DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Job-Trends: ArbeitsmarktAkademikerjobs

OECD-Vergleich: Akademikermangel in Deutschland?

Droht Deutschland ein Akademikermangel und damit ein Mangel an hochqualifizierten Fachkräften? Die im Herbst 2008 von der OECD veröffentlichten Zahlen »Bildung auf einen Blick« haben Aufsehen erregt, weil sie Deutschland ein schlechtes Zeugnis bei der Akademikerausbildung ausstellten.

Weißes Männchen zwischen weißen Linien zeigt einen Gehweg an.

OECD-Vergleich: Akademikermangel in Deutschland?
Bonn, 06.05.2009 (idw) - Demnach haben im Jahr 2006 lediglich 21,2 Prozent der typischen Altersgruppe einen tertiären Ausbildungsgang abgeschlossen. Im Durchschnitt der OCED-Länder liegt dieser Wert bei 37,2 Prozent. Das BIBB hat die OECD-Indikatoren untersucht und geprüft, ob das vermeintlich schlechte Abschneiden im internationalen Ranking durch Besonderheiten der deutschen Berufsbildungs- und Arbeitsmarktstruktur aufgeklärt werden kann. Die Ergebnisse der Analyse sind in der neuesten Ausgabe der BIBB-Fachzeitschrift »Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis - BWP«, Heft 2/2009 veröffentlicht.

»Undifferenziert von einem bedrohlichen Akademikermangel zu sprechen, erscheint unbegründet, auch wenn in bestimmten technisch und naturwissenschaftlich geprägten Beschäftigungsbereichen heute schon hochqualifiziertes Personal fehlt«, stellt Manfred Kremer, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung fest. »Hochschulabsolventenquoten junger Geburtenjahrgänge allein sind noch kein geeignetes Maß, um die technologische Leistungsfähigkeit eines Landes zu beurteilen und diesbezüglich sinnvolle Politikempfehlungen abzuleiten.« Zweckmäßiger, so die Ergebnisse der BIBB-Analyse, ist die Betrachtung des Akademikeranteils in der Erwerbsbevölkerung. Dieser wiederum ist unter Einbeziehung von Besonderheiten der jeweiligen nationalen Bildungs- und Arbeitsmarktstruktur zu interpretieren. Im Gegensatz zu den Absolventenquoten bleibt der Akademikeranteil unter den 25 bis 64-Jährigen in Deutschland mit 24 Prozent nur leicht hinter dem OECD-Mittel von 27 Prozent zurück.



Von einer Unterversorgung des deutschen Arbeitsmarkts mit Akademikerinnen und Akademikern über alle Beschäftigungsbereiche hinweg kann aktuell noch keine Rede sein. Der Anteil der 25 bis 64-Jährigen mit tertiärem Bildungsabschluss liegt leicht über dem Anteil der gleichen Altersgruppe in Beschäftigungen mit hohen Anforderungen, welcher gut 20 Prozent beträgt (siehe Abbildung). Zwar fällt dieser Überschuss geringer als in anderen Ländern aus, dies kann aber damit erklärt werden, dass das deutsche Bildungssystem entsprechend ausgebildetes Personal auch durch berufsbildende Aus- und Weiterbildungsgänge zur Verfügung stellt. »In Deutschland werden Kompetenzen, die in Ländern ohne ein ausgebautes Berufsbildungssystem an Hochschulen vermittelt werden, vielfach durch berufliche Aus- und Weiterbildung erworben«, betont Kremer. Um die freien Stellen mit hohen Anforderungen konkurrieren nicht nur Akademiker, sondern auch viele gut ausgebildete Fachkräfte, die sich entsprechend weiterqualifiziert haben. Betrachtet man das Verhältnis der hochqualifizierten 25-64jährigen und der Personen in Beschäftigungen mit hohem Anforderungen, so lässt dies eher den Schluss zu, dass in Deutschland Bildung und Beschäftigung besser aufeinander abgestimmt sind als in anderen OECD-Ländern.

