DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Kinder & KarriereFamilienfreundlichkeit

Familie und Partnerschaft für Studierende heute wichtiger als berufliche Karriere

Wie glücklich sind Studierende mit ihrem Leben, welche Wünsche und Ziele haben sie und wie stellen sie sich Ihre Zukunft vor?

Ein Paar steht lächelnd zusammen.

Familie und Partnerschaft für Studierende heute wichtiger als berufliche Karriere
Hannover, 07.08.2008 (his) - Wie glücklich sind Studierende mit ihrem Leben, welche Wünsche und Ziele haben sie und wie stellen sie sich Ihre Zukunft vor? Dies sind einige der Fragen, die in der repräsentativen HISBUS Online-Untersuchung »Glück und Zufriedenheit Studierender« in April und Mai 2008 von der HIS Hochschul-Informations-System GmbH in Zusammenarbeit mit dem Studentenmagazin ZEIT Campus untersucht wurden. Insgesamt haben rund 6.000 Studierende Auskunft dazu gegeben. Das überraschende Ergebnis der Studie: Familie und Partnerschaft werden wichtiger, berufliche Ziele dagegen weniger wichtig. Die berufsbezogenen Ziele

werden als weitaus weniger wichtig erachtet als noch vor fünf Jahren: Ende 2002 wurden Studierende - ebenfalls im Rahmen einer HISBUS-Studie - gebeten, anzugeben, wie stark sie sich für die Zukunft sowohl berufliche als auch private Ziele gesetzt haben. Während die beruflichen Ziele um bis zu zehn Prozentpunkte verloren haben (etwa »eine leitende Funktion zu übernehmen« von 57 % auf 47 %), erfährt das Ziel, »sich der Familie/Partnerschaft zu widmen«, einen Zuwachs um fünf Prozentpunkte auf 72 Prozent. Die Verschiebung der Wertigkeit der einzelnen Ziele zeigt ein stärkeres Bestreben der Studierenden, Beruf und Privates zu vereinbaren - die Schale Privates der Work-Life-Balance gewinnt an Gewicht.

Je nach studiertem Fach haben die verschiedenen Ziele eine andere Wichtigkeit: Karrierebetonte Ziele haben sich insbesondere Studierende der Wirtschaftswissenschaften gesetzt (68 % zielen auf eine leitende Funktion); Studierenden, die ein Lehramt anstreben, sind dagegen partnerschaftliche bzw. familiäre Ziele besonders wichtig (80 %). Deutlich abgenommen in der Wertigkeit für die Studierenden haben gesellschaftsbezogene Ziele wie etwa »sich für andere Menschen einsetzen«. Während sich 2002 noch 63 Prozent dieses Ziel (sehr) stark gesetzt hatten, sind es 2008 nur noch 56 Prozent. 2002 wollte sich knapp ein Viertel (sehr) stark politisch engagieren, 2008 beträgt dieser Anteil nur noch 14 Prozent - und 62 Prozent möchten sich (überhaupt) nicht politisch engagieren.

Die Berufsaussichten werden von den Studierenden deutlich positiver eingeschätzt als noch vor zwei Jahren. Vor zwei Jahren beurteilten in einer weiteren HISBUS-Studie lediglich 53 Prozent der Studierenden die Berufsaussichten für Absolventen als gut oder sehr gut, im Jahr 2008 sind es mit 71 Prozent deutlich mehr. Besonders die Naturwissenschaftler (82 %; 2006: 73 %) und die Ingenieurwissenschaftler (87 %; 2006: 77 %) beurteilen die Aussichten als (sehr) gut. Der weitaus größte Anteil der Studierenden (64 Prozent) ist mit ihrem Leben sehr zufrieden (64 %). 28 Prozent sind mittelmäßig zufrieden, 8 Prozent eher unzufrieden. Auf die Frage zum Gesamteindruck aus konkreten Themenbereichen geben dann auch 83 Prozent der Studierenden an, »eher zufrieden« zu sein (Positionen 6 bis 10 auf einer 11-stufigen Skala) - 12 Prozent sind eher unzufrieden. Im Mittel wird von den Studierenden ein (Zufriedenheits-)Wert von 7 erreicht, in der Gesamtbevölkerung liegt er bei 6,7 (2006 DIW Berlin, Sozio-oekonomisches Panel SOEP). Vorrangig zufrieden sind die Studierenden mit Bereichen wie ihrem persönlichen Umfeld (86 %), dem weiteren Umfeld (80 %), ihrer Gesundheit (79 %) und dem Lebensstandard (78 %), gefolgt vom Studium (75 %) und der Wohnsituation (74 %). Im Vergleich dazu ist die Zufriedenheit mit der finanziellen Situation deutlich geringer: Nur 56 Prozent der Befragten sind mit ihr zufrieden.

