DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Job-Trends: ArbeitsmarktMindestlohn

Arbeitsmarktexperte empfiehlt Kombilohn statt Mindestlöhne

Als Alternative zur Ausweitung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes empfiehlt der Nürnberger Arbeitsmarktexperte Prof. Dr. Hermann Scherl den Kombilohn nach Harz IV auszubauen.

Drei Männer in Arbeitskleidung arbeitet an einem Flachdach mit einer Solaranlage im Hintergrund.

Arbeitsmarktexperte empfiehlt Kombilohn statt Mindestlöhne
Nürnberg, 28.04.2005 (idw) - Zum Plan der Bundesregierung, mit einer Ausweitung des bislang nur für das Baugewerbe geltenden Arbeitnehmer-Entsendegesetzes faktisch auf breiter Front branchenspezifische Mindestlöhne einzuführen, warnt Prof. Dr. Hermann Scherl von der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg in einem neuen Arbeitspapier vor beschäftigungsschädlichen Folgen. Als bessere Alternative empfiehlt er, die bereits geplante Änderung der Freibetragsregelung bei Hartz IV zu einer konsequenten Kombilohn-Lösung auszubauen. Dabei sollen niedrige Löhne deutscher Arbeitnehmer, die unter oder nahe an den Bedarfssätzen für das Arbeitslosengeld II liegen, durch staatliche Einkommenszuschüsse so aufgestockt werden, dass das Haushaltseinkommen dann deutlich das Niveau der Grundsicherung übersteigt.

Die als Ergebnis des Job-Gipfels geplante Neuregelung der »Freibeträge bei Erwerbstätigkeit« (gem. § 30 SGB II) stellt dazu bereits einen ersten Schritt dar. Danach hätte z.B. ein Alleinverdiener bei einem Ehepaar mit Kind mit einem monatlichen Bruttolohn von 800 Euro (ca. 5 Euro pro Stunde) einen Anspruch auf Aufstockung des Haushaltseinkommens durch das Arbeitslosengeld II auf etwa 1.260 Euro und käme dann mit einem Freibetrag von 240 Euro auf ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen von insgesamt 1.500 Euro. Das wäre wesentlich mehr, als von einem Mindestlohn von 1.600 Euro pro Monat (bzw. 10 Euro pro Stunde) netto übrig bleiben würde. Es fehlt allerdings noch eine ergänzende Regelung für analoge Einkommenszuschüsse an Arbeitnehmerhaushalte, deren Einkommen von vorneherein oberhalb der Bedarfssätze für das Arbeitslosengeld II liegt.

Niedriglohnjobs könnten auf diese Weise sozialverträglich gemacht werden. Mit deren Ausweitung ließen sich etliche sonst drohende Jobverlagerungen in Niedriglohnländer abwenden. Und mit niedrigeren Preisen für die mit größeren Anteilen einfacher Arbeit produzierten Güter oder Dienstleistungen könnten hierzulande auf längere Sicht auch zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten für gering qualifizierte Arbeitnehmer erschlossen werden. Arbeitslosen und auch Arbeitnehmern, deren Arbeitsplätze durch die Billiglohnkonkurrenz aus osteuropäischen Ländern bedroht sind, bietet dies bessere Perspektiven als Mindestlöhne für fehlende oder wegfallende Jobs.

Das neue Arbeitspapier von Prof. Scherl mit dem Titel »Mehr Mindestlöhne durch Ausdehnung des Entsendegesetzes? - ein Irrweg!« steht im Internet zum Download zur Verfügung.

http://www.sozialpolitik.wiso.uni-erlangen.de/down/mindestloehne.pdf

Im Forum zu Mindestlohn

14 Kommentare

Gehalt unter Mindestlohn???

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 23.09.2020: Vielleicht definierst du den Begriff "Ausbildung" etwas zu eng mit Berufsschule, starrem System und Abschlussprüfung? Ich gebe dir mal ein paar Beispiele, die ...

11 Kommentare

Praktikum Anspruch auf Mindestlohn? - Kpmg

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 23.08.2019: Genau, Frag' nach. Ich habe vor ein paar Jahren auch mal bei KPMG für ein Praktikum angeheuert und der erste Vertrag den sie mir geschickt hatten sah ähnlich ...

