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Jobwechsel & ExitJobhopping

Generation Jobhopping

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Hallo Wiwi-treffler,

nach 4 jahren Berufserfahrung merke ich immer mehr, wie ein Großteil der Studienkollegen mittlerweile beim dritten Arbeitgeber angekommen sind (Wechsel alle 2 Jahre), während ich immer noch beim Arbeitgeber meines Berufseinstiegs bin und mich hier hocharbeite.

Was versprechen die Leute sich durch das viele Jobhopping? Ist es nicht total kontraproduktiv jedesmal sein Firmennetzwerk bei 0 starten zu müssen, zumal große Erfahrung nach 2 Jahren auch nicht vorhanden sein kann? Übersehe ich hier einen Vorteil, bis auf ein mögliches höheres Gehalt?

VG

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Gehaltserhöhungen von mehr als ~10 % im Jahr bekommt man in Deutschland leider oft nur durch Jobhopping, genauso wie verfrühte "Beförderungen", also Einstieg auf höherer Stufe.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Meiner Erfahrung nach:

  1. Durch Jobhopping bekomment man locker Gehaltssprünge von 25-30% pro Wechsel hin.
  2. Unsere Generation akzeptiert keine schlechten Arbeitgeber mehr. Wenn man nicht zufrieden ist, dann geht man und bleibt nicht bis zum bitteren Ende loyal.
  3. Oft enspricht die Stellenbeschreibung bei der Einstellung nicht der Realität, man macht entweder Depperljobs oder den Job von 3 Leuten ohne Überstundenvergütung etc.

Es ist eher umgekehrt, dass du halt Glück hattest mit deinem Arbeitgeber, wo du wahrscheinlich ein gutes Gehalt, gute Kollegen und Arbeitszeiten hast. Das ist oft nicht der Fall.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Beim Hopping sollte man sich aber auch darüber im klaren sein, dass nicht jeder Arbeitgeber solche Hopper mag. Bei uns würde z.B. nie jemand genommen, der in 4 Jahren drei Arbeitgeber durch hat und schon wieder sucht. Die Chance das der länger bleibt ist doch absehbar klein und damit lohnt es sich in der Regel für den AG nicht, es sei denn wir reden über Tätigkeiten die man in wenigen Tagen lernt..

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Nein aber in den ersten 10 Berufsjahren kann man problemos 3-4 mal wechseln.

WiWi Gast schrieb am 12.04.2021:

Beim Hopping sollte man sich aber auch darüber im klaren sein, dass nicht jeder Arbeitgeber solche Hopper mag. Bei uns würde z.B. nie jemand genommen, der in 4 Jahren drei Arbeitgeber durch hat und schon wieder sucht. Die Chance das der länger bleibt ist doch absehbar klein und damit lohnt es sich in der Regel für den AG nicht, es sei denn wir reden über Tätigkeiten die man in wenigen Tagen lernt..

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 12.04.2021:

Meiner Erfahrung nach:

  1. Durch Jobhopping bekomment man locker Gehaltssprünge von 25-30% pro Wechsel hin.
  2. Unsere Generation akzeptiert keine schlechten Arbeitgeber mehr. Wenn man nicht zufrieden ist, dann geht man und bleibt nicht bis zum bitteren Ende loyal.
  3. Oft enspricht die Stellenbeschreibung bei der Einstellung nicht der Realität, man macht entweder Depperljobs oder den Job von 3 Leuten ohne Überstundenvergütung etc.

Es ist eher umgekehrt, dass du halt Glück hattest mit deinem Arbeitgeber, wo du wahrscheinlich ein gutes Gehalt, gute Kollegen und Arbeitszeiten hast. Das ist oft nicht der Fall.

Damit ist eigentlich alles gesagt. Kann ich so bestätigen. Sei froh, dass du, so scheint es zumindest, einen tollen Arbeitgeber gefunden hast. Geht der Mehrheit vermutlich nicht so.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Am Anfang kann man es beim 1. oder maximal 2. Job noch machen. Ich denke, dass spätestens nach dem 3. Wechsel ohne internen Aufstieg (idR >3-4 Jahre) Probleme auftauchen werden.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Ich bin als Berufseinsteiger seit drei Jahren in meiner Firma und hab mich auch bis jetzt bis zum Senior hochgearbeitet. Gehaltstechnisch hat sich trotz Beförderung aber nun wenig getan (höhere Bonuszahlung ausgenommen). Wenn ich jetzt vergleiche, was Seniors bei anderen Firmen bekommen, könnte ich heulen.

Dafür stimmt hier das Betriebsklima, flache Hierarchien, ich kann im wahrsten Sinne kommen und gehen wann ich möchte, Chef lässt einem völlig freie Hand in der Projektbearbeitung.

Ich habe seit dem ich hier bin auch schon viele "Schwergewichte" in der Firma gehen sehen, aber auch viele jüngere Kollegen, die nach Einstellung nur max. 1-2 Jahre hier waren. Auch Kollegen, die den Spirit der Firma gelebt haben sind gegangen.

Ich wüsste ehrlich gesagt auch nicht, was ich machen würde, wenn ich ein gehaltstechnisches deutlich besseres Angebot bekommen würde. Von Luft und Liebe kann man sein Lebensstandard auch nicht verbessern. Leider wird man nie in der gleichen Firma so adäquat vergütet, wie bei x Wechseln in andere Unternehmen.

Von dem her kann ich den Wechseldrang Vieler schon verstehen. Das Netzwerk bleibt ja bestehen und das Gehalt steigt deutlich.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Man kann wie gesagt recht schnell gut Karriereschritte machen.

Ich war 1 Jahr Big4 FSI Audit und bin dann zu einer Firma gewechselt bei der ich bereits im Studium mal ein Praktikum gemacht habe (Gehalt +40%). Jetzt 2 Jahre später bin ich zu einem ähnlichen Konzern gewechselt. Habe eine Stelle als TL bekommen und ca. 30% mehr Gehalt.

Natürlich ist das auch alles in einem Unternehmen möglich, aber i.d.R. nicht immer die Stellen frei, welche man für die gewünschte persönliche Entwicklung benötig. Also kann man warten oder eben wechseln :)

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Meine Freundin ist bei Siemens seit Tag 1. Verdient gut, bekommt alles gezahlt (Aktien, Handy, Fahrten)... klar wechselt die nicht.

Ich bin nach meinem Berufsstart in einem Start-Up in einen Handelskonzern, kein Firmenhandy, keine Bezahlung meiner Fortbildung (CFA), etc. Warum soll ich also lange hier bleiben?

Ich verdiene knapp 30% weniger als meine Freundin! Das sind Dimensionen, die ich nicht lange akzeptiere und deshalb betreibe ich auch "Jobhopping". Beim nächsten Wechsel hole ich mir nämlich genau diese 30%!

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 12.04.2021:

Natürlich ist das auch alles in einem Unternehmen möglich, aber i.d.R. nicht immer die Stellen frei, welche man für die gewünschte persönliche Entwicklung benötig. Also kann man warten oder eben wechseln :)

Denke das ist der entscheidende Satz. Manchmal hat man beim aktuellen Arbeitgeber einfach nicht die Möglichkeiten. Ist natürlich ein schwieriges Thema. Mir war bei meinem ersten Job ein junges und dynamisches Team wichtig. Dadurch waren aber alle Postitionen mit jungen Personen besetzt und es gab nur wenig kurz/mittelfristige Perspektive.
Bin dann eigentlich auch nur deshalb und natürlich wegen des Gehalts gewechselt (hätte ich bei einer ähnlichen Stelle beim alten AG wohl auch bekommen. Er konnte aber zu dem Zeitpunkt keine Stelle für misch schaffen.)

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 12.04.2021:

Meine Freundin ist bei Siemens seit Tag 1. Verdient gut, bekommt alles gezahlt (Aktien, Handy, Fahrten)... klar wechselt die nicht.

Ich bin nach meinem Berufsstart in einem Start-Up in einen Handelskonzern, kein Firmenhandy, keine Bezahlung meiner Fortbildung (CFA), etc. Warum soll ich also lange hier bleiben?

Ich verdiene knapp 30% weniger als meine Freundin! Das sind Dimensionen, die ich nicht lange akzeptiere und deshalb betreibe ich auch "Jobhopping". Beim nächsten Wechsel hole ich mir nämlich genau diese 30%!

Sehe ich ähnlich. Wer als Absolvent einen Job bei Siemens, Porsche, Bayer oder ähnliches bekommt, muss kein Jobhopping betreiben. Bei Leuten die im Consulting oder KMU einsteigen, schon eher.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Das kommt aus den USA, da macht es in der Regel aber mehr Sinn, weil dort die Aktienpakete eingesammelt werden. Klar auch in Deutschland kommt man so schneller an höhere Gehälter, aber Karriere macht man so eher nicht, aber wer will das heute auch noch? Und dmait meine ich jetzt nicht Teamleitung.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Bin bei Siemens gewesen und "Jobhopping", war das beste was ich machen konnte.

Habe eine gute (nicht mega gute) Karriere bei Siemens bis zum AT gemacht. Aber den wirklichen Gehaltssprung konnte ich erst mit meinem Wechsel erzielen und hab mich dann um ca. 35% verbessert und wurde im neuen Betrieb auch auf TL-Ebene befördert (nochmal knapp 25%).

Bei Siemens sind die Strukturen schon sehr starr und Karriere wird an vielen Stellen gebremst.

Also bei Siemens bleiben würde ich nur dann, wenn ich mich bei guten Geld und sehr guter WLB zurücklehnen möchte.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 12.04.2021:

Meine Freundin ist bei Siemens seit Tag 1. Verdient gut, bekommt alles gezahlt (Aktien, Handy, Fahrten)... klar wechselt die nicht.

Ich bin nach meinem Berufsstart in einem Start-Up in einen Handelskonzern, kein Firmenhandy, keine Bezahlung meiner Fortbildung (CFA), etc. Warum soll ich also lange hier bleiben?

Ich verdiene knapp 30% weniger als meine Freundin! Das sind Dimensionen, die ich nicht lange akzeptiere und deshalb betreibe ich auch "Jobhopping". Beim nächsten Wechsel hole ich mir nämlich genau diese 30%!

Sehe ich ähnlich. Wer als Absolvent einen Job bei Siemens, Porsche, Bayer oder ähnliches bekommt, muss kein Jobhopping betreiben. Bei Leuten die im Consulting oder KMU einsteigen, schon eher.

Kann ich nicht bestätigen. Ich habe mehrere DAX Unternehmen und zwischendrin auch kleinere Firmen und ausländische Konzerne hinter mir.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Bin in 4 Jahren bei 3ten AG, habe mein Gehalt so verdoppelt... (jetzt 90k)
Von netten Worten kann ich mir eben nichts kaufen.

Bekomme ich ein besseres Angebot bin ich eben weg, jeder AG wirft euch auch sofort raus wenn es ihm passt, macht euch da mal nichts vor.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Ich bin bei einem der Konzerne nach dem Abschluss eingestiegen. Wechsel jetzt nach 2-3 Jahren den Job und werde in die Schweiz ziehen.

In Deutschland aus meiner Sicht die besten Arbeitgeber, der Umzug wird sich trotzdem für mich lohnen. Habe keine Lust Jahre bis zur ersten Beförderung zu warten.

WiWi Gast schrieb am 12.04.2021:

Meine Freundin ist bei Siemens seit Tag 1. Verdient gut, bekommt alles gezahlt (Aktien, Handy, Fahrten)... klar wechselt die nicht.

Ich bin nach meinem Berufsstart in einem Start-Up in einen Handelskonzern, kein Firmenhandy, keine Bezahlung meiner Fortbildung (CFA), etc. Warum soll ich also lange hier bleiben?

Ich verdiene knapp 30% weniger als meine Freundin! Das sind Dimensionen, die ich nicht lange akzeptiere und deshalb betreibe ich auch "Jobhopping". Beim nächsten Wechsel hole ich mir nämlich genau diese 30%!

Sehe ich ähnlich. Wer als Absolvent einen Job bei Siemens, Porsche, Bayer oder ähnliches bekommt, muss kein Jobhopping betreiben. Bei Leuten die im Consulting oder KMU einsteigen, schon eher.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 12.04.2021:

Meine Freundin ist bei Siemens seit Tag 1. Verdient gut, bekommt alles gezahlt (Aktien, Handy, Fahrten)... klar wechselt die nicht.

