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Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Hallo zusammen

Gefühlt 95% der MA streben gar keine Führungskarriere an und machen vorwiegend Dienst nach Vorschrift, insbesondere Jüngere (Gen Z).

Meiner Meinung liegt dies an folgenden Faktoren (nicht abschliessend). Wie seht ihr das und was sind eure Erfahrungen?

  • Wenn man den Lohn auf die Arbeitszeit rechnet, schaut es nicht mehr so toll aus. Dazu Steuerprogression.
  • Work-Life-Balance ist vielen wichtiger (max. 45h/Woche)
  • Führungskräfte müssen sich mit viel Admin-Kram rumschlagen
  • Frauen sind besser ausgebildet und arbeiten auch mit Kindern vermehrt. Heisst die Zeiten von "den Rücken frei halten" sind vorbei und der Mann/Vater muss Abstriche bei seinen Karriereplänen machen, sofern man sich nicht gegen Kinder entscheidet oder alles extern gibt (Nanny etc.)
  • Viel politisches Geplänkel, was viele abturnt.
  • mit agilen Organisationen und Strukturen werden klassische Middle Management Jobs immer rarer und durch Experten/Projektleiter/Tools/Prozesse ersetzt
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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Bei uns ist es so, dass Abzahlung Neubau-EFH, 2 Autos, Urlaube usw. alles schon mit normaler Job + Frau in TZ möglich ist. Plus vierstellige ETF-Sparrate.

Ich überlege jetzt, ob ich den Schritt machen soll. Aber warum eigentlich? Es ändert sich halt die ETF-Sparrate, sonst nichts.

Krass reinhängen würde ich mich vielleicht, wenn eine ordentliche Fachkarriere möglich ist. Das gibt es bei FAANG, wo ein SWE und ein Manager die gleiche Gehaltsentwicklung haben.

So ist es halt so, dass es einen extremen Fachkräftemangel gibt, d.h. ich würde sofort einen neuen Job in der Region zu gleichen oder besseren Konditionen finden.

Führungskarriere - lohnt nicht. Fachkarriere - gibt es nicht. Sich Reinhängen? Lohnt auch nicht.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Bei uns ist es so, dass Abzahlung Neubau-EFH, 2 Autos, Urlaube usw. alles schon mit normaler Job + Frau in TZ möglich ist. Plus vierstellige ETF-Sparrate.

Stimmt, diese Konstellation scheint mir plausibel für die große Mehrheit.. ^^

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Das Mehr an Lohn wiegt das Mehr an Stress bei TL/GL nicht auf.

Aktuell hast du es als Mann doppelt schwer, weil jedes Board %-Quoten für Frauen in Führungspositionen hat.
Warum also krumm machen, wenn eine gute Chance besteht, trotz guter Leistung übergangen zu werden?

Bin ich noch Gen Z mit 29?

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Viele wollen eine Führungskarriere nicht nur wegen dem mehr an Geld, sondern wegen dem mehr an Verantwortung. Wer den Schritt zu Führungskarriere nur vom Gehalt abhängig macht, wird darin sicher nicht glücklich. Allerdings sollte auch klar sein, dass man in gewisse Gehaltsregionen eben nur dann kommt, wenn man bereit ist zu führen.

Ich bräuchte es rein finanziell gesehen nicht, verdiene in meiner Experten/Fachstelle 100k, meine Frau in TZ 40k, wir bezahlen davon locker ein großes Haus ab und leisten uns eigentlich alles was wir wollen + am Ende des Monats bleibt immer was über. Bei ca. 7k netto + Kindergeld kein Problem. Langfristig wird meine Frau auch wieder etwas mehr arbeiten, dann ist es noch einfacher. Da wir beide (in hoffentlich noch langer Zeit hin!) irgendwann mal erben (jeweils ca. 400-500k) brauchen wir uns auch im Alter keine Gedanken um Geldprobleme o.ä. machen.

Dennoch möchte ich gerne den nächsten Schritt gehen und eine Position "hochrutschen". Das mehr an Geld ist nicht zu verachten (120k mit Entwicklung auf 140k), ich werde sicherlich ein bisschen mehr arbeiten müssen, eher 50h statt 45h, aber dafür werde ich in viel strategischere Fragestellungen eingebunden und kann Mitarbeiter entwickeln & führen. Darüber hinaus ist es eine europäische Leitungsfunktion, sprich ich hätte europaweite Mitarbeiter, Verantwortung und Reisen, was mir gut gefallen würde. Das mehr an Geld ist wie mein Vorposter sagt egal, da wird dann halt ein bisschen mehr ins Depot gepackt. An Konsum fehlt es uns nicht, ein Studium können wir unseren Kindern auch locker bezahlen, also das mehr an Geld bringt eigentlich nicht wirklich Vorteile. Aber der Reiz der Aufgabe ist es definitiv wert, die Aufgabe anzunehmen.

Die Rolle darüber hingegen möchte ich nicht haben, da heißt es dann eher 60h+ und regelmäßig ein paar Stunden am WE, das will ich auf gar keinen Fall und auch wenn es da 200k+ gibt will ich das nicht. Dafür ist mir meine Freizeit dann zu wichtig und vor allem mir das Geld zu egal.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

So sieht's aus. Due Frauenquote hindert mich auch daran aktuell nach höherem zu streben. Selbst bei besseren Leistungen wirst da als Mann hintergangen.
Und da die Ziellücke dich Recht groß ist mit 10-30 % je nach Führungsebene hab ich da kein Bock drauf. Da überlegen ich mir lieber ob ich was neben her auf 450 Euro Basis mache oä.

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Das Mehr an Lohn wiegt das Mehr an Stress bei TL/GL nicht auf.

Aktuell hast du es als Mann doppelt schwer, weil jedes Board %-Quoten für Frauen in Führungspositionen hat.
Warum also krumm machen, wenn eine gute Chance besteht, trotz guter Leistung übergangen zu werden?

Bin ich noch Gen Z mit 29?

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ExBerater

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Die These des TE ist völlig unbelegt und daher erscheint es auch reichlich albern auf die etwaigen Gründe für diese unbelegte These einzugehen

Fakt ist, die Gesamtheit der Threats in diesem Forum spricht so ziemlich völlig gegen die These.
Hier geht es gefühlt in jedem Threat darum wie man mehr Geld macht, wie man schneller Karriere macht,...
Jedes Jahr gehen immer noch mehr Absolventen in Beratunen. Warum tun sie das? Weil sie mehr Geld wollen, weil sie mehr Karriere machen wollen.

Ich glaube auch nicht, dass irgendein Unternehmen Probleme hat, Führungkräfte zu finden. Die entsprechenden Programme sprießen, teure exterme Seminare boomen wie sonst was, Coaching für Führungskräfte wird ein immer größerer Markt. Hinzu kommt, dass Firmen erst seit wenigen Jahren einen noch viel breiteren Pool haben, da jetzt eben auch Frauen auf Karriere aus sind.

Meine Erfahrung mit der oben zitierten Generation Z ist eher so, dass man alles sofort haben will und am besten ohne Gegenleistung. Die Kids denken einfach, ihnen stehe alles zu, da ihre Eltern ihnen das scheinbar so beigebracht haben. Aber erstens ist das auch eine Verallgemeinerung, und zweitens heißt das eben doch auch, dass diese Leute Karriere machen wollen

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Viele wollen eine Führungskarriere nicht nur wegen dem mehr an Geld, sondern wegen dem mehr an Verantwortung. Wer den Schritt zu Führungskarriere nur vom Gehalt abhängig macht, wird darin sicher nicht glücklich. Allerdings sollte auch klar sein, dass man in gewisse Gehaltsregionen eben nur dann kommt, wenn man bereit ist zu führen.

Ich bräuchte es rein finanziell gesehen nicht, verdiene in meiner Experten/Fachstelle 100k, meine Frau in TZ 40k, wir bezahlen davon locker ein großes Haus ab und leisten uns eigentlich alles was wir wollen + am Ende des Monats bleibt immer was über. Bei ca. 7k netto + Kindergeld kein Problem. Langfristig wird meine Frau auch wieder etwas mehr arbeiten, dann ist es noch einfacher. Da wir beide (in hoffentlich noch langer Zeit hin!) irgendwann mal erben (jeweils ca. 400-500k) brauchen wir uns auch im Alter keine Gedanken um Geldprobleme o.ä. machen.

Dennoch möchte ich gerne den nächsten Schritt gehen und eine Position "hochrutschen". Das mehr an Geld ist nicht zu verachten (120k mit Entwicklung auf 140k), ich werde sicherlich ein bisschen mehr arbeiten müssen, eher 50h statt 45h, aber dafür werde ich in viel strategischere Fragestellungen eingebunden und kann Mitarbeiter entwickeln & führen. Darüber hinaus ist es eine europäische Leitungsfunktion, sprich ich hätte europaweite Mitarbeiter, Verantwortung und Reisen, was mir gut gefallen würde. Das mehr an Geld ist wie mein Vorposter sagt egal, da wird dann halt ein bisschen mehr ins Depot gepackt. An Konsum fehlt es uns nicht, ein Studium können wir unseren Kindern auch locker bezahlen, also das mehr an Geld bringt eigentlich nicht wirklich Vorteile. Aber der Reiz der Aufgabe ist es definitiv wert, die Aufgabe anzunehmen.

Die Rolle darüber hingegen möchte ich nicht haben, da heißt es dann eher 60h+ und regelmäßig ein paar Stunden am WE, das will ich auf gar keinen Fall und auch wenn es da 200k+ gibt will ich das nicht. Dafür ist mir meine Freizeit dann zu wichtig und vor allem mir das Geld zu egal.

Denke, dass Teamlead von den Aufgaben her eine interessante Weiterentwicklung sein kann. Alternativ bleibt man halt auf seinem meist gemütlichen Spezialistenjob sitzen und genügt sich damit bis zur Rente. Als Führungskraft mit einigermassen normaler WLB (42-50h/Woche) kommt eigentlich nur die unterste Stufe, d.h. Team Lead, in Frage. Dies meist mit ca. 2-10 MA. Alles weiter oben (Abteilungsleitung etc.) erfordert, soweit ich sehe, viel mehr Engagement (Wochenende etc.) und ist den wirklichen Karrieristen vorbehalten. Als Team Lead kommt man mit einer Zusatzstunde pro Tag eigentlich gut weg und muss m.E. keine Kompromisse in Partnerschaft/Familienleben eingehen. Viel Arbeit ist Koordination, einfache Admin oder man ist in Calls, damit alle abgeholt sind.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Also das geht jetzt vermutlich etwas weit, aber ich sehe zweit grundlegende Gründe, einige wurden vom TE schon genannt:

  • Es lohnt sich nicht mehr so stark, da die Steuerbelastung stark ansteigt und das Geld für viele in die Sparrate fließt. Es wird immer schwerer sich aus dem schon hohen Wohlstandsniveau noch weiter nach oben zu arbeiten, zumindest als Angestellter oder Arbeiter.
  • Das ist eher philosophischer Natur aber ich glaube die jungen Generationen sehen das Glück durch materiellen Besitz und auch generell wirtschaftliches Wachstum nicht mehr als das höchste Lebensziel an. Möglich, dass wir einfach zu verwöhnt sind, aber ich sehe auch immer weniger den Sinn in diesem Hamsterrad. Wir haben gelernt, dass es immer weiter, höher und schnell sein muss, aber irgendwie merken viele, dass das, was wir uns versprochen haben, dadurch nicht eingelöst wird.
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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

So sieht's aus. Due Frauenquote hindert mich auch daran aktuell nach höherem zu streben. Selbst bei besseren Leistungen wirst da als Mann hintergangen.
Und da die Ziellücke dich Recht groß ist mit 10-30 % je nach Führungsebene hab ich da kein Bock drauf. Da überlegen ich mir lieber ob ich was neben her auf 450 Euro Basis mache oä.

Das Mehr an Lohn wiegt das Mehr an Stress bei TL/GL nicht auf.

Aktuell hast du es als Mann doppelt schwer, weil jedes Board %-Quoten für Frauen in Führungspositionen hat.
Warum also krumm machen, wenn eine gute Chance besteht, trotz guter Leistung übergangen zu werden?

Bin ich noch Gen Z mit 29?

Ich (28) arbeite als PostDoc in der Forschung und bin dabei sehr erfolgreich. Ich sehe, mit wem die neuen Stellen bei uns besetzt werden. Qualifikation und Kompetenz ist dabei sehr nachrangig. Geschlecht ist die erste Frage, die gestellt wird. Im Ingenieursbereich ist dies aktuell ein wirkliches Problem. Für mich einer der Gründe, warum ich mich aktiv auf einen längeren Auslandsaufenthalt vorbereite.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Ich gehöre mit meinen fast 28 Jahren der Generation Y an. Ich habe einen Uni Master und arbeite bei einem IGM Konzern im Finanzbereich und verdiene da für mein Alter gutes Geld. Ich habe überhaupt kein Interesse daran, eine Führungskarriere hinzulegen, dafür ist mir Freizeit viel zu wichtig. Zudem hätte ich wirklich keine Lust, mich mit konzernpolitischen Themen auf höherer Ebene sowie mit Mitarbeiterführung und Konflikten herumschlagen zu müssen.

Mein Ziel ist es, mich auf eine Expertenrolle hinzuentwickeln, gerne bald auch noch 2-3 Jahre beruflich ins Ausland zu gehen. Wenn dann irgendwann bei ~100k mal Schluss ist auf der Karriereleiter aber ich dafür um 17 Uhr nach Hause gehen kann und sonst wenig Stress hab, wäre das perfekt für mich.

Die 150-200k abräumen aber dafür oben genannte Probleme haben und regelmäßig 60-70h schrubben bis mir irgendwann die Ehefrau davon läuft? Nee danke, brauch ich nicht. Ich profiliere mich nicht durch meine Arbeit.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Ursprünglich hatte ich eine Führungskarriere angestrebt und ich hatte auch tatsächlich die Chance bekommen, aber nach zwei Jahren habe ich hingeschmissen und bin zurück auf meine Spezialisten-Stelle zurückgekehrt. Reisetätigkeit war das erste Jahr sehr interessant weil neu für mich, aber später nur noch eine Qual. Gefühlt stand ich auch die Hälfte der Zeit in irgendeinem Stau. Am Sonntag irgendwelche Präsentationen vorbereiten wurde irgendwann auch zur Regel. Insgesamt war das alles einfach nichts für mich.

Am Anfang war der Lifestyle einfach super cool. Immer im Anzug unterwegs, fast täglich Geschäftsessen und Meetings mit beeindruckenden Leuten, dicker Dienstwagen etc. Aber nach ca. 16 Monaten war das alles einfach nur noch ermüdend. Frau und Kind blieben in der Zeit auch auf der Strecke. Die haben sich nichts anmerken lassen, aber die paar Stunden quality time die ich aufbringen konnte haben niemanden wirklich zufrieden gestellt. Irgendwie habe ich mich auch unwohl gefühlt, weil auf einmal nicht mehr mein technisches knowhow gefragt war. Als Spezialist wusste ich immer wofür ich das Gehalt bekomme, aber in den zwei Jahren als Führungskraft wusste ich nie wirklich womit ich das alles verdiene. Die Selbstzweifel wurden immer größer und das habe ich durch noch mehr Einsatz meiner Lebenszeit versucht rechtzufertigen. Bin einfach nur froh das ich die Reißleine gezogen habe. Eine Teamleiter-Stelle wo ich 2-5 Kollegen fachlich führe kann ich mir zukünftig vielleicht noch vorstellen, aber das wäre auch schon das höchste der Gefühle.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Für mich zählt immer noch der spießige Traum von einem EFH als "Luxus". Also ist für mich durchaus dieser materielle Besitz ein hoher Motivator. Aufgewachsen bin ich in einem Haus, alle meine Bekannten und Freunde haben und leben in einem Haus...

Momentan muss in meiner Gegend ca. 800-1200k Euro auf den Tisch gelegt werden für ein Haus mit 150 qm Garten. Dazu müsste ich mich 30-40 Jahre verschulden und bin sogar noch an diese Gegend gebunden. Nachdem ich erkannt habe, dass ich mir niemals ein Haus leisten kann - zumindest nicht unter enormen, lebenslangen unverhältnismäßigen Entbehrungen - habe ich meine Karriereambitionen sehr stark zurückgestellt. Diese Karriere würde ich dann doch nur einschlagen, um einem glücklichen Immobilienbesitzer sein Haus zu vergolden.

Vielen in meiner Generation geht es so: Man sieht nicht ein, dass man sich totarbeitet, nur um der alten Generation Ihren Lebensabend zu vergolden zusätzlich zu den noch hohen Rentenansprüchen.

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Das ist eher philosophischer Natur aber ich glaube die jungen Generationen sehen das Glück durch materiellen Besitz und auch generell wirtschaftliches Wachstum nicht mehr als das höchste Lebensziel an. Möglich, dass wir einfach zu verwöhnt sind, aber ich sehe auch immer weniger den Sinn in diesem Hamsterrad. Wir haben gelernt, dass es immer weiter, höher und schnell sein muss, aber irgendwie merken viele, dass das, was wir uns versprochen haben, dadurch nicht eingelöst wird.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Wenn ich so meinen aktuellen Workload mit meiner damaligen Stabsstelle vergleiche und dann das Bisschen an mehr Gehalt (+20% Lohn bei locker +50% Workload und +200% Verantwortung und Kopf hinhalten) steht das in keinem Verhältnis mehr. Insbesondere auch weil das + an Lohn rein gar nichts an meiner Lebenssituation geändert hat, ausser das ich für meine unrenovierte Bude aus den 90ern nicht mehr 40 Jahre sondern 36 Jahre zahlen muss. Weder langt es danach für das größere Auto, noch für einen zusätzlichen Traumurlaub (wofür ich eh kaum noch Zeit habe) oder sonst ein wesentliches Upgrade. Es ist also kaum attraktiv und ich überlege mir mich wieder zurückstufen zu lassen.

Im krassen Gegensatz dazu steht mein Chef, welcher es erfolgreich geschafft hat sämtlichen Workload + Verantwortung an seine TL abzudrücken.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Dieses Generationen-Gebashe kann ich langsam nicht mehr hören, sorry, ist nicht persönlich gemeint.

Aber abgesehen davon geht es mir ähnlich. Ich arbeite hart und auch oft an die 60 h und strebe auch noch eine Führungskarriere an. Mein treiber ist dabei auch der Traum vom EFH auf 700 qm Grund. Ich merke aber auch, dass dieser Traum immer unwahrscheinlicher wird, selbst wenn ich mit Mitte/Ende 30 die 150 k erreiche.

Noch halte ich daran fest, aber ich bin mir auch nicht sicher was wird, wenn ich irgendwann realisiere dass es keine Chance gibt das zu erreichen. Zumal der Unterschied beim Netto gegenüber meinen jetzigen 80 k sowieso erschreckend ist...

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Für mich zählt immer noch der spießige Traum von einem EFH als "Luxus". Also ist für mich durchaus dieser materielle Besitz ein hoher Motivator. Aufgewachsen bin ich in einem Haus, alle meine Bekannten und Freunde haben und leben in einem Haus...

Momentan muss in meiner Gegend ca. 800-1200k Euro auf den Tisch gelegt werden für ein Haus mit 150 qm Garten. Dazu müsste ich mich 30-40 Jahre verschulden und bin sogar noch an diese Gegend gebunden. Nachdem ich erkannt habe, dass ich mir niemals ein Haus leisten kann - zumindest nicht unter enormen, lebenslangen unverhältnismäßigen Entbehrungen - habe ich meine Karriereambitionen sehr stark zurückgestellt. Diese Karriere würde ich dann doch nur einschlagen, um einem glücklichen Immobilienbesitzer sein Haus zu vergolden.

Vielen in meiner Generation geht es so: Man sieht nicht ein, dass man sich totarbeitet, nur um der alten Generation Ihren Lebensabend zu vergolden zusätzlich zu den noch hohen Rentenansprüchen.

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Das ist eher philosophischer Natur aber ich glaube die jungen Generationen sehen das Glück durch materiellen Besitz und auch generell wirtschaftliches Wachstum nicht mehr als das höchste Lebensziel an. Möglich, dass wir einfach zu verwöhnt sind, aber ich sehe auch immer weniger den Sinn in diesem Hamsterrad. Wir haben gelernt, dass es immer weiter, höher und schnell sein muss, aber irgendwie merken viele, dass das, was wir uns versprochen haben, dadurch nicht eingelöst wird.

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ExBerater

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Die Sache mit dem Eigenheim lässt sich einfach regeln, wenn man nicht der Meinung ist in einer Großstadt oder deren Speckgürtel leben zu müssen.
Das Ländliche ist die Zukunft - zumal jede moderne Firma remote work erlauben wird

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Ich wollte früher immer die große Karriere machen, bis ich dann im Konzern angefangen habe und mit der Realität konfrontiert wurde.

Vielleicht war ich einfach blauäugig, und auf jeden Fall nicht gut informiert, aber ich hatte mir früher die Gehaltssteigerungen größer und die Workloadsteigerungen kleiner vorgestellt.

Ich weiß nicht, ob es früher mal anders war, aber ich war doch etwas ernüchternt, als ich gesehen habe wie gering die Gehaltssteigerungen zwischen den einzelnen Stufen heute sind.
Ich arbeite in einem gut zahlenden DAX-Konzern, und müsste um mein Einstiegsgehalt (Brutto) zu verdoppeln Abteilungsleiter mit einigen Jahren Berufserfahrung werden, realistisch ist das mit Mitte 40, wenn man es überhaupt schafft (außer man ist eine geförderte Frau).

Früher habe ich mal blauäugig gedacht, dass performen und Karriere machen in einem Konzern jährlich 10 - 15 % Gehaltssteigerung heißt, davon ist die Realität leider weit weg.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

In der Summe einfach eine "Typfrage".
Ich habe jedenfalls kein Bock auf 50+ Stunden Wochen und darauf mich mit übelster Bürokratie rumzuschlagen. Mir ist mein Leben dafür mittlerweile ehrlich gesagt zu schade. Irgendwann war es bei mir so, dass ich meine Prioritäten anders gesetzt habe. Ich habe mir die Frage gestellt, auf was ich am Lebensende mehr Stolz bin und worauf ich mit mehr Freude zurückblicken kann: Karrie mit vielen Arbeitsstunden, massig Kohle und wenig Zeit für sich selbst, Familie und Freunde. Oder das Leben "zu leben", Partnerschaft, vielleicht Familie gründen, Hobbys intensivieren. Bei mir fiel die Entscheidung auf letzteres.
Klar gibts dann manche die sagen, dass man auch ersteres mit letzterem verbinden kann, aber sorry. Sind wir mal ehrlich. Wo klappt das schon?... Ausnahmefälle.

Respekt auf jeden Fall an all jene, die Bock auf Karriere haben.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Ursprünglich hatte ich eine Führungskarriere angestrebt und ich hatte auch tatsächlich die Chance bekommen, aber nach zwei Jahren habe ich hingeschmissen und bin zurück auf meine Spezialisten-Stelle zurückgekehrt. Reisetätigkeit war das erste Jahr sehr interessant weil neu für mich, aber später nur noch eine Qual. Gefühlt stand ich auch die Hälfte der Zeit in irgendeinem Stau. Am Sonntag irgendwelche Präsentationen vorbereiten wurde irgendwann auch zur Regel. Insgesamt war das alles einfach nichts für mich.

Am Anfang war der Lifestyle einfach super cool. Immer im Anzug unterwegs, fast täglich Geschäftsessen und Meetings mit beeindruckenden Leuten, dicker Dienstwagen etc. Aber nach ca. 16 Monaten war das alles einfach nur noch ermüdend. Frau und Kind blieben in der Zeit auch auf der Strecke. Die haben sich nichts anmerken lassen, aber die paar Stunden quality time die ich aufbringen konnte haben niemanden wirklich zufrieden gestellt. Irgendwie habe ich mich auch unwohl gefühlt, weil auf einmal nicht mehr mein technisches knowhow gefragt war. Als Spezialist wusste ich immer wofür ich das Gehalt bekomme, aber in den zwei Jahren als Führungskraft wusste ich nie wirklich womit ich das alles verdiene. Die Selbstzweifel wurden immer größer und das habe ich durch noch mehr Einsatz meiner Lebenszeit versucht rechtzufertigen. Bin einfach nur froh das ich die Reißleine gezogen habe. Eine Teamleiter-Stelle wo ich 2-5 Kollegen fachlich führe kann ich mir zukünftig vielleicht noch vorstellen, aber das wäre auch schon das höchste der Gefühle.

Wie oben bereits geschrieben, sollte man bei Rücksicht auf die WLB wohl nur auf Teamleadstufe (2-10 MA) bleiben. Weiter oben muss man zu viel Lebenszeit hergeben. Sehe selbst die Führungskarriere nur als inhaltliche Weiterentwicklung, Geld etc. spielt dabei keine Rolle.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

ExBerater schrieb am 03.05.2021:

Die Sache mit dem Eigenheim lässt sich einfach regeln, wenn man nicht der Meinung ist in einer Großstadt oder deren Speckgürtel leben zu müssen.
Das Ländliche ist die Zukunft - zumal jede moderne Firma remote work erlauben wird

Nein. Alleine im ersten Coronajahr 2020 hat die ländliche Region r = 50 km um Kaiserslautern z.B. um 30 % zugelegt. Die guten Häusern in einer akzeptablen ländlichen Region ziehen jetzt extrem an.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

ExBerater schrieb am 03.05.2021:

...zumal jede moderne Firma remote work erlauben wird

Bitte mach deine Meinungsäußerungen auch als solche kenntlich, das sind beim besten Willen keine belastbaren Fakten.

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Der Einkäufer

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Für mich zählt immer noch der spießige Traum von einem EFH als "Luxus". Also ist für mich durchaus dieser materielle Besitz ein hoher Motivator. Aufgewachsen bin ich in einem Haus, alle meine Bekannten und Freunde haben und leben in einem Haus...