8 Kommentare

Praktikumsvertrag kündigen - Mindestlohn

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 15.04.2019: Mindestlohn gilt nur, wenn die Ausbildung bzw. das Studium nicht im Vordergrund des Praktikums steht... ...

18 Kommentare

Mindestlohn Praktikum Betrug?

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 06.02.2019: Bin in UK. Praktikagehalt eines Berufseinsteigers ist nicht selbstverständlich. ihr lass euch zuviel von der UB/IB Effekt blenden. Die Summer Analysts bei IB ...

5 Kommentare

Anspruch auf Mindestlohn?

WiWi Gast

Wenn du im Urlaubssemester bist, dann bist du weder immatrikuliert noch ordentlicher Student. Deine Logik geht also nicht auf. Wegen den paar Kröten so einen Aufstand zu machen und den AG zu ver ...

7 Kommentare

Ist das legal?

WiWi Gast

Nein, das ist Sozialbetrug. Würde ich mich nicht daran beteiligen, denn wenn irgendwann mal der Steuerprüfer vom Finanzamt im Haus ist, erscheint da dein Name und du hast mitgemacht. Verjährungsfriste ...

165 Kommentare

Re: Mindestlohn für Akademiker! Jetzt fordern und unterstützen!

WiWi Gast

So pauschal kann man das bzgl. "Staat" auch nicht sagen. Wegen einem Master bekommt man nicht automatisch mehr. Vielmehr kann man sich auf höher bewertete Stellen bewerben. Da sind die Anforderungen h ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Mindestlohn

Studie Stifterverband und IW Kölnm

Mindestlohn im Praktikum: Mehr Geld, weniger Angebote

Die Realität zeigt, dass Unternehmen in Hochschulen und Studierende mehr als drei Milliarden Euro jährlich investieren. Ihre Ausgaben für Praktikantenlöhne haben sich fast verdoppelt. Das hat allerdings Konsequenzen für die Anzahl an Praktikumsplätzen: Aufgrund des Mindestlohnes sind bis zu 53.000 Praktikumsplätzen weggefallen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Bildungsinvestitionen der deutschen Wirtschaft“ vom Stifterverband und dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln).

Ein Mann im grauen Pullover stützt sich auf einer Fensterbank ab und schaut nach draußen.

Ausbeutung im Praktikum: Was hat der Mindestlohn geändert?

Der Mindestlohn soll geringfügige Arbeitnehmer entlasten, aber auch Praktikanten finanziell stärken. Doch wie sieht es in der Realität tatsächlich aus? Eine Studies des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt, dass nach wie vor einige Praktikanten eine Praktikumsvergütung unter dem Mindestlohn erhalten. Manche Unternehmen werden sehr kreativ, um das Mindestlohngesetz umgehen zu können.

Weiteres zum Thema Job-Trends: Arbeitsmarkt

Statistik: ITK-Branche 2016 - 20.000 neue Stellen und 1,7 Prozent Umsatzwachstum

Die ITK-Branche befindet sich weiterhin im Aufschwung. Mit einer Wachstumsprognose von 1,7 Prozent werden im laufenden Jahr mindestens 20.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Wachstumstreiber ist vor allem die Informationstechnologie, die einen Umsatzplus von 84 Milliarden Euro verbucht. Nach den aktuellen Ergebnissen des Digitalverbandes Bitkom soll die ITK-Branche auch im nächsten Jahr weiterwachsen, um 1,2 Prozent.

Der Wirtschaftsteil einer Tageszeitung und eine Arbeitsmarktstatistik zur Jugendarbeitslosigkeit liegen auf einer schwarzen Computer-Tastatur.

Arbeitsmarktprognose 2030 - 2,2 Millionen Erwerbstätige mit Hochschulabschluss mehr

Die Bevölkerung zwischen 20 und 64 Jahren bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 2013 um rund 5 Millionen sinken. Die Zahl der Erwerbspersonen wird um 2,0 Millionen und die der Erwerbstätigen um eine Millionen sinken. Die Zahl der Erwerbstätigen mit Hochschulabschluss wird dagegen um 2,2 Millionen steigen.