Ich bin nach meinem Berufsstart in einem Start-Up in einen Handelskonzern, kein Firmenhandy, keine Bezahlung meiner Fortbildung (CFA), etc. Warum soll ich also lange hier bleiben?

Ich verdiene knapp 30% weniger als meine Freundin! Das sind Dimensionen, die ich nicht lange akzeptiere und deshalb betreibe ich auch "Jobhopping". Beim nächsten Wechsel hole ich mir nämlich genau diese 30%!

Sehe ich ähnlich. Wer als Absolvent einen Job bei Siemens, Porsche, Bayer oder ähnliches bekommt, muss kein Jobhopping betreiben. Bei Leuten die im Consulting oder KMU einsteigen, schon eher.

Der absolut beste Move ist es, innerhalb vom Konzern zu springen.
Ich hab 3 Jahre BE, 3 verschiedene Rollen gehabt a 1 Jahr.
100k All-In jetzt. Basically jedes Jahr eine Tarifstufe höher gesprungen

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Also ich sehe das relativ entspannt. Am Ende des Tages tauscht man Lebenszeit gegen Geld, that's it. Wenn mir ein anderer Arbeitgeber eine bessere Perspektive, mehr Gehalt oder eine interessantere Tätigkeit bietet spricht nichts gegen einen Wechsel. Viele Firmen fördern sowas ja implizit auch indem sie deutlich höhere Gehälter für externe Kandidaten bezahlen.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Meine Gehaltsentwicklung pro Jahr, wenn ich bleibe = 0%-2%
Meine Gehaltsentwicklung als ich gewechselt habe = 15%-30%

Hier ein typischer Hopper, der eigentlich nie hoppen wollte.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Contrary to popular opinion bleiben Leute die bei einem DAX 30 oder IGM Betrieb einen Job haben weiterhin 10, 20, 30 Jahre bei diesem AG.

Die hohen Fluktuationen kenne ich nur von Leuten die für KMU oder im Consulting oder Big4 arbeiten. Auch bei FAANG und anderen US Tech scheinen die hohen Fluktuationen (kenne kaum einen der da länger als 3 Jahre war) normal zu sein.

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WiWi Gast

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WiWi Gast schrieb am 12.04.2021:

Meine Freundin ist bei Siemens seit Tag 1. Verdient gut, bekommt alles gezahlt (Aktien, Handy, Fahrten)... klar wechselt die nicht.

Ich bin nach meinem Berufsstart in einem Start-Up in einen Handelskonzern, kein Firmenhandy, keine Bezahlung meiner Fortbildung (CFA), etc. Warum soll ich also lange hier bleiben?

Ich verdiene knapp 30% weniger als meine Freundin! Das sind Dimensionen, die ich nicht lange akzeptiere und deshalb betreibe ich auch "Jobhopping". Beim nächsten Wechsel hole ich mir nämlich genau diese 30%!

Sehe ich ähnlich. Wer als Absolvent einen Job bei Siemens, Porsche, Bayer oder ähnliches bekommt, muss kein Jobhopping betreiben. Bei Leuten die im Consulting oder KMU einsteigen, schon eher.

Soll auch Leute geben, die wechseln weil sie mit den Aufgaben und dem Arbeitsumfeld unglücklich sind. Nur so ne Idee.

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WiWi Gast

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Aktuell würde ich sogar einen Job annehmen, der sogar etwas schlechter bezahlt wird. Mein Chef und die Arbeitsbedingungen treiben mich (und meine Kollegen) in den Wahnsinn.

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WiWi Gast

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Da wo das Geld ist, da geh ich hin.

Mein jetziger Arbeitgeber zahlt mir 50-70% weniger als was ich wo anders bekommen würde. Da die Arbeit sehr gut mit einem part-time PhD vereinbar ist, bleibe ich derzeit.

Eine Freundin von mir war bei der Allianz. 34k mit Bachelor. Nach dem Master wollte sie eine Gehaltserhöhung. Nicht bekommen. Ist 2 Monate zu EY als "Anwärterin" für Steuerberater. Hat ihr nicht gefallen und ist zurück zu Allianz. Nur weil sie das Unternehmen verlassen hat und neu eingestiegen ist, hat sie einfach 65k bekommen. Die HR hat ihr dann auch erklärt daß es intern (!!!!) schwierig ist Gehälter zu erhöhen und dass jemand von Extern IMMER eine bessere Position hat.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Wieso siehst du den Fehler bei den Arbeitgebern?

Wir sind in einer Zeit in der Firmen keinerlei Loyalität mehr zeigen und öfters lieber externe den Leuten vor die Nase gesetzt werden.
Wieso sollte ich, solange ich gute Leistung zeige, auch nur den Hauch von Loyalität entgegenbringen. Die guten Leute kommen schnell woanders unter.

Klar, IGM/IG BCE mal ausgenommen.
Aber die schöne Welt von früher mit großzügigen Firmenautos, Betriebsrenten, zinslose Darlehen, tagelange Weihnachtsfeier und 35h trotz >100k sind halt vorbei.
Und glaub nicht, dass eine Firma nur 1s zögert dich zu kündigen.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 12.04.2021:

Meine Freundin ist bei Siemens seit Tag 1. Verdient gut, bekommt alles gezahlt (Aktien, Handy, Fahrten)... klar wechselt die nicht.

Ich bin nach meinem Berufsstart in einem Start-Up in einen Handelskonzern, kein Firmenhandy, keine Bezahlung meiner Fortbildung (CFA), etc. Warum soll ich also lange hier bleiben?

Ich verdiene knapp 30% weniger als meine Freundin! Das sind Dimensionen, die ich nicht lange akzeptiere und deshalb betreibe ich auch "Jobhopping". Beim nächsten Wechsel hole ich mir nämlich genau diese 30%!

Sehe ich ähnlich. Wer als Absolvent einen Job bei Siemens, Porsche, Bayer oder ähnliches bekommt, muss kein Jobhopping betreiben. Bei Leuten die im Consulting oder KMU einsteigen, schon eher.

Soll auch Leute geben, die wechseln weil sie mit den Aufgaben und dem Arbeitsumfeld unglücklich sind. Nur so ne Idee.

Gibt sowas wie interne Wechsel, da erstaunlich viele Leute nicht 40 Jahre lang die gleiche Aufgaben machen wollen.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Ich finde Gehalt ist nicht alles. Als Informatiker ist mir auf lange Sicht der Technologie-Stack wichtiger als 20k mehr Gehalt.

Die IT unterliegt ständiger Veränderung und wenn ich im Unternehmen nur die zwei Anwendungen von vor 15 Jahren betreue, die noch mit plain PHP 5, jQuery und MySQL laufen, während die Welt auf Docker, Kubernetes, Cloud, Microservices etc. umsiedelt, habe ich auf 20 Jahren gesehen definitiv den den falschen Deal gemacht.

Klar kann man sich das in seine Freizeit alles selber beibringen, aber niemals so intensiv wie bei einer Vollzeitstelle.

Ich kann beurteilen, ob es für Bwller oder anderen Berufen auch so krass ist.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 12.04.2021:

Nein aber in den ersten 10 Berufsjahren kann man problemos 3-4 mal wechseln.

Ich bin Abteilungsleiter in einem KMU (750 MA) und verantwortlich für ca. 65 MA. Jährlich führe ich in meiner Abteilung ca. 2-3 Stellenbesetzungen durch (vornehmlich rentenbedingt, selten aufgrund von Jobwechseln). Pro Stelle bewerben sich im Schnitt 50 bis 100 Personen. Wenn da jemand bei ist, der in 10 Jahren bereits 4 Arbeitgeber hatte und sich nun erneut bewirbt, werde ich höchst misstrauisch und bedeutet für den Bewerber fast schon das Aus. Nur mal als Beispiel aus der Praxis.

Gibt mit Sicherheit aber auch viele andere Entscheidungsträger, die anders handeln.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

In meinem Umfeld (IT) haben auch viele nach 1-3 Jahren nach Einstieg gewechselt. Mit Berufserfahrung bekommt man halt gleich deutlich bessere Angebote als direkt nach dem Studium und oft will der aktuelle Arbeitgeber da nicht mitgehen.

Ich habe mich auch schon gefragt ob das aus Arbeitgeber Sicht wirklich sinnvoll ist, sich so eine hohe Fluktuationsrate zu leisten nur, weil man bei Gehaltserhöhungen so knauserig ist. Insbesondere im IT Bereich wo der Arbeitgeber am Anfang erstmal ordentlich draufzahlt weil der Arbeitnehmer sich erst einarbeiten muss.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Habe bei meinem ersten Arbeitgeber 3 Jahre durchgehalten. In dieser Zeit habe nach dem 3. Jahr ganze 2000 Euro mehr bekommen, also von 40 auf 42. Bin kurz darauf gewechselt und mit 60.000 eingestiegen, danach gab es im Jahrestakt 3 bis 5 mehr, weswegen ich selten ans Wechseln gedacht habe. Heute bin ich bei 85.000.

D.h. wechseln macht durchaus Sinn, insb. weil viele Arbeitgeber meinen bei jungen Leuten knausern zu können. Habe die Logik dahinter eh nie verstanden, ausser man wollte unliebsame Leute los werden. Jetzt nach 8 bis 10 Jahren scheint es sich aber langsam zu drehen, viele langjährige MA bekleiden mittlerweile TL oder gar BL stellen während viele Hopper weiter auf ihren Fachspezialisten-Stellen sitzen oder über kleine Klitschen gehen mussten um Führung zu erhalten.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Ich habe meinen ersten Arbeitsplatz in der Probezeit gekündigt, weil es sehr viele Komponenten gab die mir nicht gepasst haben. Dazu zählten z.B Work Life Balance, kein eigener Arbeitsplatz nach 5 Monaten, keine Fortbildungsmöglichkeiten etc.
Also habe ich mich umgeschaut und als Angebot kamen dann 40% mehr Gehalt. Das war schon echt gut!
Ob ich es nochmal machen würde ? Nein, weil ich habe alles was mir wichtig ist.

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WiWi Gast

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Die Realität ist nunmal eine andere.
3 Wechsel in 10 Jahren sind doch nicht viel in heutigen Zeiten.
Es gibt übrigens teils auch einfach richtig miese Chefs, wo man es höchstens paar Monate aushält. Die Anzahl der Irren da draußen ist nämlich recht hoch.

Auch Mobbing ist weit verbreiteter als man denkt. Da gibt es echt schlimme Geschichten wie manche psychisch fertiggemacht werden. Wenn ich meinen Bekanntenkreis anschaue, sind davon besonders Frauen betroffen, die von anderen Kolleginnen gemobbt werden.
Noch unfassbarer ist wie Führungskräfte diesem Treiben keinen Einhalt gebieten, obwohl sie es tatächlich direkt mitbekommen.

WiWi Gast schrieb am 13.04.2021:

Ich bin Abteilungsleiter in einem KMU (750 MA) und verantwortlich für ca. 65 MA. Jährlich führe ich in meiner Abteilung ca. 2-3 Stellenbesetzungen durch (vornehmlich rentenbedingt, selten aufgrund von Jobwechseln). Pro Stelle bewerben sich im Schnitt 50 bis 100 Personen. Wenn da jemand bei ist, der in 10 Jahren bereits 4 Arbeitgeber hatte und sich nun erneut bewirbt, werde ich höchst misstrauisch und bedeutet für den Bewerber fast schon das Aus. Nur mal als Beispiel aus der Praxis.

Gibt mit Sicherheit aber auch viele andere Entscheidungsträger, die anders handeln.

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WiWi Gast

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Also wenn ich mir die Lebensläufe meiner Kollegen so anschaue (Tech), dann sieht man da häufig Wechsel alle 12 Monate. Sieht nach 3,4 sicher nicht mehr ideal aus, aber ist sicher auch branchengeschuldet und meist Wechsel von einem Top Player zum Nächsten .

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Das Gesamtpaket sollte doch stimmen. Wenn ein Berufsanfänger zwischen 25 und 35 Jahren 3-4 x den Arbeitgeber wechselt, um die Welt zu sehen, mehr Gehalt/Verantwortung zu übernehmen, nur um dann ab 35 Jahren eine langfristige Perspektive anzustreben mit einer Familie vor Ort, Hauskauf etc. Genau dann sollte man solch eine Entwicklung doch berücksichtigen? Vorsichtiger wäre ich da bei einem 55-jährigen der alle 2-3 Jahre konsistent wechselt, da scheint dann wirklich ein Problem vorzuliegen.