Momentan muss in meiner Gegend ca. 800-1200k Euro auf den Tisch gelegt werden für ein Haus mit 150 qm Garten. Dazu müsste ich mich 30-40 Jahre verschulden und bin sogar noch an diese Gegend gebunden. Nachdem ich erkannt habe, dass ich mir niemals ein Haus leisten kann - zumindest nicht unter enormen, lebenslangen unverhältnismäßigen Entbehrungen - habe ich meine Karriereambitionen sehr stark zurückgestellt. Diese Karriere würde ich dann doch nur einschlagen, um einem glücklichen Immobilienbesitzer sein Haus zu vergolden.

Vielen in meiner Generation geht es so: Man sieht nicht ein, dass man sich totarbeitet, nur um der alten Generation Ihren Lebensabend zu vergolden zusätzlich zu den noch hohen Rentenansprüchen.

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Das ist eher philosophischer Natur aber ich glaube die jungen Generationen sehen das Glück durch materiellen Besitz und auch generell wirtschaftliches Wachstum nicht mehr als das höchste Lebensziel an. Möglich, dass wir einfach zu verwöhnt sind, aber ich sehe auch immer weniger den Sinn in diesem Hamsterrad. Wir haben gelernt, dass es immer weiter, höher und schnell sein muss, aber irgendwie merken viele, dass das, was wir uns versprochen haben, dadurch nicht eingelöst wird.

Oh man wahre Worte, genau so geht es mir. Ich hätte früher nie gedacht, dass ich mir mit nahezu 100k nicht mal ein normales Reihenhaus leisten kann, ohne mich bis in den Tod zu verschulden und auf vieles zu verzichten. Es ist einfach brutal frustrierend. Ich denk mir manchmal wofür ich eigentlich spare? Die Geschwindigkeit in der die Immobilienpreise steigen, übersteigt die Dauer meines Sparens um ein Vielfaches. Das schlimme ist, mit ner Führungspisition und ein Sprung auf sagen wir mal 120k würde genau Null ändern ausser mehr Stress und noch mehr Frust....

Gott sei Dank gibts ein Nebengedanke. Ich habe eine gesunde Familie, das zählt dann halt wirklich

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Wir, also alle zwischen 20 und 50, sind eine Erbengeneration.

Es gab keine Kriege.
Keine relevanten Naturkatastrophen.
Und selbst Corona ist im historischen Kontext kaum der Rede wert, denn prozentual sind für eine Pandemie vergleichsweise wenig Menschen gestorben und ein Großteil war in einem Alter wo es ohnehin auf die Zielgerade geht. Es wurden keine Gebäude zerstörrt, keine (relevanten) Industrien nachhaltig beschädigt.

Zudem kommen auf eine Frau (und somit Paar) nicht mal mehr 1.4 Kinder.

Diese Kids, oft Einzelkinder, manchmal zwei, seltenst mehr, erben von 2 Eltern, oft noch kinderlosen Onkel, Tante etc.
Unsere Eltern und Großeltern haben Vermögen geschaffen, Immobilien, Unternehmen, KMU wie Großkonzerne aber kaum Kinder hinterlassen. Und es gab weder Naturkatastrophen (paar Jahre Rot-Grün mal abgesehen) noch Kriege, dass heißt nichts hat diesen Wohlstand zerstörrt.
Also wozu abrackern, wenn man ohnehin als Einzelkind von Eltern & kinderlosen Verwandschaft dick erbt?

Paar Beispiele aus meinem Umfeld:

Abi Kollege Einzelkind, Opa Fabrikant gewesen, kinderloser Onkel u.a. im Fußball Geschäft auf höchster nationaler Ebene, Mutter HR Leiter bei DAX30, Vater Behördenleiter.
Er hat (und wird) noch alles erben. Nach dem Abi vom Opa 10 (!) Mietshäuser geerbt. Der hat ein Beamtenstudium beim Zoll gemacht, chillt da jetzt auf ner Halbtagsstelle. Sonst bereist er die Welt und verwaltet die Immobilien.

Ein anderer Abi Kollege Sohn eines WP mit eigner Kanzelei mit dreistelliger Mitarbeiteranzahl und Millionen Umsätzen. Hat zwar BWL in Mannheim fertig studiert, den WP geschmissen und ist jetzt "Naturfotograf", finanziert by Daddy. Aber was soll der sich den WP Stress geben, das Millionenerbe ist nur eine Frage der Zeit, keine Geschwister und bis dahin sponsort Daddy.

Eine frühere Freundin mit Top Abi, Auszeichnungen, Mathe Studium, Doktor, mit Top Job bei einer großen Versicherung eingestiegen. Alles hingeschmissen, chillt von Festival zu Festival und verkauft selbstgemachten Ökoschmuck. Bei 19§ UmstG kann sich jeder ausrechnen was hängen bleibt - aber warum auch abrackern? Daddy ist Unternehmer und alleine seine Autosammlung ist siebenstellig wert.

Und so geht es ganz ganz vielen. Wozu abrackern?
Und selbst die, die nur ein normales Haus erben müssen sich nicht mehr für ne Karriere quer legen. Den ein normaler 0815 Job reicht locker für ein angenehmes Leben mit zwei Autos, 2-3 Urlauben & regelmäßig auswärts Essen gehen etc. - Zumindest solange man keine Immobilie finanzieren muss.

Und ganz ehrlich, wären meine Eltern vermögend wäre ich auch nicht so scharf auf Karriere und Streß. Vorallem heißt Führungskarriere ja auch, dass man all diese motivationslosen Menschen motivieren muss und von deren Arbeitsleistung abhängig ist. Das gibt man sich nur wenn man es braucht. Ich würde Kunst studieren und dekadente Parties feiern wenn ich ein dickes Erbe erwarten würde. Aber vielleicht kann das ja mein Sohn eines Tages.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Genau das. Man überlege mal, wie man vor 20 Jahren gestaunt hätte, wenn jemand 200.000 DM im Jahr verdiente. OK, Inflation 2% pro Jahr macht 50% bis heute aus, d.h. die 200.000 DM von damals sind 150k heute. Sehr viel Geld!

Aber wie Du schon schreibst: Mit den 200.000 DM damals war man in der Top Liga und konnte sich eine geile Immobilie leisten und den BMW X3 aus dem James Bond Film. Mit den 6,5k Euro netto heute ist an eine Immobilie nicht zu denken, zumindest nicht in den Orten, an denen man als Angestellter 150k verdienen kann. Dort sind die Immobilienpreise für ein ordentliches (!) Haus bei 1Mio. Euro aufwärts. Und dafür ist es völlig unerheblich, ob man 4k netto hat oder 6k oder 8k. Man wird es sich nicht leisten können.

HIngegen sind die, die ein Haus erben, über jeden noch so leistungsstarken Verdiener erhaben. Eigenes Haus, dann einen 3k-Job, und man ist jemandem mit 8k/Monat netto weit überlegen.

Der Einkäufer schrieb am 03.05.2021:

Für mich zählt immer noch der spießige Traum von einem EFH als "Luxus". Also ist für mich durchaus dieser materielle Besitz ein hoher Motivator. Aufgewachsen bin ich in einem Haus, alle meine Bekannten und Freunde haben und leben in einem Haus...

Momentan muss in meiner Gegend ca. 800-1200k Euro auf den Tisch gelegt werden für ein Haus mit 150 qm Garten. Dazu müsste ich mich 30-40 Jahre verschulden und bin sogar noch an diese Gegend gebunden. Nachdem ich erkannt habe, dass ich mir niemals ein Haus leisten kann - zumindest nicht unter enormen, lebenslangen unverhältnismäßigen Entbehrungen - habe ich meine Karriereambitionen sehr stark zurückgestellt. Diese Karriere würde ich dann doch nur einschlagen, um einem glücklichen Immobilienbesitzer sein Haus zu vergolden.

Vielen in meiner Generation geht es so: Man sieht nicht ein, dass man sich totarbeitet, nur um der alten Generation Ihren Lebensabend zu vergolden zusätzlich zu den noch hohen Rentenansprüchen.

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Das ist eher philosophischer Natur aber ich glaube die jungen Generationen sehen das Glück durch materiellen Besitz und auch generell wirtschaftliches Wachstum nicht mehr als das höchste Lebensziel an. Möglich, dass wir einfach zu verwöhnt sind, aber ich sehe auch immer weniger den Sinn in diesem Hamsterrad. Wir haben gelernt, dass es immer weiter, höher und schnell sein muss, aber irgendwie merken viele, dass das, was wir uns versprochen haben, dadurch nicht eingelöst wird.

Oh man wahre Worte, genau so geht es mir. Ich hätte früher nie gedacht, dass ich mir mit nahezu 100k nicht mal ein normales Reihenhaus leisten kann, ohne mich bis in den Tod zu verschulden und auf vieles zu verzichten. Es ist einfach brutal frustrierend. Ich denk mir manchmal wofür ich eigentlich spare? Die Geschwindigkeit in der die Immobilienpreise steigen, übersteigt die Dauer meines Sparens um ein Vielfaches. Das schlimme ist, mit ner Führungspisition und ein Sprung auf sagen wir mal 120k würde genau Null ändern ausser mehr Stress und noch mehr Frust....

Gott sei Dank gibts ein Nebengedanke. Ich habe eine gesunde Familie, das zählt dann halt wirklich

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Der Einkäufer schrieb am 03.05.2021:

Für mich zählt immer noch der spießige Traum von einem EFH als "Luxus". Also ist für mich durchaus dieser materielle Besitz ein hoher Motivator. Aufgewachsen bin ich in einem Haus, alle meine Bekannten und Freunde haben und leben in einem Haus...

Momentan muss in meiner Gegend ca. 800-1200k Euro auf den Tisch gelegt werden für ein Haus mit 150 qm Garten. Dazu müsste ich mich 30-40 Jahre verschulden und bin sogar noch an diese Gegend gebunden. Nachdem ich erkannt habe, dass ich mir niemals ein Haus leisten kann - zumindest nicht unter enormen, lebenslangen unverhältnismäßigen Entbehrungen - habe ich meine Karriereambitionen sehr stark zurückgestellt. Diese Karriere würde ich dann doch nur einschlagen, um einem glücklichen Immobilienbesitzer sein Haus zu vergolden.

Vielen in meiner Generation geht es so: Man sieht nicht ein, dass man sich totarbeitet, nur um der alten Generation Ihren Lebensabend zu vergolden zusätzlich zu den noch hohen Rentenansprüchen.

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Das ist eher philosophischer Natur aber ich glaube die jungen Generationen sehen das Glück durch materiellen Besitz und auch generell wirtschaftliches Wachstum nicht mehr als das höchste Lebensziel an. Möglich, dass wir einfach zu verwöhnt sind, aber ich sehe auch immer weniger den Sinn in diesem Hamsterrad. Wir haben gelernt, dass es immer weiter, höher und schnell sein muss, aber irgendwie merken viele, dass das, was wir uns versprochen haben, dadurch nicht eingelöst wird.

Oh man wahre Worte, genau so geht es mir. Ich hätte früher nie gedacht, dass ich mir mit nahezu 100k nicht mal ein normales Reihenhaus leisten kann, ohne mich bis in den Tod zu verschulden und auf vieles zu verzichten. Es ist einfach brutal frustrierend. Ich denk mir manchmal wofür ich eigentlich spare? Die Geschwindigkeit in der die Immobilienpreise steigen, übersteigt die Dauer meines Sparens um ein Vielfaches. Das schlimme ist, mit ner Führungspisition und ein Sprung auf sagen wir mal 120k würde genau Null ändern ausser mehr Stress und noch mehr Frust....

Gott sei Dank gibts ein Nebengedanke. Ich habe eine gesunde Familie, das zählt dann halt wirklich

Ihr in Deutschland könnt euch noch Gedanken um Wohneigentum machen. Hier in der Schweiz ist der Zug für die allermeisten bereits lange abgefahren...

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Der Einkäufer schrieb am 03.05.2021:

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Für mich zählt immer noch der spießige Traum von einem EFH als "Luxus". Also ist für mich durchaus dieser materielle Besitz ein hoher Motivator. Aufgewachsen bin ich in einem Haus, alle meine Bekannten und Freunde haben und leben in einem Haus...

Momentan muss in meiner Gegend ca. 800-1200k Euro auf den Tisch gelegt werden für ein Haus mit 150 qm Garten. Dazu müsste ich mich 30-40 Jahre verschulden und bin sogar noch an diese Gegend gebunden. Nachdem ich erkannt habe, dass ich mir niemals ein Haus leisten kann - zumindest nicht unter enormen, lebenslangen unverhältnismäßigen Entbehrungen - habe ich meine Karriereambitionen sehr stark zurückgestellt. Diese Karriere würde ich dann doch nur einschlagen, um einem glücklichen Immobilienbesitzer sein Haus zu vergolden.

Vielen in meiner Generation geht es so: Man sieht nicht ein, dass man sich totarbeitet, nur um der alten Generation Ihren Lebensabend zu vergolden zusätzlich zu den noch hohen Rentenansprüchen.

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Das ist eher philosophischer Natur aber ich glaube die jungen Generationen sehen das Glück durch materiellen Besitz und auch generell wirtschaftliches Wachstum nicht mehr als das höchste Lebensziel an. Möglich, dass wir einfach zu verwöhnt sind, aber ich sehe auch immer weniger den Sinn in diesem Hamsterrad. Wir haben gelernt, dass es immer weiter, höher und schnell sein muss, aber irgendwie merken viele, dass das, was wir uns versprochen haben, dadurch nicht eingelöst wird.

Oh man wahre Worte, genau so geht es mir. Ich hätte früher nie gedacht, dass ich mir mit nahezu 100k nicht mal ein normales Reihenhaus leisten kann, ohne mich bis in den Tod zu verschulden und auf vieles zu verzichten. Es ist einfach brutal frustrierend. Ich denk mir manchmal wofür ich eigentlich spare? Die Geschwindigkeit in der die Immobilienpreise steigen, übersteigt die Dauer meines Sparens um ein Vielfaches. Das schlimme ist, mit ner Führungspisition und ein Sprung auf sagen wir mal 120k würde genau Null ändern ausser mehr Stress und noch mehr Frust....

Gott sei Dank gibts ein Nebengedanke. Ich habe eine gesunde Familie, das zählt dann halt wirklich

Wenn du nicht schon immer in der Heimat wohnst und arbeitest: Wechsel einfach in eine andere Region. Es gibt genug ansprechende Wohngegenden in Deutschland, in denen man Reihenhäuser noch für 300-500 Tsd. EUR bekommt und nicht für 1 Mio. EUR wie in München. Wenn man dann ein Gehalt von 70 Tsd. EUR statt 80 Tsd. EUR oder 120 Tsd. EUR statt 140 Tsd. EUR hat, hat man trotzdem noch immer einen höheren Lebensstandard.
Alternativ gibt es auch Provinzgegenden, in denen du vielleicht nur 50 Tsd. EUR verdienst, aber dafür Häuser auch keine 200 Tsd. EUR kosten.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 04.05.2021:

Genau das. Man überlege mal, wie man vor 20 Jahren gestaunt hätte, wenn jemand 200.000 DM im Jahr verdiente. OK, Inflation 2% pro Jahr macht 50% bis heute aus, d.h. die 200.000 DM von damals sind 150k heute. Sehr viel Geld!

Aber wie Du schon schreibst: Mit den 200.000 DM damals war man in der Top Liga und konnte sich eine geile Immobilie leisten und den BMW X3 aus dem James Bond Film. Mit den 6,5k Euro netto heute ist an eine Immobilie nicht zu denken, zumindest nicht in den Orten, an denen man als Angestellter 150k verdienen kann. Dort sind die Immobilienpreise für ein ordentliches (!) Haus bei 1Mio. Euro aufwärts. Und dafür ist es völlig unerheblich, ob man 4k netto hat oder 6k oder 8k. Man wird es sich nicht leisten können.

HIngegen sind die, die ein Haus erben, über jeden noch so leistungsstarken Verdiener erhaben. Eigenes Haus, dann einen 3k-Job, und man ist jemandem mit 8k/Monat netto weit überlegen.

Der Einkäufer schrieb am 03.05.2021:

Für mich zählt immer noch der spießige Traum von einem EFH als "Luxus". Also ist für mich durchaus dieser materielle Besitz ein hoher Motivator. Aufgewachsen bin ich in einem Haus, alle meine Bekannten und Freunde haben und leben in einem Haus...

Momentan muss in meiner Gegend ca. 800-1200k Euro auf den Tisch gelegt werden für ein Haus mit 150 qm Garten. Dazu müsste ich mich 30-40 Jahre verschulden und bin sogar noch an diese Gegend gebunden. Nachdem ich erkannt habe, dass ich mir niemals ein Haus leisten kann - zumindest nicht unter enormen, lebenslangen unverhältnismäßigen Entbehrungen - habe ich meine Karriereambitionen sehr stark zurückgestellt. Diese Karriere würde ich dann doch nur einschlagen, um einem glücklichen Immobilienbesitzer sein Haus zu vergolden.

Vielen in meiner Generation geht es so: Man sieht nicht ein, dass man sich totarbeitet, nur um der alten Generation Ihren Lebensabend zu vergolden zusätzlich zu den noch hohen Rentenansprüchen.

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Das ist eher philosophischer Natur aber ich glaube die jungen Generationen sehen das Glück durch materiellen Besitz und auch generell wirtschaftliches Wachstum nicht mehr als das höchste Lebensziel an. Möglich, dass wir einfach zu verwöhnt sind, aber ich sehe auch immer weniger den Sinn in diesem Hamsterrad. Wir haben gelernt, dass es immer weiter, höher und schnell sein muss, aber irgendwie merken viele, dass das, was wir uns versprochen haben, dadurch nicht eingelöst wird.

Oh man wahre Worte, genau so geht es mir. Ich hätte früher nie gedacht, dass ich mir mit nahezu 100k nicht mal ein normales Reihenhaus leisten kann, ohne mich bis in den Tod zu verschulden und auf vieles zu verzichten. Es ist einfach brutal frustrierend. Ich denk mir manchmal wofür ich eigentlich spare? Die Geschwindigkeit in der die Immobilienpreise steigen, übersteigt die Dauer meines Sparens um ein Vielfaches. Das schlimme ist, mit ner Führungspisition und ein Sprung auf sagen wir mal 120k würde genau Null ändern ausser mehr Stress und noch mehr Frust....

Gott sei Dank gibts ein Nebengedanke. Ich habe eine gesunde Familie, das zählt dann halt wirklich

Ich Frage mich, wo hier alle wohnen, bei uns (350k Einwohner Stadt im Westen, viele größere Unternehmen) bekommt man für 1000k Euro in den Vororten entweder ne Villa mit mäßig großem Grundstück oder nen Recht neues EFH mit 250qm und 1500m2 Grundstück

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 04.05.2021:

Ich Frage mich, wo hier alle wohnen, bei uns (350k Einwohner Stadt im Westen, viele größere Unternehmen) bekommt man für 1000k Euro in den Vororten entweder ne Villa mit mäßig großem Grundstück oder nen Recht neues EFH mit 250qm und 1500m2 Grundstück

Die meisten in größeren Städten. Ich komme aus der Region Köln-Düsseldorf, und mein Eindruck ist, dass viel aus Köln/Düsseldorf/Bonn, FFM, Großraum Stuttgart und Großraum München kommen.

Ich würde lieber in einer 200 - 350 k Stadt leben, aber ich will auch in der Zentrale eines internationalen Konzerns arbeiten, und die sind zum Großteil leider in den großen Metropolregionen.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

+1

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Wir, also alle zwischen 20 und 50, sind eine Erbengeneration.

Es gab keine Kriege.
Keine relevanten Naturkatastrophen.
Und selbst Corona ist im historischen Kontext kaum der Rede wert, denn prozentual sind für eine Pandemie vergleichsweise wenig Menschen gestorben und ein Großteil war in einem Alter wo es ohnehin auf die Zielgerade geht. Es wurden keine Gebäude zerstörrt, keine (relevanten) Industrien nachhaltig beschädigt.

Zudem kommen auf eine Frau (und somit Paar) nicht mal mehr 1.4 Kinder.

Diese Kids, oft Einzelkinder, manchmal zwei, seltenst mehr, erben von 2 Eltern, oft noch kinderlosen Onkel, Tante etc.
Unsere Eltern und Großeltern haben Vermögen geschaffen, Immobilien, Unternehmen, KMU wie Großkonzerne aber kaum Kinder hinterlassen. Und es gab weder Naturkatastrophen (paar Jahre Rot-Grün mal abgesehen) noch Kriege, dass heißt nichts hat diesen Wohlstand zerstörrt.
Also wozu abrackern, wenn man ohnehin als Einzelkind von Eltern & kinderlosen Verwandschaft dick erbt?

Paar Beispiele aus meinem Umfeld:

Abi Kollege Einzelkind, Opa Fabrikant gewesen, kinderloser Onkel u.a. im Fußball Geschäft auf höchster nationaler Ebene, Mutter HR Leiter bei DAX30, Vater Behördenleiter.
Er hat (und wird) noch alles erben. Nach dem Abi vom Opa 10 (!) Mietshäuser geerbt. Der hat ein Beamtenstudium beim Zoll gemacht, chillt da jetzt auf ner Halbtagsstelle. Sonst bereist er die Welt und verwaltet die Immobilien.

Ein anderer Abi Kollege Sohn eines WP mit eigner Kanzelei mit dreistelliger Mitarbeiteranzahl und Millionen Umsätzen. Hat zwar BWL in Mannheim fertig studiert, den WP geschmissen und ist jetzt "Naturfotograf", finanziert by Daddy. Aber was soll der sich den WP Stress geben, das Millionenerbe ist nur eine Frage der Zeit, keine Geschwister und bis dahin sponsort Daddy.

Eine frühere Freundin mit Top Abi, Auszeichnungen, Mathe Studium, Doktor, mit Top Job bei einer großen Versicherung eingestiegen. Alles hingeschmissen, chillt von Festival zu Festival und verkauft selbstgemachten Ökoschmuck. Bei 19§ UmstG kann sich jeder ausrechnen was hängen bleibt - aber warum auch abrackern? Daddy ist Unternehmer und alleine seine Autosammlung ist siebenstellig wert.

Und so geht es ganz ganz vielen. Wozu abrackern?
Und selbst die, die nur ein normales Haus erben müssen sich nicht mehr für ne Karriere quer legen. Den ein normaler 0815 Job reicht locker für ein angenehmes Leben mit zwei Autos, 2-3 Urlauben & regelmäßig auswärts Essen gehen etc. - Zumindest solange man keine Immobilie finanzieren muss.

Und ganz ehrlich, wären meine Eltern vermögend wäre ich auch nicht so scharf auf Karriere und Streß. Vorallem heißt Führungskarriere ja auch, dass man all diese motivationslosen Menschen motivieren muss und von deren Arbeitsleistung abhängig ist. Das gibt man sich nur wenn man es braucht. Ich würde Kunst studieren und dekadente Parties feiern wenn ich ein dickes Erbe erwarten würde. Aber vielleicht kann das ja mein Sohn eines Tages.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 04.05.2021:

Ich Frage mich, wo hier alle wohnen, bei uns (350k Einwohner Stadt im Westen, viele größere Unternehmen) bekommt man für 1000k Euro in den Vororten entweder ne Villa mit mäßig großem Grundstück oder nen Recht neues EFH mit 250qm und 1500m2 Grundstück

Die meisten in größeren Städten. Ich komme aus der Region Köln-Düsseldorf, und mein Eindruck ist, dass viel aus Köln/Düsseldorf/Bonn, FFM, Großraum Stuttgart und Großraum München kommen.

Ich würde lieber in einer 200 - 350 k Stadt leben, aber ich will auch in der Zentrale eines internationalen Konzerns arbeiten, und die sind zum Großteil leider in den großen Metropolregionen.

Bin in Augsburg.
Die Preise werden hier erst wieder normal wenn die Autobahn und die Zugverbindung nach München gesprengt wird.

Mittlerweile Pendeln die Leute tatsächlich aus Ulm nach München.

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Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

ExBerater schrieb am 03.05.2021:

Die These des TE ist völlig unbelegt und daher erscheint es auch reichlich albern auf die etwaigen Gründe für diese unbelegte These einzugehen

Fakt ist, die Gesamtheit der Threats in diesem Forum spricht so ziemlich völlig gegen die These.
Hier geht es gefühlt in jedem Threat darum wie man mehr Geld macht, wie man schneller Karriere macht,...
Jedes Jahr gehen immer noch mehr Absolventen in Beratunen. Warum tun sie das? Weil sie mehr Geld wollen, weil sie mehr Karriere machen wollen.

Ich glaube auch nicht, dass irgendein Unternehmen Probleme hat, Führungkräfte zu finden. Die entsprechenden Programme sprießen, teure exterme Seminare boomen wie sonst was, Coaching für Führungskräfte wird ein immer größerer Markt. Hinzu kommt, dass Firmen erst seit wenigen Jahren einen noch viel breiteren Pool haben, da jetzt eben auch Frauen auf Karriere aus sind.

Meine Erfahrung mit der oben zitierten Generation Z ist eher so, dass man alles sofort haben will und am besten ohne Gegenleistung. Die Kids denken einfach, ihnen stehe alles zu, da ihre Eltern ihnen das scheinbar so beigebracht haben. Aber erstens ist das auch eine Verallgemeinerung, und zweitens heißt das eben doch auch, dass diese Leute Karriere machen wollen

Richtig, trotzdem sind die Leute grundsätzlich nicht mehr bereit 60h die Woche zu arbeiten. Das macht man vielleicht 2-3 Jahre in der Beratung bis man feststellt, dass es sich vom Aufwand / Nutzen (fast) nicht lohnt. Die "geilen" Exits von denen man früher immer gesprochen hat, gibt es heute fast kaum mehr. Auch Consulting ist heute Fließbandarbeit geworden und jeder, den man verticken kann, vertickt man entsprechend.
Deswegen ziehen sich Leute entsprechend in Konzernkarrieren zurück.

antworten

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

ExBerater schrieb am 03.05.2021:

Die These des TE ist völlig unbelegt und daher erscheint es auch reichlich albern auf die etwaigen Gründe für diese unbelegte These einzugehen

Fakt ist, die Gesamtheit der Threats in diesem Forum spricht so ziemlich völlig gegen die These.
Hier geht es gefühlt in jedem Threat darum wie man mehr Geld macht, wie man schneller Karriere macht,...
Jedes Jahr gehen immer noch mehr Absolventen in Beratunen. Warum tun sie das? Weil sie mehr Geld wollen, weil sie mehr Karriere machen wollen.

