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Unternehmensberaterin und Schwanger

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WiWi Gast

Unternehmensberaterin und Schwanger

Hi,

ich habe ein etwas ungewöhnliches Problem. Bin nach der Uni in einer größeren UB eingestiegen. Es läuft sehr gut, ich bin schon ein Hierarchylevel weiter, der Job macht mir Spaß.

Nun bin ich schwanger geworden und bin mir nicht sicher, was nun werden soll. In der Firma weiß es noch keiner. Bei uns jedenfalls kenne ich keine einzige Beraterin, die ein Kind hat. Die, die eines bekommen haben, sind aus dem Beruf raus. Ich versuche nun gerade, ein Leben in der Beratung mit Kind zu planen, aber weder im persönlichen Bekanntenkreis, noch über Google finde ich Infos. Nur auf den Homepages von größeren Unternehmensberatungen wird groß mit Work-Life-Balance geworben, was irgendwie unglaubwürdig ist - denn ich kenne ja selbst die langen Arbeitszeiten und die vielen Reisen.

Hat von euch irgendjemand Erfahrungen in Sachen Vereinbarkeit von (junger) Familie und dem Beraterleben?

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Erstmal hast du ja nach der Geburt die Möglichkeit in Elternzeit zu gehen und 1 Jahr gar nicht zu arbeiten. In der Beratung kenne ich außerdem viele die sich danach noch weiter unbezahlt in Mutterurlaub begeben (geht glaub ich bis zu 3 Jahre).

Optionen die ich sonst kenne sind ein Wechsel in die Administration (HR/ Recruiting), in eine interne Researchposition ohne Reiseaufwand und mit +/- 40h Woche (da muss die Beratung aber schon groß genug sein um eine Research-Abteilung zu haben) oder ein Teilzeitjob (meist 60 oder 80% - das heißt aber dass du 3 bzw. 4 Tage die Woche voll arbeitest, d.h. auch deine 12 Stunden o.ä.).

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Erstmal: Glückwunsch!
Kommt auf die UB an. PWC hat sehr gute Programme. BCG, McK ebenso.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Ja, einer Kollegin ist das auch passiert und Sie hat das Gespräch mit dem Teamleiter gesucht. Der hat zuerst ganz freundlich reagiert, doch als er begriffen hat, dass Sie nicht vor hat irgendwie auszuscheiden, Elternzeit etc. sondern mit Kind weiter zu arbeiten in der Beratung, hiess es nur "Sehen Sie hier irgendeine Kollegin mit Kind? Wir haben hier keine Zeit Kompromisse zu Lasten des Teams zu akzeptieren, entweder sie werden als Mutter glücklich oder Sie machen hier ohne Kind Karriere". Sie arbeitet weiterhin für die Firma...

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Familie oder KARRIERE! Nur eins geht! Außer dein Partner kann dir den Rücken frei halten!

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Beratung und Familienleben passen nunmal nicht zusammen (auch wenn dies immer auf den Websites schön beschrieben wird).

Zu 99,9% haben sich Beraterinnen bei uns dann auch verabschiedet.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Hey du, melde dich mal bei mir. ich glaube wir haben dasselbe Problem. :-)

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Hallo, erstmal herzlichen Glueckwunsch. Grundsaetzlich ist das kein Problem sondern eine sehr gute Nachricht und du wirst viel Freude haben.

Du wirst das Ganze deinem Arbeitgeber melden, sobald die Schwangerschaft von deinem Arzt bestaetigt wurde. Damit bist du erstmal sicher vor Kuendigung und kannst ganz entspannt in deine Elternzeit gehen. Dann kannst du dir bis zu drei Jahre ueberlegen wie du den beruflichen Wiedereinstieg bewerkstelligst.

Work life Balance ist beim Thema UB nicht so woertlich zu nehmen. Die koennen dir den Arbeitsplatz ja nicht nach Hause zaubern. Vorstellbar waere eine 4-Tage-Woche, eine interne Stelle oder ein laengerfristiges Projekt in deiner Heimatstadt. Das wuerde alles nur klappen, wenn dein Partner mitzieht. Darum gleich die wichtigste Frage: Was macht denn dein Partner?

Ich bin auch Berater mit einer kleinen Tochter und meine Frau arbeitet nach einem Jahr wieder in Teilzeit (2/3) bei einem AG ohne Reisetaetigkeit. Theoretische haette ich auch die komplette Elternzeit uebernehmen koennen. Praktisch hat sich gezeigt, dass mein Nervenkostuem bei weitem weniger strapazierfaehig ist, als das meiner Frau. Jetzt geht die Kleine in den Kindergarten und das ganze waere auch in umgedrehten Rollen denkbar - also ich in einem stationaeren Job mit Teilzeit und sie mit Reisetaetigkeit. Das ist eine Frage der Organisation.

Vermutlich waere ein Wechsel zu einer Position ohne Reisetaetigkeit fuer dich das einfachste. Du hast ja schon Berufserfahrung und bist befoerdert worden. Das ist eine prima Ausgangslage. Du wirst es nicht so schwer haben, etwas zu finden. Kompromisse sind mit Kind unvermeidlich. Karriere steht jetzt an 2. Stelle

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Bei uns ist es so, dass die jungen Mütter für 2 Jahre lange einen 80%-Vertrag haben (d.h. freitags frei), montags home office machen und 3 Tage die Woche beim Kunden sind, wobei versucht wird sie auf Projekte zu staffen, die in Fahrtentfernung zum Wohnort sind.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

ist ganz einfach: ist zu 0% vereinbar, Du musst Dich in den erten 3 Jahren ganz klar für Kind oder Beraterkarriere entscheiden.Es sei den Du hast einen Partner der 100% zu Hausse bleibt.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Also ich kann deine Befürchtungen gut verstehen. Schwangerschaften sind da nicht gerne gesehen, auch wenn noch soviel mit WL-Balance geworben wird. Letztlich hängt es von dir ab, wie du weitermachst. Und natürlich davon, ob du einen Mann hast, der das alles unterstützt. Ich persönlich kenne nur ein Fall aus einer kleineren UB. Dort stimmt aber die Harmonie im Team und alle sind füreinander da und es wurde geduldet. Allerdings war es auch der Fall, dass die gerade gewordene Mutter schon wenige Wochen später regelmäßig von zu Hause aus via Telefon/Internet mit eingebunden wurde, weil sie eben DIE Person in einem bestimmten Bereich war, und man nicht ganz auf ihr Wissen verzichten konnte.

Also letztlich ist es so, dass du und dein Mann (als Alleinerziehende kannst du es eh vergessen, weil dann bliebe das Kind ganz auf der Strecke) eine stabile Beziehung braucht und euch klar darüer sein müsst, dass das Kind euch eh schon wenig sieht, aber ihr euer Leben so durchplanen müsst, dass einer von euch (abwechselnd) soviel wie möglich fürs Kind da ist (Beispiel: du bist auf Projekt, dann arbeitet dein Mann zwar auch voll, aber probiert ein wenig Arbeit mit nach Hause zu nehmen).

Also das beste, was du machen kannst ist mit deinem Mann (ok, möglicherweise auch "nur" Freund) reden und sofern du einen Chef/Partner/Teamleiter (ich kenn deine UB nicht und daher die Hierarchiestruktur) hast, bei dem du meinst, du könntest mit ihm über dein Problem reden, tu es!

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Macht ihr Witze? Seit wann sind Beratungen denn Orte voller Sozialromantik, Herzenswärme, Nettigkeiten, Work Life Balance usw.?

