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Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

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WiWi Gast

Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Hallo,

meine Frage richtet sich speziell an die, die bereits Familie haben. Ich für meinen Teil plane die Familiengründung gerade.

Zu den Rahmenbedingungen. Meine Frau und ich wollen nächstes Jahr ein Haus kaufen/ bauen und haben bis dahin gut 110.000 ? gespart.
Sobald die Elternzeit beendet wäre, würde meine Frau in Teilzeit arbeiten. Wir hätten dann insgesamt ein monatliches Nettoeinkommen von 5.200 einschließlich Kindergeld. Zusätzlich habe ich einen Dienstwagen so dass wir nur ein Auto privat unterhalten müssen.

Die monatlichen Kosten, die auf uns zukommen würden, habe ich wie folgt kalkuliert:

  • Monatliche Rate für unser Haus (so wie wir es planen): 1.650 ?
  • Nebenkosten Haus (Grundsteuer, Telefon, Gas, Wasser, Strom, Schornsteinfeger, Müllabfuhr, Hausrat und Gebäudeversicherung, Straßenreinigung und eine Rücklage für Renovierungen) 500 ?
  • Gartenpflege: 100 ? (es wäre ein eher großer Garten)
  • Urlaub: 200 ?
  • Altersvorsorge: 200 ?
  • Auto (einschließlich aller Kosten, Wertverlust, Wartung, Kraftstoff, Versicherung etc.) 400 ?
  • Lebenshaltung für 4 Personen (Lebensmittel, Kleidung und Unternehmungen) 2.000 ?
  • es verbleibt ein Puffer von 150 ? im Monat sowie eine Steuerrückzahlung die bei etwa 1.500 ? jährlich liegen dürfte und auch eher als Puffer dienen soll.

Zusätzlich muss ich anmerken, dass die Kinderbetreuung durch Großeltern sichergestellt ist, irgendwann ein Erbe von insgesamt ca. 250.000 ? anstehen dürfte (was aber hoffentlich noch sehr weit weg ist und was ich nicht verplanen möchte, da es eher als zusätzliche Alterssicherung dienen soll). Größere Gehaltssteigerungen sind ebenfalls nicht abzusehen und sollen daher nicht berücksichtigt werden.

Jetzt meine eigentliche Frage: Ist das Konzept so stimmig und vor allem die Hausrate nicht zu hoch angesetzt?
Insbesondere bei den Lebenshaltungskosten bin ich unschlüssig. Für Kleidung, Lebensmittel und Unternehmungen geben wir bisher selten mehr als 500 ? im Monat pro Person aus. Im Schnitt kostet ein Kind pro Monat ebenfalls 500 ? wobei hier auch schon Mehrkosten für Wohnraum und Energie mit eingerechnet sind. Diese habe ich ja gesondert aufgestellt, so dass es eigentlich eher großzügig gerechnet sein sollte.

Wie sehen das erfahrene Eltern und Häuslebauer?

Vielen Dank für euer Feedback

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Schau Dir mal das Verhältnis Ausgaben vs. "Puffer" an und schreib dann nochmal.

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Eine wichtige Frage die sich immer stellt bei einer Finanzierung: Könntet ihr die Rate + Lebenserhaltung auch nur mit einem Einkommen finanzieren (z.B. du wirst arbeitslos und deine Frau hat nur noch ein Einkommen - evtl geht sie dann wieder voll)? Ansonsten die Rate eher kleiner wählen und Sondertilgung vereinbahren.

Bei uns fällt für ein kleines Kind pro Monat ca. 200-300? an. Inkludiert ist Essen, Kleidung und Möbel. Die Mehrmiete die wir durch das Kind haben wäre ja in eurer Hausrate enthalten.
Und wir haben 600? Krippe zusätzlich.

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Ein paar Erfahrungswerte von mir...

Zu den Lebenshaltungskosten
Wir (vh, mit 2 Kids) geben im Monat rund 3.000 EUR aus. Wir leben nicht sonderlich sparsam, hauen aber auch nicht auf den Putz. Mit 2.000 käme ich -schätze ich mal- aus, wir müssten uns aber einschränken.

Zum Auto
Geht uns genauso. Ein Firmenwagen plus ein privater. Kosten ungefähr so wie bei Dir.

Zum Haus
Dir ist klar, dass Du fast die Hälfte Deines Einkommens fürs Wohnen raushaust? Da ist Tilgung dabei, gut, aber trotzdem wäre mir das zuviel. Ich schätze mal, dass Du mit 550k (davon 20% EK) fürs Haus rechnest. Wir haben vor gut 10 Jahren gebaut. Baukosten in Summe waren knapp 450k, davon laufen allerdings knapp 100k auf eine Einliegerwohnung, die wiederum schöne Mieteinnahmen bringt.

Die Kosten fürs Wohnen haben bei uns so nie mehr als ca. 20% des Netto Einkommens betragen. Tilgung nicht mitgerechnet.

Wir haben viel mit Eigenleistung/"Nachbarschaftshilfe" ;-) gemacht und nach dem Einzug sukzessive das Haus fertiggestellt, so wie halt Geld da war. Ich habe drauf geachtet, so schnell wie möglich von den Schulden runterzukommen, seit letztem Jahr sind wir schuldenfrei. Das ist eine extrem entspannende Situation...

Long story short: Mehr Eigenkapital und geringere Baukosten und ein höherer Puffer wären meine Empfehlung. 150 EUR im Monat sind gar nix. Eine kaputte Waschmaschine oder eine ausgefallene Heizung bringen Dich da schon in Schwierigkeiten. Und glaub mir: An einem Haus ist immer was.

Zu den Kids
Wir haben zwei davon. Die Lebenshaltungskosten gehen natürlich nach oben. Wobei es beim zweiten schon gewisse "economies of scale" gab. Um es mal wiwi-mäßig auszudrücken. Theoretisch kommt ein neu gekaufter 911er erheblich günstiger als Kinder. Praktisch sind Kinder halt ein "must-have" ;-)

Also zusammengefasst: Erst heiraten, dann kosteneffizient bauen, dann möglichst viel abzahlen, dann Kinder, dann noch mehr abzahlen und mit Anfang 40 schuldenfrei sein. So hab ichs gemacht; und ich würde es im Nahhinein betrachtet genauso wieder tun!

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Mit Steuerrückzahlung liegt der Puffer bei gut 200 ? monatlich und in der Aufstellung sind eigentlich sämtliche Kosten bis ins Detail berücksichtigt.
Wenn es hart auf hart käme dringend Geld benötigt würde, würde ich auch bei Urlaub, Garten und Unternehmungen Abstriche machen. Auch die 200 ? Altersvorsorge werden so investiert, dass man notfalls schnell darauf zugreifen kann. Zusätzliche liegen zwei Monatsgehälter immer auf einem Tagesgeldkonto. Ein Notgroschen ist also immer vorhanden, so dass eine kaputte Waschmaschine nicht dazu führt, dass der Dispo genutzt werden müsste.

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Bateman

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

5200 netto bei 1,5 Gehältern ist ganz nett. Die Hausrate ist dafür realistisch angesetzt. Wir haben in quasi der gleichen Situation die Tilgung um 150 geringer angesetzt, die dafür auf ein Sparkonto als Sondertilgung wandern. Die Zinsmehrkosten sind überschaubar, die Flexibilität beruhigt - und unsere Finanzierung ist im Zweifel mit einem gehalt machbar.

Die Hausnebenkosten haben wir genauso (bei ca. mit 350 Kosten + 150 Renovierungsrücklage). Insgesamt hat man seine Ausgaben als Häuslebauer eher im Blick, so dass man sein Budget bei den persönlichen Ausgaben normalerweise nicht ausreizt. Wenn die Zeit noch reicht, kontrolliert 1-2 Monate detailliert eure Ausgaben - was geht wohin. Danach ist man ne Menge schlauer..

Im Zweifel habt ihr verschiedene Puffer: Beide VZ arbeiten, da die Kinderbetreuung geklärt ist, Ausgaben etwas herunterfahren, Renovierungsrücklage auflösen. Steuerrückzahlung würde ich nie einrechnen, das ist ein nettes Extra, aber keine Berechnungsgrundlage.

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

First World Problem De Luxe ***

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Warum habt ihr alle Kinder wenn ihr diese in die Krippe steckt?

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

  • Urlaub: 200 ? Von wieviel Kindern sprechen wir hier? Das wären 2400 im Jahr mit zwei Kindern ist da nicht mehr als 1-2 pauschal Urlaub im nahen Ausland drinn. Nach Übersee fahrt ihr dann die nächsten 20 Jahre nicht mehr

  • Altersvorsorge: 200 ? bei 5200 Netto würde ich als Altersvorsorge eher etwas zwischen 520 und 800 pro Monat sehen wenn man den Lebensstandard halten will

  • Auto (einschließlich aller Kosten, Wertverlust, Wartung, Kraftstoff, Versicherung etc.) 400 ? 400 im Monat dürfte selbst bei einem Golf etc. allein Wartung, Kraftstoff und Versicherung ausmachen wenn Kinder ständig rumgefahren müssen eher noch mehr da würde ich auch eher mit 600 700 rechnen
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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Der Puffer ist zu dünn, die monatliche Rate der Hausfinzierung zu hoch. Vorteil an der Rate ist, dass Du damit in relativ kurzer Zeit durch ist und die Bank nicht allzusehr mästest.

Die monatlichen Nebenkosten für das Haus sind plausibel und entsprechen realen Erfahrungen.

Für den Garten würde ich Hartz IV-Bezieher oder rüstige Rentner engagieren, da sind 100 EUR/Monat sehr gut kalkuliert. Wenn Du eine Gartenaufirma beauftragst, reicht das Geld nicht aus.

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Ich habe Familie (Frau und eine Tochter), allerdings kein Wohneigentum. Beim Thema Haus und Kosten bin ich daher raus.

Kommentieren möchte ich aber folgende Punkte:

  • Urlaub 200 EUR pro Monat: wird anfangs für einen 14-tägigen Sommerurlaub mit 4 Personen reichen, wenn ausserhalb der Ferienzeit. Zum Vergleich: gerade 12 Tage Griechenland gebucht. All inclusive. 2 Vollzahler + Kind 50%: 1900 EUR inkl Flug (Ferien-Saison).

  • Altersvorsorge: je nach Modell ok.

  • Auto: ist das Auto schon vorhanden? Oder muss dies erst angeschafft bzw. in den nächsten Jahren ersetzt werden?

  • Lebenshaltungskosten: hoch angesetzt. Die "Startkosten" bei einem Kind sind allerdings auch nicht zu verachten: Kinderwagen, Kindersitze fürs Auto etc. Die Kosten für Kindergärten sind bei dem Haushaltsnetto auch nicht zu verachten und schwanken stark je nach Region. Zwischen ca. 150 bis zu 400 EUR pro Monat.

  • Puffer: auf den ersten Blick nicht groß. Gerade die jährliche Steuerrückzahlung würde ich nicht einkalkulieren. Generell halte ich aber Kinder + Haus bei dem verfügbaren Netto für mehr als machbar.

Kann nur einen Tipp geben: baut erst das Haus und plant dann die Kinder (soweit sowas planbar ist). Hausbau, schwangere Frau und Job schlaucht als Dreierpack wirklich (habe 2 Beispiele in der Bekanntschaft).

Ansonsten viel Glück bei der Umsetzung.

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Erstmal vielen Dank für euer Feedback, das hilft mir enorm weiter.

Was den Urlaub betrifft, so wollen wir, solange die Kinder noch mitfahren eher an Nord- und Ostsee Urlaub machen. Fernreisen haben wir ne Menge hinter uns und wollen wir erst wieder angehen, wenn die Kinder auch mal für zwei Wochen bei den Großeltern bleiben können.

Was die Altersvorsorge betrifft, scheinen 200 ? im Monat zunächst wenig, allerdings soll das Haus noch deutlich vor Rentenbeginn bezahlt sein und das besagte Erbe steht auch noch an. Dazu kommt, dass meine Frau nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, sondern einem berufsständischen Versorgungswerk ist, was eine höhere Rente bedeutet.

Ein Auto (fast neuer Golf) ist vorhanden. In meiner Familie war es immer üblich, Autos recht lange zu fahren. Reparaturen und Wartung macht ein befreundeter KFZ-Meister. Auf eine Nutzungsdauer von acht bis neun Jahren gerechnet ist der monatliche Wertverlust überschaubar. Außerdem ist der Arbeitsweg meiner Frau gering, so dass zwei Tankfüllungen im Monat dicke reichen. Meine Rechnung daher: 120 ? Benzin, 50 ? Versicherung und Steuern, 50 Wartung und Verschleiß. Verbleiben 180 ? für den Wertverlust. Wenn ich acht Jahre lang jeden Monat 180 Euro zurücklege habe ich am Ende 17.300 ? gespart plus den Restwert des Autos. Für nen Standardgolf als Jahreswagen reicht das allemal.

Die Gartenarbeit erfolgt in Eigenregie als Hobby, sodass sich die Kosten ausschließlich auf Werkzeuge, Pflanzen, Dünger etc. beziehen.

Ja, wir wollen auf jeden Fall erst bauen und dann Kinder bekommen. Das ist ein super Tipp, denn ich habe es auch im Bekanntenkreis erlebt: Der Freund hat eine Handwerkerfirma, weiß also eigentlich, worauf er sich einlässt und hat lange Arbeitstage. Er hat sich ein richtig altes Haus gekauft, was fast zwei Jahre lang Dauerbaustelle war, weil er alles selber gemacht hat. Dort hinein wurde dann das erste Kind geboren. Diese Belastung (50-60 Stunden Woche, jedes Wochenende am Haus arbeiten plus Kleinkind) hat ihn in zwei Jahren wirklich enorm altern lassen.

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Der Puffer mit nur 150 EUR ist definitiv viel zu gering. Vor allem fallen nach einem Umzug laufend ungeplante Kosten an. Sei es für Wohnungseinrichtung, erste Reparaturen etc. Dies gilt insbesondere, wenn Kinder dazu kommen sollen.

Ich würde einen monatlichen Puffer von mindestens 600 bis 1.000 EUR empfehlen.

Um diesen zu realisieren, rate ich zu einer günstigeren Immobilie. Oder ihr verzichtet auf den Kinderwunsch, dann sieht die Sache auch gleich besser aus. V.a. wäre dann das Einkommen höher, da keine Teilzeit nötig ist.

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Sorry aber was hat das Thema in diesem Strang verloren? Langsam wirds unübersichtlich.

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Also zusammengefasst: Erst heiraten, dann kosteneffizient
bauen, dann möglichst viel abzahlen, dann Kinder, dann noch
mehr abzahlen und mit Anfang 40 schuldenfrei sein. So hab
ichs gemacht; und ich würde es im Nahhinein betrachtet
genauso wieder tun!

Ähm in deiner Reihenfolge fehlt noch die Jobsuche. Kommt das noch?

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checker

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Ich finde die Rechnung ganz gut. Aber hier ein paar Anmerkungen:

Interessant wäre noch wie viel Puffer schon in den einzelnen Positionen steckt, also wie großzügig das gerechnet ist. Wenn es knapp wäre, was ich bei 500 EUR pro Person nicht glaube, dann wären die 150 EUR Puffer nämlich zu knapp.

Wir geben mit für diese Position etwa das gleiche aus. Dabei ist die Trägheit recht hoch, da man im "Notfall" eben den Jeanskauf und den neuen Rasenmäherkauf mal ein halbes Jahr verschieben kann.

Auto ist aber immer ein großes Risiko. Da kann man innerhalb von ein paar Monaten locker mal 2.000 EUR für "kleinere" Reparaturen versenken.

Als Faustformel solltet hier schon so 3 Monatsgehälter (also ca. 15.000 EUR) Liquidität immer zu verfügung haben. Lieber zu lasten der Haus-Anzahlung. Wenn da mal was schief geht (Treppe kaputt und Tischler pleite) lösen sich ein paar Tausender schneller in Rauch auf als man sich das vorstellen kann.

Ansonsten ist sagt man ja so, dass in Drittel das Gehaltes fürs Wohnen draufgehen kann. Das wären bei euch ca. 1,7k. Mit den geplanten 2,1k seit ihr da ordentlich drüber. Das sind gut 40%. Das ist zuviel. Entweder ihr müsst weniger ausgeben. Oder die Rate strecken (weniger Tilgung).

Weiterhin sollte man etwa 25% anzahlen von Haus. Bei euren 100k sollte das also nicht mehr als etwa 400k kosten.

Zur Kinderbetreuung solltet ihr aber in der Lage sein auszuhalten, wenn die Großeltern das doch nicht so können oder wollen. Dann ist man im Kindergarten mit 300-400 EUR pro Monat und Kind schnell dabei!

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Ja, job kommt jetzt vielleicht auch irgendwann. Im Ernst: Ohne einigermassen gesichertes Einkommen funktioniert das Ganze natürlich nicht.

Das ist auch, was ich mit der Reihenfolge meine. Wenn Du zusammenziehst und beide arbeiten voll und Du legst konsequent möglichst viel zurück, dann ist das die perfekte Basis für das Immobilien- und Familien-Abenteuer.

Ich klinge schon, wie meine eigene Oma, aber es ist echt so, dass jeder Euro den Du in jungen Jahren sinnvoll sparst, Dir ein paar Jahre später mehrfach zur Verfügung steht.

Ich sehe das in unserem Bekanntenkreis (alle wie ich Ende 30). Da gibt es einige, die früher die Kohle rausgehauen haben und jetzt, weil die Zeit drägt alles auf einmal machen: Haus, Kids etc. Nestbau halt. Und das geht dann nur mit Stress und Gürtel enger schnallen.

Lounge Gast schrieb:

Also zusammengefasst: Erst heiraten, dann kosteneffizient
bauen, dann möglichst viel abzahlen, dann Kinder, dann
noch
mehr abzahlen und mit Anfang 40 schuldenfrei sein. So hab
ichs gemacht; und ich würde es im Nahhinein betrachtet
genauso wieder tun!

Ähm in deiner Reihenfolge fehlt noch die Jobsuche. Kommt das
noch?