Rekordhoch bei Einstellungsabsichten im Finanz- und Rechnungswesen

Die deutschen Finanzvorstände sind trotz der angespannten Finanzmarktlage optimistisch. 88 Prozent der deutschen Finanzverantwortlichen planen im zweiten Halbjahr 2015 neue Mitarbeiter einzustellen. Die Anzahl derjenigen, die ihre Finanz- und Rechnungswesenabteilung personell aufstocken wollen, ist auf 42 Prozent gestiegen.

Absolvent, Student im MBA

Arbeitslosenzahlen weiter gesunken: Besonders gute Zeiten für Absolventen

Wieder deutlich unter 3 Millionen Arbeitslose: Die neuen Zahlen von der Bundesagentur für Arbeit sind vielversprechend. Mit 2.762.000 gemeldeten Personen ist die Zahl der Arbeitssuchenden im Mai 2015 um 81.000 gesunken. Der Grund ist eine seit Monaten anhaltende gute Wirtschaftslage, die aktuellen Absolventen besonders zugutekommt.

Arbeitslosigkeit Deutschland 2013

Interaktive Deutschlandkarte zur Arbeitslosigkeit in Städten und Kreisen

Niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wende - Das Job-Wunder in Deutschland hält schon seit geraumer Zeit an. Aber nicht alle Regionen haben gleichermaßen davon profitiert. Eine interaktive Karte zeigt, in welchen Landkreisen die Situation sich seit der Finanzkrise besonders stark verbessert hat – und wo sie sich verschlechterte.

Ein hoch gewachsenes Gräserfeld.

Stellenmarkt für Betriebswirte wächst um sechs Prozent

Nach den aktuellen Ergebnissen des Job-Seismografen von Adecco und Karrierewelt sucht die Industrie wieder verstärkt nach Wirtschaftsexperten. Vor allem ist die Umwelttechnik ein Zukunftsmarkt mit guten Perspektiven. Die Anzahl der Stellenangebote ist hier im Verhältnis zu den Vorkrisenzeiten um 71 Prozent deutlich gesteigert.

Flaggen und Logo des Versicherungsunternehmen Allianz

Absolventenbedarf steigt - Wirtschaftswissenschaftler gefragt

Unternehmen wollen wieder mehr einstellen als im vergangenen Jahr. Das ist ein Ergebnis der Studie Staufenbiel JobTrends Deutschland 2011. Für die Studie wurden HR-Entscheider in Deutschland nach ihrem Bedarf an Hochschulabsolventen befragt.

Beliebtes zum Thema Berufseinstieg

Unternehmensranking 2017 der Top 10 Managementberatungen in Deutschland

Unternehmensranking 2020: Top 15 Managementberatungen in Deutschland

Die Top 15 Managementberatungen erzielen 2019 mit 12.600 Mitarbeitern gemeinsam rund 2,8 Milliarden Euro Umsatz. Ihre Umsätze in Deutschland stiegen im Schnitt um 6,2 Prozent. Roland Berger ist mit weltweit 650 Millionen Euro Umsatz erneut die klare Nummer eins. Es folgt Simon-Kucher & Partners mit fast 360 Millionen Euro. Q_Perior aus München zählt mit 214 Millionen Euro Umsatz erstmals zu den Top 3. Die Top-Themen der deutschen Managementberatungen sind Effizienzsteigerung und Kostensenkung.

Papier und Stifte liegen auf einem Schreibtisch.

Unternehmensranking 2020: Die Top 25 IT-Beratungen

Die Umsätze der Top 25 IT-Beratungen stiegen 2019 im Schnitt um 10 Prozent. Das Spitzentrio aus Accenture, T-Systems und IBM führt Accenture mit einem Umsatz von 2,4 Milliarden Euro in Deutschland an. Capgemini kann kann den Abstand auf die Top 3 mit 1,2 Milliarden Euro deutlich verkürzen. Neu im Ranking ist Valantic mit einem Umsatzplus von 11,4 Prozent und Übernahmen der Digitalagenturen Netz98 und Nexus United.