Die Sorge um einen kurzfristigen Akademikermangel in Deutschland lässt sich somit auf Grundlage der BIBB-Analyse eindeutig relativieren. Gleichwohl muss in Deutschland auch weiterhin die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte gefördert werden. Kremer: »Dazu sollte aber nicht nur das Hochschulstudium attraktiver werden, sondern auch die anspruchsvolle berufliche Fortbildung ausgeweitet und die Durchlässigkeit zwischen diesen Bildungsbereichen verbessert werden. So könnten auch bereits Erwerbstätige bedarfsgerecht höher qualifiziert werden.«

Um künftig einen Mangel an hochqualifizierten Fachkräften zu vermeiden, empfehlen die BIBB-Experten ferner für effiziente Rahmenbedingungen im Bildungssystem zu sorgen. Zum Beispiel wäre es wünschenswert, durch differenziertere Prognosen die Informationslage zur Entwicklung von Angebot und Nachfrage nach Absolventen bestimmter Ausbildungsgänge und Fachrichtungen zu verbessern. Außerdem sollten die Unternehmen die Möglichkeit stärker nutzen, das Fachkräfteangebot durch Kooperationen mit Bildungseinrichtungen oder Sti-pendien zu beeinflussen und die Bereitschaft junger Menschen für anspruchsvolle akademische und berufsbildende Qualifizierungswege zu wecken.

Download [PDF, 5 Seiten - 1,16 MB]
http://www.bibb.de/bwp/akademikerquoten

  

Im Forum zu Akademikerjobs

3 Kommentare

Bewerbung zurückziehen und auf andere, neue Position bewerben

WiWi Gast

Ich will mal eure Meinung zu meiner Situation: habe mich beim SDAX auf eine Position beworben. Seit einer Woche liegt die Bewerbung bei der Fachabteilung und bisher keine Einladung, obwohl Stelle näch ...

8 Kommentare

Sicheres Auftreten

WiWi Gast

Hi, ich lese immer wieder in Stellenbeschreibungen die Anforderung "Sicheres Auftreten". Aus Praktika weiß ich, dass genau das mein Problem sein könnte: solange ich nicht wirklich fit in ei ...

6 Kommentare

Stellenanforderungskatalog vs. Stellenkategorisierung

WiWi Gast

Hallo Forum, auf einem Jobportal habe ich eine Stelle gefunden. Es wird dort mehrjährige Berufserfahrung und sehr gute Kenntnisse im Bereich xy gefordert. Die gleiche Stelle wird jedoch in der Katego ...

12 Kommentare

Unternehmen mit 35 Stunden Woche (Rhein-Main-Gebiet)

WiWi Gast

Hi Leute, wie im Betreff schon erwähnt - gibt es nennenswerte Unternehmen in und rund um Frankfurt die eine 35 Stunden Woche pflegen? Falls ja welche? Über Google lässt sich bei einzelnen Firmen schw ...

11 Kommentare

Wie weiter nach Weltreise ?

WiWi Gast

Hallo zusammen, Ich habe BWL studiert mit den Schwerpunkten Finanzen, Rechnungslegung und Controlling und dann 5 Jahre in einer IT-Unternehmensberatung gearbeitet. Danach war ich über 10 Jahre in ei ...

24 Kommentare

Wie weiter nach Weltreise ?

WiWi Gast

Hallo zusammen, Ich habe BWL studiert mit den Schwerpunkten Finanzen, Rechnungslegung und Controlling und dann 5 Jahre in einer IT-Unternehmensberatung gearbeitet. Danach war ich über 10 Jahre in ei ...

5 Kommentare

Devisenhandel / Forex in München

WiWi Gast

Hi! Ich suche eine Stelle im Raum München, die sich explizit mit dem Währungshandel (Foreign Exchange) beschäftigt. Da es in deutschland kein Prop Trading mehr gibt können es auch gerne angrenzende Be ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Akademikerjobs

 Wortspinnennetz - An Fäden hängen mehrere kleine Würfel mit Buchstaben, die Hochschulabschlüsse: PHD, BA, DR, MA und DIPL vor grauem Hintergrund zeigen.