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Die 500 ? sind eigentlich großzügig kalkuliert. Mit diesem Betrag kommen wir pro Person eigentlich immer hin. Drunter liegen wir regelmäßig, drüber nur ganz selten (der Dezember z.B. ist ja ein eher teurer Monat). Die Kosten, die ein Kind im Schnitt verursacht, sind von mir mangels Erfahrung nur schwer einzuschätzen, aber ich denke, wenn die Erstausstattung erstmal da ist, sind 500 ? pro Kind auch sehr großzügig, auch wenn ich es heftig finde, was z.B. Kinderschuhe kosten und wie schnell schon wieder neue gekauft werden müssen.
Insgesamt leben wir auch eher sparsam und achten immer darauf, nicht unnötig Geld auszugeben.

Allerdings gehe ich auch davon aus, dass bei Kindern mit fortschreitendem Alter auch die Kosten steigen (Taschengeld, Vereinsmitgliedschaft, Urlaub mit Jugendgruppe, evtl. Nachhilfelehrer....)

Generell sehe ich den festen Prozentsatz, der fürs Wohnen draufgehen darf aber eher kritisch. Wenn ich beispielsweise plötzlich 1000 Euro netto mehr hätte, würde ich das meiste davon in Sondertilgungen des Hauses stecken. Damit würde der Anteil für den Posten "Wohnen" prozentual höher. Aber ich bräuchte weder mehr Lebensmittel noch würde mein Auto mehr verbrauchen, sprich: ich würde mit diesem Mehr an Geld nicht alle meine Ausgaben gleichmäßig erhöhen sondern viele Dinge so laufen lassen, wie sie laufen.

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Die Planung erst Haus dann Kinder klingt gut aber wie geht das als Akademiker Paar?

Wenn das Paar gleichalt ist, muss man ja spätestens mit 30 Jahren anfangen zu bauen, falls man vor 35 zwei Kinder haben will. Da hat man aber erst ca. 3 Jahre gearbeitet und bei durchschnittlichem Gehalt zusammen wenn es hoch kommt 60.000 netto gespart, eher weniger. Bei 30% EK kann man da für maximal 200.000 was bauen, wenn man bauen will bevor die Kinder da sind, oder übersehe ich da was?

Unser Plan war erst Kinder und mieten, EK sparen und dann bauen wenn sie in der Schule sind und Platz brauchen, also Ende 30 Anfang 40.

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Finde die Daten an der Grenze des machbaren - also ich hätte schon Bauchschmerzen. Wenn da im Paket noch eine vermietete Einliegerwohnung drin stecken würde - okay. So lebt man schon eher für die Bude.

Wie sieht der Zinssatz, Tilgung aus? Wie lange festgeschrieben? Wenn man schon eher am oberen Ende finanziert, dann bricht einem vielleicht eine 10 oder 15 Jahresfinanzierung irgendwann das Genick.

Einen weiteren Punkt noch als "food for thought" (wenn wir schon im wiwi-forum sind :-))

Eine solche Finanzierung über Jahrzehnte ist eine mentale Belastung. Ich habe es oft im Bekanntenkreis erlebt, dass diese sich nach einiger Zeit "unfrei" gefühlt haben. Die Leichtigkeit ist ein wenig abhanden gekommen. Stress im Job, alles kotzt dich an? Theoretisch hat man mit einer kleineren Finanzierung oder ohne Finanzierung eher die Möglichkeit zu sagen "okay - tschüssi ich geh dann mal". Klar wird man das nicht mal eben so machen, wenn man mietet oder das Haus abgezahlt ist, aber oftmals reicht ja schon der Gedanke "man könnte".
Genau so kannst du in Zukunft nicht mehr einfach denken. Das ist vielleicht nicht immer der Grund für Stress, aber es verstärkt irgendwo den Stresslevel. Vielleicht auch eine Typfrage...

Summa summarum: Ich finde es hart an der Grenze, kenne aber den ganzen Deal nicht im Detail.

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Klingt auch wieder unrealistisch wie soll man denn signifikant sparen, wenn man Miete bezahlt und dann noch von einem Durchschnittseinkommen ausgeht?

Lounge Gast schrieb:

Die Planung erst Haus dann Kinder klingt gut aber wie geht
das als Akademiker Paar?

Wenn das Paar gleichalt ist, muss man ja spätestens mit 30
Jahren anfangen zu bauen, falls man vor 35 zwei Kinder haben
will. Da hat man aber erst ca. 3 Jahre gearbeitet und bei
durchschnittlichem Gehalt zusammen wenn es hoch kommt 60.000
netto gespart, eher weniger. Bei 30% EK kann man da für
maximal 200.000 was bauen, wenn man bauen will bevor die
Kinder da sind, oder übersehe ich da was?

Unser Plan war erst Kinder und mieten, EK sparen und dann
bauen wenn sie in der Schule sind und Platz brauchen, also
Ende 30 Anfang 40.

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Bei 1000 Leuten hast du sicher 1000 unterschiedliche Wege... Bei uns war es so: meine Frau (Ausbildung, kein Studium) arbeitet mit eigentlich einem ganz guten einkommen (tvöd, jetzt s13) seit sie 21 ist. Ich hab nach dem Diplom mit 25 angefangen zu arbeiten. Die ersten Jahre haben wir echt jämmerlich gelebt und auf das Haus hingearbeitet. Gebaut habe ich mit 30, unser erstes Kind kam 2 Jahre später, das zweite nochmal 3 jahre später.

Faktisch habe ich 7 Jahre bis zum ersten Kind gearbeitet, meine Frau 8 Jahre. Das mit dem Gehaltswegfall war dann gar nicht mehr so tragisch: Die Hypotheken waren bereits geringer, Elterngeld gabs auch.

Lounge Gast schrieb:

Die Planung erst Haus dann Kinder klingt gut aber wie geht
das als Akademiker Paar?

Wenn das Paar gleichalt ist, muss man ja spätestens mit 30
Jahren anfangen zu bauen, falls man vor 35 zwei Kinder haben
will. Da hat man aber erst ca. 3 Jahre gearbeitet und bei
durchschnittlichem Gehalt zusammen wenn es hoch kommt 60.000
netto gespart, eher weniger. Bei 30% EK kann man da für
maximal 200.000 was bauen, wenn man bauen will bevor die
Kinder da sind, oder übersehe ich da was?

Unser Plan war erst Kinder und mieten, EK sparen und dann
bauen wenn sie in der Schule sind und Platz brauchen, also
Ende 30 Anfang 40.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Lounge Gast schrieb:

Die Planung erst Haus dann Kinder klingt gut aber wie geht
das als Akademiker Paar?

Die Frage ist eher, ob das Sinn macht. Weiß man vor dem ersten Kind abschließend, wieviele man möchte. Weiß man generell, welche Ansprüche man an ein Haus für eine Familie stellt, wenn man noch nicht die Erfahrung eigener Kinder hat?

Meine Meinung:
Erstmal 8-10 Jahre arbeiten und sparen. Bei einem durchnittlichen Einkommen von 80-100k zu zweit sollte man in der Zeit locker an die 200k beiseite legen können. Dann Kinder und Sparrate gezwungenermaßen etwas runterfahren, mit um die 40 wenn die Kinder zumindest in den Kindergarten gehen Haus bauen. Bis dahin kann man leicht 300k zusammen haben, wenn man etwas sinnvoll angelegt hat und dann ist der Hausbau auch kein Problem mehr. Kinder haben in den ersten Jahren sowieso keinen Vorteil von einem Haus, das kommt erst später.

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know-it-all

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Wenn das der Plan ist, dann macht das so und lass dir hier nichts einreden.
Es ist auch besser, wenn man irgendwann merkt, dass es - aus welchen Gründen auch immer - mit dem Kindernkriegen gar nicht klappt. Soll ja ab und an vorkommen. Dann hat man vielleicht ein riesiges Haus und braucht die ganze Wohnfläche gar nicht.

Bei einer Stadtmietwohnung spart man vielleicht noch ein Auto ein und wenn man mit wenig EK baut, dann zahlt man auch recht viel Zinsen - da ist es letztlich egal ob man Zinsen oder Miete zahlt.

Finanziell könnte und sollte es auch so klappen, dass man als Mieter in ca 10 Jahren ausreichend EK anspart und dann baut.

Ich habe im Bekannten- und Kollegenkreis auch einige Fälle, die erst in den End-30er/Anfang 40er ein Haus gekauft/gebaut haben.

Lounge Gast schrieb:

Unser Plan war erst Kinder und mieten, EK sparen und dann
bauen wenn sie in der Schule sind und Platz brauchen, also
Ende 30 Anfang 40.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Ich bin überrascht: ist es nicht besser, erst mit 40 zu bauen?

  • Mehr EK!
  • Berufliche klarere Perspektive, evtl. weniger Stress, mehr Freiheiten
  • langfristiger Wohnort für beide Partner klarer!
  • Kinder ggf. geboren, Anzahl klar
  • Wohnbedarf klar, Platz und Garten nützt Kindern erst ab ca. >5 J
  • Schwangerschaft und Hausbau nicht gleichzeitig!
  • Erbe ggf. näher, mehr Sondertilgung möglich
  • Jüngeres, ungebundeneres Leben mit 30, evtl. in Großstadt

Oder übersehe ich einen Vorteil, das schon mit 30 zu machen?!

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Die Finanzierung klingt erstmal nicht unsolide aber nicht Krisenfest. Meine Eltern hatten eine ähnliche Konstellation aus Einkommen sowie Ausgaben. Wie ein Schreiberling vor mir schon schrieb hatten sie auch die eine oder andere unruhige Nacht in der Abzahlphase sowas kostet Lebensqualität und sollte unbedingt beachtet werden. Seit ihr wirklich diszipliniert, würde ich nur 1000 Euro Ansetzen denn Puffer auf 700 Hochsetzen und am Ende des Jahres 60-80 Prozent sondertilgen den Rest für unvorhersehbares sparen. Mit Häuser ist es wie mit Betrieben, sehr viele scheitern an der Liquidität.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Wir haben ein Kind und ein Haushaltsnetto von 5100 inkl Kindergeld:

Rate: 1100 Euro
Nebenkosten: 400 Euro
Essen 400 Euro
Sparen: 300 Euro
Hausrücklage 400 Euro
Versicherung: 120 Euro
Auto: 300 Euro (wir fahren wenig)
Sonstiges: 1000 Euro (Jobtiket, Kleidung, Freizeit,etc.)
Reserve: 1000 Euro Wird meist gespart
Pro Jahr Sondertilgung von 9000 Euro in der Regel über meinen Bonus

Am Ende haben wir ca. 20000 Euro am Jahres Ende übrig ohne Urlaubs, Weihnachtsgeld und ohne die jahresonderzahlung meiner Frau.

Wir leben normal sind aber beide eher sparsam Schränken uns aber auch nicht ein.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Lounge Gast schrieb:

Ich bin überrascht: ist es nicht besser, erst mit 40 zu bauen?

  • Mehr EK!
  • Berufliche klarere Perspektive, evtl. weniger Stress, mehr
    Freiheiten
  • langfristiger Wohnort für beide Partner klarer!
  • Kinder ggf. geboren, Anzahl klar
  • Wohnbedarf klar, Platz und Garten nützt Kindern erst ab ca.

    5 J

  • Schwangerschaft und Hausbau nicht gleichzeitig!
  • Erbe ggf. näher, mehr Sondertilgung möglich
  • Jüngeres, ungebundeneres Leben mit 30, evtl. in Großstadt

Oder übersehe ich einen Vorteil, das schon mit 30 zu machen?!

Wenn man sich über vieles nicht 100% sicher ist (Anzahl Kinder, Wohnort, alles erlebt, was man zu unabhängigen Zeiten erleben wollte), dann hat es natürlich nur Vorteile, erst mit 40+ zu bauen. Ehrlich gesagt kenne ich auch niemanden, der es vorher gemacht hat. Einzig ein Kollege von mir will jetzt mit 30 bauen, der hat aber auch Grundstück auf dem elterlichen Hof, durch die Familie genug EK und ist einige Jahre verheiratet, diese Voraussetzungen haben 99% in dem Alter nicht.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Sehr gute Punkte. Allerdings könnte hier Peer-pressure vorliegen: Die Freunde bauen gerade alle...

Lounge Gast schrieb:

Ich bin überrascht: ist es nicht besser, erst mit 40 zu bauen?

  • Mehr EK!
  • Berufliche klarere Perspektive, evtl. weniger Stress, mehr
    Freiheiten
  • langfristiger Wohnort für beide Partner klarer!
  • Kinder ggf. geboren, Anzahl klar
  • Wohnbedarf klar, Platz und Garten nützt Kindern erst ab ca.

    5 J

  • Schwangerschaft und Hausbau nicht gleichzeitig!
  • Erbe ggf. näher, mehr Sondertilgung möglich
  • Jüngeres, ungebundeneres Leben mit 30, evtl. in Großstadt

Oder übersehe ich einen Vorteil, das schon mit 30 zu machen?!

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Schlußendlich ist es eine Frage der persönlichen Präferenzen. Ich habe im Studium in einer Großstadt gewohnt und fand das ok, aber dauerhaft nicht so dolle.

Konsequenterweise habe ich geschaut, möglichst schnell in einer eigenen Immobilie mit viel Platz zu wohnen. Und das hat sich zwischen Ende 20 und Ende 30 zumindest bei mir nicht geändert.

Lounge Gast schrieb:

Ich bin überrascht: ist es nicht besser, erst mit 40 zu bauen?

  • Mehr EK!

=> Da hast Du nicht unrecht. Voraussetzung: Du sparst konsequent an.

Andererseits hast Du Kaltmiete zu berücksichtigen. Das war beim Bauen immer mein Maßstab. Nie mehr als 600 EUR Kreditzins; das hat ungefähr der Kaltmiete entsprochen.

  • Berufliche klarere Perspektive, evtl. weniger Stress, mehr
    Freiheiten

=> Das stimmt.

  • langfristiger Wohnort für beide Partner klarer!

=> Dein Wohnort ist ja nicht gottgegeben. Das kann man steuern. Gerade mit Berufserfahrung.

  • Kinder ggf. geboren, Anzahl klar

=> Naja, uns war klar dass wir (a) generell Kinder haben wollen und (b) gleich zwei davon. Und den ganzen Baustress mit 2 Kurzen an der Backe: No way!

  • Wohnbedarf klar, Platz und Garten nützt Kindern erst ab ca.

    5 J

=> Verschätz Dich da mal nicht. Unsere haben mit einem Jahr schon den kompletten Garten in Beschlag genommen. Anekdote: Wir waren letztens bei meiner Cousine, die in einer Miet-Wohnung wohnt. Unser Großer hatte im KiKa was über Gefängnisse gesehen und gefragt, ob das so ein Gefängnis ist und was sie angestellt hat, dass sie so wohnen muss :-)

  • Schwangerschaft und Hausbau nicht gleichzeitig!

=> Das stimmt. Würde ich auch von abraten.

  • Erbe ggf. näher, mehr Sondertilgung möglich

=> Tja. Ich bin jetzt knapp 40 und gehe davon aus, dass ein Erbe frühestens in 15-20 Jahren kommt. Das habe ich aus unserem Business Case mal komplett rausgelassen...

  • Jüngeres, ungebundeneres Leben mit 30, evtl. in Großstadt

(...)

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Genauso sehe ich das auch!

Lounge Gast schrieb:

Ich bin überrascht: ist es nicht besser, erst mit 40 zu bauen?

  • Mehr EK!
  • Berufliche klarere Perspektive, evtl. weniger Stress, mehr
    Freiheiten
  • langfristiger Wohnort für beide Partner klarer!
  • Kinder ggf. geboren, Anzahl klar
  • Wohnbedarf klar, Platz und Garten nützt Kindern erst ab ca.

    5 J

  • Schwangerschaft und Hausbau nicht gleichzeitig!
  • Erbe ggf. näher, mehr Sondertilgung möglich
  • Jüngeres, ungebundeneres Leben mit 30, evtl. in Großstadt

Oder übersehe ich einen Vorteil, das schon mit 30 zu machen?!

antworten
Bateman

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Mein Gott, was wird hier theoretisiert. Klingt für mich so, als wäre die Hälfte noch als Single in der Großstadtwohnung unterwegs. Da rechnet es sich natürlich leicht: Erstmal 10 Jahre arbeiten, dann an Kinder und Haus denken, alles Cashflow-optimiert. Alleine das sich hier einige über die 200 Altersvorsorge aufregen, ohne dass der Tilgungsanteil bei der Rate bekannt ist, spricht Bände!

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Einen Vorteil gibt es: du musst einige Jahre weniger Miete zahlen. Stattdessen kannst du dieses Geld in den Vermögensaufbau stecken.

Lounge Gast schrieb:

Ich bin überrascht: ist es nicht besser, erst mit 40 zu bauen?

  • Mehr EK!
  • Berufliche klarere Perspektive, evtl. weniger Stress, mehr
    Freiheiten
  • langfristiger Wohnort für beide Partner klarer!
  • Kinder ggf. geboren, Anzahl klar
  • Wohnbedarf klar, Platz und Garten nützt Kindern erst ab ca.

    5 J

  • Schwangerschaft und Hausbau nicht gleichzeitig!
  • Erbe ggf. näher, mehr Sondertilgung möglich
  • Jüngeres, ungebundeneres Leben mit 30, evtl. in Großstadt

Oder übersehe ich einen Vorteil, das schon mit 30 zu machen?!

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Moin,

kannst Du das mit dem Versorgungswerk einmal quantifizieren? Glaubst Du wirklich, dass die Renten dort in Stein gemeißelt sind und nicht auch zwangsläufig eine Anpassung an die allgemeine Marktlage erfahren werden?

Cheers

Lounge Gast schrieb:

Was die Altersvorsorge betrifft, scheinen 200 ? im Monat
zunächst wenig, allerdings soll das Haus noch deutlich vor
Rentenbeginn bezahlt sein und das besagte Erbe steht auch
noch an. Dazu kommt, dass meine Frau nicht in der
gesetzlichen Rentenversicherung, sondern einem
berufsständischen Versorgungswerk ist, was eine höhere Rente
bedeutet.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Zum Thema ein heutiger Artikel vom Handelsblatt.
In vielen Größstädten lohnt sich Wohneigentum immer weniger:

Immobilien kaufen oder lieber mieten

Es war schon vor Jahren so, dass man sehr genau rechnen musste, ob sich Kaufen überhaupt lohnt und das ist jetzt tendenziell noch etwas ungünstiger.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Jetzt geht das wieder los...

Um die Diskussion abzukürzen: Eigene Immobilie > gemieteter Hasenstall.

