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Studie: Hochschulabsolventinnen zwischen Kind und Karriere

Eine neue Studie des HIS-Instituts für Hochschulforschung (HIS-HF) untersucht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen.

Ein lachendes Kind spielt mit ihrem weißen Teddy.

Studie: Hochschulabsolventinnen zwischen Kind und Karriere
Eine neue Studie des HIS-Instituts für Hochschulforschung (HIS-HF) untersucht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen. Wie beeinflusst die berufliche Situation von Akademiker(inne)n deren Entscheidung zur Elternschaft und welche Auswirkungen einer Elternschaft ergeben sich wiederum für die weitere Karriereentwicklung, waren die untersuchungsleitenden Fragestellungen von Autorin Gesche Brandt.

Ihr Fazit: Trotz guter beruflicher Chancen für Frauen mit Hochschulabschluss ist eine traditionelle Arbeitsteilung der Geschlechter in den Partnerschaften weiterhin die Regel. Viele Frauen müssen daher Abstriche bei ihrer Karriere hinnehmen, wenn sie sich zur Elternschaft entschließen. Es gibt aber auch Mütter, denen es gelingt, Familie und Beruf erfolgreich miteinander zu vereinbaren. Kurze Erwerbsunterbrechungen und passende Rahmenbedingungen halten diesen Frauen gute Berufschancen offen.

Brandt nutzte für ihre Studie, die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde, Daten aus den bundesweit repräsentativen Absolventenbefragungen von HIS-HF. Die Hochschulforscherin untersuchte den Absolventenjahrgang 1997, den HIS-HF ein Jahr, fünf Jahre und zehn Jahre nach dem Examen befragt hat. Brandt konzentrierte sich vor allem auf die Situation der rund 5.500 Absolventinnen und Absolventen zehn Jahre nach Studienabschluss.

Zu diesem Zeitpunkt hatten 60 Prozent der Absolvent(inn)en Kinder. Etwa die Hälfte der bislang kinderlosen Akademiker(innen) möchte in Zukunft noch Kinder haben. Rund 40 Prozent der kinderlosen Frauen gaben an, dass eine hohe Beanspruchung durch den Beruf für den bisherigen Verzicht auf die Elternschaft mitentscheidend sei. Sind die Akademikerinnen Vollzeit erwerbstätig oder in leitender Position, verringert sich die Wahrscheinlichkeit einer Elternschaft. Für Männer konnte Brandt derartige Effekte nicht feststellen.

Die Absolventenforscherin hat daraufhin die Lebensläufe der Akademiker und Akademikerinnen – unterteilt in Berufs- und Familienphasen – genauer analysiert. Demnach sind Männer nach dem Abschluss ihres Studiums in der Regel durchgehend Vollzeit erwerbstätig, und zwar unabhängig davon, ob sie Vater sind oder nicht. Teilzeitbeschäftigung ist bei Männern eine Ausnahme. Die Lebensläufe von Frauen gestalten sich hingegen ganz unterschiedlich. Die meisten sind nach dem Studium ebenfalls zunächst Vollzeit erwerbstätig. Die Geburt eines Kindes führt dann zu einer kürzeren oder längeren Erwerbsunterbrechung. Ein Teil der Mütter weist sehr lange Familienphasen auf, andere steigen in Teilzeit wieder in den Beruf ein. Etwa ein Viertel der Mütter unterbricht die Erwerbstätigkeit nur kurz und ist danach wieder in Vollzeit berufstätig.

Insgesamt müssen Mütter bei ihrem beruflichen Erfolg Abstriche machen. Sie arbeiten seltener in leitenden Positionen und haben geringere Einkommen als Väter oder Männer und Frauen ohne Kinder. Häufig entscheiden sie sich für familienfreundliche Beschäftigungsverhältnisse – arbeiten z. B. Teilzeit –, die aber oft nur geringe Karriereperspektiven bieten. Als wesentliches Erklärungsmerkmal für die Unterschiede im Berufserfolg von Männern und Frauen hat Brandt die Dauer der familienbedingten Erwerbsausstiege ausgemacht: „Es gibt durchaus Mütter, die es schaffen, Kind und Karriere erfolgreich zu vereinbaren. Sie steigen meist nur kurz aus dem Beruf aus und sind anschließend wieder Vollzeit erwerbstätig. Vor allem kontinuierliche Berufsverläufe halten Müttern mit Hochschulabschluss daher gute Berufschancen offen“, erläutert Brandt. Die Hochschulforscherin weist aber auch darauf hin, dass für Mütter, die ihre Karriere weiter vorantreiben wollen, die Rahmenbedingungen stimmen müssen: „Dazu gehören beispielsweise abgestimmte Kinderbetreuungsangebote, qualifizierte Teilzeitstellen und die Unterstützung des Partners.“ Denn, so Brandt weiter, trotz guter beruflicher Chancen von Frauen mit Hochschulabschluss sei die traditionelle Geschlechterarbeitsteilung in den Partnerschaften weiterhin die Regel. „Den männlichen Absolventen gelingt die Vereinbarkeit von Karriere und Beruf vorwiegend dadurch, dass die Partnerin die Familienarbeit übernimmt. Dass der Partner die Hauptverantwortung für die Kinderbetreuung trägt, ist immer noch die Ausnahme.“

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Studie „Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Hochschulabsolvent(inn)en“

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