt (sonst würde die Gesellschaft auch nicht funktionieren).

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Die Einschätzung des TE man schon bestätigen, wenn man den Vergleich zu USA zieht:

Deutschland liegt im Mittel pro Kopf bei ca. 44 T US-D und zwar kaufkraftbereinigt!
Die USA liegen bei 53 T US-D. Also pro Jahr schon mal fast 10 k weniger. Oft wird in der Presse ja ein USA-bashing betrieben, so nach dem Motto, denen geht es ja viel schlechter etc. Tatsächlich trifft das in der Mehrzahl nicht zu.

Eines ist doch ganz klar: Die Sozialsysteme haben einen hohen Preis für die arbeitende Bevölkerung.

antworten
Bateman

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Sich zu vergleichen ist der schnellste Weg, unglücklich zu werden.

Zum Thema Abgaben und Sozialstaat: Jeder, der sich über Steuern & Abgaben beschwert, sollte mal den totalen Kapitalismus durchrechnen. Zahle auf deine 60k keinerlei Abgaben.. dafür brauchst du 1 Wachmann für dein Haus (Dreischichtbetrieb, also 3), einen als Begleitung für dich (3..), genauso für Frau und jedes Kind.... Von deinen 60k bezahlst du also schon mal 6-15 Leute, die nur dafür sorgen, dass all die ohne soziales Netz sich als Broterwerb nicht den Kontakt von ihrem Holzknüppel mit deinem Kopf aussuchen.

Und wenn du am Montasende noch 10 Euro übrig hast, gehst du mit Magenschmerzen zum Arzt und der sagt dir: Ist was gefährliches. Wie ist ihr Kontostand? Können Sie einen Kredit aufnehmen? Für 100.000 Euro mach ich sie gesund.

Das ist totale Marktwirtschaft. Ich lebe gerne in der sozialen Marktwirtschaft, kann mir Reisen in die ganze Welt, ein schönes Haus, ein sicheres Auto, und leckeres Essen leisten. Und Brutto interessiert mich dabei die Bohne.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

In den USA gibt es viel mehr Feiertage als in D. Damit also oft ein verlängertes Wochenende. Die KV zahlt bei etwas besseren Firmen der Arbeitgeber komplett.

Lounge Gast schrieb:

Wechselkurseffekt? Ist schon was anderes bei 1,6 oder 1,1 zu
vergleichen.

Rente und KV geschenkt.

Hat er auch Anspruch auf 30 Tage Urlaub?
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?
War sein Studium auch umsonst?
Wie hoch sind deine Grundsteuern bzw. die in der Miete
umgelegt sind? (sehr hoch in USA)

2 Nettojahresgehälter für n Auto? Sorry, aber ein A6 ist was
anderes als ein GMC Pickup ...

Und Haus? Ein Haus hier ist etwas anders gebaut als in Atlanta.

Daher => schwer zu vergleichen.

Die Bruttogehälter hier sind nicht schlecht (zumal du die AGA
auf dein Brutto drauf rechnen musst). Die Steuern/Abgaben
sind einfach verflucht hoch. Von jedem verdienten Euro bleibt
einfach zu wenig hängen.

Das hat aber viel mit den Lasten des real existierenden
Sozialismus, dem Nachholbedarf nachdem alles in Schutt und
Asche war, einer komischen Solidarität mit Griechenland, und
ein Einwanderungspolitik (wer möglichst wenig zum BIP
beisteuert und möglichst viel kostet darf rein) und einer
gigantischen Umverteilung zu tun. Das alles leisten sich die
Amis nicht.

Der Unterschicht geht es in Deutschland so gut wie nirgendwo
sonst auf der Welt. Den Preis zahlt der Fleißigen.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

"In den USA gibt es viel mehr Feiertage als in D. Damit also oft ein verlängertes Wochenende. Die KV zahlt bei etwas besseren Firmen der Arbeitgeber komplett."

a) stimmt das nicht
b) haben nur Staatsdiener Anspruch darauf, an einem Feiertag frei zu haben, d.h. du musst das mit deinem Chef ausmachen.
c) wie hoch ist der Anteil der Arbeitsplätze bei "besseren Firmen"?

In der Tat ist es für den kinderlosen hochqualifizierten gesunden Singlemann in den USA wesentlich lukrativer, solange ihm nichts passiert.

Sobald man krank wird, Kinder hat, die Eltern zum Pflegefall werden, etc. hat man ganz schnell existenzielle Probleme die man hierzulande (nicht in dem Ausmaß) hat.

Nun werden viele kinderlosen hochqualifizierten gesunde Singlemänner aber auch mal Vater oder bekommen Krebs. Dann ändern sich die Präferenzen. Wenn man sein ganzes Leben durchrechnet, dürfte der Unterschied schmelzen.

Aber es stimmt schon, die Gehälter im oberen Mittelstand sind oft nicht wirklich toll. Das liegt aber zu großen Teilen an einer deutschen Gleichmacherkultur. Ob man nun 70 TEUR oder 80 TEUR verdient, als Arbeitnehmer selbst hast du nicht viel davon. Die Gehaltsspreizung ist in der Tat zu niedrig (beim Management dann wieder ... aber darunter nicht unbedingt). Aber die Deutschen wollen das ja mehrheitlich so. Ich verweise nur auf die ganzen Streiks mit "4% mehr aber mindestens 150 EUR und nur für Mitarbeiter bis EG xy" => Gleichermacherei wie von der Mehrheit gewollt.

antworten
DAX Einkäufer

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

"Allerdings kann ich nicht mit überbordender Umverteilung leben die damit begründet wird, ich sei ein dummer Kapitalist der andere ausbeutet und jeder hat ein Anrecht auf einen Stück vom Kuchen qua Geburt."

Doch, jeder hat ein Anrecht auf ein Stück vom Kuchen qua Geburt. Sogar arme, verwaiste, kranke und behinderte Kinder. Kaum zu glauben, oder? Erst dadurch hast Du überhaupt eine Chance, auch bei nicht perfekten Verhältnissen die Kindheit zu überleben.

Wer vom Leben in den USA schwärmt, soll bei der Rechnung nicht vergessen, dass die Steuer nicht aus einem einzelnen Betrag besteht, der vom Lohn abgezogen wird, sondern dass die einzelnen Instanzen (States, Communities, Cities...) jeweils nochmal spürbar zuschlagen können. Auch Krankenversicherung, Immobiliensteuer etc. tragen in Summe dazu bei, dass vom Brutto deutlich weniger Netto zum Ausgeben bleibt. Mir persönlich würden dort vor allem schöne Innenstädte fehlen. Wer gesund ist, gut ausgebildet ist und gut verdient, kann dort aber sicher ein sehr schönes Leben führen.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Das beste was man in diesem Land machen kann, ist die größtmögliche Verweigerung. Einst habe ich auch - jung und idealistisch - gerne Steuern gezahlt.
Mittlerweile k**** es mich einfach nur noch an, was die sozialistischen Einheitsparteien in Berlin so anstellen.

Alle öffentlichen Güter verrotten, auf ne KiTa wartet man ewig. Kein Geld da.

Gleichzeitig wird in die Vollen gegriffen um marode Banken, Griechen, Flüchtlinge, Genderidiotie und den ganzen Sozialindustriellen Komplex zu pampern.
Der Leistungsfähige ist in diesem Land einfach der Dumme.

Dazu kommen TTIP, TiSA, CETA und gleichzeitig werden immer mehr Rechte zusammengestrichen und der totale Überwachungsstaat zementiert. Orwell lässt grüßen.
Ne, diesen Staat, diese Regierung unterstütze ich nur noch da, wo es sich nicht vermeiden lässt.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Sozialsystem ist gut aber man kann es auch übertreiben. Ich fand immer England bietet einen guten Kompromiss, daher habe ich mich nach dem Studium gar nicht erst in D beworben.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Hatte viele amerikanische Kollegen, Ingenieure in kleinen, mittleren und großen Firmen. Die haben mir das mit den Feiertagen auch so bestätigt. Die waren nicht im Staatsdienst. Wer einen Angestelltenvertrag hat, der hat an den gesetzlichen Feiertagen in den USA auch frei. Zusätzlich zum Jahresurlaub. Wer nach Stundenlohn bezahlt wird, hat ein Problem.

Lounge Gast schrieb:

"In den USA gibt es viel mehr Feiertage als in D. Damit
also oft ein verlängertes Wochenende. Die KV zahlt bei etwas
besseren Firmen der Arbeitgeber komplett."

a) stimmt das nicht
b) haben nur Staatsdiener Anspruch darauf, an einem Feiertag
frei zu haben, d.h. du musst das mit deinem Chef ausmachen.
c) wie hoch ist der Anteil der Arbeitsplätze bei
"besseren Firmen"?

In der Tat ist es für den kinderlosen hochqualifizierten
gesunden Singlemann in den USA wesentlich lukrativer, solange
ihm nichts passiert.

Sobald man krank wird, Kinder hat, die Eltern zum Pflegefall
werden, etc. hat man ganz schnell existenzielle Probleme die
man hierzulande (nicht in dem Ausmaß) hat.

Nun werden viele kinderlosen hochqualifizierten gesunde
Singlemänner aber auch mal Vater oder bekommen Krebs. Dann
ändern sich die Präferenzen. Wenn man sein ganzes Leben
durchrechnet, dürfte der Unterschied schmelzen.

Aber es stimmt schon, die Gehälter im oberen Mittelstand sind
oft nicht wirklich toll. Das liegt aber zu großen Teilen an
einer deutschen Gleichmacherkultur. Ob man nun 70 TEUR oder
80 TEUR verdient, als Arbeitnehmer selbst hast du nicht viel
davon. Die Gehaltsspreizung ist in der Tat zu niedrig (beim
Management dann wieder ... aber darunter nicht unbedingt).
Aber die Deutschen wollen das ja mehrheitlich so. Ich
verweise nur auf die ganzen Streiks mit "4% mehr aber
mindestens 150 EUR und nur für Mitarbeiter bis EG xy"
=> Gleichermacherei wie von der Mehrheit gewollt.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

ich denke auch fast jeden Tag, dass irgendwas falsch läuft. zu hohe steuern, viel arbeit. klar das jammern ist auf hohem Niveu, auf einem sehr hohem würde ich sagen. aber irgendwie hat man das gefühl, es geht eben bergab. die reallöhne sinken, steuerbelasung ist erheblich, die deutsche bahn ist dauernd zu spät und wie schon oben erwähnt, hat deutschland ein problem mit kitas obwohl wir angeblich nur 1.3 kinder bekommen. das ist mal der eindruck.

zum niedriglohn land. sicherlich nicht. man verdient hier schon ok. aber was sicherlich frustrierend ist: jeder verdient ungefähr das gleiche und oft lohnt sich leistung nicht, denn es wird dann transferiert. bzw es gibt viel jobs wo gewerkschaften oder andere gruppierung das gehalt bestimmen. letzendlich ist es zumindest in deutschland tatsächlich schwer, schnell viel zu verdienen und reich zu werden. sein 40-50k kriegt nahezu jeder akademiker in mint oder wirtschaft. mit so einem gehalt lebt man gut aber kann niemals nach sagen wir 10 jahren ausgesorgt zu haben (ich denke in den staaten ist es tatsächlich leichter) weil weniger transferiert wird. my 2 cent

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Hier haben einige völlig den Bezug zur Realität verloren. Deutschland ein Billiglohnland? Es gibt vielleicht ne Handvoll Länder auf der Welt in denen man besser verdient. Wenn sich dann hier noch Leute beschweren, dass sie nicht 50 Euro mehr im Monat verdienen weil wir Kriegsflüchtlinge aufnehmen, dann kommt mir schon ganz schön das Grauen. Geht doch bitte schnellstmöglich alle in die USA und werdet Millionäre, dann muss man sich dieses selbstgerechte Geheule nicht mehr anhören.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Die Steuerbelastung auf Arbeit ist gewaltig, und die private Vermögenentwicklung für das BIP/Kopf lächerlich...

aber daran sind die Deutschen selber Schuld, die wollen das so... Fleißig schaffe ohne Geld fürs Reihenhaus, wenn der Staat einen ausnimmt und das Geld an die halbe Welt verschenkt, sind natürlich die Reichen schuld... weil Mutti, Gerd, Birne etc. die richten das schon für einen etc...