Akademiker-Jobs werden meist über Internet-Jobbörsen besetzt

Fast jede dritte Stelle wird in Deutschland über persönliche Kontakte besetzt. Bewerber mit höheren Qualifikationen werden jedoch häufig über das Internet gesucht und eingestellt. Am erfolgreichsten werden Stellen für Akademiker dabei über Internet-Jobbörsen besetzt. Über alle besetzten Stellen gesehen, war die persönliche Empfehlung über eigene Mitarbeiter im Jahr 2015 erneut der erfolgreichste Weg bei Stellenbesetzungen. Die Pflege persönlicher Netzwerke ist daher für Arbeitgeber bei der Personalsuche von großem Vorteil. Auch für Arbeitsuchende ist das Networking entsprechend wichtig.

Akademikerarbeitslosigkeit bei 2,5 Prozent

Akademiker verzeichneten im Jahr 2012 mit 2,5 Prozent eine deutlich niedrigere Arbeitslosenquote als Absolventen einer betrieblichen oder schulischen Berufsausbildung (fünf Prozent). Am höchsten war die Arbeitslosenquote bei Menschen ohne Berufsabschluss: Sie lag 2012 bei 19 Prozent. Das zeigen am Montag veröffentlichte Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Afrika, Africa, Kontinent, Armut, Asyl, Flüchtlinge,

OECD-Studie zur Arbeitsmigration: Deutschland offen für Akademiker

Der aktuelle OECD-Bericht zur Arbeitsmigration beschäftigt sich mit der Frage, ob es der deutschen Migrationspolitik gelingt, die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts zu erfüllen, ohne dadurch die Entwicklungsperspektiven in den Herkunftsländern zu beeinträchtigen. Deutschland ist offen für Akademiker. Die Zuwanderung für Fachkräfte mit mittlerer Qualifikation ist dagegen schwierig.

Weiteres zum Thema Job-Trends: Arbeitsmarkt

Personalberatung in Deutschland 2015/2016 – Führungskräfte im Vertrieb und Marketing besonders gefragt

Der Branchenumsatz der Personalberatung stieg in Deutschland im Jahr 2015 um 6,8 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Die Prognose für ein Umsatzplus in 2016 liegt bei 8,4 Prozent. Besonders nachgefragt sind Spezialisten in den Unternehmensbereichen Marketing und Vertrieb. Jede zweite Position wurde 2015 über Direktansprache, Anzeigensuche, Social-Media-Kanälen und Datenbanken besetzt.

Eine Frau von hinten mit schwarzer Jacke und rotem Kopftuch.

Deutsche Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs, Arbeitslosigkeit wächst trotz Zuwanderung kaum

Die Konjunktur in Deutschland bleibt schleppend aufwärts gerichtet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird 2015 um 1,7 Prozent und im kommenden Jahr um 1,8 Prozent zunehmen. Während in diesem Jahr die größten Impulse von den Exporten ausgingen, wird 2016 die Binnen­nachfrage eine noch größere Rolle spielen. Der Arbeitsmarkt wird den Zustrom an Flüchtlingen relativ gut verkraften.

Beliebtes zum Thema Berufseinstieg

Segelboote mit dem BMW-Symbol auf offener See mit Wind in den Segeln.

Unternehmensranking 2017: Die Top 100 Arbeitgeber für Wirtschaftswissenschaftler

Doppelsieg für BMW als beliebtester Arbeitgeber bei den Absolventen der Wirtschaftswissenschaften und dem Ingenieurwesen. Gefolgt von Audi, Daimler und Porsche ist die Automobilindustrie erneut die attraktivste Branche. PwC ist die einzige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und McKinsey die einzige Unternehmensberatung unter den Top 10 Arbeitgebern für Wirtschaftswissenschaftler. Die Beratungen gehören insgesamt zu den großen Gewinnern im Ranking. Die Deutsche Bank fällt in der Finanzbranche erstmals hinter EZB und Goldman Sachs von Platz 27 auf 43. Das zeigt die Business Edition des aktuellen trendence Graduate Barometer 2017.

