DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Karriere-TrendsKarrierechancen

Gehalt überbewertet: Karriereperspektiven locken Mitarbeiter

Drei viertel der deutschen Personalchefs fürchten, ihre besten Mitarbeiter an die Konkurrenz zu verlieren. Bessere Karriereaussichten sind für 33 Prozent aller Personal-Manager die Hauptmotivation ihrer Mitarbeiter für einen Arbeitsplatzwechsel.

Gehalt überbewertet: Karriereperspektiven locken Mitarbeiter
München, 13.05.2015 (rh) – 73 Prozent aller HR-Manager sind besorgt, ihre besten Fachkräfte im Laufe des Jahres an die Konkurrenz zu verlieren. Eine höhere Vergütung ist zwar wichtig, aber nicht die Hauptmotivation für den Arbeitsplatzwechsel. Am meisten befürchten die Studienteilnehmer, dass ihre Mitarbeiter aufgrund besserer Karrierechancen wechseln. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Arbeitsmarktstudie im Auftrag des Personaldienstleisters Robert Half, an der 200 HR-Manager in Deutschland teilnahmen.

Karrieremöglichkeiten als Hauptgrund für den Arbeitsplatzwechsel
Bessere Karriereaussichten in anderen Unternehmen sind für 33 % aller HR-Manager die Hauptmotivation ihrer Mitarbeiter für einen Arbeitsplatzwechsel. Für 27 Prozent der Personalverantwortlichen ist eine bessere Work-Life-Balance der primäre Antrieb ihrer Fachkräfte für einen Unternehmensaustritt.

Erst auf dem dritten Platz (22 %) landet eine höhere Vergütung inklusive Boni und Zusatzleistungen als Kündigungsgrund. Eine passendere Unternehmenskultur oder die Beziehung zum Führungsteam scheinen vergleichsweise weniger wichtig zu sein – nur 5 Prozent bzw. 4 Prozent der HR-Manager nennen diese Faktoren als Kündigungsgrund ihrer Mitarbeiter.

„Entgegen der allgemeinen Erwartung, dass Mitarbeiter primär die Vergütung fokussieren, binden vor allem Karriereperspektiven die Mitarbeiter“, erläutert Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & The Netherlands bei Robert Half. „Da die Besetzung offener Stellen aktuell große Schwierigkeiten bereitet, ist es umso wichtiger, gute Fach- und Führungskräfte zu halten. Arbeitgeber müssen klare Karrierewege entwickeln und diese auch in regelmäßigen Mitarbeiter- und Feedbackgesprächen kommunizieren, so dass sich Mitarbeiter weiterentwickeln können.“


Kündigungsgrund Nr. 1 in kleineren Unternehmen: Work-Life-Balance
Mit Blick auf die Unternehmensgröße zeigt die Studie, dass ein möglicher Karrieresprung besonders Arbeitnehmer aus Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern zum Jobwechsel bewegt. HR-Manager von kleineren Unternehmen (50 – 499 Mitarbeiter) sehen eine bessere Work-Life-Balance bei anderen Arbeitgebern als Hauptgrund für den Unternehmensaustritt ihrer Mitarbeiter (32 %). Außerdem sorgen sie sich mehr um die Vergütung (24 %) als die Kollegen aus mittleren und großen Unternehmen (je 21 bzw. 20 %).

Kündigungsgründe - Robert Half hat HR-Manager gefragt:
Was ist Ihrer Meinung nach die primäre Motivation für Mitarbeiter, Ihr Unternehmen für andere Jobangebote zu verlassen?

Quelle:Arbeitsmarktstudie 2015 von Robert Half, Befragte: 200 HR-Manager
 

„HR-Manager stellen je nach Unternehmensgröße durchaus unterschiedliche Wechselmotivationen ihrer Mitarbeiter fest. Auch wenn die Tendenzen sehr ähnlich sind, spielt die Work-Life-Balance bei kleineren Firmen doch eine noch stärkere Rolle als der mögliche Karrieresprung. Unternehmen sollten die wichtigsten Gründe für die Kündigung ihrer Mitarbeiter in Exitgesprächen identifizieren und analysieren, um bei der Mitarbeiterbindung an den richtigen Stellen anzusetzen“, so Sven Hennige.
 

Checkliste: Die wichtigsten 6 Tipps für die Mitarbeiterbindung

  1. Karriereperspektiven
    Entwickeln Sie für jeden Mitarbeiter einen individuellen, klaren Karriereweg. Prüfen Sie die Entwicklung in regelmäßigen Feedbackgesprächen, idealerweise in vierteljährlichen Abständen und jederzeit bei Bedarf.
     