Urlaub, Party, Fussball...

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DAX Einkäufer

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

"man verdient hier schon ok. aber was sicherlich frustrierend ist: jeder verdient ungefähr das gleiche"

Ich glaube, dieser Punkt ist der eigentliche Kern der Klage. Man wäre doch so gerne reicher als der Nachbar links und der Nachbar rechts, da man ja studiert hat und sich die Tretmühle Big4 antut. Und genau dieser soziale Abstand tritt nicht ein bzw. wird nicht sichtbar, da man ja dem Äußeren nicht ansieht, was dahinter steckt. Mir wird allerdings nicht klar, welchen Vorteil so eine soziale Spaltung haben soll!? "Schau mal, Papa, der Nachbar hat seit 3 Jahren einen Bachelor in Wirtschaftsinformatik und ist IT-Berater bei Accenture und Du Pfeife bist bloß Maschinenbauer und entwirfst hochmoderne Windkraftanlagen. Wieso kann der sich eine 600qm-Villa mit Pool leisten und wir müssen im Urlaub immer mit der Mitfahrzentrale nach Polen fahren und gemeinsam eine Pizza teilen?"

Wenn es in Deutschland eine Differenzierung nach der Leistung gäbe, wäre der Accenture-IT-Bachelor ganz bestimmt nicht an der Spitze der Pyramide sondern eher ziemlich weit unten.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Es geht überhaupt nicht darum, dass irgendwo mehr verdient wird. Deutschland ist eines der Länder mit der höchsten Produktivität. Und eben diese Produktivitätsgewinne werden von der Staatsmafia ungefragt mithilfe des Knüppels einkassiert, um irgendwo zu versacken. Hier geht es auch nicht um 50 EUR mehr, sondern, dass ich mehr als ein halbes Jahr für den Staat knechte, bevor der erste Euro in meine eigene Tasche wandert. Ein halbes Jahr!

Lounge Gast schrieb:

Hier haben einige völlig den Bezug zur Realität verloren.
Deutschland ein Billiglohnland? Es gibt vielleicht ne
Handvoll Länder auf der Welt in denen man besser verdient.
Wenn sich dann hier noch Leute beschweren, dass sie nicht 50
Euro mehr im Monat verdienen weil wir Kriegsflüchtlinge
aufnehmen, dann kommt mir schon ganz schön das Grauen. Geht
doch bitte schnellstmöglich alle in die USA und werdet
Millionäre, dann muss man sich dieses selbstgerechte Geheule
nicht mehr anhören.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

"the grass is always greener..." naja, ihr wisst schon.

Schaut euch mal internationale Rankings an bezüglich Human Development Index, Lebensqualität, Sicherheit, Infrastruktur, Kaufkraft etc. Deutschland ist da immer ganz weit vorne und wenn man die kleinen Länder wie Schweiz, Norwegen wegrechnet, meistens an der Spitze. So falsch kann es also nicht laufen. Man kann es nicht jedem recht machen. Aber euer Leben wäre besser, wenn ihr statt ständig zu motzen mal dankbar wärt, dass ihr z.B. nicht in Syrien geboren seid, oder im Kongo, oder in Deutschland vor 80 Jahren.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

First world problems....

Ich ärger mich doch auch, wenn ich sehe, was von meinem netto nur noch übrig bleibt... aber ich kann doch nicht ignorieren, dass es sich in diesem land VERDAMMT gut leben lässt und alle Probleme, die man hat, haben meist mit Privatleben zu tun und ob der Job ncoh Spaß macht.

Niemand muss sich hier sorgen machen, dass er die Bildung siener Kinder nich bezahlen kann! Du kannst auf dei Straße abends und musst keine Angst haben vor Überfällen etc. Wenn du Diabetes oder Krebs hast, musst du nicht fürchten, keine medizinische Versorgung zu bekommen, weil du das Geld nicht hast. Ich könnte ewig weiter machen.
Es lebt sich hier verdammt gut! Und einige de rbene genannten Punkte sind in den USA so krass schlimm, dass man sich nur wundern kann, dass sich ein so reiches Land diesem Kram hingibt.

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Sensei

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Eine Idee der Staatsphilosophie ist, dass eine Staat so konstruiert sein sollte, dass man vorher nicht weiss, welche Rolle man in dem System bekommt. Daran sollte man vielleicht gelegentlich denken. Und ich persönlich würde lieber arm in Deutschland als in den USA sein. So frei wie einem seine Entscheidungen vorkommen moegen sind sie nicht. Man bleibt Gefangener sein selbst.

[%sig%]

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Daxi, ich glaub, dass Du einfach zu viel Lebenserfahrung hast. Dennoch befinden wir uns hier in einem Berufseinstiegs-Forum für Jungakademiker, die Fragen haben von der Manschettenknopfform bis zum 300qm-Eigenheim-Vollfinanzierung. Machen wir uns nichts vor, das Gros der Leute hier wird später erkennen, das sowohl das eine als auch das andere überflüssig ist. Die Frage ist nur, wann sie es erkennen.

DAX Einkäufer schrieb:

"man verdient hier schon ok. aber was sicherlich
frustrierend ist: jeder verdient ungefähr das gleiche"

Ich glaube, dieser Punkt ist der eigentliche Kern der Klage.
Man wäre doch so gerne reicher als der Nachbar links und der
Nachbar rechts, da man ja studiert hat und sich die Tretmühle
Big4 antut. Und genau dieser soziale Abstand tritt nicht ein
bzw. wird nicht sichtbar, da man ja dem Äußeren nicht
ansieht, was dahinter steckt. Mir wird allerdings nicht klar,
welchen Vorteil so eine soziale Spaltung haben soll!?
"Schau mal, Papa, der Nachbar hat seit 3 Jahren einen
Bachelor in Wirtschaftsinformatik und ist IT-Berater bei
Accenture und Du Pfeife bist bloß Maschinenbauer und
entwirfst hochmoderne Windkraftanlagen. Wieso kann der sich
eine 600qm-Villa mit Pool leisten und wir müssen im Urlaub
immer mit der Mitfahrzentrale nach Polen fahren und gemeinsam
eine Pizza teilen?"

Wenn es in Deutschland eine Differenzierung nach der Leistung
gäbe, wäre der Accenture-IT-Bachelor ganz bestimmt nicht an
der Spitze der Pyramide sondern eher ziemlich weit unten.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Anderswo kann man schon mehr verdienen. Stimmt schon.

Wobei es so übel bei uns auch nicht ist:

In meinem Job ist Infrastruktur sehr wichtig (Strassen, Handynetz, Fernzüge, Flughäfen in der Nähe, schnelles Internet). Und das ist in DE echt ziemlich gut und nicht zu teuer.

Mit der Gesundheitsbranche bin ich eigentlich im Großen und Ganzen auch zufrieden.

Schmiergeld musste ich auch noch nirgends bezahlen, um etwas zu bekommen.

Und das stabile wirtschaftliche und soziale Umfeld in DE ist auch nicht zu verachten.

Steuervorteile und Betreuungsangebote für unsere Kids finde ich persönlich richtig gut. Das erlaubt es meiner Frau und mir -trotz Kindern- zu arbeiten und ordentlich was auf die Seite zu legen.

Kostenlose Schulen sind ebenfalls nicht die schlechteste Idee. Und für mein Studium habe ich vor vielen Jahren gerade mal 140 DM Semesterbeitrag bezahlt. Dafür durfte man dann noch kostenlos den ÖPNV nutzen.

Sicher finde ich die Steuern auch zu hoch, versuche zu optimieren wo es nur geht und den Sozialstaat anzuzapfen, wo es möglich ist. Aber in Summe isses erträglich...

Bezüglich der Rente mache ich mir aber auch keine Illusionen: Vom Staat gibt es für mich in 25 Jahren vielleicht noch ein Zubrot, der größte Teil der Altersvorsorge muss aber aus Eigenmitteln kommen. Das ist klar...

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DAX Einkäufer

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

"Sicher finde ich die Steuern auch zu hoch..."

Wenigstens ist unser Staat nicht pleite und gleichzeitig kein sozialistischer Nachtwächterstaat, der Dich auf Schritt und Tritt auslaugt.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Mit SK1 reichen schon 2,5K Brutto das mit allen Konsumabgaben etc. auf ne Steuerlast von 70%+ kommst, und dann zahlste noch nichtmal großartig Einkommensteuer... Arbeitgeberbeiträge musste auch noch nicht groß eirechnen.

"Wenigstens ist unser Staat nicht pleite"

Naja... naja... Müsste der nach HGB bilanzieren wär man wegen Insolvenzverschleppung dran.

Deutschland hat halt dumme Bürger deren Dummheit den deutschen Staat Kreditwürdiger als mediterane Fufuländer machen... das wars aber auch schon.

"Nachtwächterstaat" ist übrigens kein sozialistischer Begriff... und das mit dem Schritt und Tritt auslaugen bekommt man schon ganz gut hin, man muss den Grenznutzen nur so anlegen das die Leute noch das Gefühl haben ihnen geht es gut und nicht merken wie sie verarscht werden...

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Hallo,

ich bin mit dem System ebenfalls sehr unzufrieden, der deutsche Bürger lässt sich definitiv (wieder einmal) ausnutzen. Sinnbild ist für der deutsche Ingenieur: -tüchtig, fähig, beeindruckt von seiner Leistung [nicht frei von Besserwisserei und Arroganz], lässt er sich von dem Besitzer des Familienunternehmens auszunutzen.

Eine Fragen: Stimmt es, dass die Immobilienkredite in Deutschland für den Kunden wesentlich ungünstiger sind als etwa in UK, wo sich die Bürger nicht freiwillig über Jahrzehnte versklaven lassen?
Eine Diskussionsanregung: In der FAZ war vor einigen Wochen ein Artikel abgedruckt, in der die These aufgestellt wurde, dass die deutschen Oberen 10 000 ähnlich rücksichtslos vorgehen wie die Oligarchen in Russland mit dem Unterschied, dass die deutsche Oberschicht nicht in die Medien drängt und daher nur nicht so auffällt.

Finde ich bei den "Gesetzen auf Bestellung" richtig: Erbschaftssteuer auf Unternehmen erst mal nicht, vielleicht in 200 Jahren, aber 3 Euro für einen Schlachter pro Stunde sind OK.

Die Mentalität, "besser hier als Kongo", ist sehr gefährlich, weil man sich nach wie vor mit den führenden Ländern vergleichen sollte, sonst rutscht man ab.
Letztlich sind wir angesichts der Demographie auf massive Zuwanderung angewiesen, was immer mit einem Identitätsverlust verbunden ist, ist aber unserer Oberschicht gleich. Das deutsche Fußvolk ist wie immer konform zur Oberschicht und lässt sich ausnutzen, nicht ganz so extrem wie in den Weltkriegen, die Leibeigenenmentalität ist aber immer noch da.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Das soll wohl ein Witz sein! Wo lebst Du denn? Ich würde hier nicht abends allein in die Innenstadt gehen. Und ja ich bin auch schon überfallen worden. Mit Schusswaffe. Bin 1,85 und ziemlich kräftig. Sehe absolut nicht schwächlich aus!

Lounge Gast schrieb:

First world problems....

Du kannst auf dei Straße abends und musst keine Angst haben vor Überfällen etc.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Immer wenn es um politische Diskussionen geht, driften wir hier auf SPON Niveau ab.

Zu den ganzen Herummaulereien: Ich hab da immer den Eindruck, da betreiben Minderleister Aussenschuldprojektion.

Es hat doch jeder selbst in der Hand, wie schlau und geschickt er ist und wie er sein Schicksal selbst in die Hand nehmen will.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Ja, Deutschland ist blöd um Geld zu verdienen, habe in Oxford studiert und verdiene hier 55k, in England würde ich jetzt 100k und mehr in einem Hedge Fonds verdienen die nur Oxbridge Absolventen einstellen. In Deutschland wirst du auf eine Stufe mit den deutschen NoName Unis gesetzt.