Lounge Gast schrieb:

Zum Thema ein heutiger Artikel vom Handelsblatt.
In vielen Größstädten lohnt sich Wohneigentum immer weniger:

Immobilien kaufen oder lieber mieten

Es war schon vor Jahren so, dass man sehr genau rechnen
musste, ob sich Kaufen überhaupt lohnt und das ist jetzt
tendenziell noch etwas ungünstiger.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Lounge Gast schrieb:

Um die Diskussion abzukürzen: Eigene Immobilie >
gemieteter Hasenstall.

Es geht hier nicht um Haus vs. kleine Mietwohnung.
Wenn dann schon Haus vs. gemietetes Haus oder Wohnung vs. Mietwohnung, jeweils in allem vergleichbar. Und da ist Eigentum eben weit weniger oft vorteilhaft, als viele glauben. Das sollte sich jeder Wiwi auch ausrechnen können. Und er sollte sich auch ausrechnen können, dass bei 3-4 Jahren ordentlichem Sparen die Zinsen garnicht so stark ansteigen können, als dass dieser Vorteil dadurch zunichte gemacht werden könnte.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Für 2-3000 EUR / Monat ist der "Hasenstall" im FFM-Westend schon recht groß; ein vergleichbares Haus in Königstein oder Kronberg kommt deutlich teurer, ausser wir reden von Reihen"häusern" in Neubaugebieten (= Hasenstall mit nur 1 direktem Nachbar).

antworten
know-it-all

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Die Versorgungswerke arbeiten nicht umlagefinanziert sondern stattdessen kapitalbasiert.
Dort zahlt man also wirklich für sich selbst - und nicht für andere - ein und die V-werke verwalten die eingezahlten Beiträge und legen diese an.

Natürlich dürften sie bei der derzeitigen Marktlage auch Probleme haben, eine verhältnismäßige sichere Rendite von mehr als 3 bis 4% p.A. zu erwirtschaften, aber das ist im Vergleich mit der gesetzlichen Rentenversicherung doch ein echtes Luxusproblem.

Dort ist abzusehen, dass durch die Demographie (=älter werdende Bevölkerung) die Rendite für die heutigen Beitragszahler deutlich negativ wird, man also weniger herausbekommt als man einzahlt.

Für die kapitalbasierten arbeitenden Versorgungswerke ist die Demographie hingegen ein viel geringeres Problem.

Natürlich kann ein Versorgungswerk auch pleite gehen. Deswegen wäre eine Mischform aus Kapitalanlage und Umlagefinanzierung wahrscheinlich aus Risikosicht noch besser.

Aber frag mal einen Wirtschaftsprüfer - die sind alle froh, nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen zu müssen.

Lounge Gast schrieb:

Moin,

kannst Du das mit dem Versorgungswerk einmal quantifizieren?
Glaubst Du wirklich, dass die Renten dort in Stein gemeißelt
sind und nicht auch zwangsläufig eine Anpassung an die
allgemeine Marktlage erfahren werden?

Cheers

antworten
know-it-all

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Lounge Gast schrieb:

Jetzt geht das wieder los...

Um die Diskussion abzukürzen: Eigene Immobilie >
gemieteter Hasenstall.

Vielleicht solltest du noch mal erklären, was du eigentlich meinst.
Steht das ">" in deinem Beitrag für "besser als" oder nur für die eigentliche mathematische Bedeutung "größer als"?

Größer als eine Mietwohnung dürfte die eigene Immobilie für die meisten Leute unbesteitbar sein - schließlich werden sich die wenigsten Käufter beim Einzug in die eigene Immobilie verkleinern wollen.
Aber wahrscheinlich zielte dein Beitrag eher darauf ab, dass du die eigene Immobilie auch als besser deklarierst im Vergleich mit der Mietwohnung ("Hasenstall")?

Die Diskussion gehört hier übrigens wirklich nicht hin, aber nicht weil du sie kurzerhand für beendet erklärt hast, sondern weil es hier in dem Thread eher off-topic wäre.

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Naja, was du für 2-3000 im Westend kriegst, fällt für mich unter "Hasenstall mit Marmor-Klo + bulthaup Küche".

Lounge Gast schrieb:

Für 2-3000 EUR / Monat ist der "Hasenstall" im
FFM-Westend schon recht groß; ein vergleichbares Haus in
Königstein oder Kronberg kommt deutlich teurer, ausser wir
reden von Reihen"häusern" in Neubaugebieten (=
Hasenstall mit nur 1 direktem Nachbar).

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Lounge Gast schrieb:

  • Mehr EK!
    Bei den aktuellen Mieten hat man aber vlt. auch in der Zeit mehr abgezahlt als man neben der Miete noch gespart hätte. Nicht zu vergessen, steigen die Baupreise auch beständig. 2016 und wahrscheinlich auch 2017 gibt es wieder neue Vorgaben bezüglich Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverluste.

  • Berufliche klarere Perspektive, evtl. weniger Stress, mehr
    Freiheiten
    Kein Problem, wenn man diese klare Perspektive schon mit Ende 20 hat. Ja, hat nicht jeder. Aber wer es hat, der hat es.

  • langfristiger Wohnort für beide Partner klarer!
    Ist bei mir z.B. schon seit vor dem Studium klar. 150 EUR netto mehr ziehen mich weder nach München noch nach Frankfurt noch sonstwo hin.

  • Kinder ggf. geboren, Anzahl klar
    Anzahl kann aber auch vorher klar. Nicht bei jedem. Aber wem es klar ist, dem ist es klar.

  • Wohnbedarf klar, Platz und Garten nützt Kindern erst ab ca. 5 J
    Wohnbedarf kann auch vorher klar sein. Wem der vorher nicht klar sein, der muss wohl in den sauren Apfel beißen und weiter in der Mietwohnung bleiben. Ansonsten sollte aber auch ganz klar sein, dass Kinder nicht erst bis 5 Jahre warten, bis sie fast ganzjährig draußen herumtollen wollen. Ab spätestens einem Jahr ist der Garten ein Vorteil und später wird er eher egal. Ein Kind in der Pubertät trifft sich eher mit Freunden außerhalb als im Garten. Den Hauptvorteil eines Gartens sehe ich so im Alter 1-12 Jahre für die Kinder. Mir aber auch nicht so wichtig, der Hauptvorteil des Garten liegt sowieso bei mir :) - eine Grillfeier mit Freunden im eigenen Garten vor dem Haus ist eben doch was anderes als im Kleingarten mit Chemie-Toilette und billigen Grill-Utensilien (weil sonst werden diese ja aus der Laube geklaut).

  • Schwangerschaft und Hausbau nicht gleichzeitig!
    Muss man nicht machen, geht aber eigentlich. Haben wir nicht gemacht, aber wäre möglich gewesen, da sich meine Frau schon sehr früh arbeitsunfähig schreiben lassen hat. Dabei ist man schon früh zuhause (ab 4./5. Monat möglich, wenn man es richtig anstellt) bekommt volles Gehalt.

  • Erbe ggf. näher, mehr Sondertilgung möglich
    Erbe? Es lebt ja noch die Großelterngeneration!

  • Jüngeres, ungebundeneres Leben mit 30, evtl. in Großstadt
    Wir haben ein Haus in der wachsenden Großstadt gebaut. Ruhige Gegend, mehrere ÖPNV-Linien in Laufreichweite, Innenstadt in Fahrrad-Reichweite (und natürlich auch ÖPNV), eigener Garten direkt am Haus zum Feiern, Grillen, Chillen, Sonnenuntergang bei einem Glas Rotwein genießen, etc.

Oder übersehe ich einen Vorteil, das schon mit 30 zu machen?!

  • Großer Garten am Haus (einige 100 qm Gartenfläche) vs 6qm Balkon oder gut einsehbare Terrasse oder bestenfalls ein Kleingarten im Laufreichweite (wo man trotzdem keine guten Gartenmöbel, Grills, Pools lagern kann)
  • Wenn man es richtig anstellt, dann mit 40 schuldenfrei und abgezahlt, wenn andere erst anfangen
  • Freiheit, auf dem eigenen Grundstück (nahezu) machen können was man will
  • In der Mietwohnung keine SAT-Schüssel erlaubt und Kabel-Betreiber hatte längst nicht alle SKY-Programme
  • Überhaupt haufenweise Sachen nicht mehr bezahlen müssen: Hausmeister, Gärtner, Reinigung Flur, Kabel-Zwangs-Anschluss (weniger Programme, schlechterer Qualität, höherer Preis als SAT), welche in der Mietwohnung mitgezahlt werden mussten
  • Küche/Sanitär deutlich besser ausgestattet als in der Mietwohnung, da man sich ja jetzt selbst das kauft, was man wirklich will und nicht mit der gegebenen Sanitär-Ausstattung (maximal Duschkopf, Klo-Sitz, etc. austauschbar) leben muss bzw. Küche weiß man, dass man diese 15-20 Jahre nutzen kann, weil man nicht mehr umziehen muss (unsere Mietwohnungs-Küche war auch nicht schlecht, sondern schon eine bessere, aber als wir nach 6 Jahren ausgezogen sind, tat es doch etwas weh, die gute Küche mangels fehlender Weiternutzungsmöglichkeit für wenig Geld abgeben zu müssen)

Um es zusammenzufassen, es ist einfach ein gutes Gefühl, wenn das Nest mit Ende 20 schon fertig ist. Wenn man einen genauen Rückzahlungsplan für die nächsten 10 Jahre hat und die Gewissheit hat, dass man in 10 Jahren alles an Restschuld locker angespart hat und damit auch ablösen könnte. Und wenn man sich ein richtiges Grundstück holt, dann passt es auch im Alltag. Wir haben keine weiteren Wege, also unsere Freunde. Weder auf Arbeit noch in die Innenstadt. Weder zu denen noch die zu uns usw. Wenn man in der richtigen Stadt wohnt oder den finanziellen Background hat, dann kann man auch in der Stadt bauen und da hat die Wohnung dann wirklich nur Nachteile und null Vorteile.

Disclaimer: Wir verdienen sicher einiges mehr als der Durchschnitts-Haushalt. Vlt. sind mit geringeren finanziellen Mitteln nicht alle diese Vorteile realisierbar. Bei uns ist Komplett-Rückzahlung bis vor 40 kein Problem, ebenso war das städtische Grundstück finanziell kein Problem. Trotzdem würde ich jederzeit lieber früher als später bauen (oder wenn es nicht anders geht: Wohnung kaufen). Grundstückspreise und Baupreise steigen. Anforderungen an Neubauten steigen. Gefragte Gegenden, in welche man ja ziehen möchte, werden auch in Zukunft eine Über-Nachfrage haben. Städte wachsen weiterhin.

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Nutze mal das was du im Studium über Finanzierung gelernt haben solltest,

Solang noch soviel Puffer hast, ist es sinnvoll, wenn die Tilgung in den ersten Jahren noch höher ansetzt. Je schneller bei der Summe fertig umso besser und du hast wenn die Midlife-Crisis kommt einen Mühlstein weniger um den Hals...

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Entscheidend ist die berufliche Perspektive. Ich will mich einfach nicht festlegen. Irgendwann schon, ja, später halt. Aber jetzt nicht. Egal wie bekloppt die Leute jetzt Häuser kaufen.

Und wenn irgendwas am Haus kaputt geht, dann wird es - in der Regel - richtig teuer.

Ein anderes sehr hohe Risiko: Scheidung - kann keiner voraussagen, wie es in 15 Jahren so läuft.

und und und

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know-it-all

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Lounge Gast schrieb:

Bei den aktuellen Mieten hat man aber vlt. auch in der Zeit
mehr abgezahlt als man neben der Miete noch gespart hätte.
Nicht zu vergessen, steigen die Baupreise auch beständig.

Aufgrund der derzeitigen Zinsen und des damit verbundenen Runs auf Immobilien steigen aber nunmal in vielen (nicht allen) Regionen die Preise - auch für Grundstücke - und damit auch wieder der Finanzierungsbedarf und damit die absolute Höhe der Zinsen. Wenn wir hingegen so eine große Flucht ins Eigenheim erleben, wie hier vollmundig angekündigt wird, dann sollten die Mieten ja zukünftig eher rückläufig sein - also vielleicht doch paradiesische Zustände für Mieter?

Wie auch immer - die Hauptmotivation dieses Thread ist es doch nicht den TE zu missionieren, schon mit unter 30 ein Haus zu bauen. Und bei Dir klingt das ein bisschen so.
Ich denke man kann die Vorteile auch kurz und knapp beschreiben ohne seitenlange Ausführungen. Dass Du Dein Haus anscheinend vor allem für Grillparties gebaut hast (so oft wie Du das jetzt schon erwähnt hast) ist schön. Es gibt aber auch Leute, die setzen andere Prioritäten im Leben und gehen dann den Kompromiss ein, dass ihr Eigenheim nicht für ihre Freunde und Bekannten die erste Anlaufstelle für Grillparties ist.

Ich würde Dich aber zumindest noch bitten, die aufstrebende ostdeutsche Großstadt beim Namen zu nennen. Es ist zwar schön, dass dort Grundstücke noch bezahlbar sind, aber in unmittelbarer Nähe der meisten derzeit attraktiven westdeutschen Städte sind Grundstücke mit "einigen 100qm Gartenfläche) leider auch mit überdurchschnittlichen Gehalt nicht bezahlbar

Dass Du Dein Leben schon vor dem Studium bis ins letzte Detail (Arbeitsstätte, Anzahl Kinder, benötigte Wohnfläche) durchgeplant hast ehrt Dich, aber ist doch wenig repräsentativ. Das siehst Du doch hoffentlich auch ein oder?

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Tja, wenn ich deinen Weg hier im Süden gehen würde, hätte ich locker eine Schuld von >1Mio Euro an der Backe. So jedoch zahlen wir unsere Miete, genießen unseren Rotwein auf einem großen Südbalkon mit Blick auf die (aktuell verschneiten) Alpen und freuen uns, dass die nächste Reise 10000km gen Westen geplant werden kann. Es hat halt jeder seine Prioritäten und ein eigenes Haus/Wohnung zählt bei uns gerade nicht dazu....insbesondere nicht zu den Kaufpreisen hier.
Achja, meinen Grill kann ich auch ganzjährig draussen stehen lassen, ebenso mein Fahrrad und so schlecht ist ein Kabelanschluss mit High-Speed Internet nun auch nicht ;)

Cheers

  • Jüngeres, ungebundeneres Leben mit 30, evtl. in Großstadt

Wir haben ein Haus in der wachsenden Großstadt gebaut. >Ruhige Gegend, mehrere ÖPNV-Linien in Laufreichweite, >Innenstadt in Fahrrad-Reichweite (und natürlich auch ÖPNV), >eigener Garten direkt am Haus zum Feiern, Grillen, Chillen, >Sonnenuntergang bei einem Glas Rotwein genießen, etc.

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Klingt nach MUC oder zumindest vergleichbar. München halte ich übrigens für eine arg unterschätzte Armutsfalle.

Ich arbeite für einen grösseren Mittelständler mit Sitz in München und stelle immer wieder fest, wie schlecht es den Kollegen dort trotz hoher Gehälter geht. München ist echt ne tolle Stadt und ich bin gerne dort. Aber leben kannste vergessen.

Mein Vorteil ist, dass ich zwar nach Münchner Niveau bezahlt werde, wir aber in einer Region wohnen, die bei den Lebenshaltungskosten ziemlich genau im Durchschnitt liegt. Wir leben hier bei uns wie Graf Rotz, den gleichen Lebensstandard könnten wir uns in München niemals leisten.

Lounge Gast schrieb:

Tja, wenn ich deinen Weg hier im Süden gehen würde, hätte ich
locker eine Schuld von >1Mio Euro an der Backe. So jedoch
zahlen wir unsere Miete, genießen unseren Rotwein auf einem
großen Südbalkon mit Blick auf die (aktuell verschneiten)
Alpen und freuen uns, dass die nächste Reise 10000km gen
Westen geplant werden kann. Es hat halt jeder seine
Prioritäten und ein eigenes Haus/Wohnung zählt bei uns gerade
nicht dazu....insbesondere nicht zu den Kaufpreisen hier.
Achja, meinen Grill kann ich auch ganzjährig draussen stehen
lassen, ebenso mein Fahrrad und so schlecht ist ein
Kabelanschluss mit High-Speed Internet nun auch nicht ;)

Cheers

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

know-it-all schrieb:

Ich würde Dich aber zumindest noch bitten, die aufstrebende
ostdeutsche Großstadt beim Namen zu nennen. Es ist zwar
schön, dass dort Grundstücke noch bezahlbar sind, aber in
unmittelbarer Nähe der meisten derzeit attraktiven
westdeutschen Städte sind Grundstücke mit "einigen 100qm
Gartenfläche) leider auch mit überdurchschnittlichen Gehalt
nicht bezahlbar

Leipzig/Dresden, eine von den beiden. :)
Dafür, dass manch armer Schlucker in München für ein Grundstück mehr zahlen muss als wir hier für das komplette Paket, dafür kann ich leider nichts. In Deutschland wohnen nur wenige Millionen Menschen in den arg teuren Großstädten wie München oder Düsseldorf. Die meisten wohnen in bezahlbaren Städten und selbst auf dem platten Land wohnen mehr Menschen als in den superteuren Städten. Wer dort bleibt bzw. bleiben muss: Pech gehabt.

Dass Du Dein Leben schon vor dem Studium bis ins letzte
Detail (Arbeitsstätte, Anzahl Kinder, benötigte Wohnfläche)
durchgeplant hast ehrt Dich, aber ist doch wenig
repräsentativ. Das siehst Du doch hoffentlich auch ein oder?

Sicher sehe ich das ein. Sehe doch wie mancher meiner Freunde das Studium geschmissen haben, weil kein Bock mehr und jetzt einen 08/15-Job machen und damit im Moment gut hinkommen. In den Tag hineinleben und sich um nichts weiter als den nächsten Großeinkauf bei ALDI kümmern können viele. Ansonsten ist das Haus aber auch so flexibel geplant, dass ein Kind mehr locker Platz hätte. Dann weicht das Arbeitszimmer eben.

München halte ich übrigens für eine arg unterschätzte Armutsfalle.
Das würde ich glatt unterschreiben.