Up or out.
Bei Schwangeren wird der karriertechnische cut nur ein wenig hübscher verpackt (man wird auf Sachbearbeiterstellen weggelobt).

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Rousseau

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

melde dich bitte bei mir...ich habe das gleiche "problem"..:-)

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Ich glaube nicht, dass man nur Kind ODER Karriere haben kann.
Klar, das Kind steht immer an erster Stelle und Kompromisse sind notwendig, aber ich als Frau würde deswegen auch nicht meine Karriere aufgeben wollen.
Ich bin nicht in der Beratung tätig, aber- es muss doch auch Jobs ohne Reisetätigkeit geben?! So könntest du vielleicht auf 50-75% Arbeitszeit runter.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

es geht nicht nur um reisetätigkeit, sondern um permanente reaktionsfähigkeit und erreichbarkeit. dem kunden ist die private situation eines beraters völlig wurscht, er zahlt ne menge geld, damit ein zeitlich extrem drängendes problem, dass er selbst nicht in den griff bekommt so schnell wie möglich gelöst wird. dafür setzt er und auch das beraterteam 100%ige verfügbarkeit quasi rund um die uhr voraus, bis das problem gelöst und das projekt abgeschlossen ist. zwischen projekten mag zeit sein mal eine auszeit zu nehmen. während des projekts geht es einfach nicht, dass man sich in kritischen phasen einfach ausklinkt. unternehmensberaterjob in kindgerechter teilzeit ist eine illusion.
wer kinder will muss sich einen anderen job suchen.

Lounge Gast schrieb:

Ich glaube nicht, dass man nur Kind ODER Karriere haben kann.
Klar, das Kind steht immer an erster Stelle und Kompromisse
sind notwendig, aber ich als Frau würde deswegen auch nicht
meine Karriere aufgeben wollen.
Ich bin nicht in der Beratung tätig, aber- es muss doch auch
Jobs ohne Reisetätigkeit geben?! So könntest du vielleicht
auf 50-75% Arbeitszeit runter.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

das Problem ist das hier nur Berufsanfänger und Studenten aus dem Hörsal raus filosophieren.
Beratung bedeutet zumeist eine midestens 60 Stunden Woche(Reisen nicht mitgerechnet). Nun lass die Mama mal auf 50% runter dann sind es immer noch 30 also ein Full time Job in der Industrie. Ganz einfache Rechnung vielen hier aber nicht kar!

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Teilzeit in der Beratung heisst, du machst ein halbes Jahr voll und ein halbes gar nicht. Berater die nur 30 Stunden im Büro sind kenne ich nicht. Ich habe einige Frauen daran scheitern sehen. Aber mal ehrlich: Warum denken Frauen eigentlich immer sie können alles haben? Sucht euch den passenden Partner, dann geht es. Wenn ihr den nicht findet: Pech gehabt! Ist bei uns ja auch so!

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

"PWC hat sehr gute Programme" ?? Welche bitte

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Natürlich sollte den meisten Leuten mit Praxiserfahrung klar sein, dass es in einem solch zeitintensiven Job keine funktionierenden Kompromisse gibt. Aber ist das richtig so? Nein.

Ob man sich selbst dazu berufen fühlt, diese verkrusteten Strukturen aufzubrechen, muss jeder für sich entscheiden. Kraft würde es kosten.

Aber nur mal so nebenbei: Der tollste Beraterjob ist absolut nichts im Vergleich zu einem kleinen Bündel Mensch, das Dich anlächelt, weil es Dich als Papa oder Mama erkennt. Das lasst euch von einem Vater mal sagen...

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Pech gehabt? Na danke... Ich bin die Threadstarterin, und auch wenn es niemand so direkt sagt, außer vielleicht in anonymen Foren, ist es wohl so, dass es sehr schwierig und nur wenig akzeptiert wird, wenn eine Frau "alles" haben will. Meine Mutter, zwar nicht in der Beraatung, aber in Führungsposition, hatte auch Karriere und Kind, und obwohl ich viel Zeit in der Kinderbetreuung verbracht habe, hat mir das nicht geschadet.

Also Teilzeit als Berater geht bei uns nicht - wie auch, wenn wir 4 Tage die Woche auf Projekt sind, was bringt es da, nach nem halben Tag zu gehen - zu Hause sind wir dann ja doch nicht. Ich werde nach dem Mutterschutz noch ca. 2-3 Monate volle Elternzeit nehemn, danach aber voll einsteigen. Einen Partner gibt es, allerdings arbeitet er Vollzeit , und wir sind auch nicht zusammen. Wir schauen uns nun nach Kinderbetreuung um, die flexibelere Öffnungszeiten hat, und außerdem nach einem Kindermädchen.

Lounge Gast schrieb:

Teilzeit in der Beratung heisst, du machst ein halbes Jahr
voll und ein halbes gar nicht. Berater die nur 30 Stunden im
Büro sind kenne ich nicht. Ich habe einige Frauen daran
scheitern sehen. Aber mal ehrlich: Warum denken Frauen
eigentlich immer sie können alles haben? Sucht euch den
passenden Partner, dann geht es. Wenn ihr den nicht findet:
Pech gehabt! Ist bei uns ja auch so!

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Rousseau

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

@TE ja irgendwie ist das auch mein plan...aber ich würde mich dennoch gerne mal mit dir austauschen...

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Ich denke, ein kind aufziehen und UB sind widersprüche. dein kind braucht dich und die firma fordert dich auch. mo-fr unterwegs mit kind?ich würde mich daran gewöhnen, dass es das war! da hätte ich vorher mal drüber nachgedacht. ich finde, es ist reizvoller, ein kind großzuziehen, als in der UB zu arbeiten! such dir einen mann, einen ruhigen job und denk daran, dass bald kind nr. 2 kommt. lass dich nicht von dem femisistischen gelaber beeinflussen. die frau ist nunmal der teil einer partnerschaft, der das kind austrägt und zwangsläufig pause macht. sieh es positiv, du hast die möglichkeit einer völlig neuen erfahrung!

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Sieh's mal positiv: Du hast als Frau die Wahl. Aber ohne Partner wird das langfristig nichts werden. Wenn du weg bist, und irgendwas passiert was dann?

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Rousseau

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Leute, macht euch doch bitte mal locker. UB und Kind geht auf jeden Fall. Klar, muss man Abstriche machen, aber als Berater weiß man seine Zeit effektiv zu nutzen.
Und wir leben nicht mehr im 18 Jhrt....es gibt tausende Möglichkeiten sein Kind betreuen zu lassen und auch so, dass man es auch noch genügend sieht.

Ich finde nichts ververfliches daran eine berufstätige und karrierebewusste Mutter zu haben.

Die meisten, die hier diskutieren haben nie in einer UB oder überhaupt gearbeitet, geschweige denn selbst ein Kind...

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Du bist also it Deinem Partenr schon nicht mehr zusammen und das Kind ist unterwegs, sind natürlich die besten Voraussetzugen für eine funktionierende Familie. Auch schon mal darüber nachgedacht dass ihr wegen Eurer Jobs nicht mehr zusammen seid, sorry aber ich finde das nur krank wegen so einem Witzjob(Folienmalen und Excelcrunchen) sein Privatleben wegzuschmeissen.War übrigens 3 Jahre bei der BCG und kann mittlerweile nur über die Branche lachen. Hätte ich damals Kind und Frau hätte ich das nie gemacht. Ist ein reiner Singeljob!