Auch macht es sicherlich einen Unterschied ob bei 3-4 Wechseln in 10 Jahren ein roter Faden erkennbar ist. Für viele Konzerne sind Einblicke in die Geschäftsmodelle und Prozesse der Konkurrenten extrem wertvoll.

WiWi Gast schrieb am 13.04.2021:

WiWi Gast schrieb am 12.04.2021:

Nein aber in den ersten 10 Berufsjahren kann man problemos 3-4 mal wechseln.

Ich bin Abteilungsleiter in einem KMU (750 MA) und verantwortlich für ca. 65 MA. Jährlich führe ich in meiner Abteilung ca. 2-3 Stellenbesetzungen durch (vornehmlich rentenbedingt, selten aufgrund von Jobwechseln). Pro Stelle bewerben sich im Schnitt 50 bis 100 Personen. Wenn da jemand bei ist, der in 10 Jahren bereits 4 Arbeitgeber hatte und sich nun erneut bewirbt, werde ich höchst misstrauisch und bedeutet für den Bewerber fast schon das Aus. Nur mal als Beispiel aus der Praxis.

Gibt mit Sicherheit aber auch viele andere Entscheidungsträger, die anders handeln.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Kenne ich auch von Siemens so.

WiWi Gast schrieb am 12.04.2021:

Da wo das Geld ist, da geh ich hin.

Mein jetziger Arbeitgeber zahlt mir 50-70% weniger als was ich wo anders bekommen würde. Da die Arbeit sehr gut mit einem part-time PhD vereinbar ist, bleibe ich derzeit.

Eine Freundin von mir war bei der Allianz. 34k mit Bachelor. Nach dem Master wollte sie eine Gehaltserhöhung. Nicht bekommen. Ist 2 Monate zu EY als "Anwärterin" für Steuerberater. Hat ihr nicht gefallen und ist zurück zu Allianz. Nur weil sie das Unternehmen verlassen hat und neu eingestiegen ist, hat sie einfach 65k bekommen. Die HR hat ihr dann auch erklärt daß es intern (!!!!) schwierig ist Gehälter zu erhöhen und dass jemand von Extern IMMER eine bessere Position hat.

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WiWi Gast

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In Zeiten, wo es kaum noch betriebliche Benefiz, wie betriebliche Altersvorsoge, die den Namen verdient oder sonstige Goodies, kann ich jeden verstehen, der sich anderweitig umschaut. Leider ist auch meine Erfahrung, dass man nur durch Wechsel die großen Sprünge. Was alternativ noch möglich ist, ist bei Konzernen ein interner Wechsel. Hier kann man auch einiges erreichen. Das wäre auch meine nächste Option, außer es ergibt sich wieder was spannendes am Markt.
Bin selber in meinen jetzt 10 Jahren zweimal gewechselt.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Ich kann jetzt nur für den IT Bereich sprechen:

Wer nicht alle 2-3 Jahre wechselt, der wird gehaltstechnisch halt total abgehängt.
Selbst mit guter Leistung und hartem Verhandeln habe ich nie mehr als 10-15% Gehaltserhöhung innerhalb von 2-3 Jahren beim selben Unternehmen bekommen. Kaum schaue ich mich extern um, wurden mir 30% faktisch nachgeworfen.
Natürlich geht das nur in den ersten 8-10 Berufsjahren so schnell, aber da legt man ja den Grundstein für das Gehalt der nächsten Jahrzehnte.

Nicht zuletzt wird heutzutage extrem viel "Arbeitgebermarketing" betrieben. Jedes Unternehmen hat natürlich die besten Kunden, das beste Arbeitsumfeld, die besten Kollegen, überdurchschnittliche Vergütung etc.
Die wahren Probleme kriegt man oftmals erst mit, wenn man mal da arbeitet. Und wenn ich merke, dass mir da ggf. viel Mist erzählt wurde, dann suche ich mir natürlich zeitnah was Neues.

Ich hatte am Ende 4 Arbeitgeber innerhalb von 10 Jahren und kann jetzt nicht behaupten, dass es meiner weiteren beruflichen Laufbahn geschadet hat. Eher im Gegenteil. Aber vielleicht ist das auch einfach eine Besonderheit der IT Branche.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 13.04.2021:

Nein aber in den ersten 10 Berufsjahren kann man problemos 3-4 mal wechseln.

Ich bin Abteilungsleiter in einem KMU (750 MA) und verantwortlich für ca. 65 MA. Jährlich führe ich in meiner Abteilung ca. 2-3 Stellenbesetzungen durch (vornehmlich rentenbedingt, selten aufgrund von Jobwechseln). Pro Stelle bewerben sich im Schnitt 50 bis 100 Personen. Wenn da jemand bei ist, der in 10 Jahren bereits 4 Arbeitgeber hatte und sich nun erneut bewirbt, werde ich höchst misstrauisch und bedeutet für den Bewerber fast schon das Aus. Nur mal als Beispiel aus der Praxis.

Gibt mit Sicherheit aber auch viele andere Entscheidungsträger, die anders handeln.

Dann berücksichtige bitte, dass durch diese Jobswechsel, welche dann im Schnitt alle 2,5 Jahre stattfanden, das Gehalt erheblich gestiegen ist.

Das vergisst du komplett. So könnten Dir durch deine Vorurteile gute neue Mitarbeiter durch die Hände gehen. Das ist in meinem Bekanntenkreis leider normal, wenn man nicht in einem gut bezahlten Unternehmen einen Jobeinstieg erhalten hat.

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WiWi Gast

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Da würde mich jetzt die Abteilung interessieren. Das kann sich ein Arbeitgeber eigentlich nur leisten wenn unter den 50 bis 100 Leuten auch mindestens 20 sind die sehr gut auf die ausgeschriebene Stelle passen. Daher vermute ich, dass es um sehr allgemeine Tätigkeiten geht (irgendwas am Band/Kundensupport/Vertrieb?).
Sobald man spezifischere Skills ausschreibt (IT/Quant/Regulatorik) liegt man außerhalb von Frankfurt oder München bei vielleicht drei qualifizierten Bewerbern.

Abgesehen davon bekommt man mit neuen Leuten die schon mehrere Arbeitgeber gesehen haben ja auch viel neuen Input in der Abteilung. In Läden mit wenig Turnover beobachtet man deshalb öfters die Verehrung irgendwelcher sinnfreier Prozesse oder Systeme.

WiWi Gast schrieb am 13.04.2021:

Ich bin Abteilungsleiter in einem KMU (750 MA) und verantwortlich für ca. 65 MA. Jährlich führe ich in meiner Abteilung ca. 2-3 Stellenbesetzungen durch (vornehmlich rentenbedingt, selten aufgrund von Jobwechseln). Pro Stelle bewerben sich im Schnitt 50 bis 100 Personen. Wenn da jemand bei ist, der in 10 Jahren bereits 4 Arbeitgeber hatte und sich nun erneut bewirbt, werde ich höchst misstrauisch und bedeutet für den Bewerber fast schon das Aus. Nur mal als Beispiel aus der Praxis.

Gibt mit Sicherheit aber auch viele andere Entscheidungsträger, die anders handeln.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Kann nur für mich sprechen. Bin promovierter physiker und bin auch schon ein paar mal für mehr geld gewechselt. habe immer den eindruck dass viele leute (grad im IT und MINT Bereich) der meinung sind dass sie ihrem arbeitgeber für irgendwas dankbar sein müssten und sich dann massiv unter wert verkaufen. Ich für meinen teil werde erst bei einem arbeitgeber bleiben wenn ich entsprechend meiner ausbildung und tätigkeit bezahlt werde...

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WiWi Gast

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Gerade in nicht ganz günstigen Wohngegenden sollte man als Studierter ein Jahresgehalt von mindestens 90 TEUR erreichen. Ohne zu wechseln, sollte das nur selten zu erreichen sein. Hatte bei jedem Wechsel auch immer 30 - 50 % mehr. Genauso kann ich es verstehen, wenn man in preiswerten Wohngegenden mit 50-60 TEUR zufrieden ist und keinen Wechsel mehr anstrebt.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Das Jobhopping nimmt irgendwann ab, weil

  • a) die anfangs realistischen 10 -30 % bei einem Wechsel nicht mehr so leicht erreichbar sind
  • b) die Risikoaffinität mit dem Alter (und den damit verbundenen Lebensumständen... Frau, Kinder etc.) bei den meisten abnimmt
  • c) der finanzielle Aspekt ab einem gewissen Level nicht mehr der alles entscheidende Punkt ist (siehe Punkt b.... Familie etc)
  • d) man sich irgendwann 3 x überlegt, ob man sein gewohntes Umfeld wegen ein paar Kröten mehr verlässt und woanders wieder bei 0 startet.

Ich habe in nun 20 Jahren Berufserfahrung den siebten Arbeitgeber. In den ersten 10 Jahren bin ich alle 2-3 Jahre gewechselt, dann wurden die Abstände etwas länger. Inzwischen arbeite ich seit 4 Jahren beim aktuellen Arbeitgeber und bin zufrieden. Einstiegsgehalt war damals 39k, aktuell stehe ich bei 136k. Bis zur Rente werde ich hier nicht bleiben, aber ein neuer Arbeitgeber muss schon deutlich mehr bieten, als ein Plus von ein paar tausend Euro. Wenn nächstes Jahr der neue Traumjob winkt ist das für mich genauso gut, wie die Aussicht, weitere 5 Jahre hier zu bleiben.

Bekomme regelmäßig Anfragen von Headhuntern, teilweise auch mit spannenden Positionen. Scheitert aber meist am Gehalt, da ich unter 150k gar nicht weiter darüber nachdenke. Dafür sitze ich aktuell zu fest im Sattel.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Wie meinte mein Prof so schön:
3-5-7 für Karriere;
a) 3 Jahren sollte man bleiben
b) Nach 5 konkrete Angebote der Konkurrenz holen
c) Nach 7 spätestens wechseln

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Viele Arbeitgeber in meiner Region (Nordwesten) meinen, dass sie ihr Personal gut bezahlen. Hier wären die Lebenshaltungskosten ja so günstig.

Die Grundstückspreise haben sich hier in den letzten 10 Jahren mehr als verdpoppelt. Wer ein Haus bauen möchte, muss ca. 60 Prozent mehr investieren als 2011. Die Gehälter sind hier aber nicht um 60 Prozent gestiegen. Oftmals wird man hier als BWLer mit einem Gehalt zwischen 40k und 45k abgespeist. Und wenn jemand geht, dann wird einem Undankbarkeit vorgeworfen. Dabei ist der Deal ganz einfach: ich als AN arbeite, stelle Lebenszeit zur Verfügung. Du als AG zahlst mir dafür Geld. Und wenn mir ein anderer mehr Geld geben will und die Rahmenbedingungen stimmen, dann gehe ich. Ich bekomme vom AG keinen Dank, entsprechend darf der AG genauso wenig Dank erwarten.

Und mal ehrlich: wenns nicht so gut läuft, schmeißt man den AN raus. (Zumindest ist das hier in den inhabegeführten Unternehmen so. Meist gibt es nicht mal einen Betriebsrat; dafür aber Absprachen mit anderen Firmeninhabern.)

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Denke auch, dass das Jobhopping mit dem Alter abnimmt. Hängt aber eben auch damit zusammen, dass wenn ich anstatt 45k/50K ein Gehalt von 60k/65k habe, ich meinen Lebensstandart spührbar verbessere. aber ob ich jetzt wie oben geschrieben 136k oder 150k bekomme, macht eigentlich keinen Unterschied. Das was netto mehr ist, wird wohl einfach auf irgendeinem Deopt landen.

Und guter Arbeitgeber hin oder her, ob ich 2.500 oder 3.000 netto habe macht in meinen Augen gerade in Jungenjahren schon einen großen unterschied. Sei es das ansparen von EK für eine Wohnung/Haus oder einfach mal kleinere Annehmlichkeiten.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 12.04.2021:

Meine Freundin ist bei Siemens seit Tag 1. Verdient gut, bekommt alles gezahlt (Aktien, Handy, Fahrten)... klar wechselt die nicht.

Also nach 173 Jahren kann man schon mal einen Wechsel in Betracht ziehen. Oder Rente.

Ich bin nach meinem Berufsstart in einem Start-Up in einen Handelskonzern, kein Firmenhandy, keine Bezahlung meiner Fortbildung (CFA), etc. Warum soll ich also lange hier bleiben?