Tja, wenn ich deinen Weg hier im Süden gehen würde, hätte ich locker eine Schuld von >1Mio Euro an der Backe.
So jedoch zahlen wir unsere Miete, genießen unseren Rotwein auf einem großen Südbalkon mit Blick auf die (aktuell
verschneiten) Alpen und freuen uns, dass die nächste Reise 10000km gen Westen geplant werden kann.

Das ist schön. Ich möchte aber Haus, Reisen, regelmäßig Freunde treffen, Kinder aktiv großziehen und erleben und Frührente spätestens mit 50. Deswegen habe ich meine Anforderungen definiert und daraus abgeleitet, dass es hier im Osten mit einem lockeren 40h-Job geht sowieso nebenberuflicher Selbständigkeit, welche gewissermaßen auch mein Hobby ist und zeitlich 100% flexibel einteilbar ist (auch gerne 0h pro Woche und das Geld kommt trotzdem, Stichwort passives Einkommen).

"Dass Du Dein Haus anscheinend vor allem für Grillparties gebaut hast (so oft wie Du das jetzt schon erwähnt hast) ist schön. Es gibt aber auch Leute, die setzen andere Prioritäten im Leben und gehen dann den Kompromiss ein, dass ihr Eigenheim nicht für ihre Freunde und Bekannten die erste Anlaufstelle für Grillparties ist."
Der Garten ist von April bis Oktober das verlängerte Wohnzimmer. Sowas ist für viele wirklich einer der Hauptgründe. Es ist ein wahnsinniges Plus an Lebensqualität. Man muss den Grill auch nicht anwerfen, man kann auch im Pool chillen während man mit Freunden quatscht und die Kinder im Garten spielen. Aber ich kenne keinen Hausbewohner, der nicht den größten Teil des Sommerhalbjahres großteils im Freien verbringt in seiner Freizeit. Andere Vorteil, zumindest gültig für meinen Standort: Enorme finanzielle Vorteile gegenüber Eigentumswohnungen in vergleichbarer Läge (die sind nämlich teurer bei gleicher Wohnfläche und OHNE Garten, weil die Bauträger ordentlich verdienen wollen) und bei den aktuellen Zinsen auch wirklich ENORME Vorteile gegenüber einer Mietwohnung (bezogen auf den Standort hier).

Die Frage war: Lohnt sich bauen vor 30? Und in meinen Fall auf jeden Fall um eben dieses Fallbeispiel zu bringen. Wir sind easy bis 40 fertig mit abzahlen, wahrscheinlich selbst bei Job-Verlust (dank in unserem Fall Selbständigkeit). Man hat sofort ein wahnsinniges Plus an Lebensqualität und ich kenne so einige ältere Häuslebauer hier in unserer Region und die haben es alle richtig gemacht. Die Städte wachsen und die supergeilen Grundstücke, welche diese damals bekommen haben, etwa in Laufreichweite zur Innenstadt, bekommt man heute nicht mehr. Die Baulücken werden immer knapper und knapper und verlagern sich nach außen. Auch die näheren Vororte füllen sich immer mehr. In 10-15 Jahren wird es einfach diese nahen, städtischen, fast innerstädtischen (d.h. fast Innenstadt) Grundstücke nicht mehr geben. So kenne ich viele Leute, die einen echt guten Schnitt gemacht haben und kenne niemand, der sich mit seinem Haus-Projekt überhoben hat oder bei dem der Wert gefallen ist.

Wenn ich jetzt an einen Job in München, Frankfurt, Düsseldorf, etc. gebunden wäre, würde ich aber wahrscheinlich nicht bauen. Mit städtischen Grundstücken wird es dort sicher nichts und auf dem platten Land möchte ich jetzt nicht wohnen. Nicht, dass man mit dem Auto nicht überall hinkommen würde, aber ich wäre gerne eben nicht auf das Auto angewiesen. Auch wenn ich noch ein eigenes habe, aber ich würde nie irgendwo bauen, wo man zwingend auf ein eigenes Auto angewiesen wäre.

Wenn man in seinem Leben irgendwann mal Eigentum erwerben möchte, warum warten? Ob ich von 28 bis 38 oder von 40 bis 50 abzahle - wo ist Unterschied, wenn man es sich in beiden Fällen leisten kann? Warum soll ich auf den Luxus Haus bis 40 warten? Und auch wenn ich etwa Reise, Essen gehe, etc. - gegen den Luxus eines eigenes Haus mit großem Garten kommt das alles nicht an (und schon gar nicht ein popeliger Wagen von BMW oder Mercedes mit Premium-Marketing).

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

zur ursprünglichen Frage:
150EUR sind kein Puffer, 150EUR sind nichts. Wäre mir viel zu wenig.
200EUR Altervorsorge wäre mir auch deutlich zu wenig. Was ist, wenn die Eltern pflegebedürftig werden? Dann sind die 250k Erbschaft schnell weg.
Bzgl. Elterngeld oder wie das jetzt heißt: Denk dran, dass das dem Progressionsvorbehalt unterliegt (oder wurde das geändert?) und somit vielleicht eher eine Steuernachzahlung als -rückzahlung fällig wird.
Und zur Kinderbetreuung durch eure Eltern: Meine Eltern sind 60 bzw. 65 und sind meist platt, wenn wir unsere 3-jährige Tochter abends bei denen abholen, und wir machen das nur 1x in der Woche. Und Kinderbetreuung kann je nach Bundesland und Kommune richtig ins Geld gehen. Kenne Bekannte, die zahlen für ein unter 3-jähriges Kind 600-700EUR im Monat.
Just my two cents.

antworten
know-it-all

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Lounge Gast schrieb:

Die Frage war: Lohnt sich bauen vor 30? Und in meinen Fall
auf jeden Fall um eben dieses Fallbeispiel zu bringen. Wir
sind easy bis 40 fertig mit abzahlen, wahrscheinlich selbst
bei Job-Verlust (dank in unserem Fall Selbständigkeit). Man
hat sofort ein wahnsinniges Plus an Lebensqualität und ich
kenne so einige ältere Häuslebauer hier in unserer Region und
die haben es alle richtig gemacht. Die Städte wachsen und die
supergeilen Grundstücke, welche diese damals bekommen haben,
etwa in Laufreichweite zur Innenstadt, bekommt man heute
nicht mehr. Die Baulücken werden immer knapper und knapper
und verlagern sich nach außen. Auch die näheren Vororte
füllen sich immer mehr. In 10-15 Jahren wird es einfach diese
nahen, städtischen, fast innerstädtischen (d.h. fast
Innenstadt) Grundstücke nicht mehr geben. So kenne ich viele
Leute, die einen echt guten Schnitt gemacht haben und kenne
niemand, der sich mit seinem Haus-Projekt überhoben hat oder
bei dem der Wert gefallen ist.

Okay, danke für die nähere Erläuterung. Ich sehe ja ein, dass man mit einem für Ostverhältnisse sehr guten Einkommen, dann auch andere Möglichkeiten hat. Ein Leipziger/Dresdner mit normalem Verdienst, würde sich für den Bau eines innerstädtischen Hauses sicher auch schon ganz schön strecken müssen.

Ich wohne in Düsseldorf, verdiene mit meiner Frau sicher über dem Durchschnitt, aber Hausbau in unmittelbarer Nähe der Stadt ist utopisch. Eigentumswohnungen (Neubau) kosten hier schon an die 4.000 EUR pro qm in normaler Wohnlage - von den besseren Stadtteilen brauchen wir ja nicht zu reden. Von meinen Bekannten haben zwar ein paar ein Häuschen, aber keiner in Düsseldorf selbst, sondern alle im Umkreis von mind. 20km+.
Ein Haus wäre schön, aber ich schätze eben auch die relative Nähe zu Innenstadt und Arbeitsplatz (Laufreichweite). Mit Kindern (das erste ist da, das zweite geplant) wäre ein Garten/Grünfläche schon schön, aber andererseits tendiere ich eher in Richtung ETW, ggf. Erdgeschoss einer kleineren Wohnanlage mit Grünfläche.
Der Grund ist, dass man die ETW ein Leben lang nutzen kann, aber die Kinder sind doch schnell wieder aus dem Alter raus, in dem sie im Garten spielen. Ich selbst bin eher kein Gartentyp.

Der Grund jetzt nicht zu kaufen ist eine - meiner Meinung nach - ziemliche Preis/Spekulationsblase, die sich in den Ballungsgebieten wie Düsseldorf gebildet hat. Ich spekuliere schon darauf, dass in nicht zu ferner Zukunft die Zinsen rauf und dann die Preis ein wenig runter gehen. Naja, ist eben Spekulation. Die niedrigere Finanzierungssumme, gebündelt mit denn mehr Eigenkapitel, kompensiert dann auch bequem die höheren Zinsen.

Ich frage mich auch, ob die Einstellung zum eigenen Haus davon abhängig ist, ob man selbst in einem groß geworden ist. Ich bin ein ostdeutsches Plattenbaukind und habe vielleicht deswegen nicht den unbedingten Drang, ein eigenes Haus zu bewohnen :-)

antworten
know-it-all

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Lounge Gast schrieb:

Bzgl. Elterngeld oder wie das jetzt heißt: Denk dran, dass
das dem Progressionsvorbehalt unterliegt (oder wurde das
geändert?) und somit vielleicht eher eine Steuernachzahlung
als -rückzahlung fällig wird.

Den Progressionsvorbehalt gibt es noch. Aber ob daraus tatsächlich eine Nachzahlung resultiert, bedarf einer Betrachtung des konkreten Einzelfalls. Es hängt letztendlich mit der Verteilung der Einkünfte und auch der Steuerklassen zusammen.

Ein Alleinverdienender Ehepartner, selbst in Steuerklasse III, zahlt durch die Anwendung des Ehegattensplittings normalerweise zu viel Einkommenssteuer. Sobald für die Steuererlärung dessen Einkommen auf zwei Personen aufgeteilt wird, gibt es zunächst eine Rückzahlung. Diesen Effekt muss man wieder gegenrechnen gegen den Progressionsvorbehalt durch das Elterngeld. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass da, wenn überhaupt, keine materiellen Beträge als Nachzahlung herauskommen.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Wow! Wohne in Muc mit meiner Partnerin, haben ca. 4000 Netto Einkommen pro Monat zusammen.

Wir sparen ordentlich und sind froh, wenn wir uns bald ne 3 Zimmerwohnung in Stadtnähe (<30 min pendeln) kaufen können, rechnen ca. 400.000 dafür. EFH mit Grundstück und Garten können wir hier aber erstmal vergessen, dafür verdienen wir nicht genug und dafür ist die gesamte Region zu teuer, wie auch im Rhein-Main Gebiet oder Düsseldorf etc.

Alle die ich hier bis jetzt kenne, die ein EFH und Garten in Stadtnähe haben bevor sie Mitte 40 sind (älter kenne ich kaum), sind Unternehmer oder im Familienunternehmen tätig und/oder haben Immobilien in der Familie, die sie nutzen oder erben, so ist das hier in München.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Wobei man halt auch sagen muss das 4000 Netto für zwei Personen in München leider auch nicht viel sind.

Was die Eigentumsverhältnisse hier angeht stimmt es aber quasi jeder hier auch hat entweder ein Grundstück oder das ganze Haus geerbt oder es gab von den Eltern einen ordentlichen sechsstelligen Zuschuss.

Lounge Gast schrieb:

Wow! Wohne in Muc mit meiner Partnerin, haben ca. 4000 Netto
Einkommen pro Monat zusammen.

Wir sparen ordentlich und sind froh, wenn wir uns bald ne 3
Zimmerwohnung in Stadtnähe (<30 min pendeln) kaufen
können, rechnen ca. 400.000 dafür. EFH mit Grundstück und
Garten können wir hier aber erstmal vergessen, dafür
verdienen wir nicht genug und dafür ist die gesamte Region zu
teuer, wie auch im Rhein-Main Gebiet oder Düsseldorf etc.

Alle die ich hier bis jetzt kenne, die ein EFH und Garten in
Stadtnähe haben bevor sie Mitte 40 sind (älter kenne ich
kaum), sind Unternehmer oder im Familienunternehmen tätig
und/oder haben Immobilien in der Familie, die sie nutzen oder
erben, so ist das hier in München.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

@an den romantischen <30 Grillhäuslebauer:

ganz schönes Geltungsbedürfnis. Ich kann mir schon genau vorstellen, was das
für Freunde sind, wenn überhaupt. Aber gut solche Charaktere muss es ja auch
geben.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Lounge Gast schrieb:

Wobei man halt auch sagen muss das 4000 Netto für zwei
Personen in München leider auch nicht viel sind.

Was die Eigentumsverhältnisse hier angeht stimmt es aber
quasi jeder hier auch hat entweder ein Grundstück oder das
ganze Haus geerbt oder es gab von den Eltern einen
ordentlichen sechsstelligen Zuschuss.

Lounge Gast schrieb:

Wow! Wohne in Muc mit meiner Partnerin, haben ca. 4000
Netto
Einkommen pro Monat zusammen.

Wir sparen ordentlich und sind froh, wenn wir uns bald
ne 3
Zimmerwohnung in Stadtnähe (<30 min pendeln) kaufen
können, rechnen ca. 400.000 dafür. EFH mit Grundstück und
Garten können wir hier aber erstmal vergessen, dafür
verdienen wir nicht genug und dafür ist die gesamte
Region zu
teuer, wie auch im Rhein-Main Gebiet oder Düsseldorf etc.

Alle die ich hier bis jetzt kenne, die ein EFH und
Garten in
Stadtnähe haben bevor sie Mitte 40 sind (älter kenne ich
kaum), sind Unternehmer oder im Familienunternehmen tätig
und/oder haben Immobilien in der Familie, die sie nutzen
oder
erben, so ist das hier in München.

Wir haben ähnliche Vorraussetzungen wie der Kollege oben - auch in München. Viel Geld ist das in München nicht - da hast du recht. Dennoch ist das oberhalb des Durchschnitts von München (siehe durchnittlicher Einkommensbericht der Stadt München).

Ich frage mich oft wer die ganzen überteuerten Neubauwohnungen kauft und wie sie finanziert sind. Gerade Familien mit Kleinkind und ggf. nichtarbeitender Mutter, welche ein Reihenhaus kaufen.... In meinem beruflichen Umfeld verdient kaum 1 Partner soviel, dass er das alleine inkl. Lebensunterhalt stemmen könnte.
Jobtechnisch ist München jedoch super. Nirgends anders findet man soviel Angbeot. Irgendwie ist das auch beruhigend.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Wohne und arbeite seit 5 Jahren in Düsseldorf in der Beratung. Kann das nur bestätigen was hier geschrieben wurde. Immobilien und Grundstücke sind die häuftigste Vermögensart die vererbt wird und das Gesamtaufkommen wird in unserer Generation nochmal stark zunehmen.

Wer Haus und Grundstück komplett selbst finanzieren muss und nicht auf dem platten Land leben will, ist da selbst bei überdurchschnittlicher Bezahlung auf einem ganz anderen Level unterwegs. In Dresden oder Leipzig geht das sicher gut, aber in den westlichen Ballungsgebieten ist es ohne familiäres Vermögen im Hintegrund sehr schwer.

Was die Eigentumsverhältnisse hier angeht stimmt es aber
quasi jeder hier auch hat entweder ein Grundstück oder das
ganze Haus geerbt oder es gab von den Eltern einen
ordentlichen sechsstelligen Zuschuss.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Lounge Gast schrieb:

Lounge Gast schrieb:

Wobei man halt auch sagen muss das 4000 Netto für zwei
Personen in München leider auch nicht viel sind.

Was die Eigentumsverhältnisse hier angeht stimmt es aber
quasi jeder hier auch hat entweder ein Grundstück oder das
ganze Haus geerbt oder es gab von den Eltern einen
ordentlichen sechsstelligen Zuschuss.

Lounge Gast schrieb:

Wow! Wohne in Muc mit meiner Partnerin, haben ca.
4000
Netto
Einkommen pro Monat zusammen.

Wir sparen ordentlich und sind froh, wenn wir uns
bald
ne 3
Zimmerwohnung in Stadtnähe (<30 min pendeln)
kaufen
können, rechnen ca. 400.000 dafür. EFH mit
Grundstück und
Garten können wir hier aber erstmal vergessen, dafür
verdienen wir nicht genug und dafür ist die gesamte
Region zu
teuer, wie auch im Rhein-Main Gebiet oder
Düsseldorf etc.

Alle die ich hier bis jetzt kenne, die ein EFH und
Garten in
Stadtnähe haben bevor sie Mitte 40 sind (älter
kenne ich
kaum), sind Unternehmer oder im Familienunternehmen
tätig
und/oder haben Immobilien in der Familie, die sie
nutzen
oder
erben, so ist das hier in München.

Wir haben ähnliche Vorraussetzungen wie der Kollege oben -
auch in München. Viel Geld ist das in München nicht - da hast
du recht. Dennoch ist das oberhalb des Durchschnitts von
München (siehe durchnittlicher Einkommensbericht der Stadt
München).

Ich frage mich oft wer die ganzen überteuerten
Neubauwohnungen kauft und wie sie finanziert sind. Gerade
Familien mit Kleinkind und ggf. nichtarbeitender Mutter,
welche ein Reihenhaus kaufen.... In meinem beruflichen Umfeld
verdient kaum 1 Partner soviel, dass er das alleine inkl.
Lebensunterhalt stemmen könnte.
Jobtechnisch ist München jedoch super. Nirgends anders findet
man soviel Angbeot. Irgendwie ist das auch beruhigend.

Ich wohne selbst in so einer Wohnung in Innenstadtlage mit insgesamt 11 Parteien im Haus, Erstbezug 2011, die Eigentümerquote ist mittlerweile etwas gesunken aber in etwa sieht es bei uns so aus:

EG Wohnung 1: War mal ein Päärchen beide berufstätig Mitte 40 keine Kinder
EG Wohnung 2: Frau Lehrerin, Mann IT Berater 2 Kinder

  1. OG: Päärchen Mitte 40 keine Kinder
  2. OG: Päärchen 2 Männer Ende 30 (Einer ist Arzt)
  3. OG: Rentner
  4. OG und 3. OG Wohnung über 2 Ebenen: Typ um die 70 mit 25-30 Jähriger Chinesin als Frau
  5. OG: Päärchen Zwei Frauen Mitte 30
  6. OG: Rentner Päärchen hatten zuvor ein freistehendes Haus in Obermenzing (Beides Migraten aus Afrika) (lag bei Immoscout irgendwo bei 1.8 Mio als es verkauft wurde)
  7. OG: Ich (etwa 4500 netto im Monat plus Boni und Wagen) und 250.000? Zuschuss von den Eltern
  8. OG: Zur Vermietung gehört einem Steuerberater
  9. OG: Familie mit einem Kind nur der Vater arbeitet (hat eine eigene Baufirma)

Die Wohnungen haben alle Zwischen 120 und 260 qm. In der TG haben wir eine Porsche Quote von 25% plus einem Ferrari.

