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Job-Trends: ArbeitsmarktEU

Volle Arbeitnehmerfreizügigkeit seit dem 1. Mai

Der deutsche Arbeitsmarkt befindet sich zum Beginn der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit für acht weitere Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) in guter Verfassung und ist attraktiv für Arbeitnehmer aus anderen Ländern.

Eine Fensterfront ergibt Formen.

Volle Arbeitnehmerfreizügigkeit seit dem 1. Mai
Wiesbaden, 05.05.2011 (destatis) - Der deutsche Arbeitsmarkt befindet sich zum Beginn der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit für acht weitere Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) in guter Verfassung und ist attraktiv für Arbeitnehmer aus anderen Ländern. Das deutsche Verdienstniveau war 2008 – aktuellere Zahlen liegen nicht vor – nach Dänemark, Luxemburg, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich das fünfthöchste in der EU. Die Erwerbslosenquote war 2010 im europäischen Vergleich niedrig – hier lag Deutschland nach Österreich, Luxemburg, den Niederlanden, Zypern und Malta auf Platz sechs. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit Blick auf den 1. Mai 2011 mit. An diesem Tag laufen in Deutschland nach sieben Jahren die Übergangsbestimmungen zur Beschränkung der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit gegenüber acht Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) – den sogenannten EU-8 – aus. Ab dann haben auch die Staatsbürger Estlands, Lettlands, Litauens, Polens, der Slowakei, Sloweniens, der Tschechischen Republik und Ungarns freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt.

Der Ausstieg aus Erwerbslosigkeit und bessere Verdienstmöglichkeiten sind wichtige persönliche Anreize für Arbeitsmigration, die in der deutschen Debatte über den Fachkräftemangel im Blickpunkt steht. Schon vor dem 1. Mai 2011 wurden den Bürgerinnen und Bürgern der EU-8 schrittweise Zugangswege zum deutschen Arbeitsmarkt eröffnet. Im Jahr 2010 wohnten und arbeiteten bereits rund 425 000 Staatsbürger der EU-8-Länder in Deutschland. Fast drei Viertel davon (315 000) kamen aus Polen. Die polnischen Nachbarn stellen damit nach den Italienern (rund 365 000) bereits heute die zweitgrößte Gruppe unter den in Deutschland wohnenden Erwerbstätigen mit EU-Staatsbürgerschaft.

Auch wenn die EU-8 seit ihrem Beitritt zur Europäischen Union im Jahr 2004 aufholten, bestehen immer noch erhebliche Verdienstunterschiede. Im Jahr 2008 erreichte Slowenien beim durchschnittlichen Bruttomonatsverdienst den höchsten Wert unter den EU-8 und lag kaufkraftbereinigt bereits bei etwa zwei Dritteln des deutschen Wertes. Die niedrigsten Verdienste der EU-8 wurden in den baltischen Staaten mit circa einem Drittel des deutschen Niveaus festgestellt. Unser Nachbarland Polen – mit rund 18 Millionen stellt es gut die Hälfte aller Erwerbspersonen der EU-8 – kam kaufkraftbereinigt auf circa 44 Prozent des deutschen Verdienstniveaus.

Erwerbslosigkeit war im Jahr 2010 nach den Ergebnissen der Arbeitskräfteerhebung in allen Staaten der EU-8 weiter verbreitet als in Deutschland. Am größten war sie in den drei baltischen Staaten mit Erwerbslosenquoten zwischen 16,9 Prozent und 18,7 Prozent. In Slowenien und der Tschechischen Republik lag sie dagegen mit 7,3 Prozent nur geringfügig über dem deutschen Wert von 7,1 Prozent.

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