Das hältst du bloß für ungewöhnlich. Ich bin mittlerweile bei meinem dritten Arbeitgeber im AM, hatte noch nie ein Firmenhandy und jeder AG hat gesagt, dass meine Kosten des CFA frühstens nach erfolgreichem Bestehen von L3 übernommen werden.

Rein aus Interesse: warum einen CFA im Bereich Handel? Das passt auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammen ....

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Bin bei nem großen Konzern, hier geht interne Entwicklung auch nur durch Jobhopping.
Vorteil: Netzwerk behält man bei, Industrie ist die Gleiche, nur die Aufgaben und das Team unterscheiden sich weitestgehend.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 13.04.2021:

Nein aber in den ersten 10 Berufsjahren kann man problemos 3-4 mal wechseln.

Ich bin Abteilungsleiter in einem KMU (750 MA) und verantwortlich für ca. 65 MA. Jährlich führe ich in meiner Abteilung ca. 2-3 Stellenbesetzungen durch (vornehmlich rentenbedingt, selten aufgrund von Jobwechseln). Pro Stelle bewerben sich im Schnitt 50 bis 100 Personen. Wenn da jemand bei ist, der in 10 Jahren bereits 4 Arbeitgeber hatte und sich nun erneut bewirbt, werde ich höchst misstrauisch und bedeutet für den Bewerber fast schon das Aus. Nur mal als Beispiel aus der Praxis.

Gibt mit Sicherheit aber auch viele andere Entscheidungsträger, die anders handeln.

Das höre ich immer wieder sehr oft. Manche sagen, unter 3 Jahren wechseln, direkte Ablehnung.

Unter 1,5 Jahren zu wechseln finde ich heftig. Abgesehen von menschlichen Differenzen. Die gibts selten, da man das vorher schon gemerkt haben muss.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 15.04.2021:

Nein aber in den ersten 10 Berufsjahren kann man problemos 3-4 mal wechseln.

Ich bin Abteilungsleiter in einem KMU (750 MA) und verantwortlich für ca. 65 MA. Jährlich führe ich in meiner Abteilung ca. 2-3 Stellenbesetzungen durch (vornehmlich rentenbedingt, selten aufgrund von Jobwechseln). Pro Stelle bewerben sich im Schnitt 50 bis 100 Personen. Wenn da jemand bei ist, der in 10 Jahren bereits 4 Arbeitgeber hatte und sich nun erneut bewirbt, werde ich höchst misstrauisch und bedeutet für den Bewerber fast schon das Aus. Nur mal als Beispiel aus der Praxis.

Gibt mit Sicherheit aber auch viele andere Entscheidungsträger, die anders handeln.

Das höre ich immer wieder sehr oft. Manche sagen, unter 3 Jahren wechseln, direkte Ablehnung.

Unter 1,5 Jahren zu wechseln finde ich heftig. Abgesehen von menschlichen Differenzen. Die gibts selten, da man das vorher schon gemerkt haben muss.

bin nach etwas über einem Jahr aus der Beratung raus...so what?

Direkt Projektleiter im Konzern geworden. Die Zeiten sind vorbei, in denen man sich endlos Sche*** bieten lassen muss.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 15.04.2021:

Nein aber in den ersten 10 Berufsjahren kann man problemos 3-4 mal wechseln.

Ich bin Abteilungsleiter in einem KMU (750 MA) und verantwortlich für ca. 65 MA. Jährlich führe ich in meiner Abteilung ca. 2-3 Stellenbesetzungen durch (vornehmlich rentenbedingt, selten aufgrund von Jobwechseln). Pro Stelle bewerben sich im Schnitt 50 bis 100 Personen. Wenn da jemand bei ist, der in 10 Jahren bereits 4 Arbeitgeber hatte und sich nun erneut bewirbt, werde ich höchst misstrauisch und bedeutet für den Bewerber fast schon das Aus. Nur mal als Beispiel aus der Praxis.

Gibt mit Sicherheit aber auch viele andere Entscheidungsträger, die anders handeln.

Das höre ich immer wieder sehr oft. Manche sagen, unter 3 Jahren wechseln, direkte Ablehnung.

Unter 1,5 Jahren zu wechseln finde ich heftig. Abgesehen von menschlichen Differenzen. Die gibts selten, da man das vorher schon gemerkt haben muss.

Naja, könnte aber auch an den Aufgaben liegen, die man übertragen bekommt, dass diese nun mal ganz anders aussehen, als zunächst beschrieben

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 15.04.2021:

Nein aber in den ersten 10 Berufsjahren kann man problemos 3-4 mal wechseln.

Ich bin Abteilungsleiter in einem KMU (750 MA) und verantwortlich für ca. 65 MA. Jährlich führe ich in meiner Abteilung ca. 2-3 Stellenbesetzungen durch (vornehmlich rentenbedingt, selten aufgrund von Jobwechseln). Pro Stelle bewerben sich im Schnitt 50 bis 100 Personen. Wenn da jemand bei ist, der in 10 Jahren bereits 4 Arbeitgeber hatte und sich nun erneut bewirbt, werde ich höchst misstrauisch und bedeutet für den Bewerber fast schon das Aus. Nur mal als Beispiel aus der Praxis.

Gibt mit Sicherheit aber auch viele andere Entscheidungsträger, die anders handeln.

Das höre ich immer wieder sehr oft. Manche sagen, unter 3 Jahren wechseln, direkte Ablehnung.

Unter 1,5 Jahren zu wechseln finde ich heftig. Abgesehen von menschlichen Differenzen. Die gibts selten, da man das vorher schon gemerkt haben muss.

Naja man kann sich immer mal verwechseln. Wenn in VG von Seiten des AG gelogen wurde oder das Team ne Katastrophe ist.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Unsinn, das geschieht sehr häufig.
Gerade zu Beginn des Berufswegs ist das völlig normal.

Und wie willst du denn das vorher merken? Im Vorstellungsgepräch? Totaler Quatsch.

WiWi Gast schrieb am 15.04.2021:

Das höre ich immer wieder sehr oft. Manche sagen, unter 3 Jahren wechseln, direkte Ablehnung.

Unter 1,5 Jahren zu wechseln finde ich heftig. Abgesehen von menschlichen Differenzen. Die gibts selten, da man das vorher schon gemerkt haben muss.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 15.04.2021:

Nein aber in den ersten 10 Berufsjahren kann man problemos 3-4 mal wechseln.

Ich bin Abteilungsleiter in einem KMU (750 MA) und verantwortlich für ca. 65 MA. Jährlich führe ich in meiner Abteilung ca. 2-3 Stellenbesetzungen durch (vornehmlich rentenbedingt, selten aufgrund von Jobwechseln). Pro Stelle bewerben sich im Schnitt 50 bis 100 Personen. Wenn da jemand bei ist, der in 10 Jahren bereits 4 Arbeitgeber hatte und sich nun erneut bewirbt, werde ich höchst misstrauisch und bedeutet für den Bewerber fast schon das Aus. Nur mal als Beispiel aus der Praxis.

Gibt mit Sicherheit aber auch viele andere Entscheidungsträger, die anders handeln.

Das höre ich immer wieder sehr oft. Manche sagen, unter 3 Jahren wechseln, direkte Ablehnung.

Unter 1,5 Jahren zu wechseln finde ich heftig. Abgesehen von menschlichen Differenzen. Die gibts selten, da man das vorher schon gemerkt haben muss.

Bin schon auf einer Stelle gelandet, derren tatzächliche Tätigkeit absolut Null dem entsprochen haben, was vorher angekündigt war. Vor allem war das absolut an meinen Interessen vorbei. Desshalb nach kurzer Zeit sofort wieder gekündigt.

Auserdem unterschätzen viele hier scheinbar, wie belastend ein menschlich toxisches Arbeitsumfeld sein kann. Da bleibt man freiwillig nicht länger als unbedingt nötig.

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Karlmags

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 13.04.2021:

Wie meinte mein Prof so schön:
3-5-7 für Karriere;
a) 3 Jahren sollte man bleiben
b) Nach 5 konkrete Angebote der Konkurrenz holen
c) Nach 7 spätestens wechseln

Finde ich interessant, kann den Gedanken gut nachvollziehen. Hab ich aber zum Glück nicht gemacht. Ich wurde 8 Jahre nach meiner Ausbildung Teamleiter.

Mehr als eine Firma gesehen zu haben ist ein Vorteil.
Aber das Leben ist mehr als derartige Faustregeln.

Nebst Kündigungen um Erfahrungen zu sammeln, Gehaltssprünge zu machen oder mehr Verantwortung zu erhalten ist der Kündigungsgrund Nummer eins eine schlechte Führungskraft zu haben. Ich hatte stets gute Führungskräfte, also blieb ich. Nach 10 Jahren im Unternehmen bin ich mit 29 Jahren selbst eine. Ich glaube es gibt viele schlechte Führungskräfte. Gib dem Falschen Macht und er missbraucht sie. Es sind viel zu lange Spezialisten ohne Führungsqualitäten zu Führungskräften befördert worden.

Siehe dazu auch: das Peter-Prinzip. Dass die Fluktiation dann hoch ist, ist nicht verwunderlich.

Deswegen gibt es auch einen Run auf Führungskräfte-Coachings. Die Arbeitgeber verstehen, dass wir in einem Arbeitnehmermarkt sind (zumindest waren wir das vor Corona) und dass viele ihrer Führungskräfte echt mies sind.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Die Zukunft ist eben immer schwierig einzuschätzen.

Die Altersstruktur in der Firma spielt auch eine Rolle.
Mit einem Wechsel kann man leicht 20-30% mehr verdienen als in der aktuellen Firma, aber wenn viele Kollegen in den nächsten 5 Jahren mehr Verantwortung abgeben und in spätestens 10 Jahren in Rente sind, ergeben sich wieder interessante Möglichkeiten.

Im AM bei uns ist der Altersschnitt recht hoch und die Mandate werden dann natürlich an diejenigen weitergegeben, die schon lange in der Firma dabei sind und die Mandate und die Kunden selbst kennen. Insofern hat man dann paar Jahre "nur" 10% Gehaltssteigerung und dann aufs nächste Level +100%.

Karlmags schrieb am 16.04.2021:

Finde ich interessant, kann den Gedanken gut nachvollziehen. Hab ich aber zum Glück nicht gemacht. Ich wurde 8 Jahre nach meiner Ausbildung Teamleiter.

Mehr als eine Firma gesehen zu haben ist ein Vorteil.
Aber das Leben ist mehr als derartige Faustregeln.

Nebst Kündigungen um Erfahrungen zu sammeln, Gehaltssprünge zu machen oder mehr Verantwortung zu erhalten ist der Kündigungsgrund Nummer eins eine schlechte Führungskraft zu haben. Ich hatte stets gute Führungskräfte, also blieb ich. Nach 10 Jahren im Unternehmen bin ich mit 29 Jahren selbst eine. Ich glaube es gibt viele schlechte Führungskräfte. Gib dem Falschen Macht und er missbraucht sie. Es sind viel zu lange Spezialisten ohne Führungsqualitäten zu Führungskräften befördert worden.

Siehe dazu auch: das Peter-Prinzip. Dass die Fluktiation dann hoch ist, ist nicht verwunderlich.

Deswegen gibt es auch einen Run auf Führungskräfte-Coachings. Die Arbeitgeber verstehen, dass wir in einem Arbeitnehmermarkt sind (zumindest waren wir das vor Corona) und dass viele ihrer Führungskräfte echt mies sind.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Ist immer sehr individuell und auch oftmals Glückssache. Folgendes Beispiel:

Pharmabranche, als Trainee eingestiegen, danach auf AT Stelle, Angleichung ans Band.
Angebote in Beratung zu wechseln abgelehnt. Nach 3 Jahren auf AT Stelle (5 im UN) gab es die Chance intern zu wechseln (1 Stufe höher, ca. 6%) oder extern (Teamleiter zu meiner jetzigen Funktion, 20%).