Ich kenne von keinem meiner Nachbarn das Einkommen. Lediglich von einem ist mir die Netto Entnahme seiner Firma bekannt (Handelsregister sei Dank) die lag gut im 6 stelligen Bereich. Ich gehe auch nicht davon aus, dass wir eine Partei haben die sich unter 100.000? im Jahr bewegt.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Das EK kannst Du leicht überschlagen, wenn Du die Mietpreise kennst, es sollte netto pro Haushalt ca. 3 mal so hoch sein. Andersrum wären es bei dir z.B. 1500 Miete für 120 qm, bei einer 260 qm Whg wären es 3250.

Falls das dafür notwendige Einkommen der Bewohner dafür unrealistisch erscheint, weisst Du, dass noch anderes Vermögen im Spiel ist.

Lounge Gast schrieb:

Lounge Gast schrieb:

Lounge Gast schrieb:

Wobei man halt auch sagen muss das 4000 Netto für
zwei
Personen in München leider auch nicht viel sind.

Was die Eigentumsverhältnisse hier angeht stimmt es
aber
quasi jeder hier auch hat entweder ein Grundstück
oder das
ganze Haus geerbt oder es gab von den Eltern einen
ordentlichen sechsstelligen Zuschuss.

Lounge Gast schrieb:

Wow! Wohne in Muc mit meiner Partnerin, haben
ca.
4000
Netto
Einkommen pro Monat zusammen.

Wir sparen ordentlich und sind froh, wenn wir
uns
bald
ne 3
Zimmerwohnung in Stadtnähe (<30 min pendeln)
kaufen
können, rechnen ca. 400.000 dafür. EFH mit
Grundstück und
Garten können wir hier aber erstmal vergessen,
dafür
verdienen wir nicht genug und dafür ist die
gesamte
Region zu
teuer, wie auch im Rhein-Main Gebiet oder
Düsseldorf etc.

Alle die ich hier bis jetzt kenne, die ein EFH
und
Garten in
Stadtnähe haben bevor sie Mitte 40 sind (älter
kenne ich
kaum), sind Unternehmer oder im
Familienunternehmen
tätig
und/oder haben Immobilien in der Familie, die
sie
nutzen
oder
erben, so ist das hier in München.

Wir haben ähnliche Vorraussetzungen wie der Kollege oben -
auch in München. Viel Geld ist das in München nicht - da
hast
du recht. Dennoch ist das oberhalb des Durchschnitts von
München (siehe durchnittlicher Einkommensbericht der Stadt
München).

Ich frage mich oft wer die ganzen überteuerten
Neubauwohnungen kauft und wie sie finanziert sind. Gerade
Familien mit Kleinkind und ggf. nichtarbeitender Mutter,
welche ein Reihenhaus kaufen.... In meinem beruflichen
Umfeld
verdient kaum 1 Partner soviel, dass er das alleine inkl.
Lebensunterhalt stemmen könnte.
Jobtechnisch ist München jedoch super. Nirgends anders
findet
man soviel Angbeot. Irgendwie ist das auch beruhigend.

Ich wohne selbst in so einer Wohnung in Innenstadtlage mit
insgesamt 11 Parteien im Haus, Erstbezug 2011, die
Eigentümerquote ist mittlerweile etwas gesunken aber in etwa
sieht es bei uns so aus:

EG Wohnung 1: War mal ein Päärchen beide berufstätig Mitte 40
keine Kinder
EG Wohnung 2: Frau Lehrerin, Mann IT Berater 2 Kinder

  1. OG: Päärchen Mitte 40 keine Kinder
  2. OG: Päärchen 2 Männer Ende 30 (Einer ist Arzt)
  3. OG: Rentner
  4. OG und 3. OG Wohnung über 2 Ebenen: Typ um die 70 mit
    25-30 Jähriger Chinesin als Frau
  5. OG: Päärchen Zwei Frauen Mitte 30
  6. OG: Rentner Päärchen hatten zuvor ein freistehendes Haus
    in Obermenzing (Beides Migraten aus Afrika) (lag bei
    Immoscout irgendwo bei 1.8 Mio als es verkauft wurde)
  7. OG: Ich (etwa 4500 netto im Monat plus Boni und Wagen) und
    250.000? Zuschuss von den Eltern
  8. OG: Zur Vermietung gehört einem Steuerberater
  9. OG: Familie mit einem Kind nur der Vater arbeitet (hat
    eine eigene Baufirma)

Die Wohnungen haben alle Zwischen 120 und 260 qm. In der TG
haben wir eine Porsche Quote von 25% plus einem Ferrari.

Ich kenne von keinem meiner Nachbarn das Einkommen. Lediglich
von einem ist mir die Netto Entnahme seiner Firma bekannt
(Handelsregister sei Dank) die lag gut im 6 stelligen
Bereich. Ich gehe auch nicht davon aus, dass wir eine Partei
haben die sich unter 100.000? im Jahr bewegt.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Hast Du kein Leben oder warum bist du derart à jour in den Lebensverhältnissen Deiner Nachbarn unterwegs?

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Lebenslügen von Häuslebauern:

  1. Ich habe niedrigere Nebenkosten, weil Hausmeister etc nicht bezahlt werden muss. Einfahrt kehrt sich von selbst, Unkraut jätet sich von selbst und Späße wie Schornsteinfeger kommen wohl kostenlos?!

  2. Ich zahle das Haus einmal ab und habe dann kaum weitere Kosten: Alleine bei meinen Eltern (Haus Ende der Siebziger gebaut) - neue Heizung 5stellig, neue Fenster 5stellig, Öltank 4stellig, diverse Renovierungen D.h. auf die bisherige Lebensdauer des Hauses nochmal ca 100k reingebuttert um es auf einem annehmbaren Level zu halten.

  3. Ich werde in dem Haus alt: Viel Spaß beim Rumhocken auf 160qm und Nutzung von 2 bis 3 Zimmern. Verschenkter Platz. Alte Häuser wird man nur wegen des Grundstücks los.

  4. My house is my castle: 40qm Rasenfläche im Reihenhaus, eine Wand direkt zu den Nachbarn. Kein Baum größer als 2m Radius möglich. Auto steht halb auf der Straße weil Neubaugebiete auf maximale Bodennutzung geplant werden und die Parkbuchten minimal klein sind. Kenne viele solcher "Wohnanlagen" im Taunus. ÖPNV-Anbindung sporadischst.
antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Dafür hat man die Nachbarin in Rente, die gerne über den Balkon ruft.

Lounge Gast schrieb:

Hast Du kein Leben oder warum bist du derart à jour in den
Lebensverhältnissen Deiner Nachbarn unterwegs?

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

0815 Otto erbt heute doch schon mindestens 1 Haus oder ein paar Wohnungen der Eltern. Richtig sparen und was eigenes auf den Boden stellen kennen die verweichlichten Wohlstands-Kinder der heutigen Generation gar nicht mehr.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Kein Geltungsbedürfnis, es ist halt mal Zeit Tacheles zu reden. Jeder, der sich hier wegen 100-200 EUR netto mehr versklavt und in die Slums von München, Düsseldorf oder Frankfurt zieht, hat mein vollstes Unverständnis für dieses Verhalten. Es lohnt sich geldmäßig ganz und gar nicht. In den "normalen" Städten, abseits von FRA/MUC/DUS/etc. verdient man vlt. 100 EUR netto weniger zum Einstieg und als Middle Management sind es vlt. 300 EUR netto weniger, aber es gibt das Haus in der Stadt für 250-300k statt für 700-1.000k. Dieser Unterschied lässt sich nie und nimmer herausholen und so schuftet der Karriere-BWLer mit Überstunden noch und nöcher dafür, nicht mal annähernd den Lebensstandard zu erreichen, welcher jeder 08/15-Standard-BWLer mit 3,x-Abschluss und 35-40h-Woche in einer "normalen" Stadt easy lebt.

Wer in diesen Städten geboren wurde und dort bleiben möchte, das sind wohl rund 5-10% der BWLer/Gesamtbevölkerung, die haben mein Mitleid. Aber wer freiwillig aus einer preiswerten und lebenswerten Stadt in die diese Städte zieht und dann dort im Hasenstall im Bahnhofsviertel vor sich hin vegetiert, der hat mein vollstes Unverständnis.

Zum Glück denken meine Freunde genauso und keiner von denen träumt von 60h-Woche und dem Euphemismus "Karriere" (auf Deutsch: Völlig Selbstaufopferung, Aufgabe des Privatlebens und der eigenen Gesundheit, damit die Aktionäre eine fette Dividende bekommen). Manche von denen haben gerade 1.500 EUR netto raus (ohne Studium in diesem Fall!) und leben ein Leben hier in meiner netten, sächsischen Metropole, wovon viele Karriere-BWLer mit 3.000 EUR netto in München nur feucht träumen können.

Ein Haus, richtig geplant, so dass man es von 28 bis 88 bewohnen kann, in der Stadt mit regelmäßigem ÖPNV-Anschluss in der Nähe für die Kinder und das Leben im Alter, macht sich finanziell und beim Wohnkomfort unglaublich positiv bemerkbar. So ein 140 qm Haus mit riesiger Garage und dazu noch 300-400 qm unbebauter Gartenfläche sind ganz andere Dimensionen als eine Bauträger-Wohnung mit 97qm und gerade 4 Zimmern sowie einem Abstellplatz und einem Mini-Keller-Kabuff sowie haufenweise direkten Nachbarn Wand-an-Wand. Und sowas (freistehendes Haus) kann sich hier jeder 08/15-BWLer mit 3,x-Abschluss IN der Stadt leisten.

München & Co. sind tolle Städte, wenn man mindestens 10.000 EUR im Monat zur freien Verfügung hat. Jeder, der weniger hat, hat in fast allen anderen Städten eine deutlich bessere Lebensqualität. Daher die Empfehlung an jeden, der noch die Wahl hat: Entscheidet euch für ein Haus in der Stadt, 35h-Woche und viel Zeit für Freunde und Familie statt Karriere-Sklave in München oder Frankfurt zu werden. Die Lebensqualität, das frei verfügbare Einkommen und die Freizeit werden bei der Variante a) maximiert. Variante b) maximiert lediglich das Brutto-Einkommen vor Steuern & Kosten.

Lounge Gast schrieb:

@an den romantischen <30 Grillhäuslebauer:

ganz schönes Geltungsbedürfnis. Ich kann mir schon genau
vorstellen, was das
für Freunde sind, wenn überhaupt. Aber gut solche Charaktere
muss es ja auch
geben.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Lounge Gast schrieb:

Lebenslügen von Häuslebauern:

  1. Ich habe niedrigere Nebenkosten, weil Hausmeister etc
    nicht bezahlt werden muss. Einfahrt kehrt sich von selbst,
    Unkraut jätet sich von selbst und Späße wie Schornsteinfeger
    kommen wohl kostenlos?!
    Nö, Einfahrt kehre ich, falls ich es für notwendig halte, selbst. Garten machen wir auch alles selbst, genau so viel, wie wir möchten und so, wie wir es wollen. Das nennt sich Hobby und das machen wir gerne. Wer will, streut einfach nur grünen, langsam wachsenden Rasen und jagt einen automatischen Rasenmäh-Roboter drüber. Ein Treppenhaus wie im Sozialwohnungsbau (ähm, ich meine Geschosswohnungsbau) gibt es nicht, welches gereinigt werden muss. Schornsteinfeger kostet natürlich, aber für Hausmeister, Gärtner, Reinigung Treppenhaus & Winterdienst bezahle ich nichts. Für die Verwaltung des Objekts, welche ich bei Eigentumswohnung ebenfalls zahle oder als Mieter dann über die Miete umgelegt bekomme, zahle ich ebenfalls nichts.

  2. Ich zahle das Haus einmal ab und habe dann kaum weitere
    Kosten: Alleine bei meinen Eltern (Haus Ende der Siebziger
    gebaut) - neue Heizung 5stellig, neue Fenster 5stellig,
    Öltank 4stellig, diverse Renovierungen D.h. auf die bisherige
    Lebensdauer des Hauses nochmal ca 100k reingebuttert um es
    auf einem annehmbaren Level zu halten.

Heizung 5stellig? Erzähl mir nichts. Eine neue Ölheizung für ein EFH kostet gerade so knapp über 1.000 EUR. Selbst mit Einbau, Inbetriebnahme, sonstiges kommen da keine 2.000 EUR zusammen.

Wenn es um die Heizköper ging (auch die gesamte Heizungsanlage erneuen inkl. Heizkörper kostet aber keine 5.000 EUR): Die Fußbodenheizungen heutzutage halten mindestens 50 Jahre. Wer heute neu baut, wird also wahrscheinlich nach 20-30 Jahren eine neue Heizung (1.500 - 5.000 EUR) brauchen, aber die Fußbodenheizung wird er zu Lebzeiten nicht mehr sehen.

Und wie man fünfstellig für alle Fenster zusammen zahlen soll inkl. Ausbau und Einbau, ist mir völlig schleierhaft. Wenn es natürlich gesprosste Holzfenster mit Sicherheitsklasse RC2 und Passivhaus-Standard sind, dann könnte das hinkommen, aber für 08/15-Kunststoff-Fenster nach aktuellem Stand der Technik sind die für ein normales EFH inkl. Montage nie und nimmer mehr als 3-4k EUR fällig.

Wenn man ab dem 11. Jahr mit 1.000 EUR Instandhaltungsrücklage pro Jahr rechnet, dann reicht das bei einem aktuellen EFH nach Stand der Technik mit Fußbodenheizung, Gasbrennwerttherme und Standard-Produkten im Ersatz (also 10x hochwertiger als was heute im Mietwohnungsbau eingesetzt wird aber halt EFH-Standard-Produkte) locker aus.

Aber keine Sorge, Mieter zahlen auch alle diese Instandhaltungen mit und zwar über die Miete. Mieter zahlen häufiger sogar deutlich mehr miet, weil die 08/15-Mietwohnung kein Neubau 2015 ist, welcher die ersten 10 Jahre erst mal fast ganz sicher keine Kosten verursacht, sondern meist älter, anfälliger und das Geld will der Vermieter natürlich, zusätzlich zu Verzinsung und Gewinn, auch haben und rechnet es großzügig in die Miete ein.

  1. Ich werde in dem Haus alt: Viel Spaß beim Rumhocken auf
    160qm und Nutzung von 2 bis 3 Zimmern. Verschenkter Platz.
    Alte Häuser wird man nur wegen des Grundstücks los.

Im Alter zieht keiner mehr aus, ob nun Mieter oder Eigentümer. Da kenne ich genug Beispiele, Wohnung wie Haus. Die anderen Räume nutzt man schon und wenn es, wie bei Eltern von einem guten Freund, ein komplettes Zimmer in der Mietwohnung für die Modelleisenbahn wird. Die wollen in diesem Alter (Mitte/Ende 50) nicht mehr umziehen. Das ist ihr Zuhause.

Falls es man doch raus möchte:
Szenario Hausbesitzer: Haus für gutes Geld (mindestens Inflationsausgleich seit Hausbau, häufig mehr da Baukosten bisher immer oberhalb der Inflationsrate inflationiert sind) verkaufen und teuer irgendwo einmieten
Szenario Wohnungsmieter: Ausziehen und alles noch mal renovieren müssen und dann auch teuer irgendwo anders einmieten

  1. My house is my castle: 40qm Rasenfläche im Reihenhaus,
    eine Wand direkt zu den Nachbarn. Kein Baum größer als 2m
    Radius möglich. Auto steht halb auf der Straße weil
    Neubaugebiete auf maximale Bodennutzung geplant werden und
    die Parkbuchten minimal klein sind. Kenne viele solcher
    "Wohnanlagen" im Taunus. ÖPNV-Anbindung sporadischst.

Selbst Schuld. Kauf dir halt ein freistehendes EFH in der Stadt mit mehreren Stadtbahnlinien in 10 Minuten Laufreichweite und Bus in unter 5 Minuten sowie mehreren 100 qm Garten und gutem Abstand zum Nachbarn. Außerdem übergroße Doppelgarage mit Platz für 2 Autos, Rädern, Gartenmöbeln, Grill und viel Stuff. Ist nicht möglich? Doch, habe ich ja gemacht. Aber nicht in München, nicht in Frankfurt, etc.

Aber selbst wenn: 40qm Rasenfläche sind mir noch lieber als 10qm Balkon. Ein 2-Meter-Baum ist mir liebe als gar kein Baum. Lieber eine direkte Wand zum Nachbarn, als Nachbarn links, rechts, oben, unten, diagonal oben, diagonal unten und direkt gegenüber in den weiteren Sozialwohnungen (ähh Geschosswohnungsbau meine ich). Andererseits: Nein, nicht wirklich. Weder Wohnung, noch Reihenhaus sind ein Option. :)

antworten
know-it-all

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Du redest wie ein Blinder von Farben und hast wahrscheinlich keinen blassen Schimmer, was die großen Firmen in München, Frankfurt oder auch Düsseldorf eigentlich zahlen.

Diese Firmen (DAX30 und große MDAXler) sitzen mit ihren Zentralen nun mal in den großen westdeutschen Städten. Da ist doch keine einzige aus dem Osten dabei.
Aufgrund dieser Situation herrscht einfach ein großes Angebot an verschiedensten Jobs und entsprechend eine schöne Situation für jobsuchende Akademiker mit großer Auswahl und mit der Möglichkeit dort auch ein gutes Gehalt zu verhandeln.

Im Umfeld solcher Firmen siedeln sich dann noch diverse Zulieferer oder auch Beratungs-/Prüfungsfirmen bevorzugt an und sind somit noch ein zusätzlicher Jobmotor.

Dresden und Leipzig mögen noch Sonderfälle im Osten sein, aber die Firmen, die sich dort angesiedelt haben (wenn ich mal Porsche als Beispiel nehme) sind nicht mit ihren Zentralen vor Ort sondern produzieren dort. Für Akademiker gibt's dort dann nicht sooo viele Stellen.
Wenn man sieht was sich in Erfurt tut (Zalando, Redcoon) dann schafft das zwar eine Menge Arbeitsplätze, aber im Grunde sind das ja nur Logistikstandorte und die entstandenen Arbeitsplätze eher dem Niedriglohnsektor angehörend.