Ich glaube auch nicht, dass irgendein Unternehmen Probleme hat, Führungkräfte zu finden. Die entsprechenden Programme sprießen, teure exterme Seminare boomen wie sonst was, Coaching für Führungskräfte wird ein immer größerer Markt. Hinzu kommt, dass Firmen erst seit wenigen Jahren einen noch viel breiteren Pool haben, da jetzt eben auch Frauen auf Karriere aus sind.

Meine Erfahrung mit der oben zitierten Generation Z ist eher so, dass man alles sofort haben will und am besten ohne Gegenleistung. Die Kids denken einfach, ihnen stehe alles zu, da ihre Eltern ihnen das scheinbar so beigebracht haben. Aber erstens ist das auch eine Verallgemeinerung, und zweitens heißt das eben doch auch, dass diese Leute Karriere machen wollen

Richtig, trotzdem sind die Leute grundsätzlich nicht mehr bereit 60h die Woche zu arbeiten. Das macht man vielleicht 2-3 Jahre in der Beratung bis man feststellt, dass es sich vom Aufwand / Nutzen (fast) nicht lohnt. Die"geilen" Exits von denen man früher immer gesprochen hat, gibt es heute fast kaum mehr. Auch Consulting ist heute Fließbandarbeit geworden und jeder, den man verticken kann, vertickt man entsprechend.
Deswegen ziehen sich Leute entsprechend in Konzernkarrieren zurück.

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ExBerater

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Ob es da einen großen Trend gibt weiß ich nicht.
Dass Leute nur wenige Jahre Consulting machen war schon immer so.
Aber was definitiv ein Trend ist, dass mehr Leute in Startups wollen und da wird NOCH MEHR gearbeitet.

Aber ich finde es prima: Ich dachte immer, jeder kann doch Führungskraft oder sogar CEO machen, warum zahlt man denen dann so viel? Aber wenn scheinbar weniger Leute das machen wollen, bleibt umso mehr Geld für mich und die die es erreichen.
Sauber. Ich vermute in 10 Jahren beschweren sich diejenigen dann, dass "die da oben" zu viel verdienen, und fragen sich warum die Gehaltsschere weiter auseinander geht

DerZynischeAnalytiker schrieb am 04.05.2021:

ExBerater schrieb am 03.05.2021:

Die These des TE ist völlig unbelegt und daher erscheint es auch reichlich albern auf die etwaigen Gründe für diese unbelegte These einzugehen

Fakt ist, die Gesamtheit der Threats in diesem Forum spricht so ziemlich völlig gegen die These.
Hier geht es gefühlt in jedem Threat darum wie man mehr Geld macht, wie man schneller Karriere macht,...
Jedes Jahr gehen immer noch mehr Absolventen in Beratunen. Warum tun sie das? Weil sie mehr Geld wollen, weil sie mehr Karriere machen wollen.

Ich glaube auch nicht, dass irgendein Unternehmen Probleme hat, Führungkräfte zu finden. Die entsprechenden Programme sprießen, teure exterme Seminare boomen wie sonst was, Coaching für Führungskräfte wird ein immer größerer Markt. Hinzu kommt, dass Firmen erst seit wenigen Jahren einen noch viel breiteren Pool haben, da jetzt eben auch Frauen auf Karriere aus sind.

Meine Erfahrung mit der oben zitierten Generation Z ist eher so, dass man alles sofort haben will und am besten ohne Gegenleistung. Die Kids denken einfach, ihnen stehe alles zu, da ihre Eltern ihnen das scheinbar so beigebracht haben. Aber erstens ist das auch eine Verallgemeinerung, und zweitens heißt das eben doch auch, dass diese Leute Karriere machen wollen

Richtig, trotzdem sind die Leute grundsätzlich nicht mehr bereit 60h die Woche zu arbeiten. Das macht man vielleicht 2-3 Jahre in der Beratung bis man feststellt, dass es sich vom Aufwand / Nutzen (fast) nicht lohnt. Die"geilen" Exits von denen man früher immer gesprochen hat, gibt es heute fast kaum mehr. Auch Consulting ist heute Fließbandarbeit geworden und jeder, den man verticken kann, vertickt man entsprechend.
Deswegen ziehen sich Leute entsprechend in Konzernkarrieren zurück.

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Der Einkäufer

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 04.05.2021:

Genau das. Man überlege mal, wie man vor 20 Jahren gestaunt hätte, wenn jemand 200.000 DM im Jahr verdiente. OK, Inflation 2% pro Jahr macht 50% bis heute aus, d.h. die 200.000 DM von damals sind 150k heute. Sehr viel Geld!

Aber wie Du schon schreibst: Mit den 200.000 DM damals war man in der Top Liga und konnte sich eine geile Immobilie leisten und den BMW X3 aus dem James Bond Film. Mit den 6,5k Euro netto heute ist an eine Immobilie nicht zu denken, zumindest nicht in den Orten, an denen man als Angestellter 150k verdienen kann. Dort sind die Immobilienpreise für ein ordentliches (!) Haus bei 1Mio. Euro aufwärts. Und dafür ist es völlig unerheblich, ob man 4k netto hat oder 6k oder 8k. Man wird es sich nicht leisten können.

HIngegen sind die, die ein Haus erben, über jeden noch so leistungsstarken Verdiener erhaben. Eigenes Haus, dann einen 3k-Job, und man ist jemandem mit 8k/Monat netto weit überlegen.

Der Einkäufer schrieb am 03.05.2021:

Für mich zählt immer noch der spießige Traum von einem EFH als "Luxus". Also ist für mich durchaus dieser materielle Besitz ein hoher Motivator. Aufgewachsen bin ich in einem Haus, alle meine Bekannten und Freunde haben und leben in einem Haus...

Momentan muss in meiner Gegend ca. 800-1200k Euro auf den Tisch gelegt werden für ein Haus mit 150 qm Garten. Dazu müsste ich mich 30-40 Jahre verschulden und bin sogar noch an diese Gegend gebunden. Nachdem ich erkannt habe, dass ich mir niemals ein Haus leisten kann - zumindest nicht unter enormen, lebenslangen unverhältnismäßigen Entbehrungen - habe ich meine Karriereambitionen sehr stark zurückgestellt. Diese Karriere würde ich dann doch nur einschlagen, um einem glücklichen Immobilienbesitzer sein Haus zu vergolden.

Vielen in meiner Generation geht es so: Man sieht nicht ein, dass man sich totarbeitet, nur um der alten Generation Ihren Lebensabend zu vergolden zusätzlich zu den noch hohen Rentenansprüchen.

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Das ist eher philosophischer Natur aber ich glaube die jungen Generationen sehen das Glück durch materiellen Besitz und auch generell wirtschaftliches Wachstum nicht mehr als das höchste Lebensziel an. Möglich, dass wir einfach zu verwöhnt sind, aber ich sehe auch immer weniger den Sinn in diesem Hamsterrad. Wir haben gelernt, dass es immer weiter, höher und schnell sein muss, aber irgendwie merken viele, dass das, was wir uns versprochen haben, dadurch nicht eingelöst wird.

Oh man wahre Worte, genau so geht es mir. Ich hätte früher nie gedacht, dass ich mir mit nahezu 100k nicht mal ein normales Reihenhaus leisten kann, ohne mich bis in den Tod zu verschulden und auf vieles zu verzichten. Es ist einfach brutal frustrierend. Ich denk mir manchmal wofür ich eigentlich spare? Die Geschwindigkeit in der die Immobilienpreise steigen, übersteigt die Dauer meines Sparens um ein Vielfaches. Das schlimme ist, mit ner Führungspisition und ein Sprung auf sagen wir mal 120k würde genau Null ändern ausser mehr Stress und noch mehr Frust....

Gott sei Dank gibts ein Nebengedanke. Ich habe eine gesunde Familie, das zählt dann halt wirklich

Meine Grosseltern (Speckgürtel Stuttgart) und meine Eltern (Stadtrand Stuttgart) besitzen Immobilien. Ich werde auch mal erben.

Das hilft mir aber null weiter. Ich will jetzt ein Haus, mein erstes Kind ist jetzt klein und wir sind Anfang 30...

Da bringt es mir nichts zu wissen irgendwann mal zu erben (besser später wie früher).....

Ich will ein Eigenheim für mich und nicht der Altersvorsorge wegen :(

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Der Einkäufer schrieb am 04.05.2021:

Meine Grosseltern (Speckgürtel Stuttgart) und meine Eltern (Stadtrand Stuttgart) besitzen Immobilien. Ich werde auch mal erben.

Das hilft mir aber null weiter. Ich will jetzt ein Haus, mein erstes Kind ist jetzt klein und wir sind Anfang 30...

Da bringt es mir nichts zu wissen irgendwann mal zu erben (besser später wie früher).....

Ich will ein Eigenheim für mich und nicht der Altersvorsorge wegen :(

Kann ich gut verstehen. Auch wenn die Elter ein Haus haben dass man wahrscheinlich mal erbt heißt das nicht automatisch, dass sie den Kindern auch finanziell bei ihrem Hauskauf helfen können.

Indirekt hilft es dir aber natürlich schon, oder gibt dir zumindest Optionen die jemand ohne Erbe nicht hat:

  • Du könntest erst mal keine private Altersvorsorge aufbauen und das Geld dafür mit in einen Immobilienkauf stecken, weil du die Mieteinnahmen oder Verkaufserlöse der Häuser die du mal bekommst als Altersvorsorge nutzen kannst.

  • Du kannst ein Haus mit einer niedrigen Tilgungsrate finanzieren, mit dem Plan dein Erbe in 30 Jahren für die Zahlung der dann noch übrigen Restschuld zu nutzen.

  • Du kannst jetzt ein Haus/eine Wohnung mieten ohne parallel Eigenkapital für einen Immobilienkauf aufbauen zu müssen und dann irgendwann in das Haus deiner Großeltern ziehen.

Bringt einem sicherlich nicht so viel als wenn man den Verkaufspreis der Immobilien jetzt auf dem Konto hätte, aber immer noch deutlich mehr als wenn man gar nichts erben würde.
Natürlich immer vorausgesetzt, dass man darauf setzt auch wirklich zu Erben. Eine gewisse Unsicherheit ist da natürlich immer bei (es könnte ja zum Beispiel passieren dass jemand sehr lange Zeit sehr pflegebedürftig ist und das Haus verkauft werden muss um die Kosten zu decken, oder dass sich eine Regierung überlegt die Erbschaftsteuer drastisch zu erhöhen, oder sonst was).

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Der Einkäufer schrieb am 04.05.2021:

WiWi Gast schrieb am 04.05.2021:

Genau das. Man überlege mal, wie man vor 20 Jahren gestaunt hätte, wenn jemand 200.000 DM im Jahr verdiente. OK, Inflation 2% pro Jahr macht 50% bis heute aus, d.h. die 200.000 DM von damals sind 150k heute. Sehr viel Geld!

Aber wie Du schon schreibst: Mit den 200.000 DM damals war man in der Top Liga und konnte sich eine geile Immobilie leisten und den BMW X3 aus dem James Bond Film. Mit den 6,5k Euro netto heute ist an eine Immobilie nicht zu denken, zumindest nicht in den Orten, an denen man als Angestellter 150k verdienen kann. Dort sind die Immobilienpreise für ein ordentliches (!) Haus bei 1Mio. Euro aufwärts. Und dafür ist es völlig unerheblich, ob man 4k netto hat oder 6k oder 8k. Man wird es sich nicht leisten können.

HIngegen sind die, die ein Haus erben, über jeden noch so leistungsstarken Verdiener erhaben. Eigenes Haus, dann einen 3k-Job, und man ist jemandem mit 8k/Monat netto weit überlegen.

Der Einkäufer schrieb am 03.05.2021:

Für mich zählt immer noch der spießige Traum von einem EFH als "Luxus". Also ist für mich durchaus dieser materielle Besitz ein hoher Motivator. Aufgewachsen bin ich in einem Haus, alle meine Bekannten und Freunde haben und leben in einem Haus...

Momentan muss in meiner Gegend ca. 800-1200k Euro auf den Tisch gelegt werden für ein Haus mit 150 qm Garten. Dazu müsste ich mich 30-40 Jahre verschulden und bin sogar noch an diese Gegend gebunden. Nachdem ich erkannt habe, dass ich mir niemals ein Haus leisten kann - zumindest nicht unter enormen, lebenslangen unverhältnismäßigen Entbehrungen - habe ich meine Karriereambitionen sehr stark zurückgestellt. Diese Karriere würde ich dann doch nur einschlagen, um einem glücklichen Immobilienbesitzer sein Haus zu vergolden.

Vielen in meiner Generation geht es so: Man sieht nicht ein, dass man sich totarbeitet, nur um der alten Generation Ihren Lebensabend zu vergolden zusätzlich zu den noch hohen Rentenansprüchen.

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Das ist eher philosophischer Natur aber ich glaube die jungen Generationen sehen das Glück durch materiellen Besitz und auch generell wirtschaftliches Wachstum nicht mehr als das höchste Lebensziel an. Möglich, dass wir einfach zu verwöhnt sind, aber ich sehe auch immer weniger den Sinn in diesem Hamsterrad. Wir haben gelernt, dass es immer weiter, höher und schnell sein muss, aber irgendwie merken viele, dass das, was wir uns versprochen haben, dadurch nicht eingelöst wird.

Oh man wahre Worte, genau so geht es mir. Ich hätte früher nie gedacht, dass ich mir mit nahezu 100k nicht mal ein normales Reihenhaus leisten kann, ohne mich bis in den Tod zu verschulden und auf vieles zu verzichten. Es ist einfach brutal frustrierend. Ich denk mir manchmal wofür ich eigentlich spare? Die Geschwindigkeit in der die Immobilienpreise steigen, übersteigt die Dauer meines Sparens um ein Vielfaches. Das schlimme ist, mit ner Führungspisition und ein Sprung auf sagen wir mal 120k würde genau Null ändern ausser mehr Stress und noch mehr Frust....

Gott sei Dank gibts ein Nebengedanke. Ich habe eine gesunde Familie, das zählt dann halt wirklich

Meine Grosseltern (Speckgürtel Stuttgart) und meine Eltern (Stadtrand Stuttgart) besitzen Immobilien. Ich werde auch mal erben.

Das hilft mir aber null weiter. Ich will jetzt ein Haus, mein erstes Kind ist jetzt klein und wir sind Anfang 30...

Da bringt es mir nichts zu wissen irgendwann mal zu erben (besser später wie früher).....

Ich will ein Eigenheim für mich und nicht der Altersvorsorge wegen :(

Dann steck halt jetzt kein Geld in die Altersvorsorge sondern in dein Eigenheim, wenn du eh weißt dass du mehrere Immos erben wirst? Mein Gott in jedem Thread wo du reinschreibst klagst du über die teuren Immobilienpreise und dass du dir trotz 7k netto oder sonst was nix leisten kannst. Wenn ich dein Gehalt und vor allem deinen Hintergrund (Erbe in Sicht) hätte, könnte ich mir aber sowas von safe was leisten und ja, auch in Stuttgart und Umgebung!

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Der Einkäufer

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 04.05.2021:

Der Einkäufer schrieb am 04.05.2021:

WiWi Gast schrieb am 04.05.2021:

Genau das. Man überlege mal, wie man vor 20 Jahren gestaunt hätte, wenn jemand 200.000 DM im Jahr verdiente. OK, Inflation 2% pro Jahr macht 50% bis heute aus, d.h. die 200.000 DM von damals sind 150k heute. Sehr viel Geld!

Aber wie Du schon schreibst: Mit den 200.000 DM damals war man in der Top Liga und konnte sich eine geile Immobilie leisten und den BMW X3 aus dem James Bond Film. Mit den 6,5k Euro netto heute ist an eine Immobilie nicht zu denken, zumindest nicht in den Orten, an denen man als Angestellter 150k verdienen kann. Dort sind die Immobilienpreise für ein ordentliches (!) Haus bei 1Mio. Euro aufwärts. Und dafür ist es völlig unerheblich, ob man 4k netto hat oder 6k oder 8k. Man wird es sich nicht leisten können.

HIngegen sind die, die ein Haus erben, über jeden noch so leistungsstarken Verdiener erhaben. Eigenes Haus, dann einen 3k-Job, und man ist jemandem mit 8k/Monat netto weit überlegen.

Der Einkäufer schrieb am 03.05.2021:

Für mich zählt immer noch der spießige Traum von einem EFH als "Luxus". Also ist für mich durchaus dieser materielle Besitz ein hoher Motivator. Aufgewachsen bin ich in einem Haus, alle meine Bekannten und Freunde haben und leben in einem Haus...

Momentan muss in meiner Gegend ca. 800-1200k Euro auf den Tisch gelegt werden für ein Haus mit 150 qm Garten. Dazu müsste ich mich 30-40 Jahre verschulden und bin sogar noch an diese Gegend gebunden. Nachdem ich erkannt habe, dass ich mir niemals ein Haus leisten kann - zumindest nicht unter enormen, lebenslangen unverhältnismäßigen Entbehrungen - habe ich meine Karriereambitionen sehr stark zurückgestellt. Diese Karriere würde ich dann doch nur einschlagen, um einem glücklichen Immobilienbesitzer sein Haus zu vergolden.

Vielen in meiner Generation geht es so: Man sieht nicht ein, dass man sich totarbeitet, nur um der alten Generation Ihren Lebensabend zu vergolden zusätzlich zu den noch hohen Rentenansprüchen.

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Das ist eher philosophischer Natur aber ich glaube die jungen Generationen sehen das Glück durch materiellen Besitz und auch generell wirtschaftliches Wachstum nicht mehr als das höchste Lebensziel an. Möglich, dass wir einfach zu verwöhnt sind, aber ich sehe auch immer weniger den Sinn in diesem Hamsterrad. Wir haben gelernt, dass es immer weiter, höher und schnell sein muss, aber irgendwie merken viele, dass das, was wir uns versprochen haben, dadurch nicht eingelöst wird.

Oh man wahre Worte, genau so geht es mir. Ich hätte früher nie gedacht, dass ich mir mit nahezu 100k nicht mal ein normales Reihenhaus leisten kann, ohne mich bis in den Tod zu verschulden und auf vieles zu verzichten. Es ist einfach brutal frustrierend. Ich denk mir manchmal wofür ich eigentlich spare? Die Geschwindigkeit in der die Immobilienpreise steigen, übersteigt die Dauer meines Sparens um ein Vielfaches. Das schlimme ist, mit ner Führungspisition und ein Sprung auf sagen wir mal 120k würde genau Null ändern ausser mehr Stress und noch mehr Frust....

Gott sei Dank gibts ein Nebengedanke. Ich habe eine gesunde Familie, das zählt dann halt wirklich

Meine Grosseltern (Speckgürtel Stuttgart) und meine Eltern (Stadtrand Stuttgart) besitzen Immobilien. Ich werde auch mal erben.

Das hilft mir aber null weiter. Ich will jetzt ein Haus, mein erstes Kind ist jetzt klein und wir sind Anfang 30...

Da bringt es mir nichts zu wissen irgendwann mal zu erben (besser später wie früher).....

Ich will ein Eigenheim für mich und nicht der Altersvorsorge wegen :(

Dann steck halt jetzt kein Geld in die Altersvorsorge sondern in dein Eigenheim, wenn du eh weißt dass du mehrere Immos erben wirst? Mein Gott in jedem Thread wo du reinschreibst klagst du über die teuren Immobilienpreise und dass du dir trotz 7k netto oder sonst was nix leisten kannst. Wenn ich dein Gehalt und vor allem deinen Hintergrund (Erbe in Sicht) hätte, könnte ich mir aber sowas von safe was leisten und ja, auch in Stuttgart und Umgebung!

Welche Altervorsorge? Das ist alles EK für ein Hauskauf den ich schon Jahre plane und immer in weiterer Ferne rückt ;-) zugegebenermassen viel gespart habe ich nicht (80k) und meine Frau leider fast nichts. Ich will auch nicht hier alles vollheulen, ist eig nicht meine Art, sorry ;-)

Aber wir habe nicht mal Riesenansprüche bis auf ne ordentliche Bahnanbindung eher Stadtrand und kleiner Garten...

Und dann sagt mein Vater immer: Sohn, früher wars auch nicht einfacher, die Zinsen waren ja riesig :-) oder Klassiker 'warte doch noch paar Jahre' :-)

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 03.05.2021:

Ich wollte früher immer die große Karriere machen, bis ich dann im Konzern angefangen habe und mit der Realität konfrontiert wurde.

Vielleicht war ich einfach blauäugig, und auf jeden Fall nicht gut informiert, aber ich hatte mir früher die Gehaltssteigerungen größer und die Workloadsteigerungen kleiner vorgestellt.

Ich weiß nicht, ob es früher mal anders war, aber ich war doch etwas ernüchternt, als ich gesehen habe wie gering die Gehaltssteigerungen zwischen den einzelnen Stufen heute sind.
Ich arbeite in einem gut zahlenden DAX-Konzern, und müsste um mein Einstiegsgehalt (Brutto) zu verdoppeln Abteilungsleiter mit einigen Jahren Berufserfahrung werden, realistisch ist das mit Mitte 40, wenn man es überhaupt schafft (außer man ist eine geförderte Frau).

Früher habe ich mal blauäugig gedacht, dass performen und Karriere machen in einem Konzern jährlich 10 - 15 % Gehaltssteigerung heißt, davon ist die Realität leider weit weg.

Dito, für mich steht die Gehaltssteigerungen auch in keinem Verhältnis zur Arbeitszeit und Verantwortung. Habe früher auch gedacht es ginge steiler nach oben.

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Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

ExBerater schrieb am 04.05.2021:

Ob es da einen großen Trend gibt weiß ich nicht.
Dass Leute nur wenige Jahre Consulting machen war schon immer so.
Aber was definitiv ein Trend ist, dass mehr Leute in Startups wollen und da wird NOCH MEHR gearbeitet.

Aber ich finde es prima: Ich dachte immer, jeder kann doch Führungskraft oder sogar CEO machen, warum zahlt man denen dann so viel? Aber wenn scheinbar weniger Leute das machen wollen, bleibt umso mehr Geld für mich und die die es erreichen.
Sauber. Ich vermute in 10 Jahren beschweren sich diejenigen dann, dass "die da oben" zu viel verdienen, und fragen sich warum die Gehaltsschere weiter auseinander geht

DerZynischeAnalytiker schrieb am 04.05.2021:

ExBerater schrieb am 03.05.2021:

Die These des TE ist völlig unbelegt und daher erscheint es auch reichlich albern auf die etwaigen Gründe für diese unbelegte These einzugehen

Fakt ist, die Gesamtheit der Threats in diesem Forum spricht so ziemlich völlig gegen die These.
Hier geht es gefühlt in jedem Threat darum wie man mehr Geld macht, wie man schneller Karriere macht,...
Jedes Jahr gehen immer noch mehr Absolventen in Beratunen. Warum tun sie das? Weil sie mehr Geld wollen, weil sie mehr Karriere machen wollen.

Ich glaube auch nicht, dass irgendein Unternehmen Probleme hat, Führungkräfte zu finden. Die entsprechenden Programme sprießen, teure exterme Seminare boomen wie sonst was, Coaching für Führungskräfte wird ein immer größerer Markt. Hinzu kommt, dass Firmen erst seit wenigen Jahren einen noch viel breiteren Pool haben, da jetzt eben auch Frauen auf Karriere aus sind.

Meine Erfahrung mit der oben zitierten Generation Z ist eher so, dass man alles sofort haben will und am besten ohne Gegenleistung. Die Kids denken einfach, ihnen stehe alles zu, da ihre Eltern ihnen das scheinbar so beigebracht haben. Aber erstens ist das auch eine Verallgemeinerung, und zweitens heißt das eben doch auch, dass diese Leute Karriere machen wollen

Richtig, trotzdem sind die Leute grundsätzlich nicht mehr bereit 60h die Woche zu arbeiten. Das macht man vielleicht 2-3 Jahre in der Beratung bis man feststellt, dass es sich vom Aufwand / Nutzen (fast) nicht lohnt. Die"geilen" Exits von denen man früher immer gesprochen hat, gibt es heute fast kaum mehr. Auch Consulting ist heute Fließbandarbeit geworden und jeder, den man verticken kann, vertickt man entsprechend.
Deswegen ziehen sich Leute entsprechend in Konzernkarrieren zurück.

1.) "Aber was definitiv ein Trend ist, dass mehr Leute in Startups wollen und da wird NOCH MEHR gearbeitet." -> Leute wollen in Start Ups mit Mitte 20, weil es "cool" und "hipp" ist und es ggbf. Equity gibt. Auch da kommt das erwachen früher als einem lieb ist.

2.) "Dass Leute nur wenige Jahre Consulting machen war schon immer so." -> Das stimmt. Aber heute sind die Exits nicht mehr so & das Geschäft ist Fließbandarbeit geworden d.h. und haben bei weitem nicht mehr den "prestige" Charakter von früher. Jeder kennt X Leute die irgendwo sich im Consulting Dschungel rumtreiben.

3.) Das Verhältnis aus 60h vs. 40h Woche ist netto zumindest in Deutschland lächerlich geworden.

4.) Werteverschiebung von Materiellen zu Erlebnissen d.h. du bekommst Prestige für deine geilen Urlaube, deine coolen Instagram Fotos als dafür, dass du 60h die Woche arbeitest.

Wenn Du für dich den Weg der höheren Führungskraft / CEOs einschlagen möchtest, ist es vollkommen legitim. Du wirst definitiv weniger Konkurrenz haben, aber immer noch genug, dass es hart wird. Aber wenn es aus irgendeinem Grund nicht klappt (Nasenfaktor, Pech, Zufall etc.) dann wird dich das brechen während andere eine geile Zeit in ihrem Leben hatten.

antworten
ExBerater

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Na bei mir hat es schon geklappt.
Ansonsten stimme ich dir bei den meisten Punkten zu

DerZynischeAnalytiker schrieb am 04.05.2021:

Wenn Du für dich den Weg der höheren Führungskraft / CEOs einschlagen möchtest, ist es vollkommen legitim. Du wirst definitiv weniger Konkurrenz haben, aber immer noch genug, dass es hart wird. Aber wenn es aus irgendeinem Grund nicht klappt (Nasenfaktor, Pech, Zufall etc.) dann wird dich das brechen während andere eine geile Zeit in ihrem Leben hatten.