Ich mochte meine Firma, Chefs und Kollegen sehr und wollte da eigentlich nicht weg, aber die Chance Teamlead zu werden (ich wollte immer Führungsaufgaben übernehmen) konnte ich mir nicht entgehen lassen. Mein alter Chef ist 43, ihn zu beerben war also ausgeschlossen. Bin also gewechselt und Teamlead geworden. Firma Kollegen Chef waren alle in Ordnung, also alles richtig gemacht. Nächster Schritt Bereichsleiter oder globale Stelle allerdings sehr schwer, da auch hier wieder relativ junge Leute waren also keine Chance auf Altersablöse. Nach 3 Jahren auf der TL Rolle Angebot von Pharma UN Nr. 3 bekommen, eine globale Stabsstelle mit Führungsaufgaben in EMEA zu übernehmen. Gehaltsplus zwar nur 10%, dafür aber deutlich mehr Verantwortung, exakt was ich wollte. Also zugeschlagen. 2 Jahre dort gewesen und Firma 1 (Trainee Firma) suchte für die gleiche Position jemand. Die Stelle dort umfasst ein höheres Budget und mehr MA, insofern etwas höher angesiedelt. Habe nochmal 15% Gehaltsplus raushandeln können.

Intern hätte ich das selbe Gehalt wie heute bekommen, allerdings hätte ich locker die doppelte Zeit aufbringen müssen, bis ich da wäre wo ich heute bin. Im Endeffekt war es aber sehr viel Glück, dass ich zur richtigen Zeit die richtigen Wechsel vollzogen habe.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Bin bei Siemens und gefühlt werden besonders die Ingenieure/Informatiker schlechter bezahlt. Da steigt man in Bayern mit Master auch bei EG9 ein und darf froh sein, wenn man es schafft irgendwann auf die EG10 zu kommen trotz immer anspruchsvollerer Aufgaben. Durch einen Jobwechsel kann man in einem anderen Unternehmensteil für die gleiche Tätigkeit auch die EG11 haben.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 16.04.2021:

Bin bei Siemens und gefühlt werden besonders die Ingenieure/Informatiker schlechter bezahlt. Da steigt man in Bayern mit Master auch bei EG9 ein und darf froh sein, wenn man es schafft irgendwann auf die EG10 zu kommen trotz immer anspruchsvollerer Aufgaben. Durch einen Jobwechsel kann man in einem anderen Unternehmensteil für die gleiche Tätigkeit auch die EG11 haben.

In Hessen war Einstieg bei EG8. Siemens zahlt echt nicht so gut wie angenommen. Bin nicht mehr dort beschäftigt und bin zu einer kleineren Firma mit besserem Gehalt.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

kapier nicht was die Leute immer haben mit "xxx Jahre MUSS es sein".
Wenn mir jemand anders einen höheren Lohn bietet, zeigt er ja dass es ihm egal ist wenn ich schnell zu ihm wechsle.

Bin klassischer Job Hopper im Konzern von 67k auf 85k nach einem Jahr, dann von 85k auf 95k nach 1,3 Jahren.
Bin nun bald am Ende vom Tarif mit popligen 3,5 Jahren Berufserfahrung.

Juckt irgendjemanden? Mir egal, ich bin zufrieden und hol mir in spätestens 8 Monaten die letzte Tarifstufe.

Selbst wenn ich dann für immer verbrannt bin (was ich nicht glaube), bin ich nach ein paar Jahren da wo 99% der Leute nichtmal nach 15 Jahren hinkommen durch Zeitabsitzen

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Das ist ja wie bei Stromanbietern mittlerweile. Nur noch Wechselboni, aber nichts drin für die Bestandsmitarbeiter.

Verrückte Arbeitgeber Welt.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 13.04.2021:

Nein aber in den ersten 10 Berufsjahren kann man problemos 3-4 mal wechseln.

Ich bin Abteilungsleiter in einem KMU (750 MA) und verantwortlich für ca. 65 MA. Jährlich führe ich in meiner Abteilung ca. 2-3 Stellenbesetzungen durch (vornehmlich rentenbedingt, selten aufgrund von Jobwechseln). Pro Stelle bewerben sich im Schnitt 50 bis 100 Personen. Wenn da jemand bei ist, der in 10 Jahren bereits 4 Arbeitgeber hatte und sich nun erneut bewirbt, werde ich höchst misstrauisch und bedeutet für den Bewerber fast schon das Aus. Nur mal als Beispiel aus der Praxis.

Gibt mit Sicherheit aber auch viele andere Entscheidungsträger, die anders handeln.

Dann berücksichtige bitte, dass durch diese Jobswechsel, welche dann im Schnitt alle 2,5 Jahre stattfanden, das Gehalt erheblich gestiegen ist.

Das vergisst du komplett. So könnten Dir durch deine Vorurteile gute neue Mitarbeiter durch die Hände gehen. Das ist in meinem Bekanntenkreis leider normal, wenn man nicht in einem gut bezahlten Unternehmen einen Jobeinstieg erhalten hat.

Warum sollte ich das berücksichtigen? Ist zwar toll für den Arbeitnehmer, aber davon kann ich mir nichts kaufen.

Weißt du, Arbeitnehmerwechsel sind in der Regel aufwendig durch neue Stellenbesetzungsverfahren, kosten Geld, sind meist langwierig, es geht oftmals Know-How verloren bzw. muss mühselig wieder aufgebaut werden. Und ganz ehrlich, nach 2-2,5 Jahren fängt der Mitarbeiter erst an, richtig gut zu werden, ist durch die Prozesse vollends durchgestiegen und leistet einen Mehrwert fürs Unternehmen.
Wenn ich jemanden einstelle, dann weil ich langfristig etwas aufbauen möchte. Ich kann natürlich nie verhindern, dass auch der loyalste Mitarbeiter nach 3 Jahren wieder geht, weil er sich karrieretechnisch entwickeln möchte.
Aber ich muss mir auch keine Leute ins Haus holen, bei denen vorprogrammiert, dass sie nur auf der Durchreise sind.

Ich habe übrigens nie gesagt, dass ich nicht einen Ausrutscher im Lebenslauf verzeihen würde oder einen zu schnellen Jobwechsel. Das kommt in den besten Familien vor. Aber wenn einer den 5 Arbeitgeber in 10 Jahren anstrebt, kann ich mir denken, wie es um diesen Bewerber bestellt ist. Und da kann er noch so viel Erfahrung gesammelt haben.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Bin bei einem OEM.
Einstieg mit rund 65k bei 35h/Woche.
Leider kann man als "Normalo" nur eine Entgeltstufe pro Jahr machen, sodass es sich gerne mal 10 Jahre zieht, bis das Gehalt 6stellig ist. Ist jammern auf höchsten Niveau, aber einige Kollegen sind daher schon zu einem anderen Konzern gegangen, da sie dort schneller ihr Wunschgehalt erzielt haben. Ob ich wechsel, weiß ich noch nicht. Kollegen sind top und der Arbeitsplatz sicher.

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feli

Generation Jobhopping

Viele sind gezwungen, ständig den Arbeitgeber zu wechseln, da sie von einer Befristung in die nächste rutschen.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 17.04.2021:

Bin bei einem OEM.
Einstieg mit rund 65k bei 35h/Woche.
Leider kann man als "Normalo" nur eine Entgeltstufe pro Jahr machen, sodass es sich gerne mal 10 Jahre zieht, bis das Gehalt 6stellig ist.

Als Normalo erreicht man 6stellig niemals. Da ist bei 70k, maximal 80k Ende.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 17.04.2021:

WiWi Gast schrieb am 17.04.2021:

Bin bei einem OEM.
Einstieg mit rund 65k bei 35h/Woche.
Leider kann man als "Normalo" nur eine Entgeltstufe pro Jahr machen, sodass es sich gerne mal 10 Jahre zieht, bis das Gehalt 6stellig ist.

Als Normalo erreicht man 6stellig niemals. Da ist bei 70k, maximal 80k Ende.

Der "Normalo" kommt in seinem Leben nie richtig über 60k hinaus. Gab gestern bei WiWo dazu einen sehr interessanten Artikel mit vielen Zahlen.

Aber wir schweifen vom Thema ab.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 16.04.2021:

Weißt du, Arbeitnehmerwechsel sind in der Regel aufwendig durch neue Stellenbesetzungsverfahren, kosten Geld, sind meist langwierig, es geht oftmals Know-How verloren bzw. muss mühselig wieder aufgebaut werden. Und ganz ehrlich, nach 2-2,5 Jahren fängt der Mitarbeiter erst an, richtig gut zu werden, ist durch die Prozesse vollends durchgestiegen und leistet einen Mehrwert fürs Unternehmen.
Wenn ich jemanden einstelle, dann weil ich langfristig etwas aufbauen möchte. Ich kann natürlich nie verhindern, dass auch der loyalste Mitarbeiter nach 3 Jahren wieder geht, weil er sich karrieretechnisch entwickeln möchte.

Wenn es wirklich so lange bei euch dauert, bis man produktiv ist, dann solltet ihr mal eure Organisationsstruktur und eure Prozesse hinterfragen.
Jemand der als Berufserfahrener kommt, sollte selbst in sehr anspruchsvollen Berufen spätestens nach der Probezeit auch 100% liefern können. Andernfalls liegt es vielleicht an eurer Einarbeitung und am Unternehmen.

Ansonsten wenn man Leute halten will, muss man halt liefern. Das heißt Gehaltsprogression aber auch Weiterentwicklung bei fachlichen Aufgaben, Karriereplan etc.
Wenn die Unternehmen das halten würden, was sie versprechen, dann wäre die Wechselquote sicherlich wesentlich geringer.

Aber das läuft heute genauso wie bei der Kundengewinnung. In der Anbahnungsphase wird erstmal alles versprochen und sobald man unterschrieben hat, ist man faktisch uninteressant geworden. Und nach außen ist eh jedes Unternehmen das Beste.

Aber natürlich haben sich viele Arbeitgeber noch nicht auf den neuen Markt eingestellt und glauben, sie könnten noch Ansprüche wie vor 20 Jahren stellen.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Bei Bosch ist das möglich. Frage ist, ob ein Boschmitarbeiter ein Normalo ist. Man sollte es anders formulieren. Mit geeigneten technischen Studienfächer kann man es mit guter Leistung ohne größere Karriereambitionen auf ein sechsstelligen Gehalt schaffen, ohne gleichzeitig sein ganzes Leben dem Beruf unterordnen zu müssen. Groß ist die Zahl derer aber sicherlich nicht.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Die Arbeitswelt hat sich schlicht und einfach verändert. Und daran tragen die Arbeitgeber auch eine Mitschuld.

Früher wurde Loyalität noch von beiden Seiten, daher Arbeitnehmer und Arbeitgeber gelebt. Wer in den 80ern oder 90ern bei einem großen Unternehmen arbeitete, konnte sicher sein, dass er dort bis zur Rente bleiben konnte. Diese Sicherheit haben die Arbeitnehmer natürlich erwidert, indem sie häufig ihr ganzes Leben dort blieben.

Heutzutage ist man doch bei keinem Unternehmen mehr wirklich sicher. Bei den großen Konzernen jagt ein Abbauprogramm das nächste. Hier mal 10.000, da mal 20.000, gerne ältere Mitarbeiter jenseits der 50. Wer nicht gehen will, der wird in irgendwelche Auffanggesellschaften transferiert oder der Unternehmensteil wird verkauft. Junge Mitarbeiter werden gerne erstmal befristet oder erstmal nur über ANÜ angestellt. Von den Einstiegskonditionen ganz zu schweigen.

Warum soll ich als Arbeitnehmer dem Unternehmen bei solchem Verhalten noch irgendwelche Loyalität erweisen? So lapidar wie die sich vielleicht irgendwann mal gegen mich entscheiden, so einfach kann ich mich auch für die Konkurrenz entscheiden.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Interne Wechsel sind ja nochmal etwas anderes, das ist ja meist sogar gewollt. Aber auch da eher nach 3 - 5 Jahren als nach 1,5.

Wenn es um externe Wechsel geht, würde ich aber auch keinen Jobhopper einstellen. Das heißt nicht, dass man nie gewechselt haben darf, wenn es mal ein Fehltritt gab kann man den auch zügiger korrigieren, aber es sollte im Rahmen bleiben.

Ich habe bspw. schon leute eingestellt, die nach 3 Jahren bei einem KMU oder Dienstleister zu uns in den Konzern wollten, gar kein Thema. Oder auch welche die nach 1,5 Jahren in einem anderen Konzern zu uns wollten, weil der Partner hier einen Job bekommen hat und sie keine 500 km pendeln wollen.