Aber warum bin ich hier: hier ist es sicher und unter Deutschen fühlt sich der Deutsche nun mal am wohlsten weil er auf Augenhöhe mit anderen reden kann, aber es stimmt schon den größten Teil deines Gehalts musst du an den Staat und die Sozialversicherungsträger abgeben. Dafür gibt es hier überall essen und du musst nicht hungern.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

@oben gegenau so ist es!

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Ich habe in den USA studiert. Bin Halb-Amerikaner. Habe ca. 100.000 Euro Schulden. Ich habe dort keine vernüftige Arbeit bekommen, egal, was ich gemacht habe. Für die breite Masse gibt es einfach nichts richtig Gutes oder tolles Einkommen. Das ist Bullshit! Bin dann zurück nach Deutschland, auch wegen meiner Freundin, und stottere mit 30k brutto meine Schuden ab, während viele in meinem Alter (33) bereits Häuser bauen und eine Familie haben. Keine Ahnung, warum hier viele so von den tollen Möglichkeiten in den USA reden. Der größte Teil meiner Kommilitionen versinkt in Schulden und bekommt keinen wirklich guten Job. Ich bin kein Einzelfall.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Also manches Jammern kann man echt nicht nachvollziehen. Der TE beschwert sich, dass er mit 24 Jahren nur 55k verdient, weil in USA eine kleine Schicht Gleichaltriger noch mehr scheffelt.

Ich bin in der selben Branche und bekomme genausoviel, nur mit 33 Jahren. Bin trotzdem zufrieden, denn komme aus einem Land, wo ich für gleiche Arbeit 10.000? (netto) kriegen würde, und das noch vor dem Bürgerkrieg, der dort derzeit wütet. Wenn der TE in Indien, China, Afrika geboren worden wäre (was statistisch schon mal wahrscheinlicher ist, als das Glück in DE geboren worden zu sein) , würde er den ganzen Tag für ne Schüssel Reis schuften und würde gar nicht wissen, dass es woanders Internet, Strom und sauberes Trinkwasser gibt.

Egal was man macht und wo man wohnt, es wird immer einen Reicheren geben, ausser man selbst ist der reichste Mensch der Welt. Die Leser dieses Forums gehören schon zu 1% der wohlhabendsten Menschen auf diesem Planeten und sich zu beschweren, dass man nicht zu 0,01% noch wohlhabenderer gehört, grenzt an Realitätsverlust.

Niemand hindert den TE dran in die USA auszuwandern. Glücklich wird er aber nicht. Denn z.B. Paris Hilton macht 100 Mio bei 365 Tagen Urlaub und er muss dort für läppische 100k für Accenture buckeln.

Deutschland hat mit seinem Sozialsystem dafür gesorgt, dass die meisten hier behütet und in Sicherheit aufwachsen konnten, medizinisch versorgt wurden und auch eine Bildung erhielten. Dieses System kostet nun mal Geld. Viele Länder, darunter auch USA, verzichten auf solch ein ausgereiftes System, da hätte der TE mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht mal sein aktuelles Alter erreicht, ganz zu schweigen von Hochulbildung.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Deutschland hat ist nunmal ein (halb)sozialistisches Land was vor allem historisch bedingt ist. Wirkliche High Potentials machen deshalb auch i.d.R. einen Bogen um Deutschland, da hier viel zu viele durchgefüttert werden müssen.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Als jemand mit US.-ERfahrung danke ich für den Beitrag! Endlich mal etwas Realistisches!

Lounge Gast schrieb:

Ich habe in den USA studiert. Bin Halb-Amerikaner. Habe ca.
100.000 Euro Schulden. Ich habe dort keine vernüftige Arbeit
bekommen, egal, was ich gemacht habe. Für die breite Masse
gibt es einfach nichts richtig Gutes oder tolles Einkommen.
Das ist Bullshit! Bin dann zurück nach Deutschland, auch
wegen meiner Freundin, und stottere mit 30k brutto meine
Schuden ab, während viele in meinem Alter (33) bereits Häuser
bauen und eine Familie haben. Keine Ahnung, warum hier viele
so von den tollen Möglichkeiten in den USA reden. Der größte
Teil meiner Kommilitionen versinkt in Schulden und bekommt
keinen wirklich guten Job. Ich bin kein Einzelfall.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Das ist Blödsinn. Für wirkliche High Potentials ist Deutschland eines der attraktivsten Länder...

Lounge Gast schrieb:

Deutschland hat ist nunmal ein (halb)sozialistisches Land was
vor allem historisch bedingt ist. Wirkliche High Potentials
machen deshalb auch i.d.R. einen Bogen um Deutschland, da
hier viel zu viele durchgefüttert werden müssen.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

So sehe ich das auch. Meine Erfahrung:

Ich war in den USA für ein Jahr in der high school. Das Leben in den USA ist zweifellos anders, keinesfalls aber besser.

Gearbeitet habe ich während des Studiums in Kanada. Habe dort viele (deutschsprachige) Auswanderer getroffen, die Deutschland verlassen haben, weil sie es hier zu nichts gebracht haben. Die haben es drüben aber genausowenig zu was gebracht.

Ergo: Wer schlau und geschickt ist, kann sowohl hier als auch in den USA gut Kohle verdienen. Wer hier nichts auf die Kante kriegt, kriegt es anderswo auch nicht.

Lounge Gast schrieb:

Als jemand mit US.-ERfahrung danke ich für den Beitrag!
Endlich mal etwas Realistisches!

Lounge Gast schrieb:

Ich habe in den USA studiert. Bin Halb-Amerikaner. Habe
ca.
100.000 Euro Schulden. Ich habe dort keine vernüftige
Arbeit
bekommen, egal, was ich gemacht habe. Für die breite Masse
gibt es einfach nichts richtig Gutes oder tolles
Einkommen.
Das ist Bullshit! Bin dann zurück nach Deutschland, auch
wegen meiner Freundin, und stottere mit 30k brutto meine
Schuden ab, während viele in meinem Alter (33) bereits
Häuser
bauen und eine Familie haben. Keine Ahnung, warum hier
viele
so von den tollen Möglichkeiten in den USA reden. Der
größte
Teil meiner Kommilitionen versinkt in Schulden und bekommt
keinen wirklich guten Job. Ich bin kein Einzelfall.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Wie ein Haufen BWLer sich als High-Potentials/Leistungsträger bezeichnet.
Selten so gelacht.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Exorbitante Abgaben machen ein Land also höchst attraktiv?

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

In Deutschland wird man jedenfalls für die erwartete Leistung definitiv schon mies bezahlt, es ist nicht umsonst Exportweltmeister und hat in der EU Frankreich und Italien durch Lohndumping im Maschinen- und Fahrzeugbau völlig verdrängt. Jedenfalls bei Unternehmen, die nicht nach IG Metall oder auch IGBCE vergüten, sondern der klassische, tariflose Mittelstand, wo sich seit ca. 2004 nicht mehr an jeder Tariabschlusserhöhung orientiert wurde und zum Teil Gehhälter über 5 Jahre eingefroren worden sind.
Result heute ca. 30 Prozent niedriger fiktiver Stundenlohn als ein IG Metallangehöriger, deshalb auch das Gestöhne. Kann sich kein IG Metaller vorstellen, was das bedeutet.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Naja, ein BWLer kann ein Leistungsträger sein. Wer aber solchen inhaltsleeren Quatsch verzapft, kann definitiv keiner sein.

Lounge Gast schrieb:

Wie ein Haufen BWLer sich als High-Potentials/Leistungsträger
bezeichnet.
Selten so gelacht.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Darum geht es nicht. Wenn man nur die abgaben/steuern heranzieht, müssten bspw. Kolumbien oder Venezuela höchst attraktive Standorte sein.

Lounge Gast schrieb:

Exorbitante Abgaben machen ein Land also höchst attraktiv?

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Tja. Teuro und Agenda 2010...

Man wollte mit dem Euro Deutschlands Wirtschaftskraft eigentlich schädigen... die Südländer haben aber nicht damit gerechnet, dass anstatt wie bei denen daheim bei massivem Kaufkraftverlust und schlechten löhnen anstatt zu streiken, die sich halt nen Job bei der Zeitarbeit suchen und einfach alle die Fresse halten, weiterarbeiten...
dann auch noch alles mit Handelsbilanzüberschuss und "Export for nothing" und dann auch noch alles und jeden mit Geld beschmeißen...

und wenn dann einer mit Ausstieg droht, muss der Rollstuhl nur ein leises "ja dann, macht doch" sagen, aber anstatt zu gehen wird lieber rumgeflennt... "Diese gemeinen Nazis.. nix hat sich gändert... "

Wenn die anderen sich nicht alle noch blöder und dümmer anstellen würden, hätte Deutschland schlechte Karten in Europa. Aber soo...

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Arbeite in Hong Kong - in der Tat zahle ich nur 15% Einkommensteuer, die Altersvorsorge ist ein Pensionsfond (d.h. keine Umlage) und die KV übernimmt komplett der Arbeitgeber. ABER dafür kostet meine 100 Quadratmeter-Wohnung auch 5000 EUR Miete im Monat. Wenn viel Geld da ist, steigen die Lebenshaltungskosten - gleicht sich alles aus.

Lounge Gast schrieb:

Ich stimme dem TE in allen Punkten zu. Habe mein komplettes
Studium in den USA gemacht, begriffen, dass Deutschland ein
schlechter Deal fuer Hochqualifizierte / Leistungstraeger
ist, und arbeite nun in einer Steueroase (think Dubai / Hong
Kong / Singapore) bei einer Investment Bank. Wenn ich mein
Gehalt mit FFM vergleiche, dann kommt netto mehr als dort
brutto heraus. Neiddebatten gibt es hier nicht. Klar,
Deutschland bietet mehr soziale Sicherheit, aber davon hat
man als Leistungstraeger wenig von. Mein Ziel ist es, in
jungen Jahren so viel Vermoegen aufzubauen wie moeglich.
Danach kann ich ueberall hinziehen wo ich will.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Du lässt die Produktivität gänzlich außen vor. Wenn man mehr produzieren kann (aufgrund einer Innovation) als die anderen (z.B. Frankreich), dann werden die Lohnstückkosten geringer. Hat aber mit Lohndumping nix zu tun. Ferner sind die Franzosen, Italiener etc. pp. sehr glücklich, wenn sie bei einem deutschen Unternehmen tätigen sein können, das in FR oder IT Werke hat. Denn die hiesigen Unternehmen liegen - aufgrund fehlender Innovation(en) - meilenweit zurück.

Lounge Gast schrieb:

In Deutschland wird man jedenfalls für die erwartete Leistung
definitiv schon mies bezahlt, es ist nicht umsonst
Exportweltmeister und hat in der EU Frankreich und Italien
durch Lohndumping im Maschinen- und Fahrzeugbau völlig
verdrängt. Jedenfalls bei Unternehmen, die nicht nach IG
Metall oder auch IGBCE vergüten, sondern der klassische,
tariflose Mittelstand, wo sich seit ca. 2004 nicht mehr an
jeder Tariabschlusserhöhung orientiert wurde und zum Teil
Gehhälter über 5 Jahre eingefroren worden sind.
Result heute ca. 30 Prozent niedriger fiktiver Stundenlohn
als ein IG Metallangehöriger, deshalb auch das Gestöhne. Kann
sich kein IG Metaller vorstellen, was das bedeutet.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

natürlich hat das was mit der Lohnstruktur was zu tun. Wenn wir unsere Gütter sehr gut exportieren und andere sich um sie reißen, dann liegt es evtl. auch am Preis. Das kann man doch auch einem Kind erklären. Was passiert: Wir verkaufen mehr als wir kaufen. Das ist im Grunde nicht sooo gut. Klar gibt es spezielle High Tech Produkte in Deutschland. Aber vieles haben auch andere Länder. Das heißt es liegt im großen Teil am Preis. Was heißt aber ein niedriger Preis? In der heutigen Welt niedrige Personalkosten.

Ja ich weiß die Analyse ist eher ein Dimensional. Aber ich bin mir zml. sicher, dass dies ein großer Faktor ist. Wie oben beschrieben: Oxford absolvent verdient in D. 55k. Oder Dr. in Mathematik verdienen auch nicht viel mehr. + Reallöhne sinken.