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Ich finde es das letzte, ein kind zu bekommen und es dann abzuschieben. man kann nicht alle haben, entweder karriere, oder ordentliche mutter! wenn man ein kind will, dann soll man es auch großziehen und sich darum kümmern, auch wenn es angebote gibt. ein kind ist keine nebensache, die man der karriere und einem job unterordnet! das merkt so ein kind ganz schnell und dadurch entstehen labile persönlichkeiten.

das hat nichts mit 18 jahrhundert zu tun, aber es ist nunmal so, dass die frau das kind gebährt, alles andere ist feminismus, der von frauen propagiert wird, die selbst nie kinder hatten.

nichtsdestotrotz: ein leben ohne nachwuchs ist nicht lebenswert sondern sinnlos gewesen. ich habe selbst alte, erfolgreiche frauen ohne nachkommen sterben sehen. traurig!

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Das wird ja nett für das Kind wenn die Mutter dann von Freitags abend bist Sonntag abend ggf. Montag morgen da ist und ansonsten auf Projekten ist. Wenn der Vater dann auch noch Vollzeit in einem nicht-9to5-Job ist könnt ihr das Kind auch gleich zur Adoption freigeben, denn sehen wird es euch nicht oft...

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DAX Einkäufer

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Ich finde es erschreckend, welcher Druck auf die Threaderstellerin ausgeübt wird, obwohl sie niemand direkt kennt und ihre Lage wirklich beurteilen kann. Zunächst einmal handelt sie sehr vorbildlich, sie übt einen belastenden Beruf aus und hat sich dennoch dafür entschieden, Nachwuchs zu bekommen - eigentlich das Idealbild der bürgerlichen Ideale. Es gibt viele Länder auf dieser Welt, in denen die Threaderstellerin gar nicht erst hilfesuchend und anonym ein Internetforum aufgesucht hätte - weil sie sich in einer derart normalen Lage befindet, dass sie gar nicht auf die Idee gekommen wäre, sie bräuchte irgend eine Form von Rat. Deutschland ist eines der wenigen 1.Welt-Länder, das Leute wie die Threaderstellerin wie Aussätzige behandelt, obwohl sie doch nichts falsch gemacht hat. Es fehlt hierzulande leider sehr an der gesellschaftlichen Akzeptanz ihrer Situation.

Wie soll eine Zukunft für Deutschland aussehen, wenn wir es nicht in den Griff bekommen, dass gut ausgebildete Frauen einem attraktiven Beruf nachgehen und dennoch Nachwuchs bekommen? Sollen nur ungebildete Frauen Kinder bekommen? Sollen die Frauen ihre Berufe an den Nagel hängen? Sollen wir wertvolle, aufwändig und gut ausgebildete Menschen zur Hausarbeit verdammen, nur weil wir glauben, es wäre irgendwie besser für die Kinder? Andere Länder sind uns da meilenweit voraus, und deren Systeme produzieren auch nicht massenhaft Psychatriefälle aufgrund zu guter Kinderbetreuung.

Die persönliche Situation der Threadstarterin möchte ich gar nicht beurteilen, aber aus gesamtgesellschaftlicher Sicht müssen wir für junge Eltern, die beide berufstätig sein wollen, ein akzeptiertes und gangbares Modell entwickeln, bei dem nicht derartige berufliche Nachteile zu befürchten sind.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

"Sollen die Frauen ihre Berufe an den Nagel hängen? Sollen wir wertvolle, aufwändig und gut ausgebildete Menschen zur Hausarbeit verdammen, nur weil wir glauben, es wäre irgendwie besser für die Kinder?"

Außer in Afrika habe ich bereits auf jedem Kontinent gelebt und meine Antwort auf deine beiden Fragen lautet eindeutig "ja". Begründung: Ich würde gerne den Wandel in D zu dieser kalten, egoistischen Gesellschaft stoppen; diese liegt für mich zu einem Großteil in der heutigen Prägung der Kinder und gestressten Erziehung zu Grunde.

Wird dieser nicht gestoppt, werden in Marketingbüchern doch bald neue Studien angepriesen á la "ein Lächeln bei der Begrüßung kann im Kunden eine positive Grundhaltung zum Konsum stimulieren".. alternativ "ein Smiley oder anderes Icon bei der Produktbeschreibung kann den Interessenten zu einem ROFL verleiten".

Bzgl. des Drucks auf die TO stimme ich dir jedoch zu; aber aus meiner Perspektive ist es auch tendenziell eher "seltsam" in einem Internetforum Ratschläge zu diesem Thema zu holen, insbesondere wenn in einer UB Personen mit vergleichbarer Historie arbeiten und gerne Auskunft geben.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

@DAX Einkäufer: 100% richtiger Anspruch, Realität sieht allerdings meist noch etwas anders aus...

Der Beraterjob ist natürlich alles andere als das perfekte Familienumfeld - aber wer hat das schon?

Man kann Kind und Karriere auch als Berater miteinander vereinbaren aber m.E. geht das nur wenn
a) der Partner einem den Rücken freihält oder
b) man akzeptiert, praktisch sein gesamtes verfügbares Gehalt für Betreuungsdienstleistungen auszugeben.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

... aus gesamtgesellschaftlicher Sicht
müssen wir für junge Eltern, die beide berufstätig sein
wollen, ein akzeptiertes und gangbares Modell entwickeln, bei
dem nicht derartige berufliche Nachteile zu befürchten sind.

Völlig deiner Meinung. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist heute schon teilweise(!) gegeben. Allerdings niemals ohne Kompromisse.
Scheint so, als hätten die meisten hier keine Kinder. Die Realität sieht nämlich nicht so easy aus. Unsere kleine Tochter geht Vollzeit in die Krippe. Das war ein Glücksfall, denn U3 Betreuung ist immer noch extrem schwer zu bekommen. Vollzeit heisst uebrigens 8:00 bis maximal 17:00 Uhr. 40h-Woche geht damit nicht, schliesslich muss man auch noch hinfahren. Und Ueberstunden sind so schonmal ueberhaupt nicht machbar. Die Krippe schliesst auch regelmaessig für diverse Betriebsferien. Aber ich will mich garnicht beschweren, denn wir sind froh, dass das alles so geklappt hat.
Ein Kind ist auch nicht ganz so frei verplanbar, wie man das denkt:
Kinder werden sehr oft krank und dann erwischt es auch meist den Rest der Familie. Das heisst i.d.R. 2 Wochen Pause.
Unsere Tochter geht sehr gerne in die Betreuung aber es gibt auch Kinder, die damit garnicht klarkommen. Was dann?
Jedem muss auch klar sein, dass diverse Wachstumsschübe und Quengelphasen das Privatleben gehörig ducheinanderrütteln. Man ist einfach oft nur noch müde und weniger belastbar.

Im Grunde sind Kinder trotzdem eine wunderbare Sache. Man nimmt die Mühe gerne auf sich. Ich will euch nur mal vor Augen führen, dass man mit Kind nicht einfach weiter machen kann wie vorher. Sowas ist mit Mitteln der Logistik und Organisation kaum beherrschbar. Irgendwo müssen Abstriche gemacht werden und irgendwer trägt auch die beruflichen Nachteile.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Absurder Thread und auch typisch Frau.