Wenn aber jemand kommt, und auch das kam schon vor, der nach 6 Jahren BE jetzt zu uns als 4. Arbeitgeber will, hat der sehr sehr schlechte Chancen, dass ich ihn einlade. Und falls doch, muss er mich sehr gut überzeugen, warum so viel gewechselt wurde und warum das bei uns nicht mehr so sein wird, um eine Chance zu haben.

Denn wie es oben schon einmal wer geschrieben hat, ist ein Einstellungsverfahren und die folgende Einarbeitung teuer und macht viel Arbeit. Das macht man bei niemandem, von dem man glaubt er ist in 3 Jahren wieder weg.

Unser Konzern legt aber auch wert auf Loyalität. Das geht aber in beide Richtungen. Man erwartet sie von den Mitarbeitern, dafür gibt es aber auch einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen, wenn Mitarbeiter krankt werden o. Ä. findet man etwas, was sie trotzdem noch tun können, in Zeiten von Homeschooling gab es direkt die Nachricht an die Mitarbeiter, dass sich niemand der wegen der Kinderbetreuung nicht oder nicht voll arbeiten kann Sorgen machen muss, man würde Lösungen finden, etc.

Also ganz so illoyal, wie es hier gerne dargestellt wird, sind Arbeitgeber auch nicht, zumindest die meisten. Wir haben zum Glück noch keine amerikanischen Verhältnisse.

antworten
WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 17.04.2021:

Interne Wechsel sind ja nochmal etwas anderes, das ist ja meist sogar gewollt. Aber auch da eher nach 3 - 5 Jahren als nach 1,5.

Wenn es um externe Wechsel geht, würde ich aber auch keinen Jobhopper einstellen. Das heißt nicht, dass man nie gewechselt haben darf, wenn es mal ein Fehltritt gab kann man den auch zügiger korrigieren, aber es sollte im Rahmen bleiben.

Ich habe bspw. schon leute eingestellt, die nach 3 Jahren bei einem KMU oder Dienstleister zu uns in den Konzern wollten, gar kein Thema. Oder auch welche die nach 1,5 Jahren in einem anderen Konzern zu uns wollten, weil der Partner hier einen Job bekommen hat und sie keine 500 km pendeln wollen.

Wenn aber jemand kommt, und auch das kam schon vor, der nach 6 Jahren BE jetzt zu uns als 4. Arbeitgeber will, hat der sehr sehr schlechte Chancen, dass ich ihn einlade. Und falls doch, muss er mich sehr gut überzeugen, warum so viel gewechselt wurde und warum das bei uns nicht mehr so sein wird, um eine Chance zu haben.

Denn wie es oben schon einmal wer geschrieben hat, ist ein Einstellungsverfahren und die folgende Einarbeitung teuer und macht viel Arbeit. Das macht man bei niemandem, von dem man glaubt er ist in 3 Jahren wieder weg.

Unser Konzern legt aber auch wert auf Loyalität. Das geht aber in beide Richtungen. Man erwartet sie von den Mitarbeitern, dafür gibt es aber auch einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen, wenn Mitarbeiter krankt werden o. Ä. findet man etwas, was sie trotzdem noch tun können, in Zeiten von Homeschooling gab es direkt die Nachricht an die Mitarbeiter, dass sich niemand der wegen der Kinderbetreuung nicht oder nicht voll arbeiten kann Sorgen machen muss, man würde Lösungen finden, etc.

Also ganz so illoyal, wie es hier gerne dargestellt wird, sind Arbeitgeber auch nicht, zumindest die meisten. Wir haben zum Glück noch keine amerikanischen Verhältnisse.

Alle 3-5 Jahre??
2 Wechsel in 10 Jahren?
In 10 Jahren sollte man schon Führungskraft sein, mit lediglich 2 Stellen hat man hierzu viel zu wenig Erfahrung.

Wie gesagt, ich bin alle 1-1,5 Jahre intern gewechselt und jetzt mit 3,5 Jahren BE am Ende vom Tarif. Sorry wer 5 Jahre auf seiner Einstiegsstelle bleibt nach dem Studium ist nicht mehr zu helfen, in 95% der Konzernjobs ist doch bereits nach 1-2 Jahren kaum mehr Lernkurve

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 17.04.2021:

Interne Wechsel sind ja nochmal etwas anderes, das ist ja meist sogar gewollt. Aber auch da eher nach 3 - 5 Jahren als nach 1,5.

Wenn es um externe Wechsel geht, würde ich aber auch keinen Jobhopper einstellen. Das heißt nicht, dass man nie gewechselt haben darf, wenn es mal ein Fehltritt gab kann man den auch zügiger korrigieren, aber es sollte im Rahmen bleiben.

Ich habe bspw. schon leute eingestellt, die nach 3 Jahren bei einem KMU oder Dienstleister zu uns in den Konzern wollten, gar kein Thema. Oder auch welche die nach 1,5 Jahren in einem anderen Konzern zu uns wollten, weil der Partner hier einen Job bekommen hat und sie keine 500 km pendeln wollen.

Wenn aber jemand kommt, und auch das kam schon vor, der nach 6 Jahren BE jetzt zu uns als 4. Arbeitgeber will, hat der sehr sehr schlechte Chancen, dass ich ihn einlade. Und falls doch, muss er mich sehr gut überzeugen, warum so viel gewechselt wurde und warum das bei uns nicht mehr so sein wird, um eine Chance zu haben.

Denn wie es oben schon einmal wer geschrieben hat, ist ein Einstellungsverfahren und die folgende Einarbeitung teuer und macht viel Arbeit. Das macht man bei niemandem, von dem man glaubt er ist in 3 Jahren wieder weg.

Unser Konzern legt aber auch wert auf Loyalität. Das geht aber in beide Richtungen. Man erwartet sie von den Mitarbeitern, dafür gibt es aber auch einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen, wenn Mitarbeiter krankt werden o. Ä. findet man etwas, was sie trotzdem noch tun können, in Zeiten von Homeschooling gab es direkt die Nachricht an die Mitarbeiter, dass sich niemand der wegen der Kinderbetreuung nicht oder nicht voll arbeiten kann Sorgen machen muss, man würde Lösungen finden, etc.

Also ganz so illoyal, wie es hier gerne dargestellt wird, sind Arbeitgeber auch nicht, zumindest die meisten. Wir haben zum Glück noch keine amerikanischen Verhältnisse.

Ein Unternehmen, welches hohen Wert auf Loyalität legt, könnte genauso gut sagen, dass sie gerne Mitarbeiter haben die ohne große Forderungen ihrer Arbeit nachgehen und sich mit ihrer jährlichen Lohnerhöhung von 2 % zufrieden geben.
Das sind die gleichen Unternehmen, die mit ihrem guten Betriebsklima werben und einen Obstkorb als "Goodie" verkaufen.
Absolute Luftpumpenunternehmen, die man ohnehin vergessen kann.
Und was heisst hier "muss er mich sehr gut überzeugen"?

Ich habe in den letzten 10 Jahren 4 mal meinen Arbeitgeber gewechselt und jedes mal gesagt, dass ich ein besseres Angebot bekommen habe.
Was muss man da großartig erklären?
Ich tausche meine Zeit, Fähigkeiten und mein Wissen gegen Geld.
Wenn ich ein besseres Angebot bekomme, kann mein Arbeitgeber mich behalten, wenn er mitzieht.
Wo ist das Problem?

antworten
WiWi Gast

Generation Jobhopping

Sehe ich im Grunde auch so. Früher wurde Loyalität einfach anders gelebt. Die Konzernkarrieren die früher häufig möglich waren sind heute undenkbar. Der Vater einer Ex-Freundin von mir fing seine Ausbildung am Band bei Daimler an. Heute sitzt er als einer der obersten Compliance Manager regelmäßig mit dem Vorstand zusammen. Heute undenkbar.

Mein Vater hat sich auch 20 Jahre für seine Firma den Hintern aufgerissen und hatte dann nen Arbeitsunfall und wurde berufsunfähig. Ergebnis: wir prozessieren 7 Jahre nach dem Unfall und 4 Jahre nach seinem Tod immer noch.

Ich kenne noch einige weitere Beispiele wo sich das einfach nicht lohnt. Ein Ex-Geschäftsführer meinte mal öffentlich: Leute die länger als 5 Jahre in einem Unternehmen oder auf der gleichen Position sind, sind unflexibel und nicht zu gebrauchen. Wenn ich mir da so einige Kollegen bei mir anschaue die ihre Ausbildung im kaufmännischen Bereich gemacht haben und jetzt 20 Jahre später an der gleichen Stelle sitzen, werden jetzt wohl auch bald wegrationalisiert. Sparprogramm usw. ... Wir danken ihnen für ihre geleistete Arbeit und wünschen ihnen blablabla.

WiWi Gast schrieb am 17.04.2021:

Die Arbeitswelt hat sich schlicht und einfach verändert. Und daran tragen die Arbeitgeber auch eine Mitschuld.

Früher wurde Loyalität noch von beiden Seiten, daher Arbeitnehmer und Arbeitgeber gelebt. Wer in den 80ern oder 90ern bei einem großen Unternehmen arbeitete, konnte sicher sein, dass er dort bis zur Rente bleiben konnte. Diese Sicherheit haben die Arbeitnehmer natürlich erwidert, indem sie häufig ihr ganzes Leben dort blieben.

Heutzutage ist man doch bei keinem Unternehmen mehr wirklich sicher. Bei den großen Konzernen jagt ein Abbauprogramm das nächste. Hier mal 10.000, da mal 20.000, gerne ältere Mitarbeiter jenseits der 50. Wer nicht gehen will, der wird in irgendwelche Auffanggesellschaften transferiert oder der Unternehmensteil wird verkauft. Junge Mitarbeiter werden gerne erstmal befristet oder erstmal nur über ANÜ angestellt. Von den Einstiegskonditionen ganz zu schweigen.

Warum soll ich als Arbeitnehmer dem Unternehmen bei solchem Verhalten noch irgendwelche Loyalität erweisen? So lapidar wie die sich vielleicht irgendwann mal gegen mich entscheiden, so einfach kann ich mich auch für die Konkurrenz entscheiden.

antworten
WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 11.04.2021:

Hallo Wiwi-treffler,

nach 4 jahren Berufserfahrung merke ich immer mehr, wie ein Großteil der Studienkollegen mittlerweile beim dritten Arbeitgeber angekommen sind (Wechsel alle 2 Jahre), während ich immer noch beim Arbeitgeber meines Berufseinstiegs bin und mich hier hocharbeite.

Was versprechen die Leute sich durch das viele Jobhopping? Ist es nicht total kontraproduktiv jedesmal sein Firmennetzwerk bei 0 starten zu müssen, zumal große Erfahrung nach 2 Jahren auch nicht vorhanden sein kann? Übersehe ich hier einen Vorteil, bis auf ein mögliches höheres Gehalt?

VG

Finanziell und karrieretechnisch wirst du im "Startunternehmen" nie so schnell vorankommen, wie mit Wechseln!

Ich hab vor ca. 10 Jahren mein Wing Diplom gemacht und bin seitdem im SCM Bereich unterwegs.

War zunächst ~4 Jahre beim selben AG (Ca. 35.000 MA, Tier 1 Automotive Supplier). Ab dem 3. Jahr hat mich mein Chef zwei Jahre in Folge für eine Beförderung vorgeschlagen, passiert ist nichts. Das Gehalt (IGM BaWü) auch nur von 48 auf 54k gestiegen.

Bin dann zu einem kleineren Unternehmen (2.500 MA) als Teamleiter (7 directs) gewechselt und hab direkt einen Sprung auf 75k gemacht.
Das war der schwerste Sprung, denn ohne Führungserfahrung ist es schwer eine erste Führungsposition bekommen. Bestimmt über 100 Bewerbungen und ca. 10 Gespräche geführt bis es geklappt hat. Nach Ca. 1 Jahr fingen dann plötzlich bei Xing und LinkedIn Anfragen zu kommen.

Nach 2,5 Jahren als Teamleiter bin ich dann erneut gewechselt, als Abteilungsleiter (80 directs) in zu einem anderen Automotive Supplier (3.000 MA). Gehalt auf all-in 110k gesteigert.

Vor 1,5 Jahren bin ich dann zu meinem jetzigen Arbeitgeber gewechselt, DAX30 Konzern. Zwar wieder "nur" Abteilungsleiter aber mit 115k etwas mehr Gehalt, perfekte wlb und sehr hohe Jobsicherheit.