Auch die Zukunftserwartung - die erwartete Zufriedenheit mit dem Leben in fünf Jahren - und die eigene Studienleistung werden von den Zufriedenen optimistischer gesehen. Sie bewerten die eigene Studienleistung mit besseren Noten und schätzen ihre Leistung im Vergleich zu den Kommiliton(inn)en höher ein. Unter den Studierenden der Wirtschaftswissenschaften (87 %) oder der Medizin (86 %) finden sich größere Anteile zufriedener Studierender als in den Kulturwissenschaften (80 %). Eine Erklärung könnte die ermittelte größere Unsicherheit Studierender dieser Fächergruppe hinsichtlich ihrer Berufsaussichten sein.

Download der Studie
https://hisbus.his.de/hisbus/docs/hisbus20.pdf [PDF - 660 KB] 

Im Forum zu Familienfreundlichkeit

9 Kommentare

Familienfreundliche Arbeitgeber in FFM und Berlin

WiWi Gast

In beiden Städten die deutsche Bahn. Definitiv! Neue Flex@Work BV besagt, dass man arbeiten kann, von wo man will (außer Ausland) und es keine Kernarbeitszeiten mehr gibt.

1 Kommentare

Beruf und Familie - geht das?

keepsmile

Online Studie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf! Liebe Eltern, im Rahmen meiner Masterarbeit in der Psychologie an der Universität in Bonn untersuche ich die große Herausforderung Familie ...

18 Kommentare

Audit vs. TAS vs. ? Was ist für ein Leben mit Familie geeigneter?

WiWi Gast

Eine Familienfreundliche Karriere ist nur in der Industrie möglich. Und dort sehr gut, allerdings kein Selbstläufer. Bei uns (größeres Energieunternehmen) sind selbst die Hauptabteilungsleiter mit bi ...

4 Kommentare

Neuen Job mit weniger Gehalt für die Familie annehmen?

WiWi Gast

Ist es so, dass du aktuell "auf Kante" lebst? Oder ist das mit dem "fehlenden" Gehalt nur eine Gefühlssache? Onlineberatung ist ja immer mir Vorsicht zu genießen, aber anhand deiner Infos würde ich ...

253 Kommentare

Warum werden Mitarbeiter mit Kindern ständig bevorzugt?

WiWi Gast

Kinder sind, waren, und werden immer die beste Altersvorsorge und der Nummer 1 Wachstumstreiber sein. Neue Produzenten und Konsumenten. Das kinderlose Europa schafft es gerade noch zu stagnieren, trot ...

10 Kommentare

Familienfreundliche Jobs Finance

WiWi Gast

Finance ist nicht nur IB und UB. Insofern würde ich es nicht als selbstverständlich ansehen, dass ein 1-Person-Einkommen ausreicht. Man redet aich nicht zwangsläufig von einer 1-Kind-Familie. Und wen ...

10 Kommentare

Big 4 Tax familienfreundlich?

WiWi Gast

Natürlich kann man das nicht verallgemeinern, da der Umgang mit Teilzeit-Mitarbeitern bei den BIG 4 (wie so vieles) vom jeweiligen Partner abhängt. Was bei dem einen Partner kein Problem ist, kann bei ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Familienfreundlichkeit

Eltern mit zwei Kindern auf den Schultern am Strand. Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Mehr Müttern und Vätern gelingt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die Voraussetzungen für erwerbstätige Mütter haben sich in Deutschland verbessert. Aus der OECD-Studie „Dare to Share“ zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf geht hervor: 70 Prozent der Mütter sind erwerbstätig, davon arbeiteten mit 39 Prozent überdurchschnittlich viele Mütter in Deutschland in Teilzeit. Die hohe Teilzeitquote bei Müttern zeigt jedoch, dass eine wirklich ausgeglichene Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit innerhalb von Familien noch nicht die Regel ist.

Arbeitswelt 4.0: Digitalisierung macht Unternehmen familienfreundlicher

Die Digitalisierung der Arbeitswelt wirkt sich positiv auf Familien aus, denn mobiles Arbeiten ermöglicht Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Wird die Arbeitszeit individuell zugeschnitten, nehmen Beschäftigte ihr Unternehmen familienfreundlicher wahr. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zur digitalen Arbeitswelt.