Kein Mann würde auf solch absurde Ideen kommen, du hast keinen Mann, bald ein Kind. Jetzt kommt Schwangerschaft, dann Geburt, dann nimmst du es mit nach Hause nehmen. Mach dir nichts vor, in der Beratung wird soetwas nicht funktionieren, ausser du gibst es wirklich gleich nach der Geburt ab, das ist aber ne theoretische Diskussion, die meisten Frauen haben ja auch ne Beziehung zum Kind und wollen es auch aufziehen. Wenn du diese Gefühle ausschalten kannst, dann hast du die Chance wieder einzusteigen.

Aber warum willst du denn überhaupt ein Kind bekommen, wenn du die Gefühle und die Bindung zum Kind nicht willst/hast, einfach mal nen Kind zeugen um das auch mal erlebt zu haben, wie ein Alkoholrausch etc.??

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

@ DAX Einkäufer

Deiner Meindung kann ich nur beipflichten.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Jeder muss selber enscheiden was er mit seiner lebenszeit anfangen will. diese ist einfach begrenzt und läuft unweigerlich ab.
bei frauen gibts ne biologische grenze bis zu der sie kinder bekommen können und dann ist schluss. ist das kind da bleibt es das - ein leben lang. so jetzt heisst halt prioritäten zu setzen und nicht über die böseböse patriarchalische welt zu jammern sondern mal selbst eine entscheidung zu treffen was wichtig ist und was nicht. ob gut ausgebildete frauen in einem attraktiven beruf besser geeignet und "berechtigt" sind kinder zu bekommen als "ungebildete" frauen ist eine mehr als zynische frage. für das kind ist es wichtig, dass es jemand hat der es liebt, und der zeit für es hat sonst nichts. wenn das nur prio zwei auf der to -do -list ist, ist mir ne lebenstüchtige hausfrau tausendmal lieber als ein karrieregeiles egowrack von rabenmutter.
nkäufer schrieb:

Ich finde es erschreckend, welcher Druck auf die
Threaderstellerin ausgeübt wird, obwohl sie niemand direkt
kennt und ihre Lage wirklich beurteilen kann. Zunächst einmal
handelt sie sehr vorbildlich, sie übt einen belastenden Beruf
aus und hat sich dennoch dafür entschieden, Nachwuchs zu
bekommen - eigentlich das Idealbild der bürgerlichen Ideale.
Es gibt viele Länder auf dieser Welt, in denen die
Threaderstellerin gar nicht erst hilfesuchend und anonym ein
Internetforum aufgesucht hätte - weil sie sich in einer
derart normalen Lage befindet, dass sie gar nicht auf die
Idee gekommen wäre, sie bräuchte irgend eine Form von Rat.
Deutschland ist eines der wenigen 1.Welt-Länder, das Leute
wie die Threaderstellerin wie Aussätzige behandelt, obwohl
sie doch nichts falsch gemacht hat. Es fehlt hierzulande
leider sehr an der gesellschaftlichen Akzeptanz ihrer
Situation.

Wie soll eine Zukunft für Deutschland aussehen, wenn wir es
nicht in den Griff bekommen, dass gut ausgebildete Frauen
einem attraktiven Beruf nachgehen und dennoch Nachwuchs
bekommen? Sollen nur ungebildete Frauen Kinder bekommen?
Sollen die Frauen ihre Berufe an den Nagel hängen? Sollen wir
wertvolle, aufwändig und gut ausgebildete Menschen zur
Hausarbeit verdammen, nur weil wir glauben, es wäre irgendwie
besser für die Kinder? Andere Länder sind uns da meilenweit
voraus, und deren Systeme produzieren auch nicht massenhaft
Psychatriefälle aufgrund zu guter Kinderbetreuung.

Die persönliche Situation der Threadstarterin möchte ich gar
nicht beurteilen, aber aus gesamtgesellschaftlicher Sicht
müssen wir für junge Eltern, die beide berufstätig sein
wollen, ein akzeptiertes und gangbares Modell entwickeln, bei
dem nicht derartige berufliche Nachteile zu befürchten sind.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

das problem liegt doch darin, dass suggeriert wird, dass beide arbeiten müssen UND kinder kriegen. wer sagt denn, dass eine frau einen vollzeitjob braucht? alice schwarzer vielleicht, doch die hat ein armseliges leben ohne kinder! warum nicht das kind in aller ruhe großziehen und danach allmählich einen angenehmen job machen, vielleicht halbtags. ich als mann arbeite gerne für frau und kind und gebe ihnen geborgenheit, von einer frau würde ich niemals eine doppelbelastung job/kind erwarten!

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DAX Einkäufer

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

"Außer in Afrika habe ich bereits auf jedem Kontinent gelebt und meine Antwort auf deine beiden Fragen lautet eindeutig "ja". Begründung: Ich würde gerne den Wandel in D zu dieser kalten, egoistischen Gesellschaft stoppen; diese liegt für mich zu einem Großteil in der heutigen Prägung der Kinder und gestressten Erziehung zu Grunde."

Nun, eine kalte und egoistische Gesellschaft möchte ich natürlich auch nicht haben. Ich finde auch, dass nicht jeder immer nur auf seinen persönlichen Vorteil bedacht sein sollte und dass man insbesondere für seine Familie auch mal bereit sein sollte, persönliche Ziele zurückzustellen. Auch materielle Ziele sind es wert, für eine Familie geopfert zu werden. Es wird für mich trotzdem nicht deutlich, weshalb die Vereinbarkeit von Kind und Beruf automatisch eine kalte und egoistische Gesellschaft bedeuten muss. Es heisst ja "Vereinbarkeit", d.h. beides soll möglich sein. Eine Gesellschaft, in der mangels Vereinbarkeit von Beruf und Familie keine Kinder mehr gezeugt werden (oder das Zeugen eines Kindes den Verlust des Berufs bedeutet), ist für mich kälter als eine, in der es noch Kinder gibt.

"so jetzt heisst halt prioritäten zu setzen und nicht über die böseböse patriarchalische welt zu jammern sondern mal selbst eine entscheidung zu treffen was wichtig ist und was nicht."

Die Threaderstellerin hat nicht gejammert, sondern um Rat gefragt. Und auf die "böse Gesellschaft" hat hier im Thread auch noch niemand geschimpft, denn Frau Schwarzer schreibt hier (zum Glück) nicht mit.

"ob gut ausgebildete frauen in einem attraktiven beruf besser geeignet und "berechtigt" sind kinder zu bekommen als "ungebildete" frauen ist eine mehr als zynische frage."

Für die (wirtschaftliche) Zukunft unserer Gesellschaft kann es aber eine ganz entscheidende Frage sein. Wenn nur die armen Leute Kinder bekommen und die gut ausgebildeten kinderlos bleiben, wird es irgendwann eine gewaltige Umverteilung von den DINKs zu den SIMKs (small income many kids) geben müssen, damit die Kinder überhaupt noch eine Ausbildung bekommen können. Und das kann es doch auch nicht sein. Der Reichtum eines Landes entsteht nicht durchs Nichtstun, sondern durch die Schaffung von verkäuflichen Werten. Klar, Kindererziehung ist auch ein Wert. Aber einer gut ausgebildeten Frau für diese Tätigkeit den Job wegnehmen?

"für das kind ist es wichtig, dass es jemand hat der es liebt, und der zeit für es hat sonst nichts. wenn das nur prio zwei auf der to -do -list ist, ist mir ne lebenstüchtige hausfrau tausendmal lieber als ein karrieregeiles egowrack von rabenmutter.