In den oben erwähnten Firmenzentralen wird übrigens nicht überall malocht, sondern die große Mehrheit gestaltet ihre Arbeitszeiten nach Tarifvereinbarungen - nicht jeder Wiwi arbeitet für die Big4 oder andere Beratungsfirmen mit etwas anspruchsvolleren Arbeitszeiten.

Lounge Gast schrieb:

Kein Geltungsbedürfnis, es ist halt mal Zeit Tacheles zu
reden. Jeder, der sich hier wegen 100-200 EUR netto mehr
versklavt und in die Slums von München, Düsseldorf oder
Frankfurt zieht, hat mein vollstes Unverständnis für dieses
Verhalten. Es lohnt sich geldmäßig ganz und gar nicht. In den
"normalen" Städten, abseits von FRA/MUC/DUS/etc.
verdient man vlt. 100 EUR netto weniger zum Einstieg und als
Middle Management sind es vlt. 300 EUR netto weniger, aber es
gibt das Haus in der Stadt für 250-300k statt für 700-1.000k.
Dieser Unterschied lässt sich nie und nimmer herausholen und
so schuftet der Karriere-BWLer mit Überstunden noch und
nöcher dafür, nicht mal annähernd den Lebensstandard zu
erreichen, welcher jeder 08/15-Standard-BWLer mit
3,x-Abschluss und 35-40h-Woche in einer "normalen"
Stadt easy lebt.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Die Gehälter werden ja hier immer und immer wieder breit getreten. Aber darum geht es in erster Linie gar nicht. Man merkt hier, wie jeder jammert darüber, dass Immobilien so teuer werden und an eine Haus gar nicht zu denken wäre, wenn es nicht 20km entfernt stehen würde. Bestenfalls wäre eine ETW drin und das auch nur vielleicht. Aber hier kann sich jeder 08/15-BWLer das Haus in der Stadt mit vollem ÖPNV-Anschluss leisten. Dazu braucht man nicht mal Karriere gemacht zu haben, sondern dazu reicht ein Einstiegsgehalt und eine Einstiegsposition. Nebenbei bemerkt zahlte die Big4 bei welcher ich hier mal war übrigens 3500 EUR pro Monat als Einstiegsgehalt.

Und so erscheint es mir ziemlich logisch, dass jeder Gehaltsvorteil von den Lebenshaltungskosten, insbesondere Wohnkosten, weit, weit überkompensiert wird. Dort wo sich die großen Konzerne ansiedeln, können sich Geschäftsführer und Bereichsleister ein Haus leisten, während der normale Akademiker eben auf ETW/Mietwohnung/Sozialwohnungsbau/Haus aufm Platten Land ausweichen muss. Hier kann sich der normale Akademiker oder Facharbeiter ein Haus leisten, während 8,50-EUR-Kräfte auf ETW/Mietwohnung/Sozialwohnungsbau/Haus aufm Platten Land ausweichen müssen.

Die Eltern von einer Freundin sind beide Lehrer (ohne großes Erbe oder sonstiges) und die überlegen sich ob sie der Tochter mal nebenbei eine neue 4-Zimmer-Wohnung in der Stadt kaufen und finanzieren, währen sie noch studiert (ebenfalls Lehramt). Die würde die Kreditraten dann erst in ein paar Jahren nach dem Referendariat übernehmen müssen und bis dahin können die Eltern sich das locker nebenbei leisten. Wäre so eine Überlegung auch nur annähernd in München oder Frankfurt denkbar?

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

know-it-all schrieb:

Du redest wie ein Blinder von Farben und hast wahrscheinlich
keinen blassen Schimmer, was die großen Firmen in München,
Frankfurt oder auch Düsseldorf eigentlich zahlen.

Es interessiert doch nicht, was Firmen dort zahlen. Entscheidend ist, wie das ganze relativ zu den Lebenshaltungskosten aussieht. Und da schneiden diese Städte höchstens durchschnittlich ab, einige sogar unterdurchschnittlich auf Gesamtdeutschland bezogen. Wenn es mal an den Immobilienerwerb geht, dann dürfte sich das Verhältnis nochmal deutlich zugunsten "Pampa" verschieben.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Was habe ich von niedrigen Lebenshaltungkosten in der Provinz oder auf dem Dorf? Wo ich dann 300 KM zum nächsten int. Flughafen brauche? Wo das Kleinbürgertum die Lokalzeitungen mit Geburtstagsanzeigen für Omma Gertrude überflutet?! Für so einen "Lifestyle" hätte man genauso gut ein Ausbildung beim Dorfmetzger machen können. Urbanität, Weltfoffenheit, Lifestyle findet man nur in Metropolen.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

alles angebot und nachfrage... es wollen eben auch viel weniger leute dort wohnen, wo du her kommst. kulturelles angebot und vieles mehr gibt es nunmal bevorzugt in städten wie muc, stuttgart, ffm. und dort gibt es auch viele gut bezahlte jobs

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Natürlich völliger Quatsch. In den Metropolen kann sich kein Berufseinsteiger ein Haus leisten, nicht mal eine ETW im Zentrum.

Die begehrten Viertel in den Großstädten (Köln, München, Frankfurt, Hamburg etc) rufen Preise von 1000Euro für eine halbwegs schöne Singlewohnung von 60qm auf.

Ich weiß nicht, ob es in diesem Thread war - natürlich gibt es Bestandsmieter, die "nur" 760 für ein 3Z-Wohnung zahlen. Aber wenn man neu in die Stadt zieht, ohne Kontakte und ohne Ahnung, dann läuft es auf den Tausender hinaus (der Experte mit 760 musste später übrigens einräumen, dass es all-in dann doch eher über 900 sind).

Ein Haus (mit ÖPNV.-Anschluss nach 10 Gehminuten in jede Richtung) gibt es nicht zu kaufen. Ich wohne in Köln - in den guten Vierteln werden keine Häuser verkauft. Oder wenn, dann nicht über Immoscout und in einem Preissegment, was sich auch die beiden Lehrer nicht leisten können.

Ich finde die Diskussion relativ theoretisch: Ein Berufseinsteiger wird sich eine Immofinanzierung sowieso nicht leisten können. Sinnvoll ist es obendrein nicht, weil man nicht weiß, ob man bleibt.

Für die länger im Beruf befindlichen, mit Familie und Kindern ist es eine Überlegung wert. Diese werden aber von sich aus so vernünftig sein und eher nach außerhalb ziehen.

Ganz witzig: in diesem Thread könnte man viele der anderen Threads unterbringen:

Eigentumserwerb in der Grußstadt eig nur über Erbschaft möglich
(-> "Einkommen im Erwerbsleben")
Lehrer mit der "Schere im Kopf und im Portemannaie"
Das ewige Gerede ums "Einstiegsgehalt"
"Mieten vs. Kaufen"

Lounge Gast schrieb:

Die Gehälter werden ja hier immer und immer wieder breit
getreten. Aber darum geht es in erster Linie gar nicht. Man
merkt hier, wie jeder jammert darüber, dass Immobilien so
teuer werden und an eine Haus gar nicht zu denken wäre, wenn
es nicht 20km entfernt stehen würde. Bestenfalls wäre eine
ETW drin und das auch nur vielleicht. Aber hier kann sich
jeder 08/15-BWLer das Haus in der Stadt mit vollem
ÖPNV-Anschluss leisten. Dazu braucht man nicht mal Karriere
gemacht zu haben, sondern dazu reicht ein Einstiegsgehalt und
eine Einstiegsposition. Nebenbei bemerkt zahlte die Big4 bei
welcher ich hier mal war übrigens 3500 EUR pro Monat als
Einstiegsgehalt.

Und so erscheint es mir ziemlich logisch, dass jeder
Gehaltsvorteil von den Lebenshaltungskosten, insbesondere
Wohnkosten, weit, weit überkompensiert wird. Dort wo sich die
großen Konzerne ansiedeln, können sich Geschäftsführer und
Bereichsleister ein Haus leisten, während der normale
Akademiker eben auf ETW/Mietwohnung/Sozialwohnungsbau/Haus
aufm Platten Land ausweichen muss. Hier kann sich der normale
Akademiker oder Facharbeiter ein Haus leisten, während
8,50-EUR-Kräfte auf ETW/Mietwohnung/Sozialwohnungsbau/Haus
aufm Platten Land ausweichen müssen.

Die Eltern von einer Freundin sind beide Lehrer (ohne großes
Erbe oder sonstiges) und die überlegen sich ob sie der
Tochter mal nebenbei eine neue 4-Zimmer-Wohnung in der Stadt
kaufen und finanzieren, währen sie noch studiert (ebenfalls
Lehramt). Die würde die Kreditraten dann erst in ein paar
Jahren nach dem Referendariat übernehmen müssen und bis dahin
können die Eltern sich das locker nebenbei leisten. Wäre so
eine Überlegung auch nur annähernd in München oder Frankfurt
denkbar?

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Mal eine andere Frage: Ich bin der Meinung dass sich das Pendel- und Wohnverhältnis im Umfeld von Großstädten weltweit in den nächsten Jahren stark ändern wird. Mit autonomen Autos kann man locker 1h pro Strecke pendeln und arbeitet nebenher dank selbstfahrendem Autound Internetanschluss schon seine Emails ab etc. Wenn die Autos besser untereinander kommunizieren können werden zudem Staus reduziert sodass die Straßen mehr Autos aufnehmen können. Somit wird stressfreies Pendeln für jeden möglich, nicht nur für die die direkt an einer ICE-Haltestelle o.Ä. wohnen.
Was haltet ihr davon?

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Naja, und hier schreibt mal wieder einer über 40.

Meine 2ct: Das Leben kann man kaum planen, vieles "kommt" einfach so, sei es nun die steile Karriere (mit Versetzungen innerhalb Europas), die Scheidung, das Aufgeben von einst gehegten Plänen, die kranken Eltern, die überraschende Beförderung.

Auf einmal passt die Großstadtpenthousewohnung/das Provinzzeihenhaus nicht mehr in die bis eben noch intakte "Lebensplanung", und man muss umdisponieren. Der eine muss sein Haus verkaufen, der andere hat gar keins.

Es gibt so viele Lebensmodelle und -plane, nur die, denen das noch alles bevorsteht, streiten in einem Forum über das einzig richtige optimale Modell. Die Milde und Nachsicht gegenüber anderen kommt dann irgendwann, mit den Jahren. Dann freut man sich, wird man bei Freunden zum Grillen im Garten eingeladen, und revanchiert sich dann mit einem Cocktailabend, der mit einem Zug durch die Bars der eigenen Großstadt endet, und das schöne an Deutschland ist ja eben genau diese Vielfalt, das Nebeneinander der Regionen, anders als in England oder Frankreich.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Interessante Perspektive! Falls das so kommen wird (und die Chancen sind zwar schwer einzuschätzen, allerdings aus meiner subjektiven Sicht nicht allzu schlecht) wäre das ein unheimlicher Fortschritt und würde so einiges ermöglichen.

Gegen Krieg und für autonome Autos! (Könnte aus der Rede einer Möchtegern-Schönheitskönigin fällt mir gerade auf ;))

Lounge Gast schrieb:

Mal eine andere Frage: Ich bin der Meinung dass sich das
Pendel- und Wohnverhältnis im Umfeld von Großstädten weltweit
in den nächsten Jahren stark ändern wird. Mit autonomen Autos
kann man locker 1h pro Strecke pendeln und arbeitet nebenher
dank selbstfahrendem Autound Internetanschluss schon seine
Emails ab etc. Wenn die Autos besser untereinander
kommunizieren können werden zudem Staus reduziert sodass die
Straßen mehr Autos aufnehmen können. Somit wird stressfreies
Pendeln für jeden möglich, nicht nur für die die direkt an
einer ICE-Haltestelle o.Ä. wohnen.
Was haltet ihr davon?

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Wenn es in Erfurt und Leipzig etc so super ist, wieso ziehen dann mehr Akademikeranteile von da in den Westen als andersrum? Klar dass dann die Grundstücke und Häuser günstig sind.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Bei mir hier im Großraum Stuttgart war es vor ca. 20 Jahren "in" dass man aus den Städten hinaus in die umliegenden ländlichen Gegenden zog und sich dort ein EFH gekauft hat.

In den letzten 5 Jahren hat sich der Trend nun völlig umgekehrt, da leidige Staus und massiv gestiegene Benzinkosten das Pendeln zum Job in die Stadt deutlich unattraktiver gemacht hat. Die Preise für Wohnungen in der Stadt explodieren, während manche Verkäufer auf dem Land keine Interessenten für ihr Haus finden.
Ich denke daher dass autonomes Fahren durchaus einen massiven Einfluss auf die räumliche Lebensplanung der Menschen haben wird. Der Trend zur Urbanisierung wird dann an seine Grenzen stoßen wenn es für den Einzelnen mehr Nachteile und Kosten mit sich bringt in der Großstadt zu wohnen als er Vorteile hat.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Mal ganz reduziert: Jedes BWL Akademiker Paar wird bei durchschnittlichem Verdienst irgendwas zwischen 300 und 500 TEUR für eine Immobilie ausgeben können, wenn es denn eine haben möchte.

Die Frage ist dann aber nicht nach Haus oder Wohnung, groß oder klein, Garten oder nicht, neu oder alt. Sondern: welche Lage! Das ist alles was zählt, und was den Kaufs- und Verkaufspreis am meisten beeinflusst. Wer also als durchschnittlicher BWLer ein großes EFH freistehend mit Garten haben will, muss darauf nicht verzichten! Er muss nur weiter draußen wohnen.

D.h. wenn es um Immobilien geht, ist die erste Frage nicht nach Haus, Whg, Größe etc. Sondern: wieviel bin ich bereit zu pendeln? Ist eigentlich offensichtlich, aber der Punkt geht im Forum manchmal verloren. Die Frage ist aber kompliziert, erst recht wenn die Partnerin auch Vollzeit arbeitet, dann Kinder in die Schule müssen etc. Aber Hausfinanzierung und Pendeln sind zwei Seiten derselben Medaille!

Da ich bis jetzt nur in relativ großen Städten studiert und gearbeitet habe, musste ich selten mehr als 30 min pendeln, meistens weniger. Ich habe also keine Erfahrung, wie viel Pendeln optimal ist, bzw. wieviel Geld ich dadurch spare (sehe das auch als Arbeitszeit, dafür günstigeres Haus etc). Aber mehr als sagen wir 1,5 Std Tür zu Tür Einweg könnte ich mir nicht vorstellen. Wenn ich dafür abzüglich Transportkosten mind. 10 Euro Stundenlohn sparen will und nix vom Arbeitgeber krieg sind das 30 Netto am Tag, also bei 252 Arbeitstagen ca. 1575 Brutto im Monat!

Das ist ungefähr das was ich gerade für 90 qm in FFM bezahle. D.h. wenn ich jetzt 1,5h weiter draussen wohnen würde, müsste diese Wohnung quasi umsonst sein, damit das Pendeln sich finanziell lohnt!

Da ich sowas stark bezweifele, habe ich bis jetzt nur Innenstädten gewohnt.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Ich glaube, Du hast Dich ein bisschen zuviel mit Deinen "Was-ist-was"-Büchern beschäftigt...

Selbstfahrende Autos gibt es schon: Leider sitzt man nicht alleine drin, sondern mit anderen zusammen. Und die Reifen sind aus Metall...

Was Du meinst, ist der Versuch der Autoindustrie, sich immer wieder selbst zu erfinden - nur dass viele Leute das nicht einsehen wollen.

Wenn man schon in die Richtung "Was ist möglich mit der Mobilität" denkt, dann doch bitte mit ressourcenschonenden Konzepten. Alleinfahrende Autos passen da irgendwie nicht rein.

Lounge Gast schrieb:

Mal eine andere Frage: Ich bin der Meinung dass sich das
Pendel- und Wohnverhältnis im Umfeld von Großstädten weltweit
in den nächsten Jahren stark ändern wird. Mit autonomen Autos
kann man locker 1h pro Strecke pendeln und arbeitet nebenher
dank selbstfahrendem Autound Internetanschluss schon seine
Emails ab etc. Wenn die Autos besser untereinander
kommunizieren können werden zudem Staus reduziert sodass die
Straßen mehr Autos aufnehmen können. Somit wird stressfreies
Pendeln für jeden möglich, nicht nur für die die direkt an
einer ICE-Haltestelle o.Ä. wohnen.
Was haltet ihr davon?

antworten
know-it-all

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Wenn man eben ein bisschen weiter denkt und das verfügbare Einkommen nach Abzug aller Kosten nicht nur danach bewertet, wie schnell man davon eine Immobilie abbezahlen kann, dann liegen die West-Metropolen mit Sicherheit sehr weit vorne.

Mit Ausnahme der Kosten für das Wohnen, bei denen es natürgemäß eine breite Spreizung in D gibt, sind die übrigen Lebenshaltungskosten in den West-Metropolen übrigens nicht so viel teurer als im Osten.

Nach deiner Logik gibt es das beste Verhältnis aus Einkommen und "Kaufkraft auf dem lokalen Immobilienmarkt" sicher auch nicht in Leipzig/Dresden sondern irgendwo in Mecklenburg oder Brandenburg, also Gegenden mit hohem Bevölkerungsschwund, wo man so manches Haus für den Preis eines besser ausgestatteten VW Golf erwerben könnte.

Lounge Gast schrieb:

Es interessiert doch nicht, was Firmen dort zahlen.
Entscheidend ist, wie das ganze relativ zu den
Lebenshaltungskosten aussieht. Und da schneiden diese Städte
höchstens durchschnittlich ab, einige sogar
unterdurchschnittlich auf Gesamtdeutschland bezogen. Wenn es
mal an den Immobilienerwerb geht, dann dürfte sich das
Verhältnis nochmal deutlich zugunsten "Pampa"
verschieben.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Wenn du jetzt Luxus-Konsum-Tempel oder ähnliches gemeint hättest, dann hätte ich ja noch zugestimmt, aber wenn es um das kulturelle Angebote geht, dann hängen Städte wie Berlin, Leipzig und Dresden ja Frankfurt, Düsseldorf, Köln oder Stuttgart locker ab.