Das heißt wer profitiert von dem Exportüberschüssen. 1. Unternehmen (da sie viel Kohle machen) 2. Politik da Steurn von Unternehmen und natürlich höhere Beschäftigung bei niedrigeren Löhnen.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

(Bin der Vorschreiber) Naja, wenn Du nur EUR 150k verdienst, dann macht es keinen Unterschied. Wenn Du aber genau 15% in HK zahlst, verdienst Du wohl ueber EUR 300k und da kommst Du ganz sicher besser weg als in Deutschland.

Lounge Gast schrieb:

Arbeite in Hong Kong - in der Tat zahle ich nur 15%
Einkommensteuer, die Altersvorsorge ist ein Pensionsfond
(d.h. keine Umlage) und die KV übernimmt komplett der
Arbeitgeber. ABER dafür kostet meine 100 Quadratmeter-Wohnung
auch 5000 EUR Miete im Monat. Wenn viel Geld da ist, steigen
die Lebenshaltungskosten - gleicht sich alles aus.

Lounge Gast schrieb:

Ich stimme dem TE in allen Punkten zu. Habe mein
komplettes
Studium in den USA gemacht, begriffen, dass Deutschland
ein
schlechter Deal fuer Hochqualifizierte / Leistungstraeger
ist, und arbeite nun in einer Steueroase (think Dubai /
Hong
Kong / Singapore) bei einer Investment Bank. Wenn ich mein
Gehalt mit FFM vergleiche, dann kommt netto mehr als dort
brutto heraus. Neiddebatten gibt es hier nicht. Klar,
Deutschland bietet mehr soziale Sicherheit, aber davon hat
man als Leistungstraeger wenig von. Mein Ziel ist es, in
jungen Jahren so viel Vermoegen aufzubauen wie moeglich.
Danach kann ich ueberall hinziehen wo ich will.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Die ewige Leier: Machen wir die Schnellen langsamer oder die Langsamen schneller. Diese "Grabenkämpfe" hab ich schon zigmal geführt - ohne sichtliches Ergebnis auf der anderen Seite.

Lounge Gast schrieb:

natürlich hat das was mit der Lohnstruktur was zu tun. Wenn
wir unsere Gütter sehr gut exportieren und andere sich um sie
reißen, dann liegt es evtl. auch am Preis. Das kann man doch
auch einem Kind erklären. Was passiert: Wir verkaufen mehr
als wir kaufen. Das ist im Grunde nicht sooo gut. Klar gibt
es spezielle High Tech Produkte in Deutschland. Aber vieles
haben auch andere Länder. Das heißt es liegt im großen Teil
am Preis. Was heißt aber ein niedriger Preis? In der heutigen
Welt niedrige Personalkosten.

Ja ich weiß die Analyse ist eher ein Dimensional. Aber ich
bin mir zml. sicher, dass dies ein großer Faktor ist. Wie
oben beschrieben: Oxford absolvent verdient in D. 55k. Oder
Dr. in Mathematik verdienen auch nicht viel mehr. + Reallöhne
sinken.

Das heißt wer profitiert von dem Exportüberschüssen. 1.
Unternehmen (da sie viel Kohle machen) 2. Politik da Steurn
von Unternehmen und natürlich höhere Beschäftigung bei
niedrigeren Löhnen.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

"Das heißt wer profitiert von dem Exportüberschüssen. 1. Unternehmen (da sie viel Kohle machen) 2. Politik da Steuern von Unternehmen und natürlich höhere Beschäftigung bei niedrigeren Löhnen. "

Was nicht weiter schlimm wäre, wenn
a) Mehr Leute den Schritt ins Unternehmersein wagen würden
b) die Leute mehr in Aktien investieren als sichere (Real-)Verluste auf dem Sparbuch hinzunehmen

Solange Unternehmen und Bevölkerung für den deutschen Michel ein Widerspruch ist, haben die deutschen es auch nicht besser verdient.

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Lounge Gast schrieb:

natürlich hat das was mit der Lohnstruktur was zu tun. Wenn
wir unsere Gütter sehr gut exportieren und andere sich um sie
reißen, dann liegt es evtl. auch am Preis. Das kann man doch
auch einem Kind erklären. Was passiert: Wir verkaufen mehr
als wir kaufen. Das ist im Grunde nicht sooo gut. Klar gibt
es spezielle High Tech Produkte in Deutschland. Aber vieles
haben auch andere Länder. Das heißt es liegt im großen Teil
am Preis. Was heißt aber ein niedriger Preis? In der heutigen
Welt niedrige Personalkosten.

Vor allem wenn man bedenkt, dass Deutschland mit die höchsten Energiekosten und Abgaben in der EU hat.

Aber auch in der EU sind die Energiekosten und Kosten für CO2-Zertifikate immens, die Stahlindustrie denkt jetzt selbst Deutschland den Rücken zu kehren und in die USA zu gehen.
Wir schaufeln uns mit dieser bekloppten EU und Deutschland als Vorreiter unseren Industrietod und erdolchen unseren Wohlstand. Ohne Worte.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Jürgenwirddichnichtwürgen schrieb am 25.07.2021:

Und wie ist der Lohn jetzt?

Hat sich nichts verändert bzw. ist teilweise schlechter geworden (inflationsbereinigt).

antworten
WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 26.07.2021:

Jürgenwirddichnichtwürgen schrieb am 25.07.2021:

Und wie ist der Lohn jetzt?

Hat sich nichts verändert bzw. ist teilweise schlechter geworden (inflationsbereinigt).

So ist es in Deutschland, ja. Die Gehälter sind aber in anderen europäischen Ländern zum Teil noch niedriger. Schau dir Frankreich oder gar Spanien an. Da wird einem übel. Auch die Schweiz ist nicht mehr das Paradies, was es noch nie so ganz gewesen ist. Man merkt einfach, dass es der Wirtschaft seit Jahren nicht wirklich gut geht. Die Gehälter der meisten steigen nicht, trotz immer mehr Überwachung und Leistungskontrolle auf dem eigenen Arbeitsplatz. Wenn ich mir überlege, was sich einige antun. 60 Stunden Woche im UB für 60k Einstiegsgehalt, wenn es gut läuft. Das kommt Netto fast nichts bei herum. Sparquote vielleicht 1000 Euro im Monat, wenn du sehr niedrig lebst (WG, wenig Konsum).

Das größte Problem in Deutschland ist einfach, dass du dir als Nicht-Erbe nur sehr langsam und schwer Vermögen aufbauen kannst. Als einfacher Arbeiter ist das sowieso kaum noch möglich. So gesehen haben wir es noch gut. Die Steuern sind zu hoch und die Mieten ebenfalls. Nach Corona können wir wahrscheinlich noch mal mit mehr Steuern rechnen, die dann wieder die bösen Reichen (Zwinkersmiley) zahlen können. Reich übrigens schon ab 50k im Jahr.

Hingegen die Leute, die im Luxus geboren werden, null Leistung erbringen müssen und die Mittelschicht immer weiter geschröpft wird. Wir leben in keiner Leistungs- sondern in einer Erbgesellschaft. Wenn du keine eigene Firma gründest, kommst du niemals auch nur in die Nähe eines Vermögens von jemanden, der in besseren Stadtteilen ein Haus erbt. Das kann's echt nicht sein.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 30.07.2015:

Lounge Gast schrieb:

natürlich hat das was mit der Lohnstruktur was zu tun. Wenn
wir unsere Gütter sehr gut exportieren und andere sich um sie
reißen, dann liegt es evtl. auch am Preis. Das kann man doch
auch einem Kind erklären. Was passiert: Wir verkaufen mehr
als wir kaufen. Das ist im Grunde nicht sooo gut. Klar gibt
es spezielle High Tech Produkte in Deutschland. Aber vieles
haben auch andere Länder. Das heißt es liegt im großen Teil
am Preis. Was heißt aber ein niedriger Preis? In der heutigen
Welt niedrige Personalkosten.

Vor allem wenn man bedenkt, dass Deutschland mit die höchsten Energiekosten und Abgaben in der EU hat.

Aber auch in der EU sind die Energiekosten und Kosten für CO2-Zertifikate immens, die Stahlindustrie denkt jetzt selbst Deutschland den Rücken zu kehren und in die USA zu gehen.
Wir schaufeln uns mit dieser bekloppten EU und Deutschland als Vorreiter unseren Industrietod und erdolchen unseren Wohlstand. Ohne Worte.

Glaubst du, dass da Idioten in Brüssel sitzen?
Es wird gerade daran gearbeitet, dass die gesamte Lieferkette besteuert wird, dh. Auch der Stahl aus den USA wird heftig besteuert wenn er nicht mehr grün hergestellt ist.

Was wir CO2 Preis nennen, nennen andere Länder dann Zölle und Handelshemmnisse. Am Ende geht es darum, unsere Industrie trotz hoher Kosten Wettbewebstauglich zu machen. Fleißig getrieben durch die bereits erfolgreichen Nationen, da geht es nämlich nur darum diesen Zustand zu bewahren. Das ganze wird dazu führen, dass diverse Ostblockländer noch deutlich aufstrebender werden, da deutlich mehr Produktion dorthin verlagert werden wird (aus Asien).
Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Polen etc. Werden davon massiv profitieren - wenn die EU es dann noch hinkriegt dort Politiker zu installieren, die die Korruption massiv verringern werden das super interessante Investmentziele

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 26.07.2021:

Jürgenwirddichnichtwürgen schrieb am 25.07.2021:

Und wie ist der Lohn jetzt?

Hat sich nichts verändert bzw. ist teilweise schlechter geworden (inflationsbereinigt).

So ist es in Deutschland, ja. Die Gehälter sind aber in anderen europäischen Ländern zum Teil noch niedriger. Schau dir Frankreich oder gar Spanien an. Da wird einem übel. Auch die Schweiz ist nicht mehr das Paradies, was es noch nie so ganz gewesen ist. Man merkt einfach, dass es der Wirtschaft seit Jahren nicht wirklich gut geht. Die Gehälter der meisten steigen nicht, trotz immer mehr Überwachung und Leistungskontrolle auf dem eigenen Arbeitsplatz. Wenn ich mir überlege, was sich einige antun. 60 Stunden Woche im UB für 60k Einstiegsgehalt, wenn es gut läuft. Das kommt Netto fast nichts bei herum. Sparquote vielleicht 1000 Euro im Monat, wenn du sehr niedrig lebst (WG, wenig Konsum).

Das größte Problem in Deutschland ist einfach, dass du dir als Nicht-Erbe nur sehr langsam und schwer Vermögen aufbauen kannst. Als einfacher Arbeiter ist das sowieso kaum noch möglich. So gesehen haben wir es noch gut. Die Steuern sind zu hoch und die Mieten ebenfalls. Nach Corona können wir wahrscheinlich noch mal mit mehr Steuern rechnen, die dann wieder die bösen Reichen (Zwinkersmiley) zahlen können. Reich übrigens schon ab 50k im Jahr.

Hingegen die Leute, die im Luxus geboren werden, null Leistung erbringen müssen und die Mittelschicht immer weiter geschröpft wird. Wir leben in keiner Leistungs- sondern in einer Erbgesellschaft. Wenn du keine eigene Firma gründest, kommst du niemals auch nur in die Nähe eines Vermögens von jemanden, der in besseren Stadtteilen ein Haus erbt. Das kann's echt nicht sein.

Dann gründe doch eine Firma. Was denkst du wie die Vererber Geld gemacht haben? Mit einem ETF? Alles, was über ein Haus, vielleicht noch ein Mietobjekt und vielleicht noch 100k Depot hinausgeht, ist auch durch Untetnehmertum entstanden. Auch früher wurde man durch Sparen kein Multi-Millionär.

Und auch heute ist ein Haus plus 100-200k Depot für jeden Akademiker drin. Kann man halt nicht 3x auf die Seychellen und dazu eine fette Leasing-Karre fahren (merke auch, jeder heutige Golf ist größer als der Passat vor 20 Jahren - der Vergleich zum Golf von früher ist heute ein 3 Jahre alter Polo mit Minimal-Motorisierung).

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 26.07.2021:

So ist es in Deutschland, ja. Die Gehälter sind aber in anderen europäischen Ländern zum Teil noch niedriger. Schau dir Frankreich oder gar Spanien an. Da wird einem übel. Auch die Schweiz ist nicht mehr das Paradies, was es noch nie so ganz gewesen ist. (...)