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Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

ExBerater schrieb am 04.05.2021:

Na bei mir hat es schon geklappt.
Ansonsten stimme ich dir bei den meisten Punkten zu

DerZynischeAnalytiker schrieb am 04.05.2021:

Wenn Du für dich den Weg der höheren Führungskraft / CEOs einschlagen möchtest, ist es vollkommen legitim. Du wirst definitiv weniger Konkurrenz haben, aber immer noch genug, dass es hart wird. Aber wenn es aus irgendeinem Grund nicht klappt (Nasenfaktor, Pech, Zufall etc.) dann wird dich das brechen während andere eine geile Zeit in ihrem Leben hatten.

CEO ? ;)

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

DerZynischeAnalytiker schrieb am 04.05.2021:

ExBerater schrieb am 04.05.2021:

Ob es da einen großen Trend gibt weiß ich nicht.
Dass Leute nur wenige Jahre Consulting machen war schon immer so.
Aber was definitiv ein Trend ist, dass mehr Leute in Startups wollen und da wird NOCH MEHR gearbeitet.

Aber ich finde es prima: Ich dachte immer, jeder kann doch Führungskraft oder sogar CEO machen, warum zahlt man denen dann so viel? Aber wenn scheinbar weniger Leute das machen wollen, bleibt umso mehr Geld für mich und die die es erreichen.
Sauber. Ich vermute in 10 Jahren beschweren sich diejenigen dann, dass "die da oben" zu viel verdienen, und fragen sich warum die Gehaltsschere weiter auseinander geht

DerZynischeAnalytiker schrieb am 04.05.2021:

ExBerater schrieb am 03.05.2021:

Die These des TE ist völlig unbelegt und daher erscheint es auch reichlich albern auf die etwaigen Gründe für diese unbelegte These einzugehen

Fakt ist, die Gesamtheit der Threats in diesem Forum spricht so ziemlich völlig gegen die These.
Hier geht es gefühlt in jedem Threat darum wie man mehr Geld macht, wie man schneller Karriere macht,...
Jedes Jahr gehen immer noch mehr Absolventen in Beratunen. Warum tun sie das? Weil sie mehr Geld wollen, weil sie mehr Karriere machen wollen.

Ich glaube auch nicht, dass irgendein Unternehmen Probleme hat, Führungkräfte zu finden. Die entsprechenden Programme sprießen, teure exterme Seminare boomen wie sonst was, Coaching für Führungskräfte wird ein immer größerer Markt. Hinzu kommt, dass Firmen erst seit wenigen Jahren einen noch viel breiteren Pool haben, da jetzt eben auch Frauen auf Karriere aus sind.

Meine Erfahrung mit der oben zitierten Generation Z ist eher so, dass man alles sofort haben will und am besten ohne Gegenleistung. Die Kids denken einfach, ihnen stehe alles zu, da ihre Eltern ihnen das scheinbar so beigebracht haben. Aber erstens ist das auch eine Verallgemeinerung, und zweitens heißt das eben doch auch, dass diese Leute Karriere machen wollen

Richtig, trotzdem sind die Leute grundsätzlich nicht mehr bereit 60h die Woche zu arbeiten. Das macht man vielleicht 2-3 Jahre in der Beratung bis man feststellt, dass es sich vom Aufwand / Nutzen (fast) nicht lohnt. Die"geilen" Exits von denen man früher immer gesprochen hat, gibt es heute fast kaum mehr. Auch Consulting ist heute Fließbandarbeit geworden und jeder, den man verticken kann, vertickt man entsprechend.
Deswegen ziehen sich Leute entsprechend in Konzernkarrieren zurück.

1.) "Aber was definitiv ein Trend ist, dass mehr Leute in Startups wollen und da wird NOCH MEHR gearbeitet." -> Leute wollen in Start Ups mit Mitte 20, weil es "cool" und "hipp" ist und es ggbf. Equity gibt. Auch da kommt das erwachen früher als einem lieb ist.

2.) "Dass Leute nur wenige Jahre Consulting machen war schon immer so." -> Das stimmt. Aber heute sind die Exits nicht mehr so & das Geschäft ist Fließbandarbeit geworden d.h. und haben bei weitem nicht mehr den "prestige" Charakter von früher. Jeder kennt X Leute die irgendwo sich im Consulting Dschungel rumtreiben.

3.) Das Verhältnis aus 60h vs. 40h Woche ist netto zumindest in Deutschland lächerlich geworden.

4.) Werteverschiebung von Materiellen zu Erlebnissen d.h. du bekommst Prestige für deine geilen Urlaube, deine coolen Instagram Fotos als dafür, dass du 60h die Woche arbeitest.

Wenn Du für dich den Weg der höheren Führungskraft / CEOs einschlagen möchtest, ist es vollkommen legitim. Du wirst definitiv weniger Konkurrenz haben, aber immer noch genug, dass es hart wird. Aber wenn es aus irgendeinem Grund nicht klappt (Nasenfaktor, Pech, Zufall etc.) dann wird dich das brechen während andere eine geile Zeit in ihrem Leben hatten.

1) was meinst du mit "erwachen"?

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Vielleicht hatten die jungen Leute von heute im Gegensatz zu den in den 60er Jahren geborenen auch einfach eine glücklichere Kindheit und daher weniger Bedürfnis, den Selbstwert über Gehalt und Titel zu stabilisieren? Im Ernst, ich glaube, dass die psychischen Schäden der Kriegsgeneration durchaus noch zwei Generationen weitergereicht wurden, weil die Eltern übermäßig streng, hart und emotional nicht verfügbar waren.

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 05.05.2021:

DerZynischeAnalytiker schrieb am 04.05.2021:

1.) "Aber was definitiv ein Trend ist, dass mehr Leute in Startups wollen und da wird NOCH MEHR gearbeitet." -> Leute wollen in Start Ups mit Mitte 20, weil es "cool" und "hipp" ist und es ggbf. Equity gibt. Auch da kommt das erwachen früher als einem lieb ist.
1) was meinst du mit "erwachen"?

Startups beuten zu 95% ihre Mitarbeiter aus, damit die Gründer irgendwann einen guten Exit hinlegen können. Das ganze "hipp" und "cool" (der Kicker und der Obstkorb) ist nur Fassade dafür, dass man dort extrem wenig Geld für extrem viel Arbeit bei nicht vorhandener Jobsicherheit bekommt.
Wenn man nicht gerade zum Gründerteam gehört und einen signifikanten Anteil an Equity hält, lohnt sich das nie. Was übrigens auch ein Grund ist, warum Startups in Deutschland so große Probleme haben, wirklich Top-Personal zu finden. Das sieht z.B. in den USA ganz anders aus, aber da gibt es auch eine anderer Streuung von Equity.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Es geht den 30-40 jährigen (da wo die Karriere passieren muss - wenn man danach noch nichts ist, kann man es vergessen) sehr gut.

Das einzige was nervt (siehe auch WiWi-Treff jeder 3. Beitrag) ist die Immobiliensituation.
Ansonsten (Reisen, Elektronik, Autos falls gewünscht, Online Dating, ....) ist alles im Überfluss da und kann mit einem 70.000 - 90.000 Gehalt auch ohne weiteres und ohne Nachdenken konsumiert werden.

Für die Immos hingegen braucht es ein so viel mehr an Angestellten Brutto dass etwas vom Netto übrigbleibt dass man was davon spürt, dass man in vielen Firmen 200-400 Leute Leiten muss. Sprich die unteresten beiden Führungspostiionen (Teamletier und Abteilungsleiter) "bringen" es nicht mehr.

Hinzu kommt, dass Goodies aus z.B. einem Abteilungsleiter Job welcher das nicht gerade üppige Gehaltsplus zum Angestellten auffangen soll (der typische Firmenwagen) von vielen nicht gebraucht wird. Eine Auszahlung ist auch nicht immer möglich (gerade in klassischen Industrieunternehmen).

Es lohnt sich im Vergleich zu dem was man leisten muss einfach nicht mehr großartig und die Leute heute sind auch nicht mehr so karrieregeil (siehe oben).

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 05.05.2021:

Vielleicht hatten die jungen Leute von heute im Gegensatz zu den in den 60er Jahren geborenen auch einfach eine glücklichere Kindheit und daher weniger Bedürfnis, den Selbstwert über Gehalt und Titel zu stabilisieren? Im Ernst, ich glaube, dass die psychischen Schäden der Kriegsgeneration durchaus noch zwei Generationen weitergereicht wurden, weil die Eltern übermäßig streng, hart und emotional nicht verfügbar waren.

Das kamm tatsächlich auch mit rein spielen, aber ich glaube nicht, dass das der Hauptgrund ist.

Ich glaube ein wichtigerer Faktor ist, dass unsere Gesellschaft zu gleich geworden ist. Die Unterschiede die sich im Lebensstil durch eine Führungskarriere realisieren lassen sind über die letzten Jahrzehnte immer weiter zusammengeschrumpft. Außer man schafft es in die 1. Reihe oder vielleicht noch die zweite in großen Konzernen. Dazu kommen noch die Verschiebung des Einflusses von Einkommen hin zum (ererbten) Vermögen, gerade im Zusammenspiel mit den Immobilienpreisen.

Das war natürlich auch politisch so gewollt, wir sind ja alle gleich. Aber dann darf man sich mMn nicht wundern, dass sich immer weniger Leute den Ar*** aufreißen.

Ich strebe noch eine Führungskarriere an, mal sehen ob das so bleiben wird. Und auch wenn es vor allem ist weil ich Verantwortung übernehmen möchte und gestalten will, möchte ich doch auch eine gewisse Gegenleistung dafür erhalten.

Nur die sehe ich immer weniger. Das Gehalt steigt auf Stunden gerechnet kaum an, auch mit dem was man mehr verdient sind privat keine großen Sprünge drin. Bei meinem Vater konntest du die Stellung in der Firma noch recht gut an der Wohnsituation ablesen, und der Bereichsleiter hatte schon ein großes Haus, eher eine kleine Villa in der Besten Gegend der Stadt.

Und auch die nichtmonetären Benefits wurden zumindest bei meinem Arbeitgeber immer weiter abgebaut, im Zuge dieser Gleichmacherei. Titel gibt es quasi nicht mehr, private Sekretärinnen gibt es nicht mehr, das repräsentative Eckbüro gibt es nicht mehr, Dienstwagen nur noch für die obersten beiden Level, aber selbst der Vorstand hat keinen Chauffeur mehr, die separate Kantine fürs Management gibt es nicht mehr, Spesen wurden deutlich gekürzt, etc. pp.

Man kann das alles richtig finden, und gerade für den einfachen Angestellten (wie ich auch noch einer bin) mag das zu mehr Selbstwertgefühl führen. Aber man darf sich dann nicht wundern, dass immer weniger die hohen Positionen anstreben. Und genug sind es ja trotzdem noch.

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Voice of Reason

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Ja, und leider wurde ja auch die Chance eine echte Reform für ESOP-Besteuerung herbeizuführen, grandios vertan.
https://www.businessinsider.de/gruenderszene/die-esop-reform-ist-so-gut-wie-gescheitert/

WiWi Gast schrieb am 05.05.2021:

DerZynischeAnalytiker schrieb am 04.05.2021:

1.) "Aber was definitiv ein Trend ist, dass mehr Leute in Startups wollen und da wird NOCH MEHR gearbeitet." -> Leute wollen in Start Ups mit Mitte 20, weil es "cool" und "hipp" ist und es ggbf. Equity gibt. Auch da kommt das erwachen früher als einem lieb ist.
1) was meinst du mit "erwachen"?

Startups beuten zu 95% ihre Mitarbeiter aus, damit die Gründer irgendwann einen guten Exit hinlegen können. Das ganze "hipp" und "cool" (der Kicker und der Obstkorb) ist nur Fassade dafür, dass man dort extrem wenig Geld für extrem viel Arbeit bei nicht vorhandener Jobsicherheit bekommt.
Wenn man nicht gerade zum Gründerteam gehört und einen signifikanten Anteil an Equity hält, lohnt sich das nie. Was übrigens auch ein Grund ist, warum Startups in Deutschland so große Probleme haben, wirklich Top-Personal zu finden. Das sieht z.B. in den USA ganz anders aus, aber da gibt es auch eine anderer Streuung von Equity.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 05.05.2021:

DerZynischeAnalytiker schrieb am 04.05.2021:

1.) "Aber was definitiv ein Trend ist, dass mehr Leute in Startups wollen und da wird NOCH MEHR gearbeitet." -> Leute wollen in Start Ups mit Mitte 20, weil es "cool" und "hipp" ist und es ggbf. Equity gibt. Auch da kommt das erwachen früher als einem lieb ist.
1) was meinst du mit "erwachen"?

Startups beuten zu 95% ihre Mitarbeiter aus, damit die Gründer irgendwann einen guten Exit hinlegen können. Das ganze "hipp" und "cool" (der Kicker und der Obstkorb) ist nur Fassade dafür, dass man dort extrem wenig Geld für extrem viel Arbeit bei nicht vorhandener Jobsicherheit bekommt.
Wenn man nicht gerade zum Gründerteam gehört und einen signifikanten Anteil an Equity hält, lohnt sich das nie. Was übrigens auch ein Grund ist, warum Startups in Deutschland so große Probleme haben, wirklich Top-Personal zu finden. Das sieht z.B. in den USA ganz anders aus, aber da gibt es auch eine anderer Streuung von Equity.

So ist es. Viele locken dann noch mit Pseudo Aktien Programmen bei Startups bei denen der potentielle IPO a) noch mindestens 5-10 Jahre in der Zukunft liegt und b) es überhaupt nicht sicher ist ob es jemals einen geben wird. Habe selber in so einem gearbeitet bei dem die Gründer das erstbeste Angebot für einen Exit angenommen haben. Ich war einer der ersten 25 MA und uns wurden da Aktienprogramme etc. für die Zukunft versprochen. Tja, leider haben die Gründer bei der ersten Millionensumme "Ciao Kakao" gesagt und das wars. Glücklicherweise bin ich über die Connections des Funds, der das Startup aufgekauft hat, an ein neues geraten, bei dem ich jetzt immerhin 0,4% Anteile halte. Stand heute ist die Bewertung mit 8m noch moderat und meine Anteile entsprechend wenig wert, aber wir sind auf sehr gutem Weg uns zu vergrößern und unseren Wert zu vervielfachen.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Mich wundert‘s, dass hier beim Thema Karriere in Führungspositionen eigentlich nur Arbeitszeitbelastung und Nettoeinkommen erwähnt werden. Aus eigener Erfahrung und rückblickend sind zwei andere Aspekte m.E. doch viel wichtiger.

PRO: Als GF (aber nicht im mittleren Management-Sandwich) arbeitet man sehr viel selbstbestimmter, kann delegieren, es macht Spaß, eine gute Mannschaft zusammenzustellen und weiterzuentwickeln, man kann „das große Ganze“ gestalten, und sieht Erfolge (und Misserfolge). Weil die Arbeit mehr Spaß macht, vergeht der Arbeitstag im Flug, statt Arbeitszeit zählen Ergebnisse.

CONTRA: der Weg in eine CxO-Position ist eine Knochenmühle. Nur wenige schaffen es am Ende wirklich, die anderen verschleißen sich im Mittelmanagement-Sandwich, ohne dass es sich wirklich gelohnt hat. Führung und Verantwortung bedeutet immer auch viel „Politik“. Anstrengende Diskussionen mit Kunden, Lieferanten, Betriebsräten, Gewerkschaften, renitenten Low Performern (!), sonstigen Stakeholdern. Das muss man aushalten. Und dann sind Topmanagement-Positionen eigentlich immer auch Schleudersitze, wie bei Fußballtrainern. Kündigungsschutz gibt‘s da oben keinen mehr (gut, im Gehalt ist Schmerzensgeld und Rauskick-Risiko eingepreist, aber trotzdem ...). Marktprobleme, Pandemien, Pech, Intrigen, Konkurrenzen unter Kollegen, ... - wer in die Küche gehen will, muss die Hitze dort aushalten.

FAZIT: wegen des Geldes sollte man nicht Karriere machen wollen, dafür lohnt es sich nicht. Wer lieber entscheiden und führen will, als Anweisungen anderer auszuführen, kann es versuchen. Wenn‘s dann zum GF im Mittelstand klappt und zur Persönlichkeit passt, prima. Für mich wäre eine Sandwich-Position im Großkonzern-Mittelmanagememt die Hölle. Im Grunde nix zu sagen/entscheiden, Druck von oben und von unten, Abhängigkeiten noch und nöcher, Büro meistens in Ballungszentren mit teurem Wohnen, und netto letztlich auch nicht richtig viel in der Tasche.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Hier wurden wirklich viele gute Punkte genannt:

  • In Experten/Referentenpositionen, gerade im Konzern, kann man bis zu 90-100k verdienen bei 40h und Tarif, warum also sich 50h+ antun für kaum mehr Netto dank sehr hoher Steuern?
  • WLB immer wichtiger, Karriere und Status verliert an Bedeutung
  • Mit 120k oder auch 140k kann man sich kaum mehr leisten als mit 100k, gerade bei Immobilien, dafür arbeitet man aber teilweise 25-50% mehr

All diese Punkte spielen hier rein und ich denke das ist für viele ein Punkt, keine Führungskarriere anzustreben. Ich persönlich würde mein Limit auch bei 50h setzen. 8-18 Uhr + 30-60 min Emails spät abends sind für mich in Ordnung, mehr aber nicht. Das ist das Pensum einer Teamleiter, in seltenen Fällen Bereichsleiter Funktion, mehr aber auch nicht. Ich persönlich ziehe noch Motivation aus dem Fakt, MA zu entwickeln und zu führen, strategischere Aufgaben etc. Gehalt ist daher nebensächlich. Aber 60h+ arbeiten, auch am WE? Dafür ist mir mein Leben wirklich zu schade, und ich hab noch nicht mal Kinder.

Insofern wäre für mich im "Middle Management" definitiv Schluss. Ich bin aber auch mit meiner derzeitigen Experten Rolle zufrieden, die mir 95k einbringt. Ein Kollege wurde vor kurzem dank 2 sehr erfolgreicher Projekte befördert und verdient jetzt 110k bei gleicher Verantwortung, das wäre der Traum und darauf arbeite ich auch hin.

Wenn wir dagegen unseren Chef sehen, mit was, 125k? Dafür aber statt 50h eher 60h und WE Arbeit, viel mehr Druck und Verantwortung... Nein Danke.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 05.05.2021:

PRO: Als GF (aber nicht im mittleren Management-Sandwich) arbeitet man sehr viel selbstbestimmter, kann delegieren, es macht Spaß, eine gute Mannschaft zusammenzustellen und weiterzuentwickeln, man kann „das große Ganze“ gestalten, und sieht Erfolge (und Misserfolge). Weil die Arbeit mehr Spaß macht, vergeht der Arbeitstag im Flug, statt Arbeitszeit zählen Ergebnisse.

Wenn du nicht gerade GF deines eigenen Unternehmens bist, hast du auch als GF effektiv Vorgesetzte und Regeln an die du dich halten musst. Und die Eigentümer oder Shareholder nehmen heutzutage immer mehr und direkter Einfluss auf die Arbeit eines GF.

So selbstbestimmt ist der Job nicht mehr, wie viele Leute das glauben. Das ein GF schalten und walten kann wie er will, dass ist inzwischen ganz selten. Und auch bei der Besetzung der Führungsmannschaft wollen diese Fraktionen gerne mitreden. Das der Vorstand einer harmonischen Truppe gleicht, kommt selten vor.

antworten
ExBerater

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

GF aber der CEO der Firma ist "weit weg" und ich bin so praktisch selbstbestimmt

DerZynischeAnalytiker schrieb am 04.05.2021:

ExBerater schrieb am 04.05.2021:

Na bei mir hat es schon geklappt.
Ansonsten stimme ich dir bei den meisten Punkten zu

DerZynischeAnalytiker schrieb am 04.05.2021:

Wenn Du für dich den Weg der höheren Führungskraft / CEOs einschlagen möchtest, ist es vollkommen legitim. Du wirst definitiv weniger Konkurrenz haben, aber immer noch genug, dass es hart wird. Aber wenn es aus irgendeinem Grund nicht klappt (Nasenfaktor, Pech, Zufall etc.) dann wird dich das brechen während andere eine geile Zeit in ihrem Leben hatten.

CEO ? ;)

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Der Grad der Selbstbestimmtheit ist nur bedingt von der Hierarchiestufe abhängig. Es gibt auch viele Positionen auf unterster Ebene, die so spezialisiert sind, dass sowieso kein anderer reinreden kann. Ich würde sogar behaupten, in solchen Positionen ist man unabhängiger als viele Personen im Management. Solange alles läuft interessiert es niemanden, was man macht und wie man es macht.

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 05.05.2021:

Der Grad der Selbstbestimmtheit ist nur bedingt von der Hierarchiestufe abhängig. Es gibt auch viele Positionen auf unterster Ebene, die so spezialisiert sind, dass sowieso kein anderer reinreden kann. Ich würde sogar behaupten, in solchen Positionen ist man unabhängiger als viele Personen im Management. Solange alles läuft interessiert es niemanden, was man macht und wie man es macht.

Ja, das stimmt. Als Spezialist hat man definitiv seine Ruhe und Freiheiten und die Vorgesetzten sind sowieso nur mit ihrer Admin und Politik beschäftigt.

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 02.05.2021:

Hallo zusammen

Gefühlt 95% der MA streben gar keine Führungskarriere an und machen vorwiegend Dienst nach Vorschrift, insbesondere Jüngere (Gen Z).

Meiner Meinung liegt dies an folgenden Faktoren (nicht abschliessend). Wie seht ihr das und was sind eure Erfahrungen?

  • Wenn man den Lohn auf die Arbeitszeit rechnet, schaut es nicht mehr so toll aus. Dazu Steuerprogression.
  • Work-Life-Balance ist vielen wichtiger (max. 45h/Woche)
  • Führungskräfte müssen sich mit viel Admin-Kram rumschlagen
  • Frauen sind besser ausgebildet und arbeiten auch mit Kindern vermehrt. Heisst die Zeiten von "den Rücken frei halten" sind vorbei und der Mann/Vater muss Abstriche bei seinen Karriereplänen machen, sofern man sich nicht gegen Kinder entscheidet oder alles extern gibt (Nanny etc.)
  • Viel politisches Geplänkel, was viele abturnt.
  • mit agilen Organisationen und Strukturen werden klassische Middle Management Jobs immer rarer und durch Experten/Projektleiter/Tools/Prozesse ersetzt

Ich, 37, Fachexperte in der Versicherungbranche mit Prozessverantwortung und All-In 120k habe mich aktiv gegen eine Führungslaufbahn entschieden.

Aktuell arbeite ich 40h pro Woche, habe fachliche Verantwortung für einen Jahresabschlussprozess mit 8 Mitarbeitern, die ich aber nicht führen muss. Überstunden feier ich ab. Meine Frau ist Schwanger und ich bin regelmäßig um 16h zu Hause und arbeite manchmal von zu Hause aus noch Abends was, aber wirklich nur manchmal.

Ich habe 10 Jahre reingehauen um in diese Position zu kommen mit 45 - 50h Wochen. Ich wurde gefragt, ob ich Manager werden möchte, habe aber abgelehnt. Die Gründe hierfür sind:

  • Keine Lust auf Konzernpolitik und Selbstdarstellung in Meetings
  • Keine Lust auf 45 - 50h Wochen bis zur Frührente
  • Von allen Führungskräften, die ich kenne, hat nur ein einziger eine intakte Beziehung. Die Scheidungsrate und Singlequote liegt bei >95%
  • Echte Freunde hat, soweit ich das weiß, keine dieser Führungskräfte mehr
  • Meine Frau ist Schwanger und ich will auch etwas vom Familienleben haben

Ich war zeitweise auch schon Teamleiter und finde echte Führungsarbeit sogar spannend, aber ich sehe nicht ein, warum ich 10h pro Woche mehr arbeiten sollte für Bullshit-Arbeiten.

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 05.05.2021:

Vielleicht hatten die jungen Leute von heute im Gegensatz zu den in den 60er Jahren geborenen auch einfach eine glücklichere Kindheit und daher weniger Bedürfnis, den Selbstwert über Gehalt und Titel zu stabilisieren? Im Ernst, ich glaube, dass die psychischen Schäden der Kriegsgeneration durchaus noch zwei Generationen weitergereicht wurden, weil die Eltern übermäßig streng, hart und emotional nicht verfügbar waren.

Das kamm tatsächlich auch mit rein spielen, aber ich glaube nicht, dass das der Hauptgrund ist.

Ich glaube ein wichtigerer Faktor ist, dass unsere Gesellschaft zu gleich geworden ist. Die Unterschiede die sich im Lebensstil durch eine Führungskarriere realisieren lassen sind über die letzten Jahrzehnte immer weiter zusammengeschrumpft. Außer man schafft es in die 1. Reihe oder vielleicht noch die zweite in großen Konzernen. Dazu kommen noch die Verschiebung des Einflusses von Einkommen hin zum (ererbten) Vermögen, gerade im Zusammenspiel mit den Immobilienpreisen.

Das war natürlich auch politisch so gewollt, wir sind ja alle gleich. Aber dann darf man sich mMn nicht wundern, dass sich immer weniger Leute den Ar*** aufreißen.

Ich strebe noch eine Führungskarriere an, mal sehen ob das so bleiben wird. Und auch wenn es vor allem ist weil ich Verantwortung übernehmen möchte und gestalten will, möchte ich doch auch eine gewisse Gegenleistung dafür erhalten.