  2. Work-Life-Balance
    Analysieren Sie zuerst, was dies für Ihre Mitarbeiter bedeutet. Haben viele Ihrer Mitarbeiter einen langen Arbeitsweg? Home Office-Angebote könnten das Problem lösen. Gibt es junge Eltern im Unternehmen, die versuchen Job und Familie unter einen Hut zu bringen? Prüfen Sie Möglichkeiten einer Kinderbetreuung, bspw. einen Firmenkindergarten. 
     
  3. Vergütung
    Überprüfen Sie regelmäßig Gehälter, Boni und Zusatzleistungen im Unternehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Zahlreiche Gehaltsstudien bieten in kaufmännischen Bereichen Orientierung. 
     
  4. Unternehmensstandort
    Bieten Sie Fahrkostenzuschüsse, Firmenwägen oder auch Home Office an, um die wöchentliche Pendelzeit der Mitarbeiter zu verringern. Wenn keine Kantine vorhanden ist, finden Sie vielleicht ein Restaurant, das Lunchpakete ins Büro liefert. 
     
  5. Unternehmenskultur
    Machen Sie Ihren Mitarbeitern deutlich, was die Unternehmenswerte und -ziele sind. Zeigen Sie den Mitarbeitern ihre Wertschätzung, etwa auf Weihnachtsfeiern oder mit Bonuszahlungen für ein gut gelaufenes Projekt. 
     
  6. Beziehung zu Führungspositionen
    Etablieren Sie eine gute Feedback-Kultur, in der Mitarbeiter offen über Probleme sprechen können und in Entscheidungen einbezogen werden.

Im Forum zu Karrierechancen

3 Kommentare

Einschätzung Lebenslauf - Karrierechancen

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 10.09.2020: Ist doch bis auf den Bachelor ein solides Profil. Kenne welche die mit schlechterem Profil bei MDAX gelandet sind. ...

10 Kommentare

Company-Name vs Tätigkeit

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 11.08.2020: Kommt drauf an. HR bei Goldman Sachs ist sicherlich viel weniger Wert als M&A bei DC Advisory oder vergleichbaren Buden wenn das Ziel IB ist. Equity Research bei G ...

9 Kommentare

Aufstiegschancen WING vs BWL

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 21.04.2020: KITler kommen sogar mit geringerer Wahrscheinlichkeit ins Valley als Leute von diversen anderen Unis. Ganz besonders schlecht steht international die RWTH da. ...

5 Kommentare

Karrierechancen mit Management Master

WiWi Gast

Grundsätzlich wertest du damit dein Profil auf jeden Fall auf. Habe einige Sowi Freunde, die einen Master in Organisation oder Management gemacht haben. Die landeten in der Regel im HR (wo die Aussich ...

12 Kommentare

Uni vs FH

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 21.11.2019: Man, was soll dieses Gerede immer... ...

8 Kommentare

Wo seht ihr bessere Karrierechancen: Business Development oder Product Management?

WiWi Gast

Business Development ist ein sehr vager Begriff der alles mögliche bedeuten kann. Bei manchen Unternehmen versteht man darunter Vertrieb mit Fokus auf Neugeschäft (also die Entwicklung eines konkreten ...

10 Kommentare

Ein Schritt zurück = schwerer für den zukünftigen Gehaltssprung?

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 26.04.2019: In Bayern zumindest aktuell bis 115k ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Karrierechancen

Vater, Kind,

Karriere hängt von Bildung und Einkommen der Eltern ab

Gleiche Bildungs- und Karrierechancen sind ein heißes Thema. Die Bildung und das Einkommen der Eltern prägen die Persönlichkeitsentwicklung und entscheidende Eigenschaften für die spätere Laufbahn ihrer Kinder. Dazu zählen Zeit- und Risikopräferenzen ebenso wie Altruismus und Intelligenz. Ungeduld, Risikofreude und Egoismus behindern den Bildungserfolg, wie Bonner Ökonomen in einer Studie erneut feststellten.

Bachelor and More - Orientierungsmesse für Bachelorstudiengänge

5. Allensbach-Studie 2014 - Bachelor für Berufsleben nicht ausreichend

77 Prozent der Abiturienten planen zu studieren. Das Bachelor-Studium ist für die Mehrheit der Studierenden jedoch keine ausreichende Vorbereitung für den Beruf. Sechs von zehn Bachelor-Studenten wollen noch einen Master machen. Haupteinnahmequellen sind im Studium die Eltern und der Nebenjob. 72 Prozent kritisieren eine zu geringe Zahl an Studentenwohnheimplätzen.