Ich kann das Gejammer von Gen Z nicht mehr hören. Für deine hohen Abgaben bekommst du u. a. folgende Leistungen:

  • Sozialstandards (24-30 Tage Urlaub, Recht auf Teilzeit, Kündigungsschutz, 6 Wochen Lohnfortzahlung bei Krankheit, Elterngeld, Kindergeld, etc.)
  • Sozialversicherungen (gesetzliche Unfallversicherung, GKV, Pflegeversicherung, Kurzarbeitergeld, usw.)
  • Verbraucherrechte
  • Infrastruktur (schon mal in den USA ÖPNV ausprobiert?)
  • Sicherheitsniveau (kennst du die Mordraten in den USA?)
  • Bildung (kennst du die Kosten für ein Studium in den USA?)

Als junger Mensch wirst du viele der o. g. Leistungen noch nicht in Anspruch nehmen, später allerdings schon. Garantiert. Und das kostet eben Geld.

In den USA kannst du innerhalb weniger Monate alles verlieren. Der klassische Absturz dort läuft so:

  1. arbeitsunfähig werden (Krankheit oder Unfall)
  2. Arbeitgeber kündigt dir (Krankenversicherung ist dann auch weg)
  3. Erspartes für die Behandlung einsetzen (eine Krebsbehandlung kostet in den USA schnell über 100.000 USD p. a.)
  4. Erspartes schmilzt nur so dahin: du musst dir eine günstigere Wohnung in einem schlechteren Vierteil suchen oder dein Haus beleihen/verkaufen
  5. Du kannst deine Darlehen für Haus, Auto und Studium nicht mehr bezahlen (Erspartes ist weg) und wirst obdachlos (vom Staat gibts keine Hilfe)
  6. hier enden solche Geschichten dann oft mit Knast oder Tod, ein Happy End ist selten

Zugegeben: das ist ein eher pessimistischer Verlauf. Hunderttausende Obdachlose in den USA und die hohe Kriminalität kommen aber nicht von ungefähr.

Viele vergessen, dass vom hohen Netto in den USA noch viele private Ausgaben zu zahlen sind. Allein die Property Tax (entspricht deutscher Grundsteuer) liegt schnell mal bei 10.000 USD p. a. für ein normales Haus. Auch Versicherungen sind in den USA teuer, da sie quasi nur von Privatunternehmen angeboten werden. Gesunheitskosten gehören zu den höchsten der Welt.

Musst du z. B. in eine schlechtere Gegend ziehen, steigen deine Versicherungsbeiträge deutlich an ("redlining"). Der Weg zum Arbeitsplatz wird auch weiter und damit teurer, weil du quasi einen Autozwang hast (wenig ÖPNV). Der Verlust an Lebenszeit durch Pendeln kommt noch hinzu, usw.

Hier im wiwi-treff denken viele, sie werden von den Dramen des Lebens verschont und haben alles im Griff. Das ist nicht so. Und im Falle einer Lebenskrise sind die USA ein sehr schlechter Ort.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

So ist es in Deutschland, ja. Die Gehälter sind aber in anderen europäischen Ländern zum Teil noch niedriger. Schau dir Frankreich oder gar Spanien an. Da wird einem übel. Auch die Schweiz ist nicht mehr das Paradies, was es noch nie so ganz gewesen ist. Man merkt einfach, dass es der Wirtschaft seit Jahren nicht wirklich gut geht. Die Gehälter der meisten steigen nicht, trotz immer mehr Überwachung und Leistungskontrolle auf dem eigenen Arbeitsplatz. Wenn ich mir überlege, was sich einige antun. 60 Stunden Woche im UB für 60k Einstiegsgehalt, wenn es gut läuft. Das kommt Netto fast nichts bei herum. Sparquote vielleicht 1000 Euro im Monat, wenn du sehr niedrig lebst (WG, wenig Konsum).

Das größte Problem in Deutschland ist einfach, dass du dir als Nicht-Erbe nur sehr langsam und schwer Vermögen aufbauen kannst. Als einfacher Arbeiter ist das sowieso kaum noch möglich. So gesehen haben wir es noch gut. Die Steuern sind zu hoch und die Mieten ebenfalls. Nach Corona können wir wahrscheinlich noch mal mit mehr Steuern rechnen, die dann wieder die bösen Reichen (Zwinkersmiley) zahlen können. Reich übrigens schon ab 50k im Jahr.

Hingegen die Leute, die im Luxus geboren werden, null Leistung erbringen müssen und die Mittelschicht immer weiter geschröpft wird. Wir leben in keiner Leistungs- sondern in einer Erbgesellschaft. Wenn du keine eigene Firma gründest, kommst du niemals auch nur in die Nähe eines Vermögens von jemanden, der in besseren Stadtteilen ein Haus erbt. Das kann's echt nicht sein.

oh heute mal wieder im Kapital von Marx und engels geschmökert oder zu lange das Wahlprogramm der Linken gelesen?

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 26.07.2021:

So ist es in Deutschland, ja. Die Gehälter sind aber in anderen europäischen Ländern zum Teil noch niedriger. Schau dir Frankreich oder gar Spanien an. Da wird einem übel. Auch die Schweiz ist nicht mehr das Paradies, was es noch nie so ganz gewesen ist. Man merkt einfach, dass es der Wirtschaft seit Jahren nicht wirklich gut geht. Die Gehälter der meisten steigen nicht, trotz immer mehr Überwachung und Leistungskontrolle auf dem eigenen Arbeitsplatz. Wenn ich mir überlege, was sich einige antun. 60 Stunden Woche im UB für 60k Einstiegsgehalt, wenn es gut läuft. Das kommt Netto fast nichts bei herum. Sparquote vielleicht 1000 Euro im Monat, wenn du sehr niedrig lebst (WG, wenig Konsum).

Das größte Problem in Deutschland ist einfach, dass du dir als Nicht-Erbe nur sehr langsam und schwer Vermögen aufbauen kannst. Als einfacher Arbeiter ist das sowieso kaum noch möglich. So gesehen haben wir es noch gut. Die Steuern sind zu hoch und die Mieten ebenfalls. Nach Corona können wir wahrscheinlich noch mal mit mehr Steuern rechnen, die dann wieder die bösen Reichen (Zwinkersmiley) zahlen können. Reich übrigens schon ab 50k im Jahr.

Hingegen die Leute, die im Luxus geboren werden, null Leistung erbringen müssen und die Mittelschicht immer weiter geschröpft wird. Wir leben in keiner Leistungs- sondern in einer Erbgesellschaft. Wenn du keine eigene Firma gründest, kommst du niemals auch nur in die Nähe eines Vermögens von jemanden, der in besseren Stadtteilen ein Haus erbt. Das kann's echt nicht sein.

oh heute mal wieder im Kapital von Marx und engels geschmökert oder zu lange das Wahlprogramm der Linken gelesen?

Ich bin weit davon entfernt ein Linker zu sein. Tatsache ist, dass du mit einem Mittelschichts Einkommen niemals zu wirklichen Wohlstand kommts.

Interessanterweise sind es halt immer die verwöhnten Erben, die von Papi oder von der Oma das Häuslein, die sich getriggert fühlen, wenn man ihnen ihre Leistungen abspricht. Ich hatte mal einen Typen in meiner Abiturklasse dessen Vater war im Vorstand einer deutschen Bank. Typischer verwöhnter Bengel, der dachte er ist die größte Nummer der Schule, bis ihm auffiel dass alle hinter seinem Rücken über ihn gelacht haben.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Wieso sollte jemand, der nur zur Mittelschicht gehört, denn zu "Wohlstand" kommen? Wenn es für ein ordentliches Leben mit Auto, Urlaub und Mietwohnung reicht ist es doch gut so?

WiWi Gast schrieb am 26.07.2021:

Ich bin weit davon entfernt ein Linker zu sein. Tatsache ist, dass du mit einem Mittelschichts Einkommen niemals zu wirklichen Wohlstand kommts.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 26.07.2021:

WiWi Gast schrieb am 26.07.2021:

So ist es in Deutschland, ja. Die Gehälter sind aber in anderen europäischen Ländern zum Teil noch niedriger. Schau dir Frankreich oder gar Spanien an. Da wird einem übel. Auch die Schweiz ist nicht mehr das Paradies, was es noch nie so ganz gewesen ist. (...)

Ich kann das Gejammer von Gen Z nicht mehr hören. Für deine hohen Abgaben bekommst du u. a. folgende Leistungen:

  • Sozialstandards (24-30 Tage Urlaub, Recht auf Teilzeit, Kündigungsschutz, 6 Wochen Lohnfortzahlung bei Krankheit, Elterngeld, Kindergeld, etc.)
  • Sozialversicherungen (gesetzliche Unfallversicherung, GKV, Pflegeversicherung, Kurzarbeitergeld, usw.)
  • Verbraucherrechte
  • Infrastruktur (schon mal in den USA ÖPNV ausprobiert?)
  • Sicherheitsniveau (kennst du die Mordraten in den USA?)
  • Bildung (kennst du die Kosten für ein Studium in den USA?)

Als junger Mensch wirst du viele der o. g. Leistungen noch nicht in Anspruch nehmen, später allerdings schon. Garantiert. Und das kostet eben Geld.

In den USA kannst du innerhalb weniger Monate alles verlieren. Der klassische Absturz dort läuft so:

  1. arbeitsunfähig werden (Krankheit oder Unfall)
  2. Arbeitgeber kündigt dir (Krankenversicherung ist dann auch weg)
  3. Erspartes für die Behandlung einsetzen (eine Krebsbehandlung kostet in den USA schnell über 100.000 USD p. a.)
  4. Erspartes schmilzt nur so dahin: du musst dir eine günstigere Wohnung in einem schlechteren Vierteil suchen oder dein Haus beleihen/verkaufen
  5. Du kannst deine Darlehen für Haus, Auto und Studium nicht mehr bezahlen (Erspartes ist weg) und wirst obdachlos (vom Staat gibts keine Hilfe)
  6. hier enden solche Geschichten dann oft mit Knast oder Tod, ein Happy End ist selten

Zugegeben: das ist ein eher pessimistischer Verlauf. Hunderttausende Obdachlose in den USA und die hohe Kriminalität kommen aber nicht von ungefähr.

Viele vergessen, dass vom hohen Netto in den USA noch viele private Ausgaben zu zahlen sind. Allein die Property Tax (entspricht deutscher Grundsteuer) liegt schnell mal bei 10.000 USD p. a. für ein normales Haus. Auch Versicherungen sind in den USA teuer, da sie quasi nur von Privatunternehmen angeboten werden. Gesunheitskosten gehören zu den höchsten der Welt.

Musst du z. B. in eine schlechtere Gegend ziehen, steigen deine Versicherungsbeiträge deutlich an ("redlining"). Der Weg zum Arbeitsplatz wird auch weiter und damit teurer, weil du quasi einen Autozwang hast (wenig ÖPNV). Der Verlust an Lebenszeit durch Pendeln kommt noch hinzu, usw.

Hier im wiwi-treff denken viele, sie werden von den Dramen des Lebens verschont und haben alles im Griff. Das ist nicht so. Und im Falle einer Lebenskrise sind die USA ein sehr schlechter Ort.

Man muss Deutschland ja auch nicht mit einem Land vergleichen, was quasi gar kein Sozialsystem hat. Es liegen viele Länder zwischen diesen extremen in denen du zwar hohe Löhne hast aber trotzdem ein gewisses Basis Sozialsystem, wie in der Schweiz. Ich sage bewusst ‚Basis‘ da natürlich Aspekte wie die ewig lange Elternzeit oder 30 Urlaubstage in der Schweiz nicht normal sind. Aber im Zweifel kannst du nicht alles haben: Hohe Löhne und ein rundumsorglos Paket ...