Nur die sehe ich immer weniger. Das Gehalt steigt auf Stunden gerechnet kaum an, auch mit dem was man mehr verdient sind privat keine großen Sprünge drin. Bei meinem Vater konntest du die Stellung in der Firma noch recht gut an der Wohnsituation ablesen, und der Bereichsleiter hatte schon ein großes Haus, eher eine kleine Villa in der Besten Gegend der Stadt.

Und auch die nichtmonetären Benefits wurden zumindest bei meinem Arbeitgeber immer weiter abgebaut, im Zuge dieser Gleichmacherei. Titel gibt es quasi nicht mehr, private Sekretärinnen gibt es nicht mehr, das repräsentative Eckbüro gibt es nicht mehr, Dienstwagen nur noch für die obersten beiden Level, aber selbst der Vorstand hat keinen Chauffeur mehr, die separate Kantine fürs Management gibt es nicht mehr, Spesen wurden deutlich gekürzt, etc. pp.

Man kann das alles richtig finden, und gerade für den einfachen Angestellten (wie ich auch noch einer bin) mag das zu mehr Selbstwertgefühl führen. Aber man darf sich dann nicht wundern, dass immer weniger die hohen Positionen anstreben. Und genug sind es ja trotzdem noch.

Mit diesen Leadership und New Management Trends möchte man jetzt eher einen Coach aka Scrum Master als die traditionelle autoritäre Führungskraft. Dies natürlich ohne die alten Privilegien und hohen Gehälter.

Der Spezialist hat nun viel mehr Einfluss und Freiheiten. Das, was du beschreibst, wird es bald nicht mehr geben. Da muss man schon Freude an Leuten haben, ansonsten lieber sein lassen.

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Mit diesen Leadership und New Management Trends möchte man jetzt eher einen Coach aka Scrum Master als die traditionelle autoritäre Führungskraft. Dies natürlich ohne die alten Privilegien und hohen Gehälter.

Der Spezialist hat nun viel mehr Einfluss und Freiheiten. Das, was du beschreibst, wird es bald nicht mehr geben. Da muss man schon Freude an Leuten haben, ansonsten lieber sein lassen.

Man muss ja auch die Veränderungen der letzten Jahrzehnte sehen. Viele von den einfachen Sachbearbeiter-Stellen gibt es nicht mehr. Man braucht kein Großraum-Büro voller Leute, die Rechenmaschinen bedienen. Man braucht auch niemanden mehr, der stupide Briefe auf einer Schreibmaschine tippt oder massenweise Kopien macht und im Archiv ablegt.

Das hat natürlich die Stellung der Experten gestärkt. Und entweder sind Teamleads auch Experten oder sie sind wesentlich leichter ersetzbar als viele Leute in ihrem Team. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf das Gehalt, wenn man keine herausragende Qualifikation hat. Dafür muss man sich auch ein Teamlead erst mal in der Position beweisen, dass er wirklich besonders gut ist.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Für mich ist die klassische Führungskarriere einfach der nächste logische Schritt.
Ich bin nun mit ca 30 Jahren am Ende vom Tarifsystem angekommen bei ca 100k /40h. Ich habe operativ und auf fachlicher Ebene in meinem Bereich so gut wie alles gesehen. Soll ich jetzt mit 30 sagen "so das wars jetzt"? Nächster Lernkurven Schritt ist nun nach oben, also einfach mehr Verantwortung und Führung als neue Challenge.

Das das Gehalt auf Stundenbasis nicht wirklich ansteigt sehe ich auch nicht so. Ich habe als 0815 Angestellter im Konzern trotzdem schon immer 50h+ gearbeitet, umsonst bin ich nicht in wenigen Jahren von 60k auf 100k aufgestiegen.

Führungsriege Teamleiter erhält bei uns zwischen 130 und 180k und nach oben wird die Luft zwar dünner aber ist zumindest noch Chancen da.

ich finde +30k +50k +80k schon deutlich mehr Gehalt im Vergleich zu 100k... selbst wenn man dafür 10h mehr arbeitet. Vergessen darf man auch nicht, dass es einen Firmenwagen dazu gibt + EXTREM GUTE Altersvorsorge BAV für Führungskräfte.

Wer das Argument mit dem Arbeiten zieht, muss dann aber wirklich nach 40h den Stift fallen lassen, und dem Chef sagen "ich hab meine Stunden jetzt voll, ich mache keinen Strich mehr". Diese Einstellung möchte ich mit 30 absolut noch nicht vertreten. Um als Sachbearbeiter die nächsten 30 Jahre ähnliche Tätigkeiten zu machen, hätte ich wahrscheinlich weder studieren müssen, noch mich bisher reinhängen müssen.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 06.05.2021:

Für mich ist die klassische Führungskarriere einfach der nächste logische Schritt.
Ich bin nun mit ca 30 Jahren am Ende vom Tarifsystem angekommen bei ca 100k /40h. Ich habe operativ und auf fachlicher Ebene in meinem Bereich so gut wie alles gesehen. Soll ich jetzt mit 30 sagen "so das wars jetzt"? Nächster Lernkurven Schritt ist nun nach oben, also einfach mehr Verantwortung und Führung als neue Challenge.

Das das Gehalt auf Stundenbasis nicht wirklich ansteigt sehe ich auch nicht so. Ich habe als 0815 Angestellter im Konzern trotzdem schon immer 50h+ gearbeitet, umsonst bin ich nicht in wenigen Jahren von 60k auf 100k aufgestiegen.

Führungsriege Teamleiter erhält bei uns zwischen 130 und 180k und nach oben wird die Luft zwar dünner aber ist zumindest noch Chancen da.

ich finde +30k +50k +80k schon deutlich mehr Gehalt im Vergleich zu 100k... selbst wenn man dafür 10h mehr arbeitet. Vergessen darf man auch nicht, dass es einen Firmenwagen dazu gibt + EXTREM GUTE Altersvorsorge BAV für Führungskräfte.

Wer das Argument mit dem Arbeiten zieht, muss dann aber wirklich nach 40h den Stift fallen lassen, und dem Chef sagen "ich hab meine Stunden jetzt voll, ich mache keinen Strich mehr". Diese Einstellung möchte ich mit 30 absolut noch nicht vertreten. Um als Sachbearbeiter die nächsten 30 Jahre ähnliche Tätigkeiten zu machen, hätte ich wahrscheinlich weder studieren müssen, noch mich bisher reinhängen müssen.

Da stimme ich dir zu. Wenn man ein höheres Gehalt anstrebt dann kommt man nicht um einen Führungsjob, ausser man arbeitet die entsprechenden Stunden in einem Nebenjob. Dazu kommt der Aspekt der Weiterentwicklung, wenn man als Spezialist schon "alles" gesehen hat. Persönlich finde ich schade, dass meist ein hohes Arbeitspensum damit einhergeht, was viele abschreckt - besonders moderne Familien, wo die Frau nicht mehr den "Rücken freihält". Ist auch ein Grund, weshalb ich mit Mitte Dreissig zurzeit keine Führungskarriere anstrebe, weil sonst das familiäre Setup geändert werden muss. In den unteren Stufen ist das Gehalt auch nicht so hoch, dass man sich nun zig Hausangestellte leisten kann. Am Ende praktisch ein Nullsummenspiel mit unnötigem Stress, wenn man auch noch die Steuern und sonstige Ausgaben berücksichtigt.

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Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 06.05.2021:

Für mich ist die klassische Führungskarriere einfach der nächste logische Schritt.
Ich bin nun mit ca 30 Jahren am Ende vom Tarifsystem angekommen bei ca 100k /40h. Ich habe operativ und auf fachlicher Ebene in meinem Bereich so gut wie alles gesehen. Soll ich jetzt mit 30 sagen "so das wars jetzt"? Nächster Lernkurven Schritt ist nun nach oben, also einfach mehr Verantwortung und Führung als neue Challenge.

Das das Gehalt auf Stundenbasis nicht wirklich ansteigt sehe ich auch nicht so. Ich habe als 0815 Angestellter im Konzern trotzdem schon immer 50h+ gearbeitet, umsonst bin ich nicht in wenigen Jahren von 60k auf 100k aufgestiegen.

Führungsriege Teamleiter erhält bei uns zwischen 130 und 180k und nach oben wird die Luft zwar dünner aber ist zumindest noch Chancen da.

ich finde +30k +50k +80k schon deutlich mehr Gehalt im Vergleich zu 100k... selbst wenn man dafür 10h mehr arbeitet. Vergessen darf man auch nicht, dass es einen Firmenwagen dazu gibt + EXTREM GUTE Altersvorsorge BAV für Führungskräfte.

Wer das Argument mit dem Arbeiten zieht, muss dann aber wirklich nach 40h den Stift fallen lassen, und dem Chef sagen "ich hab meine Stunden jetzt voll, ich mache keinen Strich mehr". Diese Einstellung möchte ich mit 30 absolut noch nicht vertreten. Um als Sachbearbeiter die nächsten 30 Jahre ähnliche Tätigkeiten zu machen, hätte ich wahrscheinlich weder studieren müssen, noch mich bisher reinhängen müssen.

Ich nehme an, du bist Single ? 50h+ -> d.h. jeden Tag ca, 9:00 - 19:00 o. 20:00 konstant ?

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

DerZynischeAnalytiker schrieb am 06.05.2021:

Für mich ist die klassische Führungskarriere einfach der nächste logische Schritt.
Ich bin nun mit ca 30 Jahren am Ende vom Tarifsystem angekommen bei ca 100k /40h. Ich habe operativ und auf fachlicher Ebene in meinem Bereich so gut wie alles gesehen. Soll ich jetzt mit 30 sagen "so das wars jetzt"? Nächster Lernkurven Schritt ist nun nach oben, also einfach mehr Verantwortung und Führung als neue Challenge.

Das das Gehalt auf Stundenbasis nicht wirklich ansteigt sehe ich auch nicht so. Ich habe als 0815 Angestellter im Konzern trotzdem schon immer 50h+ gearbeitet, umsonst bin ich nicht in wenigen Jahren von 60k auf 100k aufgestiegen.

Führungsriege Teamleiter erhält bei uns zwischen 130 und 180k und nach oben wird die Luft zwar dünner aber ist zumindest noch Chancen da.

ich finde +30k +50k +80k schon deutlich mehr Gehalt im Vergleich zu 100k... selbst wenn man dafür 10h mehr arbeitet. Vergessen darf man auch nicht, dass es einen Firmenwagen dazu gibt + EXTREM GUTE Altersvorsorge BAV für Führungskräfte.

Wer das Argument mit dem Arbeiten zieht, muss dann aber wirklich nach 40h den Stift fallen lassen, und dem Chef sagen "ich hab meine Stunden jetzt voll, ich mache keinen Strich mehr". Diese Einstellung möchte ich mit 30 absolut noch nicht vertreten. Um als Sachbearbeiter die nächsten 30 Jahre ähnliche Tätigkeiten zu machen, hätte ich wahrscheinlich weder studieren müssen, noch mich bisher reinhängen müssen.

Ich nehme an, du bist Single ? 50h+ -> d.h. jeden Tag ca, 9:00 - 19:00 o. 20:00 konstant ?

Mein Chef kommt jeden Tag 08:00 und geht 17:30, dazwischen 30 Minuten Mittagspause. Das ist schon mal eine konstante 45h-Woche. Es gibt immer mal wieder Spitzen, wo es noch 1-2 Stunden länger geht, aber nicht regelmäßig. Das bedeutet, 45-50 Stunden pro Woche, trotzdem ist er immer vor dem Abendessen Zuhause.

50h-Woche konstant, da würde ich einfach noch eher kommen. Also 07:00 bis 17:30 abzgl. 30 Minuten Pause. Um 07:00 auf Arbeit zu sein, muss man ca. 06:00 aufstehen. Das ist eine normale Zeit, wenn man Kinder hat, welche 07:30 in der Schule sein müssen.

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WiWi Gast

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DerZynischeAnalytiker schrieb am 06.05.2021:

Für mich ist die klassische Führungskarriere einfach der nächste logische Schritt.
Ich bin nun mit ca 30 Jahren am Ende vom Tarifsystem angekommen bei ca 100k /40h. Ich habe operativ und auf fachlicher Ebene in meinem Bereich so gut wie alles gesehen. Soll ich jetzt mit 30 sagen "so das wars jetzt"? Nächster Lernkurven Schritt ist nun nach oben, also einfach mehr Verantwortung und Führung als neue Challenge.

Das das Gehalt auf Stundenbasis nicht wirklich ansteigt sehe ich auch nicht so. Ich habe als 0815 Angestellter im Konzern trotzdem schon immer 50h+ gearbeitet, umsonst bin ich nicht in wenigen Jahren von 60k auf 100k aufgestiegen.

Führungsriege Teamleiter erhält bei uns zwischen 130 und 180k und nach oben wird die Luft zwar dünner aber ist zumindest noch Chancen da.

ich finde +30k +50k +80k schon deutlich mehr Gehalt im Vergleich zu 100k... selbst wenn man dafür 10h mehr arbeitet. Vergessen darf man auch nicht, dass es einen Firmenwagen dazu gibt + EXTREM GUTE Altersvorsorge BAV für Führungskräfte.

Wer das Argument mit dem Arbeiten zieht, muss dann aber wirklich nach 40h den Stift fallen lassen, und dem Chef sagen "ich hab meine Stunden jetzt voll, ich mache keinen Strich mehr". Diese Einstellung möchte ich mit 30 absolut noch nicht vertreten. Um als Sachbearbeiter die nächsten 30 Jahre ähnliche Tätigkeiten zu machen, hätte ich wahrscheinlich weder studieren müssen, noch mich bisher reinhängen müssen.

Ich nehme an, du bist Single ? 50h+ -> d.h. jeden Tag ca, 9:00 - 19:00 o. 20:00 konstant ?

Nein, ich bin in einer langjährigen Beziehung. Meine Freundin hat ein ähnliches Workpensium. Die Unterstellung, dass nur weil man 50h arbeitet ein Single & ohne Freunde ist, ist weit verbreitet und oft ist schlechtes Zeitmangement oder purer Neid der Auslöser.

Ich fange um 7 schon das Arbeiten an, so bleibt mir vom Nachmittag/Abend mehr. Überstunden kann ich alle abfeiern, also nehme ich oft lange Urlaube.
Ich finde 40-50h für jemanden der nach oben will in Ordnung. 100k+ bekommt man einfach nicht für den minimalen Einsatz. Mit 40 und Familie mag das anders aussehen, aber hier ist man oft schon an einem Punkt angekommen an dem man gut Leben kann.
Ich verstehe nicht wie man mit 25 Jahren schon Bock auf 35h Woche im Industrie Betrieb haben kann. Hobbys, Freizeit, Gammln - ja, aber dann darf man sich nicht wundern wenn andere Karriere machen.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 06.05.2021:

DerZynischeAnalytiker schrieb am 06.05.2021:

Für mich ist die klassische Führungskarriere einfach der nächste logische Schritt.
Ich bin nun mit ca 30 Jahren am Ende vom Tarifsystem angekommen bei ca 100k /40h. Ich habe operativ und auf fachlicher Ebene in meinem Bereich so gut wie alles gesehen. Soll ich jetzt mit 30 sagen "so das wars jetzt"? Nächster Lernkurven Schritt ist nun nach oben, also einfach mehr Verantwortung und Führung als neue Challenge.

Das das Gehalt auf Stundenbasis nicht wirklich ansteigt sehe ich auch nicht so. Ich habe als 0815 Angestellter im Konzern trotzdem schon immer 50h+ gearbeitet, umsonst bin ich nicht in wenigen Jahren von 60k auf 100k aufgestiegen.

Führungsriege Teamleiter erhält bei uns zwischen 130 und 180k und nach oben wird die Luft zwar dünner aber ist zumindest noch Chancen da.

ich finde +30k +50k +80k schon deutlich mehr Gehalt im Vergleich zu 100k... selbst wenn man dafür 10h mehr arbeitet. Vergessen darf man auch nicht, dass es einen Firmenwagen dazu gibt + EXTREM GUTE Altersvorsorge BAV für Führungskräfte.

Wer das Argument mit dem Arbeiten zieht, muss dann aber wirklich nach 40h den Stift fallen lassen, und dem Chef sagen "ich hab meine Stunden jetzt voll, ich mache keinen Strich mehr". Diese Einstellung möchte ich mit 30 absolut noch nicht vertreten. Um als Sachbearbeiter die nächsten 30 Jahre ähnliche Tätigkeiten zu machen, hätte ich wahrscheinlich weder studieren müssen, noch mich bisher reinhängen müssen.

Ich nehme an, du bist Single ? 50h+ -> d.h. jeden Tag ca, 9:00 - 19:00 o. 20:00 konstant ?

Nein, ich bin in einer langjährigen Beziehung. Meine Freundin hat ein ähnliches Workpensium. Die Unterstellung, dass nur weil man 50h arbeitet ein Single & ohne Freunde ist, ist weit verbreitet und oft ist schlechtes Zeitmangement oder purer Neid der Auslöser.

Ich fange um 7 schon das Arbeiten an, so bleibt mir vom Nachmittag/Abend mehr. Überstunden kann ich alle abfeiern, also nehme ich oft lange Urlaube.
Ich finde 40-50h für jemanden der nach oben will in Ordnung. 100k+ bekommt man einfach nicht für den minimalen Einsatz. Mit 40 und Familie mag das anders aussehen, aber hier ist man oft schon an einem Punkt angekommen an dem man gut Leben kann.
Ich verstehe nicht wie man mit 25 Jahren schon Bock auf 35h Woche im Industrie Betrieb haben kann. Hobbys, Freizeit, Gammln - ja, aber dann darf man sich nicht wundern wenn andere Karriere machen.

Du hast einen Job, bei dem du regelmäßig mehr als 48h pro Woche aufschreibst, aber bei dem du trotzdem 9 Wochen im Jahr als Überstunden zusätzlich zu deinem normalen Urlaub abfeiern kannst?

Was ist das denn für ein Job?

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 06.05.2021:

Nein, ich bin in einer langjährigen Beziehung. Meine Freundin hat ein ähnliches Workpensium. Die Unterstellung, dass nur weil man 50h arbeitet ein Single & ohne Freunde ist, ist weit verbreitet und oft ist schlechtes Zeitmangement oder purer Neid der Auslöser.

Ich fange um 7 schon das Arbeiten an, so bleibt mir vom Nachmittag/Abend mehr. Überstunden kann ich alle abfeiern, also nehme ich oft lange Urlaube.
Ich finde 40-50h für jemanden der nach oben will in Ordnung. 100k+ bekommt man einfach nicht für den minimalen Einsatz. Mit 40 und Familie mag das anders aussehen, aber hier ist man oft schon an einem Punkt angekommen an dem man gut Leben kann.
Ich verstehe nicht wie man mit 25 Jahren schon Bock auf 35h Woche im Industrie Betrieb haben kann. Hobbys, Freizeit, Gammln - ja, aber dann darf man sich nicht wundern wenn andere Karriere machen.

Du hast einen Job, bei dem du regelmäßig mehr als 48h pro Woche aufschreibst, aber bei dem du trotzdem 9 Wochen im Jahr als Überstunden zusätzlich zu deinem normalen Urlaub abfeiern kannst?

Was ist das denn für ein Job?

Ein 0815 Job in der Industrie der aber Projekt-Peaks hat.
Im Freundeskreis habe ich das oft, ist jetzt nichts zu spezielles. z.B. Dezember bis Mitte Januar ist immer flaute, da kann man komplett abfeiern

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 06.05.2021:

DerZynischeAnalytiker schrieb am 06.05.2021:

Für mich ist die klassische Führungskarriere einfach der nächste logische Schritt.
Ich bin nun mit ca 30 Jahren am Ende vom Tarifsystem angekommen bei ca 100k /40h. Ich habe operativ und auf fachlicher Ebene in meinem Bereich so gut wie alles gesehen. Soll ich jetzt mit 30 sagen "so das wars jetzt"? Nächster Lernkurven Schritt ist nun nach oben, also einfach mehr Verantwortung und Führung als neue Challenge.

Das das Gehalt auf Stundenbasis nicht wirklich ansteigt sehe ich auch nicht so. Ich habe als 0815 Angestellter im Konzern trotzdem schon immer 50h+ gearbeitet, umsonst bin ich nicht in wenigen Jahren von 60k auf 100k aufgestiegen.

Führungsriege Teamleiter erhält bei uns zwischen 130 und 180k und nach oben wird die Luft zwar dünner aber ist zumindest noch Chancen da.

ich finde +30k +50k +80k schon deutlich mehr Gehalt im Vergleich zu 100k... selbst wenn man dafür 10h mehr arbeitet. Vergessen darf man auch nicht, dass es einen Firmenwagen dazu gibt + EXTREM GUTE Altersvorsorge BAV für Führungskräfte.

Wer das Argument mit dem Arbeiten zieht, muss dann aber wirklich nach 40h den Stift fallen lassen, und dem Chef sagen "ich hab meine Stunden jetzt voll, ich mache keinen Strich mehr". Diese Einstellung möchte ich mit 30 absolut noch nicht vertreten. Um als Sachbearbeiter die nächsten 30 Jahre ähnliche Tätigkeiten zu machen, hätte ich wahrscheinlich weder studieren müssen, noch mich bisher reinhängen müssen.

Ich nehme an, du bist Single ? 50h+ -> d.h. jeden Tag ca, 9:00 - 19:00 o. 20:00 konstant ?

Nein, ich bin in einer langjährigen Beziehung. Meine Freundin hat ein ähnliches Workpensium. Die Unterstellung, dass nur weil man 50h arbeitet ein Single & ohne Freunde ist, ist weit verbreitet und oft ist schlechtes Zeitmangement oder purer Neid der Auslöser.

Ich fange um 7 schon das Arbeiten an, so bleibt mir vom Nachmittag/Abend mehr. Überstunden kann ich alle abfeiern, also nehme ich oft lange Urlaube.
Ich finde 40-50h für jemanden der nach oben will in Ordnung. 100k+ bekommt man einfach nicht für den minimalen Einsatz. Mit 40 und Familie mag das anders aussehen, aber hier ist man oft schon an einem Punkt angekommen an dem man gut Leben kann.
Ich verstehe nicht wie man mit 25 Jahren schon Bock auf 35h Woche im Industrie Betrieb haben kann. Hobbys, Freizeit, Gammln - ja, aber dann darf man sich nicht wundern wenn andere Karriere machen.

Naja, wenn bei den 35h am Ende 85-90k Gehalt rauskommen, wieso nicht? Nicht jeder hat bock auf Führung und den damit verbundenen Zusatzaufgaben und nicht jeder will 10-15h zusätzlich für 10-20k mehr Bruttogehalt machen.

Ich bin 26, sitze auf einer Tarifstelle im IG BCE (höchste Stufe) und werde in max. 6 Jahren auch die höchste Unterstufe erreichen, das sind dann stand heute ziemlich genau 90k all-in. Da meine Freundin ähnlich gut verdient, wir beide viel sparen und auch schon gespart haben, wir von unseren Eltern glücklicherweise Geld fürs Eigenheim dazu kriegen und beide mal erben werden, macht es rein finanziell gesehen null Sinn, sich nach oben zu orientieren. Da ich mit meiner 37,5h Woche eher selten hinkomme, kann ich ungefähr nochmal 2-3 Wochen Überstunden abfeiern pro Jahr auf meinen Urlaub draufkalkulieren - das ist so viel Wert und ich bin mir unsicher ob ich das mit mehr Geld aufwiegen könnte. Ich für meinen Teil muss also sagen, dass ich mir zumindest mal sehr genau überlegen muss, ob ich wirklich von dieser Stelle runter will. Finanzielle Gründe können mich quasi nicht dazu bewegen, höchstens intrinsische Motivation.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 06.05.2021:

DerZynischeAnalytiker schrieb am 06.05.2021:

Für mich ist die klassische Führungskarriere einfach der nächste logische Schritt.
Ich bin nun mit ca 30 Jahren am Ende vom Tarifsystem angekommen bei ca 100k /40h. Ich habe operativ und auf fachlicher Ebene in meinem Bereich so gut wie alles gesehen. Soll ich jetzt mit 30 sagen "so das wars jetzt"? Nächster Lernkurven Schritt ist nun nach oben, also einfach mehr Verantwortung und Führung als neue Challenge.

Das das Gehalt auf Stundenbasis nicht wirklich ansteigt sehe ich auch nicht so. Ich habe als 0815 Angestellter im Konzern trotzdem schon immer 50h+ gearbeitet, umsonst bin ich nicht in wenigen Jahren von 60k auf 100k aufgestiegen.

Führungsriege Teamleiter erhält bei uns zwischen 130 und 180k und nach oben wird die Luft zwar dünner aber ist zumindest noch Chancen da.

ich finde +30k +50k +80k schon deutlich mehr Gehalt im Vergleich zu 100k... selbst wenn man dafür 10h mehr arbeitet. Vergessen darf man auch nicht, dass es einen Firmenwagen dazu gibt + EXTREM GUTE Altersvorsorge BAV für Führungskräfte.

Wer das Argument mit dem Arbeiten zieht, muss dann aber wirklich nach 40h den Stift fallen lassen, und dem Chef sagen "ich hab meine Stunden jetzt voll, ich mache keinen Strich mehr". Diese Einstellung möchte ich mit 30 absolut noch nicht vertreten. Um als Sachbearbeiter die nächsten 30 Jahre ähnliche Tätigkeiten zu machen, hätte ich wahrscheinlich weder studieren müssen, noch mich bisher reinhängen müssen.

Ich nehme an, du bist Single ? 50h+ -> d.h. jeden Tag ca, 9:00 - 19:00 o. 20:00 konstant ?

Nein, ich bin in einer langjährigen Beziehung. Meine Freundin hat ein ähnliches Workpensium. Die Unterstellung, dass nur weil man 50h arbeitet ein Single & ohne Freunde ist, ist weit verbreitet und oft ist schlechtes Zeitmangement oder purer Neid der Auslöser.

