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Massenprüfungen in Wirtschaftswissenschaften am Computer

Klausuren am Computer schreiben - Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Bremen sucht nach neuen Wegen für Massenprüfungen.

Zwei Hände tippen auf die Tastatur eines Laptops mit Grafiken auf dem Bildschirm.

Massenprüfungen in Wirtschaftswissenschaften am Computer
Bremen, 01.03.2005 (idw) - Wie organisiert ein Fachbereich ein Massenstudium, in dem Semester für Semester rund 5000 Klausuren abgenommen, bewertet und dokumentiert werden müssen? Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Bremen gehört zu denen, die mit schrumpfendem Personal bei Verwaltung und Hochschullehrern nach wie vor hohe Studienanfängerzahlen mit ebenso hohen Prüfungsfällen zu bewältigen haben. Mit neuen Lösungen sucht der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften einen Ausweg aus der Klemme. Multimedia bei Klausuren, heißt ein neuer Weg, den der Fachbereich erstmals seit dem Wintersemester 2004/05 geht. Klausuren werden nicht mehr mit Bleistift auf Papier, sondern mit Mausklick und Tastatur am PC geschrieben. Das Zentrum für Multimedia in der Lehre (ZMML) der Universität Bremen sorgte für die technische Betreuung während der Klausurarbeit.

Die Studierenden der Wirtschaftswissenschaft stehen der neuen Test-Kultur aufgeschlossen gegenüber. Ungewisses und langes Warten auf die Ergebnisse der Klausur gehören der Vergangenheit an. Es dauert nur einen Mausklick, bis auf dem Rechner das Klausurergebnis erscheint. Der Computer kennt keine schlechte Laune beim Korrigieren und schon gar keine Willkür. Prüfungsergebnisse werden vergleichbar, Schwachpunkte in der Prüfung können statistisch sofort ausgewertet werden. Aber wie ist es mit der Qualität der Prüfungen: Leidet sie nicht darunter, wenn statt ausführlicher freisprachlicher Antwort lediglich Kreuze gemacht, Symbole mit der Maus hin- und hergeschoben oder Lösungswörter und -zahlen eingegeben werden?

Detlev Ehrig, Studiendekan im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft, und Georg Müller-Christ, Hochschullehrer für Betriebswirtschaftslehre, weisen Befürchtungen um mögliche Qualitätseinbußen zurück. Online-Klausuren werden in Zukunft eher zu schwierigeren Prüfungen führen. Der Anreiz, immer verzwicktere Fragen zu stellen, wird weiter zunehmen, je ausgefeilter die Prüfungssoftware wird. Schon jetzt zeigt sich, dass sich Prüfungsanforderungen ändern. Statt blumiger Antworten auf schwammige Fragen muss von nun an auf präzise Fragen ebenso präzise geantwortet werden. Ist die Zukunft der Klausuren deshalb online? Die Initiatoren sind sich sicher: Wenn es um das Abfragen von standardisiertem Wissen geht, sind elektronische Klausuren die Lösung der Zukunft. Die Notwendigkeit, sich mit gelerntem Stoff argumentativ auseinander zu setzen, wird auch weiterhin bestehen bleiben. Dazu bedarf es nach wie vor des Prüfungsgesprächs und des schriftlichen Aufbaus eines Arguments.

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