Lounge Gast schrieb:

alles angebot und nachfrage... es wollen eben auch viel
weniger leute dort wohnen, wo du her kommst. kulturelles
angebot und vieles mehr gibt es nunmal bevorzugt in städten
wie muc, stuttgart, ffm. und dort gibt es auch viele gut
bezahlte jobs

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Fast alle Großstädte arbeiten gerade daran, MIV (Motorisierten Individualverkehr) zu minimieren oder zu vermeiden. Wenn es mal autonome Autos gibt, dann wird es Stadtmaut, Tempo 30 als Standard in der Stadt, aggressive Vorrangschaltung für den Umweltverbund (ÖPNV, Fahrrad, Fußgänger) und vieles mehr schon lange geben, so dass du gerne eine Stunde pendeln kannst, aber dann nicht weiter kommst als heute in einer halben Stunde. Das liegt daran, dass die meisten Großstädte rot oder rot-grün regiert werden. Und die Städte machen die Verkehrspolitik in der Stadt, da kannst halt gerne noch auf'm Land vom CDU-Dorf A zum CDU-Dorf B pendeln, aber sobald du Stadt-Terrain betrittst, wirst du geradezu dazu gegängelt, den nächsten Park&Ride-Parkplatz anzusteuern und deinen Weg "umweltfreundlich" zurückzulegen.

Lounge Gast schrieb:

Interessante Perspektive! Falls das so kommen wird (und die
Chancen sind zwar schwer einzuschätzen, allerdings aus meiner
subjektiven Sicht nicht allzu schlecht) wäre das ein
unheimlicher Fortschritt und würde so einiges ermöglichen.

Gegen Krieg und für autonome Autos! (Könnte aus der Rede
einer Möchtegern-Schönheitskönigin fällt mir gerade auf ;))

Lounge Gast schrieb:

Mal eine andere Frage: Ich bin der Meinung dass sich das
Pendel- und Wohnverhältnis im Umfeld von Großstädten
weltweit
in den nächsten Jahren stark ändern wird. Mit autonomen
Autos
kann man locker 1h pro Strecke pendeln und arbeitet
nebenher
dank selbstfahrendem Autound Internetanschluss schon seine
Emails ab etc. Wenn die Autos besser untereinander
kommunizieren können werden zudem Staus reduziert sodass
die
Straßen mehr Autos aufnehmen können. Somit wird
stressfreies
Pendeln für jeden möglich, nicht nur für die die direkt an
einer ICE-Haltestelle o.Ä. wohnen.
Was haltet ihr davon?

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Ich rede ja eben nicht von den massiv überteuerten Städten wie München, Frankfurt, Düsseldorf oder Köln sondern von der ganzen Riege an normalen Städten. In Leipzig/Dresden kann sich jeder 3,x-Absolvent mit seinem Einstiegsgehalt ein Haus in der Stadt leisten. Und das gilt sicher auch für andere Großstädte, da ich z.B. weiß, dass die Immobilienpreise in Bremen sogar niedriger liegen und in Hannover nicht wesentlich höher.

Um Lehrer oder Nicht-Lehrer geht es übrigens gar nicht. Soweit ich weiß, wird in Sachsen nicht sonderlich großzügig befördert und nicht mal verbeamtet. Ich gehe also davon aus, dass es ein 2x-A13-nicht-verbeamtet-Paar ist, welches gerade überlegt, sich mal nebenbei eine 4-Zimmer-Neubau-Stadtwohnung zu leisten, damit Töchterchen da drin leben kann. In München undenkbar, in meiner sächsischen Metropole hier problemlos möglich.

Lounge Gast schrieb:

Natürlich völliger Quatsch. In den Metropolen kann sich kein
Berufseinsteiger ein Haus leisten, nicht mal eine ETW im
Zentrum.

Die begehrten Viertel in den Großstädten (Köln, München,
Frankfurt, Hamburg etc) rufen Preise von 1000Euro für eine
halbwegs schöne Singlewohnung von 60qm auf.

Ich weiß nicht, ob es in diesem Thread war - natürlich gibt
es Bestandsmieter, die "nur" 760 für ein 3Z-Wohnung
zahlen. Aber wenn man neu in die Stadt zieht, ohne Kontakte
und ohne Ahnung, dann läuft es auf den Tausender hinaus (der
Experte mit 760 musste später übrigens einräumen, dass es
all-in dann doch eher über 900 sind).

Ein Haus (mit ÖPNV.-Anschluss nach 10 Gehminuten in jede
Richtung) gibt es nicht zu kaufen. Ich wohne in Köln - in den
guten Vierteln werden keine Häuser verkauft. Oder wenn, dann
nicht über Immoscout und in einem Preissegment, was sich auch
die beiden Lehrer nicht leisten können.

Ich finde die Diskussion relativ theoretisch: Ein
Berufseinsteiger wird sich eine Immofinanzierung sowieso
nicht leisten können. Sinnvoll ist es obendrein nicht, weil
man nicht weiß, ob man bleibt.

Für die länger im Beruf befindlichen, mit Familie und Kindern
ist es eine Überlegung wert. Diese werden aber von sich aus
so vernünftig sein und eher nach außerhalb ziehen.

Ganz witzig: in diesem Thread könnte man viele der anderen
Threads unterbringen:

Eigentumserwerb in der Grußstadt eig nur über Erbschaft möglich
(-> "Einkommen im Erwerbsleben")
Lehrer mit der "Schere im Kopf und im Portemannaie"
Das ewige Gerede ums "Einstiegsgehalt"
"Mieten vs. Kaufen"

Lounge Gast schrieb:

Die Gehälter werden ja hier immer und immer wieder breit
getreten. Aber darum geht es in erster Linie gar nicht.
Man
merkt hier, wie jeder jammert darüber, dass Immobilien so
teuer werden und an eine Haus gar nicht zu denken wäre,
wenn
es nicht 20km entfernt stehen würde. Bestenfalls wäre eine
ETW drin und das auch nur vielleicht. Aber hier kann sich
jeder 08/15-BWLer das Haus in der Stadt mit vollem
ÖPNV-Anschluss leisten. Dazu braucht man nicht mal
Karriere
gemacht zu haben, sondern dazu reicht ein
Einstiegsgehalt und
eine Einstiegsposition. Nebenbei bemerkt zahlte die Big4
bei
welcher ich hier mal war übrigens 3500 EUR pro Monat als
Einstiegsgehalt.

Und so erscheint es mir ziemlich logisch, dass jeder
Gehaltsvorteil von den Lebenshaltungskosten, insbesondere
Wohnkosten, weit, weit überkompensiert wird. Dort wo
sich die
großen Konzerne ansiedeln, können sich Geschäftsführer und
Bereichsleister ein Haus leisten, während der normale
Akademiker eben auf ETW/Mietwohnung/Sozialwohnungsbau/Haus
aufm Platten Land ausweichen muss. Hier kann sich der
normale
Akademiker oder Facharbeiter ein Haus leisten, während
8,50-EUR-Kräfte auf ETW/Mietwohnung/Sozialwohnungsbau/Haus
aufm Platten Land ausweichen müssen.

Die Eltern von einer Freundin sind beide Lehrer (ohne
großes
Erbe oder sonstiges) und die überlegen sich ob sie der
Tochter mal nebenbei eine neue 4-Zimmer-Wohnung in der
Stadt
kaufen und finanzieren, währen sie noch studiert
(ebenfalls
Lehramt). Die würde die Kreditraten dann erst in ein paar
Jahren nach dem Referendariat übernehmen müssen und bis
dahin
können die Eltern sich das locker nebenbei leisten. Wäre
so
eine Überlegung auch nur annähernd in München oder
Frankfurt
denkbar?

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Leipzig, Dresden, Bremen und Hannover haben weniger Urbanität als Frankfurt oder Stuttgart? Stimmt, niemand kommt an die Kriminalitätsrate von Frankfurt oder die Smog-Dichte von Stuttgart ran. Und wenn ich 1-2x im Jahr zum internationalen Flughafen will zwecks Urlaub und wenn es nicht etwa ein Auto-Urlaub in Europa wird und wenn ich überhaupt in Urlaub fahre und es im Moment nicht etwa wegen eines Kleinkinds sowieso unmöglich ist, dann nehme ich gerne diesen Weg 1-2x maximal im Jahr für 1-2h extra in Kauf. Ort danach auswählen, dass man einen 1h kürzeren Weg nach Thailand hat? Geht's noch?

Und wenn du das Kleinbürgertum nicht magst, dann halte dich tunlichst fern von den Konzern-Großstädten. Nirgendwo ist Kleinbürgertum präsenter als bei den tarifgebunden, deutschen Großunternehmen. Leipzig, Tübingen und Münster sind wunderbare Anti-Kleinbürger-Städte mit urban gepräger Bevölkerung, die Rad fährt statt Auto, Bio kauft statt konventionell, Grün wählt statt CDU und sich sozial engagiert & weltoffen Migranten/Asylsuchende integriert.

Wenn ich jetzt an den Schreibtischtäter in München, Frankfurt oder Düsseldorf, sehe, der ist doch der Inbegriff des Kleinbürgertums. Arbeitet bei einem IG Metall Unternehmen, fährt Auto statt Rad/Umweltverbund, macht wenig Sport und hat mindestens leichtes Übergewicht, hat keine Ahnung, was regionale Bio-Produkte überhaupt sind, noch nie einen Bio-Supermarkt von innen gesehen, wählt CDU weil schon immer so gemacht, findet das Asyl-Heim nebenan ziemlich beängstigend und reist nach Spanien, Italien oder bestenfalls Australien/USA statt nach Südafrika, Thailand oder Südamerika.

Lounge Gast schrieb:

Was habe ich von niedrigen Lebenshaltungkosten in der Provinz
oder auf dem Dorf? Wo ich dann 300 KM zum nächsten int.
Flughafen brauche? Wo das Kleinbürgertum die Lokalzeitungen
mit Geburtstagsanzeigen für Omma Gertrude überflutet?! Für so
einen "Lifestyle" hätte man genauso gut ein
Ausbildung beim Dorfmetzger machen können. Urbanität,
Weltfoffenheit, Lifestyle findet man nur in Metropolen.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Es gibt in Deutschland 15 Städte im Bereich von grob ab 500.000 Einwohner. Duisburg auf Platz 15 hat 487.000 Einwohner, Bochum folgt auf Platz 16 mit 361.000 Einwohnern und weitem Abstand. Mich würde unter diesen 15 Städten wirklich mal interessieren, wo man das höchste reale Einkommen hat.

Selbst wenn sich nur die Wohn/Immobilienkosten unterscheiden würden, dann machen diese aber bei vielen Menschen in Großstädten 40-50% der Gesamtkosten aus. Und wenn dann ein Neubau-Stadt-Haus in Leipzig/Dresden knapp 300k kostet und in München mal angenommen 900k, dann macht schon das mindestens 30% Netto-Einkommensunterschied aus. Brutto nochmal mehr dank Progression.

Aber es unterscheiden sich ja auch Kosten fürs Essen gehen, Taxi, ÖPNV, Friseur, Reparatur Auto, Putzfrau und naja allgemein alles, was sich Dienstleistung nennt.

Im Endeffekt, wie viel Münchner oder Frankfurter können sich eine Haus in der Stadt locker leisten? Warum kann das hier jeder (Unter-)Durchschnitts-BWLer/Ingenieur/ITler? Ich halte den Preiseffekt für weit, weit, weit über dem Gehaltseffekt. Wirklich extrem weit darüber.

know-it-all schrieb:

Wenn man eben ein bisschen weiter denkt und das verfügbare
Einkommen nach Abzug aller Kosten nicht nur danach bewertet,
wie schnell man davon eine Immobilie abbezahlen kann, dann
liegen die West-Metropolen mit Sicherheit sehr weit vorne.

Mit Ausnahme der Kosten für das Wohnen, bei denen es
natürgemäß eine breite Spreizung in D gibt, sind die übrigen
Lebenshaltungskosten in den West-Metropolen übrigens nicht so
viel teurer als im Osten.

Nach deiner Logik gibt es das beste Verhältnis aus Einkommen
und "Kaufkraft auf dem lokalen Immobilienmarkt"
sicher auch nicht in Leipzig/Dresden sondern irgendwo in
Mecklenburg oder Brandenburg, also Gegenden mit hohem
Bevölkerungsschwund, wo man so manches Haus für den Preis
eines besser ausgestatteten VW Golf erwerben könnte.

Lounge Gast schrieb:

Es interessiert doch nicht, was Firmen dort zahlen.
Entscheidend ist, wie das ganze relativ zu den
Lebenshaltungskosten aussieht. Und da schneiden diese
Städte
höchstens durchschnittlich ab, einige sogar
unterdurchschnittlich auf Gesamtdeutschland bezogen.
Wenn es
mal an den Immobilienerwerb geht, dann dürfte sich das
Verhältnis nochmal deutlich zugunsten "Pampa"
verschieben.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Lounge Gast schrieb:

Was habe ich von niedrigen Lebenshaltungkosten in der Provinz
oder auf dem Dorf?

Mehr verfügbares Einkommen + die schönere Wohngegend und damit Lebensqualität. Zwei Fliegen mit einer Klappe. ;-)
Mir geht das Stadtleben ehrlich gesagt absolut auf den Senkel. Ich habe lange dort gelebt, bin auch komplett in der Stadt aufgewachsen, mir hat eine ländliche Umgebung aber schon immer besser gefallen. Ich würde nie mehr in einer Stadt mit ihren Oberflächlichkeiten, geltungsbedürftigen Menschen und eingeschränkten Freizeitmöglichkeiten Leben wollen. Hier hol ich mein Radl raus und bin sofort in der Natur, kann direkt von der Haustür in den Wald joggen und habe trotzdem alles an Einkaufsmöglichkeiten in Gehweite. Und die nächste Innenstadt ist keine 30 Minuten entfernt. Auf der Autobahn bin ich in 3 Minuten, um Flughafen in 10. sowas nennt ich Lebensqualität, die mich auch noch deutlich weniger kostet als eine vergleichbare Immobilie direkt in der Stadt.

antworten
know-it-all

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Lounge Gast schrieb:

Es gibt in Deutschland 15 Städte im Bereich von grob ab
500.000 Einwohner. Duisburg auf Platz 15 hat 487.000
Einwohner, Bochum folgt auf Platz 16 mit 361.000 Einwohnern

War mit nicht bewusst, dass wir keine Stadt im Bereich von 360.00 bis 480.000 Einwohnern haben.

[...]

Selbst wenn sich nur die Wohn/Immobilienkosten unterscheiden
würden, dann machen diese aber bei vielen Menschen in
Großstädten 40-50% der Gesamtkosten aus. Und wenn dann ein

Das stimmt meiner Meinung nach nicht bzw gilt vielleicht nur für Berufseinsteiger. Akademische Jobs in den genannten Städten sind signifkant besser bezahlt und berücksichtigen das höhere Kostenniveau entsprechend.
Trotz knapp über 900 EUR Kaltmiete zahlen wir (beide um die 8 Jahre Berufserfahrung) weniger als 1/5 unseres Haushaltsnettos für die Wohnung (mit NK). Jetzt kannst du ungefähr ausrechnen, was im Monat hängen bleibt. Mit der Finanzkraft könnten wir uns eine ETW bis 400kEUR wohl auch "bequem" leisten, aber im Moment stimmt da einfach die Preis-Leistungs-Relation nicht und deswegen bleiben wir vorerst Mieter, mehren unser Eigenkapital und beobachten den Immobilienmarkt "von der Seitenlinie".

Auch wenn wir für Düsseldorf natürlich über dem Durchschnitt verdienen - wir sind beide "nur" nicht-leitende Angestellte und nicht in Führungspositionen. Es gibt also hier auch genug Angestellte, die nochmal viel besser verdienen.
Selbst wenn uns Miete/Wohnen in Leipzig/Dresden nur halb so viel kosten würde (was wahrscheinlich nicht mal so ist, eher im Bereich 2/3), müssten wir ja ein Monatsnetto von deutlich mehr als 5k EUR erzielen, um mit unserer Situation in Düsseldorf mithalten zu können. Ich denke das haben in Leipzig/Dresden nur sehr sehr wenige wirklich gut verdienende Paare. Einfach auch weil es der Jobmarkt nicht hergibt.

Und auch wenn du es anscheinend anders siehst - ich messe und bewerte unser zum Sparen zur Verfügung stehendes Einkommen in EUR und nicht in lokaler Immobilien-Kaufkraft. Denn - unabhängig von der Wohnlage - wer am Ende des Monats mehr übrig hat, kann mehr Vermögen aufbauen.

Neubau-Stadt-Haus in Leipzig/Dresden knapp 300k kostet und in
München mal angenommen 900k, dann macht schon das mindestens
30% Netto-Einkommensunterschied aus. Brutto nochmal mehr dank
Progression.

Aber es unterscheiden sich ja auch Kosten fürs Essen gehen,
Taxi, ÖPNV, Friseur, Reparatur Auto, Putzfrau und naja
allgemein alles, was sich Dienstleistung nennt.

Im Endeffekt, wie viel Münchner oder Frankfurter können sich
eine Haus in der Stadt locker leisten? Warum kann das hier
jeder (Unter-)Durchschnitts-BWLer/Ingenieur/ITler? Ich halte
den Preiseffekt für weit, weit, weit über dem Gehaltseffekt.
Wirklich extrem weit darüber.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Was nützt es, Rad zu fahren und Bio-Produkte zu kaufen, wenn ich dann als Zwei- oder Dreiwochenurlaub eine Flugfernreise nach Südamerika oder Thailand mache?!

Lounge Gast schrieb:

Wenn ich jetzt an den Schreibtischtäter in München, Frankfurt
oder Düsseldorf, sehe, der ist doch der Inbegriff des
Kleinbürgertums. Arbeitet bei einem IG Metall Unternehmen,
fährt Auto statt Rad/Umweltverbund, macht wenig Sport und hat
mindestens leichtes Übergewicht, hat keine Ahnung, was
regionale Bio-Produkte überhaupt sind, noch nie einen
Bio-Supermarkt von innen gesehen, wählt CDU weil schon immer
so gemacht, findet das Asyl-Heim nebenan ziemlich
beängstigend und reist nach Spanien, Italien oder bestenfalls
Australien/USA statt nach Südafrika, Thailand oder Südamerika.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

  1. Bitte nur den jeweiligen Teil zitieren, den man kommentieren möchte.

  2. Würde wohl auch nach Dresden ziehen, ins 300k-Neustadt-Neubau-Haus. Aber dort gibts halt keinen Job für mich...
    Und dass das Töchterchen dort studiert, ist ja schön und gut, aber was machst Du mit der Wohnung, wenn sie mit dem Studium fertig ist?
    Da könnte es ggf. doch ökonomishcer sein, dem Töchterchen für 300Euro kalt die 2-Zimmer-Wohnung zu stellen...

