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Frauen gelangen mit Familie seltener in Führungspositionen

Vielen Frauen bleiben die Führungspositionen durch die Nichtvereinbarkeit von Familie und Beruf immer noch verwehrt. 76 Prozent der Männer lehnen eine gesetzliche Frauenquote dennoch ab, während nur 36 Prozent der Frauen gegen eine Frauenquote sind.

Eine Familie mit Vater, Mutter und drei Kindern aus Holz.

Frauen gelangen mit Familie seltener in Führungspositionen
Düsseldorf, 15.08.2013 (lab) – Wenn es darum geht, warum Frauen so selten in Führungspositionen gelangen, sind sich Männer und Frauen nur in einem Punkt einig: Es ist die Nichtvereinbarkeit von Familie und Beruf. Das sagen mehr als zwei Drittel der insgesamt mehr als 500 Führungskräfte, davon 22 Prozent Frauen, die das internationale Personalberatungsunternehmen LAB & Company im Rahmen seines regelmäßigen LAB Managerpanels befragt hatte. Doch ansonsten herrscht zwischen den Geschlechtern große Uneinigkeit über die Gründe für den geringen Frauenanteil in Führungsetagen – und hinsichtlich sinnvoller Abhilfemaßnahmen.

„Unsere Umfrage zeigt, dass die Diskussion über Frauenförderung viel konstruktiver geführt werden muss. Unsere alternde Gesellschaft kann es sich nicht länger leisten, auf das Potenzial der Frauen offenen Auges zu verzichten“, sagt Elke Vorholt, Geschäftsführende Gesellschafterin von LAB & Company. „Auch die mehr als 280, vielfach sehr emotionalen Kommentare zeigen, dass männliche und weibliche Führungskräfte oft schlicht aneinander vorbeireden“, so Vorholt. „In der Praxis zeigt sich aber, dass wir als Personalberater zunehmend explizit aufgefordert werden, verstärkt nach qualifizierten weiblichen Führungskräften zu suchen – und dass Frauen bei vergleichbarer Qualifikation sehr gute Chancen haben, sich durchzusetzen.“

55 Prozent der Frauen benennen Vorurteile als Grund für ihre geringe Vertretung in Top-Etagen. Dem stimmen nur 28 Prozent der Männer zu. 42 Prozent von ihnen sehen vielmehr einen fehlenden Aufstiegswillen als wesentliche Ursache (Frauen: 29 %). Befragt, was Unternehmen und Politik verbessern sollten, sind sich die Geschlechter nur darin einig, dass mehr für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie getan werden müsse: flexiblere Arbeitszeitmodelle, Kita-Plätze, stärkere steuerliche Berücksichtigung von Kinderbetreuung. Eine Frauenquote lehnen von den Männern hingegen 76 Prozent ab (gesetzliche Quote), bzw. 68 Prozent (unternehmensinterne Quote). Bei den Frauen sind dies mit 36 Prozent bzw. 33 Prozent weniger als die Hälfte.

Dabei begründen männliche Führungskräfte, es müsse eben nach Qualifikation eingestellt werden, nicht nach Geschlecht. Dieser Argumentation folgen auch ihre Kolleginnen, definieren den Begriff „Qualifikation“ aber vielfach anders: „Der bei Frauen ausgeprägte Wunsch nach ergebnis- und konsensorientierten Lösungen steht dem männlichen Führungsverständnis entgegen“, kommentiert etwa eine Teilnehmerin. Als besonders geeignete Maßnahmen nennen sie Frauenförderung als Bestandteil von individuellen Zielvereinbarungen (65 %; Männer: 43 %) und zu 57 Prozent die Förderung unternehmensinterner Frauennetzwerke (Männer: 35 %).

Überwältigend einig sind sich beide Geschlechter allerdings in einem weiteren Punkt: Unternehmen werden das Defizit von Frauen in Top-Führungspositionen bestenfalls in deutlich mehr als zehn Jahren geschlossen haben, sagen unisono mehr als 90 Prozent der Befragten.

Die Umfrageergebnisse im Detail:
(Überwiegende Zustimmung in Prozent; mehrere Antworten möglich)

1. „Wie ist zu erklären, dass in Zeiten des Fach- und Führungskräftemangels noch immer relativ wenige Frauen in Führungspositionen sind?“

2. „Wie können Unternehmen die Aufstiegschancen von Frauen langfristig verbessern?“

3. „Wie können Politik und Gesellschaft die Aufstiegschancen von Frauen langfristig verbessern?“

4. Ausgewählte Kommentare der befragten Führungskräfte

Weibliche Führungskräfte:

Männliche Führungskräfte:



Zum 29. LAB Managerpanel
Beteiligt an der Umfrage haben sich bundesweit 509 Führungskräfte, davon 110 Frauen – überwiegend aus der ersten oder zweiten Hierarchieebene. Sie ergänzten die Antwortmöglichkeiten um knapp 300 persönliche Kommentare.

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