Weiteres zum Thema Karriere-Trends

Alternative Wege in Lohn und Brot – Teil 1: Branchenkenntnis als Karrierestrategie

Es gibt eine Vielzahl von Strategien, um sich potentiellen Arbeitsgebern zu empfehlen. Gute Noten sind nur eine davon. In jedem Fall gilt: gezielt bewerben!

Karrierestrategie: Cover von "Die heimlichen Spielregeln der Karriere" von Juergen Luerssen.

Die heimlichen Spielregeln der Karriere

Die Karriere wird nur zu zehn Prozent von fachlicher Kompetenz bestimmt. Den Rest prägen andere, nicht-fachliche Faktoren. Wer erfolgreich sein will, muss ein Macher sein. Wie sich die ungeschriebenen Gesetze am Arbeitsplatz für den Erfolg nutzen lassen, verrät Jürgen Lürssen in seinem Buch "Die heimlichen Spielregeln der Karriere".

Karrieretipps für Frauen

Fünf Karriere-Tipps für Frauen

Frauen sind in vielen Führungsetagen weiterhin unterrepräsentiert, Managerinnen meist in der Minderheit. Associate Director Rike Pröbstl vom Personaldienstleister Robert Half hat fünf Karrieretipps für Frauen. Sie rät Karriereziele zu kommunizieren, sich einen Mentor und aktiv Führungsverantwortung zu suchen, Aufgaben auch mal abzulehnen und die eigene Karriere in Etappen zu planen.

Das Bild zeigt passend zur Manpower-Studie "Karriereziele" einen Kompass und das Wort "Karriere"

Karriereziele 2016: die Arbeit nach Feierabend im Büro lassen

Mehr Gelassenheit und eine stärkere Abgrenzung zwischen Beruflichem und Privatem sind die Top-Ziele der deutschen Arbeitnehmer für das kommende Jahr 2016. Jeder dritte Deutsche möchte nach Dienstschluss besser abschalten können, 17 Prozent wollen effizienter arbeiten und 15 Prozent sind auf dem Sprung. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Karriereziele 2016“.

Eine junge Frau hält lachend ein pinkes Plakat in die Höhe auf dem mit weißer Schrift steht: nice legs.

Job-Zufriedenheit: Emotionale Stabilität fördert Erfolg und Zufriedenheit

Neben Gehalt, Ausbildung und Tätigkeit ist ein relevanter Erfolgsfaktor auch die Persönlichkeit von Arbeitnehmern. Menschen, die emotional stabil und belastbar sind, sind zufriedener im Job. Unklar bleibt, ob der Job den Charakter beeinflusst oder manche Menschen wegen ihrem Charakter über eine höhere Zufriedenheit im Job berichten. Zu diesen Ergebnisse kommt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW)

Student von hinten beim Lernen.

Karriere-Marathon: Millennials erwarten lebenslanges Lernen und Arbeiten

Mehr als ein Drittel der Berufstätigen werden im Jahr 2020 Millennials ausmachen. Weil 77 Prozent der Generation Y auch nach dem 65. Lebensjahr glauben noch berufstätig zu sein, erwarten sie von ihren zukünftigen Arbeitgebern mehr als ein attraktives Gehalt: Eine gute Arbeitsatmosphäre, sinnstiftende Arbeit und sicherer Arbeitsplatz sind wichtige Faktoren für Millennials bei der Arbeitgeberwahl. Weiterhin sollen Arbeitgeber Fort- und Weiterbildungen ermöglichen. Das zeigt eine neue Studie der Manpower Group.

Work-Life-Balance: Der Alexanderturm in Berlin mit einer Frau die in ihrer Freizeit joggt.

Arbeitnehmerstudie: Weniger arbeiten, mehr leben

Weniger arbeiten, mehr leben: Die Mehrheit der Arbeitnehmer möchte in der Woche fünf Stunden weniger arbeiten. Die sogenannten „Wissensarbeiter“ haben ganz eigene Ansprüche – sie würden für bessere Arbeitsatmosphäre und Selbstbestimmung sogar auf Gehalt verzichten, zeigt die XING Studie „Kompass Neue Arbeitswelt“.

Beliebtes zum Thema Karriere

Das Foto zeigt den Open Water Schwimmer Thomas Lurz im Porttrait.