Ich fange um 7 schon das Arbeiten an, so bleibt mir vom Nachmittag/Abend mehr. Überstunden kann ich alle abfeiern, also nehme ich oft lange Urlaube.
Ich finde 40-50h für jemanden der nach oben will in Ordnung. 100k+ bekommt man einfach nicht für den minimalen Einsatz. Mit 40 und Familie mag das anders aussehen, aber hier ist man oft schon an einem Punkt angekommen an dem man gut Leben kann.
Ich verstehe nicht wie man mit 25 Jahren schon Bock auf 35h Woche im Industrie Betrieb haben kann. Hobbys, Freizeit, Gammln - ja, aber dann darf man sich nicht wundern wenn andere Karriere machen.

Naja, wenn bei den 35h am Ende 85-90k Gehalt rauskommen, wieso nicht? Nicht jeder hat bock auf Führung und den damit verbundenen Zusatzaufgaben und nicht jeder will 10-15h zusätzlich für 10-20k mehr Bruttogehalt machen.

Ich bin 26, sitze auf einer Tarifstelle im IG BCE (höchste Stufe) und werde in max. 6 Jahren auch die höchste Unterstufe erreichen, das sind dann stand heute ziemlich genau 90k all-in. Da meine Freundin ähnlich gut verdient, wir beide viel sparen und auch schon gespart haben, wir von unseren Eltern glücklicherweise Geld fürs Eigenheim dazu kriegen und beide mal erben werden, macht es rein finanziell gesehen null Sinn, sich nach oben zu orientieren. Da ich mit meiner 37,5h Woche eher selten hinkomme, kann ich ungefähr nochmal 2-3 Wochen Überstunden abfeiern pro Jahr auf meinen Urlaub draufkalkulieren - das ist so viel Wert und ich bin mir unsicher ob ich das mit mehr Geld aufwiegen könnte. Ich für meinen Teil muss also sagen, dass ich mir zumindest mal sehr genau überlegen muss, ob ich wirklich von dieser Stelle runter will. Finanzielle Gründe können mich quasi nicht dazu bewegen, höchstens intrinsische Motivation.

wie gesagt, es sind nicht nur 10-20k und das mit den +10-15h ist auch ein Mythos, welcher in der Realität nicht so eintritt.
Eine 0815 Führungskraft kommt bei einem großen Dax Konzern realtiv easy auf 130-180k.
Das ist DEUTLICH mehr als 90k, und von denen arbeiten sicherlich manche +5 +10 oder auch mal +15h in peaks, aber niemand arbeitet hier diese "horror" Arbeitszeiten auf Dauer.

Du bist ebenfalls ein Sonderfall. 2 Einkommen + Erbe. Wenn du dich damit wohlfühlst ist das ok, andere Leute wollen sich ihren Erfolg eben selbst erarbeiten. Da du mit 26 schon keine Lust mehr auf eine Lernkurve und Ambitionen hast - ok, muss jeder selbst wissen. Ich hoffe nur für dich dass du nicht mit 40 merkst dass du jeden Tag das selbe machst und dein 30 jähriger Chef das doppelte verdient und DANN der typisch zornige Sachbearbeiter wirst der über alles nörgelt ;-O

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Ist eine Teamleiterstelle mit Zeiterfassung am oberen Ende des Tarifs jetzt schon eine Führungsstelle oder eine Spezialistenstelle? Wenn man dort regelmäßig zwischen 16 und 17 Uhr den Stift fallen lassen kann?

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 06.05.2021:

WiWi Gast schrieb am 06.05.2021:

DerZynischeAnalytiker schrieb am 06.05.2021:

Für mich ist die klassische Führungskarriere einfach der nächste logische Schritt.
Ich bin nun mit ca 30 Jahren am Ende vom Tarifsystem angekommen bei ca 100k /40h. Ich habe operativ und auf fachlicher Ebene in meinem Bereich so gut wie alles gesehen. Soll ich jetzt mit 30 sagen "so das wars jetzt"? Nächster Lernkurven Schritt ist nun nach oben, also einfach mehr Verantwortung und Führung als neue Challenge.

Das das Gehalt auf Stundenbasis nicht wirklich ansteigt sehe ich auch nicht so. Ich habe als 0815 Angestellter im Konzern trotzdem schon immer 50h+ gearbeitet, umsonst bin ich nicht in wenigen Jahren von 60k auf 100k aufgestiegen.

Führungsriege Teamleiter erhält bei uns zwischen 130 und 180k und nach oben wird die Luft zwar dünner aber ist zumindest noch Chancen da.

ich finde +30k +50k +80k schon deutlich mehr Gehalt im Vergleich zu 100k... selbst wenn man dafür 10h mehr arbeitet. Vergessen darf man auch nicht, dass es einen Firmenwagen dazu gibt + EXTREM GUTE Altersvorsorge BAV für Führungskräfte.

Wer das Argument mit dem Arbeiten zieht, muss dann aber wirklich nach 40h den Stift fallen lassen, und dem Chef sagen "ich hab meine Stunden jetzt voll, ich mache keinen Strich mehr". Diese Einstellung möchte ich mit 30 absolut noch nicht vertreten. Um als Sachbearbeiter die nächsten 30 Jahre ähnliche Tätigkeiten zu machen, hätte ich wahrscheinlich weder studieren müssen, noch mich bisher reinhängen müssen.

Ich nehme an, du bist Single ? 50h+ -> d.h. jeden Tag ca, 9:00 - 19:00 o. 20:00 konstant ?

Nein, ich bin in einer langjährigen Beziehung. Meine Freundin hat ein ähnliches Workpensium. Die Unterstellung, dass nur weil man 50h arbeitet ein Single & ohne Freunde ist, ist weit verbreitet und oft ist schlechtes Zeitmangement oder purer Neid der Auslöser.

Ich fange um 7 schon das Arbeiten an, so bleibt mir vom Nachmittag/Abend mehr. Überstunden kann ich alle abfeiern, also nehme ich oft lange Urlaube.
Ich finde 40-50h für jemanden der nach oben will in Ordnung. 100k+ bekommt man einfach nicht für den minimalen Einsatz. Mit 40 und Familie mag das anders aussehen, aber hier ist man oft schon an einem Punkt angekommen an dem man gut Leben kann.
Ich verstehe nicht wie man mit 25 Jahren schon Bock auf 35h Woche im Industrie Betrieb haben kann. Hobbys, Freizeit, Gammln - ja, aber dann darf man sich nicht wundern wenn andere Karriere machen.

Naja, wenn bei den 35h am Ende 85-90k Gehalt rauskommen, wieso nicht? Nicht jeder hat bock auf Führung und den damit verbundenen Zusatzaufgaben und nicht jeder will 10-15h zusätzlich für 10-20k mehr Bruttogehalt machen.

Ich bin 26, sitze auf einer Tarifstelle im IG BCE (höchste Stufe) und werde in max. 6 Jahren auch die höchste Unterstufe erreichen, das sind dann stand heute ziemlich genau 90k all-in. Da meine Freundin ähnlich gut verdient, wir beide viel sparen und auch schon gespart haben, wir von unseren Eltern glücklicherweise Geld fürs Eigenheim dazu kriegen und beide mal erben werden, macht es rein finanziell gesehen null Sinn, sich nach oben zu orientieren. Da ich mit meiner 37,5h Woche eher selten hinkomme, kann ich ungefähr nochmal 2-3 Wochen Überstunden abfeiern pro Jahr auf meinen Urlaub draufkalkulieren - das ist so viel Wert und ich bin mir unsicher ob ich das mit mehr Geld aufwiegen könnte. Ich für meinen Teil muss also sagen, dass ich mir zumindest mal sehr genau überlegen muss, ob ich wirklich von dieser Stelle runter will. Finanzielle Gründe können mich quasi nicht dazu bewegen, höchstens intrinsische Motivation.

wie gesagt, es sind nicht nur 10-20k und das mit den +10-15h ist auch ein Mythos, welcher in der Realität nicht so eintritt.
Eine 0815 Führungskraft kommt bei einem großen Dax Konzern realtiv easy auf 130-180k.
Das ist DEUTLICH mehr als 90k, und von denen arbeiten sicherlich manche +5 +10 oder auch mal +15h in peaks, aber niemand arbeitet hier diese "horror" Arbeitszeiten auf Dauer.

Du bist ebenfalls ein Sonderfall. 2 Einkommen + Erbe. Wenn du dich damit wohlfühlst ist das ok, andere Leute wollen sich ihren Erfolg eben selbst erarbeiten. Da du mit 26 schon keine Lust mehr auf eine Lernkurve und Ambitionen hast - ok, muss jeder selbst wissen. Ich hoffe nur für dich dass du nicht mit 40 merkst dass du jeden Tag das selbe machst und dein 30 jähriger Chef das doppelte verdient und DANN der typisch zornige Sachbearbeiter wirst der über alles nörgelt ;-O

Du kennst doch gar nicht die Gehaltsstrukturen bei uns im Konzern :D Glücklicherweise kann man das bei uns alles einsehen. Über mir gibt es 3 AT Stufen, die sich quasi nicht lohnen (95k all in, 100k all in, 110k all in). Klar auf Stufe 3 gibts 20k mehr (wobei davon 10k Bonus ist, 100% gibts halt nicht immer), aber eben auch 2-3 Wochen weniger Urlaub da die Zeiterfassung wegfällt. Zeitlich pro Woche ist es hier schon deutlich mehr als ich arbeite, statt bisschen mehr als 40 sinds 45-50, aber die kriegt man halt nicht wieder.

Darüber wird es dann interessant, da reden wir dann von 125k all in und dann gehts auch steiler aufwärts. Allerdings ist es hier dann DEFINITIV 50h+. Und im Gegensatz zu deiner Annahme dass niemand so viel auf Dauer arbeitet: Bei uns schaffen alle AT'ler 45+, ab Stufe 4 definitiv 50+. Also das sind hier keine Horrorszenarien sondern echte Praxisbeispiele.

Lernkurve und immer das gleiche, verstehe ich schon, ich zieh mir halt meinen Nutzen aus Projekten und vor allem aus meiner Freizeit (Ehrenamt, Sport etc.)

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 06.05.2021:

WiWi Gast schrieb am 06.05.2021:

DerZynischeAnalytiker schrieb am 06.05.2021:

Für mich ist die klassische Führungskarriere einfach der nächste logische Schritt.
Ich bin nun mit ca 30 Jahren am Ende vom Tarifsystem angekommen bei ca 100k /40h. Ich habe operativ und auf fachlicher Ebene in meinem Bereich so gut wie alles gesehen. Soll ich jetzt mit 30 sagen "so das wars jetzt"? Nächster Lernkurven Schritt ist nun nach oben, also einfach mehr Verantwortung und Führung als neue Challenge.

Das das Gehalt auf Stundenbasis nicht wirklich ansteigt sehe ich auch nicht so. Ich habe als 0815 Angestellter im Konzern trotzdem schon immer 50h+ gearbeitet, umsonst bin ich nicht in wenigen Jahren von 60k auf 100k aufgestiegen.

Führungsriege Teamleiter erhält bei uns zwischen 130 und 180k und nach oben wird die Luft zwar dünner aber ist zumindest noch Chancen da.

ich finde +30k +50k +80k schon deutlich mehr Gehalt im Vergleich zu 100k... selbst wenn man dafür 10h mehr arbeitet. Vergessen darf man auch nicht, dass es einen Firmenwagen dazu gibt + EXTREM GUTE Altersvorsorge BAV für Führungskräfte.

Wer das Argument mit dem Arbeiten zieht, muss dann aber wirklich nach 40h den Stift fallen lassen, und dem Chef sagen "ich hab meine Stunden jetzt voll, ich mache keinen Strich mehr". Diese Einstellung möchte ich mit 30 absolut noch nicht vertreten. Um als Sachbearbeiter die nächsten 30 Jahre ähnliche Tätigkeiten zu machen, hätte ich wahrscheinlich weder studieren müssen, noch mich bisher reinhängen müssen.

Ich nehme an, du bist Single ? 50h+ -> d.h. jeden Tag ca, 9:00 - 19:00 o. 20:00 konstant ?

Nein, ich bin in einer langjährigen Beziehung. Meine Freundin hat ein ähnliches Workpensium. Die Unterstellung, dass nur weil man 50h arbeitet ein Single & ohne Freunde ist, ist weit verbreitet und oft ist schlechtes Zeitmangement oder purer Neid der Auslöser.

Ich fange um 7 schon das Arbeiten an, so bleibt mir vom Nachmittag/Abend mehr. Überstunden kann ich alle abfeiern, also nehme ich oft lange Urlaube.
Ich finde 40-50h für jemanden der nach oben will in Ordnung. 100k+ bekommt man einfach nicht für den minimalen Einsatz. Mit 40 und Familie mag das anders aussehen, aber hier ist man oft schon an einem Punkt angekommen an dem man gut Leben kann.
Ich verstehe nicht wie man mit 25 Jahren schon Bock auf 35h Woche im Industrie Betrieb haben kann. Hobbys, Freizeit, Gammln - ja, aber dann darf man sich nicht wundern wenn andere Karriere machen.

Naja, wenn bei den 35h am Ende 85-90k Gehalt rauskommen, wieso nicht? Nicht jeder hat bock auf Führung und den damit verbundenen Zusatzaufgaben und nicht jeder will 10-15h zusätzlich für 10-20k mehr Bruttogehalt machen.

Ich bin 26, sitze auf einer Tarifstelle im IG BCE (höchste Stufe) und werde in max. 6 Jahren auch die höchste Unterstufe erreichen, das sind dann stand heute ziemlich genau 90k all-in. Da meine Freundin ähnlich gut verdient, wir beide viel sparen und auch schon gespart haben, wir von unseren Eltern glücklicherweise Geld fürs Eigenheim dazu kriegen und beide mal erben werden, macht es rein finanziell gesehen null Sinn, sich nach oben zu orientieren. Da ich mit meiner 37,5h Woche eher selten hinkomme, kann ich ungefähr nochmal 2-3 Wochen Überstunden abfeiern pro Jahr auf meinen Urlaub draufkalkulieren - das ist so viel Wert und ich bin mir unsicher ob ich das mit mehr Geld aufwiegen könnte. Ich für meinen Teil muss also sagen, dass ich mir zumindest mal sehr genau überlegen muss, ob ich wirklich von dieser Stelle runter will. Finanzielle Gründe können mich quasi nicht dazu bewegen, höchstens intrinsische Motivation.

wie gesagt, es sind nicht nur 10-20k und das mit den +10-15h ist auch ein Mythos, welcher in der Realität nicht so eintritt.
Eine 0815 Führungskraft kommt bei einem großen Dax Konzern realtiv easy auf 130-180k.
Das ist DEUTLICH mehr als 90k, und von denen arbeiten sicherlich manche +5 +10 oder auch mal +15h in peaks, aber niemand arbeitet hier diese "horror" Arbeitszeiten auf Dauer.

Du bist ebenfalls ein Sonderfall. 2 Einkommen + Erbe. Wenn du dich damit wohlfühlst ist das ok, andere Leute wollen sich ihren Erfolg eben selbst erarbeiten. Da du mit 26 schon keine Lust mehr auf eine Lernkurve und Ambitionen hast - ok, muss jeder selbst wissen. Ich hoffe nur für dich dass du nicht mit 40 merkst dass du jeden Tag das selbe machst und dein 30 jähriger Chef das doppelte verdient und DANN der typisch zornige Sachbearbeiter wirst der über alles nörgelt ;-O

Klar, DAX FK mit 130 bis 180 !! k aber arbeitet dauerhaft unter 45h. Ich würde anhand solcher Aussagen mal drauf tippen du bist Student und hast einen DAX Konzern noch nie von innen gesehen. ALLE wirklich ausnahmslos ALLE Dax FK die ich kenne (das sind übrigens auch Leute die zw. 90-110k verdienen, das was du beschreibst ist schon 2. Führungsebene) arbeiten mindestens 45h/Woche, eher 50h. Das ist einfach so. Ab 2. Führungsebene sprich Gehalt von 120k aufwärts sind es DEFINITIV 50h, allein weil viel international gearbeitet wird und man sich an die Zeitzonen anpassen muss.

Achja, und bei 180k Gehalt reden wir eher von 50-60h und Wochenende ein paar Stunden. Für das Gehalt auch völlig zurecht, ist halt so.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 06.05.2021:

Ist eine Teamleiterstelle mit Zeiterfassung am oberen Ende des Tarifs jetzt schon eine Führungsstelle oder eine Spezialistenstelle? Wenn man dort regelmäßig zwischen 16 und 17 Uhr den Stift fallen lassen kann?

"Richtige" Teamleiterstellen werden zu 99% ohne Zeiterfassung sein, zumindestens kenne ich keinen Teamleiter in größeren Unternehmen mit Zeiterfassung. Ist alles mit dem Gehalt abgegolten. Würde schätzen dass wenn du Zeiterfassung hast, das ganze in die Spezialisten-Richtung geht.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 07.05.2021:

Du kennst doch gar nicht die Gehaltsstrukturen bei uns im Konzern :D Glücklicherweise kann man das bei uns alles einsehen. Über mir gibt es 3 AT Stufen, die sich quasi nicht lohnen (95k all in, 100k all in, 110k all in). Klar auf Stufe 3 gibts 20k mehr (wobei davon 10k Bonus ist, 100% gibts halt nicht immer), aber eben auch 2-3 Wochen weniger Urlaub da die Zeiterfassung wegfällt. Zeitlich pro Woche ist es hier schon deutlich mehr als ich arbeite, statt bisschen mehr als 40 sinds 45-50, aber die kriegt man halt nicht wieder.

Darüber wird es dann interessant, da reden wir dann von 125k all in und dann gehts auch steiler aufwärts. Allerdings ist es hier dann DEFINITIV 50h+. Und im Gegensatz zu deiner Annahme dass niemand so viel auf Dauer arbeitet: Bei uns schaffen alle AT'ler 45+, ab Stufe 4 definitiv 50+. Also das sind hier keine Horrorszenarien sondern echte Praxisbeispiele.

Lernkurve und immer das gleiche, verstehe ich schon, ich zieh mir halt meinen Nutzen aus Projekten und vor allem aus meiner Freizeit (Ehrenamt, Sport etc.)

Bei mir im Konzern ist es ähnlich (in einer der teuersten Metropolen). Ich bin auf der 2. AT Stufe, da ist das Zielgehalt all-in 120 k (dauert aber ca. 7 Jahre auf der Stufe bis du da ankommst). Dafür habe ich im Mittel ungefähr 45 h.

Die nächsten beiden Stufen sind 135 k und 160 k. Die Arbeitszeit dafür schwanken von Abteilung zu Abteilung, bleiben aber ungefähr auf meinem Niveau. Für die 160 k hast du aber schon deutlich mehr Druck und Verantwortung. Die Stufe lässt sich aber noch als Experte erreichen und ist glaube ich so der sweep spot. Leider ist ein großer Teil der Erhöhung aber über den Bonus, und der Schwankt bei uns sehr stark. Ich habe schon alles von 0 bis 200 % erlebt.

Die Stufe danach ist dann aber eigentlich recht unattraktiv. Da wärst du bei Leitern von großen Teams oder kleinen Abteilungen. Du liegst zwar bei 190 k, dafür aber auch eigentlich konstant 50 h und deutlich mehr Druck. Wenn man nicht nur aufs absolute Gehalt guckt, ist das eigentlich kein wirklicher Fortschritt.

Danach würde es dann wieder spannend, da reden wir von 260 k + Firmenwagen + bessere Altersvorsorge. Dafür ist aber die Hälfte des Gehalts variabel und alle die ich kenne sind sehr deutlich bei 50 h+, viele 60 und mehr, unterwegs. Außerdem hast du keinen festen Urlaubsanspruch mehr. Und man muss da natürlich erstmal hin kommen.

Und bitte dran denken dass das alles die Gehälter nach vielen Jahren auf den Stellen sind. Anfangen tust du immer mit locker 20 % weniger.

Und mein Eindruck ist auch, dass viele die 160 k all-in anstreben. Das ist so das Optimum wenn du Gehalt gegen WLB abwiegst. Auch wenn es genug geben wird, die lieber die 90 - 100 k mit 35 h nehmen.

Aber darüber ist es halt unattraktiv, weil mit dem Gehalt die Belastung sehr steigt. Als Durchlaufstation zu den 260 k ok, aber diese Stellen werden immer weiter abgebaut und waren vorher schon nur für einen Bruchteil zu erreichen.

Ich habe aber trotzdem den Eindruck, dass es noch genug Leute bei uns gibt, die diese Karrieren einschlagen wollen. Nur vielleicht nicht mehr ganz so kompromisslos wie früher.

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Was meint ihr, ist Team Lead (unterste Stufe) mit 2-10 MA generell mit ca. 45-50h pro Woche machbar? Dies wäre mein nächstmöglicher Entwicklungsschritt. Spezialist bin ich bereits und da geht's nicht mehr vorwärts.

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 07.05.2021:

Was meint ihr, ist Team Lead (unterste Stufe) mit 2-10 MA generell mit ca. 45-50h pro Woche machbar? Dies wäre mein nächstmöglicher Entwicklungsschritt. Spezialist bin ich bereits und da geht's nicht mehr vorwärts.

Kommt drauf an wo. In der Industrie oftmals easy machbar. Ich arbeite als TL (14 MA) <45 h

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Ich habe den Eindruck, dass vor allem das mittlere Management absolut nicht mehr attraktiv ist.

Bei mir im Unternehmen, Mittelständler 2Mrd Umsatz, sind die Abteilungsleiter i.d.R. immer die, die als letztes das Licht ausmachen. Arbeitszeiten liegen locker bei 60h und der Druck von oben ist enorm. Die Abteilungsleiter bekommen bei uns etwa 120-140k.

Ich bekomme auf meiner Stelle als einfacher Projektleiter aktuell 85k, mit der Option, noch eine Tarifstufe aufzusteigen auf etwa 95k. Arbeitsbelastung liegt etwa bei 40h (38h Vertrag). Glücklicherweise habe ich schon vor knapp zehn Jahren mein Haus zu attraktiven Konditionen (600k) in einer ländlichen Gegend gebaut und kann gemütlich mit meiner Frau den Kredit abbezahlen, ohne dass es uns an etwas fehlt.

Der trade-off zwischen Gehalt und Arbeitsbelastung im mittleren Management steht für mich in keinem Verhältnis mehr. Die Arbeitsbelastung und der ständige Druck würde das gesamte Leben verändern. Belastungsprobleme für die Beziehung, weniger Zeit für die Kinder, kaum Zeit für Hobbys, kaum Zeit für Freunde, etc. Im Gegenzug dazu stehen vielleicht 1.000 - 1.500€ netto mehr pro Monat. Außer, dass man vielleicht das nächstgrößere Auto fahren kann oder die Zahl im Depot etwas höher wird, gewinne ich dadurch kein Stück Lebensqualität.

Für mein Dafürhalten delegiert das Top Management - zumindest bei uns - gnadenlos nach unten und schiebt selbst eine ruhige Kugel mit ihren 500k Zeitverträgen. Nur, um dahin zu kommen, muss man eben durch die Hölle des mittleren Managements und von dort schaffen es nur ganz wenige..

Das war übrigens auch früher zu meinen Anfangszeiten bei einer BIG4 schon so, dass die Manager und Senior Manager erheblich mehr gearbeitet haben als der Partner.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 07.05.2021:

WiWi Gast schrieb am 06.05.2021:

WiWi Gast schrieb am 06.05.2021:

DerZynischeAnalytiker schrieb am 06.05.2021:

Für mich ist die klassische Führungskarriere einfach der nächste logische Schritt.
Ich bin nun mit ca 30 Jahren am Ende vom Tarifsystem angekommen bei ca 100k /40h. Ich habe operativ und auf fachlicher Ebene in meinem Bereich so gut wie alles gesehen. Soll ich jetzt mit 30 sagen "so das wars jetzt"? Nächster Lernkurven Schritt ist nun nach oben, also einfach mehr Verantwortung und Führung als neue Challenge.

Das das Gehalt auf Stundenbasis nicht wirklich ansteigt sehe ich auch nicht so. Ich habe als 0815 Angestellter im Konzern trotzdem schon immer 50h+ gearbeitet, umsonst bin ich nicht in wenigen Jahren von 60k auf 100k aufgestiegen.

Führungsriege Teamleiter erhält bei uns zwischen 130 und 180k und nach oben wird die Luft zwar dünner aber ist zumindest noch Chancen da.

ich finde +30k +50k +80k schon deutlich mehr Gehalt im Vergleich zu 100k... selbst wenn man dafür 10h mehr arbeitet. Vergessen darf man auch nicht, dass es einen Firmenwagen dazu gibt + EXTREM GUTE Altersvorsorge BAV für Führungskräfte.

Wer das Argument mit dem Arbeiten zieht, muss dann aber wirklich nach 40h den Stift fallen lassen, und dem Chef sagen "ich hab meine Stunden jetzt voll, ich mache keinen Strich mehr". Diese Einstellung möchte ich mit 30 absolut noch nicht vertreten. Um als Sachbearbeiter die nächsten 30 Jahre ähnliche Tätigkeiten zu machen, hätte ich wahrscheinlich weder studieren müssen, noch mich bisher reinhängen müssen.

Ich nehme an, du bist Single ? 50h+ -> d.h. jeden Tag ca, 9:00 - 19:00 o. 20:00 konstant ?

Nein, ich bin in einer langjährigen Beziehung. Meine Freundin hat ein ähnliches Workpensium. Die Unterstellung, dass nur weil man 50h arbeitet ein Single & ohne Freunde ist, ist weit verbreitet und oft ist schlechtes Zeitmangement oder purer Neid der Auslöser.

Ich fange um 7 schon das Arbeiten an, so bleibt mir vom Nachmittag/Abend mehr. Überstunden kann ich alle abfeiern, also nehme ich oft lange Urlaube.
Ich finde 40-50h für jemanden der nach oben will in Ordnung. 100k+ bekommt man einfach nicht für den minimalen Einsatz. Mit 40 und Familie mag das anders aussehen, aber hier ist man oft schon an einem Punkt angekommen an dem man gut Leben kann.
Ich verstehe nicht wie man mit 25 Jahren schon Bock auf 35h Woche im Industrie Betrieb haben kann. Hobbys, Freizeit, Gammln - ja, aber dann darf man sich nicht wundern wenn andere Karriere machen.