Wir Männer machen es uns sehr leicht damit, die Frau vor diese Frage zu stellen (Kind oder Karriere), denn wir selbst können uns ja ohne gesellschaftliche Ächtung für die Karriere entscheiden.

"das problem liegt doch darin, dass suggeriert wird, dass beide arbeiten müssen UND kinder kriegen. wer sagt denn, dass eine frau einen vollzeitjob braucht?"

Leider (!) gibt es heutzutage sogar schon Männer, die das von ihren Frauen erwarten. Die wollen keine Verantwortung für ihren Partner übernehmen. Erschreckend. Oftmals finden diese Männer dann Partnerinnen, die diese Art der "Unabhängigkeit" sogar sehr schätzen und trotz Eheschließung leben wie zwei Getrennte.

Es gibt aber noch einen anderen Grund: Wenn die Gesellschaft viel Geld in die Ausbildung einer promovierten Physikerin investiert hat, dann ist es doch gesellschaftlich schädlich, wenn sie kurz nach ihrer Promotion ihren Job nicht mehr ausüben kann, um sich jahrelang vollzeit um die Kinder zu kümmern. Natürlich ist das schön, wenn die Kinder bei ihrer Mutter sein können. Es gibt aber auch Länder, die das anders handhaben - die Mutter arbeitet weiter und die Kinder werden professionell beschäftigt.

"warum nicht das kind in aller ruhe großziehen und danach allmählich einen angenehmen job machen"

...was gar nicht so einfach ist, weil es gar nicht so viele Firmen gibt, die gerne eine Mutter für einen lockeren Job einstellen, wenn es auch Kinderlose gibt, die fürs gleiche Geld mit Freude Überstunden schieben.

"...vielleicht halbtags. ich als mann arbeite gerne für frau und kind und gebe ihnen geborgenheit, von einer frau würde ich niemals eine doppelbelastung job/kind erwarten!"

Ich auch, keine Frage. Und es sollte auch jedem Paar überlassen bleiben, diese private Frage für sich zu entscheiden und den Lebensweg aus freien Stücken zu wählen. Die Wahl zu haben heisst aber auch, sich ANDERS zu entscheiden - für den Vollzeitjob. Und es gibt auch Frauen, die gerne arbeiten. Nicht, um uns Männer in die Überflüssigkeit zu drängen, sondern weil sie Freude daran haben. Und wer als Frau keinen Partner mehr hat, hat gar keine andere Möglichkeit, um nicht in die Sozialhilfe abzustürzen.

antworten
WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

"wenn in einer UB Personen mit vergleichbarer Historie arbeiten und gerne Auskunft geben"

Mensch die Threaderstellerin hat doch geschrieben, dass es in ihrer Firma noch keiner weiß.. wen soll sie denn da fragen.. solche Nachrichten verbreiten sich doch wie ein Lauffeuer

antworten
WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

es geht um UB und da ist Teilzeit nunmal nicht drin. Allerhöchstens in Form von mehrere Monate arbeiten / mehrere Monate frei. Und das wiederum klappt dann nicht ohne Partner.

Wenn Frau Karriere und Kind will, geht das allerhöchstens in der Industrie und das auch nur, bis das Kind mal während eines wichtigen Termins plötzlich krank ist.

antworten
WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

ganz deiner meinung! hauptsache mal erlebt, alles auf dem rücken der kleinen.

antworten
WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Meine Güte! Ist das 21. Jahrhundert schon bei Dir angekommen?
Was wäre, wenn Männer Kinder kriegen würden? Oder wäre das wieder etwas anders?
Ist ja völlig realitätsfern!

antworten
WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Oh, ist das heftig!! Kinderlose Frauen zu deklassieren und Frauen Vollzeitjobs abzusprechen! Wahrscheinlich nehmen diese unverschämten Frauen noch den Männern die Arbeitsplätze weg und bekommen mit der besseren Ausbildung noch den Top-Job!

antworten
WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

natürlich ist das ein Irrglaube, dass man Kind UND Karriere gleichermaßen super bewältigen sollte.

Aber das große Problem in Deutschland ist doch, dass es Frauen die arbeiten WOLLEN und ein oder mehrere Kinder haben, es unglaublich schwer gemacht wird.

Da hilft dann auch kein lieber Ehemann, der für die Familie alles gibt.

Es muss doch möglich sein als gut ausgebildete Frau arbeiten zu können und zugleich Kinder auszuziehen ohne das man ständig sich rechtfertigen muss bzw. gar keine Möglichkeit bekommt Kind und Beruf zu vereinen.

antworten
WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Ich weiss ja nicht, wie viele Leute mit Beratungserfahrung hier mitschreiben. Aber Beratung bedeutet höchste Flexibilität. Wenn nötig, machst du die Nacht durch, verzichtest mal auf Urlaub oder auf Feiertage usw.

Wie soll sowas mit Kindern gehen?

antworten
WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Bin die TE. Danke erst einmal für die vielen Antworten. Natürlich erhoffe ich mir durch das Forum nicht, das Problem gelöst zu bekommen - viel mehr sehe ich es als Seismograph - weil man hier anonym posten kann, werden viele das schreiben, was sie mir nicht ins Gesicht sagen würden. Ich habe mir schon gedacht, dass die Meinung, dass Frauen mit Kindern nicht uneingeschräkt Karriere machen können/sollen, noch weit verbreitet ist. Schätze auch, dass das bei meinen Kollegen kaum anders ist.

Ich habe mich entschieden, die Karriere erst mal nicht aufzugeben. Ich habe bereits flexible Betreeung fürs Kind ausfindig gemacht, bei denen es notfalls auch mal über Nacht bleiben kann. Billig ist es nicht... Der Vater hat Gott sei Dank regelmäßige Arbeitszeiten und kann sich somit auch kümmern. Dass ich dabei von Leuten mit konservativem Rollenverständnis von Frau und Mann schief anschaut werde, da muss ich wohl durch.

antworten
WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Ich habe auch ein kleines Kind und arbeite bei einer UB.

Allerdings bekam ich meins bereits während des Studiums, nachdem das Vordiplom geschafft war. Aus jetziger Sicht war das der ideale Zeitpunkt. Ich konnte dank guter Betreuungsmöglichkeiten (neue Bundesländer) mein Hauptstudium abschließen und habe fast ohne Verzögerung meinen jetzigen Job gefunden (trotz Kind und Wirtschaftskrise!)

Das es so gut klappt, liegt vor allem daran, dass ich einen super Chef habe, der mir fast alle Freiheiten lässt. Das heißt, dass ich auch mal eine Woche zu Hause arbeiten kann.

Es handelt sich aber um eine sehr kleine UB. Ich arbeite übrigens Vollzeit.

Wenn alle Beteiligten es wollen, lässt sich viel ermöglichen.

antworten
WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

das hat weniger mit dem rollenverständnis zu tun, als mit dem wohl des kindes. ich kenne leute, die haben einen knacks weil sie als kind immer zu oma, zur betreuung und sonstwo gelandet sind und so immer denken, dass sie abgeschoben werden und unerwünscht waren. das gefühl werden diese menschen ihr leben ang nicht los werden.

lies das buch "wahnsinnskarriere". dort wird beschrieben, wie man karriere macht und am ende wird gefragt: warum das ganze überhaupt, was ist so toll an karriere? Da habe ich mich erstmals gefragt, ob es im leben nicht auch andere dinge als karriere machen gibt. karriere bedeutet sicher nicht ein glückliches leben führen. und als frau erst recht nicht. das machen viele frauen, weil sie minderwertigkeitskomplexe haben und anderen was beweisen müssen, aber was sollte einer frau daran spaß machen, sich in einer männderdominierten welt behaupten zu wollen, wenn du die option hast?!