Und was den ÖV angeht in den USA angeht: Amis fahren im Schnitt gerne Auto und kennen es nicht anders also stört der teils fehlende ÖV weniger.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 26.07.2021:

WiWi Gast schrieb am 26.07.2021:

So ist es in Deutschland, ja. Die Gehälter sind aber in anderen europäischen Ländern zum Teil noch niedriger. Schau dir Frankreich oder gar Spanien an. Da wird einem übel. Auch die Schweiz ist nicht mehr das Paradies, was es noch nie so ganz gewesen ist. Man merkt einfach, dass es der Wirtschaft seit Jahren nicht wirklich gut geht. Die Gehälter der meisten steigen nicht, trotz immer mehr Überwachung und Leistungskontrolle auf dem eigenen Arbeitsplatz. Wenn ich mir überlege, was sich einige antun. 60 Stunden Woche im UB für 60k Einstiegsgehalt, wenn es gut läuft. Das kommt Netto fast nichts bei herum. Sparquote vielleicht 1000 Euro im Monat, wenn du sehr niedrig lebst (WG, wenig Konsum).

Das größte Problem in Deutschland ist einfach, dass du dir als Nicht-Erbe nur sehr langsam und schwer Vermögen aufbauen kannst. Als einfacher Arbeiter ist das sowieso kaum noch möglich. So gesehen haben wir es noch gut. Die Steuern sind zu hoch und die Mieten ebenfalls. Nach Corona können wir wahrscheinlich noch mal mit mehr Steuern rechnen, die dann wieder die bösen Reichen (Zwinkersmiley) zahlen können. Reich übrigens schon ab 50k im Jahr.

Hingegen die Leute, die im Luxus geboren werden, null Leistung erbringen müssen und die Mittelschicht immer weiter geschröpft wird. Wir leben in keiner Leistungs- sondern in einer Erbgesellschaft. Wenn du keine eigene Firma gründest, kommst du niemals auch nur in die Nähe eines Vermögens von jemanden, der in besseren Stadtteilen ein Haus erbt. Das kann's echt nicht sein.

oh heute mal wieder im Kapital von Marx und engels geschmökert oder zu lange das Wahlprogramm der Linken gelesen?

Ich bin weit davon entfernt ein Linker zu sein. Tatsache ist, dass du mit einem Mittelschichts Einkommen niemals zu wirklichen Wohlstand kommts.

Interessanterweise sind es halt immer die verwöhnten Erben, die von Papi oder von der Oma das Häuslein, die sich getriggert fühlen, wenn man ihnen ihre Leistungen abspricht. Ich hatte mal einen Typen in meiner Abiturklasse dessen Vater war im Vorstand einer deutschen Bank. Typischer verwöhnter Bengel, der dachte er ist die größte Nummer der Schule, bis ihm auffiel dass alle hinter seinem Rücken über ihn gelacht haben.

Ich würde mich deine obigen Aussagen hier überhaupt nicht rechtfertigen. Die meisten sind doch eh nicht ausreichend informiert und argumentieren mit Gefühlen. Am Ende gibt es eben zwei Perspektiven: Man bekommt kein Erbe und findet das System ungerecht. Oder man bekommt ein Erbe und findet die hohe Besteuerung ungerecht.

Man muss dann eben für sich selbst entscheiden, ob man lieber auf einem Haufen Geld sitzt, aber ab 22 Uhr das Gebäude nicht mehr verlassen kann, oder ob man lieber etwas Erbe verteilt und der Ghettorisierung entgegen wirkt. Kann man ja in unseren Nachbarländern (Skandinavien vs. Frankreich/Italien) gut beobachten wo man teilweise die Innenstädte meiden darf.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 26.07.2021:

WiWi Gast schrieb am 26.07.2021:

So ist es in Deutschland, ja. Die Gehälter sind aber in anderen europäischen Ländern zum Teil noch niedriger. Schau dir Frankreich oder gar Spanien an. Da wird einem übel. Auch die Schweiz ist nicht mehr das Paradies, was es noch nie so ganz gewesen ist. (...)

Ich kann das Gejammer von Gen Z nicht mehr hören. Für deine hohen Abgaben bekommst du u. a. folgende Leistungen:

  • Sozialstandards (24-30 Tage Urlaub, Recht auf Teilzeit, Kündigungsschutz, 6 Wochen Lohnfortzahlung bei Krankheit, Elterngeld, Kindergeld, etc.)
  • Sozialversicherungen (gesetzliche Unfallversicherung, GKV, Pflegeversicherung, Kurzarbeitergeld, usw.)
  • Verbraucherrechte
  • Infrastruktur (schon mal in den USA ÖPNV ausprobiert?)
  • Sicherheitsniveau (kennst du die Mordraten in den USA?)
  • Bildung (kennst du die Kosten für ein Studium in den USA?)

Als junger Mensch wirst du viele der o. g. Leistungen noch nicht in Anspruch nehmen, später allerdings schon. Garantiert. Und das kostet eben Geld.

In den USA kannst du innerhalb weniger Monate alles verlieren. Der klassische Absturz dort läuft so:

  1. arbeitsunfähig werden (Krankheit oder Unfall)
  2. Arbeitgeber kündigt dir (Krankenversicherung ist dann auch weg)
  3. Erspartes für die Behandlung einsetzen (eine Krebsbehandlung kostet in den USA schnell über 100.000 USD p. a.)
  4. Erspartes schmilzt nur so dahin: du musst dir eine günstigere Wohnung in einem schlechteren Vierteil suchen oder dein Haus beleihen/verkaufen
  5. Du kannst deine Darlehen für Haus, Auto und Studium nicht mehr bezahlen (Erspartes ist weg) und wirst obdachlos (vom Staat gibts keine Hilfe)
  6. hier enden solche Geschichten dann oft mit Knast oder Tod, ein Happy End ist selten

Zugegeben: das ist ein eher pessimistischer Verlauf. Hunderttausende Obdachlose in den USA und die hohe Kriminalität kommen aber nicht von ungefähr.

Viele vergessen, dass vom hohen Netto in den USA noch viele private Ausgaben zu zahlen sind. Allein die Property Tax (entspricht deutscher Grundsteuer) liegt schnell mal bei 10.000 USD p. a. für ein normales Haus. Auch Versicherungen sind in den USA teuer, da sie quasi nur von Privatunternehmen angeboten werden. Gesunheitskosten gehören zu den höchsten der Welt.

Musst du z. B. in eine schlechtere Gegend ziehen, steigen deine Versicherungsbeiträge deutlich an ("redlining"). Der Weg zum Arbeitsplatz wird auch weiter und damit teurer, weil du quasi einen Autozwang hast (wenig ÖPNV). Der Verlust an Lebenszeit durch Pendeln kommt noch hinzu, usw.

Hier im wiwi-treff denken viele, sie werden von den Dramen des Lebens verschont und haben alles im Griff. Das ist nicht so. Und im Falle einer Lebenskrise sind die USA ein sehr schlechter Ort.

Was soll der schwachsinnige Vergleich mit den USA?
Der Poster oben spricht von Europa, dort hast du überall ein Sozialsystem.
Man kann halt nicht überall 12 Monate zuhause bleiben während die Kollegen dein Gehalt finanzieren müssen für deine Entscheidungen.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 27.07.2021:

Ich würde mich deine obigen Aussagen hier überhaupt nicht rechtfertigen. Die meisten sind doch eh nicht ausreichend informiert und argumentieren mit Gefühlen. Am Ende gibt es eben zwei Perspektiven: Man bekommt kein Erbe und findet das System ungerecht. Oder man bekommt ein Erbe und findet die hohe Besteuerung ungerecht.

Man muss dann eben für sich selbst entscheiden, ob man lieber auf einem Haufen Geld sitzt, aber ab 22 Uhr das Gebäude nicht mehr verlassen kann, oder ob man lieber etwas Erbe verteilt und der Ghettorisierung entgegen wirkt. Kann man ja in unseren Nachbarländern (Skandinavien vs. Frankreich/Italien) gut beobachten wo man teilweise die Innenstädte meiden darf.

Grundsätzlich gönne ich es den Leuten, auch wenn ich nichts erbe. Ich würde 500k auch nicht ausschlagen. Trotzdem ist es keine Glaubensfrage, dass es natürlich ungerecht ist, weil niemand etwas dafür kann in welche Familie er geboren wurde. Und zweitens ist es ein Witz, dass Einkommen versteuer wird und Vermögensaufbau so erschwert wird und gleichzeitig Erben quasi steuerlos vorbei kommen. Vor allem leben wir ja in Deutschland und in keiner russischen Oligarchie. Konserative rühren das nicht an, aber schwingen weiter die Reden von einer Leistungsgesellschaft in der man mit Arbeit alles erreichen kann. Ja schön wärs. Die Grenzen beginnen bei den meisten Arbeitnehmern sehr sehr schnell. Unternehmertum ist schön und gut aber die Erben der 3 Generation haben mit diesem unternehmerischen Abenteuer nichts mehr zu tun. Soziale Durchlässigkeit ist einfach eines der größten Probleme in Deutschland. Gibt genügend Studien dazu.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Ich glaube jüngere Personen sind anscheinend extrem durch soziale Medion geblendet und haben eine absolut verschobene Wahrnehmung zum Thema Wohlstand.

Ein Dach über dem Kopf, ausreichend Essen, weitestgehend kostenlose Bildung, Sozialsystem, Urlaub, Reisen, Konsumgüter (Klamotten, Smartphone, Essen gehen).
DAS ist Wohlstand.

Was ihr meint ist Luxus. Haus, Porsche und finanzielle Freiheit ist eben nicht die Norm und kann auch nicht jeder schaffen.
Wo kommt diese Unzufriedenheit her? Sind alle so vom Standard gesättigt, dass sich irgendwelchen abstrusen Sehnsuchtsvorstellungen ausbreiten?

Gibt es auch noch Leute die zufrieden sind und kein fingerpointing auf Politik und Wirtschaft setzen?

Klar gibt's überall Missstände. Aber jetzt Mal ehrlich Leute. Euch geht's verdammt gut, wenn euer größtes Problem ist "nur 1000 Euro Sparquote" zu haben.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 27.07.2021:

So ist es in Deutschland, ja. Die Gehälter sind aber in anderen europäischen Ländern zum Teil noch niedriger. Schau dir Frankreich oder gar Spanien an. Da wird einem übel. Auch die Schweiz ist nicht mehr das Paradies, was es noch nie so ganz gewesen ist. Man merkt einfach, dass es der Wirtschaft seit Jahren nicht wirklich gut geht. Die Gehälter der meisten steigen nicht, trotz immer mehr Überwachung und Leistungskontrolle auf dem eigenen Arbeitsplatz. Wenn ich mir überlege, was sich einige antun. 60 Stunden Woche im UB für 60k Einstiegsgehalt, wenn es gut läuft. Das kommt Netto fast nichts bei herum. Sparquote vielleicht 1000 Euro im Monat, wenn du sehr niedrig lebst (WG, wenig Konsum).

Das größte Problem in Deutschland ist einfach, dass du dir als Nicht-Erbe nur sehr langsam und schwer Vermögen aufbauen kannst. Als einfacher Arbeiter ist das sowieso kaum noch möglich. So gesehen haben wir es noch gut. Die Steuern sind zu hoch und die Mieten ebenfalls. Nach Corona können wir wahrscheinlich noch mal mit mehr Steuern rechnen, die dann wieder die bösen Reichen (Zwinkersmiley) zahlen können. Reich übrigens schon ab 50k im Jahr.

Hingegen die Leute, die im Luxus geboren werden, null Leistung erbringen müssen und die Mittelschicht immer weiter geschröpft wird. Wir leben in keiner Leistungs- sondern in einer Erbgesellschaft. Wenn du keine eigene Firma gründest, kommst du niemals auch nur in die Nähe eines Vermögens von jemanden, der in besseren Stadtteilen ein Haus erbt. Das kann's echt nicht sein.

oh heute mal wieder im Kapital von Marx und engels geschmökert oder zu lange das Wahlprogramm der Linken gelesen?

Ich bin weit davon entfernt ein Linker zu sein. Tatsache ist, dass du mit einem Mittelschichts Einkommen niemals zu wirklichen Wohlstand kommts.

Interessanterweise sind es halt immer die verwöhnten Erben, die von Papi oder von der Oma das Häuslein, die sich getriggert fühlen, wenn man ihnen ihre Leistungen abspricht. Ich hatte mal einen Typen in meiner Abiturklasse dessen Vater war im Vorstand einer deutschen Bank. Typischer verwöhnter Bengel, der dachte er ist die größte Nummer der Schule, bis ihm auffiel dass alle hinter seinem Rücken über ihn gelacht haben.