Buchstaben und Computer-Tastatur bilden die Wörter Beruf und Familie

Kind und Karriere: Jobs werden familienfreundlicher

Die Vereinbarkeit von Kind und Karriere spielt eine immer größere Rolle auf dem Stellenmarkt. Die Unternehmen reagieren daher verstärkt auf die Ansprüche von Eltern, die ihre Elternzeit in Anspruch nehmen wollen. Wie der Adecco Stellenindex zeigt, werden insbesondere für die Bereiche Office Management und Verwaltung, die Gesundheitsberufe und das Finanz- und Versicherungswesen geeignete Kandidaten zur Elternzeitvertretung gesucht.

Eine Frau mit blonden, langen Haaren hält ein Handy in der Hand.

Arbeitswelt 4.0: Digitalisierung im Job belastet Familienleben und Gesundheit

Die Digitalisierung und permanente Erreichbarkeit für E-Mails und Anrufe per Smartphone belastet die Gesundheit und schadet dem Familienleben. Das Risiko an Burnout zu erkranken steigt und knapp ein Viertel der Beschäftigten fühlen sich durch die Arbeit emotional erschöpft. Dies sind Ergebnisse der Studie „Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeit auf die Gesundheit von Beschäftigten“.

Weiteres zum Thema Kinder & Karriere

Broschüre: Leitfaden zum Mutterschutz

Die kostenlose Broschüre "Leitfaden zum Mutterschutz" informiert Schwangere und Stillende ausführlich über wesentliche Aspekte zum Mutterschutz. Der kostenlose Leitfaden wurde im Januar 2023 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend herausgegeben und lässt sich bestellen oder herunterladen. Die Broschüre umfasst 112 Seiten und enthält eine nützliche Checkliste mit wichtigen Terminen, Fristen und Hinweisen.

Eine traurige Frau in einem roten Kleid lehnt sich an bei ihrem Freund im dunklen Anzug.

Führungskräfte: Das Leiden der Lebenspartner

Manager sind es gewohnt, die Dinge im Griff zu haben. Beruf, Gesundheit, Freundschaften, die Entwicklung der Kinder – oft bleibt dabei jedoch eine Beziehung auf der Strecke: die zum Lebenspartner. Viele Ehen von besonders erfolgreichen Unternehmern und Führungskräften sind kaputt.

Vater, Kind, Rente, Familie,

vaeter.de - Plattform für Männer mit Kind und Karriere

Die Internetplattform vaeter.de richtet sich an Männer, die Familie und Beruf besser vereinbaren möchten.

Ein Kleinkind mit einem Sonnenhut mit Blumen in rosa geht an einer Hand mit Uhr und Ring spazieren.

Elternzeit-Rechner - Anspruch auf Erziehungsgeld berechnen

Ob und wie der Anspruch auf Elternzeit genutzt werden kann, hängt nicht zuletzt von der Einkommenssituation der Familie ab. Mit dem Elternzeitrechner vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend findet jede Familie für sich die beste Lösung in der Elternzeit.

Cover des E-Book-Ratgebers "Familie UND Führungsposition" der Initative Erfolgsfaktor Familie

E-Book: Familie UND Führungsposition

Der Leitfaden richtet sich an Beschäftigte mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen, die in einer Führungsposition sind und mehr Freiraum für die Familie brauchen. Er zeigt, wie sich Führungsaufgaben und Familie vereinbaren lassen und welche Arbeitsmodelle und Maßnahmen im Berufsalltag dabei helfen, Familie und berufliches Fortkommen unter einen Hut zu bringen.

Kind und Karriere: Ein Mädchen mit pinker Sonnenbrille und einem Hello Kitty-Kleid in einem Kinderwagen.

Studie: Hochschulabsolventinnen zwischen Kind und Karriere

Eine neue Studie des HIS-Instituts für Hochschulforschung (HIS-HF) untersucht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen.

Familie: Der Hinterkopf eines kleinen Mädchens mit Zöpfen.

Internet-Portal www.mittelstand-und-familie.de

Das Portal für mehr Familienfreundlichkeit in Deutschland richtet sich vornehmlich an Entscheider und Personalverantwortliche des Mittelstands und kann als eine Art virtuelle Personalabteilung genutzt werden.

Beliebtes zum Thema Karriere

Führungseigenschaften: Kompass mit Deutschlandfahne und Manager.