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Ich habe auch in einer UB gearbeitet und bin schwanger geworden. Mein befristeter Vertrag wurde daraufhin nicht verlängert. Leider ist das in vielen Fällen die gängige Praxis. Ich habe auch in einer sehr kleinen UB (< 50 MA) gearbeitet und weiß, dass eine weitere Beschäftigung auf jeden Fall möglich gewesen wäre, d.h. reduzierte Arbeitszeit, Projekte bei Kunden in der Heimatstadt (hatten wir genug) etc. Dies hatte man mir auch zunächst zugesichert, nur um den Vertrag dann doch ohne Kommentar auslaufen zu lassen.

Ob Kind und Karriere in einer Top UB zu vereinbaren sind, vermag ich nicht zu beurteilen, aber ich meine, dass es wahrscheinlich auf keiner Seite zu wirklich befriedigenden Ergebnissen führt. Persönlich würde ich mir natürlich wünschen, dass man als Mutter nicht automatisch diesen Karriereweg aufgeben muss - für mich war es der Traumjob.

Liebe TE: Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs! Wie traurig dass es bei vielen der Kommentare so klingt, als sei das Kind per se ein Unglück. Ich finde es mutig, dass Du Dich für die Karriere entschieden hast und wünsche Dir viel Kraft alles unter einen Hut zu bekommen.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

viele Begreifen nicht das UB nicht gleich Karriere ist!!!!
Nur weil Du 3 Jahre bei einer UB warst(auch TOP 3) bedeute eingentlich nur das Du anpassungsfähig bist und Dein Privatleben Dir nichts wert ist. Danach steht Du in 90% der Fälle genau so da wie jemand der 3 Jahre in der Industrie war, falls Du in die Industrie willst.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

"was sollte einer Frau Spaß machen, sich in einer männerdominierten Welt behaupten zu wollen"....

  • Spaß am Beruf und der Arbeit
  • Interesse am Fachgebiet
  • Ehrgeiz
  • Karriere an sich und damit natürlich auch gutes Geld verdienen

Also die selben Gründe, die auch Männer haben, wenn sie sich einen Job aussuchen.

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DAX Einkäufer

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

"das hat weniger mit dem rollenverständnis zu tun, als mit dem wohl des kindes. ich kenne leute, die haben einen knacks weil sie als kind immer zu oma, zur betreuung und sonstwo gelandet sind und so immer denken, dass sie abgeschoben werden und unerwünscht waren. das gefühl werden diese menschen ihr leben ang nicht los werden."

Das Kindswohl hat natürlich hohe Priorität, und ich denke, die Threaderstellerin wird das Kindswohl unter keinen Umständen gefährden. Wer sagt aber, dass ein Kind wirklich die ungeteilte, durchgehende und alleinige Aufmerksamkeit der Mutter benötigt, um sich normal zu entwickeln? Es gibt viele Kinder, die z.B. in landwirtschaftlichen Familien aufwachsen, in denen beiden Eltern auf dem Hof beschäftigt sind und demnach auch nicht den ganzen Tag um das Kind herumtanzen können. Daraus werden später auch völlig normale Menschen. Wenn eine Kinderbetreuung durch Dritte automatisch zu einem "Knacks" führen würde, hätte ganz Frankreich einen. Es könnte ebenso die zwischenmenschlichen Fähigkeiten des Kindes verstärken, frühzeitig mit anderen Kindern gemeinsam betreut zu werden.

Dass ich dabei von Leuten mit konservativem Rollenverständnis von Frau und Mann schief anschaut werde, da muss ich wohl durch.

Ja, aber ich würde die berechtigten Hinweise des Umfelds nicht reflexartig als Rollenprobleme abstempeln. Karriere ist wirklich nicht alles, und nicht jeder, der Dich darauf hinweist, will Dich in ein Rollenbild pressen.

Auch die Mutter-Karriere-Alleskönnerfrau wird irgendwann zu einem Rollenbild werden, in das "moderne" Frauen gezwungen werden. Es könnte sehr gut sein, dass die Frauen mit dieser Rolle am Ende noch weniger zufrieden sein werden. Auch die Männer werden sich diesem Rollenbild anpassen und sich zum Beispiel weigern, ihr Einkommen ganz automatisch vollständig für die Familienernährung aufzuteilen. Einige denken ja bereits heute so. Frauen werden stärker in die Pflicht genommen werden, und auf der Strecke könnten diejenigen Frauen bleiben, die sich diese Belastungen einfacher vorgestellt hatten.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Hey Thread-Starterin,

erstmal alles Gute und meine Glückwünsche zur Schwangerschaft!
Ich finde es super, dass du trotz nicht gerade idealer Umstände mit deinem Partner das Kind bekommst und Verantwortung für das kleine Leben übernimmst! (andere würden "den Schwanz einziehen" und abtreiben).
Ich wünsche dir, dass du Kind und Berufstätigkeit gut vereinbaren kannst!
Ich finde es krass, hier Begriffe wie Rabenmutter etc. zu lesen, nur weil man als Frau weiterhin arbeiten möchte und nicht nur zu hause bleibt und sich um das Kind kümmert. Berufstätige Männer sehen MO-FR ihre kleinen Kinder auch nicht, weil die um 19 Uhr längst im Bett liegen - wo also ist der Unterschied, wenn man MO-DO gar nicht erst daheim ist? Natürlich ist es schön, wenn die Kinder von ihren Eltern aufgezogen werden - aber ELTERN heißt nicht nur Mutter! Berufstätige Männer leister unter der Woche genuaso wenig ihren Beitrag zur Kindererziehung und nieman macht ihnen einen Vorwurf.
In Ländern wie z.B. Frankreich ist es ganz normal, dass Kinder in die Grippe und in Ganztages-Kindergärtnen und- schulen gehen und die Kinder landen danach nicht häufiger "in der Psychatrie". Kinder, die Grippen und Kindergärten besuchen, entwickeln sich im Übrigen schneller, weil sie sich von den anderen Kindern mehr abgucken und durch gemeinsames spielen mehr lernen.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Es gibt auch reichlich Leute, die trotz dass sie ständig mit ihren Eltern zusammen waren, einen Knacks bekommen haben...

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Bin die TE. Also wegen der Fremdbetreuung mache ich mir keine Sorgen - wie gesagt, meine Mutter hat selbst gearbeitet, und trotzdem ist meine Psyche stabil ;-) Ich stehe eher vor organisatorischen Problemen: ich möchte in der Firma nichts sagen, bevor ich die Betreuung nicht gesichert habe. Es ist allerdings extrem schwer, Betreeung für Kinder unter einem Jahr zu finden, erst recht über Nacht. Deshalb bin ich jetzt auf der Suche nach einem passenden hauptberuflichen Kindermädchen, welches auch im Haushalt wohnt.

Elternzeit kommt leider erst mal nicht in Frage - ich habe mir gerade eine Altbauwohnung gekauft. Von den 67% des Gehalts, das man in der Elternzeit bekommt (aber maximum 1800 Euro, was weit unter 67% Prozent meines Gehalts liegt), könnte ich mir die Raten nicht mehr leisten. Also werde ich nach dem Mutterschutz zurück zur Arbeit gehehn. Ich werde auf alle Fälle versuchen, mindestens einen Tag die Woche Home Office zu machen, wenn das Kind erst mal da ist.