Ich würde mich deine obigen Aussagen hier überhaupt nicht rechtfertigen. Die meisten sind doch eh nicht ausreichend informiert und argumentieren mit Gefühlen. Am Ende gibt es eben zwei Perspektiven: Man bekommt kein Erbe und findet das System ungerecht. Oder man bekommt ein Erbe und findet die hohe Besteuerung ungerecht.

Man muss dann eben für sich selbst entscheiden, ob man lieber auf einem Haufen Geld sitzt, aber ab 22 Uhr das Gebäude nicht mehr verlassen kann, oder ob man lieber etwas Erbe verteilt und der Ghettorisierung entgegen wirkt. Kann man ja in unseren Nachbarländern (Skandinavien vs. Frankreich/Italien) gut beobachten wo man teilweise die Innenstädte meiden darf.

Nur kurz zum letzten Absatz:
Das Problem, dass man die Innenstädte nachts nicht aufsuchen sollte ist hausgemacht, denn man sollte seine Augen nicht vor den Fakten verschließen und dabei nicht verschweigen, dass die Verursacher i.d.R. Migranten sind.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Das BESTE von den Beiden. Beschwert sich über unseren Sozialismus und studiert hier kostenlos, um dann in die Staaten auszuwandern..

WiWi Gast schrieb am 21.07.2015:

Bin ist nach dem Studium das selbe aufgefallen und ich bin mittlerweile in die Staaten ausgewandert. Habe quasi das beste aus beiden Welten. Ohne Schulden aus Deutschland raus. Und lebe jetzt in Texas. Habe ein riesen Haus mit noch größerem Garten inkl. Pool. Sowohl ich als auch meine Frau haben jeder einen Neuwagen (wer kann sich schon in Deutschland einen Neuwagen leisten) und unsere drei Kinder gehen auf sehr gute Schulen. Wir legen sowohl für uns als auch für die Uni der Kinder einen guten Batzen Geld auf Seite. Schulden haben wir keine und sind erst Anfang 30. Meine Frau hat lange gar nicht gearbeitet und jetzt 2 mal in der Woche einen halben Tag und bei uns passt es finanziell sehr gut. Ich bin übrigens Programmieren im Bereich Hadoop. Klar 30 Tage Urlaub hab ich nicht und 40h/Woche auch nicht aber dafür kann ich meine Freizeit einfach mehr geniesen

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 27.07.2021:

Ich glaube jüngere Personen sind anscheinend extrem durch soziale Medion geblendet und haben eine absolut verschobene Wahrnehmung zum Thema Wohlstand.

Ein Dach über dem Kopf, ausreichend Essen, weitestgehend kostenlose Bildung, Sozialsystem, Urlaub, Reisen, Konsumgüter (Klamotten, Smartphone, Essen gehen).
DAS ist Wohlstand.

Was ihr meint ist Luxus. Haus, Porsche und finanzielle Freiheit ist eben nicht die Norm und kann auch nicht jeder schaffen.
Wo kommt diese Unzufriedenheit her? Sind alle so vom Standard gesättigt, dass sich irgendwelchen abstrusen Sehnsuchtsvorstellungen ausbreiten?

Gibt es auch noch Leute die zufrieden sind und kein fingerpointing auf Politik und Wirtschaft setzen?

Klar gibt's überall Missstände. Aber jetzt Mal ehrlich Leute. Euch geht's verdammt gut, wenn euer größtes Problem ist "nur 1000 Euro Sparquote" zu haben.

Danke, dass du uns die Welt erklärst. Wie viel erbst du?

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 27.07.2021:

WiWi Gast schrieb am 27.07.2021:

So ist es in Deutschland, ja. Die Gehälter sind aber in anderen europäischen Ländern zum Teil noch niedriger. Schau dir Frankreich oder gar Spanien an. Da wird einem übel. Auch die Schweiz ist nicht mehr das Paradies, was es noch nie so ganz gewesen ist. Man merkt einfach, dass es der Wirtschaft seit Jahren nicht wirklich gut geht. Die Gehälter der meisten steigen nicht, trotz immer mehr Überwachung und Leistungskontrolle auf dem eigenen Arbeitsplatz. Wenn ich mir überlege, was sich einige antun. 60 Stunden Woche im UB für 60k Einstiegsgehalt, wenn es gut läuft. Das kommt Netto fast nichts bei herum. Sparquote vielleicht 1000 Euro im Monat, wenn du sehr niedrig lebst (WG, wenig Konsum).

Das größte Problem in Deutschland ist einfach, dass du dir als Nicht-Erbe nur sehr langsam und schwer Vermögen aufbauen kannst. Als einfacher Arbeiter ist das sowieso kaum noch möglich. So gesehen haben wir es noch gut. Die Steuern sind zu hoch und die Mieten ebenfalls. Nach Corona können wir wahrscheinlich noch mal mit mehr Steuern rechnen, die dann wieder die bösen Reichen (Zwinkersmiley) zahlen können. Reich übrigens schon ab 50k im Jahr.

Hingegen die Leute, die im Luxus geboren werden, null Leistung erbringen müssen und die Mittelschicht immer weiter geschröpft wird. Wir leben in keiner Leistungs- sondern in einer Erbgesellschaft. Wenn du keine eigene Firma gründest, kommst du niemals auch nur in die Nähe eines Vermögens von jemanden, der in besseren Stadtteilen ein Haus erbt. Das kann's echt nicht sein.

oh heute mal wieder im Kapital von Marx und engels geschmökert oder zu lange das Wahlprogramm der Linken gelesen?

Ich bin weit davon entfernt ein Linker zu sein. Tatsache ist, dass du mit einem Mittelschichts Einkommen niemals zu wirklichen Wohlstand kommts.

Interessanterweise sind es halt immer die verwöhnten Erben, die von Papi oder von der Oma das Häuslein, die sich getriggert fühlen, wenn man ihnen ihre Leistungen abspricht. Ich hatte mal einen Typen in meiner Abiturklasse dessen Vater war im Vorstand einer deutschen Bank. Typischer verwöhnter Bengel, der dachte er ist die größte Nummer der Schule, bis ihm auffiel dass alle hinter seinem Rücken über ihn gelacht haben.

Ich würde mich deine obigen Aussagen hier überhaupt nicht rechtfertigen. Die meisten sind doch eh nicht ausreichend informiert und argumentieren mit Gefühlen. Am Ende gibt es eben zwei Perspektiven: Man bekommt kein Erbe und findet das System ungerecht. Oder man bekommt ein Erbe und findet die hohe Besteuerung ungerecht.

Man muss dann eben für sich selbst entscheiden, ob man lieber auf einem Haufen Geld sitzt, aber ab 22 Uhr das Gebäude nicht mehr verlassen kann, oder ob man lieber etwas Erbe verteilt und der Ghettorisierung entgegen wirkt. Kann man ja in unseren Nachbarländern (Skandinavien vs. Frankreich/Italien) gut beobachten wo man teilweise die Innenstädte meiden darf.

Nur kurz zum letzten Absatz:
Das Problem, dass man die Innenstädte nachts nicht aufsuchen sollte ist hausgemacht, denn man sollte seine Augen nicht vor den Fakten verschließen und dabei nicht verschweigen, dass die Verursacher i.d.R. Migranten sind.

Richtig zudem was soll ich Abends in der Innenstadt Geschäfte sind um 20 Uhr zu und spätestens um 22 Uhr werden gefühlt die Bürgersteige hochgeklappt. Wenn ich danach was zu Essen will kann ich mit Glück noch den nächsten MCD am Autobahn Rasthof ansteuern.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 27.07.2021:

[...]
Was ihr meint ist Luxus. Haus, Porsche und finanzielle Freiheit ist eben nicht die Norm und kann auch nicht jeder schaffen.
Wo kommt diese Unzufriedenheit her? Sind alle so vom Standard gesättigt, dass sich irgendwelchen abstrusen Sehnsuchtsvorstellungen ausbreiten?

Gibt es auch noch Leute die zufrieden sind und kein fingerpointing auf Politik und Wirtschaft setzen?

Ich glaube einen großen Teil dieser Unzufriedenheit gibt es durch aus Sicht der einzelnen nicht erfüllte Aufstiegsversprechen. Da kommen zwei Faktoren zusammen: Einmal hat sich das Wachstum des allgemeinen Wohlsstands verlangsamt. Daneben ist es zu einer Inflation von Bildungsabschlüssen gekommen.

Wenn man auf die Nachkriegszeit bis zur Generation X schaut, ging es Mittelfristig immer Berg auf. Leute konnten sich immer mehr leisten. Und Kinder die eine bessere Ausbildung als ihre Eltern hatten, haben nochmal einen deutlichen Sprung bei Wohlstand/Lebensmodell/etc. gemacht. Diese Erfahrungen und Einstellungen wurde dann an die eigenen Kinder (Millenials und Z) weitergegeben. Also die Grunderwartung "dir wird es mal besser gehen als uns" und dazu "wenn du eine bessere Bildung hast als wir wirst du auch sozial aufsteigen und deine Lebensverhältnisse werden deutlich besser sein als unsere".

Viele der jetzt jungen Akademiker hatten also die Erwartung, dass es ihnen mindestens so gut gehen wird wie ihren Eltern, eher besser, wenn sie bereits aus einer Akademikerfamilie kommen. Und dass es ihnen signifikant besser gehen wird als ihren Eltern, wenn sie aus einer Arbeitfamilie kommen.

Die obengenannte Entwicklung hat aber dazu geführt, dass viele Akademiker aus Akademikerfamilien höchstens das Niveau ihrer Eltern halten konnten, oder meistens sogar abgerutscht sind. Bei Akademikern aus Arbeitfamilien gab es keinen oder kaum einen Aufstieg. Der Facharbeiter, Industriekaufmann, etc. von früher ist halt der Akademiker von heute.

Das führt dann zu viel Frustration bei denen, deren Aufstiegserwartung sich nicht erfüllt hat. Rückblickend verwundert es nicht, denn wenn die Hälfte oder mehr eines Jahrgangs studieren kann der Akademiker nicht mehr die gesellschaftliche Stellung haben, die er noch hatte als 10 - 15 % eines Jahrgangs studierten.

Die sozialen Medien die einem das dann noch regelmäßig vorhalten verschlimmern das Problem dann noch, sind aber glaube ich nicht die eigentliche Ursache.

Dazu kommt dann noch, dass Vermögen gegenüber Einkommen einen immer wichtigere Stellung bekommen, da der nivellierende Effekt des Kriegs immer weiter weiter weg rückt und sich die Vermögen auseinander entwickeln.

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wasmachichhier

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 24.07.2015:

Ja, Deutschland ist blöd um Geld zu verdienen, habe in Oxford studiert und verdiene hier 55k, in England würde ich jetzt 100k und mehr in einem Hedge Fonds verdienen die nur Oxbridge Absolventen einstellen. In Deutschland wirst du auf eine Stufe mit den deutschen NoName Unis gesetzt.

Aber warum bin ich hier: hier ist es sicher und unter Deutschen fühlt sich der Deutsche nun mal am wohlsten weil er auf Augenhöhe mit anderen reden kann, aber es stimmt schon den größten Teil deines Gehalts musst du an den Staat und die Sozialversicherungsträger abgeben. Dafür gibt es hier überall essen und du musst nicht hungern.

Muss man in der Schweiz auch nicht. Da sehe.es für einen High Performer wie Ohnen im Bankenaektor auch besser aus.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

Häh, ich verstehe deine Aussage nicht.
Ich weiß nicht wann du das letzte Mal in der deutschen Innenstadt warst aber die sind gerade an Sommernächten alle rappe voll mit jungen Leuten. Genau so sieht es übrigens in Stockholm aus, dort habe ich mal Erasmus Jahr gemacht.

Innenstädte die du meiden solltest hast du eher in den USA.