Inzwischen bekomme ich über Linked und Xing regelmässig Anfragen für Jobs wie "Werksleiter", COO oder CSO. Meine angegebene Gehaltsvorstellung >150k ist da kein Problem mehr. Ernsthaft wechseln möchte ich aber nicht, weil das etwas mehr an Geld mit massiv schlechterer wlb einhergehen würde, mit mehr Stress, schlechterer Betriebsrente etc.

In Xing bin ich mit vielen Ex-Studies "vernetzt" - Die, welche beim Einstiegsunternehmen sind, sind immer noch Sachbearbeiter. Und verdienen bestenfalls 50% von dem, was ich bekomme.

Es muss nicht so laufen wie bei mir (kann schlechter aber auch besser laufen), aber diejenigen, die regelmässig wechseln, also alle 2- bis spätestens 5 Jahre, verdienen mehr und machen die besseren Karrieren.

"Blöd" nur für die, die direkt bei Bosch, Siemens, Daimler, VW oder BASF einsteigen können. Solche Konzerne verlässt man in der Regel nicht mehr. Dort dauert es i. d. R. deutlich länger bis man aufsteigt, aber man wird von beginn an gut bezahlt und kann ein Leben als Industriebeamter führen.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 17.04.2021:

Die Arbeitswelt hat sich schlicht und einfach verändert. Und daran tragen die Arbeitgeber auch eine Mitschuld.

Früher wurde Loyalität noch von beiden Seiten, daher Arbeitnehmer und Arbeitgeber gelebt. Wer in den 80ern oder 90ern bei einem großen Unternehmen arbeitete, konnte sicher sein, dass er dort bis zur Rente bleiben konnte. Diese Sicherheit haben die Arbeitnehmer natürlich erwidert, indem sie häufig ihr ganzes Leben dort blieben.

Heutzutage ist man doch bei keinem Unternehmen mehr wirklich sicher. Bei den großen Konzernen jagt ein Abbauprogramm das nächste. Hier mal 10.000, da mal 20.000, gerne ältere Mitarbeiter jenseits der 50. Wer nicht gehen will, der wird in irgendwelche Auffanggesellschaften transferiert oder der Unternehmensteil wird verkauft. Junge Mitarbeiter werden gerne erstmal befristet oder erstmal nur über ANÜ angestellt. Von den Einstiegskonditionen ganz zu schweigen.

Warum soll ich als Arbeitnehmer dem Unternehmen bei solchem Verhalten noch irgendwelche Loyalität erweisen? So lapidar wie die sich vielleicht irgendwann mal gegen mich entscheiden, so einfach kann ich mich auch für die Konkurrenz entscheiden.

2019 hatten wir den niedrigsten Stand der Arbeitslosigkeit seit 1980 bezogen auf das ehemalige Westdeutschland. Sichere Arbeitsplätze in den 80ern und 90ern sind ein Mythos.

Ich denke, dass eher die ausgezeichnete Lage der letzten 10-15 Jahre ein wichtiger Faktor war. Wenn man leicht etwas findet, wechseln mehr Leute. Man hat dann auch weniger Angst, das etwas schief gehen könnte, da auch leicht noch mal wechseln kann.

Der zweite Punkt ist das Alter. Mit kürzerem Abi, Wegfall der Wehrpflicht und den Studienreformen sind die Leute einfach jünger beim Job-Einstieg. Mit Mitte 20 hat man weniger Verpflichtungen, die einen vom Job-Wechsel abhalten, als mit 30. Da denken viele dann schon ernster über die Familienplanung nach, statt einfach noch mal was neues erleben zu wollen.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Ob Jobhopping sinnvoll ist oder nicht hängt doch davon ab was man möchte. Wer schon heute weiss, dass er irgendwann in einer KMU bzw. einem eher konservativen Unternehmen enden möchte, der sollte sich wahrscheinlich an deine Vorgaben halten.

Ich habe meine Masterarbeit in einer KMU geschrieben. Der Projektmanager, der mich betreute und mit dem ich mich persönlich noch heute sehr gut verstehe, war auch der Meinung, dass man nicht "zu häufig" wechseln sollte. Das war vor 5 Jahren. Ich habe nicht auf seinen Ratschlag gehört, bin seither 3 Mal gewechselt und arbeite jetzt bei einer IT-Beratung, bei der ich verdiene knapp 100k. Nun haben wir uns vor ein paar Wochen getroffen und irgendwann sind wir auf das Gehalt zu sprechen gekommen. Als ich ihm erzählte, was ich verdiente, konnte er es kaum glauben und war richtig durcheinander. Er bewarb sich dann ein paar Tage auf meine Empfehlung hin bei der Beratung und wurde dann abgelehnt. Intern habe ich dann mitbekommen, dass man Zweifel gehabt habe, ob jemand der 7 Jahre lang in der gleichen KMU war, sich noch an das Projektgeschäft und die Dynamik einer IT-Beratung anpassen könnte.

Ich will damit sagen, beide Richtungen sind möglich. Wer Karriere machen und ordentlich Geld verdienen will, wird wahrscheinlich in vielen Fällen besser fahren, wenn er ein paar Mal öfter wechselt als der Durchschnitt. Wer aber möglichst schnell einen Job in einer KMU finden will, wo das Tempo eher niedriger und die Work-Life Balance ausgeglichener ist, sollte das eben nicht so handhaben wie ich.

WiWi Gast schrieb am 17.04.2021:

Interne Wechsel sind ja nochmal etwas anderes, das ist ja meist sogar gewollt. Aber auch da eher nach 3 - 5 Jahren als nach 1,5.

Wenn es um externe Wechsel geht, würde ich aber auch keinen Jobhopper einstellen. Das heißt nicht, dass man nie gewechselt haben darf, wenn es mal ein Fehltritt gab kann man den auch zügiger korrigieren, aber es sollte im Rahmen bleiben.

Ich habe bspw. schon leute eingestellt, die nach 3 Jahren bei einem KMU oder Dienstleister zu uns in den Konzern wollten, gar kein Thema. Oder auch welche die nach 1,5 Jahren in einem anderen Konzern zu uns wollten, weil der Partner hier einen Job bekommen hat und sie keine 500 km pendeln wollen.

Wenn aber jemand kommt, und auch das kam schon vor, der nach 6 Jahren BE jetzt zu uns als 4. Arbeitgeber will, hat der sehr sehr schlechte Chancen, dass ich ihn einlade. Und falls doch, muss er mich sehr gut überzeugen, warum so viel gewechselt wurde und warum das bei uns nicht mehr so sein wird, um eine Chance zu haben.

Denn wie es oben schon einmal wer geschrieben hat, ist ein Einstellungsverfahren und die folgende Einarbeitung teuer und macht viel Arbeit. Das macht man bei niemandem, von dem man glaubt er ist in 3 Jahren wieder weg.

Unser Konzern legt aber auch wert auf Loyalität. Das geht aber in beide Richtungen. Man erwartet sie von den Mitarbeitern, dafür gibt es aber auch einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen, wenn Mitarbeiter krankt werden o. Ä. findet man etwas, was sie trotzdem noch tun können, in Zeiten von Homeschooling gab es direkt die Nachricht an die Mitarbeiter, dass sich niemand der wegen der Kinderbetreuung nicht oder nicht voll arbeiten kann Sorgen machen muss, man würde Lösungen finden, etc.

Also ganz so illoyal, wie es hier gerne dargestellt wird, sind Arbeitgeber auch nicht, zumindest die meisten. Wir haben zum Glück noch keine amerikanischen Verhältnisse.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Wenn man Karriere machen will, gehören Jobwechsel ja zwingend dazu. Nur dass die bei vielen Konzernen intern erfolgen. Bei KMUs geht das häufig schwer weil zu wenig Fluktuation herrscht.

Bei KMUs aber auch Beratungen etc. wird es deshalb denke ich auch nicht ganz so kritisch gesehen, wenn jemand häufiger den Arbeitgeber gewechselt hat. Bei großen Konzernen, zumindest dem wo ich bin, kommt man damit nicht weit. Von außen werden eigentlich nur Leute auf den Einstiegspositionen oder vielleicht noch ein Level darüber geholt. Aber darüber wird fast alles mit internen Leuten besetzt. Für höhere Positionen wird nur wer von außen geholt, wenn man unter den eigenen Leuten wirklich so gar keinen findet. Und das sind dann häufig auch die Stellen die einfach keiner haben wollte.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 17.04.2021:

Interne Wechsel sind ja nochmal etwas anderes, das ist ja meist sogar gewollt. Aber auch da eher nach 3 - 5 Jahren als nach 1,5.

Wenn es um externe Wechsel geht, würde ich aber auch keinen Jobhopper einstellen. Das heißt nicht, dass man nie gewechselt haben darf, wenn es mal ein Fehltritt gab kann man den auch zügiger korrigieren, aber es sollte im Rahmen bleiben.

Ich habe bspw. schon leute eingestellt, die nach 3 Jahren bei einem KMU oder Dienstleister zu uns in den Konzern wollten, gar kein Thema. Oder auch welche die nach 1,5 Jahren in einem anderen Konzern zu uns wollten, weil der Partner hier einen Job bekommen hat und sie keine 500 km pendeln wollen.

Wenn aber jemand kommt, und auch das kam schon vor, der nach 6 Jahren BE jetzt zu uns als 4. Arbeitgeber will, hat der sehr sehr schlechte Chancen, dass ich ihn einlade. Und falls doch, muss er mich sehr gut überzeugen, warum so viel gewechselt wurde und warum das bei uns nicht mehr so sein wird, um eine Chance zu haben.

Denn wie es oben schon einmal wer geschrieben hat, ist ein Einstellungsverfahren und die folgende Einarbeitung teuer und macht viel Arbeit. Das macht man bei niemandem, von dem man glaubt er ist in 3 Jahren wieder weg.

Unser Konzern legt aber auch wert auf Loyalität. Das geht aber in beide Richtungen. Man erwartet sie von den Mitarbeitern, dafür gibt es aber auch einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen, wenn Mitarbeiter krankt werden o. Ä. findet man etwas, was sie trotzdem noch tun können, in Zeiten von Homeschooling gab es direkt die Nachricht an die Mitarbeiter, dass sich niemand der wegen der Kinderbetreuung nicht oder nicht voll arbeiten kann Sorgen machen muss, man würde Lösungen finden, etc.

Also ganz so illoyal, wie es hier gerne dargestellt wird, sind Arbeitgeber auch nicht, zumindest die meisten. Wir haben zum Glück noch keine amerikanischen Verhältnisse.

Alle 3-5 Jahre??
2 Wechsel in 10 Jahren?
In 10 Jahren sollte man schon Führungskraft sein, mit lediglich 2 Stellen hat man hierzu viel zu wenig Erfahrung.

Wie gesagt, ich bin alle 1-1,5 Jahre intern gewechselt und jetzt mit 3,5 Jahren BE am Ende vom Tarif. Sorry wer 5 Jahre auf seiner Einstiegsstelle bleibt nach dem Studium ist nicht mehr zu helfen, in 95% der Konzernjobs ist doch bereits nach 1-2 Jahren kaum mehr Lernkurve

In deiner Welt besteht ein Konzern quasi nur noch aus Führungskräften. Aber es gibt Konzerne, die schon gegengesteuert haben, um die überbordenden Ansprüche mancher Absolventen zu befriedigen. Da werden Head of Titel vergeben ohne unterstellte Mitarbeiter damit die Leute Ruhe geben und sich als Führungskraft auf die Schulter klopfen können

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ExBerater

Generation Jobhopping

Prinzipiell sind Wechsel gut und wichtig für eine Karriere - aber auch für die Entwicklung der Fähigkeiten, der Persönlichkeit und um verschiedene Erfahrungen zu machen.

Aber das Tempo und die Qualität der Wechsel macht den Unterschied.

  • Wer zu häufig wechselt, lernt wenig und ist der jeweiligen Firma keine Hilfe.
  • Wer zu oft quer wechselt, macht keine Fortschritte.
  • Wer zu oft die Branchen wechselt, wirkt sprunghaft und ohne roten Faden.

Aus meiner Sicht sind Wechsel dann sinnvoll, wenn man dadurch einen nächsten Schritt macht, und wenn man die bisherigen Erfahrungen positiv in der neuen Rolle einbringen kann.