Auch jetzt fangen die Probleme an - wie jede Schwangere hab ich mit Erschöpfung un Übelkeit zu kämpfen, und trotzdem muss ich lange Arbeitstage durchstehen und mit wenig Schlaf auskommen.

Ich wünsche allen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, viel Glück!

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

und sogar manche, die erst deswegen den schaden bekommen haben hehe

also jetzt ernsthaft, das ganze thema wird von einigen etwas hysterisch betrachtet. ein kind muss definitiv nicht den ganzen tag von mutter/vater umringt sein. wer allzu traditionelle familienbilder zitiert sollte sich mal vor augen halten dass früher kinder weitgehend sich selbst überlassen wurden, die eltern arbeiteten ja grossenteils, nur eben auf den heimischen feldern etc. und daraus sind auch keine monster entwachsen.

im sauglingsaltger ist das kind insb. auf die mutter angewiesen das stimmt, aber dafür gibts ja mutterurlaub denn die T-starterin ja auch nehmen will. ab kleinkindalter ist es dann eh von bedeutung für das kind dass es langsam soziale kontakte aufbaut, von daher spricht eigentlich nichts gegen ne Kita.

nichtsdestotrotz ist der beruf des beraters sicherlich nicht der kinderfreundlichste, so oder so

Lounge Gast schrieb:

Es gibt auch reichlich Leute, die trotz dass sie ständig mit
ihren Eltern zusammen waren, einen Knacks bekommen haben...

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Hallo,

ich bin Thorsten, 30 Jahre alt und schreibe aus Südschweden.

Ich kann nur raten, beruflich vielleicht nach Nordeuropa zu wechseln. Das Arbeitsklima ist hier anscheinend besser und es herrscht nicht der starke Konkurrenzdruck wie in Deutschland.

Ich kann nur für Schweden und Finnland sprechen, aber in Norwegen, Dänemark und Island soll es ähnlich sein.

In Nordeuropa legen fast alle Arbeitgeber großen Wert darauf, daß man Familie und Beruf vereinbaren kann.

Die Gehälter sind meist sogar etwas höher als in Deutschland, die Steuern ungefähr genauso hoch.

Kinder werden kostenlos ganztags im staatlichen Kindergarten- und Schulsystem versorgt.

Falls jemand mehr Hilfe braucht, schreibt mir eine Email, dann kann ich euch weiterhelfen.

Würde mich freuen, wenn mehr Leute nach Nordeuropa gehen. Ich finde die Zustände in Deutschland schlimm.

Meine email Adresse: thorstenschmitz@gmx.de

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Rousseau

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Du darfst als schwangere nachts nicht mehr arbeiten...ich denke, das muss dir klar sein. Ebenso bist du angehalten es deinem arbeitgeber sobald wie möglich zu sagen.
Mein Arbeitgeber weiß es und hat mir ausdrücklich verboten abends lange zu arbeiten.

In welchem Monat bist du? Ich bin in der 12. Woche und mir geht es bis auf die müdigkeit prima und habe keinerlei Beeinträchtigung im Job.

Ich werde ein Jahr Elternzeit nehmen und dann mein Kind erst in die Betreuung geben. Bist Du sicher, dass du mit den 1800 und Deinen Ersparnissen nicht hinkommst? Der Vater wird ja sicher auch noch was beisteuern, oder? Gerade das erste halbe Jahr ist schon wichtig, stillen usw...
Du scheinst bei einer sehr großen beratung zu sein, gibt es da gar keine Kollegin in einer ähnlichen Situation?

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Hi,
bist du sicher, dass du nach Abzug des Gehalts des Kindermädchens wirklich besser da stehst als mit dem Geld aus der Elternzeit? Ich meine, den Effekt, dass man es dann leichter hat, im Beruf zu bleiben, muss man natürlich auch positiv bewerten. Allerdings wäre es doch auch schön, wenigstens das erste Jahr 8oder einen teil davon), mit dem Baby zu Hause zu bleiben, oder?

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Rousseau

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Ein bisschen krass finde ich es ehrlich gesagt schon, wenn nicht mal der Vater im gleichen Haushalt wohnt und die mutter gleich ein Kindermädchen sucht.
Ich bin in haargenau derselben Situation, nur habe ich einen Partner und ich wollte das Kind von anfang an. Mein Job ist mir total wichtig und ich liebe die Beratung, aber ich werde erst wieder einsteigen, wenn ich das erste jahr mit meinem Baby genossen habe. Darüber hinaus ist mein Partner auch immer da und hat einen etwas besser einzuteilenden Beruf.

Ich habe ein wenig das Gefühl die TE stellt sich das alles etwas naiv vor. Ich kann mir meinen Job nicht vorstellen, wenn ich einen 3 Monate alten Säugling bei einer fremden habe, den ganzen Tag und ich abends vollkommen gestresst und müde nach Hause komme. Babies schlafen nicht durch, daran schon mal gedacht? Schlaf in der Beratung ist eh ein knappes Gut...und dann noch nachts aufstehen und füttern, windeln wechseln usw...oder soll das auch die Nanny machen?

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Mein Gott Leute,

ich finds echt unglaublich was ihr für Einstellungen habt.

Erstmal @TE: Finde es toll, dass du dich nicht aus der Ruhe bringen lässt von diesem ganzen Gelaber hier. Zieh das durch, du wirst deinen Weg gehen.

Wieso gibt es diese furchtbaren Vorurteile nur in Deutschland? Das darf wirklich nicht wahr sein, wir leben in einem 1.-Welt-Land und müssen uns sowsanhören.
Kein Kind bekommt zwangsläufig einen Knacks, wenn seine Mutter nicht 24 Std am Tag verfügbar ist. Wer hat sich denn bitte ausgedacht, dass Kinder genau ab 3 Jahren für genau 4 bis 5 Stunden pro Tag fremdbetreut werden dürfen? Das scheint ja der einzig gesellschaftlich akzeptierte Standard zu sein, dass sie dann in den Kindergarten gehen.

Man "schiebt" ein Kind nicht "ab" , weil man als Frau arbeitet. Scheint aber vielen nicht klar zu sein. Ich habe selbst als Au Pair bei einer Familie gearbeitet, wo beide Vollzeit tätig waren. Das hat dem Kind nicht! geschadet!

Ich versteh auch absolut nicht, was ihr gegen ein Kindermädchen habt. Ist doch eine tolle Lösung, das Kind ist in der gewohnten Umgebung, wenn es ganz klein ist, es hat feste Bezugspersonen, was will man mehr?!
Wer sagt dass nur die Mama oder Oma qualifizierte Betreuungspersonen sein können?
Ist das Neid, weil ihr es euch nicht leisten könnt..oder Angst, weil ihr es so einfach nicht kennt!?
Nannys sind z.B. in den USA ganz normal..
auch in anderen europäischen Ländern gibt es STANDARDmäßig Ganztagsbetreuung..also kommt mal alle wieder runter!

Im Übrigen finde ich es unglaublich, wie sehr sich Leute in die Kindererziehung anderer Leute einmischen- das ist doch ihre Sache! Seid ihr allesamt Sozialpädagogen oder was mach euch denken, ihr wüsstet alles ?