Weltspitze: Deutsche Top-Manager am zukunftsfähigsten

Die Mehrheit von Investoren bewertet deutsche Top-Manager als geeignet, die Probleme der Zukunft zu lösen. In keinem anderen Land ist das Vertrauen der Investoren in die Führungskräfte größer. In China dagegen glauben 82 Prozent der Investoren nicht an die Zukunftsfähigkeit der Manager. In den USA bezweifeln dies immerhin 70 Prozent, so das Ergebnis einer Management-Studie der Personalberatung Korn-Ferry.

Das Foto zeigt den Open Water Schwimmer Thomas Lurz im Porttrait.

Leidenschaft für den Erfolg – Interview mit Rekord-Weltmeister Thomas Lurz

Thomas Lurz ist 12-facher Rekord-Weltmeister mit zwei Olympiamedaillen. Über mehr als 10 Jahre galt er als bester Freiwasserschwimmer der Welt. Parallel dazu ist er Redner, Coach und Autor. Wie gelingt so eine Traumkarriere? Mit WiWi-TReFF hat er über die Erfolgsfaktoren seiner Doppelkarriere gesprochen.

CFA-Prüfung zum Chartered Financial Analyst

Chartered Financial Analyst: Rekord von über 250.000 CFA-Prüfungen

Die Nachfrage nach der Chartered Financial Analyst (CFA) Qualifikation erreicht im Juni 2019 einen neuen Höchststand. Die Zahl der weltweiten Anmeldungen zu CFA-Prüfungen stieg im Vorjahresvergleich um 11 Prozent, gibt CFA Institute, der führende globale Berufsverband für die Investmentbranche bekannt. Besonders in den Schwellenländern wächst das Interesse an der Weiterbildung für Vermögensverwalter, Portfoliomanager, professionelle Investor und Finanzanalysten.

Drei Absolventenhüte symbolisieren die geplanten neuen Berufsabschlüsse Berufsspezialist, Berufsbachelor und Berufsmaster.

BBiG-Novelle 2020: Berufsbachelor und Berufsmaster gepant

Das Bundesbildungsministerium plant das Berufsbildungsgesetz (BBiG) mit Wirkung zum Jahr 2020 anzupassen. Ziel ist es, dadurch die Berufsausbildung zu stärken. Kern der BBiG-Novelle sind die drei neuen Berufsabschlüsse "Berufsspezialist", "Berufsbachelor" und "Berufsmaster". Die Hochschulrektorenkonferenz warnt vor einer Verwechslungsgefahr mit Hochschulabschlüssen.

Karriere zum DAX-CEO: Eine junger Manager im Anzug läuft eine lange Treppe hoch.

Fast jeder zweite DAX-Chef ist Wirtschaftswissenschaftler

Die Wirtschaftswissenschaftler dominieren das Topmanagement der DAX-Unternehmen. 56 Prozent der Vorstände in MDAX-Unternehmen und 47 Prozent der Vorstände im DAX und SDAX sind Wirtschaftswissenschaftler. Von den CEOs der TecDAX-Unternehmen hat dagegen lediglich jeder dritte Wirtschaftswissenschaften studiert. Jeder fünfte Vorstandschef, der erstmals ein Unternehmen führte, war zuvor Finanzvorstand. Die CEOs waren vorher am häufigsten Unternehmensberater, wie die Lebensläufe von 170 DAX-Vorständen laut dem "Headhunter" Korn Ferry zeigen.

Jobzufriedenheit: Eine weibliche Führungskraft lacht beim Telefonieren.

Jobzufriedenheit von Führungskräften am höchsten

Führungskräfte sind häufig sehr glücklich in ihrem Job. 41,7 Prozent der Führungskräfte bezeichnen sich als "sehr zufrieden" mit ihrer Arbeit. Akademikerinnen und Akademiker sind mit 39,5 Prozent generell überdurchschnittlich zufrieden im Job. Jeder dritte Erwerbstätige ist laut Statistischem Bundesamt in Deutschland mit seiner Tätigkeit "sehr zufrieden".

Das Bild zeigt passend zur Manpower-Studie "Karriereziele" einen Kompass und das Wort "Karriere"

Karriereziele 2018: Jeder Zweite wünscht sich mehr Gehalt

Aktuell machen die Deutschen ihren Job vorwiegend wegen des Geldes. Mehr Gehalt ist entsprechend der zentrale Karrierewunsch von jedem Zweiten für 2018. Wie wichtig es ist, Kenntnisse rund um die Digitalisierung aufzubauen, haben nur wenige Arbeitnehmer erkannt. 18 Prozent der Deutschen sind karrieremüde und möchten weniger arbeiten. Zu diesen Ergebnissen kommt die Manpower-Studie „Karriereziele 2018“.