Wenn ich als Arbeitgeber einen CV bekomme und beurteile, dann sind Wechsel IN einem Unternehmen klar höher zu bewerten, denn nur dadurch zeigt man ja, dass man von Leuten die einen kennen positiv beurteilt wurde. Wenn ich viele Querwechsel sehe, zeigt das für mich, dass der/diejenige nicht weiß was er/sie will oder jeweils in den Firmen nicht klargekommen ist.

Ich schaue auch vermehrt sehr kritisch auf Firmenwechsel die mit einer Beförderung verbunden sind. Da die andere Firma deren Qualität nicht wirklich beurteilen kann, ist das zumeist einfach ein Versuch, mit höherem Titel und Gehalt Konkurrenzwissen abzuwerben.

Was man leider immer mehr sieht, ist dass Firmen darauf reinfallen. Da werden ständig Leute abgeworben, die von A nach B und dann zu C gesprungen sind, und damit vor allem ihr Konto aufbessern. Wenn dies in je weniger als 3 Jahren passiert, kann ich davon ausgehen, dass die Person kaum etwas nachhaltig bewirkt hat - und scheinbar auch kein Interesse daran hat.

Sicher kommt es auf Branche und Position an: Aber aus eigener Erfahrung würde ich behaupten: Man braucht mindestens ein Jahr um eine Branche, Firma und ein Business zu verstehen, eher noch länger um Beziehungen und Netzwerke in der Firma aufzubauen, und bei Führungskräften kann man unter drei Jahren kaum bewerten, ob die Person etwas nachhaltig bewirkt hat. 3-5 Jahre halte ich für akzeptabel für einen Wechsel zu Beginn der Karriere.

Leider sind in den vergangenen jahrzehnten insbesondere Konzerne immer komplexer geworden mit mehr Hierarchiebenen. Gleichzeitig wünschen sich viele Konzerne einen "dynamischen, jungen Typen" an der Spitze.. Das führt all zu oft dazu, dass man Jobhopper und Blendern vertraut, denn ohne solch fixe Sprünge, kann man es ja gar nicht zeitig zum Vorstand bringen.

Genau diese Entwichlung hat leider zum großen Vertrauensverlust in Manager und Vorstände geführt in der Gesellschaft. Wer immer nur wechselt bevor es heiß wird, zeigt letztlich, dass er nur loyal gegenüber seinem eigenen Konto ist. Gerade Konzerne haben es so geschafft, eine Kultur der Management-Planlosigkeit zu etablieren. Die Leute "oben" wissen wenig über das eigentliche Geschäft.

Seit nunmehr rund 20 Jahren beobachte ich Firmen, von innen und von außen, von KMUs über weltmarktführende, inhabergeführte Unternehmen hin zu Konzernen. Es ist kein Wunder, dass die erfolgreichsten Firmen immer die sind, in denen der Inhaber das Geschäft führt, oder aber ein Manager der die Firma über 20 Jahre groß gemacht hat. Andere erfogleiche Geschäfts sind meist nur deshalb so, weil es sehr hohe Eintrittsbarrieren gibt für neue Player, oder aber gleich innovative Firmen die ihren eigenen Markt schaffen.

Tatsächlich ergibt sich seit einigen Jahren auch eine Flut von Nonsense-Titeln die allesamt großen Eindruck schinden sollen, hinter denen aber nix steckt. Oder eine irrsinnige Schere zwischen den Gehältern derer die die Arbeit machen weil sie die Firma in und auswendig kennen, und den Blendern und Jobhoppern, die diese Arbeit präsentieren und damit glänzen.

Aber Vorsicht: Viele Konzern fangen an, massiv Führungsebenen zu streichen. Am Ende des Tages sind die, die am kürzesten in der Firma sind auch am billigsten loszuwerden und am einfachsten (oder gar nicht) zu ersetzen.

Ich wünsche mir für Deutschland eine Renaissance der Wertschätzung von Facharbeitern, Sachbearbeitern und echten Experten. DIESE sind das Erfolgsgeheimnis Deutschlands. Nicht die überbezahlten Ex-Berater die PPTs malen und glauben, damit die Strategie eines Konzerns zu bestimmen.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 17.04.2021:

Interne Wechsel sind ja nochmal etwas anderes, das ist ja meist sogar gewollt. Aber auch da eher nach 3 - 5 Jahren als nach 1,5.

Wenn es um externe Wechsel geht, würde ich aber auch keinen Jobhopper einstellen. Das heißt nicht, dass man nie gewechselt haben darf, wenn es mal ein Fehltritt gab kann man den auch zügiger korrigieren, aber es sollte im Rahmen bleiben.

Ich habe bspw. schon leute eingestellt, die nach 3 Jahren bei einem KMU oder Dienstleister zu uns in den Konzern wollten, gar kein Thema. Oder auch welche die nach 1,5 Jahren in einem anderen Konzern zu uns wollten, weil der Partner hier einen Job bekommen hat und sie keine 500 km pendeln wollen.

Wenn aber jemand kommt, und auch das kam schon vor, der nach 6 Jahren BE jetzt zu uns als 4. Arbeitgeber will, hat der sehr sehr schlechte Chancen, dass ich ihn einlade. Und falls doch, muss er mich sehr gut überzeugen, warum so viel gewechselt wurde und warum das bei uns nicht mehr so sein wird, um eine Chance zu haben.

Denn wie es oben schon einmal wer geschrieben hat, ist ein Einstellungsverfahren und die folgende Einarbeitung teuer und macht viel Arbeit. Das macht man bei niemandem, von dem man glaubt er ist in 3 Jahren wieder weg.

Unser Konzern legt aber auch wert auf Loyalität. Das geht aber in beide Richtungen. Man erwartet sie von den Mitarbeitern, dafür gibt es aber auch einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen, wenn Mitarbeiter krankt werden o. Ä. findet man etwas, was sie trotzdem noch tun können, in Zeiten von Homeschooling gab es direkt die Nachricht an die Mitarbeiter, dass sich niemand der wegen der Kinderbetreuung nicht oder nicht voll arbeiten kann Sorgen machen muss, man würde Lösungen finden, etc.

Also ganz so illoyal, wie es hier gerne dargestellt wird, sind Arbeitgeber auch nicht, zumindest die meisten. Wir haben zum Glück noch keine amerikanischen Verhältnisse.

Alle 3-5 Jahre??
2 Wechsel in 10 Jahren?
In 10 Jahren sollte man schon Führungskraft sein, mit lediglich 2 Stellen hat man hierzu viel zu wenig Erfahrung.

Wie gesagt, ich bin alle 1-1,5 Jahre intern gewechselt und jetzt mit 3,5 Jahren BE am Ende vom Tarif. Sorry wer 5 Jahre auf seiner Einstiegsstelle bleibt nach dem Studium ist nicht mehr zu helfen, in 95% der Konzernjobs ist doch bereits nach 1-2 Jahren kaum mehr Lernkurve

Das hängt vielleicht auch vom Arbeitgeber ab. Wenn man bei dir nach einem Jahr nichts mehr lernt sind die Tätigkeiten wahrscheinlich recht eingeschränkt oder die Stellen sehr unflexibel.
Bei uns im Konzern wird unter 3 Jahren nur in Ausnahmefällen gewechselt, Standard sind alle 5 Jahre. Dafür lernst du aber auch nach drei Jahren immer noch was, weil die Aufgaben erweitert oder geändert werden. Also jemand der drei Jahre auf der Stelle ist, wird andere Dinge tun, als jemand der gerade angefangen hat.

Und wenn die Lernkurve dann mal halbwegs gesättigt ist, spricht auch nichts dagegen die Leute noch ein Jahr weiter zu machen, wenn sie jetzt wirklich verstehen was sie tun.
Hetzt du nämlich zu schnell nach oben, den Fehler habe ich leider auch schon mit Mitarbeitern gemacht, stellst du dann auf einmal fest, dass die Grundlagen nicht so sitzen wie sie sollten, weil sie nie richtig zu Ende gelernt wurden. Und dann ist ein zurück sehr schwierig.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 13.04.2021:

Wie meinte mein Prof so schön:
3-5-7 für Karriere;
a) 3 Jahren sollte man bleiben
b) Nach 5 konkrete Angebote der Konkurrenz holen
c) Nach 7 spätestens wechseln

Hä, dann bleibt man ja 7 und nicht 3 Jahre und die Angebote nach 5 Jahren sind dann auch schon abgelaufen und man muss sich neue einholen...

antworten
WiWi Gast

Generation Jobhopping

WiWi Gast schrieb am 18.04.2021:

Wie meinte mein Prof so schön:
3-5-7 für Karriere;
a) 3 Jahren sollte man bleiben
b) Nach 5 konkrete Angebote der Konkurrenz holen
c) Nach 7 spätestens wechseln

Hä, dann bleibt man ja 7 und nicht 3 Jahre und die Angebote nach 5 Jahren sind dann auch schon abgelaufen und man muss sich neue einholen...

Es war wahrscheinlich ein BWL Prof. Da muss alles der rule of three folgen. Das finden die irgendwie beeindruckend.

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Ich habe es sogar ganz anders erlebt. Habe eine BL Stelle ausgeschlagen (Gehalt + 90%), weil ich im aktuellen Umfeld (Kollegen, Führungsmannschaft, Gehalt und vor allem W L Balance bei ner echten 40H Woche mit über 100k) sehr zufrieden bin. Bin 37,m

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Mein Konzern fördert internes Job Hopping (alle 3 Jahre neue Stelle / neuer Bereich), was ich persönlich sehr gut finde. Gehaltstechnisch kann man sich so ebenfalls entwickeln. Ansonsten habe ich eine Kollegin bei der es wie folgt aussah:

Trainee (2 Jahre)
Recruiter (3 Jahre) -> Chance auf Teamleitung nicht gegeben
WECHSEL Teamleitung Recruiting Konkurrenz (3 Jahre) -> Chance auf Bereichsleiter nicht gegeben
WECHSEL anderer Konzern Leitung von 2 Recruiting Teams

Die wäre nicht von uns weggegangen, aber da in absehbarer Zeit keine Entwicklungsmöglichkeit da war (sie wollte nicht raus aus dem Recruiting) ist sie eben gewechselt. Dasselbe dann bei AG 2. Eine weitere ex Trainee ist nach wie vor in dem Team, jetzt Senior Recruiterin, verdient sehr gutes Geld, hat sich davon verabschiedet eine Führungsrolle zu übernehmen (will sie auch nicht) und ist happy damit. Job Hopping kommt also immer auf die eigenen Präferenzen an.

Die

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WiWi Gast

Generation Jobhopping

Als ITler wechsel ich alle 2-3 Jahre und bin bis dahin Top damit gefahren.

Zum einen natürlich wegen dem Geld. Mehr als 5-10% alle 2-3 Jahre sind als Erhöhung im selben Unternehmen einfach nirgendwo drin. Wechsel ich den Job, kriege ich 15-20% ohne groß zu verhandeln. Natürlich nur bis zur "gläsernen Decke" für den Job, aber je eher ich diese erreiche desto besser.
Ich kenne genug Kollegen, die für den selben Job einfach mal 30-40% weniger kriegen, einfach nur weil sie seit Jahren im gleichen Unternehmen hocken und sich nicht aus ihrer Komfortzone trauen.

Zum anderen auch wegen der Behandlung. Ist man zu lange im Unternehmen, gilt es als Selbstverständlichkeit, dass man da ist. Und so wird man auch behandelt.
Fängt man bei einem Unternehmen neu an und die haben vielleicht viel Zeit in das Recruiting gesteckt (und länger einen passenden Kandidaten gesucht), wird man gleich viel besser behandelt. Gilt übrigens auch für viele Benefits wie z.B. Home Office. Ich kann schon seit vielen Jahren regelmäßig Home Office machen. Aber auch nur, weil ich mir einen neuen Job gesucht habe, wo das explizit gefördert wurde, nachdem meine damalige Firma davon nix wissen wollte.

Der Jobmarkt (zumindest im IT Bereich) tickt inzwischen ein bisschen wie der Datingbereich. Wer zu nett ist und zu allem "ja und danke" sagt, der wird schnell schonungslos ausgenutzt. Das sind dann Leute, die seit 10 Jahren bei der gleichen Firma sind und sich im Internet beschweren, dass sie trotz "Fachkräftemangel" nur 60k im Jahr verdienen.
Wer hingegen auch mal mit härteren Bandagen kämpft, wird viel eher Ernst genommen und kommt damit auch schneller weiter.
Habe ich auf die harte Tour lernen müssen, nachdem ich mich selber mehrere Jahre habe ausnutzen lassen.

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