WiWi Gast schrieb am 27.07.2021:

WiWi Gast schrieb am 27.07.2021:

So ist es in Deutschland, ja. Die Gehälter sind aber in anderen europäischen Ländern zum Teil noch niedriger. Schau dir Frankreich oder gar Spanien an. Da wird einem übel. Auch die Schweiz ist nicht mehr das Paradies, was es noch nie so ganz gewesen ist. Man merkt einfach, dass es der Wirtschaft seit Jahren nicht wirklich gut geht. Die Gehälter der meisten steigen nicht, trotz immer mehr Überwachung und Leistungskontrolle auf dem eigenen Arbeitsplatz. Wenn ich mir überlege, was sich einige antun. 60 Stunden Woche im UB für 60k Einstiegsgehalt, wenn es gut läuft. Das kommt Netto fast nichts bei herum. Sparquote vielleicht 1000 Euro im Monat, wenn du sehr niedrig lebst (WG, wenig Konsum).

Das größte Problem in Deutschland ist einfach, dass du dir als Nicht-Erbe nur sehr langsam und schwer Vermögen aufbauen kannst. Als einfacher Arbeiter ist das sowieso kaum noch möglich. So gesehen haben wir es noch gut. Die Steuern sind zu hoch und die Mieten ebenfalls. Nach Corona können wir wahrscheinlich noch mal mit mehr Steuern rechnen, die dann wieder die bösen Reichen (Zwinkersmiley) zahlen können. Reich übrigens schon ab 50k im Jahr.

Hingegen die Leute, die im Luxus geboren werden, null Leistung erbringen müssen und die Mittelschicht immer weiter geschröpft wird. Wir leben in keiner Leistungs- sondern in einer Erbgesellschaft. Wenn du keine eigene Firma gründest, kommst du niemals auch nur in die Nähe eines Vermögens von jemanden, der in besseren Stadtteilen ein Haus erbt. Das kann's echt nicht sein.

oh heute mal wieder im Kapital von Marx und engels geschmökert oder zu lange das Wahlprogramm der Linken gelesen?

Ich bin weit davon entfernt ein Linker zu sein. Tatsache ist, dass du mit einem Mittelschichts Einkommen niemals zu wirklichen Wohlstand kommts.

Interessanterweise sind es halt immer die verwöhnten Erben, die von Papi oder von der Oma das Häuslein, die sich getriggert fühlen, wenn man ihnen ihre Leistungen abspricht. Ich hatte mal einen Typen in meiner Abiturklasse dessen Vater war im Vorstand einer deutschen Bank. Typischer verwöhnter Bengel, der dachte er ist die größte Nummer der Schule, bis ihm auffiel dass alle hinter seinem Rücken über ihn gelacht haben.

Ich würde mich deine obigen Aussagen hier überhaupt nicht rechtfertigen. Die meisten sind doch eh nicht ausreichend informiert und argumentieren mit Gefühlen. Am Ende gibt es eben zwei Perspektiven: Man bekommt kein Erbe und findet das System ungerecht. Oder man bekommt ein Erbe und findet die hohe Besteuerung ungerecht.

Man muss dann eben für sich selbst entscheiden, ob man lieber auf einem Haufen Geld sitzt, aber ab 22 Uhr das Gebäude nicht mehr verlassen kann, oder ob man lieber etwas Erbe verteilt und der Ghettorisierung entgegen wirkt. Kann man ja in unseren Nachbarländern (Skandinavien vs. Frankreich/Italien) gut beobachten wo man teilweise die Innenstädte meiden darf.

Nur kurz zum letzten Absatz:
Das Problem, dass man die Innenstädte nachts nicht aufsuchen sollte ist hausgemacht, denn man sollte seine Augen nicht vor den Fakten verschließen und dabei nicht verschweigen, dass die Verursacher i.d.R. Migranten sind.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 27.07.2021:

Ich glaube jüngere Personen sind anscheinend extrem durch soziale Medion geblendet und haben eine absolut verschobene Wahrnehmung zum Thema Wohlstand.

Ein Dach über dem Kopf, ausreichend Essen, weitestgehend kostenlose Bildung, Sozialsystem, Urlaub, Reisen, Konsumgüter (Klamotten, Smartphone, Essen gehen).
DAS ist Wohlstand.

Was ihr meint ist Luxus. Haus, Porsche und finanzielle Freiheit ist eben nicht die Norm und kann auch nicht jeder schaffen.
Wo kommt diese Unzufriedenheit her? Sind alle so vom Standard gesättigt, dass sich irgendwelchen abstrusen Sehnsuchtsvorstellungen ausbreiten?

Gibt es auch noch Leute die zufrieden sind und kein fingerpointing auf Politik und Wirtschaft setzen?

Klar gibt's überall Missstände. Aber jetzt Mal ehrlich Leute. Euch geht's verdammt gut, wenn euer größtes Problem ist "nur 1000 Euro Sparquote" zu haben.

+1, besser hätte es man mMn nicht sagen können. Bin selber erst 23 und finde es erschreckend, wie viele in meinem oder ähnlichen Alter tun als würde es Ihnen schlecht gehen, nur weil sie gerade nicht allzu viel Geld verdienen oder parat haben. Leider ist gefühlt ganz Deutschland viel zu abgehoben geworden und denken, dass was sie haben wäre ja Standard. Viele sollten mal nach Afrika/Sri lanka/Thailand etc. gehen und sehen, wie gut sie es in Deutschland haben. Just my 2 cents.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 27.07.2021:

Häh, ich verstehe deine Aussage nicht.
Ich weiß nicht wann du das letzte Mal in der deutschen Innenstadt warst aber die sind gerade an Sommernächten alle rappe voll mit jungen Leuten. Genau so sieht es übrigens in Stockholm aus, dort habe ich mal Erasmus Jahr gemacht.

Innenstädte die du meiden solltest hast du eher in den USA.

Natürlich nicht die normale Touristen/Kneipen Straßenzüge...
Aber in München Neuperlach, Hasenbergl oder Augsburg-Oberhausen oder Herrenbach geht man Nachts eben ungern vor die Tür.
Gewohnt hab ich noch in Zürich Schlieren, da ist es auch nicht ganz so lustig (+150% oder sowas Raubüberfälle in 2020)

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 27.07.2021:

[...]
Was ihr meint ist Luxus. Haus, Porsche und finanzielle Freiheit ist eben nicht die Norm und kann auch nicht jeder schaffen.
Wo kommt diese Unzufriedenheit her? Sind alle so vom Standard gesättigt, dass sich irgendwelchen abstrusen Sehnsuchtsvorstellungen ausbreiten?

Gibt es auch noch Leute die zufrieden sind und kein fingerpointing auf Politik und Wirtschaft setzen?

Ich glaube einen großen Teil dieser Unzufriedenheit gibt es durch aus Sicht der einzelnen nicht erfüllte Aufstiegsversprechen. Da kommen zwei Faktoren zusammen: Einmal hat sich das Wachstum des allgemeinen Wohlsstands verlangsamt. Daneben ist es zu einer Inflation von Bildungsabschlüssen gekommen.

Wenn man auf die Nachkriegszeit bis zur Generation X schaut, ging es Mittelfristig immer Berg auf. Leute konnten sich immer mehr leisten. Und Kinder die eine bessere Ausbildung als ihre Eltern hatten, haben nochmal einen deutlichen Sprung bei Wohlstand/Lebensmodell/etc. gemacht. Diese Erfahrungen und Einstellungen wurde dann an die eigenen Kinder (Millenials und Z) weitergegeben. Also die Grunderwartung "dir wird es mal besser gehen als uns" und dazu "wenn du eine bessere Bildung hast als wir wirst du auch sozial aufsteigen und deine Lebensverhältnisse werden deutlich besser sein als unsere".

Viele der jetzt jungen Akademiker hatten also die Erwartung, dass es ihnen mindestens so gut gehen wird wie ihren Eltern, eher besser, wenn sie bereits aus einer Akademikerfamilie kommen. Und dass es ihnen signifikant besser gehen wird als ihren Eltern, wenn sie aus einer Arbeitfamilie kommen.

Die obengenannte Entwicklung hat aber dazu geführt, dass viele Akademiker aus Akademikerfamilien höchstens das Niveau ihrer Eltern halten konnten, oder meistens sogar abgerutscht sind. Bei Akademikern aus Arbeitfamilien gab es keinen oder kaum einen Aufstieg. Der Facharbeiter, Industriekaufmann, etc. von früher ist halt der Akademiker von heute.

Das führt dann zu viel Frustration bei denen, deren Aufstiegserwartung sich nicht erfüllt hat. Rückblickend verwundert es nicht, denn wenn die Hälfte oder mehr eines Jahrgangs studieren kann der Akademiker nicht mehr die gesellschaftliche Stellung haben, die er noch hatte als 10 - 15 % eines Jahrgangs studierten.

Die sozialen Medien die einem das dann noch regelmäßig vorhalten verschlimmern das Problem dann noch, sind aber glaube ich nicht die eigentliche Ursache.

Dazu kommt dann noch, dass Vermögen gegenüber Einkommen einen immer wichtigere Stellung bekommen, da der nivellierende Effekt des Kriegs immer weiter weiter weg rückt und sich die Vermögen auseinander entwickeln.

Ich sehe das bei mir. Meine Großeltern waren ungelernte Arbeiter. Sie hatten in den 50ern nicht viel, haben sich aber in den Jahrzehnten danach immer weiter gesteigert. Es kam ein Auto, Urlaube etc. Mein Vater war dann Facharbeiter. Das hat mit mitte 20 für eine eigene DHH im Vorort einer Großstadt gereicht. Mit 30 wurde dazu Mercedes gefahren (Jahreswagen) plus ein VW als Zweitwagen für meine Mutter und ein Motorrad. Urlaube gab es mehrere im Jahr. Ein bis zwei Wochen Wintersport und ansonsten viel an die Nordsee aber auch mal Frankreich oder Spanien.

Ich bin jetzt der erste Akademiker in der Familie und habe damit gerechnet noch mal ein bisschen aufzusteigen. Jetzt nicht auf einmal im Luxus zu leben, aber ich hätte gedacht mir im Vergleich zu meinen Eltern dann ein EFH statt DHH leisten zu können, auch Mercedes zu fahren. Vielleicht noch ein Spaßauto oder Motorrad dazu. Ähnlich viel Urlaub.

So sieht die Realität aber leider nicht aus. Obwohl wir zwei Akademiker sind könnten wir uns mit 1,5 Gehältern das Haus meiner Eltern vielleicht so gerade, mit vielen Einschränkungen bei anderen Dingen, leisten. Von einem EFH in vergleichbarer Lage muss man nicht mal träumen. Fahren tun wir VW statt Mercedes. Und Wintersport ist auch nicht mehr drin. Zwei andere Urlaube im Jahr gibt es aber schon.

Uns geht es also bei weitem nicht schlecht, aber eben auch nicht so gut wie wir auf Grund unserer Ausbildung gedacht hätten. Gleichzeitig liest und hört man gerade von den linkeren Parteien, dass wir Besserverdiener sind, die noch mehr Steuern zahlen sollen.

Das führt dann zu einer gewissen Frustration. Wie beschrieben ist es aus heutiger Sicht nachvollziehbar, dass ein Studium bei so einer hohen Zahl von Uniabsolventen keine Aufstiegsgarantie mehr ist. Trotzdem ist es manchmal schwer die Realität zu akzeptieren wenn du in dem Glauben aufgewachsen bist, dass es dir einmal besser gehen wird als deinen Eltern. Und daher kommt dann diese Frustration. Auch wenn es einem neutral betrachtet noch gut geht.

Bei den sozialen Medien sehe ich da gar keinen so großen Einfluss. Zumindest in meiner Blase schlagen sich fast alle mit den gleichen Problemen und Enttäuschungen rum.

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WiWi Gast

Re: Deutschland ein Niedriglohnland?

WiWi Gast schrieb am 27.07.2021:

[...]
Nur kurz zum letzten Absatz:
Das Problem, dass man die Innenstädte nachts nicht aufsuchen sollte ist hausgemacht, denn man sollte seine Augen nicht vor den Fakten verschließen und dabei nicht verschweigen, dass die Verursacher i.d.R. Migranten sind.

Hab mehrere Jahre in DT San Francisco gelebt, die Aussage kann ich nicht bestätigen! Tatsächlich kam ich 2-3x mit einem Obdachlosen ins Gespräch, dass waren alles durch & durch "richtige" Amerikaner

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