Naja, wenn bei den 35h am Ende 85-90k Gehalt rauskommen, wieso nicht? Nicht jeder hat bock auf Führung und den damit verbundenen Zusatzaufgaben und nicht jeder will 10-15h zusätzlich für 10-20k mehr Bruttogehalt machen.

Ich bin 26, sitze auf einer Tarifstelle im IG BCE (höchste Stufe) und werde in max. 6 Jahren auch die höchste Unterstufe erreichen, das sind dann stand heute ziemlich genau 90k all-in. Da meine Freundin ähnlich gut verdient, wir beide viel sparen und auch schon gespart haben, wir von unseren Eltern glücklicherweise Geld fürs Eigenheim dazu kriegen und beide mal erben werden, macht es rein finanziell gesehen null Sinn, sich nach oben zu orientieren. Da ich mit meiner 37,5h Woche eher selten hinkomme, kann ich ungefähr nochmal 2-3 Wochen Überstunden abfeiern pro Jahr auf meinen Urlaub draufkalkulieren - das ist so viel Wert und ich bin mir unsicher ob ich das mit mehr Geld aufwiegen könnte. Ich für meinen Teil muss also sagen, dass ich mir zumindest mal sehr genau überlegen muss, ob ich wirklich von dieser Stelle runter will. Finanzielle Gründe können mich quasi nicht dazu bewegen, höchstens intrinsische Motivation.

wie gesagt, es sind nicht nur 10-20k und das mit den +10-15h ist auch ein Mythos, welcher in der Realität nicht so eintritt.
Eine 0815 Führungskraft kommt bei einem großen Dax Konzern realtiv easy auf 130-180k.
Das ist DEUTLICH mehr als 90k, und von denen arbeiten sicherlich manche +5 +10 oder auch mal +15h in peaks, aber niemand arbeitet hier diese "horror" Arbeitszeiten auf Dauer.

Du bist ebenfalls ein Sonderfall. 2 Einkommen + Erbe. Wenn du dich damit wohlfühlst ist das ok, andere Leute wollen sich ihren Erfolg eben selbst erarbeiten. Da du mit 26 schon keine Lust mehr auf eine Lernkurve und Ambitionen hast - ok, muss jeder selbst wissen. Ich hoffe nur für dich dass du nicht mit 40 merkst dass du jeden Tag das selbe machst und dein 30 jähriger Chef das doppelte verdient und DANN der typisch zornige Sachbearbeiter wirst der über alles nörgelt ;-O

Klar, DAX FK mit 130 bis 180 !! k aber arbeitet dauerhaft unter 45h. Ich würde anhand solcher Aussagen mal drauf tippen du bist Student und hast einen DAX Konzern noch nie von innen gesehen. ALLE wirklich ausnahmslos ALLE Dax FK die ich kenne (das sind übrigens auch Leute die zw. 90-110k verdienen, das was du beschreibst ist schon 2. Führungsebene) arbeiten mindestens 45h/Woche, eher 50h. Das ist einfach so. Ab 2. Führungsebene sprich Gehalt von 120k aufwärts sind es DEFINITIV 50h, allein weil viel international gearbeitet wird und man sich an die Zeitzonen anpassen muss.

Achja, und bei 180k Gehalt reden wir eher von 50-60h und Wochenende ein paar Stunden. Für das Gehalt auch völlig zurecht, ist halt so.

Also bei uns geht der Tarif bis 110k und die Führungskräfte 130-180k. Und hier arbeitet keiner mehr als 50h im Peak. Aber wie gesagt, will auch garnicht diskutieren, kann ja jeder machen wie er will. Und nein ich bin kein Student ich bin am Ende des Tarifs und komme dieses Jahr mit Bonus auf 120k all-in. Ich beschäftige mich schon länger mit der Frage ob Führung ja/nein und habe deswegen wohl mehr nachgeforscht als manch andere hier :-)

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Das Problem ist, dass ihr alle in deutschen Unternehmen mit veralteten Hierarchien und Kulturen arbeitet. Es gibt immer die gläserne Decke: Ohne Führungsverantwortung geht’s nicht weiter.

Ich arbeite in einem US Tech Unternehmen und bei uns gibt es unzählige Mitarbeiter, die mehr als ihre eigenen Vorgesetzten verdienen, teilweise das 2-3 fache, da sie den echten value generieren. 200-300k sind kein unrealistisches Gehalt für unsere besten Engineers, und nein die sitzen nicht im Valley, sondern ein Kollege z. B. in einem Leipziger Vorort. Er muss zwar viel an sehr späten Abend machen, aber so in 5-8 Jahren will er sowieso ganz aufhören zu arbeiten... im Valley wurden ihm übrigens 700k angeboten + 1. class Flugticket und hohes 5-stelliges relocation package.

Klar das war jetzt ein Extrembeispiel, aber Unternehmen mit einer modernen Struktur und Kultur würdigen auch echte Leistungsträger, wofür sicherlich keine Führungsverantwortung Voraussetzung ist, maximal fachliche.

Und nein, solche Gehälter bekommen nicht nur IT-Experten oder Sales, sondern auch durchaus business experts mit besonderer Prozess- oder Programmverantwortung oder Branchenexperten. Ich selbst, z. B. bin bei etwa 90k, bin jetzt 2 Jahre im Beruf und mache technische PoC mit unseren Kunden. Speziell in meinem Team/Rolle kenne ich Kollegen die an den 200k kratzen, die grundsätzlich das gleiche (natürlich mit deutlich mehr Erfahrung und Expertise) bei strategischeren Kunden machen.

Was ich damit sagen will.... ihr seid doch alle selbst Schuld, dass es euch zu den großen Konzernen zieht, die oft in Metropolen sind und dann leider vergleichsweise schlecht bezahlen. Klar könnt ihr hier eine ruhige Kugel schieben mit guten Bedingungen, aber wirklich herausgefordert werdet ihr hier nicht und flexibel sind die Unternehmen auch nicht. Meist könnt ihr nicht wohnen wo ihr wollt, sondern müsst dann eben bei BMW in den Münchner Raum ziehen und dann sehen die 100k nach 3-5 Jahren plötzlich nicht mehr so toll aus und eure Peers aus der Uni ziehen reihenweise vorbei und suchen sich irgendwo auf dem Land ein tolles Haus, und yay mit gleichbleibendem Gehalt.

Es ist einfach ein Irrglaube den viele haben, dass die großen Konzerne noch das Nonplusultra sind. Unflexibel, starr und eine lächerliche Gehaltsentwicklung, außer durch extreme Mehrarbeit und Führungsverantwortung. Möchtet ihr euch fachlich vertiefen, wirklich eure Interessen verfolgen und am Ende des Tages wirklich Spaß an der Arbeit haben + ein tolles Gehalt? Dann geht nicht zum Konzern!

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 07.05.2021:

Was meint ihr, ist Team Lead (unterste Stufe) mit 2-10 MA generell mit ca. 45-50h pro Woche machbar? Dies wäre mein nächstmöglicher Entwicklungsschritt. Spezialist bin ich bereits und da geht's nicht mehr vorwärts.

Auf jeden Fall, wenn du effizient arbeitest und deine Zeit richtig einteilst und nutzt, eher 45 als 50. Wobei das natürliche extrem von Branche, Firma, Position, Abteilung usw. abhängig ist. Meine Erfahrung ist aber das TL (1. FK Stufe) eher 45h mit Peaks Richtung 50 arbeiten und ab der 2. Stufe, also FK von TL, 50h die Regel sind mit Ausnahmen nach unten und oben.

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Ich arbeite bei einem großen IGM Konzern im Süden und kann euch mal einen konkreten Fall schildern:

Mein Kollege wurde kürzlich mit Mitte 30 vom Spezialisten (ca. 90k @ 40h) zum Teamleiter befördert (1. AT Ebene). Das heißt rund 110k p. a. all-in.

Er hat total auf die Stelle hingearbeitet mit allem, was dazu gehört: Schleimen, Netzwerken, egoistische Informationspolitik, Arschkriechen, Sichtbarkeit erhöhen, fremde Leistungen als Eigenleistung ausgeben, Nähe zur 2./3. AT Ebene suchen, etc. Eben genau so, wie man es macht :)

Er muss sich jetzt beweisen und tanzt komplett nach der Pfeife vom Chef. Bei Anruf alles stehen und liegen lassen, Anwesenheitspflicht im Büro statt HO, jedes Bullshit Thema "begeistert" annehmen (für die Show) und bei Problemen die Prügel einstecken. Hinzu kommt, dass er als "Frischling" auch noch die 1. Wahl bei DR ins Ausland ist und sich dort mit jedem Mist rumschlagen darf. Durchgehende Erreichbarkeit ist selbstverständlich genauso wie die Bereitschaft, jederzeit mal "schnell" eine Präsentation für den Chef-Chef vorzubereiten, auch Sonntag abend.

Tarifliche Leistungen wie T-Zug, Gleitzeit, Mehrarbeitszuschläge, etc. bleiben ihm verwehrt. Bei einer 45-50 h Woche kommen da schon einige unbezahlte Tage im Jahr zusammen, auch wenn er in dieser Zeit nicht "durchperformt" - wie so viele FK übrigens, Stichwort Facetime.

Ich finde, dass das ein ziemlich schlechter Deal ist. Klar, er hat auch Freiheiten, muss aber bei Bedarf ohne Widerspruch alles ausführen, kein privater Termin oder das volle Zeitkonte als Ausrede ;)

Er hat natürlich die Option weiter aufzusteigen. Und so ab 2. AT Stufe und 150k p. a. wirds schon interessant. Man erkauft sich diese Stellen aber immer mit Lebenszeit. Und wenn ich mir die Chefs bei uns so anschaue, dann ist das garantiert nicht gesund. Da hilft dann auch die bessere BAV nicht unbedingt.

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 02.05.2021:

Hallo zusammen

Gefühlt 95% der MA streben gar keine Führungskarriere an und machen vorwiegend Dienst nach Vorschrift, insbesondere Jüngere (Gen Z).

Meiner Meinung liegt dies an folgenden Faktoren (nicht abschliessend). Wie seht ihr das und was sind eure Erfahrungen?

  • Wenn man den Lohn auf die Arbeitszeit rechnet, schaut es nicht mehr so toll aus. Dazu Steuerprogression.
  • Work-Life-Balance ist vielen wichtiger (max. 45h/Woche)
  • Führungskräfte müssen sich mit viel Admin-Kram rumschlagen
  • Frauen sind besser ausgebildet und arbeiten auch mit Kindern vermehrt. Heisst die Zeiten von "den Rücken frei halten" sind vorbei und der Mann/Vater muss Abstriche bei seinen Karriereplänen machen, sofern man sich nicht gegen Kinder entscheidet oder alles extern gibt (Nanny etc.)
  • Viel politisches Geplänkel, was viele abturnt.
  • mit agilen Organisationen und Strukturen werden klassische Middle Management Jobs immer rarer und durch Experten/Projektleiter/Tools/Prozesse ersetzt

Ich hoffe, dass sich das flächendeckend durchsetzt.
Es gibt nichts schlimmeres als diese übermotivierten Greenhorns, die am Freitagnachmittag Meetings ansetzen, um sich zu profilieren.
Allgemein habe ich das Gefühl, dass es immer wieder diese Greenhorns frisch von der Uni gibt, die denken, dass sie die Welt retten müssen.
Absolut nervig...

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 07.05.2021:

WiWi Gast schrieb am 02.05.2021:

Hallo zusammen

Gefühlt 95% der MA streben gar keine Führungskarriere an und machen vorwiegend Dienst nach Vorschrift, insbesondere Jüngere (Gen Z).

Meiner Meinung liegt dies an folgenden Faktoren (nicht abschliessend). Wie seht ihr das und was sind eure Erfahrungen?

  • Wenn man den Lohn auf die Arbeitszeit rechnet, schaut es nicht mehr so toll aus. Dazu Steuerprogression.
  • Work-Life-Balance ist vielen wichtiger (max. 45h/Woche)
  • Führungskräfte müssen sich mit viel Admin-Kram rumschlagen
  • Frauen sind besser ausgebildet und arbeiten auch mit Kindern vermehrt. Heisst die Zeiten von "den Rücken frei halten" sind vorbei und der Mann/Vater muss Abstriche bei seinen Karriereplänen machen, sofern man sich nicht gegen Kinder entscheidet oder alles extern gibt (Nanny etc.)
  • Viel politisches Geplänkel, was viele abturnt.
  • mit agilen Organisationen und Strukturen werden klassische Middle Management Jobs immer rarer und durch Experten/Projektleiter/Tools/Prozesse ersetzt

Ich hoffe, dass sich das flächendeckend durchsetzt.
Es gibt nichts schlimmeres als diese übermotivierten Greenhorns, die am Freitagnachmittag Meetings ansetzen, um sich zu profilieren.
Allgemein habe ich das Gefühl, dass es immer wieder diese Greenhorns frisch von der Uni gibt, die denken, dass sie die Welt retten müssen.
Absolut nervig...

Es gibt auch einen Graben zwischen DINKS/Kinderlosen und halt solchen, denen Karriere verwehrt bleibt, weil sie kleine Kinder und einen arbeitstätigen Partner haben. Da kann man nicht einfach so sagen: "Hey und übrigens ich habe einen neuen Job und arbeite nun unter der Woche von 8-18 Uhr sowie von 20-21 Uhr. Bring du die Kinder in die Kita und hol sie wieder ab, gehe einkaufen, bereite das Abendessen vor und bring die Kinder danach ins Bett. Am Wochenende kannst du mirnauch etwas den Rücken freihalten, wenn ich dringende Anliegen bearbeiten und Präsentationen für das Abteilungsmeeting vorbereiten muss."

Ich glaube im Jahr 2021 ist dies schlicht nicht mehr machbar und wohl den Kindern und Partner zuliebe auch zu recht.

Wie seht ihr das? Hält euch der Partner bei 50-60h immer schön den Rücken frei?

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 07.05.2021:

Ich arbeite bei einem großen IGM Konzern im Süden und kann euch mal einen konkreten Fall schildern:

Mein Kollege wurde kürzlich mit Mitte 30 vom Spezialisten (ca. 90k @ 40h) zum Teamleiter befördert (1. AT Ebene). Das heißt rund 110k p. a. all-in.

Er hat total auf die Stelle hingearbeitet mit allem, was dazu gehört: Schleimen, Netzwerken, egoistische Informationspolitik, Arschkriechen, Sichtbarkeit erhöhen, fremde Leistungen als Eigenleistung ausgeben, Nähe zur 2./3. AT Ebene suchen, etc. Eben genau so, wie man es macht :)

Er muss sich jetzt beweisen und tanzt komplett nach der Pfeife vom Chef. Bei Anruf alles stehen und liegen lassen, Anwesenheitspflicht im Büro statt HO, jedes Bullshit Thema "begeistert" annehmen (für die Show) und bei Problemen die Prügel einstecken. Hinzu kommt, dass er als "Frischling" auch noch die 1. Wahl bei DR ins Ausland ist und sich dort mit jedem Mist rumschlagen darf. Durchgehende Erreichbarkeit ist selbstverständlich genauso wie die Bereitschaft, jederzeit mal "schnell" eine Präsentation für den Chef-Chef vorzubereiten, auch Sonntag abend.

Tarifliche Leistungen wie T-Zug, Gleitzeit, Mehrarbeitszuschläge, etc. bleiben ihm verwehrt. Bei einer 45-50 h Woche kommen da schon einige unbezahlte Tage im Jahr zusammen, auch wenn er in dieser Zeit nicht "durchperformt" - wie so viele FK übrigens, Stichwort Facetime.

Ich finde, dass das ein ziemlich schlechter Deal ist. Klar, er hat auch Freiheiten, muss aber bei Bedarf ohne Widerspruch alles ausführen, kein privater Termin oder das volle Zeitkonte als Ausrede ;)

Er hat natürlich die Option weiter aufzusteigen. Und so ab 2. AT Stufe und 150k p. a. wirds schon interessant. Man erkauft sich diese Stellen aber immer mit Lebenszeit. Und wenn ich mir die Chefs bei uns so anschaue, dann ist das garantiert nicht gesund. Da hilft dann auch die bessere BAV nicht unbedingt.

in diesem post steckt so viel Wahrheit über Konzernkarriere, richtig gut. Bin trotz high potential Status im Konzern auch schwer am überlegen, ob ich mir den Zirkus antun will.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

So ähnlich läufts bei uns auch. Was auch noch kritisch in meinen Augen ist, ist die krasse Diskrepanz bei uns zwischen globalen Abteilungen, die bei uns direkt unter dem BoD sitzen und damit die gleiche Ebene haben, wie GFs die für ganze Standorte den Kopf hinhalten müssen (Musks Produktionshölle kennt jeder der nahe an der industriellen Wertschöpfung dran ist)
In der Abteilungsleiter Ebene, disziplinarische eine Stufe drunter, gibt es dann auch wieder große Unterschiede. AT sind da alle, aber hier bewegen wir uns zwischen 40-60+h. Auch hier gilt wieder: je näher an der Produktion desto mehr Stunden /schlechter die AT Deals

WiWi Gast schrieb am 07.05.2021:

Ich habe den Eindruck, dass vor allem das mittlere Management absolut nicht mehr attraktiv ist.

Bei mir im Unternehmen, Mittelständler 2Mrd Umsatz, sind die Abteilungsleiter i.d.R. immer die, die als letztes das Licht ausmachen. Arbeitszeiten liegen locker bei 60h und der Druck von oben ist enorm. Die Abteilungsleiter bekommen bei uns etwa 120-140k.

Ich bekomme auf meiner Stelle als einfacher Projektleiter aktuell 85k, mit der Option, noch eine Tarifstufe aufzusteigen auf etwa 95k. Arbeitsbelastung liegt etwa bei 40h (38h Vertrag). Glücklicherweise habe ich schon vor knapp zehn Jahren mein Haus zu attraktiven Konditionen (600k) in einer ländlichen Gegend gebaut und kann gemütlich mit meiner Frau den Kredit abbezahlen, ohne dass es uns an etwas fehlt.

Der trade-off zwischen Gehalt und Arbeitsbelastung im mittleren Management steht für mich in keinem Verhältnis mehr. Die Arbeitsbelastung und der ständige Druck würde das gesamte Leben verändern. Belastungsprobleme für die Beziehung, weniger Zeit für die Kinder, kaum Zeit für Hobbys, kaum Zeit für Freunde, etc. Im Gegenzug dazu stehen vielleicht 1.000 - 1.500€ netto mehr pro Monat. Außer, dass man vielleicht das nächstgrößere Auto fahren kann oder die Zahl im Depot etwas höher wird, gewinne ich dadurch kein Stück Lebensqualität.

Für mein Dafürhalten delegiert das Top Management - zumindest bei uns - gnadenlos nach unten und schiebt selbst eine ruhige Kugel mit ihren 500k Zeitverträgen. Nur, um dahin zu kommen, muss man eben durch die Hölle des mittleren Managements und von dort schaffen es nur ganz wenige..

Das war übrigens auch früher zu meinen Anfangszeiten bei einer BIG4 schon so, dass die Manager und Senior Manager erheblich mehr gearbeitet haben als der Partner.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 07.05.2021:

Ich arbeite bei einem großen IGM Konzern im Süden und kann euch mal einen konkreten Fall schildern:

Mein Kollege wurde kürzlich mit Mitte 30 vom Spezialisten (ca. 90k @ 40h) zum Teamleiter befördert (1. AT Ebene). Das heißt rund 110k p. a. all-in.

Er hat total auf die Stelle hingearbeitet mit allem, was dazu gehört: Schleimen, Netzwerken, egoistische Informationspolitik, Arschkriechen, Sichtbarkeit erhöhen, fremde Leistungen als Eigenleistung ausgeben, Nähe zur 2./3. AT Ebene suchen, etc. Eben genau so, wie man es macht :)

Er muss sich jetzt beweisen und tanzt komplett nach der Pfeife vom Chef. Bei Anruf alles stehen und liegen lassen, Anwesenheitspflicht im Büro statt HO, jedes Bullshit Thema "begeistert" annehmen (für die Show) und bei Problemen die Prügel einstecken. Hinzu kommt, dass er als "Frischling" auch noch die 1. Wahl bei DR ins Ausland ist und sich dort mit jedem Mist rumschlagen darf. Durchgehende Erreichbarkeit ist selbstverständlich genauso wie die Bereitschaft, jederzeit mal "schnell" eine Präsentation für den Chef-Chef vorzubereiten, auch Sonntag abend.

Tarifliche Leistungen wie T-Zug, Gleitzeit, Mehrarbeitszuschläge, etc. bleiben ihm verwehrt. Bei einer 45-50 h Woche kommen da schon einige unbezahlte Tage im Jahr zusammen, auch wenn er in dieser Zeit nicht "durchperformt" - wie so viele FK übrigens, Stichwort Facetime.

Ich finde, dass das ein ziemlich schlechter Deal ist. Klar, er hat auch Freiheiten, muss aber bei Bedarf ohne Widerspruch alles ausführen, kein privater Termin oder das volle Zeitkonte als Ausrede ;)

Er hat natürlich die Option weiter aufzusteigen. Und so ab 2. AT Stufe und 150k p. a. wirds schon interessant. Man erkauft sich diese Stellen aber immer mit Lebenszeit. Und wenn ich mir die Chefs bei uns so anschaue, dann ist das garantiert nicht gesund. Da hilft dann auch die bessere BAV nicht unbedingt.

Sorry aber 80% aus deinem text hören sich nach purem Neid und Schlechtmacherei an.
Lass ihn doch machen wenn das sein Ziel ist?
Selbst wenn er "nur" 30k mehr Gehalt bekommt, als Führungsperson kann man viel leichter auch mal Branche wechseln oder ins Ausland. Wer nur Routine Tarifarbeit machen will ist auch ok, aber so wie du schlecht über ihn redest, könnte man auch über dich sprechen.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

IGM Konzern in München - DAX.

Hier unsere Gehälter für Führungspersonal (all in)
Teamleiter (5-15 Mitarbeiter): Ca. 120.000k all in + 4.000 AG finanzierte BaV im Jahr
Abteilungsleiter (25-200 Mitarbeiter): Ca. 140.000 all in + 6.000 AG finanzierte BaV im Jahr + Dienstwagen (mit dem Budget wird geknausert aber man kann aufzahlen, viele fahren C-Klassen mit monatlichen Nettokosten inkl. Tanken bei 500-600 Euro Nettoabzug)

Danach gehen die leitendenden Angestellten los - Executives - inkl. Aktienpaketen als Bestandteil der Vergütung. Der Weg nach oben ist steinig. Um Abteilungsleiter zu werden muss man 2 interne Assesment Center machen und bestehen (einmal für Teamleiter, einmal für Abteilungsleiter).

Der Stresslevel steigt exponentiell. Bin selbst mit 37 Abteilungsleiter geworden, nach über 10 Jahren dabei und war/bin immer noch einer der jüngsten auf dem Level.

Meine Mitarbeiter machen i.d.R. knapp 100.000 bei 35 Stunden im Tarif (höchste Stufe, mit Bonus).

Es gibt immer weniger die sich das mehr an Stress antuen wollen. Insbesondere da man für die 20k - 40k Brutto kaum was mehr an Lebensqualität reist (die Leute wollen i.d.R. alle Immos bei uns und das ist in München mit 100.000, 120.000 oder 140.000 einfach nicht darstellbar - gestern wieder eine Wohnung in Milbertshofen für 15.000 Euro pro qm gesehen.... aus 2000 ca.).

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 07.05.2021:

WiWi Gast schrieb am 07.05.2021:

WiWi Gast schrieb am 02.05.2021:

Hallo zusammen

Gefühlt 95% der MA streben gar keine Führungskarriere an und machen vorwiegend Dienst nach Vorschrift, insbesondere Jüngere (Gen Z).

Meiner Meinung liegt dies an folgenden Faktoren (nicht abschliessend). Wie seht ihr das und was sind eure Erfahrungen?

  • Wenn man den Lohn auf die Arbeitszeit rechnet, schaut es nicht mehr so toll aus. Dazu Steuerprogression.
  • Work-Life-Balance ist vielen wichtiger (max. 45h/Woche)
  • Führungskräfte müssen sich mit viel Admin-Kram rumschlagen
  • Frauen sind besser ausgebildet und arbeiten auch mit Kindern vermehrt. Heisst die Zeiten von "den Rücken frei halten" sind vorbei und der Mann/Vater muss Abstriche bei seinen Karriereplänen machen, sofern man sich nicht gegen Kinder entscheidet oder alles extern gibt (Nanny etc.)
  • Viel politisches Geplänkel, was viele abturnt.
  • mit agilen Organisationen und Strukturen werden klassische Middle Management Jobs immer rarer und durch Experten/Projektleiter/Tools/Prozesse ersetzt

Ich hoffe, dass sich das flächendeckend durchsetzt.
Es gibt nichts schlimmeres als diese übermotivierten Greenhorns, die am Freitagnachmittag Meetings ansetzen, um sich zu profilieren.
Allgemein habe ich das Gefühl, dass es immer wieder diese Greenhorns frisch von der Uni gibt, die denken, dass sie die Welt retten müssen.
Absolut nervig...

Es gibt auch einen Graben zwischen DINKS/Kinderlosen und halt solchen, denen Karriere verwehrt bleibt, weil sie kleine Kinder und einen arbeitstätigen Partner haben. Da kann man nicht einfach so sagen: "Hey und übrigens ich habe einen neuen Job und arbeite nun unter der Woche von 8-18 Uhr sowie von 20-21 Uhr. Bring du die Kinder in die Kita und hol sie wieder ab, gehe einkaufen, bereite das Abendessen vor und bring die Kinder danach ins Bett. Am Wochenende kannst du mirnauch etwas den Rücken freihalten, wenn ich dringende Anliegen bearbeiten und Präsentationen für das Abteilungsmeeting vorbereiten muss."

Ich glaube im Jahr 2021 ist dies schlicht nicht mehr machbar und wohl den Kindern und Partner zuliebe auch zu recht.

Wie seht ihr das? Hält euch der Partner bei 50-60h immer schön den Rücken frei?