Leidenschaft für den Erfolg – Interview mit Rekord-Weltmeister Thomas Lurz

Thomas Lurz ist 12-facher Rekord-Weltmeister mit zwei Olympiamedaillen. Über mehr als 10 Jahre galt er als bester Freiwasserschwimmer der Welt. Parallel dazu ist er Redner, Coach und Autor. Wie gelingt so eine Traumkarriere? Mit WiWi-TReFF hat er über die Erfolgsfaktoren seiner Doppelkarriere gesprochen.

Führungseigenschaften: Kompass mit Deutschlandfahne und Manager.

Weltspitze: Deutsche Top-Manager am zukunftsfähigsten

Die Mehrheit von Investoren bewertet deutsche Top-Manager als geeignet, die Probleme der Zukunft zu lösen. In keinem anderen Land ist das Vertrauen der Investoren in die Führungskräfte größer. In China dagegen glauben 82 Prozent der Investoren nicht an die Zukunftsfähigkeit der Manager. In den USA bezweifeln dies immerhin 70 Prozent, so das Ergebnis einer Management-Studie der Personalberatung Korn-Ferry.

CFA-Prüfung zum Chartered Financial Analyst

Chartered Financial Analyst: Rekord von über 250.000 CFA-Prüfungen

Die Nachfrage nach der Chartered Financial Analyst (CFA) Qualifikation erreicht im Juni 2019 einen neuen Höchststand. Die Zahl der weltweiten Anmeldungen zu CFA-Prüfungen stieg im Vorjahresvergleich um 11 Prozent, gibt CFA Institute, der führende globale Berufsverband für die Investmentbranche bekannt. Besonders in den Schwellenländern wächst das Interesse an der Weiterbildung für Vermögensverwalter, Portfoliomanager, professionelle Investor und Finanzanalysten.

Drei Absolventenhüte symbolisieren die geplanten neuen Berufsabschlüsse Berufsspezialist, Berufsbachelor und Berufsmaster.

BBiG-Novelle 2020: Berufsbachelor und Berufsmaster gepant

Das Bundesbildungsministerium plant das Berufsbildungsgesetz (BBiG) mit Wirkung zum Jahr 2020 anzupassen. Ziel ist es, dadurch die Berufsausbildung zu stärken. Kern der BBiG-Novelle sind die drei neuen Berufsabschlüsse "Berufsspezialist", "Berufsbachelor" und "Berufsmaster". Die Hochschulrektorenkonferenz warnt vor einer Verwechslungsgefahr mit Hochschulabschlüssen.

Karriere zum DAX-CEO: Eine junger Manager im Anzug läuft eine lange Treppe hoch.

Fast jeder zweite DAX-Chef ist Wirtschaftswissenschaftler

Die Wirtschaftswissenschaftler dominieren das Topmanagement der DAX-Unternehmen. 56 Prozent der Vorstände in MDAX-Unternehmen und 47 Prozent der Vorstände im DAX und SDAX sind Wirtschaftswissenschaftler. Von den CEOs der TecDAX-Unternehmen hat dagegen lediglich jeder dritte Wirtschaftswissenschaften studiert. Jeder fünfte Vorstandschef, der erstmals ein Unternehmen führte, war zuvor Finanzvorstand. Die CEOs waren vorher am häufigsten Unternehmensberater, wie die Lebensläufe von 170 DAX-Vorständen laut dem "Headhunter" Korn Ferry zeigen.

Jobzufriedenheit: Eine weibliche Führungskraft lacht beim Telefonieren.

Jobzufriedenheit von Führungskräften am höchsten

Führungskräfte sind häufig sehr glücklich in ihrem Job. 41,7 Prozent der Führungskräfte bezeichnen sich als "sehr zufrieden" mit ihrer Arbeit. Akademikerinnen und Akademiker sind mit 39,5 Prozent generell überdurchschnittlich zufrieden im Job. Jeder dritte Erwerbstätige ist laut Statistischem Bundesamt in Deutschland mit seiner Tätigkeit "sehr zufrieden".

Das Bild zeigt passend zur Manpower-Studie "Karriereziele" einen Kompass und das Wort "Karriere"

Karriereziele 2018: Jeder Zweite wünscht sich mehr Gehalt

Aktuell machen die Deutschen ihren Job vorwiegend wegen des Geldes. Mehr Gehalt ist entsprechend der zentrale Karrierewunsch von jedem Zweiten für 2018. Wie wichtig es ist, Kenntnisse rund um die Digitalisierung aufzubauen, haben nur wenige Arbeitnehmer erkannt. 18 Prozent der Deutschen sind karrieremüde und möchten weniger arbeiten. Zu diesen Ergebnissen kommt die Manpower-Studie „Karriereziele 2018“.