IT-Branche: Jemand programmiert an einem Notebook.

Unternehmensranking 2020: Top 20 mittelständische IT-Beratungen

Die Umsätze der Top 20 mittelständischen IT-Beratungen sind 2019 im Schnitt um 8,4 Prozent und 250 Millionen Euro gewachsen. Die Liste wird erstmals durch die Adesso SE angeführt. Durch ein Umsatzplus von 19,7 Prozent konnte das Dortmunder Unternehmen zwei Plätze im Vergleich zum Vorjahr gutmachen. Eine hohe Nachfrage erwarten die mittelständischen IT-Beratungen in den Bereichen Big Data Analytics und Prozessautomatisierung mittels Künstlicher Intelligenz.

Unternehmensranking 2017 der Top 10 Managementberatungen in Deutschland

Unternehmensranking: Die Top 10 Managementberatungen in Deutschland 2018

Die Top 10 der Managementberatungen erzielen 2018 mit knapp 10.000 Mitarbeitern gemeinsam rund 2,3 Milliarden Euro Umsatz, von 9,1 Milliarden Euro insgesamt. Die Umsätze der Top 10 in Deutschland sind im Jahr 2018 im Schnitt um 9,5 Prozent gewachsen. Die Branche rechnet 2019 mit Umsatzsteigerungen von 10,3 Prozent sowie für 2020 und 2021 mit 10,4 Prozent. Roland Berger ist mit weltweit 600 Millionen Euro Umsatz die klare Nummer eins. Besonders stark gewachsen sind Simon-Kucher mit 22,6, Porsche Consulting mit 24,5 und Horváth mit 18,1 Prozent.

Gründungsradar 2018: Eine keimende grüne Pflanze symbolisert die Gründung eines Startup-Unternehmens.

Gründungsradar 2018: TU München, Oldenburg und HHL Leipzig sind "Gründerunis"

Studenten, die eine Zukunft als Gründer oder Gründerin einschlagen wollen, sollten hier studieren: An der Technischen Universität München, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und HHL Leipzig Graduate School of Management wird am besten für eine Unternehmensgründung ausgebildet. Das zeigt der aktuelle vierte Gründungsradar 2018 des Stifterverbandes zur Gründungskultur an Hochschulen in Deutschland.

Jobbörsen-Kompass 2018: Das Foto zeigt einen Wirtschaftswissenschaftler im Anzug der die Jobbörse für WiWis von Staufenbiel.de auf dem Smarthone aufruft.

Jobbörsen-Kompass 2018: StepStone beste Jobbörse für WiWis

Jobbörsen-Kompass hat die besten deutschen Jobbörsen 2018 gekürt. Bei den Jobbörsen mit der Zielgruppe Wirtschaftswissenschaften gewann StepStone, gefolgt von Staufenbiel und Xing. Bei den Generalisten-Jobbörsen liegt StepStone ebenfalls auf Platz eins vor den Business-Netzwerken Indeed und Xing. Bei den Spezialisten-Jobbörsen stehen Staufenbiel und Unicum für die Jobsuche zum Berufseinstieg an der Spitze. Shooting Star mobileJob.com erzielt Platz drei. Die führenden Jobsuchmaschinen sind Kimeta.de, Jobbörse.de und Jobrapido.

Studien-Cover »Recruiting Trends 2018«

Recruiting Trends 2018: Jobbörsen sind Shooting Star

Online-Jobbörsen profitieren bei den Recruiting-Budgets in 2018 mit einem Anstieg von 28 auf 45 Prozent am meisten. Durch den Fachkräftemangel wird das Recruiting von Berufserfahrenen zum wichtigsten Thema im Recruiting. Es verdrängt damit das Arbeitgeberimage von Rang eins. Für fast 80 Prozent der Unternehmen gehörten Social Media Recruiting und Active Sourcing zudem zu den Top Themen. Shooting Stars der Recruiting Technologie sind Mitarbeiterempfehlungsplattformen, Videointerviewlösungen und Talentsuchmaschinen. Dies sind Ergebnisse der Studie "Recruiting Trends 2018" vom Institute for Competitive Recruiting.