Liebe TE, ich wünsche dir viel Glück bei der Vereinbarung. Natürlich ist Beratung mit Sicherheit nicht der kinderfreundlichste Job, aber wenn du da weiter arbeiten möchtest, solltest du das tun, denn es ist DEIN Leben. Falls du irgendwann in einem anderen Job arbeitne möchtest, tu das, aber weil DU es willst. :)

LG, Anna

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

@ TE: Dem Datum nach zu urteilen, darf man dir schon Gratulieren. Ich hoffe dir und deinem Nachwuchs geht es gut. Da du jetzt schon ein wenig Erfahrung mit Kindererziehung und Berater-Leben hast, wollte ich dich nach wertvollen Tipps fragen - vor allem im Umgang mit dem Arbeitgeber. Ich bin jetzt grad selber in einer ähnlichen Situation.

Vielen Dank,
Kathrin

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Die Rückmeldungen, die ich dazu aus meinem Netzwerk habe, sind eher unschön :-(. Bei den Big4 wird zwar offiziell positiv dargestellt, aber nicht gelebt. Die, die ich kenne (in der Situation 14), sind weggegangen und heute bei anderen (wohl verständnisvolleren und unterstützenderen Firmen, teils höher als big4). War eher enttäuscht, das zu hören. Hatte bei den Big4 selbst zwar einen ähnlichen Eindruck, war aber nur wenige Jahre da und hatte gehofft, dass sich das zum Positiven geändert hat. Scheinbar (leider) nicht.

Hoffe sehr, sie arbeiten dran. In "meiner" Zeit dort, ging es m.E. nach darum v.a. den Dicken zu schieben, ob nun Frau, Mann, Consultant oder Partner. Es war sehr viel Selbstdarstellung und wenig Menschsein oder mal Schwäche zeigen dabei. Eher noch viel Verachtung für Schwächere, recht großer Gruppendruck. Als Frau, die zukünftig auch Familie will, würde ich jeder Aspirantin empfehlen, dies sehr genau zu hinterfragen und auch über Netzwerke online nachhaken, so irgendwie möglich. Natürlich ein Grat-Akt, sich als karriereorientiert und gleichzeitig auch familienbezogen zu positionieren. Da sind grad die modernen Nomaden der UBs mal mit einem Naserümpfen dabei...

Ich hab der Sache auch aus diesem Grund den Rücken gekehrt. Fand ich einfach an der Realität vorbei. In der Wirtschaft später war es nicht so viel anders und ich gehöre noch zu der Generation, die das dann notgedrungen (magels gesunder Alternativen auf dem Markt) ein paar Jahre und Positionen mitgemacht hat. Irgendwann hat sich das in Burnout und Desillusionierung zu unserem Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell gerächt. Denn man versucht ja zu funktionieren in diesem kranken System und gleichzeitig etwas zum besseren zu ändern. Nachdem dann aber auch Aussitzen und Auskämpfen gepaart mit eigentlich kluger Strategie und Netzwerken nichts half, verbreiterte ich mein Spektrum internationaler.

Das rächt sich wiederum heute. Denn so flexibel will Dich ein Arbeitgeber denn doch auch nicht haben. Bitte immer hübsch in fest vordefiniertem Windkanal.

Lange Rede.

Hakt vorher selbstbewusst und gründlich nach. Eine Firma, die das nicht abkann, in der wollt Ihr letzten Endes auch nicht wirklich arbeiten. Take my word.

antworten
WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Hi, cooler Beitrag.

Ich - bin zwar ein Mann - aber die Thematik Familie vs. Karriere gibt auch mir zu denken. Meine Freundin und ich wir sind 26, wir wollen definitiv nicht mit 33 noch kinderlos sein.
Nun suche ich gerade nen neuen Job und die so notwendige örtliche Flexibilität ist wirklich mies. Es ist nich leicht, in der Gegen zu bleiben, in der man sihc wohl fühlt und gleichzeitig dort einen guten Job zu kriegen oder überhaupt einen.
Aber ich fand deinen Beitrag cool: Auch die großen Beratungen machen einen auf "Frau und Kind und Bertaung = No Problem" HAHAHAH! Einfach halbzeit arbeiten - und dann haste ne lockere 40 Stunden Woche :-) Ich finde die Häuchelei in der Branche schrecklich. UB ist kein Biotop für Familiengründung und hat nix mit Work-Life-Balance zu tun. VIelleicht sollte man sich darüber im Klaren sien, dass diejenigen, die auf den Homepages am allermeisten zum Thema Work-Life-Balance schreiben, anscheinend genau die sind, die es am Nötigsten haben.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Meine Kollegin hat einen 5-jährigen Sohn. Sie hat das Glück ein Projekt vor Ort zu haben und einen Ex-Partner, der sich sehr gut um das Kind kümmert. An vier Tagen macht sie um 17 Uhr Feierabend um ihr Kind aus dem Kindergarten abzuholen. Wir sind ein Team vor Ort von 20 Personen. Bei allen ist akzeptiert, dass sie pünktlich um 17 Uhr weg ist. An einem Tag holt der Partner das Kind, so dass sie bleiben kann, so lange es notwendig ist. Bei einer Person von 20 ist das machbar. Sie ist gut ins Team integriert, aber so manche spannende Aufgabe geht an ihr vorbei, da der Kunde natürlich nicht abends hören möchte, dass der entsprechende Ansprechpartner nicht mehr da ist. Sie steckt daher beruflich schon ein wenig zurück, kann aber in ihrem Beruf weiter arbeiten. Beim Kunden ist sie nur zu 3/4 verkauft. Sie macht sich nun allerdings Gedanken, wie es weiter geht, wenn ihr Kind in die Schule kommt, da die Grundschule andere Btereuungszeiten hat.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Hat Martin Wehrle in der ZEIT auch was zu geschrieben. Vor 2,3 Wochen glaub ich. Schaut halt mal.

Lounge Gast schrieb:
(...)

Ich finde die Häuchelei
in der Branche schrecklich. UB ist kein Biotop für
Familiengründung und hat nix mit Work-Life-Balance zu tun.
VIelleicht sollte man sich darüber im Klaren sien, dass
diejenigen, die auf den Homepages am allermeisten zum Thema
Work-Life-Balance schreiben, anscheinend genau die sind, die
es am Nötigsten haben.

antworten
WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Ok, hier sollte man noch erwähnen das Beratung nicht gleich Beratung ist. Es gibt (gottseidank!) viele kleinere, wo man auch mal 50-60h arbeitet. Bei den ganz großen UBs ist es deutlich heftiger, da musst du sowas dann gar nich versuchen. Finde ich schade aber, dass sich deine Kollegin nich nen anderen Job sucht.... Kinder sind doch was schönes mensch!

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Das ganze funktioniert nur, wenn Rollen komplett getauscht werden:
Sie: Consultant, sehr gutes Gehalt, Ernährerin der Familie, Mo-do unterwegs.
Er: Künstler mit geringem und unregelmäßigem Einkommen bleibt zu Hause und kümmert sich als Hauptberuf um Haushalt und Kinder.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

@!#$, ich hätte sooo gerne, dass meine Freundin die Verdienerin wär! Ich bin der geborene Hausmann....

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

Das ganze funktioniert in Schweden zB gut und natürlich. Das problem ist eher in den Köpfen. Am Geld kann es bei UB ja kaum liegen.

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WiWi Gast

Re: Unternehmensberaterin und Schwanger

eine Beraterin mit Kind ist ein Widerspruch in sich.. entweder ich will Familie und tue alles dafür oder Geld und einen Job in der Beratung und tue alles dafür

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