Lounge Gast schrieb:
(...)

Um Lehrer oder Nicht-Lehrer geht es übrigens gar nicht.
Soweit ich weiß, wird in Sachsen nicht sonderlich großzügig
befördert und nicht mal verbeamtet. Ich gehe also davon aus,
dass es ein 2x-A13-nicht-verbeamtet-Paar ist, welches gerade
überlegt, sich mal nebenbei eine 4-Zimmer-Neubau-Stadtwohnung
zu leisten, damit Töchterchen da drin leben kann. In München
undenkbar, in meiner sächsischen Metropole hier problemlos
möglich.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Wenn es um Umweltschutz geht: Es gibt wohl einiges mehr als CO2. Die Devise bei CO2 heißt sowieso nun mehr, mit dem Folgen klar kommen, statt CO2 um jeden Preis zu vermeiden.

Autos stoßen Stichoxide und Diesel-Autos gar krebserregende und allergieauslösende Dieselpartikel aus. Außerdem verbrauchen sie Unmengen an öffentlichem Raum (1 Person = 5 Meter Länge, 3 Meter Breite plus Bremsweg, welcher auch beansprucht wird, je nach Geschwindigkeit). Als Radfahrer entlastet man die Umwelt von Stickoxiden, Dieselpartikeln und dem Flächenverbrauch beim Fahren wie bei ruhendem Verkehr.

Bio-Produkte vermeiden weitestgehend die Verschmutzung der Umwelt mit Pestiziden, Antibiotika & Gen-Pflanzen. Sie sorgen für ein Mindestmaß an artgerechter Haltung. Noch progressiver wäre es natürlich, gleich auf Bio-Vegan umzusatteln.

Und so wie ich diese Zeilen schreibe, weiß ich doch genau, dass unsere Kleinbürger hier sich fragen was dieser Mist alles soll und sich freuen, jeden Tag im Auto sitzen zu können und das Rad bestenfalls als Freizeitmobil sehen und sich darüber freuen, dass billigstes Hackfleisch im Aldi/ReWe/Lidl/Kaufland heute wieder im Angebot war.

Und diese Kleinbürger gibt es zu hunderttausenden in jeder dieser Städte wie München, Frankfurt, Stuttgart etc.
Ich sage nicht, dass es Städte gibt, welche völlig frei vom kleinbürgerlichen Geist sind, aber es sind doch vor allem kleinere Städte, häufig mit hohem Studentenanteil, und nicht die Städte, wo haufenweise BWLer hinziehen, welche als Lebensziel Reihenhaus mit Passat haben oder wenn es dafür nicht reicht eben Eigentumswohnung und Golf. Leipzig ist da bei den größeren Städten eine bemerkenswerte Ausnahme. Ansonsten hatte ich ja schon Tübingen und Münster genannt. Leider beide Städte eher teuer.

Aber die Gleichung "Karrierestadt" = wenig Kleinbürger kann ich ganz und gar nicht unterschrieben. Ganz im Gegenteil, ich halte den Anteil an kleinbürgerlichem Geist in diesen Städten sogar für weit überdurchschnittlich.

Lounge Gast schrieb:

Was nützt es, Rad zu fahren und Bio-Produkte zu kaufen, wenn
ich dann als Zwei- oder Dreiwochenurlaub eine Flugfernreise
nach Südamerika oder Thailand mache?!

Lounge Gast schrieb:

Wenn ich jetzt an den Schreibtischtäter in München,
Frankfurt
oder Düsseldorf, sehe, der ist doch der Inbegriff des
Kleinbürgertums. Arbeitet bei einem IG Metall Unternehmen,
fährt Auto statt Rad/Umweltverbund, macht wenig Sport
und hat
mindestens leichtes Übergewicht, hat keine Ahnung, was
regionale Bio-Produkte überhaupt sind, noch nie einen
Bio-Supermarkt von innen gesehen, wählt CDU weil schon
immer
so gemacht, findet das Asyl-Heim nebenan ziemlich
beängstigend und reist nach Spanien, Italien oder
bestenfalls
Australien/USA statt nach Südafrika, Thailand oder
Südamerika.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Ich mach gar nichts mit der Wohnung, die Tochter ist eine Freundin. Ihre Eltern sind beide Lehrer. Ich kenne deren Gehalt nicht, aber da in Sachsen nicht verbeamtet und selten befördert wird, gehe ich davon aus, es 2xA13 ohne Verbeamtung ist. Dieses Paar, Eltern von einer Freundin, überlegen ob sie der Tochter (eine Freundin) eine Neubau-4-Zimmer-Wohnung hier in der Stadt kaufen, damit sie während des Studiums und auch danach dort drin leben kann. Anzahlung und monatliche Rate würden die Eltern übernehmen, bis die Tochter mit dem Referendariat fertig ist und ab dann würde dann die Tochter die Raten weiterzahlen.

Für 300 EUR Kaltmiete gibt es hier bestenfalls einen 2-Zimmer-Plattenbau. Was hat das mit einer 4-Zimmer-Neubauwohnung in viel besserer Lage gemein? Und was ist mit Anschlussverwendnung? Na die Tochter bleibt natürlich drin wohnen - das ist die Anschlussverwendung.

Lounge Gast schrieb:

Und dass das Töchterchen dort studiert, ist ja schön und gut,
aber was machst Du mit der Wohnung, wenn sie mit dem Studium
fertig ist?
Da könnte es ggf. doch ökonomishcer sein, dem Töchterchen für
300Euro kalt die 2-Zimmer-Wohnung zu stellen...

Lounge Gast schrieb:
(...)

Um Lehrer oder Nicht-Lehrer geht es übrigens gar nicht.
Soweit ich weiß, wird in Sachsen nicht sonderlich
großzügig
befördert und nicht mal verbeamtet. Ich gehe also davon
aus,
dass es ein 2x-A13-nicht-verbeamtet-Paar ist, welches
gerade
überlegt, sich mal nebenbei eine
4-Zimmer-Neubau-Stadtwohnung
zu leisten, damit Töchterchen da drin leben kann. In
München
undenkbar, in meiner sächsischen Metropole hier problemlos
möglich.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Dann ist es halt die Frage, wie man wohnen möchte. Ich möchte in einem EFH mit gutem Garten dran in der Stadt wohnen, direkte ÖPNV-Anbindung haben (Bahn & Bus; weniger als 5 Minuten-Takt durch mehrere Linien), mit dem Rad auch mal in die Innenstadt radeln können und eine gute Gegend soll es sein.

Sowas ist hier für den Durchschnitts-BWLer, der aus der Probezeit raus ist, problemlos möglich. Bei uns, mit unserem überdurchschnittlichen Einkommen ist das Haus halt zusätzlich schon in unter 10 Jahren abgezahlt.

Kann sich der Durchschnitts-Konzern-BWLer in Düsseldorf kurz nach dem Einstieg auch schon ein Haus in der Stadt (und nicht nur eine ETW) leisten? Oder zumindest nach einigen Jahren Berufserfahrung? Freistehendes EFH, kein Reihen/Doppelhaus. Mit sehr guter ÖPNV-Anbindung und Garten in guter Gegend.

know-it-all schrieb:

Das stimmt meiner Meinung nach nicht bzw gilt vielleicht nur
für Berufseinsteiger. Akademische Jobs in den genannten
Städten sind signifkant besser bezahlt und berücksichtigen
das höhere Kostenniveau entsprechend.
Trotz knapp über 900 EUR Kaltmiete zahlen wir (beide um die 8
Jahre Berufserfahrung) weniger als 1/5 unseres
Haushaltsnettos für die Wohnung (mit NK). Jetzt kannst du
ungefähr ausrechnen, was im Monat hängen bleibt. Mit der
Finanzkraft könnten wir uns eine ETW bis 400kEUR wohl auch
"bequem" leisten, aber im Moment stimmt da einfach
die Preis-Leistungs-Relation nicht und deswegen bleiben wir
vorerst Mieter, mehren unser Eigenkapital und beobachten den
Immobilienmarkt "von der Seitenlinie".

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Ich lebe in Frankfurt. Ich frage mich, was meint ihr mit "Haus in der Stadt". Ein freistehendes Einfamilienhaus? Das gibt es hier nicht, Leute, die Geld haben leben beispielsweise in sehr großen Altbauwohnungen im Westend, oder in Reihenhäusen, ggf Doppelhäusern in Bockenheim nahe dem Union Club.

Freistehende EFH gibt es vielleicht in den (eher uneleganten) Randstadtteilen oder eben in Königstein, Kronberg etc.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

wie der gartentyp hier meint alle bekehren zu müssen...

schonmal daran gedacht, dass es verschiedene lebensentwürfe gibt?! du hast deine sache jetzt oft genug dargestellt. jetzt ist es auch irgendwann mal gut?

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

OK, meine Frage hast Du nicht beantwortet.
Thailandflug = soviel CO2, Stichoxide und sonstige Abgast direkt in der Ozonschicht. Bis Thailand sind es 10.000km(?), also ist Dein Geradele für zwei Jahre soviel wert wie ein einziger Thailandflug.

Ich sehe viele Dinge genauso wie Du (Vegetarier, kein Auto, bewusst ernähren) - dennoch ist es sehr gefährlich, sich über andere zu erheben.

Sei Dir dessen bewusst, dass auch Du Teil der Konsummaschine bist - probier, Dein eigenes Verhalten zu "optimieren".

Was Du sonst erzählst, hört sich eher wie Nachgeplapper von Industrie-Lobbyisten an:
"Es geht nicht mehr darum, CO2 zu vermeiden, sondern darum, mit den Folgen fertig zu werden."
"Bio ist gut für euch und die Umwelt - deshalb jetzt auch in Rewe, Aldi und Lidl Bio für alle!"

Lounge Gast schrieb:

Wenn es um Umweltschutz geht: Es gibt wohl einiges mehr als
CO2. Die Devise bei CO2 heißt sowieso nun mehr, mit dem
Folgen klar kommen, statt CO2 um jeden Preis zu vermeiden.

Autos stoßen Stichoxide und Diesel-Autos gar krebserregende
und allergieauslösende Dieselpartikel aus. Außerdem
verbrauchen sie Unmengen an öffentlichem Raum (1 Person = 5
Meter Länge, 3 Meter Breite plus Bremsweg, welcher auch
beansprucht wird, je nach Geschwindigkeit). Als Radfahrer
entlastet man die Umwelt von Stickoxiden, Dieselpartikeln und
dem Flächenverbrauch beim Fahren wie bei ruhendem Verkehr.

Bio-Produkte vermeiden weitestgehend die Verschmutzung der
Umwelt mit Pestiziden, Antibiotika & Gen-Pflanzen. Sie
sorgen für ein Mindestmaß an artgerechter Haltung. Noch
progressiver wäre es natürlich, gleich auf Bio-Vegan
umzusatteln.

Und so wie ich diese Zeilen schreibe, weiß ich doch genau,
dass unsere Kleinbürger hier sich fragen was dieser Mist
alles soll und sich freuen, jeden Tag im Auto sitzen zu
können und das Rad bestenfalls als Freizeitmobil sehen und
sich darüber freuen, dass billigstes Hackfleisch im
Aldi/ReWe/Lidl/Kaufland heute wieder im Angebot war.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Ach, Du bist ja ein Individualist. Das will ja sonst keiner.

Junge, das Problem ist doch, dass ALLE genau das wollen! Deshalb sind die entsprechenden Wohnungen doch so teuer!
Und in Deinem Beitrag verstehe ich auch nicht: Willst Du das mal haben oder ist es in 10 Jahren eures? Und wo ist "hier"?

Lounge Gast schrieb:

Dann ist es halt die Frage, wie man wohnen möchte. Ich möchte
in einem EFH mit gutem Garten dran in der Stadt wohnen,
direkte ÖPNV-Anbindung haben (Bahn & Bus; weniger als 5
Minuten-Takt durch mehrere Linien), mit dem Rad auch mal in
die Innenstadt radeln können und eine gute Gegend soll es sein.

Sowas ist hier für den Durchschnitts-BWLer, der aus der
Probezeit raus ist, problemlos möglich. Bei uns, mit unserem
überdurchschnittlichen Einkommen ist das Haus halt zusätzlich
schon in unter 10 Jahren abgezahlt.

Kann sich der Durchschnitts-Konzern-BWLer in Düsseldorf kurz
nach dem Einstieg auch schon ein Haus in der Stadt (und nicht
nur eine ETW) leisten? Oder zumindest nach einigen Jahren
Berufserfahrung? Freistehendes EFH, kein Reihen/Doppelhaus.
Mit sehr guter ÖPNV-Anbindung und Garten in guter Gegend.

antworten
know-it-all

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Ich habe die Antwort doch schon mehrfach gegeben. Nein kann er nicht. Das liegt aber (auch) daran, dass die Stadt eben schon weitgehend vollgebaut ist und es nicht viele neu erschlossene Baugrundstücke/-flächen gibt. Die bestehenden Grundstücke befinden sich in Familienbesitz etc und es gibt nicht soviel Fluktation im Sinne von Veräußerungen. Die paar verkauften Häuser gehen für entsprechend viel Geld weg. Also wenig Angebot, viel Nachfrage mit viel Kaufkraft.

Dresden/Leipzig haben da auch Rückstand und nach der Wende wurden viele Bauflächen erst in kürzerer Zeit erschaffen. Aufgrund von Angebot und Nachfrage ist es dort eben anscheinend günstiger ein Grundstück zu erwerben. So what? Wenn ich dort keinen vergleichbar gut bezahlten Job finde und keinerlei Leute kenne (ok in Dresden kenne ich welche) - was nützt mir dann diese Tatsache der günstigen Grundstückspreise? Gar nichts!

Lounge Gast schrieb:

Kann sich der Durchschnitts-Konzern-BWLer in Düsseldorf kurz
nach dem Einstieg auch schon ein Haus in der Stadt (und nicht
nur eine ETW) leisten? Oder zumindest nach einigen Jahren
Berufserfahrung? Freistehendes EFH, kein Reihen/Doppelhaus.
Mit sehr guter ÖPNV-Anbindung und Garten in guter Gegend.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Lounge Gast schrieb:

wie der gartentyp hier meint alle bekehren zu müssen...

schonmal daran gedacht, dass es verschiedene lebensentwürfe
gibt?! du hast deine sache jetzt oft genug dargestellt. jetzt
ist es auch irgendwann mal gut?

Der Gartentyp ist ein Troll vom Feinsten.
Lästert ständig über die Leute in Ihren Hasenställen, Topverdiener in Großstädten und dann kommt die Bombe:

140qm Wohnfläche und 300-400qm Garten. Im Osten.
Junge, komm mal in der Realität an: das was Du beschreibst ist Spiesserhausen par excellence und die Leute, die in Deinem Alter in der Großstadt in sog. "Hasenställen" leben, tun das idR, weil Sie die Urbanität zu schätzen wissen und von zu Hause 300qm WOHNfläche gewohnt sind. Für die kommt Dein Wohnklo mit Garten im Tempotaschentuchformat gar nicht in Betracht.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Zum Thema Dresden vs München: gibt es einen Index, der Durchschnittsgehalt und durchschnittliche Lebenshaltungskosten in deutschen Großstädten ins Verhältnis setzt?

Also ein Index der mir sagt: wie lange muss ich für einen Döner in den Top 10 deutschen Großstädten arbeiten? Also wie der PPP/Big Mac Index für Währungen, nur Big Macs kosten ja überall in Deutschland das gleiche, daher Döner, gleiche Inputs aber verschiedene Preise.

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WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Familieneinkommen inkl. Kindergeld: ca. 4000,- Euro
3 Personen Haushalt
Region: Nord-West-Deutschland
sehr ländlich
Weg zur Arbeit: 30 km (einfache Strecke)
wir benötigen deshalb 2 PKW´s
Kita-Platz: 200,- Euro
Kreditrate: 850,- Euro
nächste Großstadt: weit genug weg.

Haus mit 140 qm Wohnfläche, Grundstück: 800 qm

Aber das Wichtigste ist: wir fühlen uns hier unglaublich wohl und sind glücklich. Und das ist unbezahlbar. Da stört es mich nicht, dass ich in den Ballungszentren sicherlich 20.000 Euro mehr verdienen könnte. Experiment Großstadt hatte ich und es hat mit einfach nicht gefallen.

antworten
WiWi Gast

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Ich bin so einer. Meine Eltern haben extreme viel Platz, drinnen wie draussen. Das kriege ich eh später mal. Heute lebe ich in beinahe in der Frankfurter Innenstadt und würde es derzeit nicht anders haben wollen.

Lounge Gast schrieb:

Lounge Gast schrieb:

wie der gartentyp hier meint alle bekehren zu müssen...

schonmal daran gedacht, dass es verschiedene
lebensentwürfe
gibt?! du hast deine sache jetzt oft genug dargestellt.
jetzt
ist es auch irgendwann mal gut?

Der Gartentyp ist ein Troll vom Feinsten.
Lästert ständig über die Leute in Ihren Hasenställen,
Topverdiener in Großstädten und dann kommt die Bombe:

140qm Wohnfläche und 300-400qm Garten. Im Osten.
Junge, komm mal in der Realität an: das was Du beschreibst
ist Spiesserhausen par excellence und die Leute, die in
Deinem Alter in der Großstadt in sog.
"Hasenställen" leben, tun das idR, weil Sie die
Urbanität zu schätzen wissen und von zu Hause 300qm
WOHNfläche gewohnt sind. Für die kommt Dein Wohnklo mit
Garten im Tempotaschentuchformat gar nicht in Betracht.

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know-it-all

Re: Lebenshaltungskosten mit Familie und Hausfinanzierung

Lounge Gast schrieb:

[...]
Haus mit 140 qm Wohnfläche, Grundstück: 800 qm
[...]
Und das ist unbezahlbar. [...]

Für München/Frankfurt/Düsseldorf etc gilt das auch - und zwar wortwörtlich. :-)

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