Naja, wenn beide Karriere wollen bleiben entweder die Kinder auf der Strecke / es gibt keine. Wenn man Kinder will gibt es doch meistens einen Partner der Karrieretechnisch zurücksteckt, Oma/Opa hilft sehr viel oder Nanny. Bei uns klappt das gut, allerdings mit 50h, Frau arbeitet TZ 40%. 60h würde sie eher nicht mittragen, aber liegt eher daran dass sie auch was von mir haben will und die Kinder eben auch. Will ich aber auch selbst nicht.

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 08.05.2021:

Naja, wenn beide Karriere wollen bleiben entweder die Kinder auf der Strecke / es gibt keine. Wenn man Kinder will gibt es doch meistens einen Partner der Karrieretechnisch zurücksteckt, Oma/Opa hilft sehr viel oder Nanny. Bei uns klappt das gut, allerdings mit 50h, Frau arbeitet TZ 40%. 60h würde sie eher nicht mittragen, aber liegt eher daran dass sie auch was von mir haben will und die Kinder eben auch. Will ich aber auch selbst nicht.

Ich beobachte das aber auch immer öfter, dass keiner der beiden wirklich zurück stecken will. Dann gehen beide auf 80 % und hoffen trotzdem Karriere machen zu können.
Den Luxus Oma und Opa um die Ecke zu haben, haben nur wenige.

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 08.05.2021:

Naja, wenn beide Karriere wollen bleiben entweder die Kinder auf der Strecke / es gibt keine. Wenn man Kinder will gibt es doch meistens einen Partner der Karrieretechnisch zurücksteckt, Oma/Opa hilft sehr viel oder Nanny. Bei uns klappt das gut, allerdings mit 50h, Frau arbeitet TZ 40%. 60h würde sie eher nicht mittragen, aber liegt eher daran dass sie auch was von mir haben will und die Kinder eben auch. Will ich aber auch selbst nicht.

Ich beobachte das aber auch immer öfter, dass keiner der beiden wirklich zurück stecken will. Dann gehen beide auf 80 % und hoffen trotzdem Karriere machen zu können.
Den Luxus Oma und Opa um die Ecke zu haben, haben nur wenige.

Wenn keiner zurückstecken will bzw beide Karriere machen wollen, sollte man vll hinterfragen ob Kinder ins Lebensmodel passen. Für mich war klar dass ich nicht zuhause bleiben werde, aber ich bin auch nicht der Typ der unbedingt Kinder haben wollte. Meine Frau wollte von anfang an keine Karriere machen sondern ohnehin Teilzeit arbeiten & unbedingt Kinder haben, insofern war das kein Problem bzw. auch keine Frage wie wir das Model gestalten. Wenn sie auch Karriere hätte machen wollen, hätten wir wahrscheinlich keine Kinder bekommen, denke ich.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 07.05.2021:

Ich arbeite bei einem großen IGM Konzern im Süden und kann euch mal einen konkreten Fall schildern:

Mein Kollege wurde kürzlich mit Mitte 30 vom Spezialisten (ca. 90k @ 40h) zum Teamleiter befördert (1. AT Ebene). Das heißt rund 110k p. a. all-in.

Er hat total auf die Stelle hingearbeitet mit allem, was dazu gehört: Schleimen, Netzwerken, egoistische Informationspolitik, Arschkriechen, Sichtbarkeit erhöhen, fremde Leistungen als Eigenleistung ausgeben, Nähe zur 2./3. AT Ebene suchen, etc. Eben genau so, wie man es macht :)

Er muss sich jetzt beweisen und tanzt komplett nach der Pfeife vom Chef. Bei Anruf alles stehen und liegen lassen, Anwesenheitspflicht im Büro statt HO, jedes Bullshit Thema "begeistert" annehmen (für die Show) und bei Problemen die Prügel einstecken. Hinzu kommt, dass er als "Frischling" auch noch die 1. Wahl bei DR ins Ausland ist und sich dort mit jedem Mist rumschlagen darf. Durchgehende Erreichbarkeit ist selbstverständlich genauso wie die Bereitschaft, jederzeit mal "schnell" eine Präsentation für den Chef-Chef vorzubereiten, auch Sonntag abend.

Tarifliche Leistungen wie T-Zug, Gleitzeit, Mehrarbeitszuschläge, etc. bleiben ihm verwehrt. Bei einer 45-50 h Woche kommen da schon einige unbezahlte Tage im Jahr zusammen, auch wenn er in dieser Zeit nicht "durchperformt" - wie so viele FK übrigens, Stichwort Facetime.

Ich finde, dass das ein ziemlich schlechter Deal ist. Klar, er hat auch Freiheiten, muss aber bei Bedarf ohne Widerspruch alles ausführen, kein privater Termin oder das volle Zeitkonte als Ausrede ;)

Er hat natürlich die Option weiter aufzusteigen. Und so ab 2. AT Stufe und 150k p. a. wirds schon interessant. Man erkauft sich diese Stellen aber immer mit Lebenszeit. Und wenn ich mir die Chefs bei uns so anschaue, dann ist das garantiert nicht gesund. Da hilft dann auch die bessere BAV nicht unbedingt.

Lass dich nicht veräppeln von so Aussagen wie "du bist neidisch" (siehe unten). Glaube dein Post spiegelt einfach nur die Realität wider. Dein Kollege ist für mich bemitleidenswert. Wäre überhaupt nichts für mich zu schleimen und Leistungen anderer als meine zu verkaufen um dann den Sklaven zu spielen für den Chef. Hahaha... jeder wie er mag.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Arbeitet eigentlich keiner hier in einem Konzern mit modernen Strukturen? Ich arbeite bei einem Schweizer Konzern und weil wie aktuell in der Umstellung sind hin zu agilem arbeiten und self-aligned Teams, wird es die klassische Führungskarriere ohnehin weniger und weniger geben.

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Frau Lehrerin, ich Angestellter. Sie plant mit Kindern Teilzeit, ich Vollzeit und 1-2 Tage Home Office. 1 Elternteil um die Ecke mit Baugrundstück. So kann man einem vernünftigen Familienleben entgegensehen. Ohne den Luxus Beamter (falls mit meinem Job was ist) und Startvoraussetzungen (Grundstück in sehr teurer Gegend) würden wir uns sicherlich für weniger Kinder entscheiden. Wir beide wollen keine große Karriere, einfach ein schönes Leben haben, mit Kindern, angenehmen Beruf etc.

2x Karriere ist doch Quatsch. Dann lässt man es besser sein. Wo bleibt denn da das Kind. Klar, Nanny, Großeltern und so. Vllt im ÖD, aber sicherlich nicht in einem kompetitiven Umfeld, wo du schräg angeschaust wirst, wenn du um 5 gehst obwohl du schon um 8 da warst, also dein Tagessoll längst erfüllt hast.

Übrigens ist das mit den Großeltern auch nicht mehr so einfach, selbst wenn die um die Ecke wohnen. Entweder arbeiten die selbst noch oder sind auch recht schnell selbst zu alt und kraftlos, wenn beide die Kinder eher spät geboren haben. Den Luxus des vitalen 60-65jährigen Frührrenterpaares als Oma und Opa hat man selten.

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ExBerater

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Wenn ich mir so alles durchlese hier und mal für einen Moment annehme, dass das repräsentativ wäre (glaube ich nicht) ergeben sich zwei Fazits für mich:

  1. Es muss bald eine irre Knappheit an Führungskräften geben. Was wiederum für die, die bereit sind mehr zu leisten, ganz tolle Verhandlungsoptionen ermöglichen wird

  2. Sehr offensichtlich sind die Gehälter von Nicht-Führungskräften deutlich zu hoch inzwischen. Wenn in einem Konzern fast jeder mit Master als AT einsteigt und fürs 35 Stunden Absitzen als Fachkraft oder besserer Sachbearbeiter 100k oder mehr bekommt, läuft doch was schief (oft haben die Leute ja 30-36 Tage Urlaub, wo dann mit Vor- und Nachphase im Grunde leicht 50 Tage Unproduktivität werden plus Feiertage) Woher kommt diese Entwicklung? Zu hohe Tarifgehälter, zu viele Akademiker, zu viele Konzerne die in München und Co sitzen und deshalb Aufschläge zahlen müssen, zu viele hochgezüchtete Traineeprogramme, die Schwemme an Leuten die von der Beratung in die Konzerne gehen - und das alles gepaart mit dem seit 20 Jahren eingeredeten "war for talent"
antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

ExBerater schrieb am 09.05.2021:

Wenn ich mir so alles durchlese hier und mal für einen Moment annehme, dass das repräsentativ wäre (glaube ich nicht) ergeben sich zwei Fazits für mich:

  1. Es muss bald eine irre Knappheit an Führungskräften geben. Was wiederum für die, die bereit sind mehr zu leisten, ganz tolle Verhandlungsoptionen ermöglichen wird

  2. Sehr offensichtlich sind die Gehälter von Nicht-Führungskräften deutlich zu hoch inzwischen. Wenn in einem Konzern fast jeder mit Master als AT einsteigt und fürs 35 Stunden Absitzen als Fachkraft oder besserer Sachbearbeiter 100k oder mehr bekommt, läuft doch was schief (oft haben die Leute ja 30-36 Tage Urlaub, wo dann mit Vor- und Nachphase im Grunde leicht 50 Tage Unproduktivität werden plus Feiertage) Woher kommt diese Entwicklung? Zu hohe Tarifgehälter, zu viele Akademiker, zu viele Konzerne die in München und Co sitzen und deshalb Aufschläge zahlen müssen, zu viele hochgezüchtete Traineeprogramme, die Schwemme an Leuten die von der Beratung in die Konzerne gehen - und das alles gepaart mit dem seit 20 Jahren eingeredeten "war for talent"

Zu 1) Die Anzahl an Stellen für Führungskräfte nimmt in den letzten 20 Jahren auch konstant ab. Agile Strukturen etc. machen es möglich. Und wenn die Chancen für angehende Führungskräfte wirklich so gut wären, dann wäre die Auslese ja nicht immer noch so hart. Auch in Zukunft werden noch viel mehr Bewerber als Stellen existieren.

Zu 2) Das ist ein Mythos. Die 100k Sachbearbeiter kann man in der Realität an einer Hand abzählen und sind meistens alt eingesessene langjährige Mitarbeiter. Das hier ist halt ein anonymes Internetforum wo jeder behauptet mit Anfang 30 sechsstellig zu verdienen. Die Statistik sagt was anderes.

Die Realität ist eher, dass es >80k schon verdammt schwierig wird als reine Fachkarriere ohne das man anderweitig deutliche Einschränkungen hinnehmen muss (z.B. hoher Reiseanteil).

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

ExBerater schrieb am 09.05.2021:

Wenn ich mir so alles durchlese hier und mal für einen Moment annehme, dass das repräsentativ wäre (glaube ich nicht) ergeben sich zwei Fazits für mich:

  1. Es muss bald eine irre Knappheit an Führungskräften geben. Was wiederum für die, die bereit sind mehr zu leisten, ganz tolle Verhandlungsoptionen ermöglichen wird

  2. Sehr offensichtlich sind die Gehälter von Nicht-Führungskräften deutlich zu hoch inzwischen. Wenn in einem Konzern fast jeder mit Master als AT einsteigt und fürs 35 Stunden Absitzen als Fachkraft oder besserer Sachbearbeiter 100k oder mehr bekommt, läuft doch was schief (oft haben die Leute ja 30-36 Tage Urlaub, wo dann mit Vor- und Nachphase im Grunde leicht 50 Tage Unproduktivität werden plus Feiertage) Woher kommt diese Entwicklung? Zu hohe Tarifgehälter, zu viele Akademiker, zu viele Konzerne die in München und Co sitzen und deshalb Aufschläge zahlen müssen, zu viele hochgezüchtete Traineeprogramme, die Schwemme an Leuten die von der Beratung in die Konzerne gehen - und das alles gepaart mit dem seit 20 Jahren eingeredeten "war for talent"

Die 100k Sachbearbeiter halte ich für einen Mythos, aber 70-85k bei 37,5h im IGBCE gibt es tatsächlich relativ häufig. In meinen Augen sind tatsächlich die Nicht Führungskräftegehälter zu hoch bzw. im direkten Vergleich dann die Führungskräftegehälter zu gering. Ich sitze bspw. auf der höchsten Tarifstelle im IGBCE (hatte die Wahl zwischen AT und Tarif, AT für 5k mehr Gehalt) und habe natürlich den Tarif genommen. Verdiene da ziemlich genau 90k im Jahr. Ich bin glücklicherweise a) nicht so super luxuriös/anspruchsvoll, weshalb mir mein Gehalt mehr als nur ausreicht und b) in der privilegierten Position zu erben. Hinzu kommt eine Frau die viel verdient (85k) und auch erben wird. Wozu also das mehr an Stress für mehr Geld?

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 09.05.2021:

ExBerater schrieb am 09.05.2021:

Wenn ich mir so alles durchlese hier und mal für einen Moment annehme, dass das repräsentativ wäre (glaube ich nicht) ergeben sich zwei Fazits für mich:

  1. Es muss bald eine irre Knappheit an Führungskräften geben. Was wiederum für die, die bereit sind mehr zu leisten, ganz tolle Verhandlungsoptionen ermöglichen wird

  2. Sehr offensichtlich sind die Gehälter von Nicht-Führungskräften deutlich zu hoch inzwischen. Wenn in einem Konzern fast jeder mit Master als AT einsteigt und fürs 35 Stunden Absitzen als Fachkraft oder besserer Sachbearbeiter 100k oder mehr bekommt, läuft doch was schief (oft haben die Leute ja 30-36 Tage Urlaub, wo dann mit Vor- und Nachphase im Grunde leicht 50 Tage Unproduktivität werden plus Feiertage) Woher kommt diese Entwicklung? Zu hohe Tarifgehälter, zu viele Akademiker, zu viele Konzerne die in München und Co sitzen und deshalb Aufschläge zahlen müssen, zu viele hochgezüchtete Traineeprogramme, die Schwemme an Leuten die von der Beratung in die Konzerne gehen - und das alles gepaart mit dem seit 20 Jahren eingeredeten "war for talent"

Zu 1) Die Anzahl an Stellen für Führungskräfte nimmt in den letzten 20 Jahren auch konstant ab. Agile Strukturen etc. machen es möglich. Und wenn die Chancen für angehende Führungskräfte wirklich so gut wären, dann wäre die Auslese ja nicht immer noch so hart. Auch in Zukunft werden noch viel mehr Bewerber als Stellen existieren.

Zu 2) Das ist ein Mythos. Die 100k Sachbearbeiter kann man in der Realität an einer Hand abzählen und sind meistens alt eingesessene langjährige Mitarbeiter. Das hier ist halt ein anonymes Internetforum wo jeder behauptet mit Anfang 30 sechsstellig zu verdienen. Die Statistik sagt was anderes.

Die Realität ist eher, dass es >80k schon verdammt schwierig wird als reine Fachkarriere ohne das man anderweitig deutliche Einschränkungen hinnehmen muss (z.B. hoher Reiseanteil).

90-100k mit Anfang 30 für reine sachbearbeiter in großen Konzernen sehe ich ziemlich häufig in meinem Umfeld. Führungskraft zu sein geht bei einigen immer noch mit sehr viel Prestige einher. Dementsprechend gibt es m.E.n. noch mehr als genug Kandidaten. Gerade das middle-management hat natürlich auch keine Lobby. Dem einfachen Sachbearbeiter das gehalt zu kürzen, schickt sich nicht und da horcht der betriebsrat auf. Der karrieregeile Neumanager möge sich doch bitte erst einmal beweisen. Der soll mal bloß keine Ansprüche stellen jetzt, sonst kommt halt der nächste zum Zug.

antworten
DerSportbwler

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 09.05.2021:

ExBerater schrieb am 09.05.2021:

Wenn ich mir so alles durchlese hier und mal für einen Moment annehme, dass das repräsentativ wäre (glaube ich nicht) ergeben sich zwei Fazits für mich:

  1. Es muss bald eine irre Knappheit an Führungskräften geben. Was wiederum für die, die bereit sind mehr zu leisten, ganz tolle Verhandlungsoptionen ermöglichen wird

  2. Sehr offensichtlich sind die Gehälter von Nicht-Führungskräften deutlich zu hoch inzwischen. Wenn in einem Konzern fast jeder mit Master als AT einsteigt und fürs 35 Stunden Absitzen als Fachkraft oder besserer Sachbearbeiter 100k oder mehr bekommt, läuft doch was schief (oft haben die Leute ja 30-36 Tage Urlaub, wo dann mit Vor- und Nachphase im Grunde leicht 50 Tage Unproduktivität werden plus Feiertage) Woher kommt diese Entwicklung? Zu hohe Tarifgehälter, zu viele Akademiker, zu viele Konzerne die in München und Co sitzen und deshalb Aufschläge zahlen müssen, zu viele hochgezüchtete Traineeprogramme, die Schwemme an Leuten die von der Beratung in die Konzerne gehen - und das alles gepaart mit dem seit 20 Jahren eingeredeten "war for talent"

Zu 1) Die Anzahl an Stellen für Führungskräfte nimmt in den letzten 20 Jahren auch konstant ab. Agile Strukturen etc. machen es möglich. Und wenn die Chancen für angehende Führungskräfte wirklich so gut wären, dann wäre die Auslese ja nicht immer noch so hart. Auch in Zukunft werden noch viel mehr Bewerber als Stellen existieren.

Zu 2) Das ist ein Mythos. Die 100k Sachbearbeiter kann man in der Realität an einer Hand abzählen und sind meistens alt eingesessene langjährige Mitarbeiter. Das hier ist halt ein anonymes Internetforum wo jeder behauptet mit Anfang 30 sechsstellig zu verdienen. Die Statistik sagt was anderes.

Die Realität ist eher, dass es >80k schon verdammt schwierig wird als reine Fachkarriere ohne das man anderweitig deutliche Einschränkungen hinnehmen muss (z.B. hoher Reiseanteil).

Vereinfachst du das nicht etwas? Ich kenne mich in Konzernen nicht aus, aber die hier aufgeführten Gehälter und Positionen sind doch eher Experten/Spezialisten statt "Sachbearbeiter"? Das ist für mich stumpfes eintippen und abheften. Da würde ich behaupten, gehen aber ein Großteil der in diesem Thread genannten 90-110k Stellen drüber hinaus.

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Dann kennst Du Dich in Konzernen wirklich nicht aus. Als Sachbearbeiter gelten diejenigen, die keine Führungskräfte sind. Das geht von Ausbildung bis promoviert. Auch die von Dir zitierten Experten und Spezialisten gehören dazu. "Stumpes eintippen"?? Es gibt die klassische Sekretärin so gut wie nicht mehr. Die Sachbearbeiter schreiben selbst. Es gibt Leiter und Nichtleiter.

Ich war längere Zeit Projektleiter bei Dax30, mit Uni-Diplom. Bei einer Besprechung hatte mir dann ein junger Abteilungsleiter (viel jünger als ich selbst) mal klar gemacht, dass er in einem anderen e-mail-Verteiler ist. Weil er Führungskraft sei und ich nur Sachbearbeiter.

DerSportbwler schrieb am 09.05.2021:

Vereinfachst du das nicht etwas? Ich kenne mich in Konzernen nicht aus, aber die hier aufgeführten Gehälter und Positionen sind doch eher Experten/Spezialisten statt "Sachbearbeiter"? Das ist für mich stumpfes eintippen und abheften. Da würde ich behaupten, gehen aber ein Großteil der in diesem Thread genannten 90-110k Stellen drüber hinaus.

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 09.05.2021:

Arbeitet eigentlich keiner hier in einem Konzern mit modernen Strukturen? Ich arbeite bei einem Schweizer Konzern und weil wie aktuell in der Umstellung sind hin zu agilem arbeiten und self-aligned Teams, wird es die klassische Führungskarriere ohnehin weniger und weniger geben.

Das ist eine interessante Aussage. Sehe ich auch so, dass man zwecks Agilität die klassische Führungsrolle bis zu einem gewissen Level weghaben und sparen will. Die ganze Admin wird ja auch immer mehr automatisiert (Zeiten, Ferien, Budgets etc.). Anders sieht es vielleicht in KMU aus, die noch sehr traditionell unterwegs sind. Teilweise habe ich das Gefühl, dass Führungskräfte bei guten Experten im Team sogar ihre Existenz beweisen müssen, da man deren Benefit nicht gut kennt bzw. zuwenig vorhanden ist.

Auch die Anzahl Stellen für Führungskräfte ist natürlich beschränkter und der Einstieg geht halt meist über internen Aufstieg (zur richtigen Zeit am richtigen Ort). Wenn man mal drin ist, dann ist eim Downgrade meist schwierig und Unternehmens-Hoping auch seltener.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Agile Strukturen sind auch kein Allheilmittel, für manche Bereiche mögen sie gut funktionieren, für viele andere sind sie aber ungeeignet.

Aber auch ohne solch umgreifende Änderungen werden immer mehr Stellen im mittleren Management abgeschafft.

Wenn ich bei meinem Arbeitgeber schaue wie die Strukturen heute sind, und wie sie vor 25 Jahren waren, sind da in vielen Bereichen 25 - 50 % im mittleren Management weggefallen. Oder wurden kostenoptimiert umgeschichtet. Zum Beispiel hattest du früher 5 Abteilungsleiter, die an einen Bereichsleiter berichtete haben. Von diesen 5 hat man dann einen um eine Stufe aufgewertet (+ 30k/Jahr) und die anderen vier eine Stufe abgewertet (4 × -20k/Jahr) und ihm unterstellt. Gibt also keine 5 Abteilungen mehr, sondern nur noch eine große mit Untergruppen.
Das ist auf breiter Fläche passiert, so dass die Zahl der guten Stellen im mittleren Management viel weniger geworden sind.

Dazu kommt noch, das mindestens seit Anfang des Jahrtausends die Gehälter im Tarif stärker erhöht werden als die AT Gehälter. Früher gab es einen Abstand zwischen Tarif und AT, heute überlappt es sich so, dass die oberste Tarifgruppe schon an der 2. AT-Stufe kratzt.

Passt ja auch zur allgemeinen Stimmung gegen Leistungsträger. Aber man darf sich dann nicht wundern, wenn diese Karrieren immer unbeliebter werden. Wobei man sich bei uns noch nicht über mangelnden Führungskräftenachwuchs beklagen kann.

antworten
WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

Das ist doch ein Wiwi Forum, warum fragen sich hier Leute, wie ein "Sachbearbeiter" 100k verdienen kann. 100k sind gemessen an den Produktivitätszuwächsen doch eigentlich viel zu wenig, wenn man sich die letzten 50 Jahre anschaut fragt man sich wo das alles hin ist.

Für einen Experten sind 100k wohl angemessen. Wir werden hier so oder so einen Wandel erleben, dass Führung im klassischen Sinne, nicht mehr so wertvoll ist. In den USA ist das schon stark verbreitet in Technologieunternehmen.

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WiWi Gast

Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

WiWi Gast schrieb am 10.05.2021:

Agile Strukturen sind auch kein Allheilmittel, für manche Bereiche mögen sie gut funktionieren, für viele andere sind sie aber ungeeignet.

Aber auch ohne solch umgreifende Änderungen werden immer mehr Stellen im mittleren Management abgeschafft.

Wenn ich bei meinem Arbeitgeber schaue wie die Strukturen heute sind, und wie sie vor 25 Jahren waren, sind da in vielen Bereichen 25 - 50 % im mittleren Management weggefallen. Oder wurden kostenoptimiert umgeschichtet. Zum Beispiel hattest du früher 5 Abteilungsleiter, die an einen Bereichsleiter berichtete haben. Von diesen 5 hat man dann einen um eine Stufe aufgewertet (+ 30k/Jahr) und die anderen vier eine Stufe abgewertet (4 × -20k/Jahr) und ihm unterstellt. Gibt also keine 5 Abteilungen mehr, sondern nur noch eine große mit Untergruppen.
Das ist auf breiter Fläche passiert, so dass die Zahl der guten Stellen im mittleren Management viel weniger geworden sind.

Dazu kommt noch, das mindestens seit Anfang des Jahrtausends die Gehälter im Tarif stärker erhöht werden als die AT Gehälter. Früher gab es einen Abstand zwischen Tarif und AT, heute überlappt es sich so, dass die oberste Tarifgruppe schon an der 2. AT-Stufe kratzt.

Passt ja auch zur allgemeinen Stimmung gegen Leistungsträger. Aber man darf sich dann nicht wundern, wenn diese Karrieren immer unbeliebter werden. Wobei man sich bei uns noch nicht über mangelnden Führungskräftenachwuchs beklagen kann.

Danke, genau diese Trends lassen mich an einer Führungskarriere zweifeln. Lohnt es sich noch und wie sieht das Profil in Zukunft aus? Vielleicht lieber auf die Expertenlaufbahn setzen. Keine Ahnung, aber in ein paar Jahren bin ich 40 und dann muss die Entscheidung gefallen sein. Wobei ich ehrlich gesagt in vielen Fällen nicht mit meinem Chef tauschen möchte und mit der jetzigen Position glücklich bin.

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Männer wünschen sich familienfreundlichere Unternehmen

Mann im Anzug mit Krawatte im Cafe.

Eine aktuelle A.T. Kearney-Studie zeigt, dass Männer sich mehr Zeit für die Familie wünschen, aber wenig familienfreundliche Leistungen nachfragen. Der Studie zufolge würde sogar fast ein Drittel aller Vollzeit arbeitenden Männer ihre Arbeitszeit verkürzen.

Immer mehr Erwerbstätige pflegen nebenbei Verwandte oder Bekannte

Ein blaues Auto mit einem Zeichen für ambulate Pflege in weiß.

Die Tochter und der Sohn, die neben der Arbeit ihre Eltern pflegen oder sich um ihre Nachbarin kümmern: Zwischen fünf und sechs Prozent aller Erwachsenen leisten regelmäßig solche informelle Pflege. Der Anteil der Erwerbstätigen an allen informell Pflegenden unter 65 Jahren ist von knapp 53 auf fast 66 Prozent gestiegen.

Antworten auf Klassische Führungskarriere immer weniger attraktiv?

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