Screenshot: Jobtrends-Studie 2017 von Kienbaum und Staufenbiel.

JobTrends 2017: Gute Jobaussichten für Wirtschaftswissenschaftler

Was Berufseinsteiger im Jahr 2017 wissen müssen, dem ist die JobTrends-Studie von Staufenbiel und Kienbaum nachgegangen. Personaler checken Bewerbungen oft nur in maximal fünf Minuten. In nur sechs Prozent der Fälle googlen Entscheider den Namen der Bewerber. Punkten können Absolventen beim Berufseinstieg eher mit Praxiserfahrung als mit einem guten Studienabschluss. Beim Gehalt können Berufseinsteiger aktuell fünf bis zehn Prozent mehr heraushandeln.

Ein spanischer Stier aus Metall steht für Konjunktur und den Ifo-Geschäftsklimaindex.

Unternehmensranking 2017: Top 25 WP-Gesellschaften und Steuerberatungen

Die Schere zwischen den Big Four und den übrigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Steuerberatungsgesellschaften in Deutschland geht weiter auseinander. PricewaterhouseCoopers (PwC) führt weiterhin die Spitze der Top 25 WP-Gesellschaften und Steuerberatungen an. Im Schnitt sind die 25 nach Inlandsumsatz führenden WP-Gesellschaften und Steuerberatungen um 7,2 Prozent gewachsen. Die Deutschlandumsätze der Big Four stiegen sogar um 11,8 Prozent. Dies sind Ergebnisse aus dem Unternehmensranking 2017 von Lünendonk.

HELP - Eine Bürotasse zeigt ein Männchen hinter einem Aktenberg, das um Hilfe ruf.

Deutschen ist Arbeitsumfeld wichtiger als hohe Bezahlung

Drei Viertel aller Berufstätigen in Deutschland macht ihr aktueller Job Spaß. Ein gutes Betriebsklima und flexible Arbeitszeiten locken Bewerber und Jobwechsler an. Lediglich acht Prozent arbeiten allein für das Gehalt. Das Meistern von Herausforderungen und Produzieren von guten Ergebnissen steht für 26 Prozent im Vordergrund, die Arbeit im Team und die Zeit mit den Kollegen für 15 Prozent. Eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben, motiviert 12 Prozent der Berufstätigen in Deutschland. Das zeigt die Studie „Beruf und Karriere 2017" der CreditPlus Bank AG.

Schild mit der Aufschrift "Exit".

Jeder vierte Arbeitnehmer ist auf dem Absprung

Knapp 70 Prozent der Angestellten ist die Gesundheit wichtiger als Wohlstand. Neben der Vergütung ist Freizeit und Urlaub aktuell der wichtigste Faktor bei der Arbeitgeberwahl. Pluspunkte bei der Arbeitgeber sind Sabbaticals, zusätzliche Urlaubstagen oder weniger Arbeitsstunden für ein geringeres Gehalt. Nur jedem vierten Mitarbeiter werden derzeit flexible Arbeitsbedingungen genehmigt. Jeder zweite Mitarbeiter rechnet durch Teilzeit oder Home Office zudem mit geringeren Karrierechancen. Die Digitalisierung von HR-bezogenen Aufgaben ist noch kaum entwickelt. Das sind Ergebnisse der Mercer „Global Talent Trends Study“ 2017.

Unister Insolvenzverfahren Rip-Deal

Insolvenzverfahren der Unister Holding GmbH vom Amtsgericht Leipzig eröffnet

Nach dem Unfalltod von Mitbegründer Thomas Wagner und Gesellschafter Oliver Schilling hatte die Unister Holding GmbH den Insolvenzantrag gestellt. Laut dem Magazin Spiegel hat der Reiseportal-Anbieter rund 39 Millionen Euro Schulden. Durch den Insolvenzantrag konnte die Handlungsfähigkeit der Unister-Reiseportal gesichert werden, sodass Buchungen über Fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de weiterhin möglich sind. Aktuelle Berichte offenbaren, dass Thomas Wagner vor seinem Tod auf einen „Rip-Deal“ reingefallen ist.

Feedback +/-

Feedback